“Die größte Reform aller Zeiten”

Der ORF hat sich gewandelt – die Quoten besagen nichts gutes

Von Christian Horvath

Der im Sommer 2006 zum neuen ORF-Generaldirektor gewählte Alexander Wrabetz, bislang kaufmännischer Direktor am Küniglberg, hatte bei der Wahl bis auf die ÖVP sämtliche Parteien hinter sich. Um es also möglichst vielen möglichst recht zu machen, heftete sich Wrabetz das Etikett der “größten Reform aller Zeiten” um, damit auch wirklich alle was davon haben. Die Zuseher scheinen sich bislang mit dem neuen ORF nicht anzufreunden.

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medienlese – der Wochenrückblick

Berlin zeigte sich von Mittwoch bis Freitag von seiner schönsten Seite, mit viel Sonnenschein, piepsenden Vögeln, kurzen Röcken und einer daraus resultierenden gedämpften Aggression seiner Bewohner. Den Besuchern und Besucherinnen der re:publica 2007 war das Wetter aber egal: Sie zogen sich in eine Kalkscheune zurück, um dort mit allen möglichen Geräten die nur im Innenhof etwas sonnige Welt einzufangen und diese via ihre Laptops wieder auszuspucken. Alte Freunde konnten getroffen und neue Kontakte geknüpft werden. Wenn man Glück hatte, konnte man unbekannte Gesichter bekannten Blogs zuordnen, denn die winzigen und ungeschriebenen Gesetzen gemäss stets auf die Seite der Sponsoren gedrehten Namensschilder förderten unhöfliches auf den Bauch starren – eine echte Unmöglichkeit an einem Zusammentreffen potentiell Kurzsichtiger. Wer sich noch vor kurzem gegenseitig virtuell mit siedendem Öl übergossen hatte, ging dem jeweilig anderen höflich-freundlich-desinteressiert aus dem Weg. Draufgehauen wurde nur auf die, die nicht da waren. Überhaupt, es herrschte eine Eintracht, wie in jedem anderen spiessigen Verein auch, wenn die Geschäfte gut laufen oder sich wenigstens zufriedenstellend zu entwickeln scheinen. Persönliches wurde wenn immer möglich vermieden, ganz wie es unter Geschäftsleuten üblich ist. Am Anlass latent dubios auftreten wäre ein Leichtes gewesen: Man hätte nur einen blitzsauberen Anzug mit perfekt geschlungenem Schlips tragen und alle grundsätzlich siezen müssen. Ein solcher Punk war aber, unvollständige Beobachtungen berücksichtigt, nicht zu erblicken.

Die Berichterstatter sahen dicke podcasterinnen sich durch selbsternannte ?citizen journalists? drängeln, einige selbsternannte Bloggerkönige, nicht nur kommunikative, sondern auch trinkfeste Blogger, den Eindruck getrügt, dass sich alle Blogger als kleine Revoluzzer verstehen, die im Dienst der Gegenöffentlichkeit den etablierten Massenmedien an den Karren fahren und einen etwas einsam im Vorraum stehenden und für seine schnoddrigen Kommentare bekannten Blogger Felix Schwenzel.

Ueli Maurer, Präsident der Schweizer SVP, wurde von Citizen Journalists beim Falafel-Essen geblitzt, doch nur vermeintlich, es handelte sich um ein Lookalike, das auch Klaus J. Stöhlker hätte sein können. “Der früherer Blick-Chefradaktor Sacha Wigdorovits” (werbewoche.ch) plante vielleicht eine neue Zeitung und Giovanni Trapattoni sagte auch in Salzburg mal, was Sache ist. Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel verteilte unter der Woche seine eigene Zeitschrift an Studenten und verkündigte einen Auftritt am 20.04.2007 als DJ in Zürich. Einem Blog mit dem sinnigen Namen medienpiraten.tv wurde ein Text entwendet und die NZZ behauptete, es gäbe pro Tagebuchschreiber kaum mehr als 0,3 konsumierende Augenpaare. Der Blick ging bei einer angeblichen “Terrorklasse” vorbei und fand sich in einer Schülertraube wieder: “Die Schüler schubsen, schreien. Ein paar machen Fotos mit ihren Handys. Ein Mädchen zielt mit einem dicken Gummi ins Gesicht eines Kollegen.” Der Tages-Anzeiger, vermutlich danebenstehend, notierte: “He, Sie – machen Sie mich weltberühmt!”

