Daniel Craig, der “Polit-Nackedei”

Die Geschichte, die Spiegel Online gestern im Auslandsressort brachte, ist eigentlich ganz amüsant und geht so: Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy paddelt mit Sohn und nacktem Oberkörper in Amerika, die Zeitschrift Paris Match veröffentlicht ein Foto davon, retuschiert aber ergeben ein Speckröllchen an der präsidentialen Hüfte weg, was die Konkurrenz vom L’Express genüsslich per Bildvergleich aufdeckt.

Die Story leidet dann etwas darunter, dass man offenbar meinte, zwingend noch irgendetwas über die nackten Oberkörper anderer Politiker an den Brusthaaren herbeiziehen zu müssen, aber da Page Impressions nun mal eine Währung sind, kann man das schon durchgehen lassen.

Dann aber einfach noch einen anderen Nackten unter die Politiker zu mischen, das ist dann doch etwas sehr billig. Oder sollte ich tatsächlich verpasst haben, dass James-Bond-Darsteller Daniel Craig politisch aktiv geworden ist?

screenshot spon politnackedeis

Die Polit-Nackedeis Nicolas Sarkozy, Wladimir Putin und … Daniel Craig? (Screenshot von Spiegel.de)

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Web-2.0-Dienste und die Schwierigkeit, Accounts zu löschen

Sich bei einem Web-2.0-Dienst anzumelden, ist in der Regel kinderleicht. Sein Nutzerprofil jedoch zu löschen, kann sich als knifflige Aufgabe erweisen. Blog Age hat 21 nationale und internationale Web-2.0-Anbieter darauf hin überprüft, wie einfach oder kompliziert es ist, seinen Account zu löschen. Blogger Peter Schink teilt die einbezogenen Seiten in die Kategorien “Löschen leicht gemacht”, “Löschen schwer gemacht” und “Löschen umöglich gemacht ein”. Die zum Teil überraschenden Ergebnisse gibt es hier.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Ein Blog im TV

Ab morgen laufen Werbespots für Bildblog.de auf drei Fernsehsendern. Das ist eine durchaus spektakuläre Nachricht: Fernsehwerbung für ein Weblog. Ein deutschsprachiges Weblog. Ein Medienwatchblog.

Und dann auch noch mit prominenten Darstellern: Anke Engelke und Christoph Maria Herbst spielen in dem Spot mit, ohne Gage – von Anke Engelke ist bekannt, dass sie kein gutes Wort für die Bild-Zeitung übrig hat. Auch der Regisseur arbeitete ohne Honorar, die Produktionsfirma Brainpool (die auch die Sendungen von Engelke und Herbst produziert) finanzierte den Dreh. Die Schaltpreise bei den Sendern MTV, Viva und Comedy Central zahlen die Bildblog-Betreiber aus eigener Tasche.

Wann genau die Spots mit dem Claim “Jede Lüge braucht einen Mutigen, der sie zählt” auch online zu sehen sein werden, konnte Stefan Niggemeier vom Bildblog uns noch nicht sagen – man werde sie zunächst ein paar Tage im Fernsehen laufen lassen, dann aber auch “bestimmt auf BILDblog und entsprechenden Portalen” zeigen. Die Fernsehpremiere jedenfalls ist morgen um 18.20 Uhr auf MTV. Und ein paar Bilder von den Dreharbeiten hat Bildblog.de heute schon mal veröffentlicht.

[via off-the-record.de]

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Ein Nachschlag zu Schawinski

Leydendecker wusste schon alles, was Roger Schawinski in seinem Buch schreibt. Dieser plant derweil eine neue, eigene TV-Talkshow mit medienkritischen Inhalten. Zwei Pilotsendungen sollen schon im Kasten sein.

Wir haben ja bereits vermutet, dass es zu Roger Schawinskis Sicht der Dinge, die er in seinem Buch ?Die TV-Falle? darlegt, noch andere Perspektiven geben muss. Ein Teaser bei sueddeutsche.de lässt da aufhorchen:

?Wie der frühere Sat 1-Chef Roger Schawinski versucht, sich als Fels in der Brandung des Seichten darzustellen – und doch den üblichen Trash produzieren ließ.?

