MySpace vs Photobucket:
Hintergründe

Anknüpfend an die gestern bekannt gewordene Sperrung von bei Photobucket gehosteten Bildern durch MySpace (siehe mein Beitrag von gestern) liefert heise online heute einige Hintergrund-Infos und weiß außerdem durch den schönen Begriff des “Web-2.0-Kindergarten” zu erheitern!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

50’000 zahlen Steuern

Der Tages-Anzeiger zum Hype um Second-Life: All das Geschrei wegen 50’000 Nasen weltweit?

Christian Bütikofer vom Zürcher Tages-Anzeiger ist der nächste, der sich fragt, was der Hype um Second Life soll. Er hat ein paar Zahlen zusammengetragen.

Am eindrücklichsten ist das Faktum, dass laut LindenLab grade mal 50’000 der angeblich 5 Millionen Mitglieder von Second Life ein kostenpflichtiges Konto besitzen.

Demnach müssten all die Autokonzerne, Zeitungen und PR-Agenturen, die jetzt auf den Rechnern der Firma in San Francisco virtuelle Büros eröffnen, schleunigst umziehen in die Fantasy-Welt von world of Warcraft. Dieses Spiel verzeichnet nämlich weltweit 8 Millionen Mitglieder, die allesamt eine monatliche Gebühr berappen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

MySpace macht Schluss mit Photobucket

Viele der weltweit über 100 Millionen MySpace-Nutzer, die externe Bilder oder Videos in ihrem Profil eingebunden haben, nutzen dafür Photobucket, einen kostenlosen Hosting-Anbieter für Mediaformate mit rund 39 Millionen Usern. Wie das Onlinemagazin futureZone berichtet, ist damit seit heute Schluss. MySpace habe das Anzeigen von bei Photobucket gehosteten Bilder und Videos in den Userprofilen unterbunden. futureZone weist darauf hin, dass sich MySpace derzeit selbst als Videohoster und Medienanbieter zu etablieren versucht, weshalb Photobucket offensichtlich mittlerweile als Konkurrent eingestuft wird.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Was, bitte, ist Second Life?

Man kann sein Geld mit Rechschreibung verdienen, und offenbar ist es kein schlecht verdientes Gel. (Entschuldigung: Geld). Oder aber man verlegt sich drauf, den Managern den neusten Hype zu erklären – damit sie wissen, was es hätte sein können, wenns vorbei ist.

Inserat aus dem in der Schweiz verbreiteten Medien- und Werbe-Newsletter Kleinreport:

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Jawohl, bitte fundiert entscheiden. Für läppische 450 Franken lernt die geneigte Führungskraft

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Studenten als Heilsbringer

Stellen wir uns vor, dass in Zukunft alle Schreibenden Mitspieler sind in einem Online-Markt, dann gibt es, alle Budgets und Werbemärkte mal ausgenommen, einen wichtigen Vorteil von Printmedien: Ihre lange Tradition. Oder sagen wir: Anciennität. Vergleicht man beispielsweise, was nicht unbedingt Sinn machen muss, die NZZ mit medienlese.com, stehen da 227 Jahre Erfahrung und Leserbindung gegen nicht mal eines. Doch da die Menschen noch immer nicht unsterblich sind und ausserdem immer mal wieder ihr Verhalten ändern, ist auch die Vertrauensmarke NZZ, der vermutlich 4 von 5 Befragten unbedingte Qualität und Seriösität bescheinigen, nicht gegen die Gefahr des Aussterbens geimpft.

Also suchen die Printmedien aktiv nach neuen Lesern. Und da alle daran glauben, dass man die Kunden nur früh genug an das eigene Produkt binden muss, damit sie sich später davon freiwillig abhängig machen, stürzen sich alle auf die jungen Menschen. Lieber aber doch noch auf die, die auch mit Sicherheit lesen können, also die Studenten. Und Studentinnen natürlich. Was vermutlich gar nicht so falsch ist, versteift sich doch die geistige Flexibilität bei vielen Menschen schon ab 30 – auf was man sich bis zu einem gewissen Alter eingeschossen hat, wirft man nicht mehr so schnell über den Haufen, so auch die Wahl des Leibblatts.

In den Verlagsplänen wiegt ein Neuabonnent unter 30 vermutlich drei Neuabonennten über 60 auf, einfach, weil es werbetechnisch uncool ist, mehr seriös zahlende und kaufkräftige Ältere unter seinen Lesern zu haben als andere. Das mag jetzt fast etwas undankbar erscheinen gegenüber den langjährigen Abonnenten, aber dank einem unmündigen Leser wissen wir ja, was für Kunden sich die Verlage und die Werbewirtschaft wünschen – alte Leser sind da einfach nicht dabei. Der Umstand, dass die Studenten in der Regel gar kein Geld haben, um Abos bezahlen zu können oder wollen, wird in Aussicht auf eine lebenslange Markenbindung gerne ausgeblendet. Vergessen wird auch, dass sehr profane Gründe wie ein längerer Auslandaufenthalt oder ein kurzfristiges Liquiditätsproblem zu einer Abokündigung führen können. Probleme, die in gesetzten Haushalten nur sehr vereinzelt auftreten.

