“Facebook-Start lässt deutsche Internetnutzer kalt” – von wegen!

trnd.comSeit einigen Tagen taucht in meinem Google-News-Feed vermehrt die folgende Schlagzeile auf: “Facebook-Start lässt deutsche Internetnutzer kalt”. derStandard.at, TecChannel.de, computerwoche.de, ZDNet.de, wallstreet:online – alle publizierten sie munter und ohne jegliche Korrektur oder redaktionelle Beareitung eine am Freitag von pressetext.austria veröffentlichte Meldung. Die Presseagentur beruft sich auf eine Umfrage der Münchner Mundpropaganda-Spezialisten von trnd.com. Das Unternehmen hatte 978 “trnd-Partner” (im trnd-Netzwerk registrierte Mitglieder, die freiwillig an der Umfrage teilgenommen haben) gefragt, wie sie es finden, dass es von Facebook bald eine deutsche Version gibt. Gut die Hälfte der Befragten bewertet den Deutschland-Start des Social Networks als sehr gut oder gut, 46 Prozent ist es egal, und drei Prozent gefällt dies nicht oder gar nicht (siehe Grafik). » weiterlesen

medienlese – der Wochenrückblick

Klagen, Plagiate, Recherchen bei Wikipedia.

Es wurde geklagt diese Woche. Der Verleger der Gratiszeitung .ch, Sacha Wigdorovits, klagte gegen den SonntagsBlick des Ringier-Verlags. Er warf der Zeitung “zahlreiche Unwahrheiten” vor, “die den Werbemarkt verunsichert haben” sollen und nannte einen Artikel “besonders heimtückisch”.

Der ehemalige Chef der Swissfirst Bank, Thomas Matter, reichte eine Zivilklage über 10 Millionen Franken gegen den NZZ Verlag ein. Die NZZ am Sonntag habe “mehrfach Unwahrheiten” verbreitet. Während sich der Ringier-Verlag demütig zeigte und sich zweifach auf der Titelseite bei Thomas Matter entschuldigte, zeigte der NZZ Verlag kein Entgegenkommen und stellte nun den Antrag, das Verfahren aufzuteilen. Persoenlich.com schreibt: “Die Klage gegen den Verlag soll separat von der Klage gegen die Journalisten behandelt werden.” Die beiden Journalisten, Charlotte Jacquemart und Daniel Hug, gewannen für ihre Berichterstattung zum Fall den Zürcher Journalistenpreis 2007 und damit 7000 Franken. Das neuste Gerücht lautet nun, dass Thomas Matter als Grossaktionär bei der NZZ eingestiegen sei.

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Wir lesen den Spiegel

Sehnsucht nach einem neuen Amerika unter Barack Obama, John McCain fordert mehr deutsche Soldaten für Afghanistan und Jonathan Littell über seinen Holocaust-Roman “Die Wohlgesinnten”

Von Frank Fischer

spiegel0708.png

Gibt es eigentlich außer Oliver Gehrs niemanden, der einen auf den aktuellen Spiegel vorbereitet? Wir haben vorgelesen und stellen Bemerkenswertes aus der aktuellen Ausgabe (Heft 7/08) vor. Eine ausführlichere Zusammenfassung präsentiert der “Umblätterer”.

Titelgeschichte

Schwarzenegger-Spezialist Marc Hujer und Klaus Brinkbäumer schreiben über “Barack Obama und die Sehnsucht nach einem neuen Amerika” (Seite 88-98). Sie fragen, ob Obama (“ein politischer Poet, ein Menschenfänger”) es ernst meint mit der angekündigten “Politik von unten”, ob seine mögliche Präsidentschaft tatsächlich eine historische Wende à la Roosevelt und dessen New Deal einleiten könne.

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claimID:
Sieht so das Social Network der Zukunft aus?

Die heutigen Social Networks (Facebook, Myspace, StudiVZ etc.) haben eine ganze Reihe von Problemen

: Sie sind zum Beispiel weitgehend geschlossen, d.h. mein Profil ist meistens nur für Mitglieder einsehbar. Ausserdem machen es einem die Networks schwer, seine Daten wieder abzuziehen. Und: Die Integration anderer Quellen für Fotos, Videos etc. ist meistens kompliziert oder gar nicht möglich.

Mit anderen Worten: Die heutigen Social Networks sind “Walled Gardens”, vergleichbar mit AOL, Compuserve oder MSN in der ersten Web-Welle. Und wir wissen alle, was aus diesen Playern geworden ist: Compuserve ist verschwunden, AOL ist nur noch ein Schatten seiner selbst, und Microsoft muss für viel Geld Yahoo kaufen, um sein kümmerliches Internetgeschäft zu stützen. Gewonnen haben die Player, die konsequent auf Offenheit gesetzt haben, allen voran Google. » weiterlesen

Umfrageergebnisse:
So nutzen 2650 User aus Deutschland Social Networks

Wie berichtet, haben Mitglieder der «Forschungsgruppe Kooperationssysteme» der Universität der Bundeswehr München in den vergangenen zwei Monaten eine Online-Umfrage zur privaten Nutzung von Social Networks in Deutschland durchgeführt. Das Projektteam befindet sich seit einer Woche in der Auswertungsphase und hat gestern ausgewählte Ergebnisse per Mail verschickt. 2650 vollständig ausgefüllte Online-Fragebögen wurden gesammelt, was ein beachtliches Resultat ist. Damit existiert erstmalig eine nicht kommerzielle, unabhängige und umfassende Studie zur Social-Networking-Nutzung in Deutschland. Diese ist zwar nicht repräsentativ, aber ihre Teilnehmerzahl groß genug, um die gewonnen Erkenntnisse als eindeutige Tendenzen gelten lassen zu können.

