One Laptop per Child, kein Laptop per Kunde

One Laptop Per ChildOne Laptop per Child” ist eine viel beachtete Initiative von MIT-Professor Nicholas Negroponte, die Laptops zwecks Ermöglichung moderner Bildung und Kommunikation zu Kindern in der dritten Welt bringen will. Anfangs segelte das Vorhaben unter dem ausehenerregenden Titel “100-Dollar-Laptop”, weil Negroponte mit revolutionärer Technologie die Kosten eines richtigen Laptops unter die magische 100-Dollar-Grenze drücken wollte. Aber die Non-Profit-Aktion hatte in ihrer kurzen Geschichte schon mit diversen Schwierigkeiten zu kämpfen: Technische und finanzielle Schwierigkeiten, Kostenüberschreitungen, Konflikte mit Microsoft und Intel sowie Probleme im Umgang mit den Regierungen der Drittweltstaaten, die diese Laptops eigentlich für ihre Kinder kaufen sollten.

Der neuste Konfliktherd des Projektes schwelt aber an einer Stelle, wo man es kaum erwarten würde und wo es der OLPC-Stiftung vielleicht sogar besonders weh tun könnte: An der Heimatfront, bei den grössten Fans des Projektes. Und ich habe das zweifelhafte Vergnügen, zu den Betroffenen zu gehören.

Es geht um die vorweihnachtliche Aktion “Give One, Get One” (G1G1) in deren Rahmen Leute mit amerikanischer Adresse einen OLPC für sich bestellen konnten — vorausgesetzt, dass sie ein weiteres Gerät für ein Kind in der dritten Welt spenden. Für einen Gesamtpreis von 400 Dollar bekam man so ein revolutionäres Stück Technologie sowie das gute Gefühl, etwas zur Bildung in einem armen Land beigetragen zu haben. Das war zumindest die Idee.

Hier eine kurze Chronologie meiner eigenen OLPC-Erfahrungen:

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Issuu:
Dokumentenplattform für Kreative mit Stylefaktor 10

IssuuNach Sprout möchte ich heute eine weitere Web-Applikation vorstellen, die vor allem durch ihre innovative Umsetzung und eine äußerst stylische Oberfläche überzeugt. Issuu ist eine Plattform zum Speichern und Präsentieren von Dokumenten. Im Gegensatz zu Scribd oder Doktus stehen jedoch nicht 0815-Schriftstücke im Vordergrund, sondern selbst erstellte Magazine. Zugegeben, das klingt recht speziell und ist es vermutlich auch. Wer aber selbst nicht zur kreativen Gilde der Layouter, Hobby-Magazinmacher und Fotografen gehört, kann ganz einfach durch das breite Angebot an Titeln stöbern, die ihren Schwerpunkt auf den Themen Kunst, Design, Fotografie und Musik haben, und sich von diesen inspirieren lassen. Damit ihr versteht, was Issuu auszeichnet, empfehle ich einen Blick auf die folgende Flash-Integration eines zufällig ausgewählten Titels (mit einem Klick auf den Viewer gelangt ihr zur großen Ansicht): » weiterlesen

Medienblogcharts 1/08:
Verlinkerei saisonbedingt?

Die deutschsprachigen Medienblogs können erstmals seit fünf Monaten eine Abflachung des Linkschwunds verzeichnen. Eine hochwissenschaftliche Präzisionsanalyse lässt ausserdem den Verdacht zu, dass es sich um saisonbedingte Schwankungen handelt.

Medienblogcharts Verlinkung TOPTEN-Medienblogs

Medienblogcharts Verlinkung TOPTEN-Medienblogs

Ist die Zeit der Negativschlagzeilen bald vorbei? Erholen sich die deutschsprachigen Medienblogs von den harten Rückschlägen des vergangenen halben Jahres? Wir haben zur Februar-Ausgabe unserer Medienblogcharts die durchschnittliche Zahl verlinkender Blogs für die Top-Ten der Medienblogs seit deren Erfassung errechnet. Was lässt sich aus den Ergebnissen ablesen?