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Social Spamming

Social Bookmarking Portale gewinnen zusehends an Bedeutung. Eine Platzierung auf der Startseite von Digg zum Beispiel ist dazu in der Lage, auf einen Schlag die Besucherzahlen einer Webseite enorm in die Höhe zu treiben. Auch wenn viele Server ob des Ansturmes dann recht schnell in die Knie gehen, der Andrang nur von kurzer Dauer ist und die web-affinen Benutzer eher nicht dazu tendieren, auf Anzeigen zu klicken, so erhält man doch meist eine große Anzahl von natürlichen Verlinkungen und Bekanntheit unter anderen Bloggern – der wahren Währung des Web 2.0.

Denn wer über Linkpopularität und Traffic verfügt, für den ist es dank Textlinks und AdSense ein leichtes, den Besucheransturm wieder zu Geld zu machen. Kein Wunder also, dass so mancher sich einen kommerziellen Nutzen davon verspricht, wenn er in Social Bookmarking Diensten prominent platziert ist. So startete kürzlich ein Dienst, der User dafür bezahlt, wenn diese auf digg.com ihre Stimme für eine Webseite abgeben oder kurz “diggen”, wie es in deren Jargon heißt. Dass dies in den Nutzungsbedingungen von Digg.com klar untersagt wird, braucht kaum extra erwähnt zu werden.

Was im ersten Moment wie eine Bedrohung für Social Bookmarking Portale wirkt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung aber nur als ein äußerst kurzsichtiges Konstrukt: Erstens fällt es auf, wenn es ein qualitativ minderwertiger Beitrag plötzlich auf die Digg-Startseite schafft. Und selbst wenn er dort ist, wird er nicht von anderen Blogs verlinkt werden und ist durch Voting Funktionen schnell zu entlarven. Zweitens kann es nicht gut gehen, wenn plötzlich 100 Anbieter versprechen, einen Link auf die Startseite von Digg zu hieven. Der Preis würde recht bald in so astronomische Höhen schnellen, die klassische Angebote wie Google AdWords recht schnell wieder konkurrenzfähig erscheinen lassen.

Um seiner Webseite Popularität zu verschaffen stellt diese Art des “Marketings” also, gelinde gesagt, keine besonders kluge Masche dar. So bleibt nur zu Hoffen, dass dieses ganze Geschäftsmodell genauso schnell wieder in der Versenkung verschwindet, wie es aufgetaucht ist.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Web 2.0:
Hype und doch nützlich

Wie auch immer man zum Begriff Web 2.0 steht: Trotz des unbestritten enormen Hypes rund um Social Networking und User Generated Content so erblicken in diesen Tagen, Wochen und Monaten weltweit unzählige brauchbare Webprojekte das Licht der Welt. Für das einzelne Individuum erscheint die Masse an neuen Angeboten möglicherweise nutzlos und unübersichtlich. Doch fast jeder entdeckt einige Dienste, die er oder sie für praktisch erachtet und fortan nutzt. Für mach einen ist das ein Bookmarking Portal (z.B. del.icio.us, Mister Wong), für andere eine Social Music Community wie Last.fm oder Pandora und für wieder andere ein «sozialer« Stadtführer wie Qype.

Jeder User hat andere Interesse und damit auch andere Kriterien, anhand deren er die Entwicklung beurteilt, die das Internet derzeit durchläuft. Je mehr die entstehenden Angebote den Interessen eines Nutzers entsprechen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er dem Web 2.0 positiv gegenüber steht. Die logische Konsequenz: Personen, die durch regelmäßige Kritik an der aktuellen Entwicklung auffallen («alles wieder nur eine Blase«), haben noch nicht genügend Webprojekte gefunden, die ihren Interessen und Anforderungen entsprechen. Man ändere dies und wir haben ein Paradies auf Erden (2.0).

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Rettung naht? Planlose Zeitungen werden von noch planloseren Milliardären gekauft

Die amerikanische Medienbranche wurde letzte Woche erschüttert von der Meldung, dass der altehrwürdige Tribune-Verlag (Chicago Tribune, Los Angeles Times, Baltimore Sun etc.) vom milliardenschweren Baulöwen Sam Zell aufgekauft wurde. Zell hat keine Erfahrung in der Zeitungsbranche, besass aber immerhin vor Jahren mal ein paar Radiostationen, die er kurz später mit viel Gewinn weiterverkaufte. Den Kauf von Tribune will er nicht selbst bezahlen, sondern mit Schulden finanzieren, wie man das in Private-Equity-Kreisen halt so macht.

