Thema: Datenschutz

 

Alle 67 Artikel zum Thema Datenschutz auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Cyberbrillen:
Die Technologie der Zukunft erzwingt globale Gesetze

Sofern sich ethisch korrekte Normen der Nutzung von Cyberbrillen wie Google Glass nicht von selbst entwickeln, wird der Gesetzgeber nachhelfen müssen. Doch auf Ebene einzelner Länder bringt das nichts. Digitale Technologie erzwingt globale Gesetze.

Augmented Reality GlassesMeine zwei jüngsten Artikel zu Google Glass haben für intensive und teils hitzige Kommentardiskussionen gesorgt. Kein Wunder, immerhin gibt es derzeit wohl keine an Endnutzer gerichtete Technologie, bei der die Beurteilung von Potenzialen und Risiken in ihrer Dramatik so stark von Betrachter zu Betrachter variiert. Leser Andreas Roedl hat in einem Kommentar schön pointiert erläutert, wie jede weitreichende Einführung einer neuen Technologie – etwa das Automobil – irgendwann diese regulierende Gesetze nach sich zog. “Mit der Einführung neuer Technologien werden Regeln im Umgang mit diesen Technologien notwendig. Nicht etwa, weil es einzelne Menschen gibt, die einem die Freiheit rauben wollen, sondern weil es Menschen gibt, die sich anderen Mitgliedern der Gesellschaft gegenüber rücksichtslos verhalten.”

Er widerspricht der von einigen Glass-Fans erklärten Vorstellung, die ethisch und moralisch korrekte Nutzung von Cyberbrillen würde sich von ganz alleine regeln. Nicht, weil nicht Personen mit gesundem Menschenverstand auch ohne Gesetze abwägen könnten, wann sie mit der eingebauten Kamera ihre Umgebung filmen und wann nicht, sondern als “Handhabe gegenüber jenen, die über keinen gesunden Menschenverstand verfügen”. » weiterlesen

Google Glass:
Eine egoistische Technologie

Googles sagenumwobene Cyberbrille Google Glass ist eine egoistische Technologie, weil die zusätzliche Freiheit des Trägers auf Kosten der Freiheit anderer Personen geht. In der Vergangenheit hat ein solches Merkmal Produktneuheiten nicht unbedingt am Erfolg gehindert, aber es verändert die Vorzeichen.

In den letzten Wochen dachte ich mehrmals, dass mit mir etwas nicht stimmt: Während in Kreisen von Netzapologeten und Geeks die Vorfreude auf Google Glass zunimmt, vermisse ich bei mir das Gefühl der Begeisterung im Bezug auf die revolutionäre Cyberbrille des Internetkonzerns. Dabei würde ich liebend gerne die gleiche Euphorie verspüren, die ich etwa bei der Einführung des iPhone oder iPad erlebte. Bedenkt man, dass Glass noch einen deutlich größeren technischen Evolutionsschritt darstellt, müsste meine Spannung eigentlich sogar noch ausgeprägter sein. Doch Fehlanzeige. Es dauerte einige Zeit, bis mir der Grund für meine distanzierte Haltung klar wurde. Das Lesen dieses Artikels half mir dabei, den von mir ausgemachten Schwachpunkt genauer vor mir zu sehen. » weiterlesen

Vorhersehbarkeit von menschlichem Verhalten:
Ich weiß, was du diesen Sommer twittern wirst

Daten machen Mensch zu äußerst vorhersehbaren Wesen. Die Risiken sind andere, als die Politik gerne in das Zentrum der Datenschutzdebatte stellt.

Bei der seit vielen Jahren anhaltenden Diskussion um einen angemessenen Datenschutz im digitalen Zeitalter vermischen sich ernstzunehmende Bedenken mit emotional aufgeladener Prinzipienreiterei zu einer explosiven Menge, die eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema erschwert. Dabei wäre genau diese im Lichte der bevorstehenden EU-Datenschutzreform angebracht.

