Thema: Fernsehen

 

Alle 187 Artikel zum Thema Fernsehen auf netzwertig.com:

Was möchte der Medienkonsument (II)

FDP-Präsident Fulvio Pelli möchte nicht mehr über angebliche Provokationen des SVP-Bundesrats Christoph Blocher informiert werden. Stattdessen möchte er lieber erfahren, was entschieden wird:

Das Schweizer Fernsehen hat als Service-public-Sender den Auftrag, über Anträge und Entscheide der Politik zu berichten, nicht über politische Spiele. Dieser Provokation ein derart grosses Gewicht zu geben, war ein unwürdiger Kriechgang des Service public.

Mit Provokation meint er das von einigen Schweizer Medien als “Bückling” eingestufte Verhalten des Justizministers, dessen PR-Abteilung die Bedürfnisse der Schweizer Medien nach Stories offensichtlich am Besten befriedigt und dadurch mit Omnipräsenz belohnt wird.

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Natascha Kampusch, die Zusammenfassung

Es war nun länger verhältnismässig still um Natascha Kampusch, entführte und über Jahre im Keller festgehaltene Österreicherin. Nach dem ORF-Interview am 6. September 2006 und den ersten Print-Interviews in der Kronenzeitung und bei News träufelten nur noch einzelne Informationshäppchen über sie an die Öffentlichkeit. Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse von dann bis jetzt:

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Nichts zum Wohl von allen

Gestern machte medienzirkus.blogspot.com die Liebe des Ringier-Verlags für DJ Bobo publik, heute ist das dem Blick bereits etwas peinlich. Er schiebt die Verantwortung eines vermuteten PR-Deals auf den Lieblingsfeind aller, das Schweizer Fernsehen.

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Am wärmenden Lagerfeuer der gemeinsamen Themen

Wie erwartet: kaum hat Natascha Kampusch der Welt ihr Gesicht gezeigt, verschwindet das mediale Interesse auch schon wieder. Je nach dem, welche Richtung die für acht Jahre in einem Keller Festgehaltene einschlagen wird, werden wir sie nie mehr, als Charity-Queen oder in der Unterhaltungsbranche sehen. Sie wird das spätestens nach dem Tod von Peter Alexander und der Auswanderung von Arnold Schwarzenegger lose Prominentennetz Österreichs verdichten oder aber den Medien als Blattfüller und Ersatzgast zu Themen dienen, für die ihr von den Einladenden Fachkompetenz herbeigedichtet wird. Ich empfehle Frau Kampusch das Weblog als Kommunikationsform – so bleibt sie am ehesten Herrin der Neuigkeiten. Denn nach dem Schrecken kommen meist nur noch Witze.

Die Frage, ob die Leser das alles sehen, hören, lesen, wissen wollten / mussten, ist noch nicht geklärt. Wir wissen, dass selbst die boulevardferne F.A.Z. glaubt, den Fall Kampusch im heiligen Auftrag ihrer Leser zu behandeln. Doch ist dem so? Ist es nicht vor allem kostengünstiger und simpler, Personen und ihr Umfeld aus allen Blickwinkeln zu beschreiben, als Recherchen zu komplexen Zusammenhängen anzustellen und diese den Konsumenten in ausgewogener Form zu unterbreiten?

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Schlechte News, gute Laune

Frau H.-K. schreibt der Schweizer Illustrierten per E-Mail über Tagesschau-Sprecherin Beatrice Müller:

Sie wirkt echt, sympathisch und souverän, kurz, sie erscheint auf dem Bildschirm als eine Frau mit Stil und Klasse. Besonders schätze ich auch ihre Mimik, die stets dem Inhalt der jeweiligen Information angepasst ist.

Letzters konnte man von den ersten Ausgaben der 3+-News nicht behaupten. Was auch immer die Moderatorin Eva Camenzind aus den von der Blick-Onlineredaktion ausgewählten Neuigkeiten vortrug – sie tat es mit dem stets gleichen einnehmenden Lächeln. Ihre Stellvertretung Nicole Berchtold macht es so: sie lächelt zur Begrüssung, bleibt dann ernst bei Konkursen und Terror und lacht erst wieder auf bei Roger Federer. Dieses News-Format ist uns schon länger bekannt aus werbelastigen Privatradios, nur: bei 3+ wird es verfilmt.

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Kampf um die Fernbedienung

Es könnte Streit geben um die Fernbedienungen heute abend: ab 20.15 Uhr werden die Qualifikationsspiele für die Fussball-Europameisterschaft 2008 übertragen, darunter so wichtige Spiele wie San Marino gegen Deutschland (ZDF). Auch ORF 1 ist vom runden Ball eingenommen, es spielt die als Veranstalter qualifizierte österreichische Nationalmannschaft in einem Testspiel gegen Venezuela.

Zur selben Zeit wird auf ORF 2 Natascha Kampusch erstmals an die Öffentlichkeit treten, ohne Sonnenbrille und Kopftuch, doch nur in Umrissen erkennbar, also optisch schemenhaft gestaltet. » weiterlesen

noch 2 Tage bis 3+

3+ ist ein neuer Schweizer TV-Sender, der am 31. August 2006 um 20 Uhr erstmals seine Programme sendet. Dann wird Viola Tami, Moderatorin der Castingshow “Superstar” die vor den Geräten versammelten Zuschauer begrüssen. Nachher folgt der James-Bond-Film “Goldeneye” (satnews.de)

Die angepeilte Zielgruppe von 3+ ist 15- bis 49-jährig oder junggeblieben. Jung sein ist wichtig, denn

    3+ ist ein Schweizer Unterhaltungssender. Volksmusik-Kapellen und lange Diskussionsrunden mit Pfeifenrauchern sucht man hier also vergebens. Wenn Sie jedoch an frischen, frechen Schweizer Produktionen mit hohem Unterhaltungswert interessiert sind: 3+ bringt?s.

So das Programm. Persönlich bin ich sehr enttäuscht, dass auch dieser Sender keine langen Diskussionsrunden mit Pfeifenrauchern bringt, denn genau das vermisse ich seit der Auflösung von Club 2 dringend. Doch ich bin jung und denke, Volksmusik sei Unterhaltung und gehöre somit wie alle Alten nicht zur Zielgruppe. Die Zielgruppe ist nämlich jung und denkt, Volksmusik sei keine Unterhaltung. Widmen wir uns also den frischen, frechen Schweizer Produktionen mit hohem Unterhaltungswert: » weiterlesen