Thema: FAZ
Alle 11 Artikel zum Thema FAZ auf netzwertig.com:
Wochenrückblick:
Advent, Advent:
Bildblog greift um sich
Es muss nicht immer die Bild-Zeitung sein: Deutschlands größtes, bekanntestes, wichtigstes, schönstes Medienblog gönnt sich zur Adventszeit etwas Abwechslung: Bildblog für alle.
Bildblog lesen ist mitunter so ermüdend wie der Blick an den rechten Rand der politisch inkorrekten Blogger: Es steht dort immer dasselbe, in täglich neuer Aufbereitung. Die Fehler der Bild-Zeitung werden einfach nicht weniger, die Methoden des ganz eigenen Journalismus sind praktisch seit der Zeit von Günter Wallraffs Enthüllungsbuch “Der Aufmacher” unverändert. Die mehr oder weniger absichtsvollen Nachlässigkeiten sind, jede für sich genommen, erschreckend. In der schieren Masse natürlich noch viel mehr, so sehr, dass nach regelmäßigem Bildblog-Konsum der Effekt der Abstumpfung einsetzt. Was hat die Bild schon wieder … war ja klar … hätte ich nicht anders erwartet.
Zur Adventszeit gibt es nun “Bildblog für alle”. Aktuell setzt man sich mit einem Text aus der Frankfurter Allgemeinen Zeitung auseinander, der etwas zu sehr nach PR riecht …
Statt sich immer nur an einem Objekt abzuarbeiten nun also Diversifikation: So können die Bildblog-Schreiber und die Leser etwas durchatmen und neue Kraft für den Januar schöpfen, wenn der tägliche Wahnsinn mit all seinen kleinen Nachlässigkeiten und großen Fahrlässigkeiten weitergeht.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
Wochenrückblick:
Mit 37,09 Minuten Video
Weg vom ZDF, hin zum ZDF, mehr Blogs, weniger Festanstellungen und eine Zeitschrift ganz ohne Namen – unser Rückblick auf die 48. Kalenderwoche.

