Web-2.0-Dienste beim Digital Lifestyle Award 2007

digitallifestyle.gifSeit heute können Internetnutzer unter 98 nominierten Produkten, Diensten und Marken ihre Favoriten für den “Digital Lifestyle Award” wählen. Der Award ist Europas größte Online-Produktwahl und wird am 31. August 2007 von CHIP Xonio Online und der Tomorrow Focus AG in Kooperation mit der Internationalen Funkaustellung (IFA) in Berlin vergeben. Unter den in verschiedenen Rubriken gelisteten Kandidaten befinden sich neben zahlreichen Hardware-Produkten bekannte Web-2.0-Vertreter wie Joost und Last.fm (Kategorie “Home Entertainment: Praxis”), YouTube und MyVideo (“Mobile Entertainment: Praxis”) sowie Flickr und Google Earth (“Foto & Video: Praxis”). » weiterlesen

Ein Plädoyer gegen die Dopingberichterstattung

Seit einigen Jahren quälen mich die Medien, in dem sie das Thema Doping exzessiv thematisieren. Dabei geht mir irgendwann der Spass am Sport verloren.

Quick-Step Ich kann es nicht mehr hören und lesen. Die von mir seit je her geliebte Tour de France ist auch dieses Jahr ein Schatten ihrer selbst. Jede wie auch immer geartete sportliche Leistung wird von den Medien distanziert betrachtet und medizinisch eingestuft.

Nök Angehrn, stellvertretender Redaktionsleiter der Sendung «Sport live» des Schweizer Fernsehens, erklärt in einem Artikel von Rolf App im St. Galler Tagblatt:

Unsere Kommentatoren sind sensibilisiert und thematisieren Doping mit dem richtigen Mass. Zudem versuchen wir die Euphorie etwas zu zügeln.

Die Medien denken, dass sie besonders kritsch sind, wenn sie täglich über Doping berichten. Mich persönlich langweilt das Thema nur noch. Ich will die sportliche Seite der Tour de France sehen. Und nicht die medizinische oder moralische.

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Die Overhyped/Underhyped-Liste, Sommer 2007

In- und Out-Listen werden von Zeitschriften gern publiziert, wenn den Redakteuren (gerade im Sommer) wieder mal nix anderes einfällt, um das Heft vollzukriegen. Warum sollte man das als Blogger nicht auch dürfen?

Darum ist hier die erste inoffzielle Liste der derzeit am meisten über- und underhypten Themen im Bereich der digitalen Medienkonvergenz. Zur Erklärung: Overhyped sind solche Konzepte/Firmen/Technologien, die meiner Meinung nach viel zu viel Aufmerksamkeit kriegen. Underhyped sind diejenigen, die meiner Vermutung nach mal noch viel wichtiger werden, obwohl sie heute noch weitgehend unter dem Radarschirm der Presse fliegen.

Schreiten wir nun ohne weiteres Zögern zu den Ernennungen (denn Preise gibt’s keine):

3D-Welten
Overhyped: Second Life
Mal im Ernst: Immer, wenn ich mal in Second Life reinschaue, ist nichts los. Zwar sind da theoretisch Millionen von Leuten registriert, aber nur wenige davon tauchen jemals auf. Das hat inzwischen sogar die Werbewirtschaft gemerkt, nachdem sich die Werber zunächst noch darüber freuten, endlich auch virtuell Plakate aufhängen zu können.

Underhyped: World of Warcraft und andere Multiplayer-Games
Multiplayer-Games wie World of Warcraft beschäftigen hingegen tatsächlich Millionen von Leuten intensiv, weil’s da nämlich noch um mehr geht als virtuelles Sightseeing. Wenn diese Spiele noch etwas massentauglicher werden, merkt’s dann auch mal die Presse.

Mobiltelefonie
Overhyped: Mobiles Fernsehen
Sorry, aber kaum jemand schaut sich längere Videos oder Fernsehsendungen auf einem winzigen Screen und mit einer immer wieder stotternden Verbindung an. Und das wird auch so bleiben. Solange die mobilen Netze nicht perfekt und die Screens nicht erheblich grösser sind, bleibt mobiles Fernsehen eine Totgeburt.

