«Mir gehts relativ gut»

Christoph Meili vlogt gegen den «Blick»

meili.jpg Einen leicht peinlichen Einblick in sein Leben präsentiert der inzwischen nach Kalifornien gezogene ehemalige UBS-Wachmann Christoph Meili, der vor neun Jahren während der Nazigold-Affäre bei der Schweizer Grossbank Akten vor der Vernichtung im Shredder bewahrt hat.

Auf Google Video reitet Meili, mit einer Flasche Bier in der Hand im Schlafzimmer posierend, eine etwas unentschlossene Attacke gegen den Blick, der ihn seit 8 Jahren diffamiere. » weiterlesen

Spiegel der Gesellschaft

Zahlenspiele einmal anders

Journalisten lieben Kennziffern – die sagen vermeintlich viel aus und sind leicht zu verarbeiten: «Nach der Streetparade lagen XXX Tonnen Müll in Zürichs Strassen», «am Oktoberfest wurden XXXXX Mass Bier weggeschüttet» und so weiter.

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Der San Francisco Chronicle hat das Spielchen diese Woche in bisschen weiter gezogen und mit einer Box voller Zahlen die gigantische Oracle-Konferenz illustriert, zu welcher 40’000 Geeks (Technikverrückte) und Nerds (streberische, zerstreute Geeks) in die Stadt eingefallen sind.

Neben den 124 Meilen Kabel, die verlegt und den 275 Bussen, die zusätzlich angemietet werden mussten, haben sich demnach am ersten Konferenztag 35 Besucher auf dem Gratis-Webflohmarkt Craigslist um sexuelle Kontakte in der einstigen Hippie-Metropole bemüht. 13 Dieser Annoncen stammten von Männern, die Frauen suchen. Und 21 von Männern, die Männer suchen (sowie eine von einer Frau auf der Suche nach einer Frau).

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Blick liebt Shell, Tag 3

Wie gestern und vorgestern erscheint auch im heutigen Blick ein redaktioneller Werbetext für Shell. Der Umfang des Texts bleibt gleich (eine Dreiviertelseite), doch diesmal zeichnet sich ein Redaktor dafür verantwortlich (Martin Prader), der auch gleich die Fotos von glücklichen Shell-Mitarbeitern und Shell-Kunden liefert. Im Impressum ist Martin Prader seltsamerweise nicht aufzufinden, auch wenn es nicht der erste Beitrag ist, den er für den Blick schreibt.

Im Text wird eine Shell-Mitarbeiterin zitiert:

Viele waren positiv überrascht und kauften sich extra noch einen BLICK.

Nun ja, wir wären auch sehr überrascht gewesen, wenn sie erzählt hätte, dass kaum jemand an der Aktion interessiert war und nicht ein Antragsformular ausgefüllt wurde.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Medienschelte

Die einen behaupten, die “Journalisten sind selbstverliebt und berichten am Liebsten über ihresgleichen”, die anderen sagen: “Medien berichten über alles, nur nicht über sich selber”. Was stimmt jetzt? Beides? Nichts?

Wir titeln diesen Text Medienschelte, nicht weil es ein besonders schönes oder zeitgemässes Wort ist, sondern weil wir es in letzter Zeit besonders oft gelesen haben. In den Medien.

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Blick liebt Shell

Gestern, 24.10.2006, Seite 13, Blick-Wirtschaft:
“Benzinpreis-Knaller von BLICK und Shell”

Heute, 25.10.2006, Seite 11, Blick-Wirtschaft:
“Die grosse BLICK-Shell-Aktion”

So heissen die Titel zweier redaktioneller Beiträge im Blick, die weder als Publireportage noch als Anzeige gekennzeichnet sind. Es sind ganz einfach die beiden Hauptartikel der jeweiligen Tage im Ressort Wirtschaft. Beide Artikel sind reine Werbetexte mit den Protagonisten Shell, V-Power, V-Power-Diesel, Mc Donald’s und Snickers, es wird nichts auch nur ansatzweise kritisch behandelt.

Der Sinn der Aktion sei es, dem BLICK-Leser das Benzin an Shell-Tankstellen während 3 Tagen 10 Rappen billiger zu verkaufen. Das macht auf eine Tankfüllung um die 5 Franken Ersparnis, aber auch nur, wenn der Tank leer oder riesig ist. Bis der BLICK-Leser jedoch soweit ist, muss er eine genaue Anleitung befolgen, die ihm das Wirtschaftsressort der Zeitung erklärt:

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Lieber Frank A. Meyer

So beginnt eine heute im Blick erscheinende ganzseitige Anzeige der Weltwoche auf Seite 10. In weisser Schrift auf blauem Grund ist folgendes zu lesen:

Lieber Frank A. Meyer,

lesen Sie den Vorabdruck der Memoiren Ihres Freundes Gerhard Schröder morgen exklusiv in der Weltwoche.

Hintergrund des Inserats ist das mangelnde Interesse des Blicks an den Memoiren von Gerhard Schröder, deren teilweise Vorveröffentlichung man aufgrund der Nähe des Ex-Bundeskanzlers zur Ringier-Gruppe am ehesten in einer ihrer Publikationen vermutet hätte.

