Bunt und in Farbe

Die Herausforderung: Ein bekanntes Thema gut aufschreiben, einen neuen Dreh finden, nochmal gründlich nachdenken – und auch: Gut verpacken. Zweiter Teil unserer Betrachtungen des Deutschen Herbstes im Blätterwald.

Nachdem schon in der Neon aktuelle Fotos der Tatorte abgedruckt waren, fotografiert größtenteils von Christian Diehl, zeigt nun Zeit Geschichte die “Herbstbilder” von Micha Bojanowski (“Wo es geschah. Im Wald von Dortmund, auf offener Straße in Köln, in einem Hochhaus in Erftstadt: Wie die Tatorte der RAF-Geschichte heute aussehen”). Menschenleere Szenen hat Bojanowski fotografiert – und verzichtet auf die Gegenüberstellung mit historischen Aufnahmen. Auf Spiegel Online gibt es ein Interview mit Bojanowski (“Wir sitzen in Baaders Zelle? Cool!”) und eine Bildergalerie, die Fotos werden außerdem im Schauspielhaus Stuttgart ausgestellt.

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Zeit Geschichte 3/07: “Stammheim 1977″, Illustration von Martin Kluger

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Fragwürdige Startup-Ideen:
Die Bubble ist eindeutig zurück

Eigentlich dachte man ja, dass wir alle was gelernt haben aus dem Platzen der Internet-Bubble im Jahr 2000. Aus dem überschwänglichen Internet-Boom wurde damals in kürzester Zeit eine ziemlich brutale Krise. Und all die substanzlosen Dotcom-Geschäftsideen, die auf irgendwelchen Phantasie-Projektionen beruhten, wurden mit in den Abgrund gerissen.

Und doch, wenn man im Moment in einschlägigen Blogs so mitverfolgt, was für merkwürdige und unoriginelle Ideen mit Millionenbeträgen finanziert werden, fragt man sich schon, ob die Lektionen von damals schon alle vergessen sind.

Allein in den letzten zehn Tagen haben folgende Ideen je zweistellige Millionenbeträge an Venture Capital erhalten:

- Ein Anbieter von Online-Videoplayern (wie YouTube, aber etwas anders)
- Ein Anbieter von Suchmaschinen (wie Google, aber etwas anders)
- Eine Website mit Produkt-Testberichten (wie Epinions, aber etwas anders)
- Ein Social Network für Leute ca. » weiterlesen

Berliner Boulevard-Woche Eva Herman hoch drei

Jeden Tag kommen in Berlin drei grosse Boulevardzeitungen raus, der Berliner Kurier, die Bild-Zeitung und die B.Z.. Was steht drin und wer macht’s am Besten? Eine kurze Wochenserie.

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Was internationale Blogs über deutsche Web-2.0-Dienste schreiben

globe.jpgFür viele Internetstartups aus dem deutschen Sprachraum kommt es einem Ritterschlag gleich, bei einem der einflussreichen englischsprachigen Web 2.0 Blogs vorgestellt zu werden. Doch welchen Diensten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurde diese Ehre eigentlich schon zuteil? Ich habe mich durch die Archive diverser Tech-Blogs gewühlt und präsentiere nun eine (nicht komplette) Liste der hiesigen Webangebote, auf die man auch außerhalb von Kontinental-Europa bereits aufmerksam wurde. » weiterlesen

medienlese – der Wochenrückblick

Blick lügt, Polizei gezeichnet, TV-Publikum alt, Köppel mit Konfirmandenanzug.

Die Staatsanwaltschaft St. Gallen sah sich genötigt, wegen eines Blick-Artikels über die Täterfahndung im Fall Ylenia eine Medienmitteilung herauszugeben. Obwohl der Blick-Journalistin kommuniziert wurde, dass keine Rede davon sein könne, dass nach einem zweiten Mann gefahndet wird, schrieb der Blick: “Also doch! Polizei sucht nach von Aeschs Komplizen“. Bedenklich sei das für die Staatsanwaltschaft vor allem aus zwei Gründen: “Erstens werden unnötig Polizeikräfte für Abklärungen gebunden, die zur Zeit dringend benötigt würden, um den immer noch vorhandenen plausiblen Hinweisen nachzugehen. Zweitens werden bei den Angehörigen von Ylenia Hoffnungen geweckt, die keine reale Basis haben.” Der Chef des hinter der Zeitung Blick stehenden Verlags, Michael Ringier, sagte im Magazin zum Fall Ylenia: “Die ‘Blick’-Redaktion hat dabei enorme Stärken bewiesen, ist das Thema mit hoher journalistischer Sorgfalt angegangen, mit Hartnäckigkeit – aber auch Feingefühl.”

