Social Networks fördern mobile Nutzung

BeboMitte August verkündete das deutsche Social Network KWICK!, das vor einigen Tagen die Grenze von einer Million Mitgliedern überschritten hat, eine Kooperation mit dem Mobilfunker O2, in deren Folge Nutzer mit O2-Handy für zwei Euro pro Monat fast die gesamte Funktionspalette der Community ohne Mehrkosten über das Handy nutzen können. KWICK! ist damit eines der ersten sozialen Netzwerke in Europa überhaupt, das das große Potential einer intensiven mobilen Verwendung der Plattform durch die User erkannt hat. Nun berichtet Mashable, dass Bebo, eines der weltweit größte Social Networks, in Großbritannien eine ähnliche Vereinbarung mit dem Mobilfunkprovider Orange getroffen hat. » weiterlesen

Cash Daily freut sich auf das «Ende der Anarchie im Internet»

Wussten Sie, dass Surfende, die Videos auf Plattformen wie Youtube einstellen, Anarchisten sind? Ich nicht. Aber Cash Daily weiss es. Kein Wunder: Die Gratiszeitung informiert schliesslich “aktuell und prospektiv”.

Cash Daily Radar“Konzerne läuten Ende der Anarchie im Internet ein” – so lautet der Titel eines Texts auf Seite 3 (daily radar) der Ringier-Gratiszeitung Cash Daily von heute. Der Text ist online zwar lesbar, aber nicht ganz so einfach. Entweder lädt man sich die aktuelle Ausgabe im PDF-Format herunter oder man meldet sich für das Livepaper an.

In diesem kurzen Text steht aber, dass im Netz der Netze weitgehende Meinungsfreiheit herrscht und die geschäftlichen Möglichkeiten enorm sind.

Doch die Aufbruchszeiten sind offenbar vorbei. Neben immer mehr Gesetzen und Vorschriften wollen nun auch die grossen Medienkonzerne besonders “kreativen” Nutzern Grenzen setzen. Die Rede ist von Surfenden, die Videos auf Plattformen wie Youtube einstellen. Musik über Tauschforen freigeben, Bücher und Zeitschriften kopieren. Microsoft und Walt Disney sind bei der Aktion federführend. Ferner mit an Bord: die MTV-Mutter Viacom, NBC Universal, Fox, My Space, CBS und andere. Auf der Liste fehlt allerdings ein ganz Grosser der Branche: Google. Kein Wunder, denn der Suchmaschinen-Betreiber lebt nicht schlecht davon, Inhalte bereitzustellen, deren geistiges Eigentum bei Dritten liegt.

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6 zu den Schweizer Wahlen

Konkordanz mit einem rechten Akzent
(nzz.ch, sx.)
“Man macht es sich zu einfach, wenn man den Erfolg dieser Partei nur mit einer Person, mit dem vielen Geld, das ihr im Wahlkampf zufloss, oder mit Sonderfaktoren (Krawalle, Geheimplan) zu erklären versucht. Es sind nicht zuletzt die unangenehmen Themen, die diese Partei meist als Erste aufgreift, die das Volk dazu bewegen, die SVP weiterhin in fast allen Regionen zu stärken.”

Die SP muss umdenken
(tagesanzeiger.ch, Peter Hartmeier)
“Die historische Schlappe der Sozi­aldemokratie ist Ausdruck dieses Wertewandels. Sie verlor ihre Sitze fast ausschliesslich an das grüne La­ger. Vor allem in den städtischen Ag­glomerationen steigt die Zahl der Menschen an, welche keine SP mehr wählen wollen, die als verlängerter Arm der Gewerkschaften operiert.”

Ein bisschen Sieg für Blocher
(spiegel.de, Mathieu von Rohr)
“Blocher und seine Partei sind so erfolgreich, weil sie Themen setzen. Und weil ihre Gegner ihnen nichts entgegensetzen können. Ihre Stärke ist die Schwäche der Anderen. Es wiederholt sich immer das gleiche Spiel: Die Gegner entsetzen sich über Forderungen und den Stil der SVP, können ihr aber inhaltlich nichts entgegensetzen.”

