Thema: Geschäftsmodelle

 

Alle 58 Artikel zum Thema Geschäftsmodelle auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Massiv finanzierte Internetfirmen:
Der Fluch, um jeden Preis wachsen zu müssen

Viele einstige Hoffnungsträger der Internetbranche treffen Produktentscheidungen, die nicht im Sinne der Nutzer sind. Oft bleibt ihnen keine andere Wahl: Hohe Bewertungen und Wagniskapital im dreistelligen Millionenbereich verpflichten sie dazu, um jeden Preis zu wachsen.

Was haben regelmäßige, engagierte Nutzer von Twitter, SoundCloud, Foursquare und Quora gemeinsam? Sie alle mögen zwar Dutzende Verbesserungsvorschläge für einzelne Funktionen und Abläufe aufzahlen können. Dennoch würden die meisten ein insgesamt positives Fazit ziehen und sich im gleichen Atemzug gegen tiefgreifende konzeptionelle Modifikationen aussprechen. Ob Journalisten, Blogger und Multiplikatoren bei Twitter; (Indie-)Musiker, DJs und ihre Fans bei SoundCloud; Weltentdecker, Stadtkenner und Netzwerker bei Foursquare sowie Experten und Wissbegierige bei Quora – jeder der genannten Services hat sich seine ganz spezielle, unnachahmliche Subkultur mit einem jeweils leidenschaftlichen und loyalen Anhang geschaffen. Dummerweise ist das für die Unternehmen hinter diesen Diensten nicht ausreichend. » weiterlesen

Von werbefrei bis dezentral:
5 gescheiterte Visionen für das Web, die trotzdem Zukunft haben

Geschäftsmodelle, die auf Werbung verzichten, gelten ebenso als Heilsbringer für ein freies, gesundes Internet wie dezentrale Serverstrukturen, HTML5, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und Open Source. Doch obwohl Erfolge sich in Grenzen halten, muss man die Hoffnung nicht aufgeben.

Visionen

Das Internet und die darauf aufbauenden Dienste haben sich in den 20 Jahren ihrer kommerziellen Existenz rasant entwickelt. Doch während die Evolution in machen Bereichen so schnell ging, dass unaufmerksame Milliardenunternehmen der Branche innerhalb kürzester Zeit von Marktführern und Trendsettern zu Artefakten aus einer vergangenen Zeit wurden, steht der Fortschritt an anderer Stelle still: Manche Geschäftsansätze und technischen Konstrukte gelten in der Theorie gemeinhin als Wegbereiter und Bewahrer eines freien, demokratischen, effektiv funktionierenden Netzes, konnten sich in der Praxis jedoch nie in dem dafür erforderlichen Maße durchsetzen.

Die folgenden fünf Beispiele leiden alle unter dem Problem, dass sie teilweise seit Dekaden als Ideallösungen angepriesen werden, aber noch immer auf ihren Durchbruch warten. Betrachtet man das Glas als “halb leer”, handelt es sich um fünf gescheiterte Visionen für das Web. Aus optimistischer Sicht hingegen erscheint es angebracht, die genannten Punkte als Ansporn und Aufgaben für die Zukunft zu verstehen. Denn manchmal schlagen Projekte und Initiativen deshalb fehl, weil die Zeit noch nicht reif war. » weiterlesen

Werbefinanzierte Geschäftsmodelle bleiben Nonplusultra:
App.net und eine große Vision sind am Ende

Die werbefreie Social-Web- und Cloudplattform App.net hat alles versucht, um mehr Anwender für sich zu begeistern. Vergeblich. Nun entlässt das Startup sein Team und gesteht damit ein: Das wird nichts mehr.

App.net

Die Zeiten, in denen Anhänger einer kommerziellen Alternative zu den im sozialen Web vorherrschenden, werbefinanzierten Geschäftsmodellen neben Twitter auch noch einen Account beim US-Konkurrenten App.net pflegen mussten, neigen sich dem Ende zu. Das ist die gute Nachricht. Leider verschwindet damit aber auch ein Projekt, das eigentlich Erfolg verdient hätte.

Am Dienstagabend gaben das Gründergespann von App.net, Dalton Caldwell and Bryan Berg, im Firmenblog den Entschluss bekannt, sämtliche Festanstellungen zu streichen. Auch die zwei Macher des Dienstes werden künftig nicht mehr auf der Gehaltsliste stehen. Sie betonen zwar, dass App.net ohne Unterbrechung weiterläuft, und dass Teile des Quellcodes als Open Source zugänglich gemacht werden. Dennoch signalisiert dieser aus einem finanziellen Engpass resultierende Schritt relativ unmissverständlich: Eine große Zukunft hat der Service nicht mehr vor sich. Wer die Entwicklung des Unternehmens etwas genauer verfolgt hat, den überrascht dies freilich nicht. Nun aber ist es offiziell.