Den Verzicht des Blicks halte ich aus mehreren Gründen für geschickt:

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Was die Weltwoche zu den “Hacks” sagt

medienlese.com hat dem Webmaster von weltwoche.ch ein Mail geschrieben, nachdem die geschützten Inhalte nun zum dritten Mal für alle zugänglich sind. Hier der kurze Mailwechsel:

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Wer hat’s gefunden? Der Ronnie.

Wir wollen nicht kleinlich sein. Und wir freuen uns auch so genug, siehe letzter Absatz. Aber wenn die Werbewoche unter dem Titel “Hack Dir Deine Zeitung” über die aktuelle Gratis-E-Paper-Rausfind-Modewelle schreibt:

Im Blog der Pendlerzeitung “Heute” wurde kürzlich die Erfolgsmeldung des Hacks des Weltwoche- und Tagi-Archivs gepostet, und schon hagelte es in den Blogs eine ganze Serie derartiger Veröffentlichungen.

… dann darf man schon anmerken, dass es wirklich hagelte und immer noch hagelt, dass aber medienlese.com die Lawine losgetreten hat, und zwar Ronnie mit seinem Post Durch die Hintertür” vom 14. Oktober, in dem es eben genau um Weltwoche und Sonntagszeitung (Tagi kam erst einen Tag später) ging.

Wobei Ronnie nicht behauptete, er hätte selbst “gehackt” (das Wort wird ohnehin in diesem Kontext arg strapaziert), sondern er hat nur einmal explizit das formuliert, was andere Blogger nebenbei mit nonchalant gesetzten Links ausnutzten: Bei mehreren Online-Publikationen kann man die offiziell als “geschützt” deklarierten Inhalte anzeigen, indem man die von den Websites verlinkten URLs variiert – das wird wohl kaum Absicht sein, oder?

War es natürlich auch nicht. Daher sprangen die Jungs von “heute” auch als erste auf, die sind nämlich immer die schnellsten, weil sie einfach täglich Blogs lesen, und das nicht nur, weil sie eine kleine Rubrik haben, die so heisst, sondern auch, weil sie verstanden haben, dass man dort manchmal auf nette, aktuelle kleine Storys stösst, denn die passen gut zu ihrem Halbtagsblatt.

Diese Geschichte über inzwischen zehn Tage warm halten kann natürlich auch eine Zeitung am besten; einerseits haben sie (Ringier) Spass daran, dass die anderen Verlage (tamedia, Jean Frey etc.) so löchrige Systeme haben (“heute” hat das Problem nicht, weil eh alles offen ist; “Blick” nicht, weil für die E-Ausgabe eine andere Software verwendet wird als von den meisten anderen), andererseits ist das Katz-und-Maus-Spiel einfach lustig anzuschauen: jeden Tag wird ein Loch geflickt, und an einer anderen Stelle tritt ein neues zutage, und schliesslich liefern die Blogger natürlich am liebsten neues Futter, wenn sie ihren Namen dafür gedruckt lesen können.

Wir sind am Anfang der Lawine von allen vorbildlich zitiert worden und dann einfach im Laufe der zehn Tage ein bisschen verschüttet worden. So geht’s halt in der Lawine.

Das stört auch deshalb nicht, weil es immer noch gereicht hat, um die Zugriffe letzte Woche um 130% zu steigern. medienlese.com, eigentlich eher etwas für Eingeweihte, ist unserem Lead-Blog neuerdings.com damit auf den Fersen.

Und der Ronnie, der gräbt sicher bald mal wieder was Neues aus.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Svens ganz alter Aa-Handynummerntrick in “heute”

Heute im “heute” (PDF, Seite 17):

heute sven aa-Trick 2006-10-24

heute sven aa-Trick 2006-10-24

Per «aa»-Trick Handynummern schneller finden

Lieber Sven, ich habe über 200 Adressen im Handy gespeichert. Weisst du einen Trick, wie ich sie schnell durchsuchen kann? Liebe Grüsse, Hanspeter, Muri BE.

Nichts einfacher als das, lieber Hanspi. Du musst nur das Alphabet lernen! Wenn deine Freundin zum Beispiel Sulaika heisst, müsstest du ganz tief runter ins Adressbuch klicken bis zu «SU». Jetzt gibts zwei Tricks: Wenn du Sulaika ganz ganz fest liebst, speicherst du sie als «aasulaika» ab. Dann ist sie im Natel an oberster Stelle. Wenn du noch mehr Freundinnen hast, machst du «Saauleika». Und Myriam wird zu «Maayriam». Dann drückst du einfach «M» oder «S» und schon ist der entsprechende Name an erster Stelle. Sven beantwortet unter Anleitung eines Redaktors wöchentlich Technikfragen. E-Mail an: sven@heute-online.ch

A-a-Trick? Lieber Sven, bist Du noch in der analen Phase? Auf dem Foto siehst Du aber älter aus als zwei bis drei, mehr so wie sechs oder sieben.