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Safer Web 2.0:
Datenschutz-Anwenderstrategien im Web 2.0

Ein für viele leidiges und mit einem gewissen Paranoia-Image behaftetes Thema ist der Datenschutz im Web 2.0. Auch wenn die meisten Menschen “nichts zu verbergen haben” kann einem das vollständige Offenlegen seiner Privatsphäre doch irgendwann zum Verhängnis werden.

In diesem Artikel versuche ich daher, die möglichen Gefahren aufzuzeigen, sowie Anwender-Strategien zu erörtern, um seine Privatsphäre im Web 2.0 besser schützen zu können.

Gefahren

Viele Anwender sind sich oft gar nicht darüber bewusst, welche Konsequenzen es haben kann, wenn man seine Privatsphäre und Aktivitäten im Netz allzu unbedacht für jedermann nachvollziehbar macht.

So bedenken viele etwa nicht, dass Veröffentlichungen, die man einmal ins Netz stellt und es dort schaffen die Runde zu machen, nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Noch brisanter wird es, wenn dabei nicht nur die eigenen sondern auch die Persönlichkeitsrechte Dritter verletzt werden. Ein besonders krasses Beispiel ist der Fall eines Mannes, welcher ein privates Sex-Video seiner Ex-Freundin im Netz verbreitet hat. Da es nicht mehr möglich ist, eine solche Datei jemals wieder aus den Netz zu entfernen, wurde der Mann deshalb auch zurecht mit einer entsprechend hohen Strafe bedacht.

Ein gutes Video zu diesem Thema namens “Think before you post” findet sich auch bei YouTube:

Eine weitere Tücke, derer sich vor allem jugendliche Internet-Nutzer oftmals nicht bewusst sind: Das Netz vergisst nicht. Einem heute 16 jährigen kann es in zehn Jahren vielleicht zum Verhängnis werden, wenn er auf einer Community-Seite es als eines seiner Hobbys angibt, gerne Gras zu rauchen und er darüber bloggt, wie er letzte Woche im Ausnüchterungszimmer des örtlichen Krankenhauses aufgewacht ist. Denn selbst wenn die Daten nach dem Durchleben der pubertären Phase von den originären Webseiten nachträglich geändert oder gelöscht werden, ist es durch Caching-Dienste wie Archive.org ein leichtes, diese Daten auch in Zukunft abzurufen.

Es dürfte auch nur noch eine Frage der Zeit sein, bis kriminelle Banden das soziale Web für sich entdecken. Social Engineering und Phishing klappt umso besser, je personalisierter sich die Nachrichten gestalten lassen, in denen der arglose Anwender gebeten wird, einen Dateianhang zu öffnen oder seine PINs einzugeben. Hier hilft nur erhöhte Wachsamkeit sowie Sensibilisierung der Anwender.

Strategien für Anwender

Zugegebenermaßen ganz schön viel schwarzgemalt jetzt. Aber um es vorwegzunehmen: Ich möchte hier jetzt nicht propagieren, als Schutzmaßnahme gleich allen Web 2.0-Diensten zu entsagen. Eine Taktik nämlich die damit vergleichbar wäre, künftig das Einkaufen von Lebensmitteln zu unterlassen, um es zu verhindern das Opfer von Taschendieben zu werden. Vielmehr heißt es, sich der Gefahren bewusst zu sein und Mittel einzusetzen, welche das Ausspähen von persönlichen Daten erschweren.

Welche Daten veröffentliche ich über mich?

