ComBOTS bleibt Nullnummer – wohl für immer

combots.gifWenn ein als “neuartiges Kommunikations-Tool” angepriesener Dienst auch nach anderthalb Jahren nicht richtig in die Gänge gekommen ist und über keine solide Nutzerbasis verfügt, dann stehen die Chancen schlecht, dass sich dies noch irgendwann ändern wird. Dies ist offensichtlich die Erkenntnis der Verantwortlichen bei ComBOTS, das 2006 aus der ehemaligen WEB.DE AG hervorging und als kostenloses Tool die Onlinekommunikation der Internetnutzer stark vereinfachten sollte. Heute gab das Unternehmen bekannt, den bestehenden Dienst einzustellen. Angesichts von Investitionen im zweistelligen Millionenbereich in die Entwicklung der Software sowie der Tatsache, dass viele andere Web-2.0-Dienste mit erheblich weniger Mitteln mehr erreicht haben, eine wirklich peinliche Sache. Mehr dazu bei heise online.

P.S. Ich bin diese Woche dienstlich unterwegs und habe daher etwas weniger Zeit für den Blog. Spätestens nächste Woche läuft es wieder wie gewohnt.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Die Welt von Media Markt

Die Firma Media Markt ist innert dreizehn Tagen neun Mal Hauptthema von redaktionellen Berichten auf welt.de. Warum eigentlich?

Listen wir doch gleich mal ein paar Artikel auf, die wir in den letzten Tagen auf welt.de aufgefunden haben und schreiben die Originaltitel auf. Oder das, was wir aus dem Artikel herausgelesen haben:

Der größte Media-Markt der Region wird eröffnet (08.09.2007)

Einkaufszentrum der Superlative (12.09.2007, Originaltitel, über das Einkaufszentrum Alexa, in dem der neue Berliner Media-Markt steht)

Der Ansturm auf Media Markt ist so gross, dass es Verletzte gibt (12.09.2007)

Bei Media-Markt wurden buchstäblich die Türen eingerannt” (undatiert, Zitat aus dem Videobeitrag)

Die Situation nach dem Ansturm auf Media Markt beruhigt sich wieder (13.09.2007)

Media Markt nimmt kleinen finanziellen Schaden in Kauf (13.09.2007)

Media-Markt entschuldigt sich bei Kunden (14.09.2007, Originaltitel)

Media Markt sagt nach Chaos “Danke, Berlin!” (14.09.2007, Originaltitel)

Der Media Markt und warum Menschen ausrasten (17.09.2007, Originaltitel)

Der nächste Media Markt ist oft noch billiger (24.09.2007, Originaltitel)

Türken stürmen ersten Media Markt (25.09.2007, Originaltitel)

Es gibt aber auch andere Beiträge. Beiträge, die so aussehen, als wären sie kritisch.

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Erste Eindrücke vom Westeins-Projekt:
So sieht DerWesten aus

Das Nachrichtenportal der WAZ-Gruppe wird mit Spannung erwartet. Vor mehreren Ewigkeiten wurde es unter dem Projektnamen “Westeins” angekündigt, dann erst mit Datum und zuletzt nur noch wortlos verschoben. Jetzt scheint es aber ernst zu werden: Auf der Online-Marketing-Messe OMD gibt es eine Preview des Portals. Wir haben uns die mal angesehen.

Bislang kann Fabian Georg, Key Account Manager, zu seinem Ärger nur die Power-Point-Präsentation von DerWesten.de (so der kürzlich veröffentlichte Name) zeigen, denn das Netz auf der OMD ist offenbar nicht das beste. Und unsere Fotos sind, zugegeben, auch nicht von allerhöchster Qualität. Aber für einen ersten Eindruck soll es reichen:

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“Päpstlicher als der Papst”

Ein PR-Profi und ein Journalist werfen dem Chefredaktor des Magazins Persönlich rot vor, sich zum Mikrofonhalter des Schweizer Justizministers Christoph Blocher degradiert zu haben. Glaubwürdig ist das nicht.

Stöhlker
Matthias Ackeret (links), Klaus J. Stöhlker (rechts). Screenshot telezueri.ch

Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein.