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Werbefreies Facebook gegen Bezahlung:
Twitter-Mitgründer Biz Stone zeigt uns seine Fantasiewelt

Twitter-Mitgründer Biz Stone sinniert über eine kostenpflichtige Premium-Variante von Facebook. Seine Darlegungen klingen, als hat er viele Jahre unter einem Stein gelebt.

Facebook PremiumMan stelle sich folgende Situation vor: Eine beliebige Person registrierte sich vor einigen Jahren bei Facebook und schuf sich schnell ein großes Kontaktnetzwerk aus Freunden, Bekannten, Kollegen und anderen an einem Austausch interessierten Menschen. Doch weil die Einstellungen zur Privatsphäre ständig komplexer wurden und sich parallel der Funktionsumfang immer wieder veränderte, verlor die Person irgendwann das Interesse an dem sozialen Netzwerk. Jeder Versuch, erneut aktiv zu werden, scheiterte aufgrund einer gefühlte Überflutung mit nicht relevanten Informationen.

Doch irgenwann lernt besagte Person jemand kennen, der bezüglich Facebook den Durchblick hat. Jemand, der selbst einmal beruflich viel mit dem Social Network beschäftigt war und deshalb genau weiß, welche Schalter man umlegen muss, um das Nutzungserlebnis angenehmer zu gestalten und sich von allzuvielen für einen selbst unwichtigen Inhalten im Newsfeed zu befreien. Mit Hilfe dieses Facebook-”Experten” ist unser Protagonist in der Lage, die Einstellungen seines Facebook-Kontos so zu optimieren, dass er anschließend tatsächlich wieder Spaß dabei empfindet, über den Dienst Kontakt zu Freunden und Familienmitgliedern zu halten, etwa zu seiner Schwiegermutter, einer leidenschaftlichen Nutzerin des sozialen Netzwerks. » weiterlesen

Salon.io:
Ein Onlinepublishing-Tool, für das Nutzer zahlen wollen

Salon.io will Onlinepublishing einfacher, besser und vielseitiger machen. Ein Ziel, das man schon häufiger gehört hat. Doch ein überdurchschnittlich hoher Anteil zahlender Nutzer deutet darauf hin, dass die Berliner einen Nerv treffen.

Wie Gründern, Investoren und Nutzern fällt es uns in den meisten Fällen schwer, eine genaue Prognose über die Chancen eines jungen Onlinedienstes abzugeben. Zu viele über Erfolg oder Misserfolg entscheidende Faktoren bleiben im Dunkeln, weswegen jede Analyse des Potenzials auch immer zu einem großen Teil Spekulation darstellt. Als besonders herausfordernd gestalten sich Betrachtungen von Angeboten, die in einem überfüllten Markt agieren und zumindest in einzelnen Elementen an existierende Services erinnern. Hier ist es ein Ding der Unmöglichkeit, frühzeitig die Entwicklung vorherzusehen. Die Macher könnten es ernst meinen, oder sie könnten in wenigen Wochen ein Projekt zusammengeschustert haben, an dem sie kurze Zeit später wieder die Lust verlieren. Was uns in diesen Fällen bei der Beurteilung hilft, ist ein “Proof of Concept”. Ein zumindest initialer Beleg dafür, dass auf Nutzerseite ein tatsächliches Interesse für das Angebot besteht.

Das Online-Gestaltungs- und Publishingtool Salon.io des in Berlin und Bochum ansässigen Entwicklerstudios 9elements hat gerade einen solchen Proof of Concept geliefert – dazu gleich mehr. Der Dienst, über den wir im Dezember im Samstag App Fieber kurz berichteten, erlaubt das browserbasierte Erstellen von interaktiven Foto-Alben und Websites/Portfolios ohne Programmierkenntnisse. Alles läuft per Drag & Drop. Ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber anderen Blog- und Publishingsystemen wie WordPress, Tumblr, Jimdo oder Blogger ist das hohe Maß an gestalterischer Freiheit und die fehlende Bindung an vorgefertigte “Themes”. Mit seinem designorientierten, leicht künstlerisch angehauchten Fokus erinnert Salon an das nicht minder elegante New Yorker Websitegestaltungstool Squarespace. Doch Stefan Landrock, der bei 9elements für Salon.io verantwortlich ist, betont, dass Anwender auch dort an Templates gebunden sind, während sie bei Salon.io nicht durch vorgefertigte Layouts eingeschränkt werden. » weiterlesen

Gamification:
Warum die Paywall für Medien ein Irrtum ist

Bezahlschranken, wie wir sie heute sehen, sind keine nachhaltige Lösung zur Monetarisierung von Onlinemedien. Ein Blick auf die Spiele-Branche zeigt, wie mit Journalismus im Netz künftig Geld verdient werden kann.

