Thema: Das Magazin

 

Alle 8 Artikel zum Thema Das Magazin auf netzwertig.com:

Mehr Style als Life:
Supplements werden zu Frauenzeitschriften

Ronnie Grob, 19. März 2009 um 14.22 Uhr , 12 Kommentare Kommentare

Style und Kochen statt Reportagen und Essays: Haben es sich die als journalistisch hochwertig bekannten Magazin-Supplements im Schoss der Luxusindustrie zu gemütlich gemacht?

Die jeweils gegen Wochenende beiliegenden Magazine der Süddeutschen Zeitung, der Zeit oder des Tages-Anzeigers sind bekannt als Stätten des herausragenden Journalismus. Sie zeichnen sich aus mit Reportagen, die sich über zehn oder zwanzig Seiten erstrecken. Zu Wort kommen Menschen, denen noch nie jemand Gehör schenkte. Erzählt werden Geschichten, die einzigartig sind.

Seit einigen Jahren ist das nur noch teilweise so. Die wöchentlichen Zeitungsbeilagen im deutschsprachigen Raum wandeln sich zu abgehobenen Familien- und Frauenzeitschriften einer irgendwie besseren Klasse: Die Themen drehen sich vorzugsweise um Stil, Mode, Kochen, Frauen, Kinder, Reisen, Trends. Politik? Ja, aber dann nur die menschliche Seite. Gesellschaft? Ja, aber nur, wenn etwas Glamour dran ist. Wissenschaft? Das ist zu trocken, das geht nur aufgepeppt. Investigationen? Einmal alle paar Monate Wallraff reicht.

Wie komme ich auf diese Behauptungen? Nehmen wir doch mal die Ausgaben für das Wochenende des 14./15. März und gucken uns die Themen an.

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Tamedia:
Vom Seriös- zum Boulevard-Verlag

Ronnie Grob, 13. Oktober 2008 um 0.03 Uhr , 18 Kommentare Kommentare

Schleichender Wandel: Tamedia hat sich in den letzten Jahren zum führenden Schweizer Boulevard-Verlag gemausert und damit das von Ringier angebotene, weil nicht verteidigte Heft aus der Hand genommen.


Was ist das am besten gemachte schweizer Boulevard-Portal im Internet? Die Antwort lautete bis vor kurzem: 20min.ch. Doch seit einigen Monaten steht Konkurrenz aus dem eigenen Haus da. Das vorher kreuzbrave, aber mehr oder weniger seriöse Portal tagesanzeiger.ch hat sich durch den Einfluss von Newsnetz stark verändert. Wer steht hinter beiden Werken? Newsnetz-Chefredaktor Peter Wälty, kürzlich auf dem Titelbild des Schweizer Journalist und Tamedia, ein Verlag, der bisher nichts mit Boulevard am Hut zu haben schien.

Dank Wälty geht es rund in der Redaktion. Die Website rotiert ständig, der geneigte Leser kriegt den Eindruck, es werde ständig an allen Storys gleichzeitig rumgeschneidert, aktualisiert vor fünf Minuten, aktualisiert vor 36 Minuten, aktualisiert vor 57 Minuten. Doch diese laufenden Änderungen sind intransparent und sorgen beim Leser für Verwirrung: Hinter welcher Version steht nun Newsnetz? Wie kann man einen Artikel zitieren, der vielleicht schon Minuten später anders lautet?

» weiterlesen: Was auf der Strecke bleibt

Tyler Brûlé prophezeit:
Entweder primitiv oder supersmart

Ronnie Grob, 16. Juni 2008 um 13.31 Uhr , 17 Kommentare Kommentare

Tyler Brûlé (Monocle) vermutet in zwanzig Jahren nur noch zwei Arten von Publikationen: Primitiver Boulevardtrash mit gigantischer Auflage und elitä­re Presse mit klugen Analysen und Meinungen.

