Der Ton verschärft sich:
Googles Antwort auf Micro-Hoo

Das ging ja schnell: Google hält sich mit seiner Meinung zur versuchten unfreundlichen Übernahme von Yahoo durch Microsoft nicht hinter dem Berg. Auf Googles offiziellem Blog erläutert David Drummond, Googles Ober-Anwalt, die Position des Suchmaschinenriesen. Und natürlich fällt die nicht freundlich aus:

“This is about more than simply a financial transaction, one company taking over another. It’s about preserving the underlying principles of the Internet: openness and innovation.

Could Microsoft now attempt to exert the same sort of inappropriate and illegal influence over the Internet that it did with the PC? While the Internet rewards competitive innovation, Microsoft has frequently sought to establish proprietary monopolies — and then leverage its dominance into new, adjacent markets.”

Der Beitrag führt weiter aus, dass das fusionierte Unternehmen Micro-Hoo eine absolut dominierende Rolle bei e-Mail-Accounts, IM-Konten und Portal-Traffic einnehmen würde. Natürlich hat Google da was dagegen.

» weiterlesen

medienlese – der Wochenrückblick

Nazi-Skandale, Wasserspiele, Promisaufen.

Die Liste der Woche erstellte das Blog Coffee and TV: Ein unmöglich vollständige, aber doch sehr aufschlussreiche Auflistung der “skandalösesten Skandale und der empörenswertesten Entgleisungen”. Studiert man die “Nazi-Skandale”, fällt vor allem auf, dass sie in immer kürzeren Abständen vorfallen (was an der Zusammenstellung liegen kann, aber auch an der zunehmenden Hysterie der Medien, die sich auf solche Äusserungen wie verhungerte Tiere stürzen). Falls jemand nicht ins Dschungelcamp eingeladen wurde und nicht komplett unbekannt ist: es ist eine ziemlich sichere Methode, um mal wieder in die Schlagzeilen zu kommen.

20min.ch testete erfolgreich die Weisheit der Massen und fand so heraus, dass das seit kurzem im Internet an allen Ecken und Enden auftauchende Bild von ein paar Jungs im Pool, die mittels Badelatschen eine schwimmende Stromleiste gebastelt haben, gestellt war. Andreas Wessels aus Nordwalde: “Natürlich war da kein Strom drauf. So verrückt sind wir nicht.” Die Bilder “seien am Nachmittag des 1. Juli 2007 während einer Lan-Party” entstanden.
» weiterlesen

Zwei Schritte auf dem Weg zum offenen Social Web

offenes Social WebEines muss man den großen US-amerikanischen Webanbietern zugestehen, die sich in den letzten Wochen und Monaten auf die eine oder andere Art für ein offeneres Internet ausgesprochen haben: Mittlerweile lassen sie den Ankündigungen Taten folgen. Nicht nur der Fakt, dass nach Facebook und Bebo mit MySpace in dieser Woche das nächste, und diesmal weltweit größte Social Network, seine Plattform für externe Applikationen öffnen wird, ist ein entscheidender Schritt. Auch Google scheint es nach dem Start seiner fälschlicherweise Offenheit suggerierenden OpenSocial-Initiative mit der Idee eines offenen Webs ernst zu meinen und bietet Internetdiensten seit kurzem eine Schnittstelle, über die diese Informationen zu den Kontakten ihrer Nutzer auf anderen Plattformen abfragen können. Und schließlich hat Yahoo wie versprochen seinen OpenID-Beta-Test gestartet, der Yahoo-Usern die Anmeldung mit ihren Yahoo-Benutzerdaten bei anderen Seiten erlaubt. » weiterlesen

Kriegsfotograf Eddie Adams:
“Ich habe den General getötet”

Saigon, 1968: Auf offener Straße erschießt ein General einen Vietcong. Eddie Adams war für Associated Press in Vietnam, für sein Foto bekam er den Pulitzer-Preis. Am liebsten hätte er das Bild nie gemacht.

General Nguyen Ngoc Loan executing a Viet Cong prisoner in Saigon
Original Bildunterschrift: “General Nguyen Ngoc Loan executing a Viet Cong prisoner in Saigon” (Bild: Eddie Adams/Keystone)

Das Bild von Eddie Adams erlangt, man kann es nicht ander sagen, traurige Berühmtheit. Vor 40 Jahren entstand die Aufnahme, die sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt hat. Dem Fotografen war das Zeit seines Lebens unangenehm. Auf dem Bild ist ein wehrloser Mensch zu sehen, der Sekunden später stirbt – nur die halbe Wahrheit, so Adams.

» weiterlesen

Was Micro-Hoo für Web-Startups bedeuten wird

Es ist lange her, dass ein Übernahmeversuch so viele Schlagzeilen hervorgebracht hat wie die unfreundlichen Avancen von Microsoft gegenüber Yahoo. Alle möglichen Interessensgruppen loten aus, was dieser Deal für sie bedeuten könnte.

Eine Gruppe, die wohl sehr unmittelbar davon betroffen wäre, sind die Web-Startups und ihre Investoren. Bekannte VCs melden sich bereits auch schon zu Wort und halten mit einem etwas beleidigt-trotzigen Unterton fest, dass dieser Deal schlecht für Silicon Valley und für Startups überhaupt sein wird.

