Alle 21 Artikel zum Thema Gesellschaft auf netzwertig.com:
US-Promis begegnen aufstrebenden Startups mit offenen Armen und treten als Investoren sowie Multiplikatoren auf. Wo sind die deutschen Promis mit Early-Adopter-Gen?
Ashton Kutcher
Was haben aufstrebende US-Startups wie der Chatservice
Tinychat, die Suchmaschine
Blekko, der Videodienst
nowmov oder die Flugsuchmaschine
Hipmunk gemein? Bei allen vier Diensten sitzt US-Schauspieler
Ashton Kutcher als Business Angel mit im Boot. Richtig, der Ashton Kutcher, der im April 2009 als erster Twitter-User
die Marke von einer Million Followern erreichte (und damit den Account von CNN auf den zweiten Platz verwies).
Kutcher ist nicht der einzige US-Promi, der erkannt hat, welches Potenzial in innovativen Onlinediensten und neuartigen Technologien liegt. Sowohl für seine berufliche Rolle und sein Image, aber auch aus wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Perspektive:
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Hashable ist ein soziales Netzwerk zwischen foursquare und Linkedin: Statt an Orten “checkt” der Nutzer soziale Aktionen mit Menschen ein. Daraus entsteht ein Reputationssystem – der “Pagerank für Menschen”. Er dürfte das nächste grosse Ding werden.
“Nach Los Angeles”, erklärt mir Jane Kim von Hashable auf die Frage, wohin die Promotionstour weiter führt, auf der sie (VP Business-Development), Hashable-CEO Michael Yavonditte und Hashable-Marketing-Chefin Emily Hickey unterwegs sind.
LA? Das Startup aus New York ist im Big Apple längst gross im Gespräch, in San Francisco hat die Tour vor den “Crunchies” für eine Lawine an Blogposts und Tweets gesorgt – aber LA? Was soll ein geekiges Nerdtool-Startup wie Hashable in LA?
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Mit den Möglichkeiten des Social Web wächst unser Netzwerk. Je mehr lose Verbindungen wir besitzen, desto häufiger werden wir “Zeuge” von individuellen Schicksalsschlägen.
Über die Qualität der Kontakte im Web lässt sich vortrefflich streiten. Weitgehender Konsen besteht hingegen zu dem Aspekt, dass die Zahl der Verbindungen, die Menschen mit Hilfe von Social Networks und anderen digitalen Tools eingehen und pflegen, deutlich größer ist als in der Prä-Internet-Ära, in der es schlicht nicht möglich war, mit Hunderten von Menschen in Kontakt zu bleiben, ohne sich aus den Augen zu verlieren.
Thomas Knüwer hatte dieses Phänomen und die Folgen für Mensch und Gesellschaft Ende Juli sehr schön in dem Artikel “Der Sieg der schwachen Verbindungen” erklärt.
Doch das enorme Netzwerk, das aktive User von Facebook, Twitter, Xing, LinkedIn und anderen Services besitzen und das ihnen in verschiedensten Lebenslagen mit Rat, Tat und Unterstützung zur Seite stehen kann, bringt gleichzeitig eine neue Herausfordung mit sich: Nämlich die, sehr viel häufiger mit persönlichen Schicksalsschlägen konfrontiert zu werden und damit richtig umzugehen.
Es ist einfachste Statistik: Je mehr Kontakte unterschiedlichster Stärke man besitzt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer dieser Personen etwas Unvorhersehbares geschieht, von dem man anschließend per Status-Update, Tweet oder Blogeintrag erfährt.
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Die Nachbearbeitung des Loveparade-Unglücks sowie die Wikileaks-Enthüllung der Afghanistan-Dokumente zeigen: Der Kontrollverlust hält an, die Transparenz nimmt zu. Doch wo liegen die Grenzen?
Zwei Ereignisse haben in den vergangen Tagen deutlich gemacht, wie sich die Welt durch Transparenz und Kontrollverlust verändert.
Da ist einerseits das Loveparade-Unglück, das eine ganze Reihe von widersprüchlichen und vorschnellen Äußerungen von Veranstaltern, Politikern und Polizei nach sich gezogen hat, während parallel Dutzende, wenn nicht Hunderte Augenzeugenberichte und vor allem Videos im Netz hochgeladen wurden, die es jedermann erlauben, sich ein ungeschminktes Bild von der tatsächlichen Lage zu machen – Material, das in einer Zeit vor YouTube, Blogs und Social Networks lediglich Ermittlern und ausgewählten Medien zur Verfügung stand. Wenn überhaupt.
Einen Tag nach der Tragödie von Duisburg veröffentlichte Wikileaks in Kooperation mit drei führenden internationalen Medienhäusern seine brisanten Afghanistan-Dokumente, die dem Whistleblower-Portal von Informanten zugespielt wurden. Natürlich scharf kritisiert von der US-Regierung.
