Zattoo:
eine Million Mitglieder und weitere Zahlen

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Der Internet-TV-Dienst Zattoo, mit dem man herkömmliche Fernsehsender kostenlos über das Internet sehen kann, hat gestern um 17:09 Uhr seinen millionsten registrierten Benutzer verzeichnen können. Die aus diesem Anlass veröffentlichte Pressemitteilung enthält einige interessante Zahlen zur Verbreitung und Nutzung des Dienstes. » weiterlesen

Piero Esteriore crasht mit einem Mercedes ins Ringier-Haus

Der Schweizer Popmusiker Piero Esteriore fährt heute um 12 Uhr mittags mit einem schwarzen Mercedes ins Hauptgebäude des Ringier-Verlags an der Dufourstrasse. Angeblicher Grund: Schriftsteller Gion Mathias Cavelty hat mit einem Text im Blick seine Familie beleidigt.

Und zwar soll seine Geburtstagsparty vor einer Woche mit einer Mafia-Beerdigung verglichen und somit seine Familie beleidigt worden sein. Piero Esteriore erlangte durch seine Teilnahme an der Castingshow MusicStar 2003/2004 eine gewisse Popularität.

Einem Zeugen zufolge rammte Esteriore mit dem Mercedes die Eingangstüre, stieg aus und setzte sich mit einer Zigarette auf die Kühlerhaube. Und schrie dann, er wolle dem Journalist, der den Bericht über seine Geburtstagsparty geschrieben habe, “die Eier abreissen”. Darauf schmiss er einen Stapel CDs ins Pressehaus und liess sich von der in Kampfmontur und mit Gewehr angerückten Polizeieinheit verhaften.

Erste Quellen kommen verständlicherweise aus dem Ringier-Verlag:

blick.ch: Amok-Fahrt ins Blick-Gebäude!

heute-online.ch: «Musicstar» Piero: Amok-Fahrt ins Blick-Gebäude!

Piero Esteriore Screenshot
Screenshot aus dem Blick-Videobeitrag

Update am 04.10.2007, 14:05 Uhr: Der Blick-Artikel, denn Piero Esteriore derart erzürnt hat, heisst “Alle singen, nur das Rindsfilet bleibt stumm” und erschien in der heutigen Print-Ausgabe.

Der Autor des Texts heisst Gion Mathias Cavelty, ist Schriftsteller und schreibt unter anderem in der Weltwoche eine TV-Kolumne.

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Ein paar Dinge, die man über Venture Capital wissen sollte

“Venture Capital” — ein geradezu magischer Ausdruck für so manchen Jungunternehmer. Wenn man mit Unternehmensgründern spricht, hat man oft den Eindruck, dass das Gewinnen eines VC-Investments ein besonders wichtiger unternehmerischer Meilenstein ist. Aber oft erlebt man auch, dass Jungunternehmer nur wenig davon verstehen, was die Arbeitsweise, Interessenlage und Mentalität von VC-Firmen wirklich ist.

Da ich selber gerade selbst intensiv mit Leuten arbeite, die selber mal VC waren und/oder eine Finanzierung von VC-Firmen erhalten haben, hier ein paar Erkenntnisse.

Eins sei noch vorausgeschickt: Ich halte eine gut funktionierende VC-Branche für eine essentielle Voraussetzung für eine Wirtschaft mit starkem Unternehmertum. Wenn sich die nachfolgenden Bemerkungen primär kritisch anhören, dann nur darum, weil ich glaube, dass man als Unternehmer wissen sollte, woran man mit VCs ist. Es ist immer gut, die Motivationen seiner Gegenpartei zu kennen, egal ob das ein Anwalt, Arzt, Banker oder eben VC ist.

VCs wollen Geld verdienen, nicht Jungunternehmer fördern

Auch wenn die meisten VC-Firmen immer hervorheben, wie wichtig ihnen das Fördern revolutionärer Unternehmensideen ist, bleibt eine Tatsache: VCs wollen primär das Geld ihrer Investoren vermehren, alles andere ist bestenfalls eine erwünschte Nebenwirkung. Andere spekulieren mit Aktien, Hypotheken-Zertifikaten oder Schweinebäuchen, VCs spekulieren hingegen mit Investments in junge Unternehmen.

