Thema: Fernsehen

 

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Netflix-Effekt:
Die plötzliche Liebe deutscher Sender und Filmstudios zu Qualitäts-TV-Serien

Als hätten sie nie etwas anderes getan, wollen zahlreiche deutsche Filmstudios plötzlich Qualitäts-TV-Serien produzieren. Zeitlich trifft diese neue Welle mit dem Start von Netflix und Amazon TV zusammen. Zufall?

"Schuld": Qualitätsserie mit Moritz Bleibtreu soll Anfang 2015 im ZDF laufen und international vermarktet werden. Bild: Beta Films

“Schuld”: Qualitätsserie mit Moritz Bleibtreu soll Anfang 2015 im ZDF laufen und international vermarktet werden. Bild: Beta Films

Ich glaube ich träume. Hatte ich erwartet, dass die Kooperation von ARD, Sky, Beta Films und Regisseur Tom Tykwer zur Produktion der deutschen Qualitäts-TV-Serie “Babylon Berlin” nicht mehr als ein Strohfeuer nach jahrelanger Dürre sein würde, sehe ich mich binnen zweier Wochen offenbar getäuscht. Das soll erst der Anfang gewesen sein. Alles, worauf deutsche Serienliebhaber seit Jahren pochen, könnte besser spät als nie plötzlich doch noch in Erfüllung gehen. Einer der Gründe dafür dürfte “Netflix” heißen. » weiterlesen

Die Zukunft des Fernsehens:
Ich brauche keinen Streaming-Stick, ich will eine Mega-Monstermaschine

In der Zukunft des Medienkonsums sollen wir selbst Programmdirektor sein. Punkt. Doch selbst wenn wir das wollten, wird uns Live-TV wegen vieler Vorteile fehlen – es sei denn, wir arbeiten mit cleverer Hybridtechnik dagegen. Doch das erforderte weit stärkere Maschinen, als wir sie heute nutzen.

Amazon Fire TV: Apps und Mediathek, aber kein Live-TV.

Amazon Fire TV: Apps und Mediathek, aber kein Live-TV.

Mit meinem Kollegen Martin Weigert geriet ich vor einigen Monaten in einen Disput. Wir werden auf lineares Fernsehen nie ganz verzichten wollen, behauptete ich. Martins Gegenthese: Der TV-Markt, wie wir ihn heute kennen, wird in den kommenden Jahren völlig zusammenbrechen. Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich gemessen an der derzeitigen Entwicklung weiterhin an meiner These festhalte, mich allerdings selbst wundere, warum ausgerechnet ich sie aufgestellt habe. » weiterlesen

Die Zukunft von Apple TV:
Der Fernseher ist tot, es lebe das Smart Home

Apple-Chef Tim Cook erinnert Fernsehen nach eigenem Bekunden an die 70er Jahre. Die Anzeichen mehren sich, dass Apples Ambitionen im TV-Bereich darauf hinauslaufen, den Fernseher zur multifunktionellen Steuerungseinheit des Smart Home zu machen.

Smart HomeIn einem Interview im amerikanischen Fernsehen gab Apple-Chef Tim Cook kürzlich folgende Feststellung zu Protokoll: “Denkt darüber nach, wie sehr sich das Leben verändert hat. Geht man aber in das eigene Wohnzimmer und schaut Fernsehen, fühlt sich das fast an, als betritt man eine Zeitmaschine und dreht die Uhr zurück”. TV stecke in den 70er Jahren fest, so die Ansicht des 53-Jährigen.

Über Apples Ambitionen, im großen Stil in das TV-Segment einzusteigen, wird seit Jahren spekuliert. Doch anstatt dass das von manchen prognostizierte Apple-Fernsegerät erschien, beschränkte sich das Unternehmen bislang darauf, seine als “Hobby” (Steve Jobs) gestartete Settop-Box Apple TV sukzessive auszubauen. Diese Strategie ergibt Sinn, denn in Kombination mit iOS-Geräten lässt sich damit nahezu jeder einigermaßen moderne Fernseher in einen Smart TV mit Zugang zum Apple-Ökosystem verwandeln. Die Firma ersparte sich auf diese Weise den Einstieg in ein recht unattraktives, weil margenschwaches und aufgrund der üblichen Maße von TV-Apparaten logistisch anspruchsvolleres Segment. Lieber verkauft sie eine günstige TV-Box sowie mit dieser perfekt harmonierende margenstarke, vergleichsweise einfach zu transportierende Smartphones und Tablets, die noch dazu häufiger von Kunden erneuert werden. » weiterlesen

Debüt mit bahnbrechendem Gratis-Senderangebot:
Magine ist in Deutschland zum Erfolg verdammt

In seinem Heimatland Schweden hat der TV-Dienst Magine den wichtigsten Partner verloren und deshalb Deutschland als neuen Fokusmarkt auserkoren. Für hiesige User heißt dies erst einmal: ein Gratis-Angebot, das als Novum selbst die Sender von ProSiebenSat.1 und RTL streamt.

