Gerücht der Woche:
Konkurrenz für MySpace, Facebook und Co. aus unerwarteter Richtung?

Social Networking ist weiterhin ein ganz, ganz heisses Thema. Die Jubel-Meldungen häufen sich weiter: Teenager benutzen keine e-Mail mehr, sondern socialnetworken nur noch! LinkedIn wächst noch schneller als Facebook! XING macht bald Werbung! Und so weiter.

Die neuste Meldung dürfte für Unruhe in der Branche sorgen: Kein Geringerer als Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hat heute bei einem obskuren Treffen in Südafrika einen Screenshot seines neusten Projektes gezeigt. Bisher ging man davon aus, dass es sich bei dem Projekt um eine Art Suchmaschine handelt.

Was Wales jetzt aber zeigte, sieht nach was anderem aus:

Wales
Verdächtig ähnlich wie eine Facebook-Profilseite, irgendwie. Könnte es etwa sein, dass Wales ein offenes Social Network plant? In der Luft liegt so was derzeit ja durchaus.

In dem Zusammenhang ist auch interessant, dass die Wikimedia-Foundation demnächst nach San Francisco umziehen wird, wo die VCs derzeit mit Geldbündeln nach allem werfen, was nach Social Network aussieht. Kein Zweifel: Ein Social Network aus dem Hause Wikipedia hätte Sprengkraft. Schliesslich gehört Wikipedia in den meisten Ländern zu den Top-10-Websites, während die Social-Network-Szene weiterhin sehr fragmentiert ist.

Jimmy Wales versucht bereits, die Gerüchte zu entkräften und äusserte sich in einem Interview folgendermassen:

[Interviewer]: Is this really supposed to be a Facebook/Google-killer?
JW: I have no idea, honestly. We’re just having fun right now. The main thing is we’re looking to see if we can create free open software that allows people to do better quality searches.

Na, dann ist ja gut. Das wird die Facebook-Konzernzentrale sicher sehr beruhigen.

Mister Wong versteigert den heiligen Web-2.0-Gral

Vielleicht habt ihr das Foto schon gesehen: Tim O’Reilly, Erfinder des Web-2.0-Begriffs, beim Durstlöschen in der Lounge von Mister Wong auf der Web 2.0 Expo vergangene Woche in Berlin:

Das Mister-Wong-Team hat die Wasserflasche, die dabei geleert wurde, kurzerhand zum heiligen Web-2.0-Gral erhoben und versteigert sie nun auf eBay. Die Einnahmen gehen komplett an UNICEFs safe water campaign, die Publicity an Mister Wong. Wer weiß, unter welchem Weihnachtsbaum diese Flasche am 24. Dezember liegen wird…?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Im Test:
Maxi

Ist Maxi eine Zeitschrift für Dicke? Wir haben sie getestet.

Maxi

Im Test die Ausgabe 12/2007.

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Die unmögliche Einstellung eines Internetunternehmers

GeldIn der aktuellen Ausgabe von “Zehn Fragen” bei deutsche-startups.de stellt sich heute Frank Lemser, Geschäftsführer des Deutschland-Reiseführers German Places, dem Fragenkatalog von Alexander Hüsing. Was Frank Lemser auf die Frage, worauf er im Internet verzichten könne, antwortet, verschlug mir kurzzeitig die Sprache: “Flicker-Flacker Werbung auf Webseiten, Viren, Spyware und Spam. Aber zum Glück gibt es ja Technologien und Software mit denen man sich diese Dinge vom Halse halten kann.” Klar, Viren & Co mag niemand, aber sich als Webunternehmer so negativ über Werbung zu äußern – das Lebenselixier für viele Startups und Internetangebote – und im selben Atemzug das Blockieren von Anzeigen zu propagieren, lässt mich doch stark an der Vernunft dieses Herrn zweifeln. » weiterlesen

DontMissAnything.com:
gemeinsam an Informationen gelangen

DontMissAnything.comÜber Web2Null bin ich gestern auf einen cleveren Dienst namens DontMissAnything.com aufmerksam geworden. Der Service setzt wie so viele andere auch auf Nutzerbeteiligung, hebt sich aber durch ein potentiell sehr nützliches und mir zuvor noch nicht begegnetes Konzept von der Masse ab. Bei DontMissAnything.com können User einen Infoservice zu einem beliebigen Thema starten, beispielsweise zu TV-Übertragungen bestimmter Fußballvereine, zu neuen Social Networks oder zu aktuellen Äußerungen von Bundesinnenminister Schäuble zum Thema Onlinedurchsuchung. Andere registrierte Nutzer treten Infoservices bei, die sie interessieren. Inhaltlich ähnliche Infoservices können auf passenden, von den Usern erstellbaren Themenseiten gebündelt werden (z.B. Web 2.0, derzeit noch leer). Wer passende Informationen zu bieten hat, kann diese nun über die Seite allen für einen Infoservice angemeldeten Mitgliedern servieren. Auch nicht angemeldete User können Infos übermitteln. » weiterlesen

Facebook-Werbung:
Wo bleiben die Klicks?

Ein weiterer Update zu meinen Experimenten mit dem neuen Werbesystem von Facebook: Seit gut einer Woche läuft meine bescheidene Anzeige jetzt.

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In der Zeit haben knapp 3500 Leute die Werbeeinblendung zu sehen gekriegt, aber nur ganze 4 haben geklickt. Das ist also eine Click-Through-Rate von sagenhaften 0.12%. Das ist fast noch schlechter als die durchschnittliche Bannerwerbung ohne echtes Targeting.

