Thema: Datenschutz

 

Alle 83 Artikel zum Thema Datenschutz auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Netzfirmen und die Daten der Nutzer:
Ubers pädagogisches Beispiel für die Überwachungsgesellschaft

Ubers skandalöser Umgang mit kritischen Journalisten hat etwas Gutes: Er führt auf ganz simple Weise vor, was es für Individuen bedeuten kann, in einer Überwachungsgesellschaft zu leben.

ÜberwachungSpätestens seit Snowden weiß jeder, was zuvor schon mit einer kurzen Reflexion zu vermuten war: Das Internet bringt weitreichende Möglichkeiten der Massenüberwachung mit, von denen auch Gebrauch gemacht wird. Doch trotz der Vielzahl an konkreten Details bleibt es für die meisten Bürger bei einem diffusen Gefühl der zwar vorstellbaren, aber scheinbar harmlosen Beobachtung durch Behörden und Unternehmen. Zudem habe man ja “nichts zu verbergen”. Dank der jüngsten Aufregung um ethisch fragwürdige Praktiken des Beförderungsdienstes Uber im Umgang mit Journalisten aber wird nun für den Otto-Normal-Menschen sehr viel greifbarer, was die Totalüberwachung des Alltags ganz praktisch für Konsequenzen haben kann. » weiterlesen

So einfach ist das nicht:
Wenn Startups beteuern, dass Nutzer ihnen vertrauen können

Viele neue Apps erfordern von Nutzern, dass diese mit Datenfreigaben in “Vorleistung” gehen. Die Macher scheinen nicht mitbekommen zu haben, dass das Vertrauen von Usern in die Praktiken und Sicherheitsstandards von Online-Anbietern über Jahre gelitten hat.

BerechtigungenMit Humin erblickte gestern eine neue intelligente Adressbuch-App das Licht der Smartphone-Welt. Entsprechende Dienste gab es zwar in der Vergangenheit schon häufiger. Doch durch die Einbeziehung von “20.000 Influencern” in die geschlossene Beta-Phase, darunter diverse Prominente, ist es Macher Ankur Jain gelungen, sein Unterfangen schon vor dem Debüt gut sichtbar in der Presse zu positionieren.

Neugierig wie ich bin, lud ich mir die Anwendung testweise aus dem US-App-Store. Doch weit kam ich danach nicht: Denn um die Anwendung ausprobieren zu können, muss man nicht nur das Adressbuch freigeben (worauf ich mich in Einzelfällen einlassen kann), sondern auch den eigenen Kalender. Bei mir ist damit eine Grenze erreicht. Zumindest wenn es um eine brandneue App geht, zu deren Hintergründen und Initiatoren ich so gut wie gar nichts weiß. » weiterlesen

Forderung nach weltweiter Linklöschung:
EU-Datenschützer wollen die Büchse der Pandora öffnen

Die aktuelle Löschpraxis im Umgang mit dem Recht auf Vergessen ist ineffektiv. Doch anstatt die Sinnlosigkeit der Regelung zu erkennen, wollen Datenschützer alles noch schlimmer machen.

Wäre dies hier der Postillon, dann würde dieser Artikel vielleicht mit einer Geschichte über ein umstrittenes autoritäres Oberhaupt eines kleinen Inselstaats beginnen, das Google aus irgendeinem absurden Grund zur Entfernung aller Wikipedia-Einträge aus den Suchergebnissen der lokalen Suche zwingt. Weil die Inselbewohner über ausländische Google-Versionen und die Nutzung von VPNs noch immer Wikipedia-Links in den SERPs vorfinden, fordert der Herrscher über 27.000 Bürger das US-Internetunternehmen nun auf, die Verweise zu der Enzyklopädie weltweit aus den Ergebnisseiten zu löschen. Also auch für google.com und google.

Doch wir sind hier nicht beim Postillon. Daher folgen Tatsachen: Wie Golem unter Berufung auf die britische Financial Times (Registrierung erforderlich) berichtet, kommt der Wunsch nach einer weltweiten Löschung von Suchresultaten nicht von einer Südseeinsel. Stattdessen stammt er von europäischen Datenschützern. Auch geht es ihnen nicht um die Entfernung der Wikipedia (noch nicht) sondern um Einträge, die im Rahmen des “Rechts auf Vergessen” seit kurzem bei den europäischen Google-Versionen entfernt werden. » weiterlesen

Linkwertig:
Internet, Datenschutz, WM, Netzneutralität

Zusammenarbeit
Der Verfassungsschutz arbeitet immer stärker mit den amerikanischen Geheimdiensten zusammen.

Bei den übermittelten Daten soll es sich unter anderem um Handynummern, Reisebewegungen und Aufenthaltsorte verdächtiger Personen handeln.

» Verfassungsschutz weitet Zusammenarbeit mit US-Geheimdiensten aus

 

Internet
Laut Günter Hack ist nicht das Internet pervers, sondern die Welt.