Der aus Schweden stammende TV-Streamingdienst Magine hat nicht unbedingt das hingelegt, was man einen perfekten Start nennen würde. Trotz drei Jahre andauernder Verhandlungen mit den Sendern verzögerte sich die Expansion nach Deutschland. Als dann die geschlossene Beta begann, überzeugte sie nur bedingt. Das Beta-Stadium zog sich abermals deutlich länger hin, als von den Skandinaviern angekündigt. Parallel erlitt das Startup aus Stockholm im Heimatmarkt eine herbe Niederlage, als sich im März der bis dato wichtigste Partner, die Privatsenderkette TV, aus der Kooperation zurückzog. » weiterlesen

Fernsehstreaming:
Live TV will den Etablierten einheizen

Der Markt für legale Dienste, die TV-Sender über das Web auf mobile Geräte streamen, kommt endlich auch in Deutschland in Bewegung. Mit dem Münchner Startup Live TV will noch ein Neuling mitmischen. Sein Alleinstellungsmerkmal ist die Aufbereitung basierend auf Echtzeit-Quoten.

Live TVAuch wenn sich über die Zukunft des linearen Fernsehens streiten lässt – derzeit blüht das Ökosystem digitaler Dienste, die Fernsehsender legal ins Netz übertragen, in Deutschland auf. Zattoo hat nun endlich auch von ProSiebenSat.1 grünes Licht für das Streaming des Programms erhalten und bietet damit im (ab jetzt teureren) Premium-Angebot alle wichtigen Sender an. Mit Magine betritt gerade ein gut finanzierter Dienst aus Nordeuropa den hiesigen Markt und kann ebenfalls ein recht vollständiges Angebot vorweisen. Kürzlich kündigte außerdem der Dresdner Social-TV-Service Couchfunk einen Einstieg in den Live-Streaming-Sektor an. Doch dabei soll es nicht bleiben: Mit der für iOS, Android, Mac und Kindle Fire verfügbaren App Live TV will ein weiterer Anbieter in dem aufstrebenden Segment mitmischen. » weiterlesen

Gegenrede:
Warum lineares Fernsehen sterben wird

Befürworter des linearen Fernsehens verteidigen eigentlich nicht das einem festen Zeitplan folgende TV-Programm an sich, sondern die hohe Bequemlichkeit und den Entspannungsfaktor des Konsums. Sobald On-Demand-Dienste in diesen Punkten gleichziehen, ist das Ende des linearen Fernsehens besiegelt.

Fernsehen

“Das lineare Fernsehen wird sich verändern, aber sterben wird es nie”, so die Prognose meines Kollegen Jürgen Vielmeier. Ich widerspreche ihm. Ich bin überzeugt davon, dass lineares Fernsehen innerhalb der nächsten zehn Jahre komplett verschwinden wird.

Jürgen macht seine Aussage an persönlichen Erfahrungen mit On-Demand-Services fest, bei denen ihm schnell die Ideen für anzuschauende Sendungen ausgingen. Zudem fehle ihm das Massengefühl, das entsteht, wenn Millionen gleichzeitig das Selbe gucken. Auch würden ihm lineare Fernsehsender dabei helfen, Trends zu entdecken und auf Themenbereiche zu stoßen, die er sonst nicht mitbekommen hätte. Das sind alles valide Gründe. Ich bin aber der Meinung, dass diese Eigenschaften auch ohne lineares TV Bestand behalten können. » weiterlesen

Keine Furcht vor Zattoo und Magine:
Couchfunk kündigt Live-TV an

Das Dresdner Startup Couchfunk will seine Social-TV-App um Live-Streams gängiger Fernsehsender erweitern. Die Differenzierung zwischen “First Screen” und “Second-Screen” soll damit der Vergangenheit angehören.