Eine in Medien und in der Bevölkerung verbreitete Sicht ist die, dass personenbezogene Daten eine Goldgrube für Firmen aller Art seien und deshalb unbedingt geschützt werden müssten. Während ein gewisses Risiko, dass mit diesen Daten kommerziell Schindlunder getrieben wird, nicht von der Hand zu weisen ist, so wirkt es dennoch oft, als überschätzen Individuen die Wichtigkeit und Sensibilität dieser Daten. Oder sie blenden völlig aus, dass die Angaben, die sie etwa gegenüber den großen US-Internetfirmen zu schützen versuchen, bereits längst in “freier Wildbahn” kursieren, also schon lange zuvor über andere, harmlos erscheinende Wege “preisgegeben” wurden. Die zwei grundverschiedenen Perspektiven, die hier kollidieren, werden in diesem Kommentaraustausch zu meinem Beitrag über Googles Überlegenheit sehr schön deutlich. » weiterlesen

Internetfirmen beeinflussen EU-Datenschutzreform:
LobbyPlag animiert zum Nachdenken über Datenschutz und Lobbyismus

LobbyPlag entlarvt die Einflussnahme von Internetunternehmen und anderen Organisationen auf die geplante EU-Datenschutzreform. Ein schönes Projekt, das jedoch die Gefahr einer eindimensionalen Sichtweise mit sich bringt.

Der Journalist und Blogger Richard Gutjahr sowie die Datenjournalismus-Experten Marco Maas und Sebastian Vollnhals von OpenDataCity haben mit LobbyPlag ein beachtliches Projekt gestemmt: eine kollaborative Plattform, bei der Nutzer Lobbyformulierungen in Gesetzesvorlagen zur europäischen Datenschutzreform dokumentieren. Animiert durch “Facebook-Jäger” Max Schrems, der auf verdächtige Lobbytexte aufmerksam wurde, warfen Gutjahr und seine Mitstreiter einen genaueren Blick auf die Gesetzesentwürfe und fanden allerlei Formulierungen, die Abgeordnete direkt aus dem ihnen von Unternehmen und Organisationen zugesandten “Informationsmaterial” übernommen hatten. Die Idee zu LobbyPlag war geboren. Nicht zuletzt weil bei dem Vorhaben besonders das “Power-Lobbying” der US-Internetkonzerne im Vordergrund steht – die ein augenscheinliches Interesse an einer Angleichung der laxen US-amerikanischen und restriktiveren europäischen Datenschutzregelungen besitzen – stößt das Projekt auch in der traditionell den übermächtigen Webfirmen gegenüber kritisch gesinnten deutschen Mainstreampresse auf große Resonanz. » weiterlesen

Kettenbriefe bei Facebook:
Einblick in eine widersprüchliche Wirklichkeit

Wir schreiben das Jahr 2012. Noch immer fallen Anwender auf Kettenbriefe herein. Ein aktueller Facebook-Hoax gibt Einblick in die widersprüchliche digitale Wirklichkeit vieler Internetnutzer.

Bereits seit Wochen kursiert bei Facebook eine von Nutzern verbreitete Statusmeldung, in der sie der kommerziellen Verwendung ihrer persönlichen, bei dem sozialen Netzwerk hinterlassenen Daten widersprechen. Der Text beinhaltet einen Aufruf, ihn ebenfalls zu veröffentlichen, ansonsten gäbe man Facebook implizit die Erlaubnis, Fotos und Profilinformationen für kommerzielle Zwecke einzusetzen. Ein Blick auf Google News zeigt: Erste Berichte über das Auftauchen dieses Kettenbriefs, dessen Inhalt natürlich Quatsch ist, tauchten schon vor einigen Wochen auf. In den letzten Tagen nahm die Zahl der Artikel rund um den Hoax jedoch deutlich zu. Gleichzeitig durfte ich den Text in seiner englischen Ausführung auch in meinem Newsfeed mindestens zweimal begutachten. Am Montag sah sich das soziale Netzwerk gezwungen, in einer kurzen Stellungnahme darauf hinzuweisen, dass es keine Änderungen an den Geschäftsbedingungen gebe und dass Nutzer in ihren Privatsphäre-Einstellungen darüber entscheiden, welche Informationen wie verbreitet werden. Das ist zwar etwas anderes als die im Status Update angeschnittene kommerzielle Verwendung, aber was Facebook im Kern ausdrückt: Ignoriert die Kettenmail. » weiterlesen

Das dritte Auge:
Persönliche Mini-Kameras
zeichnen den Alltag auf

Wir haben uns daran gewöhnt, dass Alltagsereignisse im öffentlichen Raum mit allgegenwärtigen Smartphone-Kameras festgehalten werden. Die nächste Stufe in dieser Entwicklung: am Körper getragene Mini-Kameras, die automatisiert und stetig die Umgebung ablichten.