Ist das Internet aber Schuld daran, dass US-Oligopole den von der neoliberalen Politik gewollten Steuerwettbewerb in der EU zu ihrem maximalen Vorteil ausnutzen, jahrelang?

» Nicht das Internet ist pervers, sondern die Situation, in der es existiert

 

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Simon Specka von ZenMate:
“Wir wollen das Norton Antivirus für den Online-Schutz werden”

Derzeit bietet der aus Berlin stammende Dienst ZenMate nur ein Chrome-Plugin zum anonymen und verschlüsselten Surfen. Doch das Startup hat eine große Vision: Es will mindestens 100 Millionen Nutzer erreichen und sich als eine der bekanntesten Marken im Segment von Online-Privacy und -Security etablieren.

ZenMateDass sich Simon Specka, einer der zwei Gründer des aus Berlin stammenden Startups ZenGuard, im Segment der Online-Privatsphäre niederließ, überrascht, hört man ihn über seinen bisherigen Werdegang sprechen: Angesichts von BWL-Studium, einem Praktikum bei Rocket Internet und diversen anderen Projekten mit starker betriebswirtschaftlicher Prägung, einige in Südostasien, wäre es nicht verwunderlich, hätte Specka seine Idee und Laufbahn als Entrepreneur an den Werten angelehnt, die man bei einschlägigen Inkubatoren und Klonfabriken findet. Doch wie er erkärt, sagt ihm das in diesen Kreisen typische Streben nach extremer Risikominimierung ganz und gar nicht zu. “Die größten Fortschritte im Technologiesektor wurden mit Vorhaben erreicht, die auch das größte Risiko mit sich führten”, so Specka. Deshalb hielt ihn nichts davon ab, sein Unternehmen in einem Umfeld anzusiedeln, in dem sich die Rahmenbedingungen stetig und schnell ändern können, und in dem Best-Practice-Beispiele nicht auf dem Silbertablett serviert werden. » weiterlesen

Gesichtsidentifizierung per App:
Die schwierige Suche nach soliden Gegenargumenten

Viele Menschen reagieren ablehnend auf Technologie zur Erkennung und Identifizierung von Gesichtern. Es lohnt sich aber, die Argumente dagegen genauer unter die Lupe zu nehmen, anstatt dem ersten Impuls zu folgen.

GesichtserkennungNameTag, eine App für Google Glass, verspricht den Echtzeit-Abgleich von Gesichtern vor der Linse mit Onlineprofilen. Damit würden sich zu Fremden sofort der Name und persönliche Informationen abrufen lassen. Datenschützer und Politiker sind natürlich alarmiert. Dabei ist es vergleichsweise unwahrscheinlich, dass diese spezifische Anwendung jemals zu einem Hit wird: Google selbst verbietet entsprechende Apps für Glass eigentlich. Glass wiederum tendiert in der aktuellen Fassung eher in Richtung “großer Flop”. Bei NameTag, das sich im geschlossenen Beta-Stadium befindet, weiß man nicht, ob die Technologie wirklich zuverlässig funktioniert. Und in den gängigen Smartphone-App-Stores würde eine derartige Anwendung im Jahr 2014 wahrscheinlich kaum lange geduldet werden. » weiterlesen

Zunehmende Kritik:
Warum Google die eigene Datensammelwut noch um die Ohren fliegen wird

Die Bevölkerung ist ob immer neuer Details über den NSA-Skandal beunruhigt, aber Chefdatensammler Google macht unbeeindruckt weiter. Das wird nicht mehr lange gut gehen.

Google hat in dieser Woche eigentlich nicht mehr getan als das vielversprechende Hardware-Startup Nest zu übernehmen. Jubel brach darüber außer beim den beteiligten Unternehmen und Investoren eigentlich nirgendwo aus. Nest-Kunden, technisch interessierte Bürger oder Journalisten meldeten ihre Sorgen über eine noch weiter gehende Überwachung an. Kritische Stimmen gab es dabei nicht nur in Deutschland, sondern vielfach auch in den USA, wo der NSA-Überwachungsskandal die Menschen bislang gefühlt nicht so sehr stört wie in Deutschland.

Und das ist bemerkenswert, zumal Nest direkt versprach, die Daten, die das Smart-Home-System sammle, stünden nur der Nest-Einheit selbst und keiner anderen Google-Division zur Verfügung. Google hat ein Image-Problem. Und sollte man drüben in Mountain View nicht langsam umdenken, dürfte sich das langfristig auch finanziell bemerkbar machen. » weiterlesen

Benutzerfreundliche Datensicherheit im Netz:
Der Traum von der perfekten Security-Lösung für die Masse

Die meisten User wollen sie, nur wenige bekommen sie: Sicherheit im Netz. Anbieter, die Security und den Schutz der Privatsphäre mit einer hohen Benutzerfreundlichkeit kombinieren, sehen ihre Chance.

