ORF:
Scheitert die “größte Programmreform aller Zeiten”

Ein Jahr nach der ?größten Programmreform aller Zeiten? laufen dem ORF die Zuschauer in Scharen davon (-5.8% innert einem Jahr). Dabei kann der im August 2006 gewählte Generaldirektor Alexander Wrabetz durchaus auf erfolgreiche Reformen verweisen.

Als der Journalist und Moderator Armin Wolf im Mai 2006 das Klima im ORF scharf kritisierte, wusste er noch nicht, welcher Sturm sich über der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalt bereits aufbraute. In seiner Dankesrede bei der Verleihung des Robert-Hochner-Preises, einer nach dem gleichnamigen Journalisten benannten Auszeichnung, las ORF-Journalist Wolf seinem Arbeitgeber die Leviten.

In der ORF-Information sei ?extrem viel Macht? auf eine Person konzentriert gewesen und zwar auf den ORF-Chefredakteur Werner Mück. Die beiden größten Parteien, SPÖ und ÖVP, hätten zwar in der Geschichte des staatlichen Rundfunks schon immer Einfluss ausgeübt. Doch von diesem ?Gleichgewicht des Schreckens? sei ?nur mehr Schrecken übrig? geblieben unter der Führung von Mück und Generaldirektorin Monika Lindner, die beide als bürgerlich, also ÖVP-nahe galten.

Wolf forderte in seiner Rede mehr innere Pluralität im ORF und untermauerte seine Mahnung vor einseitiger Berichterstattung damit, dass die Informationssendungen des ORF enorme Bedeutung für die Österreicher hätten:

Mehr als zwei Drittel der Österreicher sagen, das Fernsehen sei für sie die wichtigste Informationsquelle über Politik. Und für etwa ebenso viele Menschen ist das Fernsehen das glaubwürdigste Medium. Aber in der Fernseh-Information über österreichische Politik hat der ORF nach wie vor de facto ein Monopol.

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Erfreuliches aus der Zeitungswelt:
Welt Kompakt verlinkt mit 2D-Codes

2D-CodeGerade stieß ich bei Welt Online auf eine erfreuliche Meldung: Ab sofort enhält Welt Kompakt, die kleinere Printausgabe der Welt, 2D-Codes, die Links zu Internetseiten enthalten. Die Codes können mit vielen Kamerahandys und einem installierten Barcode-Reader gelesen werden und befördern den Nutzer direkt zur jeweiligen Website. Damit kann Welt Kompakt seine Leser z.B. auf ein YouTube-Video oder einen Wikipedia-Eintrag aufmerksam machen, deren Adressen in der Regel zu lang und unhandlich sind, um sie in einer Zeitung abzudrucken. In Japan sind derartige Links in Form von 2D-Codes bereits stark verbreitet. Schon Mitte Juli hatte ich mich näher mit dem Thema 2D-Codes bzw. “Mobile Tagging” auseinandergesetzt. Welt Kompakt ist laut eigenen Angaben das erste regelmäßig erscheinende Printmedium in Deutschland, das 2D-Codes als Links systematisch einsetzt. » weiterlesen

Barcamp Berlin 2007:
11 Fragen an Cord Behrens

Cord Behrens, 29, mikestar.com
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Studie beweist:
Medienblogs haben eine höhere journalistische Qualität als Online-Zeitungen

Schöner Titel, nicht? Genau so wird doch im Allgemeinen von (Online)-Zeitungen mit Studien umgegangen. Man guckt schnell ins Fazit und bastelt sich daraus einen knackigen Titel.

Aber da die Originalquelle online verfügbar ist, kann nun jeder selbst gucken gehen und sich eine Meinung bilden. Wie das Mazblog, die “digitale Arbeitplattform der Schweizer Journalistenschule”, schreibt, hat sich Andres Hutter bei seiner Lizenziatsarbeit für die Uni Zürich mit Medienweblogs beschäftigt. Der Titel der Arbeit heisst:

Verbesserte Medienkritik oder Pseudo-Journalismus. Eine inhaltsanalytische Studie journalistischer Qualität in medienkritischen Weblogs” (pdf-File, 1216 kb)

Beschäftigt hat sich die Studie mit den Medienweblogs Bildblog, Blattkritik, Daily Error, gesammelte Bazismen, “heute” Satiremagazin, Medienspiegel, Österreichblog, Ostsee-Zeitung-Blog, Pendlerblog, Spiegelkritik sowie den Online-Zeitungen NZZ, FAZ und die Presse.