Klar, immer noch sind viele der “General Partners” (GPs; die Leute, die eine VC-Firma leiten und über die Investments entscheiden) ehemalige Unternehmer und wissen daher, was ein Startup so alles durchmacht. Aber vermutlich die Mehrheit der VCs heutzutage sind ehemalige Berater, Investmentbanker oder Manager und primär am Geld interessiert.

Wer also denkt, VCs mit einer visionären Idee begeistern zu können, sollte sich keine Illusionen machen. VCs bewerten Firmen danach, ob sie damit mit hoher Wahrscheinlichkeit Geld verdienen können, nicht nach der Qualität der Vision. Pluspunkte für VCs sind darum ein gut aufgestelltes Unternehmerteam, eine solide Geschäftsidee, die einen grossen Markt anspricht, ein gut durchdachter (aber nicht akademisch perfekter) Businessplan und das richtige Timing.

VCs denken in Firmenportfolios und sind am Einzelfall nur begrenzt interessiert

Die Faustregel für VC-Firmen ist etwa folgende: Von 10 Investments in Startups werden 6-7 Misserfolge, 2-3 anständige, aber nicht spektakuläre Erfolge und eins ein echter Hit. Mit dieser scheinbar mageren Erfolgsquote verdient eine VC-Firma bereits richtig Geld. Historisch ist es auch den besten VCs kaum gelungen, diese Quote wesentlich zu steigern.

Für die Startups, in die VCs investieren, heisst das darum, dass sie nur auf Aufmerksamkeit und Wohlwollen hoffen können, wenn sie mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu den Erfolgen gehören. Wenn das offensichtlich nicht der Fall ist, muss ein Startup oft mit recht verzweifelten Massnahmen seitens der VCs rechnen, beispielsweise einem voreiligen Verkauf, der noch retten soll, was zu holen ist.

Besser als das folgende Zitat eines Startup-Unternehmers kann man das kaum verdeutlichen:

“BA Ventures was a later stage investor, with preferred liquidation, in our company. Their partner was actively involved in our board and provided a great deal of excellent advice. I sort of considered him to be a friend. Then Microsoft changed directions and became a competitor. As things started looking dicey, the BA Venture guy stopped returning calls. When I asked him why, he replied – I’ve never forgotten this – (not really a quote, but accurate to the best of my recollection) I have 10 investments. In order for me to be successful, 3 have to be successful. Since it’s obvious that you’re not going to be successful, you’re not worth my time. I’ll spend my time on companies that can still win. It’s nothing personal.”

VCs denken in klar definierten zeitlichen Zyklen

Ein typischer VC-Fonds hat eine Laufzeit von 10 Jahren (eine grössere VC-Firma kann mehrere Fonds beinhalten). Am Anfang dieser Periode wird Geld von Investoren eingesammelt, dann fängt die VC-Firma an, geeignete Startups für ein Investment zu suchen. Im Idealfall hat die Firma nach spätestens fünf Jahren ihr fast ganzes Geld investiert, bis auf eine Reserve, um bei einigen Investments nochmal was nachschiessen zu können.

Die zweiten fünf Jahre der Laufzeit sind der Entwicklung der Startups sowie den “Exits” gewidmet. Ein erfolgreicher VC-Fonds verkauft seine Firmenanteile innerhalb der 10 Jahre komplett.

Darum werden VC-Firmen immer sehr ungeduldig, wenn das Ende der Fondslaufzeit naht. Oft wird dann versucht, auf Teufel komm raus die finanzierten Startups zu verkaufen, denn andernfalls müssen die VCs ihre Anteile in andere Fonds einbringen, was finanziell deutlich weniger interesant ist.

Wer also als Unternehmer Geld von VCs nimmt, sollte herausfinden, wo die VC-Firma in diesem Zyklus steht. Das wird das Verhalten der VCs sehr stark beeinflussen.

