Thema: Google News

 

Alle 5 Artikel zum Thema Google News auf netzwertig.com:

DJV-Vorsitzender Michael Konken:
Sieht Werbung auf Google News,
wo keine ist

Marcel Weiss, 4. August 2009 um 18.36 Uhr , 17 Kommentare Kommentare

In einem FAZ-Artikel kreidet DJV-Vorsitzender Michael Konken dem werbefreien Google News an, es würde den Verlagen das Anzeigegeschäft wegnehmen.

In der FAZ ist ein Artikel von Michael Konken, Bundesvorsitzender des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV), erschienen, in dem er sich zu den Verhältnissen zwischen freien Journalisten und Verlagen äußert und dann einen Schwenk zu Google und Aggregatoren macht. Denn wie so oft dieser Tage darf auch in diesem Artikel Google-Bashing nicht fehlen.

Der Nachrichtenaggregator Google News ist dagegen bisher weitgehend unbeschadet von Ansprüchen Dritter geblieben. Dabei ist hier die fast vollautomatische Zeitung schon heute Realität. Einerseits sorgt die Präsenz auf dieser Seite für mehr „Traffic“ bei den dort verlinkten Internetseiten, andererseits übernehmen diese und vergleichbare Angebote einen wichtigen Teil des Anzeigengeschäfts, das die Produktion dieser Inhalte erst möglich macht.

(Hervorhebung von mir)

Nun kann man zu Angeboten wie Google News unterschiedliche Ansichten vertreten. Wir hier bei netzwertig.com und Blogwerk allgemein freuen uns über jeden Aggregator wie Google News, der uns kostenlos mehr Leser verschafft.

Man kann für diese Leistung, die einem kostenfrei erbracht wird, auch noch Geld verlangen wollen. Das ist eine absurde Haltung. Sie einzunehmen, steht aber jedem frei (Und wenn die Forderung nicht erfüllt wird, steht jedem auch das Ausschließen der eigenen Inhalte von solchen Angeboten frei. Aber davon hat Herr Konken vielleicht noch nichts gehört.).

Aber zu behaupten, dass ein immer komplett werbefrei gewesenes Angebot “einen wichtigen Teil des Anzeigengeschäfts” übernimmt, ist schlicht: eine Lüge. Denn in Deutschland war und ist Google News frei von Werbung jeglicher Art.

Es ist bezeichnend für den deutschen selbsternannten “Qualitätsjournalismus”, dass ein Vorsitzender eines Journalistenverbandes eine solche offensichtlich falsche Behauptung in einem Artikel in einem Qualitätsmedium wie der FAZ veröffentlichen kann, ohne dass ihm selbst oder den zuständigen Redakteuren das in irgendeiner Form peinlich zu sein scheint. Solang es um Lobbyismus in eigener Sache geht, zählt die Wahrheit anscheinend keinen Deut mehr.

Nein, werte Verleger, so sieht ein für die Demokratie wichtiges Kulturgut nicht aus.

Hamburger Erklärung:
Berichten deutsche Medien über Googles Antwort? Nicht wirklich.

Marcel Weiss, 25. Juli 2009 um 14.08 Uhr , 14 Kommentare Kommentare

Viele deutsche Medien haben über die “Hamburger Erklärung” der Verleger berichtet. Über Googles Antwort herrscht mehrheitlich Schweigen.

Im Juni haben deutsche Verleger die sogenannte “Hamburger Erklärung” unterschrieben (PDF hier). In dieser fordern die Verleger eine Ausweitung des “geistigen Eigentums” im Internet. Unterschrieben haben unter anderem Axel Springer Verlag, Bauer, Gruner+Jahr, Burda Media und der Heise Zeitschriften Verlag. Unzählige weitere Verlage haben sich angeschlossen. Die Unterzeichnerliste zählt mittlerweile über 160 europäische Verlage.

Stefan Niggemeier fasste das reichlich bizarre Schreiben so zusammen :

Es ist ein Dokument der Hilflosigkeit, ein ziellos-hysterisches “So tu doch einer was”, bei dem es auf Inhalte nicht ankommt, solange nur möglichst viele mitschreien.

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Agenturen kooperieren:
Google News greift an

Ole Reißmann, 17. März 2009 um 16.43 Uhr , 7 Kommentare Kommentare

Acht europäische Nachrichtenagenturen beliefern Google News künftig direkt – und werden an den Werbeeinnahmen beteiligt. Die dpa macht erstmal nicht mit.


Noch verlinkt die automatische Nachrichtensammlung Google News vor allem auf Nachrichtenportale. Überschrift und Teaser stehen bei Google, den ganzen Artikel gibt’s dann auf den Seiten der Verlage, die sich über Klicks freuen durften. Doch Google News wird zur ernsthaften Konkurrenz für Nachrichten-Portale: Künftig kooperieren auch acht europäische Agenturen mit Google, liefern ihr Material nicht nur an die zahlenden Redaktionen, sondern auch direkt an die Datenkrake.

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Neininger von news1.ch:
“Was Google macht, ist illegal”

Ronnie Grob, 4. Oktober 2008 um 10.57 Uhr , 7 Kommentare Kommentare

Norbert Neininger von news1.ch hadert weiter mit Google und meint, das Angebot “Google News” sei illegal. Geld verdienen mit Google AdSense möchte er aber vielleicht trotzdem.

