medienlese – der Wochenrückblick

Kleber klebt, keine Kommentare, keine Mafia.

Videoblogger und Spiegel-Kulturchef Matthias Matussek wurde gemäss Tagesspiegelstrafversetzt“. Ein ZDF-Fernsehmoderator (Claus Kleber) soll sich überraschend nächstens im Chefredaktionssessel des Spiegels wieder finden – sein Arbeitgeber kämpft derweil noch um ihn. Die Clap-Redaktion legte Zeitschriften auf die Küchenwaage. Eine eigene Facebook-Gruppe für Schweizer Blogs wurde gegründet. Binningen musste für eine Nacht ohne TV und Internet auskommen. Ein Schweizer Politiker schrieb Leserbriefe mit Inhalten aus der Weltwoche. Die Schweizer Gratiszeitung News erschien erstmals und .ch-Verleger Sacha Wigdorovits wurde von der Sonntagszeitung gesehen, wie er eigenhändig sein Produkt auf die Ständer hievte (weil es nicht korrekt platziert war).

Sueddeutsche.de zog ihre Schlüsse aus dem Niggemeier-Urteil des Hamburger Landgerichts und bietet “ab sofort” nur noch Leserbeteiligung von 8 bis 19 Uhr. Ausserhalb dieser “Arbeitszeiten” können “keine Kommentare publiziert werden“. Gez. “Die Chefredaktion”.

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Die 100 beliebtesten Web-2.0-Seiten aus Deutschland…

Die 100 beliebtesten Web-2.0-Seiten aus Deutschland…hat Markus Spath bei blognation Germany aufgelistet, basierend auf der Anzahl von Bookmarks bei del.icio.us. Markus weist darauf hin, dass durch das Heranziehen von del.icio.us als Erfolgsmesser einige Dienste bevorteilt werden, vor allem die mit einer englischsprachigen Version. Betrachtet das Abschneiden der einzelnen Seiten daher als Tendenz, nicht als absolutes, endgültiges Urteil. Davon abgesehen eine tolle Liste, die sich bestens für weitere Recherchen eignet. Super Arbeit!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Wo stehen Deutschlands Twitter-Klone heute?

Wo stehen Deutschlands Twitter-Klone heute?Erinnert ihr euch noch? Nach dem überraschenden Erfolg von Twitter in der internationalen Internet-Gemeinde schossen im Frühjahr diesen Jahres deutsche Twitter-Klone wie Pilze aus dem fruchtbaren Boden des Web 2.0. Während Twitter sich bei vielen aktiven Webjüngern als Kommunikationskanal etablieren konnte, wurde es um die deutschen Microblogging-Dienste schnell wieder still. Und wo stehen sie heute? Ich habe mir elf deutsche Angebot angeschaut und einige Kennzahlen verglichen: » weiterlesen

Web 2.0-Debatte Die Angst des Torwächters vor dem Abpfiff

Wieder einer, der die Karawane des Web 2.0 verbellt. “Ungewaschene Massen” sieht Dr. Bernd Graff, Vize-Chef von sueddeutsche.de und damit Verbreiter einer der skurrilsten deutschen Klickstrecken im Internet, in das elitäre Residuum des Hochjournalistentums einmarschieren, um dort mit dem billigen Parfumduft “prätentiöser Mittelmäßigkeit” alles vollzustänkern.

Narr
Ist das Internet nur voller Narren? (Bild: Keystone)

Ich könnte das jetzt zur üblichen “Klowand-Literatur” großmedialer Überheblichkeitsmogule zählen, andere ihm die verdiente Antwort geben lassen, was sie hier oder hier oder hier bereits tun, wenn es nicht ein paar unterbelichtete Aspekte im Text dieses vormals selbst schon Netzgescheiterten gäbe, die einer Klarstellung bedürfen. So schreibt Graff:

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Ausgezählt (I/II) Das Ende der TV-Einschaltquote

Die Einschaltquote, die am nächsten Morgen um neun Uhr zuverlässig etwas über den Erfolg oder Misserfolg einer Fernsehsendung auf dem Zuschauermarkt aussagt, gehört der Vergangenheit an. Festplatten-Rekorder und Internet-Fernsehen killen die Quote. Erster von zwei Teilen.

Internet-Fernsehen Zattoo
Quotenproblematisch: Fernsehen über das Internet (Zattoo)

?Die Währung des Fernsehens ist Aufmerksamkeit, ist Reichweite. Die Sender beweisen ihre Potenz, indem sie der Werbewirtschaft pünktlich am Folgetag die aktuellen Quoten servieren? (Frank Patalong auf Spiegel Online). Wenn die Einschaltquote die Währung des Fernsehens ist, dann könnte man von einer echten Währungskrise sprechen. Denn die Instrumente, mit denen die Notenbank die Wirtschaft betrachtet – also die Methoden, mit denen die Einschaltquote im Fernsehen gemessen wird – müssen sich schleunigst den technologischen Entwicklungen anpassen. Fernsehsender und Werbekunden sind auf das Vertrauen in die Quote angewiesen, sie brauchen eine gemeinsame Währung, um miteinander ins Geschäft zu kommen. Das Geschäft ist gewaltig, Deutschland hat, gemessen an den Netto-Werbeumsätzen, nach den USA den wichtigsten Fernseh-Werbemarkt der Welt. Es geht um fast vier Milliarden Euro, die verteilt werden sollen.

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Wird Facebook (irgendwann) Konkurrenz für Google Mail?

