Dieser Dieter Degler …

… der neuerdings in der Süddeutschen kommentiert, der prügelt unter dem Titel ‘Gefangene der Macht‘ auf die “Heulsusen-Partei” SPD ein, was unter medialen Gesichtspunkten ungefähr so verdienstvoll ist, wie zu sagen, dass man Kinderschänder nicht mag oder Doping blöd findet.

Von Klaus Jarchow

Denn die arme, hilflos durch die politische Arena taumelnde SPD ist derzeit die Schießbudenfigur für alle, die sich mal schnell eine Papierrose zusammenballern möchten, um die Liebste zu beeindrucken.

Gut, könnte man sagen, jeder hängt sich irgendwo dran, und es wird so viel Belangloses zusammengeschrieben in den Gassen von Old Media, gerade auch in den Kommentaren, weshalb sollte die Süddeutsche das nicht auch dürfen? Gäbe es nicht dieses Zitat, mit dem Dieter Degler seinen Text am letzten Donnerstag eröffnete: ‘Es war Winston Churchill, der einmal zum Besten gab: “Ich traue keiner Statistik, die ich nicht selbst gefälscht habe.” Dieser ‘Churchill’ aber, Herr Degler, das war nicht der Churchill …

Ein wenig Internet-Recherche, von einem Tempo-Gründer und ehemaligen Verfasser von Spiegel-Titelgeschichten wohl zu erwarten, hätte erbracht, dass diese von jedem Zitatritter gesattelte Behauptung immer wieder gern auf einen PR-Trick der Nazi-Propaganda hereinfällt. » weiterlesen

StageSpace:
finale Version der virtuellen Welt Ende September

stagespace.gifMitte Juni widmete ich mich StageSpace. Damals hatte das Unternehmen aus Karlsruhe gerade die Beta-Phase seiner virtuellen Welt gelauncht, die im Gegensatz zu Second Life und ähnlichen Plattformen primär als Social Community im 3D-Gewand ausgelegt ist und direkt aus dem Browser heraus gestartet wird. Die Idee der Betreiber war es von Anfang an, StageSpace als “WhiteLabel-Lösung” bestehenden Social Networks und Communities anzubieten, die ihr Angebot um die Komponente Web 3D erweitern möchten. Die offene Beta-Phase diente hauptsächlich dazu, die entwickelte 3D-Technologie unter realen Bedingungen mit einem breiten Publikum zu testen und Userfeedback zu erhalten. Wie ich erfahren habe, ist die Beta-Phase in ihren letzten Zügen. Am 27. September plant StageSpace, das neue, finale Produkt offiziell vorzustellen. » weiterlesen

medienlese – der Wochenrückblick

Internetbranche verärgert. Digitale Bohème müde. Springer lacht.

Das Bildblog produzierte und schaltete einen TV-Spot, was vom Bild-Besitzer, dem Springer-Verlag, offenbar mit Humor aufgenommen wurde. Springer-Pressesprecher Dirk Meyer-Bosse sagte: “Gratulation den Kreativen zum guten Spot. Wir haben auch gelacht.”

Sexy Bilderstrecken zum Trotz informierte welt.de seine Leser am 22.08.2007, wie schon am 21.11.2004 und am 10.07.2005, über Menschen, die “einfach keinen Sex wollen”. Online first? Nein, online last. Der Text erschien nämlich bereits in Welt Kompakt, am 17.08.2007.

Felix Schwenzel scheiterte an einer Veranstaltung für digitale Bohemisten an seinem wohl eher konventionellen Schlafrhythmus und wurde müde. In China wurde ein aufmüpfiger Blogger kurzerhand in die Psychiatrie gesteckt.

» weiterlesen

iPhone, GPhone und nun zunePhone?

Während die Gerüchte um Googles Mobiltelefon “GPhone” neue Nahrung erhalten haben, ist bei YouTube ein geheimer Werbespot für ein mögliches zunePhone von Microsoft aufgetaucht. » weiterlesen

Eine Zusammenkunft – vier Versionen

Der Schweizer Rapper und WOZ-Kolumnist Greis und der Weltwoche-Redaktor Peer Teuwsen treffen sich und reden etwas miteinander. Inhalte daraus erscheinen gleichentags in zwei Wochenpublikationen. Und nun auch noch auf Myspace. Das Verhältnis zwischen Medien und Politik wird derweil endlich zur Debatte.

Wir sammeln mal, was wir alles gefunden haben:

23.08.2007, WOZ: Ein Gespräch mit Peer Teuwsen

23.08.2007, Weltwoche: 14 Fragen an Greis (nur für Abonennten zugänglich)

23.08.2007, Myspace: WOZ-Kolumne August UNZENSIERT

23.08.2007, Myspace: 14 Frage an Greis in der “SVP-Woche” (“ursprüngliche Version, mit Korrekturen in Grossbuchstaben”)

Inhaltlich wurde nicht viel verschwiegen. Peer Teuwsen findet, dass das Magazin nach seinem Abgang zu einem “Lifestyle-Heftli” geworden ist und dass er seine Meinung, der Koran sei vermutlich blutrünstiger als die Bibel, nicht unbedingt abgedruckt sehen müsste. Offensichtlich ist jedenfalls, dass die Wahrnehmung eines Vorgangs oft etwas Persönliches ist.

» weiterlesen

Neues von Freebase

Freebase Logo
Mein letzter Artikel über Freebase ist nun doch schon wieder einige Monate alt. Grund genug sich anzusehen, was sich in dieser Zeit alles getan hat sowie eine aktualisierte Bewertung des Potentials von Freebase und dessen Rolle im semantischen Web vorzunehmen. Außerdem gilt es, wieder einige neue Einladungen unters Volk zu bringen.