Eine gänzlich undatierte Meldung über einen Kannibalismusverdacht ist bei networld.at zu lesen. Wann auch immer das passiert ist, die Tat muss aussergewöhnlich gewesen sein: “Deutscher erschlug Opfer mit Hantel in Notschlafstelle (…) Brustkorb war geöffnet, Organe auf Teller gefunden (…) Polizei gezeichnet: ‘Haben noch nie soetwas gesehen’”. Seltsam, ich kann mich nicht erinnern, das an anderer Stelle gelesen zu haben.

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Sprachpflege vom rechten Rand

Eine Splittergruppe bekommt Gegenwind bei Wikipedia, gründet ein eigenes, geschlossenes Wiki und schreibt eine Pressemitteilung. Die nahm Radio Eins, anscheinend ungeprüft, zur Vorlage einer Nachricht.

Weil mehrere Einträge über sprachpflegende Vereinigungen in der deutschen Wikipedia mangels Relevanz auf der Abschussliste stehen und die mitunter kritischen Inhalte den Sprachbewahrern nicht immer genehm sind, stellen die Betroffenen mit sprachpflege.info nun ein eigenes Wiki ins Netz. Schließlich ist es nicht so einfach, “bei der großen Vielfalt an Sprachvereinen und sprachpflegerischen Tätigkeiten den Überblick zu behalten”. In der Tat landet man bei einer Webrecherche schon Mal auf den Seiten von Blick nach rechts oder den antifaschistischen nachrichten.

Altpapier

Unfreiwillige PR für die Sprachpfleger (pixelio.de)

Auf sprachpflege.info möchte man vorsichtshalber ungestört sein. “Zur Gewährleistung guter Arbeit” muss man sich zur Mitarbeit bei der Redaktion bewerben. Die neue Seite startet pünktlich zum “Tag der Deutschen Sprache”, den der “Verein Deutsche Sprache” jährlich feiert. Die Pressemitteilung wurde von Radio Eins (Rundfunk Berlin-Brandenburg) gleich zur Nachricht geadelt und ging am Freitagabend mehrfach über den Sender.

Hinweise zu schicker Sprache finden sich dort entgegen der Ankündigung bei Radio Eins aber nicht. Ob man sich die Mühe gemacht hat, die Seite zu besuchen oder sich den Chefredakteur von sprachpflege.info einmal näher anzusehen?

Wohl kaum, denn dann hätte man nachlesen können, in welch illustren germanophilen Blättchen Thomas Paulwitz publiziert. Die Organe des Preußeninstituts, der Staats- und Wirtschaftspolitischen Gesellschaft und der Gesellschaft für freiheitliches Denken sind darunter. Für sein Wirken bekam er 2006 den Gerhard-Löwenthal-Preis der Jungen Freiheit verliehen.

Seit Freitagabend kam auf unsere Anfrage keine Antwort von Radio Eins.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

jonettag Mediacamp 2007 live:
Geld verdienen mit Bürgerjournalismus

Das WLAN-Netz könnte saftiger sein – das Elbe-Zimmer ist zwar schön wie alle Räume in der Hamburger Handelskammer, fürs Livebloggen aber nicht unbedingt ausgerichtet. Das hier also nicht live, sondern als “Aufzeichnung”: Der Bericht vom Workshop “Mit Bürgerjournalismus Geld verdienen” mit Dr. Martin Huber von myheimat.de.

Der stellt sein Bürgerjournalismus-Konzept vor – das vermutlich einzige tatsächlich erfolgreiche in Deutschland. Und zwar erfolgreich im Sinne von profitabel.