Als allererste und wichtigste Frage sollte man sich stellen: Welche Web 2.0-Dienste bringen wirklich einen Nutzen für mich und welche Daten soll ich dort veröffentlichen? Ist es wirklich notwendig, jeden Schritt den ich mache öffentlich zu verlautbaren? Möchte ich, dass private Bilder und Gedanken für alle möglichen Leute (Nachbarn, Arbeitskollegen, etc…) frei zugänglich sind ohne darüber Kontrolle zu haben?

Doch nicht nur was man über sich selber veröffentlicht gilt es zu Bedenken. In vielen Web 2.0-Anwendungen ist es Leuten auf der Kontaktliste ebenso möglich, Daten über einen selbst zu veröffentlichen. Ein bekanntes Beispiel: Das Verlinken von Fotos auf StudiVZ. Fügt man selber solche Daten hinzu, sollte man sich die Frage stellen, ob es zu Problemen führen kann, Informationen über Dritte zu veröffentlichen.

Unterschiedliche Pseudonyme verwenden

Wer ein und den selben Benutzernamen für viele Dienste verwendet, gibt unter Umständen enorme Informationen über sich Preis: Welche Waren zu welchem Preis habe ich neulich bei eBay gekauft? Welche Webseiten habe ich kürzlich besucht? Welche Artikel habe ich auf Wikipedia bearbeitet?

Wer es anderen erschweren will, auf diese Weise an ein vollständiges Personenprofil zu gelangen, dem ist es anzuraten, mit verschiedenen Pseudonymen und Benutzernamen zu arbeiten. Schon bei der Registrierung ist es ratsam, für jeden Dienst eine eigene E-Mail-Adresse zu verwenden.

Datenfreigaben überarbeiten

Das Verwenden von Pseudonymen ist allerdings nicht immer möglich. In Business-Portalen wie Xing oder LinkedIn etwa würde man sich wohl eher lächerlich damit machen – außerdem wird man in den Nutzungsbedingungen ohnehin dazu angehalten wahrheitsgemäße Angaben zu seiner Person zu machen.

Sehr wohl kann man sich jedoch fragen, ob es denn wirklich notwendig ist, sämtliche private Adressdaten und Telefonnummern zu hinterlegen, selbst wenn diese nicht für jedermann freigegeben sind.

Man sollte sich nämlich immer darüber im Klaren sein, dass auch nicht allgemein zugängliche Daten in sozialen Netzwerken in unbefugte Hände gelangen können – Durch Programmierfehler, Cracker-Angriffe und dergleichen mehr. Beispiele aus der Vergangenheit gibt es genug, wie etwa bei StudiVZ oder Flickr. StudiVZ etwa schließt in seinen neuen AGB eine Haftung dafür aus, sollte es Dritten gelingen, Daten auszuspähen. Zufall? Wohl kaum.

Verknüpfung verschiedener Profile vermeiden

Bedient man sich, wie im weiter oben erwähnt, unterschiedlicher Benutzernamen, dann sollte das gegenseitige Verlinken der eigenen Nutzerprofilen zueinander natürlich vermieden werden. Gelangt der neue potentielle Arbeitgeber nämlich trotzdem mit zwei Klicks vom Xing-Profil auf das YouTube-Video, auf denen zu sehen ist, wie man gerade neben einen 200-Liter-Eimer Sangria kotzt kann dies der künftigen Karriere unter Umständen abträglich sein.

Selbst wenn der aktuelle Trend dahin geht, die verschiedenen sozialen Netzwerke untereinander zu verknüpfen, ist es trotzdem ratsam, jeden Dienst für sich alleine stehend zu betrachten – oder zumindest die Dinge sauber zu trennen. Es spricht ja nichts dagegen, wenn man einen Flickr-Account als Blog-Bilder-Hosting-Dienst verwendet, solange man denselben Account nicht auch für die privaten Urlaubsbilder verwendet.