Wir wollen es uns aber doch nicht nehmen, ein paar Sätze aus dem Fazit zu zitieren (die uns natürlich freuen):

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YouTube mit deutscher Version gestartet

youtube_floating.gifIn den vergangenen Tagen erschien beim Aufrufen von www.youtube.de in der Adressleiste des Browsers bereits das YouTube-Icon – auch wenn die Seite selbst noch weiß blieb. Seit einigen Stunden aber ist YouTube nun mit seiner deutschsprachigen Seite online. Optisch bleibt alles beim Alten. Wie sueddeutsche.de berichtet, ist angeblich auch das ZDF mit einem eigenen Kanal an Bord. Gefunden habe ich diesen aber nicht. Ihr?

Update: Den ZDF-Kanal gibt es hier, danke Stephan für den Hinweis.

Weitere Kooperationspartner sind laut Handelsblatt unter anderem Gruner+Jahr, der FC Bayern München und der VfB Stuttgart, die Deutsche Welle sowie Universal Music und Sony BMG. » weiterlesen

Facebooks neues Werbeangebot:
Gut geklaut

Grosse Aufregung gestern in der amerikanischen Werbeszene: Facebook, die derzeit heisseste (und überteuertste) aller Websites stellte ihr neues Werbekonzept vor.

Im wesentlichen hat das ganze zwei Komponenten: Die sogenannten “Social Ads” sind so eine Art Google-Adwords-Kopie und erlauben das Schalten von Anzeigen auf Facebooks, die anhand der Profildaten der User besonders gezielt ausgeliefert werden sollen.

Dazu kommen spezielle Webseiten, die Firmen auf Facebook anlegen können. Wie es bei Myspace schon lange möglich ist, kann man dann zum “Freund” von Coca-Cola oder Nike werden — falls man das unbedingt will.

Heute hat Facebook diese Neuerungen freigeschaltet, und ich hab mir das schon mal etwas genauer angeschaut.

Zunächst die Social Ads: In einem sehr an Google Adwords erinnernden Interface kann man zunächst mal die Zielgruppe seiner Anzeige definieren.

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Wenn man also beispielsweise nur 20jährige verheiratete Uni-Abgänger in Tansania mit liberaler politischer Gesinnung erreichen will, ist das jetzt endlich möglich. Da freut sich der Werber aber. Die Einschränkung nach anderen Präferenzen (z.B. Lieblingsfilmen oder so) ist allerdings nur über sehr ungenaue Keywords möglich. Ob das irgendwelchen Sinn macht, muss sich erst mal noch zeigen.

Anschliessend dichtet man seinen Werbetext, allerdings bitte ohne Ausrufezeichen und Umlaute. An Deutsch und ähnliche exotische Sprachen hat man wohl noch nicht gedacht.

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Und schliesslich definiert man noch das Budget und die Zahlungsbereitschaft für die Klicks. Anders als bei Google hat man aber keine Ahnung, wo man im Vergleich zur Konkurrenz steht.

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Das ganze läuft auch schon tatsächlich. Facebook hat in etwa 30 Minunten Testzeit meine kleine Werbeeinblendung bereits 1123 jungen SchweizerInnen mit Uni-Abschluss gezeigt. Aber geklickt hat bisher keiner. Muss wohl am Text liegen.

Alles ganz einfach also, aber beim besten Willen nichts Neues. So funktioniert Werbung auf jeder Suchmaschine auch, nur sind Google und Co. längst deutlich raffinierter. Das etwas genauere demographische Targeting auf Facebook ist natürlich nett, aber auch kein Grund zur grenzenlosen Begeisterung (oder $15 Mia. Firmenbewertung).