Das klingt gut. Was der sehr geschätzte Hans Leyendecker dann aber schreibt, bleibt leider auf dem Niveau eines mittelmäßigen Blogeintrags. Leyendecker selbst wusste offenbar bereits alles, was Schawinski in seinem Buch verrät; was schön und vom großen Rechercheur nicht anders zu erwarten ist, aber doch wohl kein Grund sein kann, ein Buch zu schmähen, das sich keineswegs nur an Insider wendet. Als Beleg für den Teaser kommen bloß zwei magere Beispiele, das kann nicht genügen. Und welche tiefere Erkenntnis darin steckt, dass alle drei schweizerischen Journalisten, die ?in den letzten Jahren im deutschen Journalismus eine Führungsposition? innehatten, Roger mit Vornamen heißen, das müsste Hans Leyendecker auch noch mal erläutern. Nicht bei Schawinski fehlen die neuen Inhalte, sondern in diesem Text von Leyendecker.

Vom ehemaligen Sat.1-Geschäftsführer gibt es unterdessen auch Neues. Wie blick.ch meldet, plant Roger Schawinski offenbar eine neuartige Talkshow, die unter anderem auch medienkritische Inhalte haben könnte.

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Deezer streamt kostenlos 250.000+ Songs on Demand

deezer.gifIch liebe Musik. Daher freut es mich immer sehr, wenn ich über einen neuen, innovativen Musikdienst berichten kann. Deezer, ehemals BlogMusik, ist solch ein Kandidat. Dabei ist das Prinzip von Deezer eigentlich mehr als simpel: Der in vielen Sprachen verfügbare, werbefinanzierte Dienst aus Frankreich erlaubt das kostenlose Suchen und Streamen von derzeit mehr als 250.000 Songs in einem komfortablen, browserbasierten Interface. Während SeeqPod sich als Musik-Suchmaschine positioniert und das Herunterladen von gefundenen Titeln ermöglicht, fungiert Deezer ausschließlich als Streaming on Demand Service. Gerade konnte sich Deezer mit SACEM, dem französischen Pendant zur GEMA, auf ein Modell zur Vergütung der Interpreten einigen und sieht sich daher als weltweit erster legaler Anbieter von kostenlosem On Demand Streaming. » weiterlesen

Im Test:
Matador

Der Matador zwingt wilde Stiere in die Knie und wird dafür mit Blumen beworfen. Wir haben getestet, ob das bei der gleichnamigen deutschsprachigen Zeitschrift auch so ist.

Matador Cover

Im Test: Die vor Mitte August erschienene Ausgabe September 2007.

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Roger Schawinski:
Die TV-Falle (III) Das zornige Lehrbuch

Medienpionier Roger Schawinski war bis 2006 Senderchef bei Sat.1 in Berlin. Nun hat er über diese Zeit ein Buch geschrieben: “Die TV-Falle”. Dritter und letzter Teil unserer Besprechung.

Die TV-Falle

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“Die TV-Falle” wird nach anfänglichem Plauderton mit jeder Seite informativer. Schawinski erklärt, dass gute Einschaltquoten nicht automatisch hohe Einnahmen bedeuten, wie, wann, warum und für wieviel Werbespots plaziert werden, und welche Rolle die Mediaagenturen spielen. Wenn er die Gesetze der Programmplanung in acht Punkten erläutert, ist das fast schon ein Lehrbuch. Eines, das auch fiese Tricks wie die “Gegenprogrammierung” beinhaltet: Dabei werden bekanntermaßen starke Sendungen genau dann angesetzt, wenn bei der Konkurrenz etwa eine neue Serie ihren Einstand feiert. Wenn deren erste Folge von wenigen Zuschauern gesehen wird, zieht das in der Regel eine schlechte Quote für die ganze Serie nach sich.