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Handlungen und Aussagen sind heute transparenter denn je. Gerne wird kritisiert, dass das Netz nichts vergisst. Manchmal ist dies ein Makel. Oft jedoch eine Qualität.
— Auktionshaus im Internet — Schnäppchenjäger aufgepasst! In den Auktionen von www.AuVito.de schlummert so manches günstige Angebot! — Textanzeige —
Auch wenn der durch die aktuelle Entwicklung des Webs ausgelöste Verlust von Anonymität manche Internetnutzer beunruhigt, so bringt die parallel zunehmende Transparenz eine Reihe von Veränderungen mit sich, von der alle Teile der Gesellschaft profitieren können. Vor allem besteht die Möglichkeit, dass Menschen des öffentlichen Interesses und Unternehmen ehrlicher werden, weil sie heute viel leichter als früher der Lüge überführt werden können.
Als ich zwischen 2003 und 2006 mein Bachelorstudium in Wirtschaftskommunikation absolvierte, war die (Werbe-)Welt noch in Ordnung. Die Grundregel war, dass man mit der richtigen Positionierung und Wahl der Kommunikationskanäle im Prinzip jede Botschaft rund um ein Produkt oder eine Dienstleistung vermitteln konnte. Ich erinnere mich nicht, dass “Transparenz” in irgendeiner Form im Curriculum auftauchte – womöglich tat es dies, aber es war zumindest kein elementarer Bestandteil dessen, was vor fünf Jahren als Notwendigkeit in der Wirtschaftskommunikation angesehen wurde.
Und heute? Jede Aussage, jedes Produktversprechen und jedes kommunizierte Alleinstellungsmerkmal ist googlebar und lässt sich mit Informationen von Bewertungsplattformen, Onlineshops mit Bewertungsfunktion, Blogs, Twitter- und Facebook-Erwähnungen verifzieren. Produkteigenschaften sind transparenter denn je, wie ich auch momentan im Rahmen meiner Suche nach einem neuen Notebook feststelle.
Immer häufiger Frage ich mich, wer eigentlich noch all die mangelhaften Produkte kauft, die als das Beste vom Besten angepriesen werden, aber diesem Anspruch in keiner Weise gerecht werden – was sich natürlich überall im Netz nachlesen lässt.
Doch Transparenz verändert nicht nur das Marketing und angrenzende Themenfelder wie PR.
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Am Montag trafen Bundestagsabgeordnete der Enquete-Kommission zur Netzpolitik auf IT- und Internet-Experten, um Antworten auf Fragen zur Auswirkung der Digitalisierung auf Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zu erhalten. Hier sind die besten Zitate.
Wir hatten gestern bereits
auf die Aufzeichnung der Anhörung der Enquete-Kommission zur Netzpolitik
hingewiesen.
Am Montag trafen
die Bundestagsabgeordneten und Sachverständigen der Arbeitsgruppe “Internet und digitale Gesellschaft” auf eine Reihe von ausgewiesenen Internet- und IT-Experten, um die Gelegenheit zu nutzen, Antworten auf drängende Fragen rund um die Auswirkungen der Digitalisierung auf Gesellschaft, Wirtschaft und Politik zu erhalten.
Ich habe mir im Laufe des gestrigen Tages das fast vierstündige Video der Anhörung angeschaut und mich entschieden, die besten Zitate der Experten hier zu veröffentlichen. Ich verzichte also auf Kritik und picke mir stattdessen die Rosinen heraus, also die Äußerungen, die mir beim einmaligen Anschauen sofort positiv auffielen und meines Erachtens nach für die weitere Gestaltung der digitalen Gesellschaft eine wichtige Rolle spielen.
Trotz seiner Länge würde ich die Aufzeichnung im Übrigen allen empfehlen, die sich auch nur annähernd mit der Digitalisierung beschäftigen und hoffe, dass sich ausnahmslos jeder, der in irgendeiner Form politisch aktiv ist, die Anhörung zu Gemüte führt!
Gestern Abend fiel es mir dann sogar richtig schwer, das noch nicht beendete Video zu pausieren, um zum WM-Halbfinale zu wechseln. Insofern kann man wohl von einer gelungenen Veranstaltung sprechen, die von einer äußerst konstruktiven Stimmung geprägt war und den erstrebenswerten Eindruck hinterlässt, dass alle Beteiligten tatsächlich im selben Boot sitzen. Hoffentlich stimmt dieser Eindruck!
Es folgen meine persönlichen Highlights in Zitatform:
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Was technisch schon längst möglich ist, dürfte früher oder später zu Endanwendern finden: Tools zur vollständigen automatischen Gesichtserkennung. Das wirft Fragen auf.
