Schweizer Sportredaktionen trotzen Bloggerüchten

Teil 1 von Walter de Gregorios Prophezeiung ist eingetreten. Der alte Sportchef des Grasshoppers Club Zürich, Erich Vogel, ist auch der neue Sportchef. Allerdings vermeiden sowohl GC als auch die Schweizer Medien in diesem Fall den durchaus üblichen Ausdruck “Sportchef” und schreiben lieber “zuständig für die sportlichen Belange” bzw. “für den sportlichen Bereich zuständig” (tages-anzeiger.ch, nzz.ch, blick.ch, 20min.ch).

Walter de Gregorio bittet seine Kollegen derweil, doch nicht so trotzig zu sein.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Hallo Weltwoche

Ich weiss gar nicht, welche Adjektive mir in den Sinn kommen sollen, wenn ich mir euer neustes Promoangebot ansehe:

Weltwoche Patriarchat

Ich kann aber sagen, was ich auf dem Bild sehe: Zwei wichtige und mächtige Männer, die eine Gruppe unbekleideter hübscher junger Frauen ins Sandwich nehmen. Ich bin verwirrt: Sagt das jetzt etwas aus über das Gender-Bild der Weltwoche? Haben nackte Frauen überhaupt das Geld, um sich eine Weltwoche zu leisten?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Erich Vogel und Murat Yakin neu bei GC?

Walter de Gregorio, Blogger bei weltwoche.ch, hat gestern beim Vernichten von alkoholischen Getränken spannende Dinge über den Zürcher Fussballclub Grasshoppers erfahren. Das Ergebnis der Recherche habe ihn “drei Moijtos, vier Bier und ein Versprechen gekostet (nämlich nichts zu sagen)”. Herausgekommen dabei ist:

1. Neuer Sportchef bei GC wird der alte Sportchef Erich Vogel.
2. GC-Trainer Krassimir Balakov wird durch Vogels Wunschkandidat Murat Yakin ersetzt.

Ob das auch stimmt, ist zum jetztigen Zeitpunkt nicht überprüfbar, denn sowohl gcz.ch als auch weltwoche.ch sind zurzeit down. Google News weiss von nichts.

Update am 19.04.2007, 09:30 Uhr: GC-Führungscrew tritt geschlossen zurück, das Schicksal von Trainer Krassimir Balakov ist noch offen.

Gestern abend, 18.04.2007, 22:42 Uhr, findet sich auf gcz.ch eine Meldung mit dem Titel “Finanzierung und Neuausrichtung von GC Fussball langfristig gesichert“. Hinter dem etwas undurchsichtigen Titel versteckt sich die Meldung, dass die gesamte im November 2005 eingesetzte Task Force mit den Mitgliedern Mitglieder Beat Schnider, Karl-Heinz Riedle und Aloys Hirzel sowie Präsident Walter A. Brunner per Ende der laufenden Fussballsaison zurücktritt.

Über die mögliche Nachfolge wird in Schweizer Medien nun spekuliert, wobei lustigerweise blick.ch und 20min.ch genau das Gleiche schreiben. Hier ein paar Ausschnitte:

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Ein Geheimpapier mit bekanntem Inhalt

Ich bin noch immer mehr oder weniger konsterniert, dass sich die Fax-Affäre, der grosse Knall am Anfang des letzten Jahres, einfach so in nichts und wieder nichts aufgelöst hat. Wochenlang also haben der SonntagsBlick, der Blick und sehr viele andere Medien ab Januar 2006 über eine Enthüllung berichtet, die gar keine Enthüllung war, sondern nichts mehr als ein aufgefundenes Fax, das in seinen Inhalten aus bereits vorher von der Washington Post veröffentlichen Fakten bestand. Fast könnte man sagen: Zum Glück für den SonntagsBlick gibt es dieses antiquiert anmutende Militärgericht 6, das die Diskussion über den Fall auf eine ganz andere Schiene gebracht hat. Von einer Meldung ohne Inhalt zum Opfer einer Militärbürokratie.

