Erst die Sprachkritiker, jetzt die Blognörgler

Nur noch Stillstand, Selbstzerfleischung, Langeweile, Werbemüll? Statt jetzt frustriert den Blog-Blues zu schieben lohnt es sich, auf Trüffelsuche durch die Blogosphäre zu ziehen.

Kaum ist beim Bastian Sick und den anderen Sprachnörglern der Glamour verflogen, stürmen die nächsten Misanthropen die Bühne von Blogville. Das, was der Don A. dort schreibt, ist dabei nur ein Beispiel von vielen: In der kleinen Bloggeria Alemania hat die Zeit der Selbstzerfleischung begonnen, der Virus der Sinnfragen grassiert und viele geben sich hemmungslos der Melancholie mit dem Gestus von digital Desillusionierten hin, die stirnlockenwerfend den Zwergwuchs und das viele Mittelmaß beklagen. Allerdings handelt es sich um einen gefühlten Zustand, keinen faktischen. Hier der Jammer in extenso:

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Wer klickt denn da? Werbung messen ist auch online eine Kunstform

Das Internet ist das am besten messbare Werbemedium, so hört man immer wieder. Schliesslich muss man nicht nur hoffen, dass der/die Konsument/in eine Werbebotschaft gesehen hat, im Internet weiss man, ob er oder sie genug interessiert war, um auf die Anzeige zu klicken. Darum machen Google und andere Firmen Milliardenumsätze mit einem rein klickorientierten, also erfolgsbasierten Preismodell.

Aber wer klickt eigentlich wirklich auf Anzeigen, und wie oft? Reichen die Click-Throughs wirklich als Erfolgsmassstab aus?

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Multimediales Rechercheportal:
Spiegel will’s wissen

Der Spiegel stellt ab sofort sein komplettes Archiv kostenlos im Internet zur Verfügung. Dies gilt für sämtliche Spiegel-Online- und Spiegel-Artikel ab der ersten Ausgabe.

Spiegel Wissen
Seit heute online: Spiegel Wissen

Der Clou: Beinahe sämtliche Spiegelartikel können als PDF der Originalseite heruntergeladen werden. Nur die jeweils aktuelle Ausgabe des Spiegel soll weiterhin als kostenpflichtiges E-Paper angeboten werden. Außerdem werden alle Artikel aus Kultur Spiegel, Uni Spiegel, Manager Magazin, managermagazin.de und der deutschen Wikipedia-Datenbank durchsucht. Ergänzt wird das Angebot noch durch ein Wörterbuch und ein Lexikon. Macht ganze 1.590.550 Artikel.

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YouConvertIt:
wie ein Schweizer Messer für den Internetalltag

YouConvertItOnlineservices zum schnellen und kostenlosen Konvertieren von Dateiformaten gibt es einige. Einen so eindrucksvollen wie YouConvertIt habe ich jedoch noch nicht gesehen. Ich übertreibe nicht, wenn ich behaupte, dass YouConvertIt nahezu alle gängigen Formate beherrscht und für jedes eine Menge sinnvoller Konvertierungsmöglichkeiten anbietet. Akzeptiert werden jeweils verschiedenste Formate von Bildern und Grafiken, Videos, Audiodateien, Dokumenten und sogar Archiven. Mit YouConvertIt lassen sich Worddateien in PDFs und zahlreiche andere Textverarbeitungsformate, Handyvideos in AVI- oder WMV-Files, MPEG-Clips in Flash-Dateien und WAV-Dateien in MP3s umwandeln. Die Grenzen in der Konvertierung sind dabei die gleichen wie bei der Verwendung einfacher Desktop-Software. So lassen sich beispielsweise PDF-Dateien nicht zurück in Word-Dokumente umwandeln. » weiterlesen

Blond aufgefrischt:
N’Euro

Die Vanity Fair hat es getan, OK! macht’s, die Blond auch: Verkaufspreis n’Euro. Mit dem Kampfpreis will das optisch renovierte Magazin Leser locken.

Blond Mag & Cheeseburger
Wo ist der Nährwert? (Bild r. McDonalds)

Die aktuelle Blond kostet genau einen Euro. Für diesen rebellischen Preis gibt es das Heft mit Titelthema “Rebellion”. Aufmerksame Zeitschriftenverkäufer präsentieren das Magazin gleich neben der Kasse und sorgen für reißenden Absatz (zum Beispiel am Bahnhof von Hildesheim). Was gibt es schon noch für einen Euro, von Cheeseburgern abgesehen?

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Süddeutsche Zeitung:
Bunt bedruckter Baum aus München

Die Süddeutsche macht Schlagzeilen. Dummerweise des Öfteren in anderen Zeitungen statt der eigenen. Und sie gilt seit der Einführung des nächtlichen Ladenschlusses im Online-Forum als rückständig. Zu Unrecht, meint medienlese.com nach einer Woche Offline-Reading.