Facebook MailFast könnte man meinen, Facebook möchte sich nach der misslungenen Einführung des Werbesystems Beacon bei seinen Mitgliedern mit einem neuen Feature entschuldigen. Nur einen Tag nach dem Eingeständnis von Facebook-CEO Mark Zuckerberg, bei Beacon viele Fehler gemacht zu haben, hat das Social Network eine überraschende Änderung am Benachrichtungsystems vorgenommen. Während bei eingehenden Mitteilungen oder Wall-Postings von Facebook-Freunden bisher lediglich eine Benachrichtigungsmail von Facebook an die E-Mail-Adresse des Nutzers gesendet wurde, enthalten solche Mails seit gestern auch die eigentliche Nachricht. Damit ist es nicht mehr notwendig, Facebook aufzurufen, um Mitteilungen von Freunden zu lesen. » weiterlesen

Sammelwut:
Sie lieben Magazine

Mehr geht nicht: “We Love Magazines” feiert die Publikationen der Popkultur mit Insider-Berichten und einem umfassendem Verzeichnis gedruckter Hefte.

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Seine Liebe zu Magazinen hat Andrew Losowsky in Papierform gebracht: “We Love Magazines” ist seine Ode auf die bedruckten Hefte, satt bebildert, extrem gut gestaltet. Die ersten 200 Seiten beschäftigen sich mit Magazin-Themen: Wie wichtig ist der Vertrieb, welche Magazine waren stilprägend und gesellschaftlich relevant, wie Werber Magazine verbessern können – dazu gibt es kleine Heftgeschichten: “The launch of Vu magazine”, “The Big Issue hits the street” oder “Raygun uses Zapf Dingbats”. Dabei kommen Außenstehende genau so auf ihre Kosten wie Leute vom Fach, freut sich Jan Joswig in der de:bug.

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Im anschließenden Directory werden über 1100 Magazine aufgelistet, nach Ländern sortiert, mit Angaben zu Erscheinungsweise, Redaktion und Verlag. Schon zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im März 2007 waren die ersten Einträge schon wieder veraltet: Der Magazin-Markt ist immer in Bewegung, viele Hefte schaffen es nicht über die ersten paar Ausgaben. Um so mehr macht sich das Buch um die Anerkennung verdient: Der Schnappschuss zeigt, wie die Magazin-Landschaft Anfang des Jahres ausgesehen hat. Weiter geht es im Internet: Über 1500 Magazine sind in der Datenbank zum Buch verzeichnet.

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Erster Eindruck:
Wir haben Liebling

Schnell mal Liebling durchblättern ist gar nicht so einfach: Das Ding ist wirklich groß, und viele Seiten hat es auch. Wir blättern uns mit Kultur-Schreiberin Ilka durch die erste Ausgabe – und bloggen mit.

Liebling
Liebling-Cover: Es ist sehr großartig

Hamburg, draußen dunkel, die Zigaretten glühen: Vor uns liegt Liebling. Endlich. Andernorts gibt’s Einordnungen, wir Beschreiben kleinteilig:
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Umfrage:
Wie nutzt ihr soziale Netzwerke?

soziales NetzwerkIm Rahmen eines Studentenprojektes haben Mitglieder der “Forschungsgruppe Kooperationssysteme” der Universität der Bundeswehr München eine Umfrage zur privaten Nutzung von Social Networks in Deutschland gestartet. Die Untersuchung gehört laut Alexander Richter, einem der Initiatoren, zur erster ihrer Art in Deutschland, wenn man von den plattformbezogenen Umfragen einzelner Community-Anbieter absieht. Der Onlinefragebogen enthält 24 Fragen und das Ausfüllen dauert ungefähr acht Minuten. Die Fragen sind sinnvoll und haben bei mir zu einer interessanten Selbstreflexion darüber geführt, wie ich soziale Netzwerke eigentlich nutze.

Die Umfrage ist bis zum 31. Januar 2008 online und über diesen Link erreichbar (lasst euch von der etwas altmodisch anmutenden Willkommensseite nicht abschrecken).

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Die Unzeitgemäßen

Die Heldenschar unserer Alphajournalisten führt Schaukämpfe auf: Überall sehen sie unrasierte Alt-68er lauern und Gutmenschen heucheln, überall werden unseren Einserabiturienten Stöcke in den Weg geworfen. Nach Steuerermäßigungen, Privatisierungen und Hartz IV seien wesentliche Reformen immer noch blockiert, die ganze Republik sei wie vernagelt, vor allem durch uneinsichtige Bürokraten, während ein gutes, leider aber irregeleitetes Volk im Grunde nichts sehnsüchtiger wünsche, als die Umsetzung dessen, was die medialen Sonntagsschüler als Pioniere des einzig wahren Fortschritts tagtäglich fordern. Vermutlich liegt ja deshalb die Linkspartei in der Wählergunst inzwischen überall im zweistelligen Bereich

In welcher Republik leben diese Menschen bloß? Hätten sie sich nicht in ihrem selbstbestätigenden Verlagsbunker vergraben, wo der Döpfner das bekräftigt, was der Degler beklagt, und der Diekmann zu erspähen meint, was der Aust befürchtet, dann müsste diesen neokonservativen Meinungsführern doch endlich mal auffallen, dass alle diskursiven Kommandohöhen dieser Gesellschaft nicht von 68ern und Rotfrontkämpfern besetzt sind, sondern spätestens seit den frühen 90er Jahren von ihnen höchstselbst. Dass sie seither eine solche Herde von ‘Experten’ durchs mediale Dorf getrieben haben – Kirchhoff, Merz, Sinn, Hartz, Miegel usw. – dass das kleine Wort ‘Reform’ zu einer Hassvokabel im Volk wurde. Dass sie selbst inzwischen so überaltert und rentennah sind, dass sie bereits wieder abserviert werden, wie jüngst der Aust oder der Matussek. Wobei sie in ihrem Wahn sich unverdrossen als ‘kommende Männer’ und ‘ewige Kronprinzen’ betrachten. Kurzum: Es ist einfach albern …

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