Alle 13 Artikel zum Thema Alphajournalisten auf netzwertig.com:
Das ständige Geschreibe vom Ende der Zeitung verschreckt doch die Leser, findet Ringier-Chefpublizist Frank A. Meyer. Der Umkehrschluss funktioniert nur leider überhaupt nicht.
Am Vorabend der französischen Revolution führten die Aufklärer einen langen Disput über Freiheit und Notwendigkeit.
Melchior Grimm, der Pariser Korrespondent und große Multiplikator aufgeklärten Denkens, plädierte für die Notwendigkeit: Die Freiheit sei eine zugebenermaßen manchmal recht nützliche Illusion, die sich die Menschen machten. In Wahrheit aber regiere die Notwendigkeit selbst dort, wo sie sich das Gewand der Freiheit hülle, um rascher fortschreiten zu können. Bei allem Anschein von Freiheit seien die Dinge durch die geheimen Strukturen und Gesetze im Innern des Gesellschaftskörpers vorherbestimmt.
An den Streit zwischen Voluntaristen (“Es geschieht, was ich will“) und Deterministen (“Mir geschieht, was ‘es’ will“) fühlte ich mich erinnert, als ich diese Einlassung von Frank A. Meyer im Sonntag las, die Ronnie hier bereits aufgespießt hat:
» weiterlesen
Die Info-Elite des ZDF lässt sich zum Bloggen herab: Neun Journalisten und drei Journalistinnen begleiten das Superwahljahr im Internet. Ist das die Zukunft des Journalismus?

Wahlbog des ZDF (Screenshot)
Dankenswerterweise hat uns Thomas Knüwer auf das neue Gemeinschaftsblog des ZDF zum Superwahljahr hingewiesen. Doch er kapriziert sich dort – arg einseitig – auf die Anspracheverrenkungen des Eckart Gaddum (“Hallo, liebe Blogger …” – “Hallo, lieber Eckart“), dabei wären in meinen Augen die besinnlichen Sätze seiner Mitblogger dort viel ergiebiger gewesen.
» weiterlesen
Web-Kolumnisten, Blogger und Online-Chefs: Ein Buch will die “neuen Stars der deutschen Medien- und Journalistenszene” vorstellen. Über die Auswahl lässt sich streiten.
Sie tun es wieder: Zwei Jahre ist es her, dass Stephan Weichert und Christian Zabel das Buch “Die Alphajournalisten” herausgegeben haben – am 16. Februar erscheint die Fortsetzung. Im ersten Band wurden noch vor allem Printjournalisten vorgestellt und zu Wortführern ausgerufen,
“Die Alphajournalisten 2.0″ beschäftigt sich jetzt mit aufstrebenden Onlinern. Zu jedem der 20 ausgewählten Journalisten haben die 20 Autoren des Buchs ein kleines Porträt verfasst. Über die Auswahl lässt sich natürlich trefflich streiten. Die Liste der 20 Alphajournalisten und – unser Service – Links auf Blogs und Twitter-Seiten der neuen Wortführer:
» weiterlesen
Glückwunsch zum 65. Geburtstag: medienlese.com-Autor Ronnie Grob hat dem Schweizer Alphajournalisten Frank A. Meyer einen Brief geschrieben.
Gratulation, Würdigung – und Kritik: Ronnie hält Frank A. Meyer die eigenen Ansprüche an den Journalismus vor und fragt, inwiefern diese denn bei “seinem” Verlag Ringier noch gelten. Den ganzen Brief gibt es in Ronnies Blog, hier ein Auszug:
“Sie prangern an, dass Journalisten nicht mehr raus gehen, keine Meinung mehr haben. Richtig, meine Rede! Ist Ihnen aber schon aufgefallen, dass das besonders in dem Ihnen doch sehr nahe stehenden Ringier-Verlag der Fall ist? Dass genau dort alle, die mitarbeiten und über die geschrieben wird, perfekt zurechtgeschliffen werden und dann sind? Und darum alle irgendwann glänzen wie der Kopf von Marc Walder? Dass Sie, jedenfalls in der Führungsebene, eines der letzten selbständig denkenden und lebenden Elemente waren in diesem Verlag? Sie wissen schon: Menschen! Nicht so gesichts- und charakterlose Manager…”
Mehr über die Wunschwelt-Blasen des Linkspopulisten Frank A. Meyer hier auf medienlese.com.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
Wir schreiben nicht den Untergang von Holzhausen herbei, wir begleiten den medialen Wandel – und fragen uns, wovon Journalisten in Zukunft leben sollen.
