Ist was wirklich Kabel Eins?

Echt Kabel Eins

Kabel Eins wird kantiger: Zum 11. Februar ändert Kabel Eins sein Logo und seinen Claim. Aus “kabel eins good times” wird “echt kabel eins”. Außerdem wird das wohlfühl-runde Logo 16:9-kantig. Im Jargon der PR-Profis des Senders heißt es, dieser Claim vermittle Selbstverständnis und Marke des Senders: “authentisch, legendär, verlässlich und begeisternd”. Was man ja locker am täglichen Programm prüfen kann und bitte jeder für sich selbst entscheide. In Sachen Privatfernsehen ist man ja geneigt, für so wenig so dankbar zu sein. Warum also nicht auch für Kabel Eins?

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Benutzerkonten-Aggregator allyve:
Seine Stärke ist seine Schwäche

allyveEgal wie aktiv man im Netz ist – ein paar Web-2.0-Dienste, auf die man nicht verzichten möchte, hat fast jeder. Viele Menschen kommen deshalb auch nicht darum herum, sich Zugangsdaten zu unterschiedlichen Webangeboten merken zu müssen und diese regelmäßig für die manuelle Anmeldung bei ihren Lieblingsseiten zu verwenden. Angesichts der steigenden Zahl verfügbarer Angebote und der zunehmenden Bedeutung von Onlineservices im Alltag eines jeden Bürgers besteht zumindest für die nahe Zukunft auch keine Aussicht auf Besserung (mittelfristig darf man auf OpenID hoffen). allyve, ein neues Startup aus Hamburg, möchte Abhilfe schaffen und das Surfen etwas einfacher und bequemer machen. » weiterlesen

Twittermeter visualisiert den “Buzz” im Web 2.0

TwittermeterAls Web-2.0-Blogger bin ich über jedes Mittel dankbar, das mir dabei hilft, die Popularität von Webangeboten oder das Ausmaß von Diskussionen und Geschehnissen im Netz zu bewerten. Mit Twittermeter gesellt sich ein neuer Service zum bestehenden Arsenal dafür (ansatzweise) geeigneter Analysetools wie Alexa, Compete, Google Trends, Technorati Charts und popuri.us. Twittermeter ermöglicht es, über die Eingabe eines Stichworts zu erfahren, wie sich dessen Erwähnungen in öffentlichen Twitter-Nachrichten über einen längeren Zeitraum entwickelt haben. » weiterlesen

Die Zukunftsbranche “Zeitverschwendung”

Ein Wort hört man in kritischen Diskussionen über Web 2.0 verblüffend oft: “Zeitverschwendung”.

Das Lesen und Schreiben von Blogs? Zeitverschwendung! Schafe werfen auf Facebook? Selbstdarstellung pflegen auf Myspace? Zeitverschwendung! Sich mitteilen auf Twitter? Übelste, sinnlose Zeitverschwendung! Und der König aller Zeitschwendungs-Sites ist bekanntlich Youtube. Der grössere Teil der aktuellen Online-Aktivitäten, so könnte man glauben, ist zweckfreier Trödelei gewidmet, ohne irgendeine positive wirtschaftliche, kulturelle oder soziale Auswirkung.

Nicht wenige Beobachter (ich gelegentlich eingeschlossen) fragen sich, warum seriöse Investoren für solche scheinbar sinnfreien Online-Zeitvertreibe horrende Summen ausgeben. Youtube und Myspace waren immerhin die beiden grössten Akquisitionen der aktuellen Internet-Welle, und Facebook ist immer noch der Rekordhalter mit seiner theoretischen Firmenbewertung von 15 Milliarden Dollar. » weiterlesen

Ulrich Tilgner verlässt das ZDF:
Eingriffe und Bündnisrücksichten

Wer in den letzten Jahren politische Nachrichtensendungen geguckt hat, kennt ihn: Ulrich Tilgner, Nahostkorrespondent und bis anhin Leiter des ZDF-Büros in Teheran. Nun aber will er nur noch für das Schweizer Fernsehen berichten, da er sich in Deutschland in seiner Arbeit zunehmend eingeschränkt fühlt.

