Alle 6 Artikel zum Thema Digitale Nomaden auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:
Wer längere Zeit die Heimat verließ, verspürte früher leicht Heimweh. Doch das Internet und etwas Training beseitigen dieses Gefühl heute. Stattdessen verspüren wir häufiger Fernweh.
Ich habe in der Vergangenheit mehrfach meine Sympathie für das digitale Nomadentum und meine diesbezüglichen Erlebnisse beschrieben. Während mein derzeitiger, insgesamt dreimonatiger Japanaufenthalt ins letzte Drittel geht, komme ich unweigerlich in eine nachdenkliche Phase. Ein Aspekt des temporären Arbeitens in einem Land fern der Heimat ist mir dieses Mal ganz besonders aufgefallen: Das komplette Fehlen des Gefühls, welches man gemeinhin als “Heimweh” bezeichnen würde.
Natürlich vermisse ich Familie und Freunde zu Hause. Aber nicht so, dass ich deswegen zu irgendeinem Zeitpunkt ein Unbehagen darüber verspürte, nicht in ihrer Nähe sondern 8000 Kilometer weit entfernt zu sein – an einem Ort, an dem ich bis auf ein paar lose Online-Branchenkontakte bei meiner Anreise niemanden kannte. Ich weiß aus der Vergangenheit, dass mir bei anderen längeren Reisen zumindest gelegentlich und insbesondere in der Anfangszeit durchaus der ein oder andere emotionale Gedanke an die heimischen Gefilde kam. Und als ich vor zwei Jahren mit meiner damaligen Freundin sechs Monate in Thailand verbrachte und von dort aus arbeitete, konnte ich mehrfach beobachten, wie sie kurze Phasen von ausgeprägtem Heimweh durchmachte. » weiterlesen
Der Gedanke, einige Monate von einem anderen Ort auf diesem Planeten zu arbeiten, fasziniert viele. Damit ein solches Vorhaben zum Erfolg wird, sollten einige Vorkehrungen getroffen und Aspekte beachtet werden.
Da ich mehrmals mein virtuelles Büro in fremden Ländern aufgeschlagen und eine große Begeisterung für das digitale Nomadentum entwickelt habe, werde ich gelegentlich um Tipps und Ratschläge von Menschen gebeten, die Ähnliches planen. Obwohl der Großteil der Berufe und Tätigkeiten zumindest eine gelegentliche physische Präsenz am “Heimatort” erfordert, dürfte die Zahl derjenigen Personen, die sich zumindest für einige Wochen oder Monate von solchen Verpflichtungen befreien und damit zeitweise von einem anderen Punkt dieses Planeten arbeiten können, im Angesichte sich verändernder Arbeitsverhältnisse und -formen weiter zunehmen. Wer mit dem Gedanken spielt, temporär auf eine exotische Insel, in die Berge oder in eine urbane Großstadt weit weg von zu Hause zu ziehen, um von dort dem Job nachzugehen, und die entsprechende Flexibilität besitzt, dem kann ich nur raten, nicht zu zögern. Die notwendigen Vorbereitungen sind auch gar nicht so kompliziert.
In diesem Artikel führe ich einige Aspekte und To-Dos auf, die vor dem Beginn des digitalen Nomadenlebens beachtet und erledigt werden sollten, damit ein solches Vorhaben ein voller Erfolg wird. Ich fokussiere mich dabei nur auf weitgehend universelle Punkte, die das Reiseziel betreffen, nicht auf administrative und organisatorische Erledigungen in der Heimat, da diese zu stark von individuellen Lebensumständen abhängen. » weiterlesen
Digitales Nomadentum ist wie eine Sucht. Wer ortsunabhängig arbeiten kann, der schmiedet ständig Pläne, wo es hingehen könnte. Nächste Station: Japan.
Das digitale Nomadentum wird schnell zur Sucht. Hat man einmal die Voraussetzungen dafür geschaffen, unkompliziert für Wochen oder Monate den Arbeitsort wechseln und sich mit samt dem virtuellen Büro an einem beliebigen Ort dieser Welt niederlassen zu können, dann möchte man diese Freiheit nicht mehr aufgeben. Sobald man von einem Trip heimgekehrt ist, beginnt man gedanklich bereits damit, neue Reisepläne zu schmieden. Seit einigen Jahren schon bin ich im Bann der ortsunabhängigen Arbeit, wobei mir die Art meiner beruflichen Tätigkeit bei einem Onlineverlag ohne Notwendigkeit der Präsenz in einem physischen Büro dabei natürlich entgegen kommt. Gerade weil es auch in unserer vernetzten, von sich verändernden Arbeitsformen geprägten Zeit noch immer ein großes Privileg ist, einfach seine Sachen packen und in den Flieger steigen zu können, möchte ich von dieser Möglichkeit regen Gebrauch machen. Deshalb bin ich gerade in Tokio angekommen, wo ich bis Ende März meine Zelte aufschlagen werde.