Hier wäre eine “
fast sehnsüchtige Litanei nach dem Untergang von Holzhausen erklungen“,
beklagt sich unser Leser David. Eine Äußerung, die eine Entgegnung verdient. Ganz ohne jede Polemik, und zum Jahresausklang auch um Versöhnung und Konsens bemüht, aber auch um Deutlichkeit bei der Situationsbeschreibung. Denn die Aussage ist in dieser Form falsch: Niemand würde die Existenz eines starken, robusten Printjournalismus mehr begrüßen als wir. Nur ist die historische Situation leider eine andere.
Als die Graff, die Jörges usw. zu Beginn des Jahres von irgendwelchen “Sielen” über dem höllischen Untergrund einer Blogosphäre daherschwätzten, die man “dichthalten” müsse, um den Tempel des Qualitätsjournalismus vor all dem wimmelnden Unrat und Gewürm zu retten, da zog doch zunächst nur eine Holzhausener Elite über das kleine Digitalien her.
» weiterlesen
Die deutsche Medien-Elite rekrutiert sich aus den Journalistenschulen, kommt aus mittelständischem Elternhaus und fühlt sich den Grünen nahe – sagt eine neue Studie.
Journalistenschulen gelten als Königsweg in die Teppichetagen der Medienbranche. Freier Mitarbeiter rein, Anchorman raus – diesen Eindruck kann man bekommen, wenn man sich die Namen der Absolventen ansieht. Maischberger, Kloeppel, Kister, Schnibben oder Jauch: Eine Medien-Elite qua Ausbildung? Oder kommen nur bestimmte Bewerber in den Genuss eines Ausbildungsplatzes?
» weiterlesen
Uh-oh: Filmkritik geht natürlich nur im Print, im Internet überall nur “sprachliches und intellektuelles Unvermögen”, wettert Josef Schnelle in der Berliner Zeitung.
(atomicjeep, CC-Lizenz)
Im Internet treiben sich “hauptsächlich Dilettanten und Abschreiber” herum, warnt Josef Schnelle in der Berliner Zeitung. Im besten Oberlehrer-Tonfall beklagt er den eigenen Autoritätsverlust angesichts der meinungsfreudigen Stimmenvielfalt der Blogger – die Geschichte geht so:
In den USA entlassen Zeitungen ihre Filmkritiker, in Deutschland werde das auch so kommen – und Schuld hat natürlich das Internet, genauer: Die Blogger, die damit die Filmkritik zu Grabe tragen. Denn damit mal eins klar ist: Filmkritik gehört gedruckt, das ist “keine demokratische Angelegenheit”, mit Daumen rauf oder runter kommt man da nicht weiter. Dass im Netz jeder einfach so seine Meinung veröffentlich darf, ist Josef Schnelle ganz und gar nicht geheuer. Was da in den Blogs steht ist eh nur “flüchtige Gesprächskultur”, zitiert er einen Kollegen, weit entfernt vom “respektablen Literaturgenre” Filmkritik.
» weiterlesen
Florian Rötzer: Mein Alpha Romeo!
Der Deutsche Online-Journalismus wäre ohne Telepolis kaum denkbar. Nur leider verliert sich auch Chef Rötzer, der Alphajournalist des New-Media-Zeitalters, bisweilen im Zahlen- und Faktenwirrwarr. (22. April 2008)
Frank A. Meyer: Lilliput putt ?
Wunschwelt-Blasen eines Linkspopulisten: Unser loser Streifzug durch die Welt der Alphajournalisten führt uns diesmal zu Frank A. Meyer, Chefpublizist bei Ringier. (11. April 2008)
Hallelujah: Schirrmacher macht uns ein Föjetong
Behaupten, Beglaubigen und Sinngeben: In unserer losen Serie über Deutschlands Alphajournalisten widmen wir uns heute FAZ-Herausgeber und Feuilleton-Chef Frank Schirrmacher. (23. März 2008)
Zehn Regeln für angehende Musterpatrioten: Mach mir den Matussek!