Schluss mit Kuscheln
(sueddeutsche.de, Gerd Zitzelsberger)
Die Schweiz ist berühmt für ihre Kuscheldemokratie. Doch diese Wahl zeigt erneut: Immer mehr Schweizer hätten viel lieber eine Richtungsregierung statt der Berner Super-Koalitionen.

Analyse: Auf dem Weg zur Normalität
(handelsblatt.com, Oliver Stock)
“Auch die harmoniebedürftigen Schweizer, die bislang stets nur eine Allparteienregierung als politische Führungsmannschaft kennen, entwickeln eine Neigung zu klaren Positionen. Wer sich mal hier, mal dort eine Meinung leiht, hat beim Wähler keine Chance. Insofern ist die Schweiz auf dem Weg, ein normales Land zu werden.”

Helvetischer Haider?
(derstandard.at, Paul Lendvai)
Wer ist denn Christoph Blocher, dessen Personenkult in einem Leserbrief der NZZ als unschweizerisch kritisier

href=”http://nzz.ch/nachrichten/schweiz/aktuell/kommentar_wahlen_2007_1.572690.html”>Konkordanz mit einem rechten Akzent
(nzz.ch, sx.)
“Man macht es sich zu einfach, wenn man den Erfolg dieser Partei nur mit einer Person, mit dem vielen Geld, das ihr im Wahlkampf zufloss, oder mit Sonderfaktoren (Krawalle, Geheimplan) zu erklären versucht. Es sind nicht zuletzt die unangenehmen Themen, die diese Partei meist als Erste aufgreift, die das Volk dazu bewegen, die SVP weiterhin in fast allen Regionen zu stärken.”

Die SP muss umdenken
(tagesanzeiger.ch, Peter Hartmeier)
“Die historische Schlappe der Sozi­aldemokratie ist Ausdruck dieses Wertewandels. Sie verlor ihre Sitze fast ausschliesslich an das grüne La­ger. Vor allem in den städtischen Ag­glomerationen steigt die Zahl der Menschen an, welche keine SP mehr wählen wollen, die als verlängerter Arm der Gewerkschaften operiert.”

Ein bisschen Sieg für Blocher
(spiegel.de, Mathieu von Rohr)
“Blocher und seine Partei sind so erfolgreich, weil sie Themen setzen. Und weil ihre Gegner ihnen nichts entgegensetzen können. Ihre Stärke ist die Schwäche der Anderen. Es wiederholt sich immer das gleiche Spiel: Die Gegner entsetzen sich über Forderungen und den Stil der SVP, können ihr aber inhaltlich nichts entgegensetzen.”

Schluss mit Kuscheln
(sueddeutsche.de, Gerd Zitzelsberger)
Die Schweiz ist berühmt für ihre Kuscheldemokratie. Doch diese Wahl zeigt erneut: Immer mehr Schweizer hätten viel lieber eine Richtungsregierung statt der Berner Super-Koalitionen.

Analyse: Auf dem Weg zur Normalität
(handelsblatt.com, Oliver Stock)
“Auch die harmoniebedürftigen Schweizer, die bislang stets nur eine Allparteienregierung als politische Führungsmannschaft kennen, entwickeln eine Neigung zu klaren Positionen. Wer sich mal hier, mal dort eine Meinung leiht, hat beim Wähler keine Chance. Insofern ist die Schweiz auf dem Weg, ein normales Land zu werden.”