Aber nicht nur direkte Verlinkungen sollte man vermeiden, vielmehr sollte man auch Angaben entfernen, welche doch wieder eindeutig auf die Person rückschließen lassen, wie Skype-Namen, E-Mail-Adressen und so weiter.

Indizieren von Daten verhindern

Wer von uns hat nicht schon mal nach einem Namen aus dem Bekanntenkreis bei Google gesucht? Dabei ist es ein leichtes, Daten vor Suchmaschinen zu verstecken – zumindest vor den großen, ethisch korrekt arbeitenden. Die simple Verwendung eines noindex-Tags in den Meta-Tags verhindert schon, dass eine Webseite indiziert und die Seite so aufgefunden werden kann.

Will man verhindern, dass Texte indiziert werden, so kann man sich auch Bildern bedienen, die Texte enthalten, muss sich aber bewusst sein, dass darunter die Barrierefreiheit leiden kann.

Es kann auch sinnvoll sein, es Archivierungsdiensten zu untersagen, die Seiten in ihren Cache aufzunehmen. Eine Anleitung dazu findet sich hier.

Bevorzugt Dienste mit HTTPS-Verschlüsselung verwenden

Eine Warnung, die es seit Anbeginn des Webs regelmäßig runtergebetet wird und dennoch nicht oft genug wiederholt werden kann: Alle Daten im Internet werden in der Regel (und das schließt abgesendete Formulardaten und Passwörter mit ein) ohne jegliche Verschlüsselung übermittelt. Allen Stationen die ein Datenpaket auf dem Weg zwischen Anwender und Server passiert ist es mit geringstem minimalen Aufwand möglich, den Datenverkehr abzuhören.

Abhilfe schafft hier SSL, wie es zum Beispiel Banken für Online-Banking verwenden. Leider muss jedoch der Anbieter eines Web-Dienstes diese Form der Verschlüsselung unterstützen, was sehr häufig nicht der Fall ist. Ein Grund, warum die SSL-Verschlüsselung bis heute keine allgemeine Verbreitung gefunden hat dürfte sein, dass diese für die Webserver eine stark erhöhte Belastung darstellt – und ein Webserver somit weniger Verbindungen gleichzeitig annehmen kann. Ebenso sind SSL-Zertifikate mit hohen Kosten verbunden sind, wenn man sich diese von einer vertrauenswürdigen Stelle wie Thwate oder VeriSign ausstellen lässt. Man kann durch Feedback dem Betreiber seiner Lieblings-Web 2.0-Dienste dennoch signalisieren, dass solche Features von den Usern gewünscht werden.

Fazit

Will man die Vorteile und Möglichkeiten des Web 2.0 in vollem Umfang nützen, dann lässt es sich nicht vermeiden, gewisse Daten über sich Preis zu geben. Wichtig ist es dennoch, sich Gedanken darüber zu machen, welche Daten man veröffentlicht und es zu verhindern, Dritten allzu leicht die Möglichkeit zu geben, ein umfassendes Personenprofil erstellen zu können.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Eine Stadt ohne Werbung

Für Europäer aus dem ehemaligen Ostblock mögen die Fotos schon fast nostalgisch wirken, für Menschen aus der seit ehedem kapitalistischen Welt ist es geradezu gespenstisch: Die Brasilianische Grossstadt Sao Paulo präsentiert sich seit einigen Tagen fast vollständig werbefrei.

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Lycos startet Jubii in Deutschland

Und noch einer versucht es: Heise online berichtet heute, dass Lycos Europe am kommenden Montag die neue Plattform Jubii in Deutschland starten wird.

Das Portal, welches für den US-Markt bereits vor sechs Wochen gestartet wurde, will “das Beste des Web 2.0″ in einem Dienst vereinen: E-Mail-Service, Datei-Austausch & soziale Netzwerke. Mittelfristig ist geplant, die derzeitigen Lycos-Dienste Mail, Chat und Love@LYCOS im Laufe des Jahres vollständig in den neuen Dienst aufgehen zu lassen.