Der Matthias Matussek, frischerkorener Ex-Kulturchef des Spiegel, ist bekanntlich der Erfinder des Neo-Patriotismus … Zehn Regeln, um es in fünf Minuten zum Musterpatrioten zu bringen. (23. Februar 2008)
Helmut Markwort: Es gibt nichts Gutes, außer Litotes
Fingerfood für Mittelständler: Focus-Chefredakteur Helmut Markwort schreibt ein öffentliches Tagebuch. In seinem aktuellen Kommentar zur Prügel-Attacke auf einen Rentner in der Münchner U-Bahn spielt er virtuos mit den Fakten. (5. Januar 2008)
Hans-Ulrich Jörges: Im Zauberreich der Alphajournalisten
Wer für ein großes Medium Kolumnen und Editorials schreibt, der darf sich mit Fug und Recht zu den Alphajournalisten zählen. So auch Hans-Ulrich Jörges, Sielwärter und Zwischenrufer beim Stern. Erster Teil unserer losen Folge über Alphajournalisten. (26. Dezember 2007)
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.
Der Deutsche Online-Journalismus wäre ohne Telepolis kaum denkbar. Nur leider verliert sich auch Chef Rötzer, der Alphajournalist des New-Media-Zeitalters, bisweilen im Zahlen- und Faktenwirrwarr.
Mir ist es verhältnismäßig egal, ob jemand meine politische Positionen teilt. Davon hängt Sympathie nicht ab. So gingen mir die steilen Thesen eines Matthias Bröckers zu Nine-Eleven am Mors vorbei, unterhaltsam waren seine Telepolis-Artikel allemal. So wie ein dicker Abenteuerroman von Sir John Retcliffe, der wiederum ein ultrakonservativer Kotzbrocken aus dem 19. Jahrhundert war, aber ganz ähnlich wie Bröckers vollgestopft mit hanebüchener Weltverschwörung. Was in meinen Augen bei beiden verzeihlich ist, denn sie können schreiben: der rechte Retcliffe wie auch der linke Matthias Bröckers. Und darum geht es letztlich im Buchstabengewerbe.
Bekanntlich ist das Portal Telepolis aus dem Heise-Verlag das Flaggschiff des deutschen Online-Journalismus. Als virtuelle Artikelabwurfstelle für schreibende Nerds und andere Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine vertritt Telepolis eine geopolitisch antihegemoniale und innenpolitisch eine dezidiert altliberale Position, so in etwa, als wäre ein Gerhart Baum noch immer für Datenschutzfragen zuständig. Politisch ist Telepolis mir daher recht sympathisch.
» weiterlesen
Wunschwelt-Blasen eines Linkspopulisten: Unser loser Streifzug durch die Welt der Alphajournalisten führt uns diesmal zu Frank A. Meyer, Chefpublizist bei Ringier.

Für ein paar Minuten stand hier ein falsches Foto. Jetzt aber: Blochers Gegenspieler, Frank A. Meyer (Bild [M] Keystone)
Wer als Deutscher über die Schweiz schreibt, der kann eigentlich nur Verkehrtes sagen. Schließlich lässt sich auch die Geschichte des Denver-Clans nur aus der Binnenperspektive fehlerfrei aufdröseln. Ein seltsam verworrenes Land voller Ricola-Kräuterbonbons und granitener Bankfestungen, so erscheint es uns, wo inzwischen fast alle Bewohner für einen Milliardär schwärmen, der ihr Land ausländerfrei machen und in ein zweites Liechtenstein verwandeln möchte, in eine Insel mit drei Bergen (oder so), fern, möglichst fern von Europa –
Aber sind es denn wirklich alle Bewohner, die für diese Schlümpfe schwärmen? Nein, es sind dort vor allem jene Regionen, wo noch die Kuhglocken bimmeln und allnächtlich die Muren zu Tale rauschen, wo die Menschen allem Urbanen Valet sagen möchten, aber trotzdem twittern wollen. Ein einziger Held aber, ein republikanischer Winkelried, der stemmt sich wie der Berner Bär gegen die fortschreitende Provinzialisierung und die große SVP-Dampfwalze des Herrn Blocher. Das ist Frank A. Meyer, die graue Eminenz des Ringier-Presseimperiums. Ein leibhaftiger Linkspopulist!
» weiterlesen