Thema: Big Data

 

Alle 7 Artikel zum Thema Big Data auf netzwertig.com I Internetwirtschaft I Startups I Trends I Digitalisierung:

Kernkompetenz in der digitalen Welt:
Wir müssen lernen, uns selber besser zu verstehen

Wir Menschen würden in einer vernetzten, komplexen Welt davon profitieren, uns selber besser zu verstehen. Damit Maschinen nicht die einzigen mit dieser Kompetenz sind.

PsychologieJeder Mensch sollte in Zukunft grundlegende Programmierkenntnisse besitzen, so lautet eine häufig aus der IT- und Netzbranche zu vernehmende Parole. Diese Empfehlung ist grundsätzlich sinnvoll, selbst wenn man darüber diskutieren kann, ob sich wirklich jede und jeder von ihr angesprochen fühlen muss. Ich glaube aber, dass in der vernetzten Digitalära noch eine andere, nicht durch eine Lobby vorangetriebene Disziplin mehr Beachtung in der Bevölkerung erhalten sollte: Psychologie. Ein grundlegendes Verständnis über das eigene Verhalten und Empfinden ist meines Erachtens nach eine wichtige Kenntnis, um in einer zunehmend von hyperintelligenten Maschinen gesteuerten Welt eine Autonomie über Entscheidungen zu behalten. Oder um sich wenigstens im Klaren darüber zu sein, warum diese Autonomie gerade den Bach heruntergeht. » weiterlesen

Big Data und Überwachung:
Niemand hört uns zu

Es ist verständlich, Angst zu haben vor den Überwachungsaktionen von Geheimdiensten und Polizei. Aber in Wirklichkeit interessiert sich der Staat nicht für uns als Personen. Viel verlockender sind für ihn Metadaten. Besonders besorgniserregend ist, dass diese Grundlage für eine gesellschaftliche Steuerung darstellen können.

Big Data

Big Data ist so groß, dass Menschen überfordert damit sind, daraus etwas Sinnvolles zu extrahieren. Da sitzt niemand in einem Büro in Pullach oder Berlin, bearbeitet den riesigen Datenhaufen, den man heute “Big Data” nennt, und filtert genau das heraus, was ihn oder sie am wenigsten angeht. Unsere Wünsche, Vorlieben, politische Meinungen – genau das, was wir am liebsten nur mit unseren Freunden teilen würden. Dafür interessiert sich der Staat nicht. Nicht für das, was die Gesellschaft bereichern könnte, nicht für das, was wir unter Kultur verstehen, nicht für uns als Person. Er will gar nicht wissen, wer wir sind und wo wir hin wollen. Er hört nicht zu, obwohl wir alles posten. Was ihn interessiert, sind die Metadaten, also die Daten über die Daten. » weiterlesen

Manipulation der Konsumenten:
Die dunkle Seite der Daten

Menschen handeln nicht immer in ihrem eigenen besten Interesse. Unternehmen versuchen seit langem, diese Schwäche für eigene Zwecke zu nutzen. Im Datenzeitalter erhalten sie ihre große Chance.

WillenskraftDaten sind das neue Öl. So lautet eine in unserer Zeit häufig zu vernehmende Parole, welche die maßgebliche Bedeutung von Daten als Rohstoff der digitalen Welt und Wirtschaft beschreibt. Zurecht. Daten verändern alles und können sich in vielerlei Form positiv auf den Alltag von Menschen und Unternehmen auswirken. Doch Daten besitzen auch eine Schattenseite. “Für amerikanische Schnüffler ist Big Data wie Crack”, konstatierte der Publizist und bekannte Netzkritiker Evgeny Morozov jüngst in der FAZ. Morozov, aufgrund seiner einseitigen, hochgradig medien- und feuilletonwirksamen Betrachtungweise des digitalen Wandels selbst nicht unumstritten, erläutert in dem lesenswerten, wie für ihn üblich dystopischen Beitrag die Nachteile des Datenkonsums. Man mag von Morozov halten was man will – seine Argumentation, gemäß der die Kommerzialisierung von Daten viele nicht wünschenswerte Nebeneffekte für Gesellschaft und Demokratie mitbringt, regt zum Nachdenken an.

