Thema: Digitalisierung

 

Alle 83 Artikel zum Thema Digitalisierung auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Kein Interesse an den Chancen der Digitalisierung:
Die deutsche Wirtschaft ruht sich auf “Made in Germany” aus

Der deutsche Mittelstand interessiert sich kaum für die Möglichkeiten digitaler Technologien. Weil “Made in Germany” nach wie vor ungebrochene Popularität genießt, fehlt der Druck für Experimente. Dabei sind diese wichtig, um die künftigen Erfolgschancen zu maximieren.

Made in GermanyDas Fremdeln der meisten Deutschen mit neuartigen digitalen Technologien wurde an dieser und anderer Stelle über die Jahre mehr oder weniger regelmäßig dokumentiert. Auch wenn es im direkten Gespräch von “Betroffenen” gerne bestritten wird – im weltweiten Vergleich gehören die Deutschen zu den besonders skeptischen Völkern, was die Sicht auf Informationstechnologie angeht.

Gleichzeitig aber ist Deutschland heute der Motor der europäischen Wirtschaft und beeindruckt seit Jahren mit einer stabilen Volkswirtschaft, während in Europa und vielen anderen Regionen seit der Finanzkrise im besten Fall Stagnation, häufiger aber auch Rezession die passende Lagebezeichnung darstellt. » weiterlesen

Künstliche Verknappung von Gütern und Informationen:
Die falsche Reaktion auf den digitalen Wandel

Mit künstlicher Verknappung von Gütern und Informationen versuchen Firmen und Organisationen, sich gegen die vom Internet ausgelösten Veränderungen zu stemmen. Auf Dauer kann dies keine zufriedenstellende Lösung sein.

Vernappung

Im Industriezeitalter erfolgte die Wertschöpfung der meisten wirtschaftlichen Prozesse über die natürliche Verknappung. Physische Güter, Medienprodukte, Informationen und Wissen sowie menschliche Arbeit und Expertise erfordernde Dienstleistungen ließen sich nur in einem begrenzten Rahmen her- und bereitstellen, wodurch sich ihr Wert bei den Nachfragern erhöhte. Doch dann schlug die Stunde des Informationszeitalters. Mit dem Aufkommen des Internets wurden viele Wirtschaftszweige mit einem Paradigmenwechsel konfrontiert: Was zuvor aufgrund limitierter technischer Fähigkeiten oder begrenzter menschlicher Ressourcen knapp war und damit zu maximalen Preisen an Kunden veräußert werden konnte, ließ sich plötzlich ohne Mehraufwand in gesteigertem oder gar unbegrenztem Umfang zur Verfügung stellen.

Nachrichten, enzyklopädisches Wissen, Musik, Filme und Literatur waren aufgrund ihrer immateriellen Natur und damit verbundenen Fähigkeit zur Verfielfältigung fast gänzlich ohne Kosten besonders stark und schnell betroffen. In anderen Segmenten, wie dem Servicesektor, vollzieht sich der Wandel langsamer oder befindet sich noch heute im Anfangsstadium. Doch auch hier sorgen die verstärkte Automatisierung sowie die durch das Netz ermöglichte Direktvermittlung zwischen privaten Serviceanbietern und -nachfragern für mehr Konkurrenz, eine zunehmende Angebotsvielfalt und sinkende Kosten. » weiterlesen

Netzdebatte:
Warum Evgeny Morozov wichtig ist

Konservative lieben ihn, Technologieanhänger lassen kein gutes Haar an seinen Thesen: Evgeny Morozovs Einseitigkeit spaltet die Netzöffentlichkeit. Doch solange das ausgeprägte schwarz-weiße Lagerdenken nicht verschwindet, ist seine Rolle wichtig.

Provoziert mal wieder: Evgeny Morozov

Der Buchautor und Netzkritiker Evgeny Morozov hat es leicht und schwer zugleich: Einerseits fressen ihm altehrwürdige, stets latent mit der digitalen Welt fremdelnde Medienhäuser und Vertreter der mit dem Status Quo sympathisierenden alten Elite aus der Hand. Andererseits beisst er mit seinen die Datengesellschaft, die Macht der Webkonzerne und den verbreiteten Glaube an das Internet als ultimativer Problemlöser in Frage stellenden Darlegungen in Kreisen von Netz- und Technologie-Apologeten auf Stein. Aus beruflicher Sicht kann ihm das zwar egal sein, denn er verdient als äußerst gefragter Buchautor, Feuilletonist sowie Redner sicherlich nicht schlecht. Doch der Debatte schadet diese Polarisierung eines der wichtigsten Themengebiete unser Zeit. » weiterlesen

Von Netflix-Start bis Breitbandausbau:
8 digitale Ereignisse, die Deutschland verändern werden

Das Debüt von Netflix, der Exit eines hoch bewerteten Internetunternehmens oder der Durchbruch des mobilen Bezahlens – in den nächsten Jahren werden verschiedene Ereignisse Internetdeutschland verändern.

