Alle 8 Artikel zum Thema Copycats auf netzwertig.com:
Pinspire heißt einer der derzeit berüchtigsten Klone aus dem Hause Rocket Internet, dem Inkubator der Samwer-Brüder. Mit zweifelhaften E-Mails versucht die Pinterest-Imitation, Nutzer zu gewinnen.
Es ist schwierig, irgendetwas Positives an
Pinspire zu finden, dem frechen
Pinterest-Klon der Samwer-Klonfabrik Rocket Internet. Da kann sich “Interim-CEO” Karl Jo Seilern-Aspang
noch so sehr rechtfertigen und eine Existenzberechtigung herbeikonstruieren.
Ein kleiner Luxus jeder schamlosen Copycat ist es, dass die allgemeine Erwartungshaltung in Bezug auf legitimes Geschäftsgebaren extrem niedrig ist. Zweifelhafte Praktiken, die jedem “herkömmlichen”, einem ethisch korrekten Verhalten grundsätzlich verbundenen Startup eine temporäre PR-Krise verschaffen und im schlimmsten Fall dessen Ruf stark beschädigen können, müssen bei den einschlägigen deutschen Startup-Klonern von vorn herein vorausgesetzt werden.
Treten sie dann auf, begrenzt sich die übliche Reaktion von Branchenkennern zumeist auf etwas im Stile von “typisch, war ja kaum anders zu erwarten”.
Ungefähr so ging es mir, als ich am Sonntag plötzlich eine E-Mail von Pinspire mit dem Betreff “Jemand auf Pinspire probiert mit dir Kontakt aufzunehmen” in meinem Postfach hatte. Im ersten Momentan las ich “Pinterest” statt “Pinspire”, was mich kurzzeitig zu der Frage brachte, seit wann Pinterest deutschsprachige E-Mails verschickt. Doch dann erkannte ich die Verwechslung und widmete mich mit einer Mischung aus Neugier und antizipierter Irritation dem Text der Mail:
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Der angesagte New Yorker Shoppingclub für Designerprodukte Fab.com übernimmt den deutschen Nachahmer Casacanda, der künftig als Fab.de auftritt.
Innovative US-Internetfirmen gingen die internationale Expansion bisher traditionell eher langsam an. Oft verstrichen Jahre, bis sie offiziell ihre Zelte auf dieser Seite des Atlantiks aufschlugen. Diese Praxis, die nicht zuletzt mit der Größe des US-Marktes zu tun hat, sorgte dafür, dass für deutsche Klonfabriken das Nachbauen von amerikanischen Startups erst so richtig attraktiv wurde – je mehr Zeit sie für die eigene Ausbreitung hatten, desto mehr Geld versprachen sie sich anschließend von einem Verkauf.
Genau dieses Erstarken hiesiger Imitationen wollte Jason Goldberg, der Gründer des US-Shoppingclubs für Designerprodukte Fab.com, unbedingt vermeiden. Wir hatten das New Yorker Unternehmen, das seit dem Sommer 2011 ausgewählte, zeitlich begrenzte Desigernprodukte zu Sonderpreisen in einem eleganten Magazinformat über das Netz verkauft, vor einigen Wochen kurz vorgestellt. Angesichts des rasanten Wachstums von Fab.com zeichnete sich zu diesem Zeitpunkt gerade ein Wettrennen hiesiger Copycats um den von dem US-Vorbild erschlossenen Markt für exklusive, aber im Preis stark reduzierte Designergegenstände ab.
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Das Berliner Startup iversity hat einem US-Konkurrenten zu dessen Kapitalspritze gratuliert und nutzt die Gelegenheit, potenzielle Copycat-Vorwürfe frühzeitig zu entkräften. Der Ruf der deutschen Internetbranche als Klonfabrik erfordert derartige Maßnahmen.
Die deutsche Internetbranche hat sich in den vergangenen Jahren bekanntlich einen zweifelhaften Ruf aufgebaut, leidenschaftlich gern erfolgreiche US-Webkonzepte nachzuahmen. Das hat zur Folge, dass auch schnell hiesige Startups als Copycats abgestempelt werden, deren Macher keineswegs die Intention hatten, einen bestehenden ausländischen Dienst zu imitieren.
Prominente Beispiele hierfür sind Xing, das zwar von vielen als LinkedIn-Klon angesehen wird, aber nach Aussage eines frühen Xing-Crewmitglieds zu Beginn ohne Kenntnis über den US-Kontrahenten entwickelt wurde, sowie das Städte- und Empfehlungsportal Qype. Dessen Gründer Stephan Uhrenbacher beteuert ebenfalls, erst vom Wettbewerber Yelp erfahren zu haben, als die Entwicklung von Qype bereits in vollem Gange war.
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Die Samwer-Brüder gelten als Deutschlands erfolgreichste Internetunternehmer – und tragen gleichzeitig einen großen Teil der Verantwortung für den schlechten internationalen Ruf der deutschen Webwirtschaft. Sie selbst stört dies wenig.
Samwer. Kein Name polarisiert die deutsche Internetbranche mehr als dieser. Die Brüder Alexander, Marc und Oliver haben in mehr als zehn Jahren die perfekte Masche entwickelt, um Startups innerhalb kürzester Zeit zu einem beachtlichen Wachstum zu verhelfen und dann zu verkaufen.
