Die Auferstehung der Wandzeitung, by maxiprint.ch

Neue Werbung am HB Zürich, gleich mehrfach nebeneinander:

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Hintergrund: Schon vor Beginn des siebenstündigen (!) Konzerts zum zehnten Todestag von Diana war bekannt, dass Elton John es eröffnen und abschliessen würde. Allerdings wusste man nicht, ob er der Bitte von William und Harry nachkommen würde, nochmal die Diana-Version von “Candle in the Wind” zu singen (“Goodbye England’s Rose”), die er für Dianas Trauerfeier 1997 gedichtet hatte.

Er sang sie nicht. Und für die Tageszeitungen kam die Nachricht zu spät.

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Er hat keins.

Steffan Heuer lebt in San Francisco. Er ist Wirtschafts- und Hightech-Korrespondent des Edel-Business-Magazins “Brandeins” (disclaimer: Er ist zudem ein Freund von mir).

Vor Wochen hat er – unter dem Titel “Die Schnittstelle” – einen äusserst klugen Text darüber verfasst, worin Apples Erfolgsgeheimnis besteht.

Das Fazit ist einfach und verdeutlicht sich derzeit auf unangenehme Weise: Apple ist erfolgreich, weil die Firma ihren Kunden die Freiheit wegnimmt. Denn Freiheit geht einher mit der Qual der Wahl, und wenns um Technik geht, wollen die Leute nicht wählen, sondern mit den Geräten arbeiten. Im Tausch gegen ihre Freiheit erhalten sie Geräte und Programme, die zwar weniger können als andere, aber dafür einfach funktionieren.

Dazu gibts derzeit im iPhone ein sehr prominentes Beispiel.

Also druckt das Schweizer “Magazin” aus eben diesem Anlass den Brandeins-Text in seiner aktuellen Ausgabe nach. Allerdings mit dem vielsagenden Titel “Ich habe was, was Du nicht hast”. Das trifft zwar nicht den Kern des Texts, aber den Kern des Hypes.

Amüsantes Detail:

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medienlese – der Wochenrückblick

Die beiden letzten Ausgaben der Zeitschriften Facts und Cash erschienen. Cash liess sich von Stefan Aust erklären, wie man es besser gemacht hätte und Facts versuchte, 12 übrig gebliebene Stories zu verkaufen, die prompt von Tobistar den möglichen Abnehmern zugeordnet wurden. Der Chefredaktor des Schweizer Fernsehens, Ueli Haldimann, sagte über das neben der WOZ übriggebliebene Wochenblatt, die Weltwoche, es sei “jenes, das das intelligente Tischgespräch soufflieren will und dabei nur den Stammtisch nachplappert.” Der Tages-Anzeiger und Journalistin Barbara Bürer trennten sich, weil der Ressortleiter des Report-Teams das von ihr gewünschte Pensum von 60% nicht akzeptieren wollte. Er hatte sich ein Pensum von 70% vorgestellt. Rafael kritisierte die im Zug sitzenden Leser der Gratiszeitung Heute: “Finde ich schon faszinierend, am Abend auch immer die heute-lesenden homosapiens im Tram oder Zug zu sehen, die nicht auf die Idee kämen, sich mal mit dem Sitznachbarn zu Unterhalten. Sondern vorgekäuten Schund der Verblödungsklasse mit viel Werbung und Bildern konsumieren.”

Jaroslaw Kaczynski, Ministerpräsident von Polen, erzürnte eine Karikatur: “Ich warne die deutschen Regierenden. Deutschland darf keine Äußerungen tolerieren, die zum Schlimmsten führen können: zu einem Unglück in Europa und damit auch zu einem Unglück, das die Deutschen selbst betreffen wird.” Der Schweizer Bundesrat Moritz Leuenberger machte sich ganz andere Gedanken: “Manchmal laufe ich in meinem Beruf nämlich etwas die Gefahr, der These zu erliegen, es fände nur statt, worüber die Medien berichten. Das stimmt nicht. Es ist oft zufällig, wo die Medien sind und von wo sie berichten.”