Erst biss sie die Hand, die sie doch fütterte, dann stand Elke Heidenreich mit ihrer Literatursendung “Lesen!” auf der Straße und nicht mehr im Nachtprogramm des ZDF. Dort war sie zwar schwer zu finden, hatte aber eine halbe Millionen Zuschauer. Weiter geht’s nun im Internet, obwohl angeblich sogar andere Sender zugegriffen hätten. Auf dem Literatur-Portal Litcolony heißt es nun “Weiterlesen!”, in der ersten Sendung ist Tote-Hosen-Sänger Campino zu Gast:
FTD, Welt, FAZ:
Schlachtschiffe in der Zeitenwende
Was schreiben die ideologischen Leitmedien des Neoliberalismus? Die Richtung, in der ihre Schreiber jetzt das untergehende Schiff zu verlassen trachten, ist ganz unterschiedlich …
Die Financial Times Deutschland, die Frankfurter Allgemeine und Die Welt durfte man mit Fug und Recht allesamt als ideologische Schlachtschiffe des Neoliberalismus in Deutschland bezeichnen. Ganz unterschiedlich aber ist die Richtung, in der ihre Schreiber jetzt das untergehende Schiff zu verlassen trachten.
Wolfgang Münchau ist Associate Editor der Financial Times und gründete Anfang des Jahrtausends die Financial Times Deutschland mit. Er vertraut primär auf das sprichwörtlich kurze Gedächtnis des Publikums. So, wenn er behauptet, dass er als untrügliches Finanzorakel die große Krise immer schon geweissagt habe. Dass er nur ihre Heftigkeit unterschätzt habe:
Titelseiten:
Steinmeier, Beck, Müntefering
Schwierige Entscheidung am Kiosk: Am ersten Tag nach den Personalentscheidungen in der SPD machen Zeitungen ganz unterschiedlich auf – allerdings wenig überraschend.
Bei der Frankfurter Allgemeinen geht es, wie zu erwarten, sehr staatsmännisch zu. Der Außenminister wird Kanzlerkandidat, der Parteivorsitzende tritt zurück, so und nicht anders muss die trockene Nachricht lauten:
“Steinmeier Kanzlerkandidat – Beck tritt zurück”
Weniger staubtrocken das Aufmacherfoto: Steinmeier in Macher-Pose, nur steht niemand hinter ihm. Kaum zu glauben, dass die FAZ noch vor gut einem Jahr dachte, auf farbvolle Fotos auf der Titelseite verzichten zu können. Bei der Süddeutschen steht Beck unscharf im Abseites, die Schlagzeile heißt:
“Beck gibt auf – Müntefering wird wieder SPD-Chef”
Das tönt beinahe schon dramatisch, jedenfalls nicht so überkorrekt wie die Frankfurter Kollegen. Der Hoffnungsträger der SPD schaut müde, abgekämpft und düster, sein Gesicht aschfahl. Wer heute die SZ in die Hand nimmt, möchte den Genossen warme Decken umlegen und ihnen einen Tee reichen.
“Münte is Beck”
So kalauert man bei der taz in Berlin – garniert mit einem Scherenschnitt Münteferings am Mobiltelefon. Seht her, der Mann im Hintergrund zieht die Strippen. Nichtmal auf dem Treffen gestern dabei, doch Mann der Stunde. Nur wem simst der designierte Parteivorsitzende?
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
Blogger aufgepasst:
“Lassen sie seriöse Journalisten in Ruhe”
“Die Welt ist eine Google”, schreiben zwei Journalisten. Der eine vor drei Jahren, der andere erst jetzt. Den Hinweis darauf verbittet sich der “seriöser Journalist” energisch.
Journalisten unter sich: Marco Dettweiler, in der FAZ-Wirtschaftsredaktion zuständig für Computer und Technik, holzt gegen Peter Glaser, der unter anderem für die Stuttgarter Zeitung bloggt. Das ganze gerät zur peinlichen Farce. Dettweiler lässt einen Text für die FAZ mit dem Satz “Die Welt ist eine Google” beginnen. Ein Satz, den Peter Glaser schon länger verwendet und deswegen Dettweiler eine E-Mail schreibt. Ein kleiner Hinweis unter Kollegen. Im Ton freundlich, weder fordernd noch anmaßend. Dettweiler aber nimmt’s nicht sportlich: » weiterlesen
Hallelujah:
Schirrmacher macht uns ein Föjetong
Behaupten, Beglaubigen und Sinngeben: In unserer losen Serie über Deutschlands Alphajournalisten widmen wir uns heute FAZ-Herausgeber und Feuilleton-Chef Frank Schirrmacher.
Schon die Einleitung Frank Schirrmachers zur FAZ-Serie über Kognitionsforschung hat es faustdick hinter den Ohren. Mit Recht hat Malte Dahlgrün im Dummy-Blog, einem immer höchst lesenswerten Patenprojekt von Oliver Gehrs’ Zeitschrift, sofort Laut gegeben . Der Impuls war richtig, nur hat er dabei in meinen Augen noch nicht voll auf die Zwölf getroffen.
Natürlich lässt sich das ebenso nervtötende wie unvermeidliche Geraune und Bedeutungshubern des FAZ-Mannes kritisieren, im Kern aber geht es um etwas anderes: Um die Frage, ob Wissenschaftsjournalismus mit journalistischen Mitteln vom Fortschritt der Wissenschaft berichten soll, oder ob die Wissenschaft die steilen Thesen des journalistischen Feuilletons mit ihrer Autorität bunt drapieren soll. Für letzteres steht Frank Schirrmacher.
Perlentaucher vs. n-ost:
Unglücklicher Zufall
Der Perlentaucher verliert einen wichtigen Auftrag aus öffentlicher Hand – die Bundeszentrale für politische Bildung hat den Auftrag für ?Eurotopics? neu ausgeschrieben. Das Rennen macht wohl ein Netzwerk mit engen Banden zum Perlentaucher-Intimfeind FAZ.
Der Perlentaucher bekommt von der Bundeszentrale für politische Bildung über eine halbe Millionen Euro, um gemeinsam mit Courrier International die tägliche internationale Presseschau ?Eurotopics? zu erstellen. Das Portal soll helfen, eine europäischen Öffentlichkeit herzustellen – auf Englisch, Deutsch und Französisch. Im Oktober wurde der Vertrag des Perlentauchers nicht verlängert und der Auftrag neu ausgeschrieben.
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Selbstreferentialität – der dümmste Vorwurf im Web 2.0
Wenn sich Blogger und Journalisten ineinander verbeißen, dann kommt er mit Sicherheit irgendwann: der wechselseitige Vorwurf der ‘Selbstreferentialität’.

Wir beziehen uns auf uns
Der Schreiber der FAZ mokiert sich dann über ‘den Blogger, der einen anderen Blogger beim Filmen filmt’ – und er vergisst beim Lachen darüber das parallele Phänomen im eigenen Beritt, wo die BILD-Zeitung für den Abdruck von Frank Schirrmachers hessischer FAZ-Wahlhilfe in ihrem Blatt zwei Seiten freiräumt, wo also der eine Journalist dem anderen Journalisten beim Veröffentlichen noch mehr Öffentlichkeit verschafft. Woraufhin die Blogger nach Herzenslust daherpolemisieren und sich wiederum über die Selbstreferentialität des alten Mediensystems lustig machen. Was die getroffenen Journalisten lauthals zetern lässt, weil ihre ‘Selbstreferentialität’ doch angeblich ‘Seriosität’ und ‘öffentliche Verantwortung’ heißt. Manche sagen dazu allerdings auch ‘Kampagne’. Kurzum: Ohne Selbstreferentialität läuft heute nichts mehr – noch nicht einmal auf Journalistenschulen.
So geht Geist
“Weiß am Zug: Sxf7!?”, titelt heute die Frankfurter Allgemeine Zeitung und setzt damit alle Konkurrenz am Kiosk matt. Schach auf der ersten Seite, wider aller Marktforschung, wider den allgegenwärtigen Trend zum Boulevard.

Titelseite der FAZ am 24. Janaur 2008 (Bild: FAZ.net)


![Frank Schirrmacher (Bild [M] Keystone)](http://netzwertig.com/wp-content/uploads/2008/03/frankschirrmacher200.png)









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