Thema: Geschäftsmodelle

 

Alle 63 Artikel zum Thema Geschäftsmodelle auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

LaterPay:
Wie ein Startup mit Geduld und Langfristigkeit die Monetarisierung von Inhalten verändern will

Vor sechs Monaten feierte das Münchner Startup LaterPay mit seinem Micropayment-Dienst für Kreateure von Online-Inhalten sein Debüt. Im Gegensatz zur verbreiteten Konvention in der Digitalwirtschaft, wo alles ganz schnell gehen muss, baut das Unternehmen auf Langfristigkeit. Erste Erfolge gibt es zu vermelden.

LaterPayIm Frühjahr öffnete das Münchner Startup LaterPay die Pforten zu seinem Pay-Per-Use-Bezahlsystem für Blogger, Verlage, Spiele-Entwickler und andere Kreateure von Onlinecontent. Auf den ersten Blick mag das Unternehmen schlicht wie ein weiterer, mehr oder weniger einfallsreicher Versuch wirken, den ewigen Verlags- und Journalisten-Traum des Paid Content doch noch Wirklichkeit werden zu lassen. Und da heute, sechs Monate nach dem Debüt, noch nicht jede tonangebende Website in Deutschland mit LaterPay-Bezahlfunktionalität ausgestattet ist, mögen manche Ungeduldige geneigt sein, bereits das Konzept in Frage zu stellen. Doch unterhält man sich mit Gründer und CEO Cosmin-Gabriel Ene über den Stand der Dinge, wird deutlich, dass man es bei LaterPay mit einem Unternehmen zu tun hat, dessen Strategie und Philosophie auf Langfristigkeit basieren – und auch nur so funktionieren können.  » weiterlesen

Dringend gesucht:
Alternativen zur Werbefinanzierung

Mit kostenlos angebotenen Diensten und Informationen kann man zwar schnell viel Reichweite erzielen. Doch zunehmend dämmert Nutzern und Lesern, welche Nachteile das mit sich bringt. Es wird Zeit, dass es mehr Experimente mit Alternativen gibt.

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„Es gibt den verfluchten Geburtsfehler des Internets, dass das Internet kostenlos ist. Diesen Fehler werden wir nicht korrigieren können.“ So hatte sich vor nun über fünf Jahren „Bild“-Chef Kai Diekmann geäußert. Was er damit meinte: Er und seine Kollegen hatten ihre Inhalte über Jahre hinweg freiwillig an die Leser verschenkt und bekamen das nicht so einfach wieder zurückgedreht.

Lange Zeit galt  „kostenlos“ als der beste Preis im Netz. Der Grund: Man kann darüber Reichweite erzielen, die dann im Nachhinein in Geld verwandelt werden soll. Werbebanner sind hier vielfach das Mittel der Wahl, oftmals ausgeliefert über große Werbevermarkter. Das funktioniert zwar bisweilen gut. Inzwischen macht sich aber die Erkenntnis breit: Das gilt nur für eine beschränkte Zahl an Angeboten und für bestimmte Formen von Diensten und Inhalten – ob es nun um Nachrichten, Social Networks oder Apps geht. Auch die Nutzer merken: Es ist zwar erst einmal eine schöne Sache, etwas geschenkt zu bekommen. Nur gibt es dafür stets einen Haken.  » weiterlesen

MoviePass:
Startup bietet Flatrate für 93 Prozent aller US-Kinos

Abomodelle, die unbegrenzten Zugang zu Medieninhalten bieten, sind gerade sehr in Mode. Das US-Startup MoviePass überträgt die Idee auf Kinobesuche. Bisher mit Erfolg.

Wie gestern erläutert, zeigen die ökonomischen Rahmenbedingungen des Musikstreamings, dass bei einer hinreichend breiten Akzeptanz des All-You-Can-Eat Modells der Gesamtmarkt wachsen kann, selbst wenn die Gruppe der ehemaligen Top-Umsatzgaranten mitunter nun weniger Geld für den Konsum von Musikproduktionen ausgibt als zuvor.