Der Freispruch des Gerichts war richtig, keine Frage: Die Sicherheit der Schweiz wurde durch die Veröffentlichung in keiner Weise gefährdet. Dass die Bundeskasse die Gerichtskosten übernimmt und jedem der drei angeklagten Journalisten 20’000 Schweizer Franken ausbezahlt wurden, könnte schon eher Anstoss nehmen. Nun gut, die Journalisten hatten eine Menge Ärger, Erwerbsausfall und vermutlich auch Rufschädigung, daher könnte ein “Schmerzensgeld” vertretbar sein. Dagegen stehen die von der Nichtigkeit der SonntagsBlick-Kampagne ablenkende Eingriff des Militärgerichts und die damit verbunde Publizität und Gratiswerbung. Ein Kommentator bei blick.ch schreibt:

Urteil ist richtig, die je 20’000.- Entschädigung sollten für einen karitativen Zweck gestiftet werden.

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Zuwachs in der Google Office-Famile:
Presentations kommt

Nach Google Docs und Google Spreadsheets bekommt die Google Office-Familie demnächst Zuwachs: Wie TechCrunch berichtet, wird die Produktfamilie demnächst um eine Präsentations-Software erweitert werden.

Zu diesem Zweck wurde auch das aus San Francisco stammende Unternehmen Tonic Systems von Google gekauft, wie im Google Blog nachzulesen ist. Google beschreitet damit vermutlich einen ähnlichen Weg wie bei Writely, das später in Google Docs aufging.

Das Release der Google-Präsentationssoftware ist für den Sommer geplant.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Und Startups die Dritte:
Gründer gesucht!

Weil wir gerade so schön beim Thema Startups sind: Jens Kunath, Geschäftsführer der gleichnamigen Beteiligungsgesellschaft, schreibt heute in seinem Blog, dass er seit drei Monaten auf Ausschau nach Web-Startups ist, denen er mit “Kapital, Kontakten und Know How” unter die Hände greifen kann, jedoch trotz intensiver Suche bisher niemanden finden konnte.

Hatte die “Welt” also doch Recht? Beschränkt sich die deutschsprachige Web 2.0-Szene wirklich nur auf das Kopieren von bestehenden Projekten? Wenn man sich die wie Pilze aus dem Boden sprießenden Twitter-Clones ansieht könnte man das ja wirklich fast wirklich meinen.

Keine neuen Ideen im Land der Denker? Das glaube ich nicht … ich bin mir sicher, dass sich tausende kreative Köpfe unter uns tummeln, die gute Ideen haben und denen es nur an Kapital und Unterstützung fehlt, um groß rauszukommen. Auf jeden Fall ist es ein sehr positives Signal, dass so viele Investoren bereit sind, in diesen Markt zu investieren. Herrn Kunath wünsche ich auf jeden Fall viel Glück bei seiner Suche :)

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Startups die Zweite:
Profi-Blog beleuchtet deutsche Startups

Das Wort Startup ist wieder angesagt! Nach dem Platzen der New-Economy-Blase 2000/2001 kam der Begriff ein wenig in Verruf und wurde seitdem häufig mit unfertigen und träumerischen Geschäftsmodellen in Verbindung gebracht wurde. Doch mit dem aktuellen Internet- und Web-2.0-Boom kommt das Startup unaufhaltsam zurück.

Ein neuer Blog widmet sich ab sofort auschließlich der deutschen Startup-Szene. Unter www.deutsche-startups.de gibt es täglich Aktuelles, Informatives und Insidernews rund um aufstrebende Neugründungen, vorrangig aus dem Internetbereich. Hinter dem Angebot steht die DS Media GmbH, zu deren Investoren das Samwer-Trio mit ihrem European Founders Fund sowie Holtzbrinck Ventures gehören. Geschäftsführer des Unternehmens ist Stefan Vosskötter, Gründer des Social-News-Portals Webnews.

Fairerweise sollte man angesichts der hochkarätigen Besetzung und der eigens gegründeten GmbH mit dem Begriff Blog aber vorsichtig sein. Letztlich handelt es sich um eine professionelle und gewinnorientierte Branchen-Newsseite im Blog-Gewand – die sicherlich viele interessante Inhalte bieten wird.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

War Fax-Affäre eine PR-Aktion?