VCs haben einen ausgesprochenen Herdentrieb, aber das nicht ohne Grund

VCs sind im Prinzip zu einem grossen Teil sogenannte “Momentum Investors”, d.h. sie versuchen, Trends im Markt für sich auszunutzen. Da es fast unmöglich ist, über die Erfolgswahrscheinlichkeit eines bestimmten Startups eine zuverlässige Prognose zu machen, investieren VCs gern dort, wo gerade viele erfolgreiche Firmen sind, denn das erhöht die gesamten Chancen wenigstens etwas.

Gerade in Technologiemärkten passieren die grossen Exits auch oft in Wellen: Die meisten PC-Firmen gingen z.B. erste Hälfte der achtziger Jahre an die Börse, die meisten grossen Internetfirmen in der zweiten Hälfte der Neunziger. VC-Firmen wollen natürlich Teil einer solchen Welle sein und jagen daher alles, was nach Trend aussieht.

Das kann manchmal auch etwas albern herauskommen. Letzten Monat wurde man etwa von den meisten VCs in den USA gefragt, ob man denn auch eine Facebook-Strategie habe. Inzwischen haben die meisten eingesehen, dass die Produktion von Facebook-Applikationen keine tolle Geschäftsidee ist, und damit ist schon wieder ein Kurzfristtrend beerdigt.

Die erfolgreichsten VC-Firmen sind darum oft diejenigen, die sich nicht nur von diesen Trends leiten lassen, sondern auch mal ein Investment gegen den Trend machen. Wer hätte gedacht, dass das kleine Suchmaschinen-Startup Google mal so erfolgreich werden könnte, obwohl die junge Firma gegen ein gutes Dutzend starker Konkurrenten antreten musste? Antwort: Sequoia und Kleiner Perkins, zwei der erfolgreichsten VC-Firmen überhaupt, haben Ende 1998 Geld in Google gesteckt. Und damit haben sie den Exit des Jahrzehnts gelandet. So definiert sich “Smart Money”, das man als Startup-Unternehmer nach Möglichkeit suchen sollte.

Die VC-Branche ist intransparent und auf Beziehungen aufgebaut

Viele Jungunternehmer versuchen an VC-Geld zu kommen, indem sie einfach mal allen VC-Firmen, die sie finden können, ihren Businessplan schicken. Nichts ist weniger erfolgsversprechend als diese Methode. Man kann dadurch sogar die Chancen seines Startups dauerhaft beschädigen.

VCs haben zwei Interessen: Vielversprechende Ideen zu finden, die nicht schon allen anderen VCs auch bekannt sind, und ihr Risiko zu minimieren. Beides geht am besten über persönliche Beziehungen. Wenn ein VC von einem bekannten Business Angel, Anwalt oder Uniprofessor einen Tip kriegt, dass er sich ein bestimmtes Startup mal ansehen sollte, wird er das immer tun. Die Chance ist nämlich hoch, dass er damit auf ein unentdecktes Juwel stossen kann. Zudem ist die Empfehlung einer erfahrenen Person ein erster Filter, der die Erfolgschancen erhöht.

Natürlich gibt es diverse VC-Konferenzen, auf denen allerlei Startups ihre Ideen präsentieren. Manchmal kommt dabei sogar auch ein Deal zustande, aber das dürfte eher die Ausnahme sein. Die beste Methode zum Gewinnen eines VC-Investments ist Networking.

VCs unterschreiben keine Geheimhaltungserklärungen

Oft denken Jungunternehmer, dass ihre Idee so einmalig ist, dass jeder, dem sie sie erzählen sollen, erstmal eine Geheimhaltungserklärung (Non Disclosure Agreement, NDA) unterschreiben muss. Wer das von einem VC verlangt, disqualifiziert sich gleich schon selbst.