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Kann man mit dem Fahrrad von Berlin nach Indien fahren und nebenbei mit Smartphone und Notebook als Startup-Gründer und Projekt-Mitorganisator arbeiten? Thomas Jakel probiert es aus. Hier berichtet er über seine bisherigen Erfahrungen als “digitaler Nomade”.
Thomas Jakel ist Geschäftsführer zweier Startups und Mitorganisator der Startup Olympics. Mehr über den Autor am Ende des Artikels.
Im November vergangenen Jahres entschloss ich mich, eine Fahrradtour von Deutschland nach Indien zu machen. Für einen guten Zweck. Ich war enthusiastisch. Nur eine große Frage stellte sich mir: Würde ich von unterwegs arbeiten können? Und wenn ja, wie? Inzwischen sind meine drei Mitstreiter und ich unterwegs. Acht Länder haben wir bereits durchquert. Zur Zeit fahren wir durch den Iran. Zehntausend Kilometer von Berlin nach Indien.
Was das mit Onlinebusiness und der Netzwelt zu tun hat? Ich arbeite unterwegs im Internet. Als Geschäftsführer von zwei Berliner Startups muss ich trotz der Fahrradtour prinzipiell erreichbar bleiben. Für meine Tour nehme ich keinen Urlaub. Stattdessen versuche ich mein digitales Leben so zu organisieren, dass die wichtigsten Dinge immer noch erledigt werden. Ich bin auf der Suche nach Internetzugängen in Bulgarien, Rumänien, der Türkei und aktuell im Iran. In diesem Artikel beschreibe ich, wie es sich unterwegs arbeitet, wie ich mich organisiere und wie ich gleichzeitig mit dem Fahrrad durch Europa und Asien fahre. » weiterlesen
Digitale Technologien ermöglichen einen neuen, befreiten Lebensstil, bei dem die Bedeutung von physischem Besitz in den Hintergrund tritt.
Mittlerweile bin ich nach zwei intensiven, aber inspirierenden Konferenzwochen (re:publica, Next) in Berlin wieder an meinem Wohnort in Stockholm. Doch nachdem ich den Großteil meines Hauptstadt-Aufenthalts in einer über Airbnb gemieteten Unterkunft verbrachte, kehrte ich in meiner (Wahl-)Heimat nicht in meine eigene Wohnung zurück – denn die habe ich bis Ende Juni untervermietet. Stattdessen lebe ich die kommenden zwei Wochen im Apartment meiner Freundin und werde weite Teile des Junis voraussichtlich in einer anderen europäischen Metropole verbringen. Sonderlich kostspielig ist das dank der Vermietung meiner Behausung nicht. Die größere Herausforderung für einen derartig ortsungebundenen Lebensstil sind persönliche Besitztümer und administrative Verpflichtungen, welche die eigene Flexiblität und Beweglichkeit einschränken. Doch als Anhänger des digitalen Minimalismus (“Cult of Less”) habe ich diese Barrieren weitestgehend minimiert.
Erfunden wurde der Cult of Less von dem Softwareprogrammierer und Entepreneur Michael Kelly Sutton. 2010 begann er damit, auf seiner Website CultOfLess.com seine Habseligkeiten aufzulisten. Er war dabei bestrebt, mit so wenig physischem Eigentüm wie möglich auszukommen. Ein Laptop, ein iPad, ein Kindle, zwei externe Festplatten und ein paar Klamotten – damit war sein physischer Besitzstand weitestgehend abgedeckt. Digitale Technologien und Internetdienste legen die Basis für diese neue Form des Minimalismus, die eine bisher sonst nur von Aussteigern genossene Freiheit ermöglicht – sofern es das Arbeitsverhältnis zulässt, versteht sich.
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Weniger ist mehr: Als «Minimalism» erfährt dieses alte Sprichwort eine Renaissance. Die Protagonisten wollen ihren Lebensstil weniger als Konsumkritik verstanden haben, sondern vielmehr als Weg zu mehr Fokus und weniger Stress.
Für die einen ist es bittere Realität, für andere eine Selbstverständlichkeit und für manche ein bewusster Lebensstil: ausschließlich das Nötigste zu besitzen. In ihren Weblogs präsentieren Minimalisten ihren wenigen Besitz und schreiben über die Vorteile und Annehmlichkeiten ihrer Lebensart. Das größte Medieninteresse weckte damit 2010 der Softwareentwickler Michael Kelly Sutton.
Cult of Less
Inspiriert unter anderem durch das Buch Die 4-Stunden-Woche von Timothy Ferriss (in dem es ein Kapitel Weniger ist mehr: Werfen Sie Ballast ab gibt), beschloss Kelly Sutton im September 2009, seinen Besitz soweit zu reduzieren, dass alles in zwei Koffer und zwei Taschen passt. Er gründete eine Internetseite, die er Cult of Less getauft hat, und bot darüber seine Sachen zum Verkauf an. Nach einem längeren Auslandsaufenthalt hatte er ohnehin festgestellt, dass er vieles gar nicht benötigt.
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