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Facebook ermöglicht E-Mails an und von Nicht-Mitglieder(n)

facebook_logo.gifGerne würde ich Euch weniger mit Facebook-Artikeln nerven, doch der konstante Innovations-Fluss beim derzeit angesagtesten Social Network lässt mir keine Wahl. Während die Diskussion um offene Communities die Gemüter erhitzt, kommt Facebook einem solchen Zustand zumindest in kleinen Schritten näher (ist aber trotzdem noch weit davon entfernt, ein offenes Social Network zu sein).

Die aktuellste Neuerung: Wie TechCrunch berichtet, können Facebook-Mitglieder nun auch Nachrichten an E-Mail-Adressen von Usern schicken, die nicht bei Facebook angemeldet sind. Die Mail landet dann inklusive User-Foto im E-Mail-Postfach des Empfängers. Mit einem Klick auf “Reply” wird im Browser eine Facebook-Seite mit einem Antwortformular geöffnet. Eine Anmeldung bei Facebook ist für das Antworten nicht notwendig. » weiterlesen

Roger Schawinski:
Die TV-Falle (II) Telenovela-Traum und Blackout

Medienpionier Roger Schawinski war bis 2006 Senderchef bei Sat.1 in Berlin. Nun hat er über diese Zeit ein Buch geschrieben: “Die TV-Falle”. Zweiter Teil unserer Besprechung.

Die TV-Falle

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Schawinski beginnt sein Buch mit anekdotischen und oft amüsanten Aufwärmrunden:

  • Die Entführung des Verliebt-in-Berlin-Stars “David”? Ins Drehbuch hineingeschrieben, weil der Darsteller eine achtwöchige Babypause durchsetzte.
  • Die interaktive Sause, die Sat.1 um das Ende der Telenovela machte? Ein Kompromiss, der nötig wurde, weil die Schauspielerin Alexandra Neldel aus persönlichen Animositäten das Drehbuch umschreiben lassen wollte: Sie hätte es bevorzugt, “Rokko” zu heiraten anstelle von “David”.

Die Macht von Serienhelden und Produzenten, sie ist erstaunlich groß, das macht Schawinski deutlich. Dass ein Senderchef oft auch Starbetreuer ist, das hätte man so nicht unbedingt erwartet. Der andere Punkt, der den Laien staunen macht, ist die Ahnungslosigkeit der Verantwortlichen, die Schawinski an vielen Stellen offen zugibt. Alle Macht hat die Marktforschung, so könnte man denken, und bei vielen Projekten redet sie tatsächlich das entscheidende Wort mit. Der Rest aber ist oft genug Ausprobieren.

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Hollywood lässt Kinogänger beobachten

snatchWer glaubt, im Kinosaal wenigstens im Dunkeln mit seiner Begleiterin ungestört zu sein, hat nicht mit der Filmindustrie und ihrer Paranoia gerechnet. Diesem Bericht eines amerikanischen Filmkonsumenten nach zu schliessen hat Hollywood endgültig die Relationen verloren und angefangen, Kinogänger am Eröffnungswochenende in den Sälen mit Nachtsichtgeräten beobachten zu lassen, um Bootlegger zu identifizieren.

Der Berichterstatter, Sam, hatte kurz nach Lichterlöschen im Saal eines AMC-Kinos in Georgetown einen dunkel gekleideten Mann neben der Leinwand entdeckt, der das Publikum zu filmen schien.

Als er den Kundendienst des Kinos zur Rede stellte, wurde ihm erklärt, der Beobachter sei von Warner Bros abgesandt worden, um Raubkopien der Premiere des Films “The Invasion” (ironischerweise ein Remake der “Bodysnatchers”) zu verhindern.

Später habe sich eine Sprecherin der Kinokette bei ihm gemeldet, sagte Sam, und betont, der “Sicherheitsbeauftragte” habe das Publikum nicht gefilmt, sondern lediglich mit einem Nachtsichtgerät beobachtet.

Zumindest laufen die Kinogänger also nicht Gefahr, ihrerseits plötzlich in Amateurvideos auf einschlägigen Internetseiten eine Hauptrolle zu spielen. Ob zahlendes Publikum im Kino in Europa beobachtet werden dürfte, ist uns derzeit nicht ganz klar.

Hier ist Sams Bericht zu finden

[via Sennhausers Film Blog ]

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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