Underhyped: Mobiles Web
Nach den WAP-Flops der letzten Jahre ist hingegen das Mobile Web in anhaltende Ungnade gefallen. Mit der neusten Generation der Mobilgeräte, die endlich richtige Browser bieten, wird es aber wieder eine Auferstehung erleben. Denn der Informationszugang unterwegs macht nicht nur Spass, sondern ist auch wirklich nützlich.

Etwa richtig: Das iPhone
Der unglaubliche Hype rund um das iPhone ist gerechtfertigt, aber aus anderen Gründen, als man vielleicht denkt. Das erfolgreiche Wundertelefon von Apple bietet keine neuen Features, die es noch nie zuvor gab. Aber es macht dank seiner wunderbaren Benutzeroberfläche erstmals auch dem Durchschnittsuser klar, was man mit Smartphones eigentlich machen kann. Man glaubt nämlich gar nicht, wie viele Leute nicht wissen, dass man mit Handies auch e-Mail abrufen, im Web browsen, Musik hören oder Landkarten abrufen kann. Das iPhone hat all das ins Bewusstsein der breiten Masse gebracht und ist schon allein darum revolutionär. Ausserdem wird Apple die Mobilfunkbetreiber zu günstigen Datenflatrates zwingen, und das ist genau der Impuls, den das mobile Web braucht.

Online-Werbung
Overhyped: Pay-per-Click (PPC)
Ja. Google verdient damit sein Geld. Und PPC ist viel effizienter als andere Werbung. Aber ehrlich gesagt ist es nicht so spannend, wie viele Leute klicken, denn viele haben sich einfach nur verirrt.

Underhyped: Pay-per-Action (PPA)
Wenn die Leute hingegen nach dem Klick auch tatsächlich was kaufen oder wenigstens weitere Infos bestellen, ist das sehr relevant. Als Google neulich in den PPA-Markt eingestiegen ist, hat das ausserhalb der Insiderpresse allerdings kaum jemand bemerkt. Das wird sich ändern. PPA ist das neue PPC.

Webbasierte Software / Software as a Service
Overhyped: Komplette SaaS-Suiten à la Salesforce.com und Netsuite
Mietsoftware per Web ist praktisch für den Kunden, aber die Firmen, die solche Dinge anbieten, sind bis heute kaum profitabel. Selbst Marktführer Salesforce.com leidet an extrem hohen Marketingkosten. Netsuite, führender Anbieter einer komplett webbasierten ERP-Suite, steckt tief in den roten Zahlen. Und jetzt steigt auch noch Microsoft mit Kampfpreisen in den Markt ein. Das könnte böse enden.

Underhyped: Entwicklungs- und Hostingplattformen für SaaS-Anwendungen
Hingegen gibt es schon einige Dienste, unter anderem von Amazon, Etelos oder auch von Salesforce.com, die es Entwicklern erlauben, selbst entwickelte Applikationen auf einer professionell gemanagten Infrastruktur zu hosten. Das ist mehr als nur klassisches Serverhosting, denn diese Plattformen bieten typischerweise hoch skalierbare Rechen- und Speicherkapazität an. So hat auch der Hobbyprogrammierer um die Ecke (oder die IT-Abteilung einer Kleinfirma) plötzlich Zugang zu einer riesigen Serverfarm für die eigenen Softwareprodukte.

Open Source
Overhyped: Linux auf dem Desktop
Auch nach vielen Jahren der Entwicklung bleibt Linux auf dem Desktop was für Freaks oder für Firmen, die zu geizig für Windows- oder Mac-Lizenzen sind. Ubuntu ist nett, aber leider nur im Sinn von “Toll, das ist ja wie mein Windows-PC anno 1998″.

Underhyped: Open-Source-Komponenten für Entwickler
Wenn man bei aktuellen Softwareprodukten unter die Haube schaut, staunt man immer wieder, was für ein grosser Teil der Funktionalität aus dem Open-Source-Umfeld kommt. Gerade für webbasierte Anwendungen haben sich die Entwicklungskosten dadurch dramatisch reduziert. Dass viele Entwickler allerdings die genauen Lizenzbedingungen einfach ignorieren, könnte irgendwann zum Problem werden.