CouchfunkDafür dass das Dresdner-Social-TV-Startup Couchfunk bewusst darauf verzichtet, lautstark Welteroberungspläne zu kommunizieren, und stattdessen langsames, kontrolliertes Wachstum anstrebt, hat es dieser Tage viel zu verkünden. Erst in der vergangenen Woche veröffentlichten die Sachsen eine Mediatheken-App für iOS, die schon in den ersten 24 Stunden mehr als 2000 Mal heruntergeladen wurde. Jetzt kündigt das Unternehmen den nächsten Vorstoß an. Einen, der aus produktspezifischer Sicht äußerst sinnvoll ist, aber angesichts des damit verbundenen Aufwands durchaus überrascht: Couchfunk wird in naher Zukunft Live-TV-Streams in seine gleichnamige Fernseh-App integrieren. » weiterlesen

Neue Mediatheken-App:
Couchfunk trotzt der Social-TV-Ernüchterung

Anders als von vielen Startups erhofft, sichern sich Twitter und Facebook den Großteil der Onlinekonversation rund um Fernsehinhalte. Doch Couchfunk schlägt sich besser als einige Konkurrenten. Jetzt veröffentlichen die Dresdner eine Mediatheken-App für iOS.

CouchfunkDas sächsische Startup Couchfunk war einer der ersten Anbieter aus Deutschland, der vor einigen Jahren auf den Second-Sceen- und Social-TV-Trend aufsprang. Und während spätere Konkurrenten entweder ohne nachhaltigen Effekt aufgekauft wurden oder sich in einer prekären finanziellen Lage wiederfinden, läuft das Geschäft für die Dresdner gut. Und das, obwohl auch sie feststellen mussten, dass sich der Second-Screen-Markt abseits der großen sozialen Netzwerke Facebook und Twitter nicht so dynamisch entwickelt hat, wie sie und andere Akteure sich dies vor einigen Jahren erhofften. Dennoch zieht Couchfunk-Mitgründer Frank Barth eine positive Bilanz: » weiterlesen

Musikfernsehen der Zukunft:
Tape.tv will mit Relaunch die vernetzten Wohnzimmer einnehmen

Fast sechs Jahre nach dem Debüt präsentiert sich der Berliner Online-Musikvideo-Pionier Tape.tv in neuer Optik und mit aktualisiertem Konzept. Dank der sich endlich bewahrheitenden Konvergenz von Internet und TV glaubt das Startup, jetzt seine langfristige Vision verwirklichen zu können.

Tape.tv

Im Rahmen des Beta-Starts der experimentellen iPhone-Anwendung Tape.tv Express wurde es schon angekündigt: Das Berliner Startup Tape.tv, bei dem sich alles um Musikvideos dreht, bereitete sich auf einen kompletten Relaunch vor. Seit gestern kann die neue Version des 2008 gegründeten Berliner Musikfernsehdienstes im Netz begutachten werden. Angekündigt wird der Start der Version 3.0 mit einer von provokativen Parolen und rotzfrechen Sprüchen gespickten Pressemitteilung. Kostprobe:  » weiterlesen

Netflix:
Ein neuer globaler Internetgigant wächst heran

In Nordamerika ist Netflix schon jetzt eine feste Größe im Internetgeschäft. Doch die Erfolgsgeschichte des Videostreaming-Pioniers ist noch lange nicht zu Ende. Wahrscheinlich fängt sie gerade erst an.

netflix_logoGestern berichtete ich über das Massenereignis, zu dem die Fortsetzung des Netflix-Serienhits House of Cards in den USA avancierte. Heute möchte ich genauer beleuchten, warum ich die Entwicklung rund um den kalifornischen Videodienst Netflix für so wegweisend halte. Meine persönliche Annahme ist, dass das Unternehmen in Zukunft in der selben Liga spielen wird wie die heutigen “Big Five” des Internets, nämlich Apple, Google, Amazon, Facebook, and Microsoft.

In einem Kommentar zu meinem gestrigen Beitrag wurde ich gefragt, wo meine kritische Haltung geblieben sei. Diese ist natürlich nicht verloren gegangen. Ich sehe aber derartig viele Missstände im aktuellen TV- und Filmmarkt (hier schön zusammengefasst), dass ich schlicht dankbar darüber bin, wenn ein risikofreudiger, innovativer Anbieter des Internetzeitalters der Branche und ihren durch jahrzehntelangen Erfolg bequem gewordenen Protagonisten ordentlich einheizt. Selbst wenn der Aufstieg von Netflix wie jede Verschiebung von Kräfteverhältnissen in Wirtschaftssektoren nicht nur positive Folgen haben wird. Kurz- bis mittelfristig aber sehe ich die Vorteile aus Zuschauersicht deutlich überwiegen. » weiterlesen