Das von den Nachrichtenagenturen aufgenommene Interview (1. Teil zum Irak / 2. Teil zum ZDF) führte das Migros-Magazin. Was einigermassen überraschend ist, denn das Migros-Magazin ist eine in Grossauflage verteilte Gratiszeitung eines Lebensmittelhändlers wie Lidl oder Aldi. Was aber zeigt, dass interessante Inhalte nicht von einer Marke abhängig sind. Sie können überall zu finden sein.

Erschreckend ist vor allem Tilgners Begründung, warum er seine Zusammenarbeit mit dem ZDF nicht verlängern möchte:
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Rob Leighton R.I.P. “Wir sind die Musik-Macher und Träumer…”

Es gibt verschiedene Methoden, seine Träume und Gedanken wiederzugeben. Der eine malt, der andere schreibt ein Blog. Wieder andere machen Musik – oder legen Musik auf. Rob Leighton war einer von ihnen, ein Radio-DJ.

Rob Leighton
Rob Leighton im Studio des Radioschiffs Ross Revenge (Bild: Radio Caroline)

Man kennt heute eigentlich nur noch die dauerschwätzenden Dudelfunk-Moderatoren, die zwischen Verkehrsfunk, Wetter und Werbung fürchterlich “wichtige” Gewinnspiele und Umfragen veranstalten (“Das Benzin wird teurer, das Wetter schlechter und in der Kantine gibt es heute nur Fisch, wie finden Sie das?”). Die DJs, die sich ganze Abende den Hörern und der Musik widmen, mit ihrer Zusammenstellung Geschichten erzählen und einem alte und neue Musik nahebringen, die sind selten geworden, die kennt man nur noch aus Spielfilmen.

In England gibt es sie aber noch. Sie begannen ihre Laufbahn meist auf Piratensendern auf Schiffen, John Peels “Perfumed Garden” war eine berühmte Sendung und begründete seine jahrelange Karriere als Entdecker unbekannter Musik.

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Gratis vs kostenpflichtig – die Kunst, User bezahlen zu lassen

Gratis vs kostenpflichtigMit dem Web-2.0-Hype kam die nach Platzen der New-Economy-Blase tot geglaubte Kostenloskultur zurück. Nahezu alles, was an webbasierten Dienstleistungen existiert, wird heute dank Werbefinanzierung irgendwo kostenlos angeboten. Die Palette reicht von umfangreichen Zeitungsarchiven über Internet-TV und Online-Office-Tools, Datei-Hosting und Musik-Streaming bis hin zu Erotik-Videoportalen, auf denen Nutzer Material hochladen und teilen, für das sie früher tief in die Tasche greifen mussten. Mit dem Eintritt in die Konsolidierungsphase erkennen viele jedoch, dass es mitunter schwierig ist, ein Startup allein mit Werbung in die schwarzen Zahlen zu bringen. Die Höhe der im Netz investierten Werbegelder steigt zwar stetig, doch mit der rasanten Zunahme freier Werbeflächen kann das Wachstum der Onlinewerbung nicht mithalten. » weiterlesen

Selbstreferentialität – der dümmste Vorwurf im Web 2.0

Wenn sich Blogger und Journalisten ineinander verbeißen, dann kommt er mit Sicherheit irgendwann: der wechselseitige Vorwurf der ‘Selbstreferentialität’.