Das US-Startup MoviePass hat das sich daraus ergebende Potenzial erkannt und versucht, das Flatrate-Modell auf den Kinobesuch zu übertragen. Die Idee des Unternehmens ist ziemlich bestechend: Für 30 Dollar pro Monat können Filmfreunde 30 Tage lang jeweils einen beliebigen Streifen täglich in einem Kino ihrer Wahl genießen. Voraussetzung ist, dass das Kino sich an dem Angebot von MoviePass beteiligt. Nach Aussage der Macher sind mittlerweile 93 Prozent aller Filmhäuser in den Vereinigten Staaten an das System angeschlossen.  » weiterlesen

Kein Scherz sondern ein Millionengeschäft:
PicoCandy bietet “Stickers as a Service”

Kaum ein Smartphone-Messenger kommt noch ohne Sticker aus. Ein Startup aus Singapur erkannte den Bedarf an einer zentralen Distributions-Plattform für die bunten Grafiken – und erwirtschaftet nach Angaben der Gründerin bereits ein Jahr nach dem Debüt 200.000 Dollar Umsatz pro Monat.

PicoCandyViele bekannte Chat-Messenger erlauben es Nutzern, einander Sticker zu senden. Die bunten und teilweise animierten Bildchen sind vor allem bei den Apps ein Kernelement, die sich an traditionell eine hohe Affinität für visuelle Spielereien mitbringende asiatische Anwender richten, sprich Line, WeChat und KakaoTalk. Aber auch bei uns verbreitete Services wie Facebook Messenger oder Viber springen auf diesen Zug auf, und selbst WhatsApp experimentiert mit Stickern.

Die Apps bedienen nicht nur eine offenkundige Nachfrage, sondern erschließen auch lukrative Erlösströme. Stickers – auch Emoji genannt – sind ein Millionengeschäft. Denn nicht gerade wenige Anwender sind bereit, für niedliche und exklusive Sticker Geld auf den Tisch zu legen. Doch wo kommen die Sticker eigentlich her? Bislang habe ich mir diese Frage nie gestellt. Doch das war ignorant. Denn es stellt sich heraus, dass die Bereitstellung und zentrale Distribution der Bildchen seinerseits ein attraktives Geschäftsmodell für ein Startup sein kann. » weiterlesen

Reiseblogger geht unter die App-Macher:
Swapp kombiniert Gesten und E-Mail für minimalistische Notiz-Anwendung

Der Reiseblogger Sebastian Canaves war auf der Suche nach einer minimalistischen, schnellen Notiz-App für das iPhone, die direkte E-Mail-Integration bietet. Weil er nicht fündig wurde, ließ er sie einfach selbst entwickeln. Das Resultat heißt Swapp.

swapp_logoUm die Welt zu reisen und über die eigenen Erlebnisse zu bloggen – diesen Traum haben sich einige wenige Personen in den vergangenen Jahren verwirklichen können. Mutmaßlich Hunderttausende aber sehnen sich nach einem solchen Lebensstil. Was sie daran hindert? Oft ist es die Finanzierung. Viele Reiseblogger versuchen, sich über Werbung, Affiliate-Einnahmen, E-Books sowie Beratungs- und Sprecheraufträge ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Der publizierende Weltenbummler Sebastian Canaves könnte gerade dabei sein, eine neue Erlösquelle zu erschließen. Mit seiner jüngst veröffentlichten Notiz-App für das iPhone namens Swapp löst zeitgleich ein Problem, das sowohl reiseverrückte Digitalnomaden als auch fest an einem Ort verwurzelte Kreativgeister kennen. » weiterlesen

Massiv finanzierte Internetfirmen:
Der Fluch, um jeden Preis wachsen zu müssen

Viele einstige Hoffnungsträger der Internetbranche treffen Produktentscheidungen, die nicht im Sinne der Nutzer sind. Oft bleibt ihnen keine andere Wahl: Hohe Bewertungen und Wagniskapital im dreistelligen Millionenbereich verpflichten sie dazu, um jeden Preis zu wachsen.