Matthias Sala ist Spezialist für Gamification bei seinem Spiel-Startup Gbanga, welches für Unternehmen Spielstudien und -konzepte entwickelt.

Während des letzten Jahrzehnts hat sich die Spieleindustrie neu erfunden. Sie hat Wege gefunden, wie man Spiele digital vertreibt und wie man mit kostenlosen Games Geld verdienen kann. Schaut man sich in den App Stores und Markets die Top Grossing Apps an, wird man feststellen, dass die Mehrheit der Titel eigentlich kostenlose Spiele sind.

Andererseits sieht man News Apps kaum in diesen Rankings. Es wird auch selten oder nie von signifikanten Gewinnen über den digitalen Distributionsweg berichtet. Zeitungen und Verlage sind in der Krise, obwohl sie die Ideen und starken Anzeichen von funktionierenden digitalen Geschäftsmodellen gleich vor der Nase haben – nämlich in Form von Games in den App Stores.

In unserer Spielefirma Gbanga haben wir gelernt, wie wir unsere Spieler unterhalten. Im hart umkämpften Spielmarkt ist alles kostenlos. Trotzdem lieben unsere Spieler unsere Spiele so sehr, dass sie bereit sind, für virtuelle Güter, die keinen physikalischen Wert haben, bis zu 99 US Dollar zu zahlen (im Durchschnitt geben Spieler 14 Dollar in einem mobilen Spiel aus). Gleichzeitig bieten Zeitungsverlage Produkte mit hohem Wert an, für die scheinbar niemand bereit ist, Geld auszugeben. Es ist offensichtlich, dass dies nicht wahr ist und die Medien noch nicht verstanden haben, wie die neue Ökonomie funktioniert. » weiterlesen

Me-Too-Produkte statt origineller Ideen:
Die meisten Startups sind zum Scheitern verurteilt

Zu viele Gründer im deutschsprachigen Raum setzen auf Me-Too-Produkte, die heute mehr denn je von vorne herein zum Scheitern verurteilt sind. Das muss sich ändern.

In einem E-Mail-Ordner mit der Aufschrift “zu erledigen” liegen eine Reihe von Startup-Pitches, deren nähere redaktionelle Bearbeitung ich seit längerem vor mir herschiebe. Alle haben eines gemeinsam: Es sind junge Webdienste aus dem deutschsprachigen Raum, die nicht schlecht aussehen, deren Konzepte durchaus modern anmuten – und deren Ideen wir in den letzten Monaten und Jahren schon etwa tausendfach in abgewandelter Form zu Gesicht bekamen. Noch nie schienen die Chancen für derartige Projekte, nachhaltige Erfolge zu werden, schlechter als heute.

Egal ob Bookmarking- und Clipping-Tools im Pinterest-Stil, Gutschein- und Rabattportale, mobile Social-Apps oder Marktplätze für irgendwas: Alles existiert im Jahr 2012 in zigfacher Ausführung bereits, und jedes Mal, wenn sich wieder ein Gründer-Team an einem Me-Too-Produkt versucht, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass daraus ein Unterfangen wird, auf das in einem Jahr mehr als fünf Menschen nicht mehr verzichten möchten. 99,9 Prozent der Startups, die wir heute in den besonders heißt umkämpften Segmenten aus dem Boden sprießen sehen, dürften in zwei Jahren wieder verschwunden sein. Mindestens.

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Kostenpflichtige Twitter-Alternative:
Alle Augen richten sich auf App.net

Weil kostenfreie soziale Netzwerke das Wohl ihrer Werbekunden priorisieren, kommen die Bedürfnisse der Nutzer zu kurz. Dieser Meinung ist Dalton Caldwell, der mit App.net eine kostenpflichtige Twitter-Alternative entwickelt. Die Tech-Szene scheint der Idee nicht abgeneigt zu sein und stellt per Crowdfunding über 500.000 Dollar Kapital bereit.