Thomas Knüwer erklärte einmal mehr den richtig wichtigen Artikel vor dem Wort “Blog” und der Chef der Schweizer SP, Hans-Jürg Fehr, wendete einen offenen Blog an die Präsidenten der Bundesratsparteien. Das Kress-Redaktionsblog entschlüsselte den geheimen Code in der Spiegel-Kantine: “Sollten zwei Kollegen etwas vertraulich miteinander zu bereden haben, so setzen sie sich von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Dann, so heißt es, wird sich niemand zu ihnen gesellen. Sitzt man aber nebeneinander, so darf man sein Tablett und sich ruhig am selben Tisch parken.” Die Süddeutsche stürzte sich auf die Meldung, München sei “die lebenswerteste Stadt der Welt” und PR-Berater Klaus J. Stöhlker sagte über den Herausgeber der neuen Schweizer Gratiszeitung .ch, Sacha Wigdorovits: “Ich holte ihn aus der toten Ecke und machte ihn zum Chef von ’20 Minuten’”. Tachles, das jüdische Wochenmagazin, fragte, ob der mit dem Ludwig-Börne-Preis in der Frankfurter Paulskirche geehrte Henryk M. Broder verrückt ist.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Keine @Langfassung bei welt.de

Heute zum Frühstück las ich die Welt am Sonntag. Eine durchschnittliche, eher langweilige, sauber, aber auch lieblos gemachte Sonntagszeitung ist das, dachte ich. Bis ich auf das Interview mit dem Medienwissenschaftler Lutz Hachmeister stiess.

Der Journalismus braucht Helden” stand im Titel und ich las fast nur interessante Sätze:

Viele professionelle Journalisten sehen sich technologisch bedroht, durch das Internet, wo jeder alles sofort veröffentlichen kann. Aber das sollte eher dazu führen, dass Journalisten sich stärker bewusst machen, wo der Sinn und das Vergnügen ihres Berufes liegen.

(…)

Die Leser wollen Reporter und Kolumnisten, die durch einen eigenen Stil auffallen. Sie wollen neue journalistische Helden. Das sind gewiss rare Talente, die man aber finden und fördern muss. Wahrscheinlich müssen sich die Manager des Journalismus von heute zu sehr mit ökonomischer Anpassung beschäftigen. Da hatten es Leute wie Augstein, Nannen oder Bucerius natürlich leichter, als der Werbemarkt hübsch aufgeteilt war und es immer nur nach oben ging.

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48 Stunden mit dem iPhone:
Ein erstes Fazit

So, knapp zwei Tage ist es jetzt her, dass ich mir das möglicherweise meistgehypte Gadget der Geschichte gekauft habe. Und, ehrlich gesagt, den grössten Teil dieser Zeit habe ich mit dem iPhone verbracht.

Wer an Details interessiert ist: Drüben auf neuerdings.com kann man die ausführlichen Testberichte nachlesen, die Chefredakteur Pit Sennhauser und ich verfasst haben.

Alle paar Jahre gibt es in der Technologiebranche ein Produkt, das eine neue Phase eröffnet, eine Produktkategorie definiert und festlegt, wie das Spiel von da an gespielt wird. Um einige zu nennen: Der Apple II, der IBM PC, der erste Macintosh, das IBM Thinkpad. Oder bei der Software Lotus 123, Microsoft Office, Lotus Notes, Netscape Navigator. Und bei den Mobilgeräten das Motorola StarTAC, der Palm Pilot, der erste Nokia Communicator, der iPod, der Blackberry. Aber natürlich gibt es auch eine lange Liste von Produkten, bei deren Vorstellung man hohe Erwartungen hatte, die sich aber als Flop herausstellten: der IBM PCjr., der Apple Newton, Microsoft Bob, das Iridum Satellitentelephon, der erste Tablet PC.

In welche Kategorie wird das iPhone gehören?

Ich bin ziemlich überzeugt davon, dass es zu den “game-changing” Produkten gehört und verändern wird, wie der Mobiltelefonmarkt funktioniert, was wir für Anforderungen an ein Mobiltelefon stellen und was man mit einem Mobilgerät machen kann.

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Kanzlerin feiert Personalwechsel beim Spiegel

Die deutsche Kanzlerin und der deutsche Vizekanzler besuchen ein Personalfest bei der Zeitschrift Spiegel. Warum eigentlich?

Merkel SpiegelIm am heutigen Sonntag erschienenen Spiegel (Ausgabe 27/2007) steht in einer Hausmitteilung auf Seite 3:

Wechsel an der Spitze des SPIEGEL-Hauptstadtbüros: Rund 300 Gäste, darunter Kanzlerin Angela Merkel, 52, Vizekanzler Franz Müntefering, 67, und der langjährige Aussenminister Hans-Dietrich Genscher, 80, kamen ins Berliner Restaurant Borchardt, um Büroleiter Gabor Steingart, 45, zu verabschieden. Er arbeitet künftig in Washington.

Auf dem Bild dazu (links, Ausschnitt aus dem Spiegel) sehen wir eine lächelnde und von vier Männern (Gabor Steingart, Stefan Aust, Georg Mascolo und Dirk Kurbjuweit) umringte Bundeskanzlerin Angela Merkel, wie sie einem von ihnen, Dirk Kurbjuweit, die Hand schüttelt.

