Internet-TV-Dienst Zattoo offiziell gestartet

Nach einer kurzen Beta-Phase ist der Internet-TV-Dienst Zattoo heute offiziell gestartet. Wer also bisher keinen Zugang erhaschen konnte, kann sich nun auf der Zattoo Website registrieren, die Software herrunterladen und ab sofort kostenlos diverse Fernsehsender über das Internet empfangen. Mehr Infos im Zattoo Blog und bei FTD.de.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Berliner Boulevard-Woche Sir Alex weggegrätscht

Jeden Tag kommen in Berlin drei grosse Boulevardzeitungen raus, der Berliner Kurier, die Bild-Zeitung und die B.Z. . Was steht drin und wer macht’s am Besten? Teil 4 der Wochenserie.

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Medienkonferenz morgen früh – über «jetzt!»?

Sehr geehrte Damen und Herren

Wir laden Sie herzlich zu einer gemeinsamen Medienkonferenz von Basler Zeitung, Berner Zeitung und Tages-Anzeiger ein.

Die Medienkonferenz findet statt am Freitag, 14. September 2007 um 10.30 Uhr im Neumarkt 5 in Zürich.

Während der Konferenz und auch anschliessend stehen Ihnen Matthias Hagemann (Verleger der Basler Zeitung), Charles von Graffenried (Verleger der Berner Zeitung) und Pietro Supino (Verleger des Tages-Anzeigers) für Fragen und Gespräche zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen
Basler Zeitung, Berner Zeitung und Tages-Anzeiger

Danke, das lassen wir uns natürlich nicht zweimal sagen, kommen gern und werden natürlich auch dem verpönten Liveblogging frönen.

Will vorher schon mal jemand mitraten, welche Ankündigung gemacht werden könnte? Vielleicht geht es um das hier? Wir hätten da noch einen pinkfarbenen MP3-Player als Preis, aber dafür müsste man es schon recht genau sagen, finde ich. Also zum Beispiel: Was wird eigentlich verkündet, wie ist der Name, und wann ist Launchtermin?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

“Web 2.0 existiert nur im Kopf, dafür aber in vielen”

usergeneratedcontent.gifDas ist mein Lieblingszitat, welches Daniel Verst in seiner Diplomarbeit zum Thema User Generated Content wiedergibt (Es stammt übrigens von Sascha Lobo aus dem Jahr 2006, Verfasser des Buches “Wir nennen es Arbeit”). Gestern erhielten wir eine Mail von Daniel, in der er uns auf seine im August abgelieferte Abschlussarbeit unter dem Titel “Auswirkungen von nutzergenerierten Inhalten – Wie neue Interaktivitätsmöglichkeiten Marktransaktionen ändern” aufmerksam machte. Daniel hat an der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Universität Witten/Herdecke studiert und gibt in seiner Arbeit einen sehr umfassenden Einblick in das, was in den letzten Jahren im Netz passiert ist. » weiterlesen

Relaunch:
20minuten hat sich geschminkt

Auf dem Schweizer Zeitungsmarkt kann man im Moment leicht die Übersicht verlieren, hier eine neue Gratis-, da eine neue Sonntags-, und am Horizont eventuell eine neue Tageszeitung. Und jetzt auch noch Relaunchs. Seit heute morgen erscheint die Gratiszeitung 20minuten in modernisiertem Outfit. Keine Revolution, aber eine deutliche Verbesserung von sicherer Hand.

20minuten: Titelseite im Vergleich

20minuten: Titelseite im Vergleich

Chefredaktor Marco Boselli verrät in seinem Editorial nicht sehr viel. Mit dem Zeitungsdesigner Brian O’Connor habe man sich zusammengetan, um die “grösste und modernste Zeitung der Schweiz” zu überarbeiten. Und das war nötig. Dass 20minuten modern sei, hat man dem Blatt nämlich vorher nun wirklich nicht angesehen.