In dieser Woche wird wieder einmal ein Crowdfunding-Projekt die Medien beschäftigen. Anders als bei der Android-Spielkonsole Ouya oder der Smartphone-Uhr Pebble richten sich die Blicke nun jedoch auf einen Onlinedienst: App.net heißt das Softwareprojekt von Dalton Caldwell, dem Gründer der zwei recht bekannten, aber nicht mehr existierenden Onlinedienste imeem und picplz. Wie viele andere Entwickler und Branchenkenner sorgt sich Caldwell über Twitters derzeit stattfindende Abkehr von einer offenen Plattform hin zu einer relativ geschlossenen Destination. Der 32-jährige US-Amerikaner wollte sich nicht auf lautstark geäußerte Kritik beschränken, sondern entschloss sich, eine Alternative zu Twitter aus dem Boden zu stampfen. Im Gegensatz zu dem Microbloggingservice aus San Francisco will Caldwell App.net als kostenpflichtigen Service anbieten. Auf diese Weise möchte er die Interessenkonflikte vermeiden, mit denen werbefinanzierte Social-Web-Angebote früher oder später konfrontiert werden: wenn sie nämlich die Belange der Werbekunden aus rein wirtschaftlichen Beweggründen vor die ihrer Nutzer stellen.

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Musikstreaming:
Problematische Android-Anwendung
schadet der App-Ökonomie

Kostenpflichtiges Musik-On-Demand-Streaming ist bisher unprofitabel. Die entsprechenden Dienste leiden nicht nur unter der Marktmacht von iTunes sowie etwaigen Differenzen mit Rechteinhabern und Verwertungsgesellschaften, sondern auch unter einer “Gratiskultur” innerhalb von Googles Ökosystem.

Was erfreut den Musikliebhaber noch mehr, als die kostenpflichtigen, mobil verfügbaren Flatrates von Diensten wie Spotify, Simfy, Rdio oder Deezer? Wenn er das alles umsonst bekäme und speichern und teilen könnte – mobil nutzbar und einfach in der Handhabung.

Dank Googles Android-Ökosystem und der Applikation „Last.fm Free“ ist das kein Problem: Es gibt aus meiner Sicht für keine andere mobile Hardware-Basis und für kein anderes Betriebssystem eine vergleichbar einfache Lösung, an urheberrechtlich geschützte Musik zu kommen, die aus technischer Sicht so trivial, derartig bequem zu handhaben und dabei vollkommen risikofrei zu nutzen wäre, wie es über diese Android-Applikation möglich ist.

Obwohl der Londoner Musikdienst Last.fm bereits im Jahr 2010 On-Demand-Streaming aus Kostengründen eingestellt hat, lässt sich über diesen dreisten Trittbrettfahrer ohne Mühe eine große Zahl an Titeln und kompletten Alben suchen, downloaden, archivieren und teilen. Nicht die Links, sondern die MP3-Dateien selbst, die sich in meiner Probe allesamt in guter Qualität präsentierten.

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Facebook und Twitter:
Die Kasse klingelt ja doch

Lange galten Facebook und Twitter als typische Beispiele für Internetstartups ohne ernstzunehmende Geschäftsmodelle und Umsätze. Doch dieses Klischee entspricht nicht mehr der Realität.

Foto: Flickr/ Www.CourtneyCarmody.com, CC BY-SA 2.0“Web-2.0-Dienste verdienen kein Geld” – so lautete lange Zeit die Pauschalkritik von Skeptikern anfänglich ausschließlich auf Mitgliederwachstum ausgerichteter Internetunternehmen. Mittlerweile ist nicht nur die Bezeichnung “Web 2.0″ überholt, sondern auch die Aussage an sich, wie aktuelle Meldungen zur wirtschaftlichen Entwicklung der zwei die Branche anführenden Unternehmen Facebook und Twitter belegen.

Rechtzeitig zur erwarteten Bekanntgabe von Facebooks Börsenplänen sind wieder einmal Angaben zu Umsatz und Gewinn des Social Networks durchgesickert. So soll Facebook 2011 3,8 Milliarden Dollar umgesetzt und einen operativen Gewinn von 1,5 Milliarden Dollar erwirtschaftet haben. Diese Zahlen stimmen ungefähr mit Prognosen aus dem Vorjahr überein, wobei die von Analysten für möglich gehaltene Marke von 4 Milliarden Dollar Umsatz nicht geknackt wurde.

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