Dateninfrastruktur
Overhyped: Mobile Broadband
Dass UMTS ein Flop ist, dürfte inzwischen bekannt sein. Nicht nur die kommerzielle, auch die technische Performance bleibt weit unter den Erwartungen. Klar, man möchte diese Funktionalität nicht mehr missen, aber sie war bei weitem nicht der Erdrutsch, der erwartet wurde. Und auch WiMAX wird das kaum ändern.

Underhyped: Breitband zu Hause
Die Tatsache, dass heute jeder Haushalt für wenig Geld etliche Megabits an Internet-Bandbreite haben kann, hat grössere Auswirkungen, als man sich normalerweise denkt. Online-Musik, Online-Video, Blogging, Social Networks, Skype: All das wäre ohne Breitbandzugänge nicht passiert.

Social Networks
Overhyped: Myspace, Facebook, StudiVZ
Es ist toll, dass alle Teenies und Studis ganz viel Zeit auf diesen Sites verbringen. Aber sobald sie in ein paar Jahren einen Job und Geld zum Ausgeben haben, wird sich das ändern. Die nächste Generation wird wieder andere Online-Zeitvertreibe wollen.

Underhyped: Xing
Ich staune immer wieder darüber, dass in den USA kaum jemand Xing kennt, denn diese europäische Social-Networking-Site für Professionals ist um Längen besser als LinkedIn und Facebook zusammengenommen. Hoffentlich wird sich Qualität da langfristig durchsetzen.

Digitale Medien
Overhyped: Online-TV mit User Generated Content (Youtube etc.)
Super, mein iPhone hat auch Youtube. Aber gebraucht habe ich das bisher nur für Demozwecke, denn der meiste Content ist einfach viel zu schlecht. Youtube hat sicher eine anhaltende Karriere als grösste Video-Deponie der Welt vor sich, aber ob sich das auch mal in ein lukratives Geschäft umwandeln lässt, bezweifle ich immer mehr.

Underhyped: Downloads von professionellem Videocontent
Wenn die Filmfirmen nicht so dumm wären, könnten wir alle längst wunderbar Kinofilme in höchster Qualität per Internet herunterladen. Aber die Studios werden ja leider grösstenteils von Anwälten geleitet, und die verteidigen lieber die alten Pfründe, statt neue Märkte zu erobern. Irgendwann wird es aber nicht mehr anders gehen, und dann wird es endlich Zugriff auf umfassende Filmbibliotheken geben. Und zwar zum Download, denn im Zug oder Flugzeug funktioniert Streaming halt leider nicht.

medienlese – der Wochenrückblick

20min Schreibfehler, ein Blog, das sich dem Aufspüren von Rechtschreibefehlern der Gratiszeitung 20 Minuten verschrieben hat, erhielt offenbar elektronische Post aus der Redaktion: “Wo gehobelt wird, fallen Spähne. Und wo schnell gehobelt wird, fallen noch mehr Spähne. Aber wir haben das Problem erkannt und werden per 1. August ein Korrektorat einsetzen. Damit sollte sich die Fehlerquote massiv reduzieren. Freundliche Grüsse”. Die Jagd nach den Fehlern, die viele als kleinlich einschätzen, hat dennoch konkrete Aussagen hervorgebracht. In nur 20 Tagen wurden nach Angaben des Bloggers über einhundert Rechtschreibefehler gefunden. Eines der Online-Projekte der NZZ, NZZ Campus, wird ab dem 25.09.2007 gedruckt und die bisherige Beilage “Studium und Karriere” ersetzen. “Unter Anleitung der Redaktion” werden auch Blogger Texte beisteuern. Die Anzahl und Auflage von in der Schweiz erscheinenden Kaufzeitungen ging zurück: “1939 erschienen in der Schweiz noch 406 verschiedene Titel. Danach ging diese Zahl kontinuierlich um rund die Hälfe zurück. 1950 sank die Zahl unter 400 und 1980 unter 300. 2006 wurden noch 205 Titel gezählt.”