In der Runde bei Tele Züri (hier das Video) waren Klaus J. Stöhlker, Matthias Ackeret und Markus Gilli, die sich schnell auf eine hitzige Debatte einliessen, die sich ursprünglich um das Projekt teleblocher.ch (zurzeit offline), dann aber bald mal um Ethik und Journalismus drehte. Eigentlich ist es ja grossartig, wenn sich Leute in einem kleinen Regional-TV für guten Journalismus einsetzen. Nur verdient der eine der beiden sein Geld als PR-Berater (Stöhlker). Und der andere muss als Chef von Tele Züri Sendungen verantworten, an denen Interviewgäste ausführlich ihre Produkte vorstellen dürfen (Gilli). Meine Herren, nichts für ungut, aber das ist doch etwas fragwürdig.

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Die drei dümmsten Startup-Ideen der Woche

Wie neulich mal schon ausgeführt, sind wir wohl eindeutig wieder in einer Bubble. Das sieht man am klarsten an den wirklich schlechten Ideen, die die ganze Zeit auftauchen und auch noch Venture Capital erhalten.

Als kleiner Auszug aus der vergangenen Wochen hier drei Startup-Ideen, die ich wirklich, wirklich schlecht finde:

1. Die Firma BuddyMedia will mit Acebucks eine virtuelle Währung für Facebook herausbringen. Dafür hat die Firma gerade $1.5 Mio. an Venture Capital erhalten. Bubble 1.0-Veteranen erinnern sich sicher an die virtuellen Währungen Beenz, Flooz und wie sie alle hiessen. Hatten eine durchschnittliche Überlebensdauer von etwa einem Jahr.
Nichts gegen virtuelles Geld, das funktioniert ja bei Second Life durchaus. Nur kontrolliert da der Plattformbetreiber die Währung und nicht eine Drittfirma, die sich zur Notenbank berufen fühlt.

2. PuddingMedia ist eine Firma, die gratis Telefonanrufe vom PC aus anbieten will. Hmm. Gab’s das nicht schon irgendwo?
Als Entschädigung für diese Leistung müssen die User allerdings Werbung in Kauf nehmen. Und damit PuddingMedia die Werbung auch richtig userspezifisch auswählen kann, hört die Firma die Telefonate mit und schickt dann Werbung rein, die zum diskutierten Thema passen.
Also ein bisschen wie ein Geheimdienst, nur kommerziell. Dann mal viel Spass mit den Datenschutzgesetzen, kann man da nur wünschen.

3. Nicht direkt dumm, aber ein ausgesprochener “Long Shot” ist Blyk, ein neuer Mobiltelefonanbieter in Grossbritannien, der kostenlose, werbefinanzierte Mobiltelefone für die Zielgruppe der 16 bis 24-jährigen anbieten will. Alles was man als Spät-Teenie braucht, um Blyk benutzen zu können, ist ein ungelocktes Mobiltelefon, denn die Firma verkauft keine Geräte, sondern verteilt nur SIM-Karten. Und da fangen die Probleme schon mal an, denn die meisten jungen User haben wohl subventionierte Billighandies, die auf einen anderen Anbieter gelockt sind.
Ausserdem: Die User kriegen als Gegenwert für das Ertragen von Werbung (bis zu sechs MMS pro Tag) 217 SMS und 43 Minuten Sprechzeit gratis. Nicht etwa pro Tag, sondern pro Monat. Die meisten Angehörigen der Zielgruppe werden vermutlich knapp fünf Stunden brauchen, um das zu vertelefonieren, und dann müssen sie der Firma doch wieder Gebühren abliefern, und zwar etwa in der gleichen Höhe wie bei der Konkurrenz. Sorry, aber meistens merken die Leute sehr schnell, wenn sie veralbert werden…

Der aktuelle Stand des mobilen Web 2.0

mobilesweb.jpgObwohl schon seit Jahren ein erheblicher Anstieg der mobilen Internetnutzung vorausgesagt wird und dies in einigen asiatischen Ländern auch Wirklichkeit geworden ist, hat sich das Surfen mit dem Handy bzw. Smartphone in Europa abgesehen von E-Mail und Nachrichten bisher noch nicht durchgesetzt. Doch wie lange es auch immer dauern wird, bis die breite Masse das mobile Web tatsächlich nutzt – irgendwann kommt es so. Nicht zuletzt wird das iPhone für einen kräftigen Schub sorgen. Laut einhelliger Meinung der US-Medien ermöglicht dieses Dank des großen Touchscreen-Displays sowie des funktionellen Safari-Browsers als erstes Mobiltelefon überhaupt ein akzeptables Surferlebnis. » weiterlesen

Wie Dossiers Spaß machen

Googles automatisch generierte Nachrichten-Cluster und Internet-Suchroboter zeigen zwar schon, dass Computer Texte auch inhaltlich verstehen können, aber noch ist ein schickes Dossier das Werk von Menschenhand.

