Unternehmerfreundliche Journis

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Das ist Sacha Wigdorovits, Jungunternehmer im Bereich Gratiszeitungen. Fast eine halbe Stunde darf er sich im CASH-Talk von Moderator Hannes Britschgi ausfragen lassen zu seinem Produkt .ch. Was auch immer Wigdorovits erzählt – Britschgi ordnet es ein als die Aussagen eines gewieften, doch potentiell verdächtigen Verkäufers. Mich erinnert das stark an diesen Artikel in der Sonntagszeitung, kurz nach der Gründung von Blogwerk.

Das gesamte Gespräch (26:32 Minuten, nur schweizerdeutsch) kann auf cash.ch angesehen werden. Cash.ch ist übrigens die Website der Gratiszeitung Cash Daily, die es zwar schon seit dem 08.09.2006 gibt, die aber kaum gelesen wird, wie eine nicht repräsentative Umfrage der Werbewoche gezeigt hat. .ch erreicht in der gleichen Umfrage schon nach einigen Monaten Marktpräsenz Platz 2.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Social Network Badoo:
nie gehört, aber über 12 Millionen Mitglieder

BadooEs gibt Seiten, deren Userzahlen man dank permanenter Präsenz in Blogs und anderen Medien höher einschätzen würde, als sie es eigentlich sind. Und dann gibt es Seiten, deren Namen man kaum oder nie hört, denen es aber trotzdem gelungen ist, eine beachtliche Nutzerschaft aufzubauen. Badoo ist so eine. Mir war dieses mehrsprachige Social Network mit Sitz in London bis vor wenigen Tagen völlig unbekannt. Nachdem Badoo aber in Googles Liste der weltweiten Suchbegriffe mit den größten Zuwachsraten im Jahr 2007 nach dem iPhone und noch vor Facebook auf dem zweiten Platz landete, war mein Bedürfnis groß, mehr über diesen Service zu erfahren. Schon auf der Startseite wird stolz auf die aktuelle Mitgliederzahl von mehr als 12,4 Millionen Menschen hingewiesen. Damit gehört der Dienst mutmaßlich zu den zehn größten sozialen Netzwerken weltweit. » weiterlesen

Ausgezählt (II/II) Unscharfe Ergebnisse

Die Einschaltquote, die am nächsten Morgen um neun Uhr zuverlässig etwas über den Erfolg oder Misserfolg einer Fernsehsendung auf dem Zuschauermarkt aussagt, gehört der Vergangenheit an. Festplatten-Rekorder und Internet-Fernsehen killen die Quote. Zweiter und vorerst letzter Teil.

T-Home Sendervielfalt
Sendervielfalt im digitalen Fernsehen (Ausschnitt T-Home)

Eine wachsende Anzahl von Fernsehsendern, meist Nischenprogramme, macht die Ergebnisse der Quotenzählung unschärfer. Schließlich werden die Ergebnisse hochgerechnet, so dass ein Haushalt stellvertretend für 6000 weitere steht. Die schiere Zahl an Fernsehsendern nimmt durch die Digitalisierung zu, für eine begrenzte Anzahl an Fernsehsendern ist die erwartbare Unschärfe bei der Messung der Quote statistisch nicht relevant. Die Zahl der potentiell empfangbaren Sender ist mit der Umstellung auf digitales Fernsehen jedoch etwa um den Faktor zehn gestiegen. Über Antenne wird digitales Fernsehen im DVB-T-Standard in Ballungsgebieten bereits gesendet, über Kabel (DVB-C) gibt es erste Anbieter, Satelliten senden schon immer digital im DVB-S-Standard. Mit der Einführung von IPTV ist die Zahl der Sender theoretisch unbegrenzt.

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medienlese – der Wochenrückblick

Kleber klebt, keine Kommentare, keine Mafia.