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Der Gurkenlaster in der Tagesshow:
Satire und ‘ernsthafter’ Journalismus

Daniel Küblböck rammt in der Dämmerung ohne Zeugen einen Gurkenlaster; Martin Sonneborn entschuldigt sich vor laufenden Kameras bei den Georgiern für den Bruch des Hitler-Stalin-Pakts. Was davon ist eine wichtige Tagesnachricht und wieso? Brand Eins über das Geschäft mit Nachrichten, Wein, Filmen, Büchern und Urlaubsreisen.

Daniel Küblböck, Amy Winehouse, Paris Hilton
Daniel Küblböck, Amy Winhouse, Paris Hilton: Wo sind hier die News? (Bilder [M] cc:SlimK, cc:casasroger, cc:Illinois Entertainer)

Seit gestern stapeln sich E-Mails mit jeder Menge meist hämischer Kommentare in meiner Mailbox. Der Grund: Ein westdeutscher Rundfunksender kooperiert mit einer ebensolchen Zeitungsgruppe. Etwas, das eigentlich keine Sensation und schon länger absehbar war.

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Der Ton verschärft sich:
Googles Antwort auf Micro-Hoo

Das ging ja schnell: Google hält sich mit seiner Meinung zur versuchten unfreundlichen Übernahme von Yahoo durch Microsoft nicht hinter dem Berg. Auf Googles offiziellem Blog erläutert David Drummond, Googles Ober-Anwalt, die Position des Suchmaschinenriesen. Und natürlich fällt die nicht freundlich aus:

“This is about more than simply a financial transaction, one company taking over another. It’s about preserving the underlying principles of the Internet: openness and innovation.

Could Microsoft now attempt to exert the same sort of inappropriate and illegal influence over the Internet that it did with the PC? While the Internet rewards competitive innovation, Microsoft has frequently sought to establish proprietary monopolies — and then leverage its dominance into new, adjacent markets.”

Der Beitrag führt weiter aus, dass das fusionierte Unternehmen Micro-Hoo eine absolut dominierende Rolle bei e-Mail-Accounts, IM-Konten und Portal-Traffic einnehmen würde. Natürlich hat Google da was dagegen.

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medienlese – der Wochenrückblick

Nazi-Skandale, Wasserspiele, Promisaufen.

Die Liste der Woche erstellte das Blog Coffee and TV: Ein unmöglich vollständige, aber doch sehr aufschlussreiche Auflistung der “skandalösesten Skandale und der empörenswertesten Entgleisungen”. Studiert man die “Nazi-Skandale”, fällt vor allem auf, dass sie in immer kürzeren Abständen vorfallen (was an der Zusammenstellung liegen kann, aber auch an der zunehmenden Hysterie der Medien, die sich auf solche Äusserungen wie verhungerte Tiere stürzen). Falls jemand nicht ins Dschungelcamp eingeladen wurde und nicht komplett unbekannt ist: es ist eine ziemlich sichere Methode, um mal wieder in die Schlagzeilen zu kommen.

20min.ch testete erfolgreich die Weisheit der Massen und fand so heraus, dass das seit kurzem im Internet an allen Ecken und Enden auftauchende Bild von ein paar Jungs im Pool, die mittels Badelatschen eine schwimmende Stromleiste gebastelt haben, gestellt war. Andreas Wessels aus Nordwalde: “Natürlich war da kein Strom drauf. So verrückt sind wir nicht.” Die Bilder “seien am Nachmittag des 1. Juli 2007 während einer Lan-Party” entstanden.
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Zwei Schritte auf dem Weg zum offenen Social Web