Warum? Ganz einfach: Yahoo war einer der fleissigsten Käufer von Web-Startups. Und wenn Yahoo bei einem Deal nicht zum Zug kam, war es doch zumindest meist unter den Interessenten und half so mit, den Übernahmepreis in den Verhandlungen hochzutreiben.

» weiterlesen

Kultserie “Doctor Who”:
Wo ist der Doktor?

Der Serien-Welterfolg feiert Deutschlandpremiere – doch ProSieben versteckt die Abenteuer des zeitreisenden Doktors im Nachmittagsprogramm.

Doctor Who
Wer ist hier der Doc? (Bild ProSieben)

ProSieben startete letzten Samstag mit der Science-Fiction-Serie “Dr. Who”. Allerdings um 17.00 Uhr. Einem wirklich unwürdigen Platz für Neueinführungen. Schlechte Quoten sind da garantiert. Verwunderlich, zählt “Dr. Who” doch zu den erfolgreichsten Serien der Welt. Erstmals ausgestrahlt im Jahr 1963 und ganze 730 Episoden in 29 Staffeln später ist die Serie vor allem eines: Very british. Um es für das deutsche Fernsehvolk zu übersetzen: Schräg. Doch Anhänger von Douglas Adams “Per Anhalter durch die Galaxis”, der übrigens auch Drehbücher für die Erfolgsserie schrieb, werden nur allzu gern in den Genuss des kultigen Zeitreisespaß kommen.

» weiterlesen

Langzeitwette:
Blogs wichtigere Newsquelle als New York Times

Die “Long Now Foundation” ist eine Stiftung, die das langfristige Denken fördern will. Eins der Mittel dazu ist die Veranstaltung von Langzeitwetten zu allerlei interessanten Themen. Damit soll die Diskussion über Langfristprognosen für gesellschaftlich relevante Fragen angeregt werden.

Eine der ersten Langfristwetten wurde abgeschlossen von Oberblogger Dave Winer und Martin Nisenholtz, dem Online-Chef der renommierten New York Times. Gegenstand der Wette, die 2002 vereinbart wurde (lange, bevor die meisten Leute wussten, was ein Blog ist): Werden im Jahr 2007 bei einer Google-Suche nach den fünf wichtigsten News-Themen des Jahres Blogs oder die altehrwürdige New York Time die besseren Treffer bekommen? Mit anderen Worten: Sind Blogs oder die gute alte Zeitung die einflussreichere und häufiger zitierte Newsquelle?

Gestern kam die Stiftung zu ihrer Entscheidung, und die Gewinner sind: Die Blogs bzw. » weiterlesen

Social Networks und ihre Eignung für Onlinehandel

Social ShoppingAngesichts schleppender Werbeumsätze müssen Social Networks nach zusätzlichen Möglichkeiten suchen, um endlich Gewinne zu machen und ihre zum Teil sehr hohen Bewertungen rechtfertigen zu können. E-Commerce bzw. Social Shopping gilt als eine vielversprechende Ergänzung zur Onlinewerbung. Facebook hat mit dem Start eines internen Bezahlsystems bereits erste Schritte in diese Richtung gemacht. Netzwerke, die die Integration externer Applikationen zulassen und über geeignete Werkzeuge für virales Marketing (z.B. Newsfeed) verfügen, könnten in Zukunft attraktive Vertriebskanäle für Onlinehändler werden. » weiterlesen

Micro-Hoo:
Aufstand der Flickr-Usr?

FlickrDie Übernahme von Yahoo durch Microsoft ist noch keinesfalls perfekt (gerüchtehalber soll es inzwischen auch andere Interessenten geben), da rührt sich schon Widerstand: Die verschworene Usercommunity der zu Yahoo gehörenden Photosharing-Site Flickr rauft sich zusammen. Dass diese traditionsreiche Web-2.0-Seite bald den Micro-Borg gehören soll, wollen eingefleischte Flickr-Fans nicht einfach so schlucken.

Unter dem Flickr-Tag “microsoft” sammeln sich bereits Dutzende von mehr oder weniger kreativen Protest- oder Trauer-Werken an. » weiterlesen

Spass mit Zahlen:
Wie es um Facebook wirklich steht

Normalerweise gehen nicht börsennotierte Firmen mit ihren finanziellen Informationen ziemlich vorsichtig um. Zwar gehört es in Startups heutzutage zum guten Ton, die Mitarbeiter regelmässig sehr offen über den Stand der Dinge zu informieren, aber das sollte man möglichst doch so tun, dass Aussenstehende davon nichts mitkriegen. Und in meiner Erfahrung klappt das auch ausgezeichnet. In mehr als zehn Jahren sehr offener Informationspolitik bei meiner alten Firma hatten wir nie ein Leck, weil die Mitarbeiter wussten und respektierten, was für die Öffentlichkeit bestimmt war und was nur für Insider.

Etwas lockerer scheint man das bei Facebook zu sehen. Die gestern an einem internen Firmenmeeting bekanntgegebenen finanziellen Informationen machen jedenfalls gerade ihre Runde quer durchs Internet. Da scheint es doch den einen oder anderen Mitarbeiter bei Facebook zu geben, dessen Loyalität und/oder Sinn für Diskretion nicht besonders ausgeprägt ist. Aber wir freuen uns natürlich über diesen Einblick in die Hype-Maschine Facebook.

» weiterlesen

  • Sponsoren