InternetdeutschlandIn den vergangenen 15 Jahren hat das Netz den Alltag von Menschen und Unternehmen grundlegend verändert. Doch das sprichwörtliche Ende der Fahnenstange ist damit noch nicht lange nicht erreicht. Im Gegenteil. Die folgenden acht Ereignisse werden Internetdeutschland abermals beeinflussen, im Großen wie im Kleinen. » weiterlesen

Outsourcing von Gehirnleistung:
Nicht digitale Demenz ist das Problem, sondern die Fragilität der Technologie

Neue Technologien ermöglichen es uns, bestimmte Gehirnprozesse an Maschinen auszulagern. Was Kritiker bemängeln, bringt viele Vorzüge mit sich. Nur die Fehler- und Störanfälligkeit der dafür notwendigen Systeme ist ein Problem.

TechnologieWer kann sich vorstellen, wie es sich anfühlt, außerhalb des Büros zehn Tage lang weitgehend vom Internet abgekoppelt zu sein? Der Startup-Gründer Alex Mittal durfte es dank eines zerstörten Smartphones, welches gleichzeitig als Motor für sein heimisches WLAN diente, hautnah erleben. In einem Blogbeitrag berichtet er von diesem “transformativen” Erlebnis. In Teilen erinnern seine Schilderungen an die vielen anderen, im Jahr 2013 im Trend liegenden Selbsttests zur “digitalen Entgiftung”, und auch sein Fazit fällt ähnlich aus: Die Abkoppelung vom Netz führte zu tieferen sozialen Interaktionen mit den Menschen in seinem Umfeld, mehr Beachtung seiner Umgebung und mehr Gelegenheiten, sich um das eigene Wohlbefinden und das der ihm nahestehenden Personen zu kümmern. Gleichzeitig fehlte ihm sein Smartphone in vielen Situationen sehr. Im Gegensatz zu ähnlichen Experimenten anderer trieb Mittal nicht das in gewissen Kreisen populäre Vorurteil einer allheilenden Wirkung des längeren Offlinegangs an. Da er keinerlei Erwartungshaltung besaß und zu dem Test unfreiwillig gezwungen wurde, wirken seine Zeilen authentischer, als wenn er sich der digitalen Stille mit in sein Weltbild passenden Vermutungen angenährt hätte, die er validieren wollte.

Den meines Erachtens nach wichtigsten Punkt spricht der Kalifornier im letzten Absatz seines Blogposts an: Sämtliche der für ihn intensiven und erhellenden Erfahrungen waren allein Folge eines außer Gefecht gesetzten Smartphones. Daraus entsteht für Mittal die Frage, welche Erleuchtungen erst auf die Menschen der Zukunft warten, wenn ihre Augmented-Reality-Gadgets wie Cyberbrillen oder digitalen Kontaktlisten, selbstfahrende Autos und Gehirn-Computer-Schnittstellen ausfallen. » weiterlesen

Versagen der Politik:
Die Empörungs-Abwärtsspirale der deutschen Netzverteidiger

Seit viele Jahren kritisieren Freunde des Netzes unermüdlich das Versagen der Politik in Internetfragen. Berechtigterweise, aber vergeblich. Es ist an der Zeit, die dabei entstandene, wirkungslose Empörungs-Abwärtsspirale zu beseitigen.

OppositionSascha Lobo hat in seiner wöchentlichen SPON-Kolumne das netzpolitische Versagen der Bundesregierung beschrieben. Wer in den letzten vier Jahren nicht unter einem Stein gelebt hat, den werden seine Schilderungen nicht überraschen. Nein, deutsche Politik und das Internet sind sich schon lange nicht grün. Sie waren es genau genommen noch nie, auch nicht in den vorherigen Legislaturperioden. Bereits vor über vier Jahren sorgte die Unfähigkeit der hiesigen “Eliten”, konstruktiv und unvoreingenommen der digitalen Zukunft zu begegnen, für Frustration in Kreisen der “Eingeweihten”. Bei uns gab es zu diesem Thema damals gar eine dreiteilige Artikelreihe mit dem prägnanten Titel “Deutschland degeneriert in ein Entwicklungsland”. Netzpolitisch hat sich seitdem gefühlt wenig verändert. Traurigerweise. » weiterlesen

Keine Zeit zum Innehalten:
Das Hamsterrad der Technologie

Niemand kann den technischen Fortschritt stoppen, dessen Dynamik an die eines Hamsterrads erinnert. Dabei wäre gelegentliches Innehalten wichtig.

HamsterradEs gibt eine Million Gründe, den rasanten Fortschritten des digitalen Zeitalters enthusiastisch gegenüberzustehen. Doch ich denke nicht, dass ich mich zu weit aus dem Fenster lehne, wenn ich feststelle, dass es im Jahr 2013 selbst für überzeugte Technologie-Apologeten schwierig ist, nicht gelegentlich in teils unbehagliche Überlegungen zu den Schattenseiten der Entwicklung abzugleiten. Der NSA-Überwachungsskandal markiert einen entscheidenden Wendepunkt des Internetzeitalters: Er öffnet uns begleitet von wegweisenden Säulen des Fortschritts – von Google Glass über Big Data bis zu Genanalysen für alle – unweigerlich die Augen über den Preis, den wir für die Errungenschaften der Informationstechnologie zahlen. Das Leben wird sicherer, messbarer, planbarer, gesünder, personalisierter und komfortabler. Aber wird es lebenswerter, wenn parallel Konformismus gefördert und Freiheit sowie Möglichkeiten des Individualismus eingeschränkt werden? Auf diese philosophische Frage gibt es unterschiedliche Antworten. Persönlich denke ich nicht, dass wir glücklicher werden, wenn sämtliche Unwägbarkeiten und Unvorhersagbarkeiten des menschlichen Daseins verschwinden. » weiterlesen