Quelle: OMGEs gab mal eine Zeit, als erste Mobiltelefone mit Kameras ausgerüstet wurden und man sich die Frage stellte, wie eine Gesellschaft aussehen würde, in der alle jederzeit ein Foto von einer bestimmten Situation machen und es für jeden sichtbar ins Netz laden können. Im Jahr 2012 wissen wir: im Prinzip nicht anders. Wir haben uns daran gewöhnt, dass bei auch nur annähernd dokumentierenswürdigen Ereignissen sofort zehn Passanten ihr Smartphone zücken, die Geschehnisse in Bild- und Videoform festhalten und anschließend bei Facebook, Twitter oder Instagram publizieren – nachträglich ortsbezogen auffindbar etwa bei Worldcam. Sicher, ab und an kollidiert diese neue Welt mit ethischen und moralischen Konventionen, doch grundsätzlich ist die bisherige Transformation einigermaßen problemlos über die Bühne gegangen.

Die nächste Phase dieser Entwicklung kündigt sich allerdings schon an – mittelfristig mit Google Glass, wobei dort noch abzuwarten bleibt, inwieweit die mit Kameras ausgestattete Cyberbrille tatsächlich wie geplant im nächsten Jahr auf den Markt kommt. Schon vor der eventuellen Einführung von Glass wird aber eine andere Produktgattung erneut Menschen dazu zwingen, ihre Vorstellungen von Privatsphäre und Anonymität in der Öffentlichkeit zu hinterfragen: am Körper getragene Always-on-Kameras im Miniformat, die als drittes Auge fungieren und permanente Schnappschüsse machen.

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App Advisor:
secure.me schaut Facebook-Apps
auf die Finger

Die Macher von secure.me lancieren mit App Advisor einen Dienst, der Auskunft über die Reputation von über 500.000 Facebook-Applikationen gibt. Mit einer Browser-Erweiterung sollen Nutzer des Dienstes aus München bessere Entscheidungen treffen können, welchen Apps sie Zugriff auf ihre Facebook-Daten gewähren.

Als vor einer Woche bekannt wurde, dass der Bundesverband der Verbraucherschützer Facebook aufgrund der Weitergabe persönlicher Daten an Apps im Rahmen eines nicht deutlich gekennzeichneten Installationsprozesses abgemahnt hat, muss dies beim Münchner Startup myON-ID Media eigentlich ein Grund zum Feiern gewesen sein. Denn das Unternehmen, das mit secure.me seit November vergangenen Jahres einen Monitoring-Dienst für Facebook betreibt, steht gerade vor dem offiziellen Launch eines neuen Produkts, das genau an diesem schon immer kritischen Punkt der Facebook-Plattform ansetzt. Im Lichte der jüngsten Abmahnung durch die Verbraucherschützer dürfte es den Bayern, die mit ihren Privacy-Dienstleistungen eine internationale Nutzerschaft ansprechen und mit einem Büro in San Francisco vertreten sind, nicht sonderlich schwer fallen, für ihren neuen App-Ratgeber “App Advisor” Aufmerksamkeit zu schaffen. » weiterlesen

Datenschutz als oberste Priorität:
skunkit wird ein
“Messenger mit Werten”

skunkit heißt ein in der Entwicklung befindlicher Messengerdienst für verschiedene Plattformen, der sich absolutem Datenschutz verschreibt. Die Macher aus Süddeutschland wollen mit ihrem von viel Idealismus angetriebenen Projekt einen Traum wahr machen.

Man könnte behaupten, der Zeitpunkt, um mit einem den Datenschutz wahrenden Kommunikationsdienst für Aufmerksamkeit zu sorgen, ist spätestens seit dem Durchbruch der führenden sozialen Netzwerke und mobilen Chatdienste grundsätzlich gut. Denn diese sind bekanntlich daran interessiert, möglichst viele Daten der Nutzer zu erheben und für eigene Zwecke, allen voran eine gezieltere Werbevermarktung, zu verwenden. Und doch wirkt es, als seien die momentanen Wochen besonders ideal für ein derartiges Unterfangen: Facebook steht nicht zuletzt wegen seines verpatzten Börsenganges in der Kritik wie nie und muss alles dafür tun, um den Umsatz mit kurzfristigen und damit aus Nutzersicht fast zwangsläufig wenig attraktiven Maßnahmen anzukurbeln. Twitter lässt seinen offenen Charakter hinter sich und will ebenfalls Milliardenumsätze mit Werbung erwirtschaften, die dezentrale Facebook-Alternative diaspora wird zum Nebenprojekt degradiert und WhatsApp, der beliebte mobile Chatdienst, sorgt immer wieder für Schlagzeilen wegen Nachlässigkeiten im Umgang mit den Anwenderdaten – auch wenn seit Neuestem wenigstens eine Verschlüsselung der Kommunikation erfolgt. Für Privatsphäre-Advokaten ist jede dieser Entwicklungen direkt oder indirekt ein Grund zur Sorge. Entsprechend einfach wäre es für ein neues Angebot mit einem explizit hohen Datenschutzanspruch, sich ins Gespräch zu bringen.

