Alle 18 Artikel zum Thema filesharing auf netzwertig.com:
Der aktuell stattfindende Pirate-Bay-Prozess ist der bislang wichtigste Prozess der Filesharing-Geschichte. Spiegel Online berichtet und beurteilt. Und zwar einseitig.
thepiratebay
In einem Artikel mit der Überschrift
“Pirate-Bay-Prozess: Warum die Datenpiraten verlogen argumentieren” wurde am Sonntag ein Artikel über den aktuellen Pirate-Bay-Prozess auf Spiegel Online veröffentlicht, der beispielhaft für die einseitige Berichterstattung stehen kann.
The Pirate Bay ist einer der größten Bit-Torrent-Tracker und Bit-Torrent-Suchmaschinen der Welt. Für alle wichtigen Informationen zum Hintergrund des Prozesses empfehle ich den Artikel von Janko Roettgers auf NewTeeVee.
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Zu den Aussagen in meinem Artikel “Wie Musiker in Zeiten des Internets Geld verdienen (können)” entstand eine rege Debatte in den Kommentaren und auf anderen Blogs rund um die geäußerten Thesen und Empfehlungen an die Musikbranche. In diesem Artikel versuche ich, auf die am häufigsten geäußerten Kritikpunkte einzugehen.
Die zwei wesentlichen Punkte meiner Ausführungen
zur ökonomischen Situation und den daraus entstehenden Konsequenzen für Musiker lassen sich wie folgt zusammenfassen:
1. Musikdateien können ohne Kosten kopiert und verbreitet werden.
2. Musiker können in Zeiten des Webs nicht nur ebenso gut, sondern auch besser verdienen als in den Zeiten, als es nur physische Tonträger gab, indem sie die Kosten für die Musikaufnahmen nicht durch den Verkauf der Kopien dieser Aufnahmen versuchen einzunehmen, sondern über andere Wege. Die erfolgversprechendste Strategie ist, die digitalen Musikaufnahmen stattdessen kostenfrei unter das Volk zu bringen, um so den eigenen Bekanntheitsgrad zu maximieren. Und diesen dann mit dem Verkauf knapper Güter in Einnahmen zu verwandeln.
Zur detaillierten Argumentation siehe den ursprünglichen Artikel.
Kommen wir nun zu den am häufigsten geäußerten Kritikpunkten. Die Kritikpunkte sind fett hervorgehoben, darunter stehen meine Antworten.
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Noch einmal mit Gefühl: In diesem Artikel besprechen wir die grundlegende ökonomische Situation, in der sich die Musikindustrie befindet und welche Möglichkeiten Musiker haben, um heute Geld mit ihrer Musik zu verdienen.
Fangen wir ganz am Anfang an:
Es dürfte niemanden mehr geben, der bezweifelt, dass Musikaufnahmen mehrheitlich ihre Verbreitung in digitaler Form erfahren.
Die Eigenschaften digitaler Musikaufnahmen
Digitale Musikaufnahmen in Form von Musikdateien unterscheiden sich massgeblich von ihren physischen Verwandten:
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Sie sind freie Güter. Das heißt, sie sind unbeschränkt verfügbar: Die digitalen Kopien einer Musikdatei können nicht mit einem Mal aufgebraucht sein.
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Nichtrivalität im Konsum: Musikdateien können von vielen Personen konsumiert (angehört, gestreamt, heruntergeladen) werden, ohne dass dieser Konsum den Konsum anderer Personen beeinflusst.
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The Dark Knight ist der mit Abstand erfolgreichste Film 2008 an der Kinokasse gewesen. Er war auch der mit Abstand am meisten über Tauschbörsen heruntergeladene Film. Deshalb fragen wir uns: Why so serious wenn es um Filesharing geht?
Der Batman-Film The Dark Knight ist der erfolgreichste Film nicht nur 2008, sondern seit langem. Mit bislang über 996 Millionen Dollar Einnahmen weltweit ist The Dark Knight der vierterfolgreichste Film aller Zeiten.
Scheinen ja die Bemühungen des Film-Studios, Filesharing des Films zu unterbinden, gefruchtet zu haben, richtig?
Falsch.