Gigantische Archive mit Unmengen hervorragender Texte warten auf Leser. Allein: Der klickt sich auf der Startseite seines geschätzen Online-Mediums durch die Nachrichten der letzten Viertelstunde. Deswegen gibt es eigens eingerichtete Übersichtsseiten, auf denen die sorgfältig mit Schlagwort versehenen Artikel zu einem Thema zugänglich sind. Heraus kommen dabei leider noch viel zu oft ellenlange Listen mit Nachrichten zwischen Relevanz und Firlefanz.

RAF-Themen-Dossiers

Rate die Webseite: Header-Grafiken aktueller RAF-Dossiers

Fünfmal mehr Dossier: » weiterlesen

medienlese – der Wochenrückblick

Während zwei von sieben Schweizer Ministern bereits eigene Medien machen, findet nun auch Aussenministerin Micheline Calmy-Rey Blogs cool. So sehen das aber nicht alle. Andrew Keen, “Internet-Profi”, warnt im Magazin-Text “Die Revolution ertränkt ihre Kinder“, dass das Internet nicht “Freund, sondern Feind der Kreativität” sei. Er glaubt, dass mit Blogs der Medieninhalt personalisiert wird, “sodass wir nichts mehr lesen, was über unsere eigenen Gedanken hinausgeht”. Aber ist es nicht umgekehrt? Müssten nicht Leute, die seit Jahren die gleichen eingefahrenen Medienkanäle nutzen, mal wieder etwas lesen, was über ihre eigenen Gedanken hinausgeht? Beta schreibt dazu in einem Kommentar: “Interessant finde ich bloss, dass das Magazin den Text druckt. Blickt da der Adel der Schweizer Medien mit Besorgnis von der Burg herunter?”

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So wird E-Mail nicht zur Hölle

email.jpgFischmarkt hat sich in der abgelaufenen Woche äußerst kritisch mit dem Thema “E-Mail” befasst. Quintessenz: E-Mail wird überbewertet und verliert seine Bedeutung als Kommunikationswerkzeug. Der Hauptkritikpunkt von Blogger Martin Recke: “Das Mailaufkommen hat sich dermaßen ins Astronomische erhöht, dass der Wert einer einzelnen Mail ins Bodenlose gesunken ist.” Er spricht von “Mailschulden”, die sich in den Posteingangsfächern bzw. in “Zillionen von Ordnern” ansammeln, und bezeichnet E-Mail als Hölle. » weiterlesen

Online-Durchsuchung durch die Hintertür?

Mitten in der Diskussion um neue Moscheen in Österreich verhaftet die Polizei zwei mutmaßliche Islamisten. Der Zeitpunkt der Verhaftung war geschickt gewählt und ließ die Zustimmung der Bevölkerung für den Innenminister in die Höhe schnellen. Dieser fordert jetzt eindringlich die Einführung von Online-Durchsuchungen.

Von Markus Kirchsteiger

Seit kurzem hat auch Österreich sein ?Terror-Phantom? – das behauptet zumindest die Info-Illustrierte News über einen 22-jährigen Wiener, der am Mittwoch vor einer Woche festgenommen wurde. Mohammed M. soll im März ein Video im Internet veröffentlicht haben, das Österreichs militärisches Engagement in Afghanistan kritisiert.

Für Österreichs Boulevardmedien sind die Festnahmen ein gefundenes Fressen. Die Zeitung Österreich unterstellte Mohammed M. gleich, Anschläge während der EURO 2008 und auf die Wiener UNO-City geplant zu haben. Die Krone erstellte ein ?Psychogramm des Islamisten aus Wien? und machte aus Mohammed M. und seiner ebenfalls verhafteten Frau das ?Islamisten-Ehepaar?.

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