Heute stehen vor dem Militärgericht 6 in St. Gallen, zuständig für die Abteilungen Ter Reg 4, Inf Br 7, Pz Br 11, LVb Uem/FU 1, LVb Inf 6, LVb FULW 34 und für die deutschsprachigen Angehörigen der Armee im friedensfördernden Einsatz, seit 8:30 Uhr die Journalisten Christoph Grenacher, Sandro Brotz und Beat Jost. Angeklagt sind sie, weil sie ein “klassifiziertes Dokument der Führungsunterstützungsbasis der Armee” publizierten. Der Tages-Anzeiger schreibt:

Den Journalisten wird vorgeworfen, die Sicherheit der Schweiz gefährdet zu haben. Die Tat kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren geahndet werden.

Nach einer ersten Anhörung im Mai 2006 verteidigte der Angeklagte Sandro Brotz, gemäss persoenlich.com vorbestraft wegen Veröffentlichung geheimer Dokumente, sein Handeln als “journalistisch richtig und politisch wichtig”. Seine im Gespräch gestellte Frage “Ja, sind wir denn in Swaziland?” ist nicht unberechtigt, denn die Bedeutung der Militärjustiz in einem Land, dessen letzte militärische Auseinandersetzungen aus dem Jahr 1847 (Sonderbundskrieg) stammen, sei dahingestellt. Auch der Präsident des Schweizer Presserats, Peter Studer, stellte diese am 13.04.2007 in Frage.

Noch etwas skuriller macht die Geschichte ein Artikel mit dem Titel Dichtung und Wahrheit in der «Fax-Affäre», der gestern im Inland-Teil der NZZ erschienen ist. Im Lead heisst es:

Drei Journalisten des «Sonntags-Blicks» hielten das Land mit einer Fax-Botschaft aus Ägypten zum Narren.

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KillerStartups.com – Startups entdecken und bewerten

Vielleicht kennt Ihr das ja auch: Man liest irgendwo einen Artikel, in dem eine Website erwähnt wird, von der man noch nie gehört hat. Als neugieriger und am Web-Geschehen interessierter Mensch stattet man der Seite einen Besuch ab – und ist überrascht: Wider Erwarten stößt man auf ein komplexes, mit vielen Features gespicktes Internetangebot, dass zudem bereits über eine beachtliche Userzahl verfügt.

Mir geht das häufig so. Durch die aktuelle Gründerwelle, den Web 2.0-Hype und die gute wirtschaftliche Lage tauchen permanent neue Seiten auf. Gleichermaßen erhalten bestehende, bislang wenig präsente Webprojekte umfangreiche Relaunches. Ein Internetfreund wie ich muss sich dabei eingestehen, dass es nicht mehr möglich ist, den kompletten Überblick zu behalten. Nicht über Websites aus Deutschland und schon gar nicht, was Services aus den USA betrifft.

Wer das kennt und sich den Sachverhalt trotzdem noch einmal vor Augen führen möchte, sollte bei KillerStartups.com vorbeischauen. Auf der Seite, die primär für Investoren gedacht ist, stellen User Internet-Startups vor – vornehmlich aus den USA – und bewerten diese. Eine unerschöpfliche Quelle für alle Web-2.0- und Internetinteressierten, die sich die Nacht mit Surfen und Ausprobieren neuer Dienste um die Ohren schlagen wollen!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

“Die größte Reform aller Zeiten”

Der ORF hat sich gewandelt – die Quoten besagen nichts gutes

Von Christian Horvath

Der im Sommer 2006 zum neuen ORF-Generaldirektor gewählte Alexander Wrabetz, bislang kaufmännischer Direktor am Küniglberg, hatte bei der Wahl bis auf die ÖVP sämtliche Parteien hinter sich. Um es also möglichst vielen möglichst recht zu machen, heftete sich Wrabetz das Etikett der “größten Reform aller Zeiten” um, damit auch wirklich alle was davon haben. Die Zuseher scheinen sich bislang mit dem neuen ORF nicht anzufreunden.

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