Nun würde mich das angesichts des eher exotischen Themas meines Face-Ads nicht überraschen, aber andere, beispielsweise VC Fred Wilson, <a href="http://avc.blogs. » weiterlesen

YouTube erkennt den Nutzen von Innovationen

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In letzter Zeit habe ich häufig über YouTube berichtet – nicht, weil ich die Seite so liebe und permanent nutze, sondern weil YouTube seit einigen Monaten sehr aktiv und merklich an der Verbesserung seines Angebots arbeitet. Google scheint erkannt zu haben, dass man sich angesichts zahlreicher ernstzunehmender Konkurrenten nicht auf dem bisherigen Erfolg seines 2006 übernommenen Videoportals ausruhen kann. Laut Hitwise vereint YouTube in den USA mehr als 60 Prozent aller Nutzer von Videoportalen auf seiner Plattform. Neben Partnerschaften mit Inhalteanbietern und Fernsehsendern scheint die aktuelle Innovationsstrategie zwei Kernbereiche zu umfassen: Zum einen versucht man, durch lokalisierte Versionen weltweit seinen Marktanteil zu steigern – im Juni starte YouTube in neun Ländern sprachlich und inhaltlich angepasste Angebote, vor kurzem folgten Versionen für Australien, Neuseeland und Deutschland – zum anderen ist man bestrebt, die Usability zu verbessern und die Funktionsvielfalt zu erhöhen. » weiterlesen

Die Digitalisierung des Radios

Das Fernsehen ist inzwischen flächendeckend digitalisiert, ob terrestrisch oder über Satellit. Beim Radio war man schon viel eher technisch bereit. Doch erst jetzt wird es ernst.

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DAB-Kofferradio im 70er-Jahre-Retrodesign (Bild: W.D.Roth)

Das Radio gilt immer als der kleine Bruder des Fernsehens, denn es bringt weniger Gebühren, obwohl die Benutzungszeit in Minuten am Tag höher ist. Im Gegensatz zum Fernsehen, bei dem die Programmvielfalt den Zuschauer über Satellit auch ohne Analog-Abschaltungen in die digitale Empfangswelt lockte, konnte man sich beim Radio bislang nicht über die optimale Digitalisierung einigen.

An der führt prinzipiell jedoch auch hier kein Weg vorbei: einerseits sind digitale Abstrahlungen kostengünstiger und mit höherer Übertragungsqualität realisierbar, andererseits ist es seitens der EU seit Jahren beschlossene Sache, dass die analogen Kanäle auch terrestrisch irgendwann abgeschaltet werden sollen. Allerdings sicher noch nicht im Jahr 2015, so wie ursprünglich geplant. Und die ARD will ja nun die Digitalisierung generell vorantreiben.

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Erster Ausblick auf “Web 2.0 – Der Film”

Web 2.0 – Der FilmDas Web 2.0 wird Gegenstand eines Filmes. Anne Arndt, Felix Kolb und Heiko Brandsch von der Hochschule der Medien in Stuttgart basteln derzeit fleißig an “Web 2.0 – Der Film“. Mit dem Werk möchten die Drei die Web-2.0-Szene in Deutschland anhand von ausgewählten Persönlichkeiten greifbar machen, Beweggründe und Strategien der Akteure darstellen und einen Einblick in das Umfeld der Macher verschiedener Webplattformen geben. Ein Teaservideo zu dem noch nicht fertiggestellten Film wurde gestern veröffentlicht und gibt einen ersten Ausblick auf das, was uns erwartet: » weiterlesen

Kai Diekmann, “Der große Selbstbetrug”:
“Eigentlich sollte man es gar nicht ignorieren”

Bild -Chefredakteur Kai Diekmann hat ein Buch zur Lage und Zukunft Deutschlands geschrieben. Die deutschen Medien reagieren darauf mit Ignoranz oder flapsigen Sprüchen. Warum eigentlich?

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“Wie wir um unsere Zukunft gebracht werden” heisst der einigermassen bescheuerte Untertitel des Buchs, das Kai Diekmann geschrieben hat. Denn was immer wir in unseren Leben machen, das nicht den Tod zu folge hat – um unsere Zukunft, und auch wenn sie scheisse ist, werden wir nicht gebracht. Kann ein Chefredakteur einer Boulevardzeitung überhaupt schreiben? Oder reicht es, wenn der Herr über die Botenjungen, die eine Zeitung machen für Botenjungen, weiss, wie man ein Nacktbild auf den Titel bringt?

Die Antwort vorweg: Kai Diekmann kann schreiben. Er schreibt direkt, schnörkellos, sachbezogen. Es finden sich im Buch kaum Wiederholungen, die Behauptungen sind mit Zahlen abgestützt, die Argumentation ist schlüssig. Es findet sich sogar immer mal wieder Selbstkritik (dann, wenn die Bild-Zeitung eine andere Linie als die im Buch aufgestellten Argumente gefahren hat).

Zu Beginn eine Überraschung. Der zynische Bild-Boss Diekmann sieht nicht nur rund um sich Gutmenschen, er glaubt, er sei selbst einer!

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Och… – eigentlich ist er ein Gutmensch, aber weil er diesen fürchterlichen Job hat, muss er es verbergen? Aber wir nehmen ihm das doch mal ab. Auch wenn er schlussendlich für die Machenschaften seiner oft rücksichtslosen Reporter und Redakteure verantwortlich ist – Machenschaften, wie sie bildblog.de täglich aufdeckt.

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