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Im Test:
Monocle

Magazine kaufen ist manchmal komisch. Das ging Ronnie so, als er das Modellbaumagazin LOKI etwas verschämt am Zürcher Bahnhofskiosk kaufte, und das ging mir so, als ich neulich um 5 Uhr morgens im Frankfurter Hauptbahnhof die Monocle erwarb – vor und hinter mir je zehn BILD-Käufer. Da saß ich dann zwischen schnarchenden Engländern und betrunkenen Fußballfans mit meinem 12-Euro-Magazin und fühlte mich irgendwie am falschen Ort.

cover_monocle.jpg

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Monocle ist das aktuelle Magazin des legendären Tyler Brûlé, des Mannes, der in den 1990ern Wallpaper erfunden und seinen Anhängern Lesern befohlen hat, in welcher hippen Bar in Nepal sie in welchem Monat welchen Drink zu konsumieren hätten.

Im Test: Die Monocle-Ausgabe Juli/August 2007. Ich habe sie Ende August gekauft und brauchte eine Weile zum Lesen – inzwischen ist die September-Nummer im Handel.

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Berliner Boulevard-Woche Wiener Knut

Jeden Tag kommen in Berlin drei grosse Boulevardzeitungen raus, der Berliner Kurier, die Bild-Zeitung und die B.Z. . Was steht drin und wer macht’s am Besten? Teil 3 der Wochenserie.

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Wenn User Redakteur spielen:
Warum guter Journalismus immer noch eine Zukunft hat

Eine neue Studie vom “Project for Excellence in Journalism” hat untersucht, welche Arten von Newsmeldungen von den Benutzern von user-selected Newssites — Digg, Reddit, etc. — bevorzugt werden. Ausserdem wurde auch untersucht, wie sich diese Auswahl zu der Selektion von traditionellen Medienkanälen verhält.

Ergebnis: Die Vielfalt auf den Community-Sites ist deutich breiter, aber der Fokus ist auch ganz anders. Es werden ganz klar Technik-News, Lifestyle und Kuriositäten bevorzugt (also so etwa das, was in Zeitungen immer in den hintersten Teil verbannt wird). Themen, die die Mainstream-Presse beherrschten, wie etwa politische Entscheidungen, internationale Konflikte oder Naturkatastrophen, fanden praktisch keinen Niederschlag. Die Top-Stories der untersuchten News-Woche (Irakkrieg, Einwanderungsdebatte, fehlgeschlagene Terroranschläge in Grossbritannien) tauchten gar nicht oder nur ganz marginal auf.

Auch interessant: 70% der von Usern gewählten Meldungen kamen nicht aus traditionellen Medienkanälen, sondern von Blogs, Youtube und anderen Websites. Ausserdem konzentrierte sich die Auswahl eher auf nationale (US-)Themen statt auf internationale Ereignisse. Und zudem wurden Themen kaum über längere Zeit verfolgt. Viele Meldungen verschwanden schon nach kurzer Zeit total vom Radarschirm.

Nun ist diese Studie nur begrenzt repräsentativ, weil nur eine einzige Woche untersucht wurde und die gewählten Sites ausserdem ein klar Geek-lastiges Publikum bedienen. Aber wer selber Digg & Co. regelmässig benutzt, kann diesen Erkenntnissen ehrlicherweise wohl nicht gross widersprechen.

Natürlich ist es prima, wenn die User auf diese Weise signalisieren können, woran sie wirklich interessiert sind. Aber mal im Ernst: Ein bisschen sind diese Präferenzen ja schon beunruhigend. Wie kann eine demokratische Gesellschaft funktionieren, wenn die Stimmbürger nur noch solche nichtpolitischen (und nichtwirtschaftlichen und nichtkulturellen) Themen mitverfolgen?

Vielleicht sind “wichtige” News ja ein bisschen wie gesundes Essen: Es schmeckt nicht unbedingt, aber man sollte es trotzdem konsumieren, weil sonst was fehlt. Und oft braucht man jemanden, der einen dazu motiviert oder gar sanft zwingt. Traditionelle Newsmedien sind genau so aufgebaut: Erst gibt’s mal gesundes, aber wenig schmackhaftes Gemüse (Politik), dann was Nährstoffhaltiges (Wirtschaft und Kultur) und zum Schluss folgt als Belohnung das Dessert (Lifestyle, Vermischtes etc.).