Physischer Besitz verliert seinen Reiz:
Digitaler Minimalismus verändert die Gesellschaft

Ein deutscher Gründer hat seinen physischen Besitz auf weniger als 100 Dinge reduziert. Er gehört zur wachsenden Zahl der Befürworter einer durch die Digitalisierung ermöglichten minimalistischen Lebensweise. Ihr Verzicht auf die Anschaffung materieller Dinge hat Folgen.

MinimalismusIch bezeichne mich als Minimalist. Ich bin jemand, der das Streben nach verringertem physischen Besitz für einen zukunftsorientierten und praktischen Lebensstil hält. Die Errungenschaften der Digitalisierung ermöglichen es Menschen erstmals, sich von materiellen Dingen zu trennen, ohne dass damit ein Verlust von Wohlstand, Lebensqualität, Informationen und Wissen verbunden ist. Nachdem ich damit begonnen hatte, einige Dinge aus meinem Alltag zu entfernen – etwa seit 15 Jahren nur während Umzügen angefasste Bücher, CDs oder andere Staubfänger – erkannte ich schnell, wie befreiend dies war und wie leicht mir die Trennung von überflüssigem, weil kaum genutzten Gegenständen fiel. Zwar passt ein solcher Minimalismus nicht allen Menschen, und in gewissen Lebensphasen sind Kompromisse in Bezug auf die Breite des eigenen physischen Besitzes unausweilich. Doch die Erkenntnis, dass es sich mit einer Reduktion der materiellen Habseligkeiten ziemlich gut leben und noch besser reisen lässt, eröffnet derzeit vielen experimentierfreudigen Personen eine völlig neue Perspektive. » weiterlesen

Axel Springer und das Internet:
Das Medienhaus mit den zwei Gesichtern

Der Axel-Springer-Verlag hat Internetdeutschland das schädliche Leistungsschutzrecht aufgezwungen. Gleichzeitig tritt das Medienhaus dem digitalen Wandel jedoch deutlich leidenschaftlicher, optimistischer gegenüber als der Wettbewerb. Ein offensichtlicher Widerspruch.

Axel-Springer-HausWährend meines Besuchs in San Francisco vor wenigen Wochen wurde ich netterweise zu einem unregelmäßig stattfindenden, informellen “Stammtisch” von in der Bay Area präsenten deutschsprachigen Gründern und Internetköpfen eingeladen. Mir erschien dies wie eine schöne Gelegenheit, um Insider-Stories zu hören und Kontakte zu knüpfen. Kaum in der Bar am Rande des für seine zahlreichen niedergelassenen Webfirmen bekannten Mission-Bezirks angekommen, befand ich mich auch schon beim Bier mit Bild-Chef Kai Diekmann und Axel-Springer-Cheflobbyist Christoph Keese – ihr wisst schon, der, der an vorderster Front für das Leistungsschutzrecht gefochten hat.

Die Zwei waren zusammen mit Springer-Marketingboss Peter Würtenberger aus ihrer im Silicon Valley gelegenen “Wohngemeinschaft” nach San Francisco gekommen, um sich bei einem Kaltgetränk mit anderen Kurzzeit- und Dauer-Expats über den Stand der Branche auszutauschen. Seit Sommer 2012 befinden sich Diekmann und seine Mitstreiter aus dem Springer-Führungsstab in variierender Besetzung und zeitweilig begleitet von Kollegen und Praktikanten in Kalifornien, um die Lage zu sondieren, ihr Netzwerk zu erweitern und – so Diekmann vor Antritt der Reise – um zu lernen, “die digitale Welt nicht als Bedrohung, sondern als Chance zu verstehen”. » weiterlesen

Aereo:
Ein Startup scheucht die amerikanische TV-Branche auf

Das US-Startup Aereo bringt mit seinem Streamingangebot für terrestrisches Fernsehen eine ganze Branche in Aufruhr.

AereoDie USA gelten als das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Dieser Ruf passt auch zum Technologiebereich, da Anwender auf der anderen Seite des Atlantiks häufig Zugang zu neuen, innovativen Gadgets und Diensten erhalten, die in Europa und anderswo noch nicht verfügbar sind. Fragt man jedoch Fernsehzuschauer, die gerne ihre Lieblingssender online streamen möchten, so würden sie dieses positive Bild des Landes wahrscheinlich in Frage stelle. Verständlicherweise, betrachtet man den eskalierenden Konflikt um ein US-Startup, welches das Programm frei verfügbarer TV-Sender über das Web streamt – und damit in der Branche kräftig aneckt. » weiterlesen