— http://www.digitalestrategien.ifse.de — Strategien und Wettbewerb im Internet – Machen Sie mit bei der Umfrage des Instituts für Strategieentwicklung (IFSE): http://www.digitalestrategien.ifse.de — Textanzeige —
Stellt euch vor, ihr spaziert die Straße entlang, seht ein euch bekanntes Gesicht, kommt aber einfach nicht drauf, woher ihr die Person kennt. Also zückt ihr euer Smartphone, schießt unbemerkt ein Foto und erhaltet Sekunden später den Namen samt Link zu einem Profil bei einem Social Network.
Die gleiche Funktion ließe sich natürlich auch für andere Zwecke einsetzen, beispielsweise von Flirtwilligen, die für eine direkte Ansprache zu schüchtern sind, aber trotzdem mit der angebeteten Person in Kontakt kommen wollen. Bereits hier landet die beschriebene Gesichtserkennung in einer Grauzone zwischen “sehr nützlich” und “potenziell gefährlich”. Wahrscheinlich gäbe es weitere Szenarien, in denen eine solche Technologie für Individuen zu einem Problem werden könnte.
Doch wie stehen die Chancen, dass wir uns in Zukunft nicht mit dieser Problematik beschäftigen müssen? Sehr gering!
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Durch das Web verlieren nicht nur Politiker alte, liebgewonnene Privilegien. Bremst ausgeprägtes Klassendenken die Digitaliserung?
Das Netz sorgt nicht nur für Begeisterung, sondern in Teilen der Gesellschaft auch für Besorgnis. Das kennen wir schon. Über meine Shared Items des Google Reader (
wie sonst) bin ich
auf diesen Blogbeitrag gestoßen, der einige Zitate des neuen Bundespräsidenten Christian Wulff aus einem Porträt des Deutschlandradio wiedergibt. Wulffs (einige Tage alte) Äußerungen fassen auf sehr schöne Weise zusammen, was ihn an der digitalen Revolution beunruhigt:
“Früher war es so, da erfuhren sie nachmittags, dass morgen irgendwas in der Zeitung steht. Da konnten Sie schon richtig stellen, da konnten Sie schon gegenarbeiten. Heute erfahren Sie, dass etwas im Internet steht und Millionen anderer haben gleichen Zugriff auf die gleiche Information. Man hat damit keinen Vorlauf mehr, um Dinge richtigzustellen.”
Und weiter:
“Da dann gelassen zu bleiben, das fällt gelegentlich dann auch mal mir schwer.”
Er bedauert also, dass er aufgrund des Internets nun keinen Wissensvorsprung mehr vor dem Rest der Welt hat, wie es Philip Banse in einem Tweet auf den Punkt bringt.
Ich finde diese Aussagen hochinteressant, beschreiben sie doch mit wenigen Worten, warum es momentan in vielen Ländern zu gesellschaftlichen Konflikten rund um die Digitalisierung kommt.
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Irgendwie wirkt die IT-Industrie – inklusive Internet-Sektor – nicht mehr so spannend wie auch schon. Die Luft scheint ein bisschen raus zu sein, das aus dem Innovationstempo. Steckt mehr dahinter als die aktuelle Wirtschaftskrise?
Wie die meisten Innovationen scheint die Marktdurchdringung von IT einer S-Kurve zu folgen. Die ersten Computer hatten sehr wenige Benutzer, vor allem grosse Firmen. Mit dem PC ist die Nutzung von IT in der Gesellschaft explodiert, hat Tempo gewonnen mit den benutzerfreundlichen grafischen Oberflächen und den Höhepunkt mit der Erfindung des World Wide Web erreicht. Aber jetzt scheint sie an Geschwindigkeit zu verlieren.
Eine stark vereinfachte Darstellung der langfristigen IT-Innovationskurve könnte etwa so aussehen:
Es gibt zahlreiche Anzeichen, dass der Informatiksektor Tempo verliert. Einige Beispiele:
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Social Media und Bürgerjournalismus werden es in Deutschland zwar auch zukünftig nicht leicht haben, aber es gibt Lichtblicke: netzwertig.com-Redakteur Marcel Weiß beschreibt dem US-Tech-Blog ReadWriteWeb, wie es um die deutsche Webszene bestellt ist.
Aufholen ist angesagt
Wo steht die deutschen Blogosphäre und Startup-Szene im Jahr 2009? Dieser Frage wollte das bekannte englischsprachige Tech-Blog
ReadWriteWeb (RWW) auf den Grund gehen und hat dazu netzwertig.com-Redakteur Marcel Weiß zum Interview gebeten.
Das Ergebnis ist eine der besten Zusammenfassungen zum Stand der hiesigen Internetkultur, die ich seit langem gelesen habe. Kompakt, kritisch, aber nicht schwarzmalerisch. RWW-Autor Frederic Lardinois skizziert in seinem Deutschland-Porträt ein Bild, das von einer grundlegenden Skepsis etablierter Medien und Institutionen gegenüber dem Web geprägt ist – welches bevorzugt als Hort allen Ungemachs beschrieben wird.
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