Und das zeigt, wie sehr auch die Epoche von user-generated Content immer noch guten Journalismus braucht (über die Art und Weise, wie der sich positionieren sollte, habe ich hier auch schon reichlich geschrieben). Ganz klar, Sites wie Digg und Reddit sind eine Bereicherung der Medienszene. Aber sie sind eine Ergänzung, kein Ersatz für hochwertige redaktionelle Arbeit. In all dem News-Lärm mit vielleicht unterhaltsamen, aber recht irrelevanten Meldungen ist es wichtiger denn je, dass jemand die wirklich wichtigen Dinge hervorhebt.

66 Stunden Serverausfall in drei Monaten

storage.jpgFast jeder regelmäßig im Netz aktive Mensch benötigt irgendwann einmal Webspace, um Freunden oder Kollegen auf bequeme Art Daten zukommen zu lassen. Dank sinkender Unterhalts- und Wartungskosten sowie guter Ertragsaussichten durch Onlinewerbung existieren im Netz mittlerweile Hunderte, wenn nicht Tausende Dienste, die Usern kostenfrei und unkompliziert Webspace bieten, um Daten aller Art online zu lagern und anderen verfügbar zu machen. Neben einfacher Bedienung und schneller Upload- bzw. Downloadgeschwindigkeit ist die Erreichbarkeit des Webhosters ein entscheidendes Kriterium für dessen Qualität. Was nutzt einem unbegrenzter Speicherplatz oder anderer Schnickschnack, wenn die abgelegten Daten aufgrund häufiger Serverausfälle nicht heruntergeladen werden können? » weiterlesen

Im Land der Krokodilstränen

Da gibt es also jetzt diesen angeblichen ‘Skandal’ um redaktionell vorgefertigte PR-Gefälligkeitsbeiträge für Ursula von der Leyen. Kurz davor gab es den ähnlich gelagerten Fall um Michael Glos und die PR des Wirtschaftsministeriums. Worüber wundern wir uns eigentlich? Die Schurken sind doch gar nicht die Leute von der Färberzunft.

Dass die verantwortliche PR-Agentur ihre Clippings in die Kamera hält, das sei ihr gegönnt. Allein schon deshalb, weil sie auf die Doppelmoral in den Redaktionen hinweist. Bei der Plazierung vorgefertigter Textbausteine aus den Lob-und-Preis-Agenturen, die uns ihre Euphemismen über den Redaktionstisch anderer Leute servieren, handelt sich längst um “die gängige Praxis der PR-Arbeit …, wie sie täglich und überall stattfindet“. Das sage nicht ich, das sagt Uwe Mommert, PR-Blogger; Medienbeobachter und Vorstand der Landau Media AG.

Verwunderlich dagegen ist die Reaktion von Peter Widlok von der NRW-Landesmedienanstalt, der in solchen vorfabrizierten PR-Packages “unzulässige politische Werbung erblickt. Und auch diese Krokodilstränen des DJV scheinen mir auch eher pflichtschuldig als wahrhaft empört. Fakt ist und bleibt: Die PR-Agentur hat ihre Arbeit getan – und der Stellvertreterkrieg, wo Parteifreunde zu Heckenschützen mutieren, um der ungeliebten von der Leyen Giftpfeile in den Allerwertesten zu blasen, der bedient sich zur Skandalisierung eines Klischees, das in der Realität keine Entsprechung mehr hat.

Schauen wir doch mal, wie der Redaktionshase üblicherweise läuft: Seit den Untersuchungen der Publikationswissenschaftlerin Barbara Baerns über Praxis der Berichterstattung, wissen wir, dass die Presse massiv unter den Einfluss der Public Relations geraten ist. Baerns Arbeit mündete ein in die ‘Nullsummenthese’ der so genannten ‘Determinationsforschung’, die sich mit dem Verhältnis von autonomer und gelenkter Öffentlichkeit befasst:

?Je mehr Einfluss Öffentlichkeitsarbeit ausübt, umso weniger Einfluss kommt Journalismus zu und umgekehrt? (Baerns, Köln 1991, 17).

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