offenes Social WebEines muss man den großen US-amerikanischen Webanbietern zugestehen, die sich in den letzten Wochen und Monaten auf die eine oder andere Art für ein offeneres Internet ausgesprochen haben: Mittlerweile lassen sie den Ankündigungen Taten folgen. Nicht nur der Fakt, dass nach Facebook und Bebo mit MySpace in dieser Woche das nächste, und diesmal weltweit größte Social Network, seine Plattform für externe Applikationen öffnen wird, ist ein entscheidender Schritt. Auch Google scheint es nach dem Start seiner fälschlicherweise Offenheit suggerierenden OpenSocial-Initiative mit der Idee eines offenen Webs ernst zu meinen und bietet Internetdiensten seit kurzem eine Schnittstelle, über die diese Informationen zu den Kontakten ihrer Nutzer auf anderen Plattformen abfragen können. Und schließlich hat Yahoo wie versprochen seinen OpenID-Beta-Test gestartet, der Yahoo-Usern die Anmeldung mit ihren Yahoo-Benutzerdaten bei anderen Seiten erlaubt. » weiterlesen

Kriegsfotograf Eddie Adams:
“Ich habe den General getötet”

Saigon, 1968: Auf offener Straße erschießt ein General einen Vietcong. Eddie Adams war für Associated Press in Vietnam, für sein Foto bekam er den Pulitzer-Preis. Am liebsten hätte er das Bild nie gemacht.

General Nguyen Ngoc Loan executing a Viet Cong prisoner in Saigon
Original Bildunterschrift: “General Nguyen Ngoc Loan executing a Viet Cong prisoner in Saigon” (Bild: Eddie Adams/Keystone)

Das Bild von Eddie Adams erlangt, man kann es nicht ander sagen, traurige Berühmtheit. Vor 40 Jahren entstand die Aufnahme, die sich in das kollektive Gedächtnis eingebrannt hat. Dem Fotografen war das Zeit seines Lebens unangenehm. Auf dem Bild ist ein wehrloser Mensch zu sehen, der Sekunden später stirbt – nur die halbe Wahrheit, so Adams.

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Was Micro-Hoo für Web-Startups bedeuten wird

Es ist lange her, dass ein Übernahmeversuch so viele Schlagzeilen hervorgebracht hat wie die unfreundlichen Avancen von Microsoft gegenüber Yahoo. Alle möglichen Interessensgruppen loten aus, was dieser Deal für sie bedeuten könnte.

Eine Gruppe, die wohl sehr unmittelbar davon betroffen wäre, sind die Web-Startups und ihre Investoren. Bekannte VCs melden sich bereits auch schon zu Wort und halten mit einem etwas beleidigt-trotzigen Unterton fest, dass dieser Deal schlecht für Silicon Valley und für Startups überhaupt sein wird.

Warum? Ganz einfach: Yahoo war einer der fleissigsten Käufer von Web-Startups. Und wenn Yahoo bei einem Deal nicht zum Zug kam, war es doch zumindest meist unter den Interessenten und half so mit, den Übernahmepreis in den Verhandlungen hochzutreiben.

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Kultserie “Doctor Who”:
Wo ist der Doktor?

Der Serien-Welterfolg feiert Deutschlandpremiere – doch ProSieben versteckt die Abenteuer des zeitreisenden Doktors im Nachmittagsprogramm.

Doctor Who
Wer ist hier der Doc? (Bild ProSieben)

ProSieben startete letzten Samstag mit der Science-Fiction-Serie “Dr. Who”. Allerdings um 17.00 Uhr. Einem wirklich unwürdigen Platz für Neueinführungen. Schlechte Quoten sind da garantiert. Verwunderlich, zählt “Dr. Who” doch zu den erfolgreichsten Serien der Welt. Erstmals ausgestrahlt im Jahr 1963 und ganze 730 Episoden in 29 Staffeln später ist die Serie vor allem eines: Very british. Um es für das deutsche Fernsehvolk zu übersetzen: Schräg. Doch Anhänger von Douglas Adams “Per Anhalter durch die Galaxis”, der übrigens auch Drehbücher für die Erfolgsserie schrieb, werden nur allzu gern in den Genuss des kultigen Zeitreisespaß kommen.

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