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Verlust von Smartphone oder Tablet:
Wenn mobile Geräte
zum Sicherheitsrisiko werden

Mobile, mit der Cloud verbundene Geräte werden immer mehr zum Dreh- und Angelpunkt unseres Alltags – und damit auch zum potenziellen Sicherheitsrisiko. Vorkehrungen für den Fall von Verlust oder Diebstahl sind sinnvoll.

Der vor gut einer Woche propagierte digitale Minimalismus hat (mindestens) einen entscheidenden Nachteil: Je mehr man bestrebt ist, möglichst alle Aspekte des beruflichen und privaten Alltags über möglichst wenige, dafür aber sehr leistungsfähige Gerätschaften abzuwickeln, desto größer ist die Abhängigkeit von selbigen, und desto wichtiger ist es, die Kontrolle über Notebook, Smartphone und Tablet zu behalten. Gelangen diese und die auf ihnen gespeicherten Informationen und Benutzerkonten in falsche Hände, kann dies zu einer Vielzahl von unangenehmen Szenarien führen. Insofern sollte jeder digitale Minimalist, aber eigentlich auch jeder andere aktive Nutzer von modernen, mit dem Internet verbundenen portablen Computern sich über eine Notfall-Strategie Gedanken machen. Wie verfährt man in einer Situation, in der einem ein mit vielen Apps und persönlichen Daten bestücktes Smartphone oder Tablet abhanden kommt? Welche Schritte sollte man einleiten, welche Passwörter zuerst ändern und welche Maßnahmen ergreifen, um möglichst schon im Vorfeld für Schadensbegrenzung zu sorgen? Da mir gestern mein iPhone abhanden gekommen ist und vermutlich gestohlen wurde, erhielt ich die Gelegenheit, mich intensiv mit dieser Frage zu beschäftigen.

Anders, als in diesem Beitrag empfohlen, hatte ich mir bisher weniger Gedanken darüber gemacht, wie ich in einem solchen Fall verfahren muss. Insofern war schnelles Improvisieren angesagt. Vorweg: Es handelte sich um ein iPhone 4, dessen Garantie abgelaufen war und dessen Home-Button in letzter Zeit den Eindruck machte, bald seinen Geist aufzugeben. Um die Hardware trauere ich somit eher weniger (auch wenn es ärgerlich ist). Sehr viel problematischer ist der immaterielle “Besitz”, der einem beim Diebstahl aus den Fingern gleitet.

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Girls Around Me:
Unangemessene Empörung über vermeintliche “Stalker-App”

Zahlreiche englischsprachige Medien zeigten sich am Wochenende entrüstet über die iPhone-App Girls Around Me, welche auf einer Karte über Frauen (und Männer) in der Nähe informierte. Die Aufregung ist völlig übertrieben.

Screenshot: Cult of MacWenn es um vermeintliche Privatsphäre-Verletzungen und Datenschutzskandale geht, dann machen nicht nur mit derartigen Fragen befasste, für den Staat tätige “Experten” sowie Politiker gerne aus einer Mücke einen Elefanten, sondern auch Journalisten und Blogger. Grund dafür ist meist entweder ein technisches oder konzeptionelles Unverständnis über den jeweiligen Sachverhalt, oder aber das Streben nach Seitenaufrufen und Aufmerksamkeit – denn potenzielle Missstände der digitalen Welt sind immer gut für eine Schlagzeile und werden mit Begeisterung von den Kollegen aufgegriffen.

Am Wochenende war es einmal wieder so weit: Eine aus Russland stammende iPhone-App namens “Girls Around Me” machte nach einem kritischen Bericht bei Cult of Mac in englischsprachigen Medien schnell Karriere als angebliche Stalker- und Vergewaltiger-Anwendung und verdeutlicht nach der Darstellung zahlreicher Artikel, wie Anwender von Location-Diensten den Schutz ihrer Privatsphäre vernachlässigten.

Girls Around Me ermöglichte es Anwendern, sich auf einer Google-Karte anzeigen zu lassen, welche Personen öffentlich über foursquare in der unmittelbaren Umgebung eingecheckt sind. Die Anwendung erlaubte dabei die Filterung nach Männern oder Frauen. Der gewählte Name unterstreicht allerdings, welche Zielgruppe vorrangig angesprochen werden sollte: männliche Nutzer, die wissen wollten, ob sich in ihrer Umgebung gerade interessante Damen aufhielten.

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