Die VCs wollen nicht etwa Ideen klauen, sondern haben einen guten Grund, keine NDAs zu unterschreiben: Die meisten VCs kriegen sehr viele ähnlich klingende Ideen auf den Tisch. Auch wenn Jungunternehmer es oft nicht glauben wollen: Ideen sind praktisch nie einzigartig. Oft treten ähnliche Ideen in einem bestimmten Zeitraum gehäuft auf, weil viele schlaue Leute ähnliche Gedankengänge hatten. Wenn ein VC bei einem Startup ein NDA unterschreibt, kann er juristisch praktisch nicht mehr bei einem anderen Startup investieren, das eine ähnliche, aber vielleicht bessere Idee präsentiert. Darum wird ein VC NDAs vermeiden, um seine geschäftlichen Chancen zu schützen.

Natürlich gibt es auch Horrorstories über Startups, die einem VC ihre Idee präsentiert haben und erleben mussten, dass der kurz später einem Konkurrenten alle möglichen Details erzählt hat. Wer das vermeiden will, sollte den VCs ganz einfach keine essentiellen Details über die genaue Funktionsweise seines Produktes erzählen. VCs sind typischerweise an anderen Faktoren deutlich mehr interessiert als an der Technik, und damit schützt man als Unternehmer wenigstens einige seiner Wettbewerbsvorteile. Hier gilt es, die richtige Balance zu finden.

Am Schluss muss man aber erkennen: Die VCs sitzen am längeren Hebel, weil sie halt das Geld haben. Das muss man akzeptieren und versuchen, schlau um diese Situation herumzumanövrieren. Ausserdem: NDAs gerichtlich durchzusetzen ist sowieso eine teure, langwierige und meistens ziemlich erfolglose Sache. Darum sollten Startups damit nicht Zeit verschwenden.

General Partners verdienen gut, aber nicht nur am Erfolg ihrer Investments

Die General Partners (also die Manager) einer VC-Firma erhalten Geld aus zwei Quellen: Erstens verrechnet die Firma jährlich 2% der investierten Mittel für das Management des Fonds. Die “Limited Partners” (die institutionellen Investoren, die den Löwenanteil des Gelds in einem VC-Fonds beisteuern) werden darum jährlich zur Kasse gebeten, unabhängig vom Erfolg. Für die General Partners ist das bereits schon sehr lukrativ. Wenn ein grosser Fonds beispielsweise mit $800 Mio. dotiert ist, hat er vermutlich etwa 10 General Partners. 2% von 800 Mio. sind 16 Mio., und davon müssen Associates, Büromiete, Sekretariate und Reisespesen bezahlt werden, der ganze Rest wird an die General Partners verteilt. Ein typischer GP bei einer grossen VC-Firma kann also locker auf ein Jahresgehalt von 0.5 – 2 Mio. kommen, ohne irgendwelche Erfolge vorweisen zu können. Natürlich werden die Limited Partners das schnell abstellen, wenn gar nichts passiert, aber dieses satte Grundgehalt hängt zunächst mal nicht vom Erfolg ab.

Wenn die VC-Firma erfolgreiche “Exits” produziert, also die Firmen, in die sie investiert hat, verkauft werden oder an die Börse gehen, kassiert die VC-Firma den sogenannten Carried Interest oder “Carry”. Das sind normalerweise 20% der erzielten Gewinne, und auch dieses Geld wird an die GPs verteilt, primär an denjenigen Partner, der den erfolgreichen Deal eingebracht hat. Kein Wunder, dass einige der erfolgreichsten VCs Vermögen im dreistelligen Millionenbereich angehäuft haben. Ein Hit wie Google oder Netscape kann einen GP auf einen Schlag sehr, sehr reich machen.

Einigen Statistiken zufolge verdienen GPs im Durchschnitt aber doch das meiste Geld an den 2% jährlicher Gebühr. GPs haben also die angenehme Situation, viel Gewinnpotential zu haben, aber wenig Verlustrisiko, denn die meisten investieren keine grossen Summen ihres privaten Gelds in ihre Fonds.

80% der VCs sind Versager

VCs sind dafür berüchtigt, arme Jungunternehmer immer gern mal ordentlich in die Zange zu nehmen und für geschäftliche Misserfolge drakonisch zu bestrafen, recht oft dadurch, dass die Gründer gefeuert werden.