Tyler Brule (Bild Keystone/Walter Bieri)Tyler Brûlé kann auch nichts für seinen “parfümiert und künstlich” klingenden Namen: “Ja ja, und dann bin ich noch homosexuell. Ich hab mir den Namen nicht ausgesucht” sagt er auf die entsprechende Nachfrage von Magazin-Chefredaktor Finn Canonica.

Im zweiten Teil des Interviews macht er dann bemerkenswerte Aussagen über die Zukunft der Printmedien:

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Medienfakes:
Die perfekte Geschichte

Ole Reißmann, 19. Mai 2008 um 21.57 Uhr , 0 Kommentare Kommentare

Gegen Manipulation und Täuschung hilft nur eine gründliche Recherche. Was aber, wenn jemand gegen jede Vernunft handelt und für eine Täuschung sogar sein Leben gibt?

Hitler-Tagebücher: Gerd Heidemann zeigt 1983 die angebliche Sensation (Bild Keystone/Thomas Grimm)Der Artikel “Amok” von David Grann im Schweizer Magazin (unser heutiger Lesetipp bei “6 vor 9″) hat es ganz schön in sich: Ein Autor schreibt ein Buch über einen realen Mordfall – mit beeindruckend-bedrückenden Details. Ein Kommissar liest das Buch und ist danach überzeugt: Die Recherche ist zu gut. Er beginnt zu fahnden, findet Indizien – bis es schließlich zum Prozess kommt.

Granns Text, der zuerst Anfang des Jahres im New Yorker erschien, erinnerte mich sofort an einen Film mit einer ganz ähnlichen Dramatik: “The Life of David Gale” mit Kevin Spacey. Darin landet ein angesehener Professor und Gegner der Todesstrafe im Gefängnis, er soll wegen Vergewaltigung und Mord hingerichtet werden. Die Indizien sprechen gegen ihn – als er einer Journalisten (Kate Winslet) eine ebenso plausible Version der Geschichte erzählt, in der er an dem Verbrechen unschuldig ist.

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Merkel in der Schweiz:
Freude, schöne Kanzlerin!

Ronnie Grob, 29. April 2008 um 10.53 Uhr , 3 Kommentare Kommentare

Heute besucht die deutsche Bundeskanzlerin das südliche Nachbarland. Schweizer Intelligenzblätter erinnern sich an ihr ausgeschnittenes Kleid und jubeln vorab über die “richtige” Frau.

Merkel in Oslo (Bild Keystone/EPA/KYRRE LIEN)
Merkel: “In ihrer vollen Blüte” (Bild Keystone)

Die deutsche Bundeskanzlerin ist heute für einen Kurzbesuch in der Schweiz. Sie wird sich in Bern mit Bundespräsident Pascal Couchepin treffen sowie in Genf das europäische Zentrum für Kernforschung besuchen.

Seit sie bei einem Opernbesuch in Norwegen vor zwei Wochen ein recht handelsübliches Abendkleid getragen hat, sind die Medien vom Thema der Kleiderwahl der Kanzlerin begeistert. Das Genderblog fasste die damalige Aufregung mit einem kurzen, aber aussagekräftigen “Medien überrascht: Angela Merkel hat ja Brüste!” zusammen. Julia Seeliger warf ein, dass niemand derart über Merkels Aussehen schreiben würde, wenn sie ein Mann wäre und meinte, Journalisten, die sich an Merkels Brüsten abarbeiten, “sollten sich was schämen” und erinnerte an den Pressekodex.

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«Das Magazin» stellt sich der Revolution

Peter Sennhauser, 26. Juni 2007 um 12.21 Uhr , 2 Kommentare Kommentare

“Die Revolution, die keine war” ist ein Aufsatz von Guido Mingels im Magazin überschrieben (erschienen 2005, neu aufgelegt im Online-Magazin 2007). Er rechnet ab mit “15 Jahren Internet” und provoziert heute mehr als vor zwei Jahren.

Mingels’ Fazit: Das Internet ist nur ein Werkzeug. Gesellschaft und Politik sind weitgehend unberührt. Nur der Konsum ist noch bequemer geworden.