Du hättest Hanspeter sagen können, dass Dein Trick vor sechs bis sieben Jahren, also etwa zur Zeit Deiner Geburt, zum Beispiel bei der Handygeneration des Nokia-Klassikers 6150 ganz passend war. Damals hiessen Frauen, die man schnell mal anrufen wollte, nicht nur AASIMONE (“Sulaikas” kenne ich nicht, ist das ein typischer Vorname in Muri BE?), sondern auch noch AASIMONE-H, AASIMONE-M und AASIMONE-W, weil man jedem Namen nur eine Nummer zuordnen konnte.

Wer seitdem allerdings mal ein neues Handy gekauft hat, und von denen soll es einige geben, hat sich dann über den Workaround aber schnell geärgert, weil er nämlich die Kontakte im Handy-Adressbuch gern mit dem PC synchronisieren wollte, und da sieht’s nicht nur saudoof aus mit den Aas, sondern Simone würde sich vielleicht auch beschweren, wenn sie beim Mail aus Outlook sieht, dass sie als “Aa-Simone” oder “Saaimone” abgespeichert ist. Also haben wir, die wir etwas älter sind als Du, an einem verregneten Sonntagnachmittag mal die AA’s gelöscht und auch die “H”-, “M”- und “W”-Anhängsel in einen gemeinsamen sauberen “Simone Meier”-Eintrag konsolidiert. Da wäre es doch irgendwie blöd, wenn Demnächst-Synchronisierer diese olle Kamelle heute noch nachmachen würden.

Und was nun die richtige Frage auf die Antwort von Hanspeter aus Muri BE wäre: Wie man in den Kontakten suchen kann, hängt vom Handy-Betriebssystem ab. Manche Handys können nur eine Sortierung, nach Vor- oder Nachname, und dann suchen sie auch nur so. Die neue Nokia-Generation mit dem Symbian-Betriebssystem dagegen sucht die Eingabe am Anfang des Vor- und des Nachnamens (“sab” findet also “Sabine Müller” genauso wie “Gabriela Sabatini”), während Handys mit Microsofts Betriebssystem PocketPC eine Teilstringsuche im ganzen Namen machen, also bei “sab” auch die “Stiftsabtei” finden würden. Die letztgenannten suchen sogar auch noch in den Telefonnummern, d.h. bei “sab”, also “722″, würden sie auch jemanden finden, dessen Nummer diese Zahlenfolge enthält.

Mit anderen Worten, lieber Hanspeter in Muri BE, Du solltest Dir für deine am häufigsten gewählten Namen merken, wie Du sie mit möglichst wenig Zeichen aufrufen kannst – das kann mal der Vorname, mal der Nachnahme, mal etwas aus der Mitte sein, mal ein Teil der Nummer sein, je nach Handy und Namenliste. Ausserdem gibt es ja auch bei den neuen Handys immer noch die Möglichkeit, sich die am häufigsten genutzten Kontakte auf Kurzwahlnummern zu legen; das geht meist noch schneller.

Und Du, lieber Sven, siehst schon früh, dass die Welt der Erwachsenen manchmal ziemlich kompliziert sein kann; erst recht wenn es um Handys und um saubere, migrationssichere Datenhaltung geht. Das mit YouTube direkt darüber, wenn Du da auch beteiligt warst, hast Du aber echt klasse erklärt. Weiter so!

Liebe Grüsse
Dein Peter aus Zürich

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Blick erzählt zweimal den gleichen Witz

Für die Druckausgabe des Blicks arbeiten geschätzte 100 bis 150 Menschen (siehe Impressum). Trotzdem gelingt es der Zeitung, ihren Lesern innert 9 Tagen zweimal den gleichen Witz anzudrehen.

Am 14.10.2006 erscheint er unter dem Titel “Leserwitz der Woche”, eingereicht von Hannelore S. aus Bern auf Seite 18.

Am 23.10.2006 darf der Leser auf Seite 19 nochmals über diesen “Leserwitz” lachen. Diesmal hat Anna H. aus Zürich dem Blick geschrieben.

Die Aufmerksamkeitsspanne des Blicks beträgt also keine neun Tage. Nach dieser Frist verliert er offenbar den Überblick, was schon erzählt wurde und was nicht. Nun ja, wem ist das noch nie passiert, leicht angetrunken am Stammtisch. Es ist, wie andere Schwächen auch, menschlich.

Ob hinter den Einsendungen von Lesern in einer täglich erscheinenden Rubrik tatsächlich immer in Fleisch und Blut existierende Menschen stehen, wie es von Hannelore S. und Anna H. behauptet wird, daran habe ich immer etwas gezweifelt. Sollten es aber so sein und sollten die in letzter Zeit offensiv beworbenen Leserinhalte konsequent ausbezahlt werden, dann müssten die Leserwitze auch dabei sein. Wie wäre es mit 100 Franken für einen abgedruckten Leserwitz, guter Blick? Das könnte die Auswahl erhöhen.

Was fehlt noch jetzt? Ah ja, der Witz:

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