Zeit-Kolumnist Harald Martenstein änderte seine Strategie. Statt wie bisher Schmähbriefen “eisig-korrekt” zu entgegnen, will er neu stets die im Brief angeschlagene Tonlage wählen. So beantwortete er einen Leserbrief, der ihm vorschlug, die Fresse zu halten, so: “Sie haben Gehirn und Seele eines Dobermanns. Wenn Sie Hautausschlag kriegten, wäre es mir sehr recht.”

Exponenten des Tages-Anzeigers und der NZZ zofften sich. (jr) schrieb in einer Bildunterschrift, den Artikeln in der NZZ würde es meistens an Anmut fehlen, worauf NZZ-Redaktor Andreas Honegger einen Leserbrief schrieb: “Das war nun wirklich ein Hick unter der Gürtellinie, liebe Kolleginnen und Kollegen von der Werdstrasse.” Er beklagte sich darin über “dumme Sprüche” und “peinliche Anwürfe”, die “weder witzig noch bissig, noch geistreich sind”. Übrigens, weiss jemand, was ein Hick ist? In Ermangelung eines Dudens konnte ich nur bis zur Definition in der englischen Wikipedia vorstossen: “Hick is a derogatory term for an unsophisticated person from a rural area.” Blogger begaben sich in die Badeanstalt, fotografierten sich nicht in der Kabine umkleidende Menschen und empörten sich über deren Nacktheit. Die britische Regierung wollte zum Klimaschutz verstärkt gegen rülpsende Kühe und Schafe vorgehen und David Beckham begann zu bloggen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Verwandt.de:
Deutschlands neuer Web-2.0-Liebling

verwandt.gifDer Sonntag ist dafür da, sich zu entspannen und zurückzulehnen. Genau das mache ich jetzt auch – während ich über Verwandt.de schreibe, einen Dienst, bei dem User kostenlose Stammbäume anlegen können. Vor knapp einem Monat erläuterte ich die Viralität solcher Stammbaumdienste. Es ist also gar nicht so wunderlich, dass sich Verwandt.de drei Wochen nach dem offiziellen Start zu einem Web-2.0-Liebling der deutschen Onlinemedien entwickelt hat. Durchweg positive Berichte und Nennungen gab es unter anderem bei Spiegel Online, Handelsblatt, Netzzeitung, Golem, Readers Edition, connect und RP Online. Entsprechend groß war der Ansturm. » weiterlesen

Don Alphonso :
“Nicht pauschalisiert”

In der Kommentarspalte schon ausführlich abgehandelt, hier nochmals die “Berichtigung”, wie sie auch die Sonntagszeitung auf Rainer Meyers Intervention hin abgedruckt hat, zum Text “Schwätzer gegen Wadenbeisser” (online noch ohne die Korrektur des Namens und die Entgegnung von Don Alphonso):

“BERICHTIGUNG

In dem Artikel «Schwätzer gegen Wadenbeisser» in der Ausgabe vom 8. Juli berichtete die SonntagsZeitung, der in der deutschen BloggerSzene als «Don Alphonso» bekannte Journalist Rainer Meyer (im Artikel fälschlicherweise als Meier geschrieben) habe seine Standeskollegen pauschal als «zynische Dreckschweine» bezeichnet. Meyer legt Wert auf die Feststellung, dass er diese Betitelung nicht pauschal an alle Journalisten gerichtet, sondern im Zusammenhang mit käuflichen Medizinjournalisten verwendet habe.”