SicherheitSicherheit und Privatsphäre im Internet – jeder wünscht es sich, doch spätestens seit den Enthüllungen der geheimdienstlichen Netzüberwachung ist klar, dass nur eine verschwindend geringe Minderheit diesen Wunsch erfüllt bekommt. Voraussetzung ist in jedem Fall die Aneignung eines erheblichen Wissensfundus’ über die technische Funktionsweise des Netzes, über Kryptografie und Verfahren zum anonymen Surfen, sowie eine Bereitschaft zu Abstrichen beim Komfort. Das Anonymisierungsnetzwerk Tor gilt gemeinhin als effektive Maßnahme zur Verschleierung der eigenen Identität im Web, setzt aber Zeit für das Erlernen eines versierten Umgangs voraus, und es verlangsamt das Surfen. E-Mail-Verschlüsselung hilft, im kleinen Kreis geführte Kommunikation vor neugierigen Dritten zu verbergen, erinnert aber an ein komplexes Buch mit vielen Kapiteln und zwingt User zu allerlei Usability-Kompromissen.

Bislang müssen sich User zumeist entscheiden, was ihnen wichtiger ist: Bequemlichkeit und wenig Aufwand oder ernstzunehmender Schutz. Daraus ergibt sich eine interessante Marktlücke: Anwendungen, die höchsten Sicherheitsstandards entsprechen und auch in einem von NSA und Co bis aufs letzte Bit überwachten Internet die Sicht von Außen versperren, die aber nicht das Studieren von Spezial-Know-how und komplizierte Einrichtungsprozesse erfordern sowie reduzierte Benutzerfreundlichkeit nach sich ziehen. Massentaugliche Sicherheitslösungen also, die auch Mainstreamanwender adäquat absichern. Ob eine derartige Eierlegende Wollmilchsau realistisch ist, steht freilich in den Sternen. Doch viele Anbieter versuchen sich derzeit an solchen Ansätzen. » weiterlesen

Fotos und Videos verstecken:
Keepsafe befriedigt Datenschutzbedürfnisse von Smartphone-Nutzern

Das von zwei Deutschen in San Francisco gegründete Startup Keepsafe erlaubt Nutzern von iPhones und Android-Smartphones das Verstecken ihrer Schnappschüsse. Was trivial klingt, entwickelt sich zu einem Downloadhit.

Mindestens 50.000 Deutsche sollen in der Region zwischen San Francisco und dem Silicon Valley leben. Viele von ihnen sind bei etablierten Internetfirmen oder jungen Startups tätig, oder sie gründen selbst, nicht selten sehr erfolgreich und ohne, dass die hiesige Tech-Presse sie im Blickfeld hat. Dies gilt auch für die aus Deutschland stammenden Wahlkalifornier Zouhair Belkoura und Philipp Berner. Mit ihrem Anfang 2012 lancierten Startup Keepsafe und der dazugehörigen App erlauben sie Besitzern von iPhones und Android-Smartphones das Verstecken von lokal gespeicherten Fotos und Videos. » weiterlesen

Prestigeprojekt in Gefahr:
Der Überwachungsskandal bedroht Google Glass

Googles Cyberbrille Glass war schon vor den Enthüllungen rund um Prism & Co ein polarisierendes Produkt. Nun müssen filmende Glass-Träger damit rechnen, als verlängerte Arme der Geheimdienste zu agieren. Googles Prestigeprojekt gerät damit noch stärker unter Druck.

Der NSA-Überwachungsskandal und seine an die Spitze eineGlasss Eisbergs erinnernden Ausmaße stellen die führenden US-Internetkonzerne vor Herausforderungen. So sehr sie auch mit Details zu den Anforderungen und Spitzelaktivitäten der Sicherheitsbehörden an die Öffentlichkeit gehen möchten: Die Vereinbarungen mit den Überwachern untersagen ihnen dies. Während Google, Facebook & Co ihre Lobbymaschinerie in Gang setzen, um doch mehr Transparenz in den Sachverhalt bringen zu dürfen, führen die Enthüllungen bei Firmen und Privatanwendern gleichermaßen zu bröckelndem Vertrauen.

Ein Unternehmen, für das die systematische Beschattung der Nutzer durch Geheimdienste besonders unangenehme Folgen haben könnte, ist Google. Mit seiner Cyberbrille Glass ist der Onlineriese bekanntlich drauf und dran, eines der zweifelsohne progressivsten IT-Produkte der jüngeren Geschichte auf den Markt zu bringen. Zwar steht das endgültige Urteil darüber noch aus, inwieweit die Augmented-Reality-Sehhilfe tatsächlich einen Massenmarkt bedienen kann. Doch die Leidenschaft, mit der Befürwörter und Kritiker von Glass ihre Standpunkte vertreten, verdeutlicht die Tragweite, die der von Glass begründeten Produktkategorie generell zugemessen wird. » weiterlesen