Die VC-Branche selber besteht aber nicht gerade nur aus exzellenten Performern. Laut Statistiken der North American Venture Capital Association haben in den letzten fünf Jahren nur 20% der VC-Firmen überhaupt Geld verdient. Natürlich war das auch eine schwierige Phase an den Finanzmärkten, aber von hochbezahlten Investmentmanagern sollte man eigentlich erwarten können, auch unter widrigen Bedingungen ein besseres Resultat bringen zu können.

VC oder nicht, das ist hier die Frage

Interessanterweise kenne ich mehrere ehemalige VCs, die jedem Startup explizit empfehlen, nach Möglichkeit überhaupt kein VC-Investment anzunehmen. Denn VC-Geld ist teures Geld: Für eine typische erste VC-Runde müssen die Gründer etwa 25-40% ihrer Aktien abgeben. Bill Gates und Larry Ellison sind unter anderem deswegen so reich, weil sie nie bzw. sehr spät VC-Geld angenommen haben.

Ob VC-Geld Sinn macht und nötig ist, hängt stark von der Natur der Geschäftsidee ab. Ein Startup, das hohen Investitionsbedarf hat und aggressiv wachsen will, kommt kaum um VC-Investments herum. Andere Firmen sollten aber darüber nachdenken, ob der Kapitalbedarf nicht über Business Angels und möglichst früh erzielte Umsätze gedeckt werden kann.

So oder so: Unternehmer sollten Venture Capital als eine von mehreren Optionen sehen, um ihre Firma zu finanzieren. Wie alle Optionen hat VC gewisse Vorteile und Nachteile, die man kennen muss. Aber eins ist ein VC-Investment ganz sicher nicht: Ein magisches Signal für unternehmerischen Erfolg.

Black Fluorine – Internet-TV-Sensation oder purer Übermut?

blackfluorine.gifEin geheimnisvoller, neuer Internet-TV-Dienst mit dem Arbeitstitel “Black Fluorine” kündigt seinen baldigen Launch an. Der Informationsgehalt der Website ist derzeit noch nahe null, lediglich ein Feld zum Eintragen der E-Mail-Adresse für die Beta-Benachrichtigung und einen Verweis zum Blog gibt es. In diesem wird seit einiger Zeit geschrieben und mit Superlativen nicht gespart. Informationen zu den Köpfen und möglichen Geldgebern hinter dem Projekt gibt es auf der Website oder im Blog derzeit aber genauso wenig wie ein Impressum. Auch das Domain-Whois verrät nicht mehr. Für diesen Beitrag kann ich mich damit nur auf die wenigen Angaben beziehen, die im Blog zu finden sind. » weiterlesen

Blick am Abgrund:
Gutgelaunt gegen Schnäuze

BlickPunkt heisst die neue tägliche Sendung auf der Website der Boulevardzeitung Blick. Sie kommt unerträglich gut gelaunt daher und verkleinert jedes Thema bis zur Belanglosigkeit. Es ist das Gegenteil von allen Boulevard-Schienen, die bisher funktioniert haben.

“Sind sie auch schon vor ihrem Compi ghöcklet und haben sich gekrümmt vor Lachen wegen einem witzigen Filmli auf einer Homepage?” Ja, das hab ich. Aber nicht, als ich mir die drei ersten Sendungen von BlickPunkt angeschaut habe. Dazu war nämlich echte Überwindung nötig.

“Käfeli”, “Märli”, “birrebitzli”, “Hösli”, “Fürzli”. Das sind nur einige der Worte, die die Moderatorin ihren Lesern andreht. Vielleicht ist ein halbes Jahr Berlin schon zu lange, um noch zu wissen, was in der Schweiz abgeht, aber ich ertrage diese mit Anglizismen gespickte Verkleinerungsmanie nur schlecht. Solche “Filmli” bereiten mir ein starkes körperliches Unbehagen.

