Alle 2 Artikel zum Thema Euro 2008 auf netzwertig.com:
Nur ausgewählte Bilder bekommen Zuschauer von der Euro 2008 zu sehen. Journalisten meiden das Thema, fürchten um ihre VIP-Karten. In Sachen Zensur kritisiert man lieber China.
Das doch eher als provinziell angesehene St. Galler Tagblatt spricht aus, wie viele Journalisten die nicht gezeigten Bildern von der Fussball-EM 2008 wahrnehmen. Das lesenswerte Werk heisst Sport und Medien: Ein Anpfiff:
Eigentlich müsste ein Aufschrei durch die Medienlandschaft gehen, ja, durch ganz Europa. Denn die journalistische Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel. Doch es sind nur einige wenige Stimmen, die auf Anfrage Stellung nehmen (…). Wieso aber sollte man reagieren? Nun, ersetzen Sie doch mal die Euro durch Olympia und «Uefa» durch «chinesische Regierung»: «Wer die Olympia-Wettkämpfe am Fernsehen verfolgt, sieht nicht alles: Die Bilderauswahl trifft die chinesische Regierung als Veranstalter gleich selber – und achtet darauf, dass keine ihr unliebsamen Szenen in die guten Stuben flimmern.»
Doch es geht kaum ein Aufschrei durch die Medienlandschaft. Und Marlis Prinzing, Verfasserin des Anpfiffs, weiss auch wieso:
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Quotenrekord bei dem Spiel Frankreich gegen Italien: Nie zuvor sahen so viele Zuschauer in Deutschland ein Spiel der Europameisterschaft ohne deutsche Beteiligung.
Jeder zweite Fernsehzuschauer in Deutschland hat gestern Abend die Zitterpartie Frankreich gegen Italien (0:2) gesehen. 15,35 Millionen Zuschauer, ein Marktanteil von 50,5 Prozent, waren nach Angaben des ZDF live dabei. In der entscheidenden Phase der zweiten Halbzeit waren es sogar 17,37 Millionen Fernsehzuschauer.
“Europäische Mannschaften haben im ZDF Heimspiele!”, sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender zu den Quoten nach dem Spiel von Weltmeister Italien gegen Vize-Weltmeister Frankreich. Die darauffolgende Zusammenfassung der Begegnung Niederlande – Rumänien in der Sendung “ZDF EM-Studio” wollten dann nur noch 5,88 Millionen Zuschauer (32,5 Prozent Marktanteil) sehen.
Fußball-Taumel, wohin man sieht. Die taz titelt mit Schweden – ja gegen wen haben die denn gespielt, ist der erste Gedanke. Es ist ein guter Zeitpunkt für neue Sicherheitsgesetze oder das Waschen dreckiger Wäsche …
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.