Schweizer Verleger:
Klagen statt Innovation
Die Schweizer Zeitungsverleger regen sich weiterhin darüber auf, dass das “staatliche” Schweizer Fernsehen ihnen vormacht, wie man eine vernünftige Internet-News-Plattform baut. Diese Woche wurde an einer Verlegertagung nochmals betont, dass man jetzt definitiv Klage gegen das Fernsehen einreichen will.
Ich spar mir jetzt, mich darüber lustig zu machen, das haben Roland SchönholzerJürg Stuker und Bruno Giussani bereits getan. Ausserdem habe ich vor Wochen schon hier und hier über diesen immer absurder werdenden Fall geschrieben. Ich finde es weiterhin bemerkenswert, dass die Verleger offenbar lieber viel Geld für Anwaltshonorare ausgeben, statt ihre Online-Produkte endlich mal auf ein vernünftiges Niveau zu bringen. Und ich frage mich, was für ein Verständnis von Unternehmertum das ist.
Zum zunehmenden Unmut in der Verlegerwelt über das Internet passt eine bitterböse Kolumne von Michael Kinsley (Ex-New Republic, Ex-CNN, Ex-Slate), in der er sich über den eigentlich absurden Prozess wundert, Information weiterhin in der unpraktischen und teuren Papierform zu verbreiten.
The trouble even an established customer will take to obtain a newspaper continues to shrink, as well. Once, I would drive across town if necessary. Today, I open the front door and if the paper isn’t within about 10 feet I retreat to my computer and read it online. Only six months ago, that figure was 20 feet. Extrapolating, they will have to bring it to me in bed by the end of the year and read it to me out loud by the second quarter of 2007.
Aber vielleicht gibt es noch Hoffnung, meint er:
That doesn’t mean newspapers are toast. After all, they’ve got the brand names. You gotta trust something called the “Post-Intelligencer” more than something called “Yahoo” or “Google,” don’t you? No, seriously, don’t you? Okay, how old did you say you are?
Autsch. Gerade das Argument “Wir haben immer noch die vertrauenswürdigsten Marken” wird von Zeitungsverlegern gerne vorgebracht, wenn sie auf die Bedrohung durch das Internet angesprochen werden. Inzwischen könnte man sich aber zunehmend fragen, ob das wirklich noch der Fall ist (bei den über 65-jährigen garantiert, aber sonst?). Könnte es sein, dass das Informationsorakel Google oder ein täglich genutztes Portal inzwischen bei der jüngeren Zielgruppe glaubwürdiger geworden ist als die Zeitung der Eltern?











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