Thema: Gawker Media

 

Alle 2 Artikel zum Thema Gawker Media auf netzwertig.com:

Online-Journalismus:
“So much work for so little reward”

Ole Reißmann, 26. Juli 2008 um 14.39 Uhr , 1 Kommentar Kommentare

Viel Arbeit für einen Text – und die Leser klicken lieber auf die Fotostrecke mit hübschen Athleten: Ausgerechnet Nick Denton, Vorreiter des Klick-Journalismus, jammert darüber.

Nick Denton (Bild dsearls, Creative-Common-Lizenz)Seine Angestellten bezahlt er nach Klicks – wer reißerische, massenkompatible Texte im Stundentakt rausrockt, verdient ganz ordentlich bei den Online-Magazinen von Nick Dentons Firma Gawker Media. Für seine Blogs, darunter das freche, laute und erfolgreiche Medienblog Gawker, arbeiten junge Berufseinsteiger bis zum umfallen: Immer schneller, mehr Klicks, mehr Skandale. Journalismus im Internetzeitalter sei “solitary, poor, nasty, brutish, and short”, tönt er kraftmeiernd.

Während sich die deutschsprachige Blogosphäre noch versucht, aus der Bedeutungslosigkeit herauszubankhofern, hat Denton tatsächlich Bedeutung. Wer sich als Autor für eines seiner Blogs aufgerieben hat, verlässt Gawker Media nicht selten mit einer Anstellung bei den vielgeschmähten “MSM”, den Mainstream-Medien, einem Buchdeal oder einer Covergeschichte im New York Times Magazin.

Die Bedeutung reicht aber noch viel weiter: Gawker Media zeigt die dunkle, klickfixierte Seite des Online-Journalismus. Die Aufbereitung einer Tabelle zur 170-Klick-Geschichte ist nichts dagegen:

» weiterlesen

Blog till you drop

Ole Reißmann, 7. April 2008 um 9.03 Uhr , 2 Kommentare Kommentare

Bloggen ist harte Arbeit – mit allen Risiken und Nebenwirkungen, inklusive Blogger-Burnout und Posting-Panik-Attacken. Schon werden zwei Todesfälle auf extremen Blog-Stress zurückgeführt.

Schon mal an eine Fototapete gedacht? (Bild Keystone)
Eine Fototapete hilft auch nicht (Bild Keystone)

Die New York Times widmet sich aktuell dem lebensbedrohlichen Sress, dem sich Blogger aussetzen: “In Web World of 24/7 Stress, Writers Blog Till They Drop.” Wer ein erfolgreiches, bekanntes Blog betreibe oder für eines arbeite, setze sich oftmals rund um die Uhr großem physischen und emotionalen Stress aus, heißt es im Artikel. Ausgestattet mit Blackberry und Notebook seien sie ständig auf der Suche nach bloggenswerten Nachrichten im Informations-Fluss. Haben sie schließlich etwas gefunden, heißt es auch noch schnell und originell sein – damit nicht ein anderer Blogger ein paar Millisekunden schneller ist und alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Schreiben für Klicks kann anstrengend sein: Wer allein auf diesen Maßstab setzt, bekommt objektives Feedback in Echtzeit.

They work long hours, often to exhaustion. Many are paid by the piece ? not garments, but blog posts. This is the digital-era sweatshop. You may know it by a different name: home. [...] bloggers complain of weight loss or gain, sleep disorders, exhaustion and other maladies born of the nonstop strain of producing for a news and information cycle that is as always-on as the Internet.

» weiterlesen