Morozov blickt in seinem Text durch eine kollektive Brille auf das große Ganze und die Zukunft der Demokratie. Doch die Konsequenzen des zunehmenden Datenfokus könnten auch für das autonome Individuum zu einem Problem werden. Denn mit der Erkenntnis, dass sich vermeintlich individuelle, einzigartige Persönlichkeitsmerkmale unter Voraussetzung eines hinreichend großen Datenpools aus strukturierten Informationen über Verhaltensweisen und Interessen probemlos qualitativ und quantitativ auswerten und zu hochgradig genauen Personenprofilen machen lassen, bricht ein Konflikt aus, dessen Folgen schwer absehbar sind. Auslöser für diesen Konflikt ist eine spezifische menschliche Eigenschaft: » weiterlesen

Big Data:
Schatzsuche ohne Karte

Mit dem Aufkommen des Themas Big Data gibt es die Tendenz, traditionelle Methoden der Wissenserzeugung zu vernachlässigen und sich auf Fakten zu beschränken. Doch ohne diese traditionellen Methoden wird es nicht gehen. Nur mit einer Vorstellung davon, was man überhaupt sucht, kann man sinnvolle Ergebnisse generieren.

SchatzkarteRalf Wienken ist technischer Redakteur. Er ist verantwortlich für den Bereich technische Kommunikation der X-info Wieland Sacher GmbH

Früher, in einem anderen Leben, war ich Soziologe. Um Soziologe zu werden, ließ es sich nicht vermeiden, Statistikseminare zu besuchen. In diesen Seminaren war es ein gern benutzter Witz, die Anzahl der Geburten mit der Anzahl der Störche zu korrelieren, d.h. man behauptete, dass die Zahl der Geburten und der Störche zusammen steigt oder fällt. Egal ob das stimmte oder nicht, man bekam direkt den Unterschied zwischen Korrelation und Ursache vor Augen geführt: eine existierende Korrelation zwischen zwei Werten heißt noch lange nicht, dass ein Wert die Ursache des anderen Werts ist. Niemand behauptete, dass die Anzahl der Störche die Ursache für die Anzahl der Geburten ist, und trotzdem existiert eine statistische Beziehung zwischen den beiden Werten. » weiterlesen

Vorhersehbarkeit von menschlichem Verhalten:
Ich weiß, was du diesen Sommer twittern wirst

Daten machen Mensch zu äußerst vorhersehbaren Wesen. Die Risiken sind andere, als die Politik gerne in das Zentrum der Datenschutzdebatte stellt.

Bei der seit vielen Jahren anhaltenden Diskussion um einen angemessenen Datenschutz im digitalen Zeitalter vermischen sich ernstzunehmende Bedenken mit emotional aufgeladener Prinzipienreiterei zu einer explosiven Menge, die eine sachliche Auseinandersetzung mit dem Thema erschwert. Dabei wäre genau diese im Lichte der bevorstehenden EU-Datenschutzreform angebracht.

Eine in Medien und in der Bevölkerung verbreitete Sicht ist die, dass personenbezogene Daten eine Goldgrube für Firmen aller Art seien und deshalb unbedingt geschützt werden müssten. Während ein gewisses Risiko, dass mit diesen Daten kommerziell Schindlunder getrieben wird, nicht von der Hand zu weisen ist, so wirkt es dennoch oft, als überschätzen Individuen die Wichtigkeit und Sensibilität dieser Daten. Oder sie blenden völlig aus, dass die Angaben, die sie etwa gegenüber den großen US-Internetfirmen zu schützen versuchen, bereits längst in “freier Wildbahn” kursieren, also schon lange zuvor über andere, harmlos erscheinende Wege “preisgegeben” wurden. Die zwei grundverschiedenen Perspektiven, die hier kollidieren, werden in diesem Kommentaraustausch zu meinem Beitrag über Googles Überlegenheit sehr schön deutlich. » weiterlesen