Videoblogger und Spiegel-Kulturchef Matthias Matussek wurde gemäss Tagesspiegelstrafversetzt“. Ein ZDF-Fernsehmoderator (Claus Kleber) soll sich überraschend nächstens im Chefredaktionssessel des Spiegels wieder finden – sein Arbeitgeber kämpft derweil noch um ihn. Die Clap-Redaktion legte Zeitschriften auf die Küchenwaage. Eine eigene Facebook-Gruppe für Schweizer Blogs wurde gegründet. Binningen musste für eine Nacht ohne TV und Internet auskommen. Ein Schweizer Politiker schrieb Leserbriefe mit Inhalten aus der Weltwoche. Die Schweizer Gratiszeitung News erschien erstmals und .ch-Verleger Sacha Wigdorovits wurde von der Sonntagszeitung gesehen, wie er eigenhändig sein Produkt auf die Ständer hievte (weil es nicht korrekt platziert war).

Sueddeutsche.de zog ihre Schlüsse aus dem Niggemeier-Urteil des Hamburger Landgerichts und bietet “ab sofort” nur noch Leserbeteiligung von 8 bis 19 Uhr. Ausserhalb dieser “Arbeitszeiten” können “keine Kommentare publiziert werden“. Gez. “Die Chefredaktion”.

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Die 100 beliebtesten Web-2.0-Seiten aus Deutschland…

Die 100 beliebtesten Web-2.0-Seiten aus Deutschland…hat Markus Spath bei blognation Germany aufgelistet, basierend auf der Anzahl von Bookmarks bei del.icio.us. Markus weist darauf hin, dass durch das Heranziehen von del.icio.us als Erfolgsmesser einige Dienste bevorteilt werden, vor allem die mit einer englischsprachigen Version. Betrachtet das Abschneiden der einzelnen Seiten daher als Tendenz, nicht als absolutes, endgültiges Urteil. Davon abgesehen eine tolle Liste, die sich bestens für weitere Recherchen eignet. Super Arbeit!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Wo stehen Deutschlands Twitter-Klone heute?

Wo stehen Deutschlands Twitter-Klone heute?Erinnert ihr euch noch? Nach dem überraschenden Erfolg von Twitter in der internationalen Internet-Gemeinde schossen im Frühjahr diesen Jahres deutsche Twitter-Klone wie Pilze aus dem fruchtbaren Boden des Web 2.0. Während Twitter sich bei vielen aktiven Webjüngern als Kommunikationskanal etablieren konnte, wurde es um die deutschen Microblogging-Dienste schnell wieder still. Und wo stehen sie heute? Ich habe mir elf deutsche Angebot angeschaut und einige Kennzahlen verglichen: » weiterlesen

Web 2.0-Debatte Die Angst des Torwächters vor dem Abpfiff

Wieder einer, der die Karawane des Web 2.0 verbellt. “Ungewaschene Massen” sieht Dr. Bernd Graff, Vize-Chef von sueddeutsche.de und damit Verbreiter einer der skurrilsten deutschen Klickstrecken im Internet, in das elitäre Residuum des Hochjournalistentums einmarschieren, um dort mit dem billigen Parfumduft “prätentiöser Mittelmäßigkeit” alles vollzustänkern.

Narr
Ist das Internet nur voller Narren? (Bild: Keystone)

Ich könnte das jetzt zur üblichen “Klowand-Literatur” großmedialer Überheblichkeitsmogule zählen, andere ihm die verdiente Antwort geben lassen, was sie hier oder hier oder hier bereits tun, wenn es nicht ein paar unterbelichtete Aspekte im Text dieses vormals selbst schon Netzgescheiterten gäbe, die einer Klarstellung bedürfen. So schreibt Graff:

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Ausgezählt (I/II) Das Ende der TV-Einschaltquote

Die Einschaltquote, die am nächsten Morgen um neun Uhr zuverlässig etwas über den Erfolg oder Misserfolg einer Fernsehsendung auf dem Zuschauermarkt aussagt, gehört der Vergangenheit an. Festplatten-Rekorder und Internet-Fernsehen killen die Quote. Erster von zwei Teilen.