Ebenso geklaut (diesmal von Myspace) ist die Idee, Brands und Produkten eine eigene Homepage zu geben. Hier ist beispielsweise die der New York Times:

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Diese Seite kann man dann zu seinen Lieblingsprodukten hinzufügen und wird so offiziell zum “Fan” des jeweiligen Produktes, was Facebook sogleich per Newsfeed der Welt meldet:

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Was man davon genau hat, ist mir aber ehrlich gesagt noch nicht ganz klar geworden. Gut, auf der eigenen Profilpage steht jetzt, welche Produkte (oder Bands) ich angeblich toll finde. Aber das ist auch schon alles. Die eigentlichen Firmenseiten sehen eher nach Deponien für abgestandenes Werbematerial oder altbekannte Features (wie z.B. das “Sharen” von Artikeln in der New York Times) aus. Da hat die Kreativität offensichtlich noch nicht ganz eingesetzt.

Angesichts des ganzen Tamtams, das von Facebook vor dieser Ankündigung veranstaltet wurde, finde ich diese neuen Features ziemlich enttäuschend. Ganz offensichtlich wurde das ganze mit der heissen Nadel gestrickt und wirkt noch sehr unfertig. Kann sein, dass es mit etwas Reifezeit noch besser wird, aber diese Pseudo-Innovationen allein rechtfertigen Facebooks exorbitante Bewertung sicher nicht.

Andererseits: Auch Google hat weder Websuche noch Pay-per-Click-Werbung erfunden, sondern halt einfach perfektioniert. Und auch Facebook hat bisher Stärken weniger im Erfinden, sondern in der besonders guten Ausführung solcher Konzepte bewiesen. Warten wir also mal ab, wie die Akzeptanz bei den Usern sein wird.

Barcamp Berlin 2007:
11 Fragen an Falk Lüke

Drop.io:
eine richtig coole Art des Filesharings

Update: Wir haben acht Premium-Accounts für Drop.io! Mehr dazu unten.

Drop.ioEs gibt bereits hunderte, wenn nicht tausende Wege und Dienste, Dateien online zu speichern und mit anderen zu teilen. Mit Drop.io kommt noch einer hinzu, und zwar ein richtig guter! Drop.io bietet Nutzern kostenlos eine komfortable und einfach einzurichtende Oberfläche mit 100 MB Webspace (“Drops”), auf der sie beliebige Daten ablegen und für andere zugänglich machen können. Jeder Drop ist über eine eigene URL zu erreichen. Drop.io besticht nicht nur durch seine cleveren, praktischen Funktionen, sondern auch durch sein minimalistisches und stilvolles Design. » weiterlesen

Web 2.0 Expo Berlin:
Graue Wolken 2.0

Die Web 2.0 Expo in Berlin findet auf einem riesigen Messegelände statt. Von dem werden aber nur wenige Räume eines Gebäudes genutzt. Ein Zwischenbericht.

Die Leute hier sind etwas traurig.

Regen
(Symbolbild)

Weil sie 1300 Euro (oder 670 Euro) bezahlt haben, um an diesem Event dabei zu sein.

Weil diese aber in Pfund abgezogen wurden.

Weil man, um sich darüber zu beklagen, in den USA anrufen muss.

Weil man dann nur eine weisse Tüte als Mittagessen kriegt, in dem sich ein Sandwich, ein Apfel, eine Tüte Wasser und ein süsses Stück mit Schokolade und einer Haselnuss drin befinden (so das Menu am Dienstag, hier ein Bild von einem anderen Tag).

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Facebook Ads:
Jetzt soll der Rubel rollen

facebook_logo.gifFacebook hat, wie bereits lange angekündigt, Details zu seiner Werbeoffensive “Facebook Ads” veröffentlicht. Während die große Meldung der letzten Woche, Googles OpenSocial-Coup, von der Internetgemeinde überwiegend positiv aufgenommen wurde, übernimmt Facebook mit einer Nachricht, dessen positive Auswirkungen sich (zumindest auf dem Papier) auf einen erheblich kleineren Kreis beschränken, nun wieder das PR-Steuer. » weiterlesen

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