Selbstreferentialität
Wir beziehen uns auf uns

Der Schreiber der FAZ mokiert sich dann über ‘den Blogger, der einen anderen Blogger beim Filmen filmt’ – und er vergisst beim Lachen darüber das parallele Phänomen im eigenen Beritt, wo die BILD-Zeitung für den Abdruck von Frank Schirrmachers hessischer FAZ-Wahlhilfe in ihrem Blatt zwei Seiten freiräumt, wo also der eine Journalist dem anderen Journalisten beim Veröffentlichen noch mehr Öffentlichkeit verschafft. Woraufhin die Blogger nach Herzenslust daherpolemisieren und sich wiederum über die Selbstreferentialität des alten Mediensystems lustig machen. Was die getroffenen Journalisten lauthals zetern lässt, weil ihre ‘Selbstreferentialität’ doch angeblich ‘Seriosität’ und ‘öffentliche Verantwortung’ heißt. Manche sagen dazu allerdings auch ‘Kampagne’. Kurzum: Ohne Selbstreferentialität läuft heute nichts mehr – noch nicht einmal auf Journalistenschulen.

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Puls 4-Sendestart:
Sensationelle Versprechungen

Heute um 18 Uhr startet mit Puls 4 Österreichs viertes landesweites Privatfernsehen. Eine Talkshow mit Natascha Kampusch dient als Aushängeschild für eine bisher offenbar unerfüllbare Mission: gutes und quotenstarkes Privat-TV made in Austria.

Puls4-Senderlogo
Puls 4: Kampusch für die Quote?

Entführungsopfer Natascha Kampusch soll eine Talkshow im Programm des Wiener Privatsenders Puls 4 bekommen. Genau diesen Aufmerksamkeitskick brauchte der vierte private Fernsehkanal Österreichs für seinen landesweiten Sendestart am Montag. Anfang Jänner 2008 entzündete diese Ankündigung ein kleines Leuchtfeuer in den deutschsprachigen Medien. Wochenlange zehrte der Sender von dieser Aufmerksamkeit, und auch in den nächsten Wochen scheint das Interesse für das Talkshow-Experiment mit Kampusch gesichert.

Doch neue österreichische Medienprodukte halten nicht unbedingt immer das, was sie versprechen. Mit Trommelwirbel war auch die Tageszeitung Österreich im September 2006 gestartet – bekanntlich klaffen Selbst- und Fremdwahrnehmung zu diesem Titel weit auseinander. Enttäuscht wurde kürzlich auch, wer sich von Austria 9 gut gemachtes, österreichisches Privat-TV erwartete. Stattdessen gibt es Uraltserien und Anrufshows in Dauerschleife. Schließlich munkelt man schon, dass es sich bei Kampuschs Talkshow auf Puls 4 um einen PR-Gag handelt – behauptet zumindest 20min.ch, das einen besonderen Draht in die Medienwelt der Alpenrepublik vortäuscht. Aber was steckt wirklich hinter den sensationellen Versprechungen von Puls 4?

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Kommt die Internet-Krise 2.0?

Die Nachrichten aus der Wirtschaft sind derzeit alles andere als erfreulich. Die Banken werden geschüttelt von der Kreditkrise, die Börse fährt Achterbahn. Eine Rezession in den USA gilt als so gut wie sicher, und erfahrungsgemäss breitet sich so eine Krise kurze Zeit später auf Europa und Asien aus. Branchenbeobachter erwarten darum schon bald deutlich härtere Zeiten für Werbe- und Technologieausgaben.

Gleichzeitig werden die Bubble-Meldungen aus dem Silicon Valley ständig noch absurder. Beispiel: Letzte Woche erhielt die Firma Slide.com $55 Mio. frisches Kapital zu einer Bewertung von satten $500 Mio. Dieses Unternehmen produziert nicht etwa, wie man bei diesen Summen denken würde, ein hochkomplexes technologisches Produkt, sondern lustige Widgets und Applikatiönchen für Facebook und MySpace. Die Benutzerzahlen sind beeindruckend, die Umsätze (die dem sehr dünnen Businessmodell nach zu schliessen irgendwo in der Nähe des Nullpunktes liegen) deutlich weniger. Und trotzdem schlucken Investoren willig solche Bewertungen.

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