Man könnte also auch von Lycos 2.0 sprechen ;) Man darf gespannt sein, ob sich die ehrgeizigen Ziele, Marktführer in diesem Segment zu werden verwirklichen lassen. Mit derzeit rund 6 Millionen Lycos-Mail Nutzern befindet sich Lycos aber schon mal in einer durchaus guten Ausgangsposition – allerdings bleibt vermutlich abzuwarten, ob es Lycos gelingt, auch eine große Anzahl an Nutzern außerhalb des bestehenden Stammes zu gewinnen und sich im immer dichter werdenen Markt an sozialen Netzwerken zu behaupten.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Doubleclick-Deal:
Wer setzt Google Grenzen?

Der Kampf um den Onlinemarketing-Spezialisten DoubleClick ist beendet. Google übernimmt den Vermarkter für sagenhafte 3,1 Milliarden US-Dollar. Yahoo und Microsoft, die ebenfalls interessiert waren, gehen leer aus. Nach dem Aufsehen erregenden Kauf von YouTube für 1,6 Milliarden Dollar im Oktober 2006 und einer langen Liste “kleinerer” Übernahmen setzt Google damit noch einen drauf und ist ab sofort auch eine relevante Größe im Vermarktungsgeschäft von Webseiten.

So sinnvoll und eventuell sogar notwendig eine solche Akquise für Google auch war, frage ich mich, ob Googles zunehmende Dominanz in vielen Bereichen des Internets nicht Anlass zur Sorge gibt. DoubleClick bestückt zahlreiche der größten und meistbesuchten Websites weltweit mit Bannern und anderen Werbeelementen. Durch die Übernahme dominiert Google nicht länger NUR das textbasierte Suchmaschinenmarketing, sondern auch die klassische Bannerwerbung. Die Google-Suchmaschine ist weltweit die unangefochtene Nummer eins. Google Mail setzt Standards und gehört zu den führenden E-Mail-Diensten. YouTube ist die größte Videoplattform und wird durch Google Video verstärkt. Weitere relevante Dienste von Google sind die Produktsuchmaschine Froogle, das Blogportal Blogger.com, der Instant Messenger Google Talk und die Fotoplattform Picasa.

Unbestritten liefert uns Google fast ausschließlich praktische, nützliche und allseits beliebte Angebote. Doch monopolistische Tendenzen sind niemals gut, da macht das Internetgeschäft keine Ausnahme. Besonders deutlich wird das im Onlinemarketing, wo die Dominanz eines einzelnen Anbieters langfristig sicherlich nicht vorteilhaft für die Werbepreise ist.

Google entwickelt sich nach und nach zu dem allgegenwärtigen Unternehmen, das Microsoft für viele Computernutzer in den 90er Jahren war – nur jetzt eben in anderen Geschäftsfeldern. Bleibt zu hoffen, dass den Internetverwendern daraus nicht bald Nachteile entstehen. Und das Yahoo, Microsoft und vielleicht auch Unternehmen XY der Dominanz von Google Grenzen setzen können.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Goldene Zeiten für goldene Nasen!

Die deutsche Wirtschaft brummt! Überall liest man Erfolgsmeldungen über sinkende Arbeitslosenzahlen, steigende Steuereinnahmen und eine wachsende Zuversicht der Unternehmen. IT-, Multimedia- und Internetfirmen sind Antreiber und Profiteure gleichermaßen. Neugründungen und Einstellungen im großen Stil sorgen für ein enormes Wachstum der Branche. Die Umsätze der E-Commerce-Anbieter steigen, was zusammen mit der Verlagerung von Werbebudgets klassischer Offline-Anbieter ins Internet zu explodierenden Online-Werbeumsätzen führt.