The Dark Knight war der Film in der Geschichte von BitTorrent mit den meisten Versionen an Cam- und DVD-Screener-Versionen. Nach dem Kinostart in den USA fanden mit Videokameras abgefilmte Versionen schnell ihren Weg in’s Netz und wurden vom nach dem heiß erwarteten Film dürstenden Rest der Welt, in dem unsinnigerweise der Kinostart verzögert wurde, dankend angenommen.
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Neuigkeiten aus dem Hause Wuala: Der innovative Cloud-Hosting-Dienst aus Zürich bekommt heute eine Programmierschnittstelle (API) und Weblinks zu den gehosteten Dateien.
Das heute von Wuala neu eingeführte Feature der einfachen Weblinks (Beispiel) zu auf Wuala gehosteten Dateien ist besonders für Nutzer praktisch, deren Freunde Wuala nicht nutzen. Damit hat man nun direkten Dateizugriff im Browser. Man kann also nun auf einfachste Weise seinen Freunden in Wuala gespeicherte Dateien schicken: Einfach den Weblink weiterleiten.
Spannender ist die außerdem heute lancierte Wuala-REST-API, mit der es Entwicklern nun möglich sein wird, auf mit Wuala veröffentliche Dateien zuzugreifen.
Mögliche Anwendungsbeispiele wären etwa Applikationen und Widgets für Social Networks, die auf in Wuala abgelegte Musikdateien zugreifen. Praktisch also für Musiker zum Beispiel, da Webspeicherplatz mit Wuala extrem günstig ist.
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Absurdes Gerichtsurteil in Frankreich:
Ein Zivilgericht in Paris hat die französische Justiz als zuständig für eine Klage eines Musikbranchenverbands gegen die auf der Open-Source-Projektseite SourceForge gehostete Applikation Shareaza und die Filesharing-Anbieter Morpheus, LimeWire und Vuze wegen Urheberrechtsverletzungen erklärt.
Die nun höchstwahrscheinlich folgenden Klagen fussen auf einer Klausel eines neuen französischen Gesetzes:
Ihr zufolge kann mit bis zu drei Jahren Haft und Geldstrafe von bis zu 300.000 Euro belegt werden, wer “wissentlich” und öffentlich Software verbreitet, die “offensichtlich darauf ausgerichtet ist”, den unautorisierten Zugang zu geschützten Werken oder anderen Objekten zu gestatten.
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Warner Bros. lässt illegal auf Wuala getauschte Dateien löschen. Größte Wuala-Gruppe von Administrator freiwillig gelöscht. Darknets weiterhin auf dem Vormarsch.
Mit dem aus der Schweiz kommenden
Wuala, das sich
im August für die Öffentlichkeit öffnete, kann man Dateien in der Cloud
ablegen, bearbeiten und auch wieder lokal abspeichern.
Die Dateien werden dabei aufgeteilt und verschlüsselt auf den Festplatten der Wuala-Nutzer verteilt gespeichert. Jeder Nutzer kann das nun privat nutzen. Man kann aber auch Gruppen anlegen und diese öffentlich machen oder nur bestimmten Leuten Zugang gewähren.
Wie Netzwelt berichtet(via P2P-Blog), wurde Wuala nun von Warner Bros. kontaktiert, weil die mit 3000 Mitgliedern größte dieser Gruppen – die Gulli Usergroup – mehrere Filmtitel auf diesem Weg untereinander tauschte. Mitarbeiter von Warner hatten sich dieser Gruppe angeschlossen, um so Verstösse dokumentieren zu können. Um rechtlichen Schritten gegen Mitglieder der Gruppe zuvor zu kommen, hat der Administrator der Gruppe die ‘Gulli Usergroup’ daraufhin gelöscht .
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Der Musiker und Unternehmer Gerd Leonhard äussert in einer kürzlich publizierten Präsentation einige sehr interessante Gedanken über die Zukunft der Musikbranche.
Ein bemerkenswertes Argument von Leonhard ist, dass technische Innovationen, die der alteingesessenen Medienbranche zunächst als Bedrohung erscheinen, am Schluss die etablierten Firmen letztlich gestärkt haben. Beispielsweise hatte Hollywood panische Angst vor dem Videorekorder, macht aber heute mehr Umsatz mit Videos und DVDs als mit Kinoeintritten. Kabelfernsehen erwies sich als vorteilhaft für die Fernsehsender.
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