Thema: China

 

Alle 8 Artikel zum Thema China auf netzwertig.com:

Amnesty International:
Schicke Stadien, gesäuberte Fanzonen

“Ohne die eiserne Faust aufzumachen” sei es China gelungen, die Medien für die olympischen Spiele zu begeistern, sagt Amnesty-International-Sprecher Daniel Graf im Interview. Ein ehrliches Lob bleibt ihm im Halse stecken.

Daniel Graf
Daniel Graf
Daniel Graf, der Mediensprecher von Amnesty International in der Schweiz, zieht im Exklusivinterview mit medienlese.com Bilanz.

Die Olympischen Spiele gehen dieses Wochenende zu Ende. Aus der Sicht von Amnesty International: Wer hat gewonnen, wer verloren?

In Peking gab es sicher keine Goldmedaille für die Menschenrechte. Im Gegenteil: Viele Menschenrechtsaktivisten wurden vor und während der Spiele unter Hausarrest gestellt oder ins Gefängnis geworfen. Kein Wunder, dass die Parks für angemeldete Demonstrationen menschenleer blieben. Statt Proteste zu bewilligen, haben die chinesischen Behörden die Leute, die eine Demonstration anmelden wollten, einfach verhaftet. Die Olympischen Ringe sind für viele Chinesen zu Handschellen geworden.
 
In Peking wurde am Mittwoch ein britischer Fernsehjournalist verhaftet. Wie beurteilen Sie diesen Vorfall?

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Unverständnis deluxe:
Westliche Journalisten in Peking

Salopp gekleidete Pressevertreter werden von einer tausendjährigen Kultur freundlich und hilfsbereit empfangen. Doch die interessieren sich nur für eventuelle Proteste und Themen wie Umweltschutz. Sind die westlichen Journalisten zu hart zu China?

Tim Wu
Tim Wu
Über Zensur in China gibt es mehr als genug zu schreiben. Auch sonst läuft nicht alles zufriedenstellend im Land, das gerade Olympia ausrichtet, Umweltschutz, Menschenrechte, you name it.

Dennoch fragt sich Tim Wu, Professor an der “Columbia Law School”, in einem Artikel auf slate.com, ob westliche Journalisten nicht zu böse seien zu China, das zurzeit mehr oder weniger unbeholfen versucht, geliebt zu werden.

Die westliche Presse ist vor allem fasziniert von Umweltverschmutzung und Protesten. Als Dessert dazu ist alles willkommen, was mit tibetischer Unabhängigkeit, Zensur oder ausländischen Besuchern zu tun hat. Manchmal fliessen all diese Themen zusammen, wie letzten Mittwoch, als eine Horde Amerikaner eine “Free Tibet”-Flagge auf dem Tian’anmen-Platz hisste, an einem Tag mit viel Smog. Nun, das ist eine Story.

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China:
Britischer Journalist festgenommen

Ein britischer Journalist wurde heute in Peking kurzzeitig verhaftet. Der Guardian sieht das Versprechen auf freie Berichterstattung gebrochen und veröffentlicht Video- und Audioaufzeichnungen.

Der Chinakorrespondent des englischen Fernsehnetworks ITV, John Ray, ist heute Vormittag von chinesischen Polizisten festgenommen worden, als er mit seinem Team eine Demonstation von “Students for a Free Tibet” filmen wollte. Gemäss Augenzeugen, zu denen auch ein Reporter der britischen Tageszeitung Guardian gehörte, sei er von Polizisten brutal zu Boden gerissen und über den Boden bis zu einem Fahrzeug geschleift worden.

» weiterlesen in unserem Olympia-Tagebuch “Medien unter Kontrolle”

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Olympia 2008:
Wo laufen sie denn?

Live-Bilder ohne Fernseher? Klar, das Internet macht’s möglich. Wie man auf dem Laufenden bleibt. Das komplette Olympia-Paket, alle Wettkämpfe, jederzeit.

Knapp vier Milliarden Menschen haben sich die Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele 2008 angesehen. Durch die sechsstündige Zeitverschiebung finden die Wettkämpfe in Deutschland nachts oder während der Arbeitszeiten statt.