Neininger (Archivbild, Keystone)
Neininger (Archivbild, Keystone)
In einem Interview mit dem Media Trend Journal reden Norbert Neininger und Beat Lauber mit Christoph J. Walther über ihr für diesen Monat angekündigtes Projekt news1.ch, ein Online-Portal verschiedener schweizer Regionalverleger (mehr auf medienlese.com). Die beiden sind Präsident und Vizepräsident des Verwaltungsrats der News1 AG, ein “Geschäftsleiter / Projektleiter” wird gemäss einem am 1. Oktober verschickten Newsletter noch immer gesucht (“eine zielorientierte Persönlichkeit, die selber mit anpackt”).

Es wird im Gespräch enthüllt, dass die sagenhaft originelle Idee, das Portal News 1 zu nennen, bei einem Brainstorming dem CEO der AZ Medien Gruppe, Peter Wanner, in den Sinn kam. Heureka! Besser als eine Lösung wie “Regio News” oder so ist das aber allemal.

Mit Google steht News 1 weiterhin auf Kriegsfuss. Obwohl das Portal sowas wie eine Kopie von Google News werden soll und auch nicht ausgeschlossen wird, Geld mit Google AdSense zu verdienen (“Es ist alles möglich, was langfristig Gewinne bringt und uns nicht behindert”), ist man nicht zufrieden mit der innovativen Firma aus Mountain View, Kalifornien.

Was Norbert Neininger sagt: » weiterlesen

Topix:
Nachrichtenportal im Schatten der Anderen

Martin Weigert, 22. April 2007 um 10.08 Uhr , 1 Kommentar Kommentare

Updated

News-Aggregatoren im Netz sind angesagt. Mit der stetig steigenden Zahl an Onlinequellen entsteht bei vielen Usern der Wunsch, auf einen Blick sämtliche Nachrichten zu einem bestimmen Thema angezeigt zu bekommen. Google News erfüllt diesen Wunsch. Der Dienst durchsucht das Netz permanent nach neuen Artikeln und listet diese auf seiner Seite in Form einer laufend aktualisierten, individualisierbaren Newsübersicht.

Einen anderen Ansatz gehen Social-News-Portale. Dort werden die Nachrichten von den Usern selbst eingetragen. Jeder Eintrag kann von den Lesern bewertet werden. Die Beiträge mit den höchsten Bewertungen erscheinen auf der Startseite. Das weltweit führende Social-News-Portal Digg hat gerade seinen einmillionsten registrierten Anwender gefeiert. Auch bei FARK.com posten Nutzer die Nachrichten. Welche Schlagzeilen auf der Startseite veröffentlicht werden, darüber entscheiden dort aber die Betreiber der Seite. Die auf dem deutschen Markt dominierenden Social-News-Plattformen YiGG.de und Webnews lehnen sich stark am Original, Digg, an.

Dass das Thema aggregierter und sozialer News derzeit ganz heiß ist, wurde erneut deutlich, als MySpace vor einigen Tagen ein eigenes Nachrichtenportal startete. MySpace News sucht wie Google News nach Artikeln im Web und kategorisiert diese. Gleichzeitig können User selbst Links zu Nachrichten und Blogeinträgen posten. Die populärsten Schlagzeilen erscheinen auf der Hauptseite, die allerdings derzeit noch recht armselig daherkommt und z.B. eine News-Suche vermissen lässt.

Einer der in meinen Augen besten Anbieter für den schnellen Nachrichtenüberblick führt hingegen ein regelrechtes Schattendasein. Zumindest hierzulande liest und hört man fast nichts über die News-Community Topix mit Sitz in Kalifornien. Dabei bietet Topix einige praktische Features, die man sonst nirgends findet.

Topix kombiniert die automatisierte Nachrichtensuche à la Google News mit dem sozialen Aspekt von Digg & Co. Die Schlagzeilen werden dabei in chronologischer Reihenfolge angezeigt. Im Gegensatz zu anderen Social-News-Plattformen spielt es bei Topix keine große Rolle, welcher Beitrag gerade auf der Startseite verlinkt ist. Eine dementsprechend hohe Bedeutung hat die Suchfunktion, die die eigentliche Stärke von Topix ist.

Ein Beispiel: Du möchtest mehr über die Wirtschaftslage in den Niederlanden wissen und verwendest dafür Google News. Trotz der direkten Eingabe news.google.nl landest Du auf der deutschsprachigen Seite, da Deine Browsersprache Dich verrät und Google Dich hier bevormunden möchte. Du scrollst bis zum Ende der Seite und klickst auf “Nederland”. Doch leider sprichst Du kein Holländisch, weshalb Dir keine der bei Google News Nederland verlinkten Quellen nutzen.

Anders bei Topix: Du gehst zu www.topix.com und gibst im Suchfeld “Netherlands” ein. Schon landest Du auf der lokalen Seite für Nachrichten aus den Niederlanden. Alles ist in Englisch, worüber Du Dich freust. Nun suchst Du nach “economy”: 172 Headlines zu englischsprachigen Artikel aus aller Welt, die sich ganz oder teilweise mit Wirtschaftsthemen aus den Niederlanden befassen. Toll! Bekanntermaßen werden bei Google News nur Quellen aus dem jeweiligen Land angegeben.

Topix ist meines Erachtens nach der beste News-Aggregator, wenn es um den schnellen Überblick zu einem Sachverhalt in einem bestimmten Land geht. Intuitiv, einfach und immer auf Englisch. Es wäre angemessen, wenn der Dienst auch in Deutschland eine größere Beachtung finden würde.

Update:
Der größe Vorzug von Topix ist, gezielt und bequem nach Themen in einem bestimmten Land suchen zu können. Hinsichtlich Aktualität und Treffgenauigkeit der “Top News” muss man allerdings bei Topix noch ein bisschen üben, wie die Schlagzeile “Uganda’s Mountain Gorillas Increase In Number” bei den “German News” zeigt ;)

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.