Die Folge: Auch wenn manch ein Web-2.0-Unternehmen noch tief in den roten Zahlen steckt, so steigen für die meisten Angestellten im Internet- und Multimedia-Bereich die Gehälter deutlich. Das berichtet «Werben & Verkaufen« (w&v) in seiner heutigen Online-Ausgabe. Die durchschnittliche Steigerung für Angestellte in Werbung, Multimedia, Marketing und Vertrieb liegt demnach bei vier bis sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Dabei können sich laut w&v besonders Angestellte in New-Media-Unternehmen freuen: «Rasant wachsende Kundenbudgets für Multimedia-Kampagnen lassen die Nachfrage nach Online-Spezialisten mehr und mehr ansteigen« Mobile- und Suchmaschinenmarketing-Experten sowie Online-Strategen können dem Bericht nach «fast überall mit breiter Brust in die Gehaltsgespräche gehen«. Zitiert wird Alexander Dewhirst, Chef der Berliner Personalagentur «Designerdock«, der meint, bei einem Jobwechsel in diesen Bereichen währen mühelos zehn bis 15 Prozent Lohnzuwachs möglich.

Es scheint, als werden nun alle die belohnt, die während der Flaute der letzten Jahre durchgehalten oder trotz dieser eine Tätigkeit im Internet- und Multimedia-Bereich angestrebt haben. Und auch für alle anderen ist es noch nicht zu spät: Nach Angaben des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW), den die w&v zitiert, sind derzeit rund 5.000 Stellen in der Branche nicht besetzt.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Die Medien(r)evolution – re-live von der re:publica

Re-Live-Blogging der Veranstaltung

Wie überholt sind die alten Medien, wie innovativ die neuen?

Teilnehmende:

Mercedes Bunz (mb)
Johnny Haeusler (jh)
Jochen Wegner (jw)
Thomas Knüwer (tk)

Moderator: Tim Pritlove (tp)

10:07: Das Panel beginnt mit einem Buzzword-Bingo, in vom Publikum Buzzwords gesucht werden. Eine spontane Idee mit dem Ziel, sie nicht zu verwenden. Dabei: “Relaunch 2.0, Crossmedia, Dorsten, Sind Blogger die neuen Journalisten?, Glaubwürdigkeit, etc.”. Die genaue Liste wird hier später veröffentlicht.

10:10: jh ist noch nicht aufgetaucht, tp streut das Gerücht, er sei ein Avatar, kurz darauf gesellt er sich dazu. Er stellt mal die anderen Leute hinter dem Tisch auf dem Podium vor. Im Saal befinden sich kaum mehr als 50 Leute – das gestrige Powerpoint-Karaoke und die Biere am Konzert von Toni Mahoni haben offenbar ein paar Langschläfer nach sich gezogen.

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Munitions-Lieferungen

Ö-Schau – die Medienwoche in Österreich

Von Christian Horvath

Beherrschendes Thema in der Alpenrepublik in der vergangenen Woche: die Eurofighter. Nichts polarisiert die Österreicher derzeit mehr, nicht einmal der frisch reformierte ORF. Die Flieger – auch dominantes Thema im vergangenen Wahlkampf – sind von der (siegreichen) SPÖ zum Nummer-1-Feindbild erkoren worden, das getilgt werden muss. Gleich, zu welchem Preis.

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Social Networks:
Mit bloomstreet & unddu.de wird es richtig eng!

Es war wohl noch nie leichter als heute, Investoren für ein viel versprechendes Internetprojekt zu gewinnen, mediale Präsenz herzustellen (auch Blogs wie diesem sei Dank) und schnelle Bekanntheit zu erlangen. Die Kehrseite der Medaille: Viele versuchen dies. Das sorgt für einen unübersichtlichen Markt mit vielen großen und kleinen Anbietern, die sich gegenseitig ins Gehege kommen.