Wie wahr. Es ist genau wie mit der Erfindung des Verbrennungsmotors. Nichts hat sich geändert, die Bauern haben lediglich die Pferde durch Traktoren ersetzt…

Es ist mehr als ein Detailfehler des Texts, dass 2005 nicht das Internet, sondern das Web knapp 15 Jahre alt war: Wer nur an der Oberfläche guckt, wird den Golfstrom im Ozean nicht erkennen.

Wir Journalisten sind dafür verantwortlich, dass die Menschheit Neuerungen noch immer genau gleich begegnet wie vor Jahrhunderten: Mit anfänglich völlig überrissenen Erwartungen, einer mittelfristigen Enttäuschung und einer langfristig tauben Blindheit für die wahren Umwälzungen – und ihre Folgen. Nur so sind Behauptungen zu erklären wie jene, der Buchdruck, die Elektrifizierung oder das Automobil habe die Welt nicht massgeblich verändert.

Veränderungen kommen IMMER später als wir glauben, und sie sind IMMER stärker als wir erwarten. Das sagt der renommierteste (und bescheidenste) Zukunftsforscher im Silicon Valley, Paul Saffo.

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“Das Magazin” mit neuer Website

Ronnie Grob, 13. Mai 2007 um 13.16 Uhr , 7 Kommentare Kommentare

Cover 200701 Das MagazinDas Magazin, die Samstagsbeilage der Zeitungen Tages-Anzeiger sowie seit einigen Jahren auch der Berner- und der Baslerzeitung, hat seit Freitagabend eine neue Website. Bisher war das seit 1969 in hoher journalistischer Qualität erscheinende Wochenblatt mit längeren Essays und Reportagen im gesamten deutschsprachigen Raum eine eher unbekannte Grösse. Wenn auch Texte daraus immer wieder verwertet werden. So wie der 2006 im Magazin erschienene Text von Erwin Koch über Hoodia, der heute in der Sonntagsausgabe des Tagesspiegels abgedruckt wird.

Das könnte sich aber ändern, handelt sich doch um einen Internetauftritt, der sehr viele der Ansprüche einlöst, die Leser an eine Website stellen. Oder die zumindest ich an eine Website stelle. Was die neue Website bietet, wird aus Tokyo erklärt, von Oliver Reichenstein :

Die Magazin-Webseite soll uns helfen, bessere Beiträge zu publizieren. Die Bedingung dafür ist Interaktivität. Das Magazin Online soll zur Schnittstelle zwischen Leser und Schreiber werden. Wir hoffen auf zahlreiche Leserbeiträge in den Bereichen Kommentar, Informationszulieferung und Leserbeiträge, die die Printausgabe als Endprodukt noch lebendiger, informativer, aufregender machen.

Bis zur vollen Ausschöpfung der technologischen Möglichkeiten haben wir noch einen weiten abenteuerlichen Weg vor uns. Auf dem Weg zu diesem offeneren noch farbigeren Magazin Online bitten unsere Leser um Verständnis und Geduld. Dies ist erst der Anfang.

Solche Worte sind oft leere Worte. In diesem Fall könnte es anders sein. Darum:

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Das Magazin macht “Geschenke”

Ronnie Grob, 24. Dezember 2006 um 14.27 Uhr , 3 Kommentare Kommentare

Über dem Schriftzug DAS MAGAZIN des Tages-Anzeiger-Magazins von gestern steht:

Doppelnummer: Mit Alain de Botton, Carla Bruni, Mona Vetsch. Und einem Geschenk!

Da der letzte Satz in gelb oder gold gegenüber den übrigem grauen Text hervorgehoben ist, fällt er auf und man fragt sich schon bei der Frontseite, was einem wohl dieses Heft schenken möchte. Ein Abo vielleicht? Ein Accessoire zum Heftthema “Schöner leben” vielleicht? Endlich eine anständige Website?

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