Die Moderatorin, Elena Beltrame, die einen einwandfrei professionellen Auftritt hat, lächelt einen in Grund und Boden. Und sie wird auch weiterhin fröhlich sein, denn jede Kritik an einem strahlenden Lächeln steht auf verlorenem Posten. Was auch immer dagegen einzuwenden ist: Es muss einer schon ein chefzynischer Dauergriesgram sein, um überhaupt etwas dagegen zu sagen. Leute, die etwas gegen fröhliche Menschen haben, nehmen auch Kindern ihre Spielzeuge weg und lachen dabei.

Lächeln Blick 1
Screenshot blick.ch

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Ein Mittwoch voller Videos

Wir stellen sechs Seiten voller Videos vor – jenseits der bekannten Trash-Sammelbecken, fernab seelenloser Klick-Portale. Stundenlanger Videogenuss zwischen Dada- und Anspruch garantiert.

v ohOH! – Das Videomagazin Die Filmliebhaber von OH! haben eine Mission: “Leidenschaftliche Filme. Und mutige, radikale, überraschende, gefährliche, revolutionäre Filme.” Zu sehen gibt es ausgewählte Beiträge in den Kategorien Videokunst, Kurzfilm, Musikvideo, Animation, Interview und Dokumentation. Die hier präsentierten Filme finden sich sonst eher in Museen oder auf Arte. Das absolute Gegenteil von YouTube-Trash und billiger DIY-Ästhetik. Der internationale Fokus und die ausführlichen Begleittexte zu den Werken machen dieses abwechslungsreiche Magazin mit seinen bisher 33 Videos absolut sehenswert. Dazu gibt es ein Weblog, in dem weitere Filme verlinkt werden.

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Unternehmensgründer:
Selbstüberschätzung ist gut

Man weiss es: etwa 90% der Startup-Unternehmen bringen es nie auf einen grünen Zweig. Etwa zwei Drittel gehen schon in den ersten Jahren pleite, und die meisten andern serbeln zwischen Leben und Tod vor sich hin. Nur eine kleine Minderheit erreicht echten Erfolg. Ein möglicher Schluss aus dieser Tatsache: Fangen vielleicht zu viele Leute ihr eigenes Unternehmen an? Und überschätzen sich all diese Jungunternehmer nicht einfach?

Eine interessante neue Studie (via Marc Andreessen) wirft neues Licht auf diese Tatsachen. Die Forscher aus Berlin, Boston und Rotterdam haben ein paar interessante Dinge in einer breit angelegten Studie herausgefunden:

- Unternehmensgründer neigen dazu, ihre Fähigkeiten und Eignung zur Unternehmensgründung als überdurchschnittlich einzuschätzen. Obwohl sie wissen, dass die meisten Gründer scheitern, halten sie sich für ungewöhnlich qualifiziert. 81% der Jungunternehmer schätzen, dass ihre Erfolgschancen bei mindestens 70% liegen.

- In Ländern mit besonders hoher Unternehmerquote (z.B. USA oder Neuseeland) ist das Phänomen dieser “Selbstüberschätzung” besonders verbreitet. In diesen Ländern ist darum auch die Quote der gescheiterten Unternehmen besonders hoch.

- Unerfahrene Jungunternehmer schätzen ihre eigenen Fähigkeiten höher ein als erfahrene Unternehmer, die schon oft vom Markt geprügelt wurden. Unter anderem deswegen gründen laut einer anderen Studie nur ca. 6% der erfahrenen Unternehmer ein zweites Unternehmen.

- Besonders bedenklich: Eine hohe Einschätzung der eigenen Fähigkeiten korreliert negativ mit dem späteren unternehmerischen Erfolg, d.h. die besonders selbstbewussten Jungunternehmer scheitern am häufigsten.

Die Forscher halten aber auch fest: Übersteigertes Selbstvertrauen ist vermutlich nützlich für die Gesellschaft. Natürlich ist Scheitern bitter, aber ohne die Leute, die überhaupt mal was ausprobieren, entstehen nicht genug erfolgreiche Unternehmen. Und darum sind Länder, in denen Scheitern keine Schande ist, im Durchschnitt wirtschaftlich erfolgreicher.

