Thema: .ch
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.ch umgebaut:
Wochenrückblick Nr. 41
Pleiten und Pannen: Bild empfahl isländische Bank, Blick am Abend bekommt Zahlen durcheinander und .ch muss Hauszustellung beenden – der medienlese.com-Rückblick auf die 41. Kalenderwoche.
“In fünf, sechs Jahren haben wir Tamedia in die Knie gezwungen”, zitierte Artur Vogel, Chefredakteur des Bunds (Tamedia) und bisher bekannt unter dem Namen Artur K. Vogel, einen Ausspruch von Sacha Wigdorovits von Ende 2007. Das ging so nicht auf. Stattdessen musste Wigdorovits, bisher treibende Kraft hinter der Gratiszeitung .ch, das Projekt zusammen mit der Aufgabe des einzigartigen und enorm teuren Verteilkonzepts verlassen. Die Investoren glauben dennoch weiterhin an das Projekt. Trotz Verlust des Alleinstellungsmerkmals der Zeitung soll an “an einer ausserordentlichen Generalversammlung das Aktienkapital von 10 auf 18 Millionen Franken” erhöht werden.
Auf tagesanzeiger.ch, der Website von Tamedias Tages-Anzeiger, heißt es dazu: “Werber haben ‘.ch’ schon abgeschrieben”. Das könnte sein, muss aber doch unter dem Gesichtspunkt gelesen werden, dass Tamedia mit News und 20 Minuten der grösste Konkurrent von .ch war und ist.
“Und immer an die Leser denken”
Kleine Änderungen: Die Gratiszeitung .ch führt eine Rätsel- und eine Comicseite ein, renoviert die Wetterkarten und will mehr über “People” berichten.
An die Leser denken – dieses Credo aus dem denkwürdigen Werbespot für das Nachrichtenmagazin Focus haben die .ch-Macher beherzigt und nehmen nach dem Start im September vergangenen Jahres kleine Justierungen an dem Schweizer Gratisblatt vor. Endlich gibt es eine Rätselseite mit Sudoku und einen täglichen Comic. Außerdem ist die Europakarte von der Wetterseite verschwunden. Für die glückselige Zeit der Fußball-Europameisterschaft müssen die langweiligen Randthemen Politik und Wirtschaft von den ersten Seiten weichen, dafür dann acht Seiten Balla-Balla. Hätte .ch einen Leserbeirat, wie ihn die Bild-Zeitung zur Belustigung der Medienjournalisten eingeführt hat, er hätte es nicht besser empfehlen können.
“Lachen Sie für Punkt CH!”
Das Schweizer Fernsehen fragt:
Wird mit dem digitalen Fernsehen alles besser? Entscheiden Sie selbst.
Und stellt zur Beantwortung dieser Frage ein Video aus dem hauseigenen Satiremagazin auf YouTube, das sich, etwas verwirrend, da seit bald einem Monat eine tägliche Gratiszeitung unter genau gleichem Namen herausgegeben wird, “punkt.ch – Digitales Fernsehen” nennt.
Wer sowas lustig finden möchte, wird immerhin mit 200 Franken (ca. 120 Euro) entlöhnt.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
.ch ist bereits online
Die Website von .ch, der neuen Schweizer Gratiszeitung, die morgen erstmalig erscheinen wird, ist bereits online.
Noch nicht unter der Internetadresse punkt.ch, aber unter der Internetadresse punkt.ch/home.html oder punkt.ch/index.html. [Update: Beide Zugänge sind mittlerweile gesperrt - es funktionieren aber noch andere: siehe weiter unten im Artikel]

[Update 12:00] .ch hat Einiges vor – und zwar nicht nur in Verteilboxen und Hauseingängen, sondern offensichtlich auch online. Wo die für Dezember geplante Gratiszeitung News noch nicht mal einen eigenen Online-Auftritt bekommen soll, hat .ch ein komplettes Newsportal. Noch sind an vielen Stellen nur Platzhalter zu sehen…

…aber die Struktur scheint fertig:












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