Helvetischer Haider?
(derstandard.at, Paul Lendvai)
Wer ist denn Christoph Blocher, dessen Personenkult in einem Leserbrief der NZZ als unschweizerisch kritisiert wird?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Wuala:
Datei-Hosting auf den Festplatten anderer User

WualaMehr als einmal stieß ich in den vergangenen Tagen in internationalen Blogs auf Artikel über Wuala (zuerst bei blognation USA). Wuala ist ein neuartiger Dienst zum online Speichern und Teilen von (vorrangig großen) Dateien. Nachdem ich am Samstag bei CenterNetworks ein Interview mit Dominik Grolimund las, einem der beiden Gründer von Wuala, war mir klar: Wuala ist anders und aus drei Gründen ein Posting bei zweinull.cc wert: 1. Die Idee von Wuala ist verrückt (im positiven Sinne) und ziemlich smart. 2. Der Dienst kommt aus dem deutschsprachigen Raum (Zürich), zielt aber von Beginn an auf eine internationale Nutzerschaft 3. Wuala ist eigenfinanziert und möchte das auch bleiben. » weiterlesen

medienlese – der Wochenrückblick

Wahltag, Börsencrash, Kekse.

Die Woche vor den heutigen Parlamentswahlen in der Schweiz brachte nochmals Aufruhr über die Berichterstattung der ausländischen Medien in der Schweiz. 20min.ch scannte eine in der New York Times International Weekly erschienen Karikatur und schrieb am 16.10.2007: “Das Image der Schweiz im Ausland ist schwer angeschlagen.” Und am 19.10.2007: “Ein Sturm im Wasserglas – Der Schweizer Wahlkampf wirft in den USA trotz kritischen Medienberichten keine grossen Wellen. Auch gibt es kaum handfeste Beweise dafür, dass das Image der Schweiz in den USA gelitten hätte.”

Im Spiegel erklärte Mathieu von Rohr die Konkordanz in der Schweiz für tot. Er schrieb: “Seit 1959 hatten die vier grössten Parteien des Landes die Macht nach der sogenannten Zauberformel untereinander aufgeteilt: (…) bildeten die Regierung. Dieses geheiligte Prinzip hiess ‘Konkordanz’, es führte dazu, dass das Land eher verwaltet als regiert wurde. Die sieben Bundesräte fällten ihre Entscheide in geheimer Abstimmung und vertraten sie gemeinsam nach aussen. Der Aufstieg Blochers und seiner SVP sprengte dieses System. Am Ende überflügelte seine Partei alle anderen so weit, dass sie ihn in die Regierung wählen mussten. (…)”. Nicht nur ich, auch die Süddeutsche Zeitung wusste noch nichts davon. Sie schrieb einen Artikel mit dem Titel “Krach in der Konkordanzdemokratie“. Klaus J. Stöhlker enthüllte die Parteiprofile. Die Quelle der Daten seien, so ergab eine E-Mail-Anfrage, Tabellen in der Tageszeitung Le Temps.

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Jetzt mal wissenschaftlich:
Verdrängt Online die gedruckte Zeitung?

In der Zeitungsbranche werden schon seit Jahren zwei Fragen heiss diskutiert: Sind die Online-Ausgaben einer Zeitung eine Ergänzung zum gedruckten Blatt, oder kannibalisiert Online die Print-Ausgabe einfach? Und sollten Verlage Geld verlangen für ihre Online-Ausgaben oder lieber alles gratis weggeben und an den Werbeeinnahmen verdienen?

Eine neue Studie der Graduate School of Business der University of Chicago beleuchtet diese Fragestellungen aus einer empirischen Perspektive und zeigt dabei einige interessante Mechanismen auf. Der Autor, Matthew Gentzkow, untersuchte Leserdaten der Washington Post. Diese Zeitung ist sowohl in Print wie auch Online (<a href="http://www. » weiterlesen

Auf Augenhöhe?

