Euphorie um DataPortability – Aber wem nützt es eigentlich?

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DataPortabilityMehr als überschwänglich reagierte die internationale Blogosphäre auf die gestrige Meldung, Google, Facebook und Plaxo würden der Initiative DataPortability.org beitreten, die für eine Social-Networking-Landschaft eintritt, in der User ihre persönlichen Daten und Freunde von Anbieter zu Anbieter mitnehmen können. Die Arbeitsgruppe möchte Standards und Lösungen entwickeln, die von Communities und Social-Media-Diensten umgesetzt und integriert werden, damit Nutzer ihren Social Graph bequem in der virtuellen Hosentasche immer dabei haben, egal bei welcher Community sie sich morgen niederlassen. Die euphorische Reaktion vieler Tech-Blogger und IT-Theoretiker verwundert nicht, ist diese Öffnung der bis heute größtenteils geschlossenen Social Networks doch ein Traum zahlreicher Web-2.0-Aktivisten. » weiterlesen

“Krieg und Frieden” im ZDF:
Version Schwarzwaldklinik

Robert Dornhelm verflimt den größten Roman aller Zeiten: Krieg und Frieden von Lew Tolstoi. Das ZDF zeigt den “26 Millionen teuren Europudding” in vier Teilen. Die Kritiken sind vernichtend – von jenen, die die Produktion überhaupt gesehen haben.

Krieg und Frieden
(Bild ZDF)

Für bild.de meldete Uli Schüler aus St. Petersburg:

Es ist die teuerste, aufwendigste und größte deutsche TV-Produktion des Jahres!

Aber wurden die 26 Millionen Euro, die der Gebührenzahler jedenfalls teilweise finanziert hat, sinnvoll ausgegeben?
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“Scheiß-Privatfernsehen”

Oettinger (Jacques Grießmayer, CC-Lizenz)Endlich hat ein Politiker in der Debatte um Jugendgewalt deutliche Worte für die Medien gefunden. Wie die Frankfurter Rundschau heute berichtet, sagte Baden-Württembergs Ministerpräsident bei einem Neujahrsempfang in Markgröningen “Scheiß-Privatfernsehen”. Oettinger machte das Fernsehen verantwortlich für zunehmende Gewaltneigungen bei Jugendlichen. Angegriffen habe er damit RTL2 und Super-RTL, Sat.1 und RTL nahm er von der Kritik aus, so die FR. Oettingers Breitseite ist, vorsichtig gesagt, schwierig. Der Zusammenhang zwischen Medienkonsum und Gewalt ist alles andere als gesichert.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Vermutungen.ueber.das.Platzen.der.Bubble.sind.gerade.in

gerade.ingerade.in ist ein relativ neues Webprojekt aus Österreich, auf das ich heute per Mail hingewiesen wurde. Hinter der Seite stecken zwei Entwickler aus der Nähe von Wien, deren Intention es nicht ist, mit gerade.in finanziellen Erfolg zu haben, sondern einen Dienst auf die Beine zu stellen, der gerne und häufig genutzt wird. Somit kann ich mich in diesem Artikel ganz auf konzeptionelle Aspekte beschränken, ohne Möglichkeiten der Monetarisierung näher betrachten zu müssen. Das ist auch gut so, denn aktuell bietet gerade.in noch nichts, mit dem sich Geld verdienen lassen würde. Trotzdem ist mir das Projekt einen Bericht wert, da einige Details wirklich clever sind und gerade.in mit nur einer einzigen Erweiterung zu einem runden Service werden könnte. Doch bevor ich zum Positiven komme, zuerst eine Zusammenfassung, was gerade.in ist. » weiterlesen

Shoppen mit Murdoch

Nach kurzer Verhandlung lag Geld auf dem Tisch: Rupert Murdoch übernimmt 15 Prozent an Premiere – und das könnte erst der Anfang sein.

Premiere-Logo

In Spanien haben Toreros ?Cojones?, wenn sie wieder und wieder zum Stier in die Arena steigen. Sie haben Mut. Zweifelsohne hat der australische Medienmogul Rupert Murdoch Cojones. Er ist zum zweiten Mal im deutschen Medienmarkt auf Shoppingtour. Und steigt beim Pay-TV-Kanal Premiere ein. 287 Millionen Euro legt er für knapp 15 Prozent der Anteile hin. Die 16,4 Millionen Premiere-Aktien gab`s vom Kabelnetzbetreiber Unitymedia. Analysten gehen davon aus, dass Murdoch langfristig Premiere vollständig übernehmen wird.