» weiterlesen

Heiße Geschichten in kühler Optik

Wir stellen vor: Neue Probleme. Ein kleines Magazin mit Geschichten und Illustrationen, hergestellt von einer Handvoll Enthusiasten. Im Interview erzählt Herausgeber Marcus Bösch von Deadlines, einer Handvoll Münzen und dem Glück vom Selbermachen.

Die beiden Cover der zweiten Ausgabe von Neue Probleme

Auf der ewigen Jagd nach unverbrauchten Geschichten und visuellen Offenbarungen muss der Blick zwangsläufig vom Kioskregal weg und hin zu den Treffpunkten urbaner Kreativität wandern. Dort findet man dann opulente Geschmacklosigkeiten wie die Vice – oder Kleinode wie Neue Probleme.

Die zweite Ausgabe dieses kleinen Magazins wartet auf mit 80 Seiten und vier eingelegten Farbdrucken. Im Heft stehen Texte mit Mut zum Ich, mit Befindlichkeiten und mit Nonsens. Eben das, was früher Popjournalismus war und heute Bloggen. Die Autoren treffen Musiker, erzählen von ihrer Silvesterparty, bewundern 14jährige Clubbetreiber und schreiben über ihre erste Ecstasy-Erfahrung. Wenn “nett” nicht vielfach zum Schimpfwort umgedeutet würde, wären es nette Geschichten.

So zurückhaltend und unauffällig ist das Heft gestaltet, dass es schon Kunst oder zumindest Museumsladen schreit: Eine Schriftart, eine Schriftgröße. Auf grauem Papier. Kein Inhaltsverzeichnis. In dieser Grauzone zwischen Kunstprojekt und ambitioniertem Fanzine feiert Neue Probleme die Abwesenheit von Editorial Design und Infokasten. Mehr dazu erzählt uns Marcus Bösch, einer der beiden Herausgeber und Mitglied der vierköpfigen Redaktion.

» weiterlesen

“Pling!” Der Bildblog-Spot ist online

Bildblog.de hat nun doch sehr schnell den Werbespot, der ab heute auf drei Fernsehsendern läuft, online gestellt – 18 Minuten nach der TV-Premiere. Schön geworden:

Link: sevenload.com

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

GEZ gibt Nachhilfe per Abmahnung

Ein besonders bizarrer Versuch, mit juristischen Schritten für ein gutes Image zu kämpfen, wird gerade in deutschen Blogs öffentlich: Die Website akademie.de meldete heute, dass sie eine Abmahnung von der Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (GEZ) erhalten habe. Akademie.de solle sich verpflichten, zukünftig nicht mehr Begriffe wie etwa “GEZ-Gebühren” zu verwenden, sondern stattdessen (in diesem Beispiel) von “gesetzlichen Rundfunkgebühren” zu schreiben. Sogar “GEZ-Brief” und “GEZ-Anmeldung” stehen auf der langen Liste unerwünschter Begriffe, die akademie.de auf ihrer Website veröffentlicht hat.

Wir sind nun nicht nur gespannt, ob ein deutscher Politiker hier mal ein paar angebrachte öffentliche Ohrfeigen verteilt, sondern vor allem, ob das Einschreiben der GEZ auch an Spiegel Online, heise.de, golem.de, zdnet.de, das Hamburger Abendblatt, Focus Online, handelsblatt.com, DWDL, die Macwelt, das Börsenblatt und sueddeutsche.de geht – die alle den Ausdruck “GEZ-Gebühr” verwendet haben, wie eine rasche Google-Suche zeigt. Mit einer Abfrage der Pressedatenbank von Genios ließe sich sicher noch mehr finden, da bin ich zuversichtlich. Ach, und da wären dann noch die Gewerkschaft ver.di und die Wiesbadener Industrie- und Handelskammer. Und Google selbst könnte man vielleicht auch vorwerfen, dass bei der Suche nach dem Begriff “GEZ-Gebühren” an erster Stelle der Trefferliste die Website der GEZ ausgespuckt wird.

Wie ist es im Übrigen und Speziellen mit dem Onlineangebot der öffentlich-rechtlichen Tagesschau, auf dem ebenfalls von “GEZ-Gebühr” geschrieben wird?

Und da wäre dann zuletzt auch noch das hier:

screenshot_zdfwebsite.jpg

screenshot_zdfwebsite.jpg


Screenshot von http://www.unternehmen.zdf.de/…

[via Robert Basic]

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Frazr ging den riskanten Weg

frazr.gifWebangebote innerhalb der rechtlichen Grauzone sind in der Regel Publikumsmagneten. Auf Seriosität bedachte Dienste machen aber meist einen großen Bogen um derartige Seiten – zum einen aus Image-Gründen, zum anderen, um sich nicht am Ende selbst für deren Untaten verantworten zu müssen. In den Abwägungen der Betreiber des deutschen Microblogging-Dienstes Frazr schien das Potential einer Kooperation mit dem umstrittenen Dienst onlinetvrecorder.com (OTR) die Risiken einer solchen Zusammenarbeit zu überwiegen. OTR nimmt das Programm verschiedener deutschsprachiger Fernsehsender auf und lässt es seine Nutzer herunterladen. Der beliebte Dienst hat angeblich mehr als 370.000 registrierte Anwender und ist bereits vermehrt mit TV-Anbietern aneinandergeraten. Als Konsequenz hat man seinen Firmensitz daher formell ins südpazifische Vanuatu verlegt. » weiterlesen

  • Sponsoren