Was haben regelmäßige, engagierte Nutzer von Twitter, SoundCloud, Foursquare und Quora gemeinsam? Sie alle mögen zwar Dutzende Verbesserungsvorschläge für einzelne Funktionen und Abläufe aufzahlen können. Dennoch würden die meisten ein insgesamt positives Fazit ziehen und sich im gleichen Atemzug gegen tiefgreifende konzeptionelle Modifikationen aussprechen. Ob Journalisten, Blogger und Multiplikatoren bei Twitter; (Indie-)Musiker, DJs und ihre Fans bei SoundCloud; Weltentdecker, Stadtkenner und Netzwerker bei Foursquare sowie Experten und Wissbegierige bei Quora – jeder der genannten Services hat sich seine ganz spezielle, unnachahmliche Subkultur mit einem jeweils leidenschaftlichen und loyalen Anhang geschaffen. Dummerweise ist das für die Unternehmen hinter diesen Diensten nicht ausreichend. » weiterlesen

Von werbefrei bis dezentral:
5 gescheiterte Visionen für das Web, die trotzdem Zukunft haben

Geschäftsmodelle, die auf Werbung verzichten, gelten ebenso als Heilsbringer für ein freies, gesundes Internet wie dezentrale Serverstrukturen, HTML5, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Open Source. Doch obwohl Erfolge sich in Grenzen halten, muss man die Hoffnung nicht aufgeben.

Visionen

Das Internet und die darauf aufbauenden Dienste haben sich in den 20 Jahren ihrer kommerziellen Existenz rasant entwickelt. Doch während die Evolution in machen Bereichen so schnell ging, dass unaufmerksame Milliardenunternehmen der Branche innerhalb kürzester Zeit von Marktführern und Trendsettern zu Artefakten aus einer vergangenen Zeit wurden, steht der Fortschritt an anderer Stelle still: Manche Geschäftsansätze und technischen Konstrukte gelten in der Theorie gemeinhin als Wegbereiter und Bewahrer eines freien, demokratischen, effektiv funktionierenden Netzes, konnten sich in der Praxis jedoch nie in dem dafür erforderlichen Maße durchsetzen.

Die folgenden fünf Beispiele leiden alle unter dem Problem, dass sie teilweise seit Dekaden als Ideallösungen angepriesen werden, aber noch immer auf ihren Durchbruch warten. Betrachtet man das Glas als “halb leer”, handelt es sich um fünf gescheiterte Visionen für das Web. Aus optimistischer Sicht hingegen erscheint es angebracht, die genannten Punkte als Ansporn und Aufgaben für die Zukunft zu verstehen. Denn manchmal schlagen Projekte und Initiativen deshalb fehl, weil die Zeit noch nicht reif war. » weiterlesen

Werbefinanzierte Geschäftsmodelle bleiben Nonplusultra:
App.net und eine große Vision sind am Ende

Die werbefreie Social-Web- und Cloudplattform App.net hat alles versucht, um mehr Anwender für sich zu begeistern. Vergeblich. Nun entlässt das Startup sein Team und gesteht damit ein: Das wird nichts mehr.

App.net

Die Zeiten, in denen Anhänger einer kommerziellen Alternative zu den im sozialen Web vorherrschenden, werbefinanzierten Geschäftsmodellen neben Twitter auch noch einen Account beim US-Konkurrenten App.net pflegen mussten, neigen sich dem Ende zu. Das ist die gute Nachricht. Leider verschwindet damit aber auch ein Projekt, das eigentlich Erfolg verdient hätte.

Am Dienstagabend gaben das Gründergespann von App.net, Dalton Caldwell and Bryan Berg, im Firmenblog den Entschluss bekannt, sämtliche Festanstellungen zu streichen. Auch die zwei Macher des Dienstes werden künftig nicht mehr auf der Gehaltsliste stehen. Sie betonen zwar, dass App.net ohne Unterbrechung weiterläuft, und dass Teile des Quellcodes als Open Source zugänglich gemacht werden. Dennoch signalisiert dieser aus einem finanziellen Engpass resultierende Schritt relativ unmissverständlich: Eine große Zukunft hat der Service nicht mehr vor sich. Wer die Entwicklung des Unternehmens etwas genauer verfolgt hat, den überrascht dies freilich nicht. Nun aber ist es offiziell.

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Werbefreies Facebook gegen Bezahlung:
Twitter-Mitgründer Biz Stone zeigt uns seine Fantasiewelt

Twitter-Mitgründer Biz Stone sinniert über eine kostenpflichtige Premium-Variante von Facebook. Seine Darlegungen klingen, als hat er viele Jahre unter einem Stein gelebt.