Sie gelten als die erfolgreichsten Internetunternehmer Deutschlands – und tragen aufgrund ihres Faibles für das Nachbauen von bereits erfolgreichen US-Geschäftsmodellen gleichzeitig die Verantwortung für den langjährigen Ruf der hiesigen Gründerlandschaft, primär Copycats und wenig eigene Innovation hervorzubringen (was glücklicherweise im Jahr 2011 keine Gültigkeit mehr hat).
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Hiesige Startups werden schnell als Klone abgestempelt – nicht immer zu Recht. Diese Checkliste soll dabei helfen, die wirklichen Copycats zu identifizieren.
Foto: Flickr/e³°°°, CC-Lizenz
Die deutsche Internetlandschaft trägt ein schweres Erbe mit sich herum: Obwohl sich die Branche in den letzten Monaten merklich verändert hat und deutlich innovations- sowie risikofreudiger geworden ist, haftet ihr weiterhin der Ruf an, vor allem “Klone” (Copycats) hervorzubringen.
Die über Jahre von einschlägigen Investoren und Machern perfektionierte Masche, erfolgreiche US-Dienste nachzuahmen und später für Millionen an das Original zu verkaufen, hat das Image hiesiger Startups im In- und Ausland nachhaltig geprägt. Entsprechend schnell geschieht es, dass neue Dienste teilweise zu Unrecht als Abkupferungen abgestempelt werden. Zu beobachten ist dieses Phänomen sowohl in der deutschsprachigen als auch in der ausländischen Tech-Presse.
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Mit Gigalo schickt auch Hanse Ventures einen Klon des Mini-Job-Marktplatzes Fiverr ins Netz. Dabei wird Fiverr morgen selbst eine deutsche Version starten.
Original greift seinen hiesigen Nachahmer an – dies ist in den vergangen Jahren im deutschen Internet schon häufiger geschehen.
Facebook gesellte sich zu
studiVZ (und besiegte es),
LinkedIn machte
Xing Konkurrenz (hat es in DACH aber nach wie vor nicht leicht),
Twitter stach frühzeitig
Frazr aus (noch bevor überhaupt eine deutschsprachige Version zur Verfügung stand) und
Groupon zog es direkt vor, mit CityDeal
den größten Klon in Deutschland zu kaufen.
In dieser Woche werden wir erneut den Markteintritt eines Originals erleben: Der von den zwei israelischen Softwareentwicklern Micha Kaufman und Shai Wininge entwickelte und in den USA bereits recht populäre Dienst Fiverr will morgen offiziell eine deutsche Website launchen. Eine im Funktionsumfang begrenzte Beta-Version ist bereits online.
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Viele junge deutsche Startups scheinen kein Interesse mehr daran zu haben, einfallslos US-Dienste nachzubauen. Für die Macher von Fiverdeal hingegen ging es offenbar darum, dem Original so ähnlich wie möglich zu sein.
In diesem Artikel habe ich versucht, zu einer weniger inflationären Verwendung des im Kontext von deutschen Web-Startups gerne angebrachten Copycat-Begriffs aufzurufen. Während sich junge Internetunternehmen hier und anderswo gerne an bestehenden Services orientieren und das ein oder andere Detail übernehmen, sehen wir in letzter Zeit vermehrt innovative und eigenständige Ansätze hiesiger Onlinefirmen bzw. Vorhaben, welche existierende US-Dienste wenigstens nicht kopieren, sondern versuchen, deren Ideen voranzubringen und zu verbessern.
Ganz ausgestorben ist die waschechte Copycat allerdings doch noch nicht, wie der von Markus am Samstag vorgestellte Service Fiverdeal zeigt. Bei dem Angebot aus Erpel bei Bonn können User Dienstleistungen und Produkte für fünf Euro (oder mehr) anbieten bzw. nachfragen. Markus verweist in seinem Kurzporträt auf das US-Vorbild Fiverr, welches dem gleichen Prinzip folgt, aber im Gegensatz zum deutschen Pendant ausschließlich Angebote im Wert von 5 Dollar zulässt (bei Fiverdeal werden Einträge bis zu einem Umfang von 100 Euro akzeptiert). » weiterlesen
Deutsche Webdienste werden leicht als so genannte Copycats abgestempelt. Nicht immer zurecht.
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Bild: iStockphoto.com
Der Begriff der Copycat dürfte den meisten von euch geläufig sein. Im Webkontext verbreitete er sich zum Höhepunkt der Web-2.0-Welle vor drei bis vier Jahren und bezeichnet seither deutsche Kopien oder “Klone” existierender Dienste und Geschäftsmodelle aus den USA, die dort ihre Tauglichkeit bereits unter Beweis gestellt haben.
Statt eigene, vorher ungeprüfte Konzepte umzusetzen, beschränkten sich manche Gründer und Investoren in Deutschland darauf, mit zum Teil auch optisch ähnlichen Nachbildungen von hierzulande noch nicht gestarteten US-Services ihr eigenes Risiko zu minimieren und die Chancen für einen schnellen Exit zu maximieren. Beispiele hierfür sind unter anderem die Facebook-Copycat studiVZ, der nicht mehr existente Twitter-Klon frazr oder das Groupon-Äquivalent (und dann von Groupon übernommene) CityDeal – bei allen gehörten die Gebrüder Samwer zu den Geldgebern. Ihr Name ist seit einigen Jahren untrennbar mit dem Copycat-Begriff verknüpft.
Während die Kritik am Copycat-Ansatz berechtigt ist, scheint es mir, als wenn sich der Begriff und das damit üblicherweise einhergehende (aber längst nicht mehr berechtigte) Wehklagen über unfähige deutsche Startups immer mehr verselbstständigt und zu einem simplen Reflex wird.
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