Meine Fragen dazu:

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Deutschlandstart von YouTube in wenigen Wochen

youtube_floating.gifYouTube wird voraussichtlich in wenigen Wochen sein deutsches Portal starten. Wie die WirtschaftsWoche berichtet, konnte man mit der GEMA eine Einigung über die Urheberrechtsfrage erzielen. Vor knapp zwei Wochen eröffnete YouTube in neun Ländern regionale Plattformen. Da die Vertragsverhandlung mit der GEMA nicht rechtzeitig abgeschlossen werden konnten, wurde der Deutschlandstart des weltweit führenden Videoportals verschoben. Mit einer deutschen Sprachversion von YouTube verstärkt sich der Konkurrenzkampf im hiesigen Markt der Videoportale, auf dem auch MyVideo, Clipfish und Sevenload signifikante Zuwächse verzeichnen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Ich und mein iPhone

Heute haben die USA vermutlich die grösste Gadget-Lancierung der Geschichte erlebt: Das Apple iPhone kam nach langer Wartezeit auf den Markt.

Ich gehörte zu den Unentwegten, die sich schon einige Stunden vorher in die Schlange stellten. Und das hat sich gelohnt: Ich hab eins gekriegt, und zwar gerade noch das drittletzte Gerät im örtlichen AT&T-Shop. An dieser Location mussten etwa 100 Leute unverrichteter Konsumwünsche wieder abziehen. Anderswo waren aber die Vorräte scheinbar grösser.

Mein Bericht dazu findet sich drüben bei neuerdings.com, wo ich und San-Francisco-Korrespondent Peter Sennhauser laufend über unsere ersten Erfahrungen rapportieren.

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Ist die Weltwoche noch unabhängig?

“Von Markus Somm und Christoph Mörgeli” heisst es in einem Interview der Weltwoche mit dem deutschen SPD-Chef Kurt Beck. Hat der Schweizer SVP-Nationalrat einen neuen Arbeitgeber? Werden da Interessen vermischt?

Christoph Mörgeli
Blick vom 27.09.2006. Bild mit freundlicher Genehmigung von blogwiese.ch

Es ist nichts neues: Christoph Mörgeli, bald 47, Konservator des Medizinhistorischen Museums der Universität Zürich, am 06.12.1999 in den Nationalrat gewählt, seit 2000 Vizepräsident der Europäischen Totentanz-Vereinigung und seit 2001 Titularprofessor der Universität Zürich (Prof. Dr. phil.), schreibt mit Unterbrüchen schon seit Jahren für die Weltwoche :

Ende der achtziger Jahre publizierte er regelmässig in der Weltwoche, etwa: «Scheuermann – ein Rundrücken als jugendliches Schicksal» oder «Fetthals: Unschön, aber ungefährlich».

(Zitat aus der Ausgabe 28/2004, nur für Abonennten).

In den letzten Jahren beschränkte sich seine Aktivität auf eine Randspalte unter dem Namen “Konkret” oder “Mörgeli“, in der er Woche für Woche auf manchmal ätzende, manchmal witzige Weise seine politischen und gesellschaftlichen Gegner angriff. In der Ausgabe 05/07 dann durfte er sich als Theaterkritiker versuchen. Nun ja, denkt man sich. Die Weltwoche ist eine Autorenzeitschrift. Und Christoph Mörgeli ein Autor. Warum soll ein Politiker und Titularprofessor keinen guten Text über ein Theaterstück schreiben?

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Deutschland ein Web-2.0-Entwicklungsland?

Die Zahl der Bundesbürger, die zumindest gelegentlich online gehen, steigt. Laut (N)onliner-Atlas sind 60,2 der Bundesbürger in den letzten zwölf Monaten online gewesen. Ein gutes Ergebnis, mag man denken. Doch es sagt nichts über die Intensität und Art der Internetnutzung aus. Auch nicht über generelle Einstellung der Bevölkerung zum World Wide Web. Besonders in den letzten Tagen und Wochen wurde deutlich, dass sich Deutschland genau hier zu einem Problemfall entwickeln könnte.

Online-Aktivitäten umfassen mehr als das Schreiben von E-Mails und das Suchen nach dem Busfahrplan. Gerade die zahlreichen unter dem Begriff Web 2.0 zusammengefassten Dienste eröffnen Nutzern neue Möglichkeiten zur Interaktion, Kommunikation, Problemlösung und Erleichterung des Alltags. Erschreckend viele Bundesbürger zeigen jedoch wenig oder kein Interesse an den neuen Angeboten, manch einer tut sein Desinteresse und seine Ablehnung auch ohne Scham in aller Öffentlichkeit Kund. » weiterlesen

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