Thema: Datenschutzhysterie

 

Alle 5 Artikel zum Thema Datenschutzhysterie auf netzwertig.com:

Girls Around Me:
Unangemessene Empörung über vermeintliche “Stalker-App”

Zahlreiche englischsprachige Medien zeigten sich am Wochenende entrüstet über die iPhone-App Girls Around Me, welche auf einer Karte über Frauen (und Männer) in der Nähe informierte. Die Aufregung ist völlig übertrieben.

Screenshot: Cult of Mac
Screenshot: Cult of Mac
Wenn es um vermeintliche Privatsphäre-Verletzungen und Datenschutzskandale geht, dann machen nicht nur mit derartigen Fragen befasste, für den Staat tätige “Experten” sowie Politiker gerne aus einer Mücke einen Elefanten, sondern auch Journalisten und Blogger. Grund dafür ist meist entweder ein technisches oder konzeptionelles Unverständnis über den jeweiligen Sachverhalt, oder aber das Streben nach Seitenaufrufen und Aufmerksamkeit – denn potenzielle Missstände der digitalen Welt sind immer gut für eine Schlagzeile und werden mit Begeisterung von den Kollegen aufgegriffen.

Am Wochenende war es einmal wieder so weit: Eine aus Russland stammende iPhone-App namens “Girls Around Me” machte nach einem kritischen Bericht bei Cult of Mac in englischsprachigen Medien schnell Karriere als angebliche Stalker- und Vergewaltiger-Anwendung und verdeutlicht nach der Darstellung zahlreicher Artikel, wie Anwender von Location-Diensten den Schutz ihrer Privatsphäre vernachlässigten.

Girls Around Me ermöglichte es Anwendern, sich auf einer Google-Karte anzeigen zu lassen, welche Personen öffentlich über foursquare in der unmittelbaren Umgebung eingecheckt sind. Die Anwendung erlaubte dabei die Filterung nach Männern oder Frauen. Der gewählte Name unterstreicht allerdings, welche Zielgruppe vorrangig angesprochen werden sollte: männliche Nutzer, die wissen wollten, ob sich in ihrer Umgebung gerade interessante Damen aufhielten.

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Facebook eine “risikogeneigte Tätigkeit”:
Wir warnen vor dem
Präsidenten des Bundesverfassungsgerichtes

Andreas Voßkuhle, der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, hält das Surfen bei Facebook für eine “risikogeneigte Tätigkeit” und warnt vor der Nutzung des sozialen Netzwerks. Wir warnen vor seinen Aussagen.

“Der Präsident des Bundesverfassungsgerichts Andreas Voßkuhle warnt vor Facebook” – diese Schlagzeile geistert gerade durch die deutsche Medienwelt. Auslöser ist ein Interview, das er der Print-Variante des FOCUS gegeben hat. Die Kurzform findet sich hier.

Es mag sein, dass Voßkuhle im Interview deutlicher differenziert, als es im kurzen Onlinebeitrages des FOCUS erkennbar wird. Doch ein schneller Blick auf Google News und die Vielzahl der Artikel, die sich auf das Originalinterview beziehen und jeweils den gleichen paranoiden Ton wiedergeben, lassen befürchten, dass dem nicht so ist.

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Virtuelle EU-Grenze:
Wie der Datenschutz
das Internet balkanisiert

Deutschlands Datenschützer forcieren ihre kompromisslose Bürokratisierung des Datenverkehrs zwischen der EU und den USA. Verhältnismäßigkeit und ein Verständnis für den digitalen Alltag der Menschen sucht man dabei vergebens.

Foto: stock.xchng
Foto: stock.xchng
Der Name “World Wide Web” sagt es schon: Das Internet ist global und kennt keine Ländergrenzen. Herkunft und das Ziel der durch die Leitungen gepumpten Daten spielen keine Rolle. Sie werden gleich behandelt, egal ob sie von Berlin nach München, von Zürich nach New York oder von Ulaanbaatar nach Kapstadt unterwegs sind.

Doch es gibt Strömungen, die diese Freiheit begrenzen wollen und eine Balkanisierung des Internets forcieren. Während Länder wie China oder Iran sich aus ideologischen bzw. religiösen Gründen ihre eigenen gefilterten, nationalen Netze aufbauen, zeichnet sich innerhalb der EU eine durch die unbewegliche Festklammerung am Datenschutz-Thema ausgelöste Balkanisierung des Webs ab. Am Wochenende gab es hierfür gleich zwei exemplarische Meldungen:

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Deutsche Social Networks:
Das vergebliche Hoffen
auf Datenschutz als Rettung

Die VZ-Netzwerke, lokalisten und wer-kennt-wen.de loben sich für ihren gemeinsamen Verhaltenskodex rund um Daten-, Jugend- und Verbraucherschutz. Nutzern ist’s egal.

Foto: stock.xchng
Foto: stock.xchng
Verfolgt man die ermüdende deutsche Diskussion rund um Datenschutz im digitalen Zeitalter, erhält man leicht den Eindruck, es gäbe auch für Konsumenten nichts Wichtigeres. Immerhin kämpfen ja Politiker und Datenschützer im Sinne und Auftrag des Verbrauchers, möchte man meinen.

Doch wäre der krampfhafte Schutz der eigenen Daten um jeden Preis tatsächlich etwas, das Deutsche abseits von Populismus und Panikmache rund um Street View und Gesichtserkennung für erstrebenswert halten, stellt sich die Frage, was von einer aktuellen Meldung zum gemeinsamen Verhaltenskodex der drei deutschen Social Networks VZ-Netzwerke, lokalisten und wer-kennt-wen.de zu halten ist:

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Schleswig-Holsteins Konfrontation mit Facebook:
Ein neuer Höhepunkt
deutscher Datenschutzhysterie

Websitebetreiber in Schleswig-Holstein müssen bis Ende September einschlägige Integrationspunkte mit Facebook deaktivieren, wollen sie das Risiko eines Bußgeldes von bis zu 50.000 Euro vermeiden. Die Anweisung markiert einen neuen Höhepunkt der weltfremden Annäherung deutscher Datenschützer an den digitalen Wandel.

“Das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz (ULD) fordert alle Stellen in Schleswig-Holstein auf, ihre Fanpages bei Facebook und Social-Plugins wie den ‘Gefällt mir’-Button auf ihren Webseiten zu entfernen”. Mit diesen Worten beginnt eine Pressemitteilung, die am Freitag schnelle Verbreitung im deutschsprachigen Internet fand.

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