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Web-2.0-Quartett:
Autokarten waren gestern

Das Web 2.0 ist mehr als ein boomender Markt. Für viele ist es auch Hobby, Unterhaltung und sehr viel Spaß. Passend dazu bietet webquartett die Möglichkeit, sich sein individuelles Web-2.0-Kartenspiel zusammenzustellen. Zur Wahl stehen 53 deutsche Internet-Startups von A wie autoki bis Y wie Yigg, aus denen man sich sein Wunschquartett mit 32 Web-2.0-Unternehmen bestellen kann. Wer dazu zu faul ist, findet vielleicht in der Liste der von anderen Nutzern zusammengestellten Kartenspiele seinen Favorit. Und dann heißt es nur noch: Bayanoo gegen Qype, smava gegen Webnews, netmoms gegen Tripsbytips… Der Preis für das Vergnüngen: 7,99 Euro.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

“Consumerization of IT”:
Innovation von unten

Unter CIOs (Chief Information Officers) ist Unruhe ausgebrochen. In immer mehr Unternehmen macht sich unkontrolliert Technologie breit, die aus dem Konsumentenumfeld kommt und die man eigentlich nicht in der Firma haben will. Findet zumindest die Informatikabteilung.

“Consumerization of IT” nennen das die Analysten. Gemeint ist: Immer mehr Leute sind von der Leistungsfähigkeit ihrer heimischen PCs und privat genutzten Internetdienste so angetan, dass sie sich fragen, warum sie sich am Arbeitsplatz mit altersschwachen Rechnern und grauenvoller Grosskonzernsoftware herumschlagen müssen. Und statt sich zu ärgern, bringen sie halt die private Technologie mit an den Arbeitsplatz.

Klassisches Beispiel: Google und Yahoo bieten Konsumenten inzwischen Mailaccounts an, die gratis 2GB Kapazität bieten. Die Outlook-Mailbox am Arbeitsplatz ist hingegen oft auf 150MB oder noch weniger begrenzt. Wer oft grosse Dateien verschickt — und wer tut das heute nicht? — stösst da schnell an Grenzen. Immer mehr User behelfen sich damit, die grossen Files halt schnell per Web über Gmail zu versenden. Dass dadurch teilweise vertrauliche Unternehmensdaten fröhlich im Internet herumschwirren, stört sie nicht weiter. » weiterlesen

Noch ein Social Network für Studenten – sogar mit Chancen

studinet1.jpgJedem, der momentan plant, ein Social Network für Studierende auf die Beine zu stellen, würde man wohl sofort abraten. Der Markt ist aufgeteilt und nahezu gesättigt. International dominiert Facebook, in Deutschland und Europa ist studiVZ der Big Player. Trotz Funktionsarmut wächst die Holtzbrinck-Community unaufhörlich. Die reine Masse der registrierten User macht es. Und doch versucht es mit studi.net nun noch ein neuer Anbieter, Studierende in sein Social Network zu locken. Im Gegensatz zu den vielen Imitaten der beiden erfolgreichsten Studenten-Netzwerke geht der Dienst aus Marburg dabei eigene Wege und macht das sogar ziemlich gut. » weiterlesen

Das Aus für Webradios

Seit gestern ist das Webradio in den USA akut vom Aussterben bedroht: Extreme Tantiemenforderungen der Musikindustrie machen die grösste Plattform für unbekannte Künstler kaputt.

Ein Appellationsgericht für den District of Columbia in den USA hat gestern die Berufung verschiedener Web-Radio-Organisationen sowie des National Public Radio (NPR) gegen extreme Erhöhungen der Sendetantiemen für kommerzielle Musik durch das “Copyright Royalty Board” abgelehnt. Damit würden ab Sonntag die Gebühren für das öffentliche Abspielen von geschützten Musikstücken (wozu das Webcasting auch gehört) um bis zu 1200 Prozent teurer, und das teilweise rückwirkend. Webradios müssten ausserdem 500 Dollar pauschaler Jahresgebühr bezahlen. Die Anpassungen wurden initiiert von SoundExchange, einer Organisation der Musikindustrie.

Nach Ansicht der Webcaster würde das den Untergang zahlreicher kleiner Webcasting-Betriebe bedeuten, die derzeit rund 7 Millionen Zuhörer via Internet meist mit Sparten-Musikprogramme bedienen.

Die grössten Musikdienste wie Yahoo, Pandora und andere, schreibt die Washington Post, könnten sich die Gebühren zwar problemlos leisten. Viele der kleinen Stationen und Hunderte von Hobby-Discjockeyes müssten ihren Laden dichtmachen – oder haben das schon getan.

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