SZ
Im Gegensatz zur Boulevardpresse keine Titten als Aufmacher

“Du liest die Süddeutsche? Bist Du etwa so ein Linker?” Das bekam man in Bayern jahrelang zu hören – was nicht CSU-nah war und keine Hofberichterstattung machte, mußte links sein und war eines echten Bayern unwürdig.

Das hielt mich jedoch vom Lesen nicht ab. Stattdessen war der Zeitaufwand ein Problem: Wer nicht von Beruf Sohn oder Rentner oder als Pendler täglich über eine Stunde in leeren Zügen unterwegs ist und da nicht schon dienstlich lesen muß, schafft es schlichweg nicht, diese Masse an täglichen Informationen abzuarbeiten.

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Personensuchmaschinen:
yasni gegen 123 people

yasni gegen 123 peopleDrei Monate ist Deutschlands erste Personensuchmaschine yasni nun offiziell online. Nicht zuletzt dank zahlreicher Medienberichte und einer Vorstellung in der ZDF-Sendung Frontal21 kann der Start der Seite als sehr gelungen bezeichnet werden. Nach eigenen Angaben erreichte man bereits die für ein deutschsprachiges Startup beeindruckende Zahl von einer Million verschiedenen Nutzern pro Monat. Bei vielen der Besucher handelt es sich wahrscheinlich “nur” um Neugierige, die von yasni gelesen oder gehört haben und sich nun selbst ein Bild machen wollen. Dennoch, bei dem ein oder anderen User wird der Service sicherlich in den Favoriten landen. » weiterlesen

Ex-Bundesrat Blocher dementiert Beteiligung an der Weltwoche

Christoph Blocher, abgewählter Minister, spricht in seiner wöchentlichen Rede an die Nation über Medien (Video, 18:28 Minuten, Dialekt). Er gibt zu, nicht alleine ein Fernsehgerät einschalten zu können und streitet eine vermutete Beteiligung an der Weltwoche ab. Er liest sie aber jede Woche, und das gründlich.

Ich habe einige interessante Passagen von schweizerdeutsch in deutsch übersetzt, und das ziemlich frei und unvollständig (wer ganz genau wissen will, was er denn jetzt gesagt hat, muss das Video gucken und sich selber eine Meinung bilden).

Das Gespräch mit dem “Alt-Bundesrat” führt, wie jede Woche, Dr. Matthias Ackeret, Journalist und Autor des Buchs “Blocher-Prinzip”:

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Das ZDF macht sich lustig über Videos von Politikern im Internet

Unfreiwillig komisch” heisst der Beitrag des ZDF-Magazins “Frontal 21″ über Politiker, die das Internet entdecken. Die armen Newcomer werden ausgelacht von alten Hasen mit jahrzehntelanger Erfahrung, die dank Gebührengeldern produktionstechnisch stets auf dem neuesten Stand sind.

Angela Merkel Videopodcast
Vorreiter der neuen Berliner Videoschule? (Screenshot ZDF)

Das Werk von Werner Doyé und Andreas Wiemers (youtube.com, Video, 5:45 Minuten) widmet sich den “Medienprofis” (gemeint sind Politiker). Gleich in der Einleitung werden sie “kamerageschulte Medienmeister” und “perfekte Volksfischer” genannt, die aber das volle Mitleid des Moderators geniessen, weil sie “auch im Internet total cool rüber kommen” sollen.

Natürlich ist es legitim, über die SPD zu lachen, die eine Reihe mit Fragen an Kurt Beck veranstaltet und dann gar keine Fragen beantwortet. Und den Videocast von Angela Merkel in Frage zu stellen, der bereits “mehrere 100.000 Euro” (!!!) gekostet haben soll. Und vielleicht ist auch etwas Wahrheit dran, wenn “die geneigte Web-Gemeinde sich” dabei “an skandinavische Filme in Dogma-Manier erinnert”.

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Hörspiele zum Download:
“Lagerfeuer und Schmieröl”

Arbeitslosen-Armee und Flakhelfer-Fantasien: Bernadette La Hengst und Rocko Schamoni haben Hörspiele für den WDR gemacht.

Bernadette LaHengst und Rocko Schamoni
La Hengst und Schamoni (Bilder: Christiane Stephan, Dorle Bahlburg)

Mit den Öffentlich-rechtlichen ist es so eine Sache. Einerseits hat die preisgekrönten Comedy-Serie “Dittsche” gerade ihren angestammten Sendeplatz am Sonntagabend verloren. Andererseits liefen im gebührenfinanzierten Programm jüngst Hörspiele von Bernadette La Hengst und Rocko Schamoni – und die gibt es sogar zum Download. Bevor es Montag also mit dem üblichen Ernst weiter geht, empfehlen wir zur sonntäglichen Entspannung:

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