Davon besonders betroffen sind Social Networks. Abgesehen von den großen US-Diensten wie MySpace (das kürzlich auch eine deutsche Version gestartet hat), Friendster, Yahoo 360° oder Bebo, buhlen auch viele deutsche Plattformen um die Gunst der User. Einige konnten sich bereits fest in der deutschen Web-2.0-Kultur verankern, allen voran StudiVZ mit rund 1,8 Millionen Mitgliedern und mit etwas Abstand die lokalisten (rund 600.000 registrierte Nutzer im Januar 2007). Viele andere Netzwerke sind noch nicht so weit und versuchen, sich gegen die immer übermächtiger erscheinende Konkurrenz der Dank zahlreicher Investoren finanziell gut ausgestatteten Big Player zu behaupten. Als Beispiele seien hier JoinR und 7just7 erwähnt.

Und es wird noch enger! Im März startete bloomstreet. Das noch in der Beta-Version befindliche Social Network aus Berlin möchte eine führende Rolle bei Deutschlands Online-Communities einnehmen. Zu den Investoren gehört mit Bertelsmann ein Schwergewicht im deutschen Medienmarkt, was sicher keine schlechte Ausgangsposition ist. Doch allein davon kommen die User nicht. Nun muss man sich also beweisen. Leicht wird das auch deshalb nicht, weil ab Montag noch eine weitere Internetgröße im Community-Markt mitmischt: Dann startet WEB.DE (zum United Internet Konzern gehörend) sein soziales Netzwerk unddu.de.

Angesichts dieser Entwicklung ist es interessant zu erfahren, wie zufrieden man im Hause bloomstreet mit dem Launch ist und wie man im Kampf um die Nutzer gegen die Konkurrenten bestehen möchte.

Meine Mail mit diversen Fragen wurde prompt von Justus Hug, Director Communications bei der W/RITE MEDIA GmbH – dem Betreiber von bloomstreet – beantwortet. Genaue Angaben zu den Nutzerzahlen möchte er noch nicht machen, doch man sei mit dem bisherigen Start der Community, die momentan rund 60 Prozent des geplanten Funktionsumfangs enthält, sehr zufrieden.

Am Wichtigsten für bloomstreet ist es zurzeit sicher, schnell bekannt zu werden. Allerdings ist man laut Justus Hug hinsichtlich intensiver Marketingmaßnahmen noch in der Vorbereitung. Vermutlich wartet man auf das Feedback der Beta-Tester. Aber für die Zukunft geplant sind ungewöhnliche Below-The-Line (= Marketing abseits klassischer Mediawerbung) und Guerilla-Maßnahmen. Primär sollen besonders kreative und kommunikative Nutzer angesprochen werden.

Doch was möchte man diesen Usern bieten, um sie für bloomstreet zu gewinnen? Justus Hug weist darauf hin, dass bloomstreet “als erstes deutsches Netzwerk nahezu unbegrenzte Möglichkeiten der Integration bestehender Inhalte bietet.” Ein Beispiel: Nutzer können eigene Fotos und Videos von anderen Plattformen, Blogs und RSS-Feeds per Drag & Drop auf dem bloomstreet-Profil positionieren.

Wie auch bei MySpace setzt man viel auf die Macht (und die Popularität) der Musik, möchte allerdings eigene Wege gehen. Künstler präsentieren sich und ihre Songs auf eigenen Seiten. Die Tracks können dann vom User im persönlichen Music-Player eingebunden und auf dem eigenen Profil weiterempfohlen werden. Die Bandpromos werden redaktionell von bloomstreet unterstützt und betreut. Laut Justus Hug entscheidet bei bloomstreet statt der Musikindustrie die Community über den Erfolg der Künstler.

Den Start von unddu.de nimmt man bei bloomstreet ganz locker. Justus Hug erwartet, dass sich die unddu.de-Nutzer anfangs hauptsächlich aus den WEB.DE-Usern zusammensetzen werden. Diese sind durchschnittlich älter als die von bloomstreet anvisierten Anwender zwischen 14- und 29. Aber natürlich werde man sich bei bloomstreet “genau anschauen”, was bei unddu.de passiert.

Es wird spannend im Kampf um die besten Plätze in Deutschlands Social-Network-Elite!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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