Statistisch gesehen wird nur eine von tausend Geschäftsideen je finanziert. Von den finanzierten Ideen schaffen es nur sechs von tausend jemals zum Börsengang, also zu richtig grossen finanziellen Erfolgen, und nur wenige mehr zu einem andersartigen interessanten Exit.

Was für Wahnsinnige investieren ihre Zeit in eine Chance von 6 : 1’000’000?

Aber noch viel wichtiger: Wo wäre unsere Wirtschaft ohne diese Wahnsinnigen?

Unternehmertum ist eben ein bisschen wie Wetten beim Pferderennen: Erfolg hat etwas zu tun mit Glück, aber auch mit Sachkenntnis, mit sorgfältiger Kalkulation der Chancen und mit gutem Timing. Und gewinnen kann man nur, wenn man überhaupt mitspielt.

Geht die Gründungswelle dem Ende zu?

Wenn ich meine täglichen Lesestunden in nationalen und internationalen Web-2.0-Blogs und -Magazinen der letzten Wochen rekapituliere, so verstärkt sich mein Eindruck, dass wir den Höhepunkt der Gründungswelle im Web 2.0 überschritten haben. Dabei handelt es sich erst einmal um ein rein subjektives Bild, bei welchem ich mich auch gerne vom Gegenteil überzeugen lassen. Auch spreche ich nicht vom Platzen irgendeiner Blase oder davon, dass keine interessanten und spannenden Startups mehr das Tageslicht erblicken – ich weiß von einer Reihen von innovativen Anbietern, die derzeit ganz heimlich vor sich hin testen und wo ich nur auf das Ok warte, diese endlich in einem Posting vorstellen zu können. Was in meinen Augen jedoch merklich abgenommen hat, ist die reine Quantität an handfesten und ernstzunehmenden Web-Startups. » weiterlesen

Yahoo-Suche:
Jetzt besser als Google?

Das derzeit häufig geprügelte Web-Portal Yahoo kündigte heute an, eine neue Version seiner Suchmaschine herausgebracht zu haben. Normalerweise lösen solche Ankündigungen nur kräftiges Gähnen aus, aber fairerweise kann man es ja mal kurz ausprobieren, was die Yahoo-Kollegen da hingekriegt haben. Gegen Google haben sie ja eh keine Chance. Denkt man.

Aber schauen wir uns mal ein paar typische Suchen mit willkürlich gewählten Themen an, im direkten Vergleich Yahoo vs. Google:

- “Welt”: Beide finden die gleichnamige Zeitung relevanter als den Wikipedia-Artikel zur Welt als solcher. Da freut sich der Verlag. Bei beiden schafft es auch die Zeitschrift “PC-Welt” in die Top 10. Google hat besser gefilterte Resultate, Yahoo mehr doppelte Treffer. Sieger: Google.

- “Lokführerstreik”: Yahoo bringt als zweiten Treffer einen Artikel vom Juni, der das Ende des Streiks ankündigt. Schön wär’s. Google bringt zusätzlich ein paar eher irrelevant scheinende Blogs, sonst sind die Treffer etwa gleichwertig. Sieger: Unentschieden.

- “Angela Merkel”: Beide führen die offizielle Homepage der Kanzlerin als Top-Treffer, Wikipedia als Nr. 2. Yahoo hat ein paar mehr redundante Treffer, dafür aber ein paar Informationen mehr aus Diskussionsgruppen. Sieger: Unentschieden.

- “Bill Clinton”: Yahoo listet in den ersten zehn Treffern alle wesentlichen offiziellen Quellen auf, dazu Mediensites wie die New York Times und CNN und auch eine Linksammlung zu “The Unofficial Bill Clinton”. Ausserdem werden noch verfeinerte Suchabfragen vorgeschlagen. Google hat sehr ähnliche Inhalte unter den ersten zehn, aber auch ein paar klar irrelevante Treffer wie z.B. einen Twitter-Feed von einem Witzbold, der sich als Bill Clinton ausgibt. Sieger: Yahoo.