Ganz klar: Zell ist ein Finanzinvestor, der mit Firmen handelt wie andere Leute mit Aktien. Das ist an und für sich nicht verwerflich, aber die Journalisten finden das natürlich meistens nicht so toll. » weiterlesen

medienlese – der Wochenrückblick

Stefan Niggemeier, Medienjournalist und Mitbetreiber von bildblog.de, wurde in eine höchst interaktive Sendung bei n-tv eingeladen. Mit SMS und Mails konnte man sich direkt in die Diskussion einschalten. Einsendungen wie “Niggemeier und sein Bildblog sind auch nicht besser als die Bildzeitung”, “In Chats und Foren sind doch nur Leute, die im echten Leben keine Freunde haben”, “YouTube ist besser & lustiger als alles, was am Fernsehen läuft, inkl. n-tv”, “TV ist tot, es lebe das Internet”, “Das Internet ist voller Profilneurotiker und Geltungssüchtigen” und “Wer das Second Life dem ‘First Life’ vorzieht, ist einfach nur DUMM!” wurden so während der über halbstündigen und von mehreren Experten an Laptops mit Internetanschluss begleiteten Sendung eingeblendet. Die Moderatorin, Leo Busch, fragte ihn sorgenvoll aus nach den gefährlichen Bloggern. Es war nicht auszumachen, ob die in die Sendung eingeladenen Zuschauer dafür bezahlt wurden, sich wie an einer Beerdigung zu verhalten oder ihr Verhalten der Langeweile des Themas zuzuschreiben war. Hätte nicht Niggemeier ab und zu gelacht, man hätte meinen müssen, da werde ein Thema wie Kinderprostitution oder Euthanasie verhandelt. Ein direkt hinter dem Eingeladenen platzierter Zuschauer trug ein abwechselnd todernstes und todtrauriges Gesicht sowie ein blaues T-Shirt mit der Aufschrift “Das Internet lügt”.

Die alte Woche lief aus mit einem Aprilscherz von Claude Longchamp, der mit der Neuigkeit, dass Weltwoche-Journalist Urs Paul Engeler als Berner Stadtpräsident kandidiert, aufwartete. Doris Fiala, Präsidentin der Zürcher FDP, und ebenfalls unfreiwillig in den 1. April geschickt, sagte: “Man glaubts ja gar nicht, wie blöd die Leute sein können”. Nachdem dann alle ihre Aprilscherze erklärt hatten, erzählte Keith Richards, er habe seinen Vater gesnifft, was alle dankbar abschrieben, nur um die Meldung kurz darauf wieder zu dementieren. Keiths Manager sagte: “Das war nicht ernst gemeint. Er hat das nur so hingeworfen.” Auch Mario Sixtus sagte , an anderer Stelle und in anderem Zusammenhang: “Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?”

Der 19jährige Informatiklehrling Kevin Witschi wurde von der Kantonspolizei Bern um sechs Uhr morgens mit einem Hausdurchsuchungsbefehl abgeholt und inklusive fünf Dreamboxen DM-500C auf die Polizeistelle befördert. Dort wurde er gefragt, ob er eine schwere Kindheit hatte. Blogger entdeckten Interviews und befragten sich alle gleichzeitig und gegenseitig. Fünf falsche Freunde tauchten auf und bald wieder ab. Die Welt erklärte der Welt, dass es nicht reicht, jung und hübsch zu sein, um im Internet erfolgreich zu sein und hasste ausserdem Eisbärbub Knut. SonntagsBlick-Chefredaktor Marc Walder bezichtigte das Facts der Lüge und spreeblick.de wurde 5. TV Today recycelte Titelbilder. Blick Online schaffte es, dass sich am 03.04.2007 kurz vor Mitternacht die vier meistgelesenen Stories um Sex drehten. Wired riet zur radikalen Transparenz, Journalisten regten sich auf über PR-Fuzzis und die WOZ interviewte einen japanischen Germanisten zum von der eigenen Zeitung erfundenen Binnen-I. Gemäss infamy schrieb der Tages-Anzeiger folgenden schönen Satz: “Wollten sie allerdings eine Verhandlungslösung des Atomstreits von vornherein torpedieren, schossen sie sich in den eigenen Fuss”. NZZ-Redaktor Bruno Lezzi berichtete über eine Kommission, der er selbst angehört und Titanic TV castete zu Ostern ein paar Mütter Theresa.

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Osterei bei zweinull.cc:
fünf Einladungen zu Joost

Joost, das neue Projekt von Niklas Zennström und Janus Friis, den Gründern von Kazaa und Skype, nähert sich dem finalen Status. In dieser Woche wurde mit der Version 0.9.1 eine neue Beta-Variante des Programms zum Download gestellt.

Joost bietet kostenloses Fernsehen über das Internet. Den Nutzern stehen zahlreiche, nach Interessen und Themen kategorisierte Channels zur Verfügung, aus denen sie das gewünschte Programm auswählen und jederzeit anschauen können. Sämtlicher Content liegt dabei auf zentralen Servern und wird mit P2P-Technik an die User übertragen. Diese können sich im jeweiligen Chatroom auch gleich über das entsprechende Programm austauschen.

Anmelden kann man sich derzeit lediglich auf eine persönliche Einladung eines anderen Joost-Mitglieds. Als kleine Osterüberraschung habe ich fünf Einladungen für Euch! Die ersten Fünf, die eine Mail an martin at zweinull.cc senden und erläutern, ob sie diesen Blog weiterempfehlen würden (Begründung warum/ warum nicht), sind dabei! Viel Glück und frohe Ostern!

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