Facebook PremiumMan stelle sich folgende Situation vor: Eine beliebige Person registrierte sich vor einigen Jahren bei Facebook und schuf sich schnell ein großes Kontaktnetzwerk aus Freunden, Bekannten, Kollegen und anderen an einem Austausch interessierten Menschen. Doch weil die Einstellungen zur Privatsphäre ständig komplexer wurden und sich parallel der Funktionsumfang immer wieder veränderte, verlor die Person irgendwann das Interesse an dem sozialen Netzwerk. Jeder Versuch, erneut aktiv zu werden, scheiterte aufgrund einer gefühlte Überflutung mit nicht relevanten Informationen.

Doch irgenwann lernt besagte Person jemand kennen, der bezüglich Facebook den Durchblick hat. Jemand, der selbst einmal beruflich viel mit dem Social Network beschäftigt war und deshalb genau weiß, welche Schalter man umlegen muss, um das Nutzungserlebnis angenehmer zu gestalten und sich von allzuvielen für einen selbst unwichtigen Inhalten im Newsfeed zu befreien. Mit Hilfe dieses Facebook-”Experten” ist unser Protagonist in der Lage, die Einstellungen seines Facebook-Kontos so zu optimieren, dass er anschließend tatsächlich wieder Spaß dabei empfindet, über den Dienst Kontakt zu Freunden und Familienmitgliedern zu halten, etwa zu seiner Schwiegermutter, einer leidenschaftlichen Nutzerin des sozialen Netzwerks. » weiterlesen

Salon.io:
Ein Onlinepublishing-Tool, für das Nutzer zahlen wollen

Salon.io will Onlinepublishing einfacher, besser und vielseitiger machen. Ein Ziel, das man schon häufiger gehört hat. Doch ein überdurchschnittlich hoher Anteil zahlender Nutzer deutet darauf hin, dass die Berliner einen Nerv treffen.

Wie Gründern, Investoren und Nutzern fällt es uns in den meisten Fällen schwer, eine genaue Prognose über die Chancen eines jungen Onlinedienstes abzugeben. Zu viele über Erfolg oder Misserfolg entscheidende Faktoren bleiben im Dunkeln, weswegen jede Analyse des Potenzials auch immer zu einem großen Teil Spekulation darstellt. Als besonders herausfordernd gestalten sich Betrachtungen von Angeboten, die in einem überfüllten Markt agieren und zumindest in einzelnen Elementen an existierende Services erinnern. Hier ist es ein Ding der Unmöglichkeit, frühzeitig die Entwicklung vorherzusehen. Die Macher könnten es ernst meinen, oder sie könnten in wenigen Wochen ein Projekt zusammengeschustert haben, an dem sie kurze Zeit später wieder die Lust verlieren. Was uns in diesen Fällen bei der Beurteilung hilft, ist ein “Proof of Concept”. Ein zumindest initialer Beleg dafür, dass auf Nutzerseite ein tatsächliches Interesse für das Angebot besteht.

Das Online-Gestaltungs- und Publishingtool Salon.io des in Berlin und Bochum ansässigen Entwicklerstudios 9elements hat gerade einen solchen Proof of Concept geliefert – dazu gleich mehr. Der Dienst, über den wir im Dezember im Samstag App Fieber kurz berichteten, erlaubt das browserbasierte Erstellen von interaktiven Foto-Alben und Websites/Portfolios ohne Programmierkenntnisse. Alles läuft per Drag & Drop. Ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Blog- und Publishingsystemen wie WordPress, Tumblr, Jimdo oder Blogger ist das hohe Maß an gestalterischer Freiheit und die fehlende Bindung an vorgefertigte “Themes”. Mit seinem designorientierten, leicht künstlerisch angehauchten Fokus erinnert Salon an das nicht minder elegante New Yorker Websitegestaltungstool Squarespace. Doch Stefan Landrock, der bei 9elements für Salon.io verantwortlich ist, betont, dass Anwender auch dort an Templates gebunden sind, während sie bei Salon.io nicht durch vorgefertigte Layouts eingeschränkt werden. » weiterlesen