- “Christoph Blocher”: Wiederum sehr ähnliche Inhalte, aber Google bringt auch einen prähistorischen Artikel aus der BusinessWeek von 1997 in den ersten zehn. Yahoo hat dafür gleich auch einen direkten Link auf ein Youtube-Video auf der ersten Seite, wo Blocher seine Liebe zu Kuhscheisse erklärt. Priceless. Sieger: Yahoo.

- “Blinddarmentzündung” (gewidmet meiner Schwester Barbara, die gerade mit einer solchen im Krankenhaus liegt): Yahoo will uns in den Werbelinks auf die Gesundheitsseite der Konkurrenz von Microsoft schicken. Merkwürdig. Sonst kriegt man diverse medizinische Artikel. Google ebenso. Für Erheiterung sorgt bei Google die Werbung: “Infos zu Blinddarmentzündung. Jetzt bei eBay mitbieten & kaufen!”. Na fein. Sieger: Unentschieden.

- “Henry Blodget”: Zum berüchtigten Internet-Analysten bringen beide Suchmaschinen diverse Medienlinks, aber Yahoo hat keinen Link zu Blodgets neuem Blog unter den ersten 10. Sieger: Google.

- “Blogwerk”: Auch da wieder kein grosser Unterschied. Google hat ein paar Blog-Treffer mehr, dafür ist Yahoos Liste eher etwas aktueller. Sieger: Unentschieden.

- “Cambridge”: Bei Yahoo erfährt man gleich in den ersten drei Treffern, dass es unter diesem Namen eine Stadt in England, eine berühmte Uni und eine Stadt in den USA gibt. Bei Google stehen ungefähr die gleichen Resultate, aber weniger schlau sortiert. Sieger: Yahoo.

- Und zuletzt noch der unvermeidliche Ego-Search nach “Andreas Göldi”: Beide Suchmaschinen finden die relevantesten Websites, Yahoo zusätzlich noch einen Link auf einen Lehrer an der Sekundarschule Frenkendorf, der so heisst wie ich. Google ist eher vollständiger. Sieger: Google.

Mit anderen Worten: Die beiden Suchmaschinen schenken sich nichts. Ein klarer Sieger ist nicht auszumachen. Wer mehr Wert auf Resultate aus der Blogosphäre legt, ist weiterhin mit Google besser bedient, dafür scheint Yahoo oft aktueller zu sein. Google filtert doppelte Site-Treffer besser aus, aber Yahoo integriert Multimedia-Quellen etwas besser.

Für einige der Suchbegriffe habe ich auch noch Microsofts Suchmaschine “Live Search” getestet. Resultat: Signifikant schlechtere Resultate. Microsoft bleibt klar hinter den beiden Konkurrenten zurück.

Wer aber Yahoo oder Google benutzt, hat derzeit echt keinen Grund, zu einer anderen Suchmaschine zu wechseln. Schade für Yahoo, dass der Trend klar Richtung Google zeigt. Die Markenstärke des Marktführers ist kaum angreifbar, und Yahoo ist auch in dieser neusten Version nicht besser, sondern nur gleichwertig.

Second Life:
Ein Besuch im Austria House

Für einen kleinen Pauschalbetrag von 9.600 Euro und für 3.600 Euro jährlich leistet sich Österreich eine Absteige im Spiel Second Life. Mein Avatar ist etwas rumgelaufen dort und hat Fotos gemacht.

Was war das ned für ein Geschrei im Blätterwald Anfangs 2007, als in den Redaktionen Second Life gespielt wurde und sich die Avatare gegenseitig ausfragten, von welcher Zeitung sie denn seien. Irgendwann ebbte der Medienhype aber wieder ab, einige Late Adopter ausgenommen. Der Idee aber, dass dort jede Agentur, jede Zeitung, jede Firma und jeder Staat sein virtuelles Häuschen aufzustellen hat, konnten sich nicht alle verwehren. Nicht nein gesagt hat zum Beispiel Österreich (siehe “Österreichs Web 2.0-Spaß in Second Life“)

Mein Avatar war da und hat Fotos gemacht. In Räumen, so gross wie Kathedralen. Die so einsam und verlassen sind, als hätte eine grausame Krankheit alle Menschen dahingerafft.

Austria House 4 011

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