MyHeimat ist zunächst mal eine Plattform für Laienjournalismus wie viele andere auch: Beiträge, Kommentare, private Kommunikation zwischen registrierten Autoren. Die wesentlichen Unterschiede zu anderen Unternehmungen dieser Art allerdings sind:

  • Aus den Beiträgen, die online erscheinen, werden monatlich erscheinende Lokalmagazine erstellt – User Generated Content gedruckt.
  • Konzentration aufs Lokale – beziehungsweise Hyperlokale: MyHeimat erscheint an zur Zeit 17 Orten mit jeweils unterschiedlichen Inhalten. Diese “Märkte” haben 10.000 bis 50.000 Einwohner.

16 Festangestellte arbeiten hinter den Kulissen, das aber immer sehr zurückgenommen, wie Huber mehrmals betont. Das sei eines der Erfolgsgeheimnisse.

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Ezmo:
Ganz einfach Musik mit Freunden teilen

ezmo.gifTrotz nach wie vor offenen Urheberrechtsfragen schießen in den letzten Monaten innovative Web-2.0-Musikanbieter wie Pilze aus dem Boden. Nach MediaMaster, SeeqPod, Deezer und justaloud macht sich nun das norwegische Webangebot Ezmo daran, die Herzen der Musikfans zu erobern. Das Konzept: Lade Deine gesamte Musiksammlung bei Ezmo hoch und mache sie zehn Freunden auf bequeme und einfache Art zugänglich. » weiterlesen

jonettag Mediacamp 2007 live:
Das Beste aus beiden Welten

pic_gruen_immer.gifKein echtes BarCamp, keine echte Konferenz: Seit einer knappen Stunde sitzen knapp 100 Journalisten, Blogger, Journalistenblogger, Bloggerjournalisten und sonstige Medienschaffende beim jonettag Mediacamp 2007 in Hamburg zusammen. Weil sich Zielrichtung und Termin überschnitten, fusionierten die Tagung des Journalistennetzwerks jonet und das MediaCamp, das Falk Lüke initiiert hatte. Das Beste aus beiden Welten soll es werden, Vorträge geladener Referenten, aber – möglichst – auch spontane Workshops aus dem Publikum.

Damit das Ganze nicht ganz so abrupt beginnt, gibt es zum Start aber erstmal eine “normale” Podiumsdiskussion. Auf der Bühne: Prof. Roger Blum von der Universität Bern, Fernsehjournalist Christoph Ulmer, Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur von Finanztest, und Alex Böhm, noch Schüler, aber schon Profi vor der Kamera – er füllt jeden Samstag um 18 Uhr seinen eigenen Kanal bei Sevenload mit dem Magazin alex.TV.

Es geht in einem rumpeligen Ritt durch die Gegenwart und Zukunft des Journalismus, um Glaubwürdigkeit, Möglichkeiten zum Geldverdienen im Netz, Medienkontrolle und Bürgerjournalismus. Ein guter Anfang zur Einstimmung. Peter Schink bloggt bereits mit, Oliver Gassner ebenso – alle aktuellen Blogeinträge und Flickr-Fotos findet man auf der jonettag-Website. Jetzt: Kurze Vorstellung der Workshops, Kaffee und Croissants. Danach weiter Livegeblogge vom jonettag Mediacamp hier bei medienlese.com.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Kommt der Papst nach Österreich

Von Markus Kirchsteiger

Dieses Wochenende besucht Papst Benedikt XVI. Österreich. Schon seit Wochen stimmt sich die österreichische Presse mit Sonderbeilagen und Serien auf den Papstbesuch ein. Im Ausnahmezustand befindet sich auch das Fernsehen. 16 Stunden werden entweder live gesendet oder mit Analysen und Gesprächsrunden gefüllt.

Dass es dabei nicht immer um jene wichtigen Themen geht, die eigentlich diskutiert werden sollten, beweist ein fast zweiminütiger Beitrag über drei speziell für den Papst angefertigte WCs im ORF. Aufregung herrscht natürlich auch auf den Internetprotalen österreichischer Medien. Der Papstbesuch ist das Thema, beweist der Kurier:

Kurier

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