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Microsoft übernimmt FAST, besitzt damit Musik-Sharing-Dienst Ezmo

ezmo.gifLaut Silicon Alley Insider wird Microsoft ein Übernahmeangebot an den norwegischen Suchmaschinen-Spezialisten FAST machen. Demnach wollen die Redmonder 1,2 Milliarden US-Dollar für die an der Osloer Börse notierte Firma zahlen, deren Suchtechnik sich hauptsächlich an Geschäftskunden richtet. Warum dies eine Meldung bei zweinull.cc wert ist? FAST befindet sich auch im Besitz von Ezmo, einem Dienst, mit dem man einfach und legal Musik mit seinen Freunden teilen kann (siehe zweinull.cc-Bericht). Ezmo ist seit einiger Zeit auf dem deutschen Markt aktiv, wo es mittlerweile mit simfy starke, einheimische Konkurrenz hat. » weiterlesen

Gruner und Jahr:
Europas größter Zeitschriften-Dampfer

Als Offensive gegen den Springer-Verlag gegründet, schrieb Gruner + Jahr Pressegeschichte. medienlese.com blickt auf bewegte Hamburger Verlegerfreundschaften und die Strategien von Europas größtem Verlagshaus.

Gruner und Jahr
Gruner und Jahr Pressehaus am Baumwall in Hamburg (Bild cc:SusanneK)

Baumwall 11. Nähe Landungsbrücken. Hamburg. Der Hauptsitz von Gruner + Jahr. Einem Verlag, den es schon länger als die Bundesrepublik gibt. Zumindest, wenn man mit dem Henri-Nannen-Verlag beginnt. Am 1. August 1948 erschien die erste Ausgabe der Zeitschrift Stern im Stern-Verlag Henri Nannen. Nannen bekam im Juli 1948 von der britischen Militärregierung die Genehmigung zur Umbenennung der Jugendzeitschrift Zick-Zack in Stern. Einsilbig, deklinierbar und positiv besetzt. Sterne leuchten. ?’Geben Sie mir den stern’, das kann man am Kiosk knapp und präzise sagen?, verkaufte Nannen dem damaligen amerikanischen Pressecontroller Wing-Commander Baker den neuen Titel. Das erste Cover der 16-seitigen Ausgabe zierte die junge Hildegard Knef. Im Heu.

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Ein bisschen Retail-Nostalgie

Die Feiertage habe ich grösstenteils in meiner alten Heimatstadt St. Gallen verbracht. Beim Spazierengehen durch die Innenstadt kam mir plötzlich der Gedanke, einmal darüber nachzudenken, was eigentlich aus all den Ladengeschäften geworden ist, die früher für mich wichtig waren.

Und beim Nachrechnen wurde mir schlagartig deutlich, wie stark sich viele Branchen durch die technologischen Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre verändert haben:

- Die Plattenläden, wo wir uns als Teenies immer endlos neue CDs anhörten: Alle bis auf zwei verschwunden. Und die verkaufen wohl mehr DVDs als Musik. iTunes lässt grüssen.

- Die kleinen Computerläden, wo ich mir früher meine Maschinen von VC 20 über Amiga bis zum dicken PC gekauft habe: Alle acht (!) weg. » weiterlesen

Drei +1 realistische Prognosen für das Web 2.0 im Jahr 2008

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Tech-Firmen, die 2008 das Web aufmischen könntenIn zahlreichen Blogs wurden in der vergangenen Woche Prognosen darüber abgegeben, wie sich das Web 2.0 im Jahr 2008 entwickeln könnte. Drei dieser Prophezeiungen erschienen mir besonders realistisch, und zwar die von Marcel Weiß (neunetz), Andreas Göldi (Medienkonvergenz) und Isaac Garcia (GigaOm).

Marcel Weiß erwartet, dass 2008 eine große Zahl US-amerikanischer Startups hierzulande ihre Zelte mit deutschen Versionen aufschlagen werden, allen voran natürlich Facebook:

“Je länger ich darüber nachdenke, desto schwärzer sehe ich für die meisten deutschen Startups. Es gibt Ausnahmen (…), aber oft kommt mir das Grauen bei Ideen, von denen ich höre. Werden 2008 die technisch und konzeptionell durchdachteren US-Angebote auf den (u.a.) deutschen Markt drängen, wird das hier ein Massaker.” » weiterlesen

DRM-freie Musik bei Sony BMG:
Neuer Dummheitsrekord in der Musikbranche

Man würde es eigentlich kaum für möglich halten, aber Sony BMG scheint tatsächlich heute wieder mal einen neuen Rekord für gehirntote Geschäftskonzepte in der Musikbranche aufgestellt zu haben. Neulich liess das Musiklabel verlautbaren, dass zukünftig endlich auch DRM-freie Musik angeboten werden soll, wie das u.a. Konkurrent EMI schon seit einiger Zeit macht. Heute nun wurden die Details des Plans bekanntgegeben, und einmal mehr fragt man sich, ob die Entscheidungsträger bei Musiklabels eigentlich grundsätzlich den Einsatz ihres Gehirns ablehnen.

Die Konsumenten werden nämlich die DRM-freie Musik nicht einfach so herunterladen können. Nein, vielmehr müssen sich die Musikfreunde in einen physischen Musikladen begeben und dort einen “Platinum Musicpass” zum Album ihrer Wahl erwerben (Einzelsongs gibt es nicht), und zwar etwa für den Preis einer CD ($12. » weiterlesen

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