Trouvaillen sind kleine Dinge, auf die man stößt, ohne sie gesucht zu haben. Das gilt zum Beispiel für das folgende Zitat:

“Der Leser ist nicht ein Idiot, der es Grunde gar nicht wert ist, von so auserwählten Hohepriestern wie unseren Redakteuren angesprochen zu werden, sondern er ist ein normaler Mensch mit Zweifeln, einer gewissen Wißbegierde und einem dringenden Bedürfnis zu lachen oder wenigstens sich nicht zu langweilen. Und die Leute, die man angreift, sind nie dumm, erbärmlich und verächtlich, sondern einfach anders, aber meist ebenbürtig. Es kommt letzten Endes darauf hinaus, daß man sich in einer Zeitung nicht anders benimmt als den Leuten gegenüber, mit denen man zusammen an einem Tisch sitzt”.

Kundige haben es erraten, das Zitat ist von Marion Gräfin Dönhoff, es stammt aus ihrem Briefwechsel mit Gerd Bucerius (Siedler Verlag, 2003, S. 27).

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Exklusiv:
Demographie der deutschen Facebook-Nutzer

facebook_logo.gifDer englischsprachige Blog AllFacebook.com hat auf eine Möglichkeit hingewiesen, mit der sich bisher nicht veröffentlichte demographische Daten über Facebook-Nutzer aus einem bestimmten Land gewinnen lassen. Dazu wird die Funktion “Flyers Pro” genutzt, mit der man innerhalb der Plattform Anzeigen auf Klickpreisbasis schalten kann. Teil der Anzeigenbuchung ist die genaue Festlegung der Zielgruppe, die später die Werbemaßnahme sehen soll. Zahlreiche Filtermöglichkeiten existieren, die jeweils die maximal erreichbare Nutzerzahl innerhalb eines Landes anzeigen. Die zugrunde liegenden Daten basieren auf den Informationen, die User in ihrem Profil angegeben haben.

Ich habe ein wenig mit den Filterfunktionen herumgespielt und folgende, bisher unveröffentlichte Angaben zur Demographie der deutschen Facebook-Nutzer mit Stand 20. Oktober 2007 14:00 Uhr protokolliert: » weiterlesen

weblins Avatare werden zu Social-Network-Botschaftern

weblinAuf eine interessante Neuerung verweist die Avatar-Community weblin heute in einer Pressemitteilung. Weblin ist eine kostenlose Software, die User beim Surfen im Netz als kleine Avatare im Browser darstellt. Weblin-Anwender, die sich gleichzeitig auf der selben Website befinden, können so miteinander kommunizieren. Der von der Hamburger zweitgeist GmbH entwickelte Dienst hat sich in den letzten Monaten zu einem der heißesten deutschen Web-Startups entwickelt und bereits einige internationale Auszeichnungen und Nominierungen erhalten. » weiterlesen

Presserat will auch online rügen

Der Deutsche Presserat hat sich im vergangenen Jahr mit 945 Beschwerden beschäftigt, aus denen 36 öffentliche und sechs nicht-öffentliche Rügen hervorgegangen sind. Das meldete das Gremium zur freiwilligen Selbstkontrolle der gedruckten Medien am Mittwoch in Berlin.

Auf der Jahrespressekonferenz wandte sich Geschäftsführer Lutz Tillmanns gegen den Gesetzentwurf zur Online-Durchsuchung und zur Vorratsdatenspeicherung. Durch die Aushöhlung des Informantenschutzes sei die Pressefreiheit gefährdet.

In Zukunft wolle man sich auch mit auch Online-Medien beschäftigen, sagte Fried von Bismarck, Sprecher des Presserats und Verlagsleiter des Spiegel-Verlags, dem Berliner Tagesspiegel. Großes Thema des vergangenen Jahres sei Schleichwerbung gewesen, hier herrsche eine große Unsicherheit in den Redaktionen. Der Presserat plane eine “praktische Handreichung” zum Thema, sagte Bismarck.

Presserat: Erteilte Rügen

Grafik von medienlese.com mit Daten von Wikipedia und dem Deutschen Presserat

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