Alle 5 Artikel zum Thema Gesichtserkennung auf netzwertig.com:
So sehr der Einzug des Digitalen in das Leben der Menschen zu begrüßen ist: Er besitzt auch seine Schattenseiten. Diese müssen wir aber akzeptieren.
Illustration: stock.xchng
Ich bin davon überzeugt, dass der digitale Wandel in vielerlei Hinsicht für die Menschheit ein Segen ist. Er schafft freien Zugang zu Informationen, unterstützt das Streben nach Demokratie und untergräbt Intransparenz, die oft die Grundlage für den Missbrauch von Macht und Einfluss darstellt.
Und dennoch drängt sich mir manchmal die Frage auf: Was ist, wenn die Entwicklung zu einer vollständig vernetzen, von IT dominierten globalen Gesellschaft für die Menschheit zwar in Teilen zu mehr Gerechtigkeit und einer verbesserten Lebensqualität führt, an anderer Stelle aber bisher selbstverständliche Freiräume und Vorzüge eliminiert?
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Die Müncher Modesuchmaschine Stylight will ihre Technologie zur Erkennung optisch ähnlicher Kleidungsstücke dafür verwenden, Männern beim Auffinden von ihren Ex-Freundinnen wie aus dem Gesicht geschnittenen Partnerinnen zu helfen. Sofern der Dienst ernst gemeint ist.
Update: Es ist tatsächlich nur ein Aprilscherz, allerdings schließt Stylight ein derartiges Produkt für die Zukunft nicht aus. Mehr am Artikelende.
Heute ist der 1. April. Dieses Datum im Hinterkopf zu haben, ist nicht nur für User wichtig, die jede heute veröffentlichte Nachricht oder Geschichte zweimal auf Plausibilität hin prüfen sollten, sondern ebenso für Redaktionen und Blogs. Denn auch bei eintreffenden Pressemeldungen sollte man sich am heutigen Tag nicht zu sehr darauf verlassen, dass diese ernst gemeint sind. Erst recht nicht, wenn sie skurrile Produkte oder Dienste ankündigen.
Genau aus diesem Grund wurde ich stutzig, als ich gestern Abend die Pressemeldung der Modesuchmaschine Stylight las, in der das Münchner Unternehmen den Start eines neuen Dienstes ankündigt: myGirlfinder.de heißt der Service, der (männlichen) Nutzern dabei helfen soll, eine Freundin zu finden, die aussieht wie ihre Ex-Partnerin.
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Facebook schlägt Nutzern in den USA ab sofort Namen von Personen vor, die auf Fotos abgebildet sind. Das funktioniert zwar nur für Kontakte, könnte intern aber bereits anderweitig eingesetzt werden.
Einer der spannendsten und gleichzeitig brisantesten technologischen Trends der nächsten Jahre ist die Gesichtserkennung. Einerseits eröffnen sich durch Entwicklungen, die Anhand von statischen oder bewegten Bildern Personen erkennen und identifizieren können, faszinierende Möglichkeiten, andererseits sind sie auch ein großer Schritt hin zum gläsernen Menschen. Im Sommer hatte ich die Auswirkungen und Herausforderungen
von Technologien zur Gesichtserkennung beleuchtet.
Den aus Endanwendersicht im Jahr 2010 womöglich größten Schritt im Kontext der maschinellen Gesichtserkennung hat in der Nacht Facebook angekündigt: Ein neues, vorerst – wie so oft – nur für US-Nutzer verfügbares Feature verleiht der vor einiger Zeit lancierten automatischen Gruppierung von Fotos mit Abbildungen mutmaßlich identischer Personen ein neues Niveau an Raffinesse:
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Was erhält man, wenn man Check-In-Dienste mit Technologien zur Identifikation von Gesichtern kombiniert? Die Möglichkeit zum Check-In per Gesichtserkennung. Zumindest glaubt das Investor und Milliardär Mark Cuban.
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Diejenigen Leser und Leserinnen unter euch, die angesichts einiger Artikel der letzten Wochen bereits zu dem Schluss gekommen sind, dass der anhaltende technologische Fortschritt seine ethisch-moralisch vertretbaren Grenzen erreicht hat, schnallen sich jetzt besser an und machen sich auf einen kalten Schauer bereit, der den Rücken herunterrinnen wird:
Ende Juni beschrieb ich, wie mit Hilfe von Multitasking und Geofencing mobile ortsbezogene Internetanwendungen in Zukunft womöglich nicht mehr auf den manuellen Check-In der Nutzer an bestimmten Orten angewiesen sein werden, sondern stattdessen einfach im Hintergrund laufen und den aktuellen Aufenthaltsort der User überwachen – der manuelle Check-In-Prozess hat ohnehin den Nachteil, von Anwendern ein zu großes und vorem regelmäßiges Engagement zu erfordern, was ein Grund für die verschwindend geringen Nutzerzahlen von Check-In-Pionier foursquare in Deutschland sein könnte.
Eine Woche später beleuchtete ich die potenziell tiefgreifenden Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Innovationen im Bereich der digitalen Gesichtserkennung nach sich ziehen können. So ist es bereits heute theoretisch möglich, durch einen Abgleich der auf einem Foto abgelichteten Person mit Profilbildern bei Social Networks einen Namen zum Gesicht auf dem Originalfoto zu erhalten. Ein praktischer Einsatz findet bisher jedoch noch nicht statt, oder ist zumindest nicht öffentlich bekannt.
Was geschieht nun, wenn man diese zwei Konzepte – ortsbezogene Check-In-Dienste sowie die digitale Erkennung von Gesichtern – miteinander kombiniert? Richtig, der automatisierte Check-In mit dem eigenen Gesicht.
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Was technisch schon längst möglich ist, dürfte früher oder später zu Endanwendern finden: Tools zur vollständigen automatischen Gesichtserkennung. Das wirft Fragen auf.
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Stellt euch vor, ihr spaziert die Straße entlang, seht ein euch bekanntes Gesicht, kommt aber einfach nicht drauf, woher ihr die Person kennt. Also zückt ihr euer Smartphone, schießt unbemerkt ein Foto und erhaltet Sekunden später den Namen samt Link zu einem Profil bei einem Social Network.
Die gleiche Funktion ließe sich natürlich auch für andere Zwecke einsetzen, beispielsweise von Flirtwilligen, die für eine direkte Ansprache zu schüchtern sind, aber trotzdem mit der angebeteten Person in Kontakt kommen wollen. Bereits hier landet die beschriebene Gesichtserkennung in einer Grauzone zwischen “sehr nützlich” und “potenziell gefährlich”. Wahrscheinlich gäbe es weitere Szenarien, in denen eine solche Technologie für Individuen zu einem Problem werden könnte.
Doch wie stehen die Chancen, dass wir uns in Zukunft nicht mit dieser Problematik beschäftigen müssen? Sehr gering!
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