Daten aufbewahren oder vernichten:
Was die Popularität von Snapchat bedeutet

Eigentlich herrscht Konsens: In Zukunft speichern Anwender einfach alle von ihnen produzierten Daten, anstatt sie vorab auszumisten. Doch der Erfolg von Snapchat signalisiert, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

Speicherpreise sinken seit langem. Je günstiger das Gigabyte wird, desto weniger müssen wir darüber nachdenken, welche Daten wir wirklich für die Zukunft benötigen. Stattdessen wird einfach alles prophylaktisch aufbewahrt, entweder lokal oder zunehmend in der Cloud. Intelligente Suchalgorithmen sollen dafür sorgen, dass wir die in einem bestimmten Moment benötigten Informationen finden. “Big Data” heißt der Oberbegriff für diese Entwicklung. Wie Facebook, Instagram, Dropbox und Google+ Nutzer dazu bewegen, einfach jedes Foto erst einmal auf Onlineservern abzulegen, fällt ebenfalls in diese Kategorie. Nach dem Motto “Wenn unbegrenzt Platz vorhanden ist, wieso sollte man dann Dinge wegschmeißen?”.

In diesem Lichte kommt dem Anfang der Woche beschriebenen Aufstieg der Foto-App Snapchat eine ganz besondere Bedeutung zu: Denn die Smartphone-Anwendung bewegt sich mit ihrem ungewöhnlichen Konzept der nach einigen Sekunden sich selbst zerstörenden Fotos und Videos in eine entgegengesetzte Richtung. Die Zahl von 50 Millionen täglich versendeten “Snaps” durch die vornehmlich junge Anwenderschaft verdeutlicht dabei, dass eine echte Nachfrage nach visuellen Botschaften mit Haltbarkeitsdatum besteht.

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Personalisiertes Magazin The Taploid:
Klatsch und Tratsch über
die eigenen Facebook-Freunde

Das US-Startup The Taploid hat ein personalisiertes Magazin entwickelt, das humoristische Beiträge mit Klatsch und Tratsch über die eigenen Facebook-Freunde publiziert. Dafür analysiert es Profilinformationen und Verhaltensmuster.

Facebooks eine Milliarde Nutzer hinterlassen enorme Mengen an Daten bei dem sozialen Netzwerk. Nicht nur solche, die sie explizit als Informationen über sich in ihrem Profil veröffentlichen, sondern auch Angaben, die sich aus ihren Aktivitäten auf der Plattform ergeben und Aussagen über Präferenzen, Interessen, Nutzungsmuster und die Stärke ihrer Bindung zu einzelnen Kontakten machen. Charakteristisch für viele der heutigen, datenintensiven Onlineservices ist, dass nur ein Bruchteil der vorhandenen Informationen über Anwendern tatsächlich ausgewertet und nutzbar gemacht wird. In der Regel geschieht dies hinter den Kulissen zum Zwecke einer optimierten Werbevermarktung. Doch auch für User lassen sich interessante Einsichten präsentieren, die erst ans Tageslicht kommen, wenn einzelne Datenarten analysiert, aggregiert und miteinander in Verbindung gesetzt werden. Beispiele sind statistische Auswertungen des persönlichen Facebook-Profils oder der internationalen Kontaktnetzwerke von Menschen in spezifischen Ländern.

Ein junges Startup aus San Francisco versucht sich nun an einer ganz eigenen Art, persönliche Daten und sich aus diesen ergebene Zusammenhänge für Anwender aufzubreiten: The Taploid nennt sich der Dienst, eine Art persönliches Boulevardmagazin mit Klatsch und Tratsch über die eigenen Facebook-Kontakte. Nachdem ich eine Woche auf eine Einladung zu dem Angebot gewartet habe, konnte ich es am Wochenende endlich ausprobieren.

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