Olympiafernsehen ohne Fernseher

ARD und ZDF haben die exklusiven Übertragungsrechte für Liveberichte. Um dann ruckelfreie Bilder aus Peking zu bekommen, braucht man nur eine halbwegs schnelle Internetanbindung, für unterwegs reicht auch eine UMTS-Datenkarte für Ihr Notebook. Doch was hat das Netz sonst noch zu bieten?

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Olympia:
Die politischen Spiele von Beijing

Während der Olympischen Spiele in China sammeln wir Meldungen rund um Einschränkungen der freien Berichterstattung und Maßnahmen gegen freie Meinungsäußerungen.

“Noch immer herrschen Nachrichten- und Internetzensur, rund 80 Journalisten und Internetdissidenten sind hinter Gittern, ausländische Reporter müssen weiterhin mit Einschränkungen rechnen”, erklärte die Organisation Reporter ohne Grenzen zur Eröffnung der Olympischen Spiele. In China werden, entgegen der offiziellen Zusicherung, nach wie vor ausländische Journalisten bei ihrer Arbeit behindert. “Redet nicht mit ausländischen Journalisten”, so werden nach einem Bericht der FAZ Oppositionelle und Kritiker eingeschüchtert – wenn sie nicht gleich verhaftet und verurteilt wurden.

» zu unserer Seite “Beijing 2008: Medien unter Kontrolle”

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Wochenrückblick Nr. 31

Vor den olympischen Spielen wird klar: Freie Berichterstattung wird es nicht geben. Teilnehmer bekommen strenge Regeln auferlegt, auch für Journalisten wird das Internet zensiert.

Bild der Woche: Reporter aus Hongkong werden von chinesischen Offiziellen daran gehindert, für Olympia-Tickets anstehende Chinesen zu filmen. IOC-Präsident Rogge steht zunehmend in der Kritik, weil er die Zensur der Presse hinnehme. Entgegen der Zusicherungen gibt es für Journalisten keinen freien Zugang zum Internet.

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Im moralischen Dilemma

Kurz vor den olympischen Spielen wird China zur Tabuzone für informierte Reisende. Denn ein Artikel steckt China-Urlauber in ein moralisches Dilemma, als Alternative zum Reiserücktritt bleibt nur: Missionieren.

“Die Axt im Haus erspart den Zimmermann” hiess es früher. Heute heisst es: “Die Zeitung im Haus erspart den Pfarrer”. Am Frühstückstisch erfuhr ich per Zufall aus dem Tagesspiegel am Sonntag, dass ich in einem moralischen Dilemma stecke; es geht um eine Reise nach China, die ich bereits gebucht habe. In der Zeitung stand:

Wer eine Chinareise gebucht hat, steckt in einem moralischen Dilemma.

So richtig dramatisch ist mein Dilemma aber nicht, wenn ich das richtig verstanden habe. Dr. Christian Thies, stellvertretender Direktor am Forschungsinstitut für Philosophie in Hannover, sagt:
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Olympische Fackel in San Francisco:
Das chinesische PR-Paradox

Die Stadtverwaltung in San Francisco hat den Olympischen Fackellauf “ohne Zwischenfälle” über die Bühne gebracht. Oder vielmehr an der Bühne vorbei: In einer Grotesken sondergleichen mied die Karawane, Haken schlagend, jegliches Publikum.

Mehr Cops als was anderes

Irgendwas ist ganz gewaltig schiefgelaufen, wenn eine PR-Aktion vom pompösen Ausmass des olympischen Fackellaufs das stundenlang wartende, mehrtausendköpfige Publikum meidet wie der Teufel das Weihwasser. Genau das ist gestern in San Francisco passiert. Die längst zum politischen Spiessrutenlauf für die chinesische Regierung verkommene und von offiziöser Seite der Handelspartner nur noch mit zusammengebissenen Zähnen geförderte Werbeaktion strebte nach möglichst wenig “Relations” zu jenem Teil der Öffentlichkeit, der in den Strassen seine Meinung kundtut – statt nur brav vor dem Fernseher zu hocken.

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