Alle 3 Artikel zum Thema Buchmesse auf netzwertig.com:
Bye-bye Buch? Neue Lesegeräte sollen dem E-Book endlich zum Erfolg verhelfen. Hunderte Bücher passen in elektronischer Form plötzlich in die Westentasche – trotzdem steht der Branche keine Revolution wie den Zeitungsverlagen bevor.
Alles redet über die Krise der Zeitungen, kaum jemand über ein anderes Holzmedium: über das Buch. Deshalb ist es eine interessante Debatte, die der Don A.
dort angestoßen hat. Ich gehe mit ihm konform, wenn er sagt, dass das Buch trotz der kommenden E-Book-Reader halbwegs krisenfest sei. Dennoch – und in dem Punkt widerspreche ich ihm – wird das Netz wesentliche Funktionen übernehmen, die das Buch früher eben auch hatte. Ich sehe es an mir selbst … das Buch ist für mich gewissermaßen ein ‘Dual-Use-Objekt’ geworden.
Vieles von dem, was früher dem Zettelkasten und der Bibliothekssuche überlassen blieb, die ‘philologische Recherche’ gewissermaßen, das kann ein Computer sehr viel besser als jenes Ein-Mann-Unternehmen, das sich in den Geisteswissenschaften heutzutage ‘Forschung’ nennt und zwischen Lehr- und Forschungsauftrag sich hindurchwinden muss. Will ich wissen, was unsere Klassiker bspw. über Wurzelentzündungen dachten, dann schmeiße ich meine DVD mit den lizenzfreien Texten deutscher Literatur an, ich starte die Suchanfrage mit ‘Zahnschmerz’, ‘Barbier’, ‘Quacksalber’, ‘Quecksilber’ und anderen ‘Key Words’ – und sitze binnen Sekunden vor einem Haufen von Fundstellen zwischen Wolfram von Eschenbach und Theodor Fontane, die mir drei Tage Bibliotheksrecherche abnehmen. Zumindest für die Zeit bis zum Ende des poetischen Realismus ist Arno Schmidt mit seinem Verfahren der ‘1.000 Zettelkästen’ also zu einem Dinosaurier geworden.
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Mehr Aufmerksamkeit für Bücher – dank YouTube: Mit kurzen Clips werben Verlage im Internet um Leser. Wir zeigen drei Beispiele von Rowohlt und Kiepenheuer & Witsch.
Wort-Werbung für Rowohlt-Buch
Immer mehr Bücher werden auf YouTube beworben! Vorsicht, ein Trend geht um! Wir müssen darüber schreiben und die Videos verlinken! Jaaa! Pünktlich zur Herbstsaison und zur Frankfurter Buchmesse versuchen sich deutsche Verlage wieder an multimedialer Werbung. Die Zielgruppe wird dort abgeholt, wo sie den ganzen Tag abhängt: Im Internet, mit extra produzierten Videos. Der heiße Shit kommt natürlich aus den USA – Wired hat schon vor drei Jahren über die neue Form des Buchmarketings geschrieben. Gleich zu drei Büchern, die ich gerade gekauft habe, gibt es offizielle Buchtrailer auf YouTube – hätte ich es nur vorher gewusst!
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Live von der Frankfurter Buchmesse: Für jeweils eine halbe Stunde ist ein Autor mit seinem Buch Gast auf dem “Blauen Sofa”. Darunter: Stefan Aust, Dietmar Dath, Bettina Gaus und Hans-Jürgen Jakobs.
Buchmesse im Internet ist mindestens so aufregend wie die Wagner-Festspiele auf Großbildleinwand beim “public viewing” – also überhaupt nicht. Was hingegen gut geht: Gespräche mit Autoren. Ein Sofa, ein Moderator und ein Gast mit seinem Buch. Dafür haben Internet-Nutzer wahrscheinlich auch mehr Zeit und Aufmerksamkeit übrig als gehetzte, übernächtigte Messebesucher. Auf dem “Blauen Sofa” von Deutschlandradio Kultur, dem ZDF-Kulturmagazin “aspekte”, Bertelsmann Buchclub und
Süddeutsche Zeitung nehmen natürlich auch Journalisten Platz – für die kommenden Tage haben wir je einen Termin herausgesucht.
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