Internet-Fernsehen Zattoo
Quotenproblematisch: Fernsehen über das Internet (Zattoo)

?Die Währung des Fernsehens ist Aufmerksamkeit, ist Reichweite. Die Sender beweisen ihre Potenz, indem sie der Werbewirtschaft pünktlich am Folgetag die aktuellen Quoten servieren? (Frank Patalong auf Spiegel Online). Wenn die Einschaltquote die Währung des Fernsehens ist, dann könnte man von einer echten Währungskrise sprechen. Denn die Instrumente, mit denen die Notenbank die Wirtschaft betrachtet – also die Methoden, mit denen die Einschaltquote im Fernsehen gemessen wird – müssen sich schleunigst den technologischen Entwicklungen anpassen. Fernsehsender und Werbekunden sind auf das Vertrauen in die Quote angewiesen, sie brauchen eine gemeinsame Währung, um miteinander ins Geschäft zu kommen. Das Geschäft ist gewaltig, Deutschland hat, gemessen an den Netto-Werbeumsätzen, nach den USA den wichtigsten Fernseh-Werbemarkt der Welt. Es geht um fast vier Milliarden Euro, die verteilt werden sollen.

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Wird Facebook (irgendwann) Konkurrenz für Google Mail?

Facebook MailFast könnte man meinen, Facebook möchte sich nach der misslungenen Einführung des Werbesystems Beacon bei seinen Mitgliedern mit einem neuen Feature entschuldigen. Nur einen Tag nach dem Eingeständnis von Facebook-CEO Mark Zuckerberg, bei Beacon viele Fehler gemacht zu haben, hat das Social Network eine überraschende Änderung am Benachrichtungsystems vorgenommen. Während bei eingehenden Mitteilungen oder Wall-Postings von Facebook-Freunden bisher lediglich eine Benachrichtigungsmail von Facebook an die E-Mail-Adresse des Nutzers gesendet wurde, enthalten solche Mails seit gestern auch die eigentliche Nachricht. Damit ist es nicht mehr notwendig, Facebook aufzurufen, um Mitteilungen von Freunden zu lesen. » weiterlesen

Sammelwut:
Sie lieben Magazine

Mehr geht nicht: “We Love Magazines” feiert die Publikationen der Popkultur mit Insider-Berichten und einem umfassendem Verzeichnis gedruckter Hefte.

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Seine Liebe zu Magazinen hat Andrew Losowsky in Papierform gebracht: “We Love Magazines” ist seine Ode auf die bedruckten Hefte, satt bebildert, extrem gut gestaltet. Die ersten 200 Seiten beschäftigen sich mit Magazin-Themen: Wie wichtig ist der Vertrieb, welche Magazine waren stilprägend und gesellschaftlich relevant, wie Werber Magazine verbessern können – dazu gibt es kleine Heftgeschichten: “The launch of Vu magazine”, “The Big Issue hits the street” oder “Raygun uses Zapf Dingbats”. Dabei kommen Außenstehende genau so auf ihre Kosten wie Leute vom Fach, freut sich Jan Joswig in der de:bug.

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Im anschließenden Directory werden über 1100 Magazine aufgelistet, nach Ländern sortiert, mit Angaben zu Erscheinungsweise, Redaktion und Verlag. Schon zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im März 2007 waren die ersten Einträge schon wieder veraltet: Der Magazin-Markt ist immer in Bewegung, viele Hefte schaffen es nicht über die ersten paar Ausgaben. Um so mehr macht sich das Buch um die Anerkennung verdient: Der Schnappschuss zeigt, wie die Magazin-Landschaft Anfang des Jahres ausgesehen hat. Weiter geht es im Internet: Über 1500 Magazine sind in der Datenbank zum Buch verzeichnet.

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