Ab Freitag, 15. Februar 2008, werden die ausführlichen Resultate der Untersuchung auf der Website der Forschungsgruppe Kooperationssysteme München in mehreren Phasen veröffentlicht. Aus der vorab in Umlauf gebrachten Zusammenfassung habe ich mir die interessantesten Punkte herausgepickt, die ich im Folgenden vorstelle. » weiterlesen

Neues Startup-Watchblog:
Fett für die Gerüchteküche

Ein anonymer Blogger schreibt seit wenigen Tagen ein Watchblog über die deutsche Startup-Szene. “Blase2null” heißt es, und nimmt nach etwas holprigem Start langsam Fahrt auf. Es könnte als Gerüchteküche ein Gegenstück zum unkritischen Deutsche Startups werden – jedenfalls, so lange WordPress.com mitmacht.

Web-2.0-BubblesWeb-Geblubber (Bild cc:Gaetan Lee)

Er hat viel vor, der Blogger, der sich “Tim” nennt: Um den “Blick auf die Schattenseite einer manipulativen Startup-, Medien- & Investoren-Szene” gehe es ihm, schreibt er, und darum, “was man tun muß, um gerade eben nicht Teil dieser Blase zu sein”. Er selbst sei nämlich auch Gründer gewesen und heute Investor, wolle darum gar nicht alles schlechtreden. Einige Zeit hat sich Tim vor allem in den Kommentaren des Web-2.0-Blogs deutsche-startups.de getummelt, aber das war ihm offensichtlich nicht genug Öffentlichkeit: Am 30. Januar startete er sein eigenes Blog unter blase2null.wordpress.com.

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OpenID erreicht Mainstream

OpenID
Nachdem sich Yahoo! als einer der weltgrößten Internetanbieter kürzlich der OpenID-Initiative anschloss und gestern bekannt wurde, dass Vertreter von Branchengrößen wie Google, IBM, Microsoft und VeriSign dem Vorstand der OpenID Foundation beitreten werden, hat sich Deutschlands meistbesuchte Nachrichtenseite Spiegel Online heute in einem ausführlichen, prominent auf der Startseite platzierten Artikel dem Thema OpenID gewidmet. Da das größte Problem von OpenID bisher die geringe Bekannheit bei Durchschnittsnutzern und die kaum vorhandene Aufmerksamkeit der Massenmedien war, ist dies ein besonderes Ereignis. Die Hoffnung von OpenID-Fans, dass die Unterstützung von Seiten namhafter IT-Unternehmen das System stärker ins mediale Rampenlicht rücken wird und ihm schließlich zum Durchbruch verhelfen könnte, scheint sich zu erfüllen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

World Press Photo Award:
Die Preisträger 2008

Ein erschöpfter amerikanischer Soldat in Afghanistan, stellvertretend für die Erschöpfung einer kriegsmüden Nation: Diese Aufnahme des britischen Fotografen Tim Hetherington ist das Foto des Jahres.

Tim Hetherington
World Press Photo of the Year 2007, Tim Hetherington, UK, for Vanity Fair, American soldier resting at bunker, Korengal Valley, Afghanistan, 16 September

80.536 Fotos, 5019 Teilnehmer aus 125 Ländern, 59 ausgezeichnete Fotografen aus 23 Ländern, 13 Juroren, zehn Kategorien, ein Gewinner. Das sind die fantastischen Zahlen des World Press Photo Award 2007.

Die weiteren Gewinner:

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Magazine im Februar

Große Ideen in Good, mächtige Bilder in View und alles neu beim Schweizer Kulturmagazin Du: Wir lesen drei Magazine für den Februar.

good_februar.pngAus Los Angeles kommt Good, ein Magazin “for people who give a damn”. In der aktuellen Ausgabe geht es um “Big Ideas!”, dazu rollt Danny DeVito auf einem Segway über das Cover. Berichtet wird von Ideen, die das Potential haben, die Welt zu verändern. Darunter eine erfolgreiche Spiritualitätsbewegung (“God, Without the Fuss”), eine Unabhängigkeitsbewegung im US-Bundesstaat Vermont aber auch so einfache wie gute Ideen wie das in Wasser lösliches Kaugummi.

Auch toll ist der Text “Jonathan and the Whale”, Jonathan Harris knippst sieben Tage lang Walfang in Alaska, mindestens alle fünf Minuten ein Bild, und präsentiert die Bilder auf verschiedene Weise. So entsteht eine neue Art des Erzählens mittels Fotografien.

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Im Test:
Tätowier Magazin

Ich war etwas überrascht, als ich am Kiosk fünf verschiedene, um Leser kämpfende Tätowiermagazine erblickte – und schnappte mir das Dickste: das Tätowier Magazin.

Tätowier-Magazin

Im Test: Ausgabe 2/2008.

Allgemeiner Eindruck

Eine farbige, von Tätowierern und Tätowierten für Tätowierer und Tätowierte gemachte Zeitschrift.

Zielgruppe

Fünf verschiedene Fachmagazine, die um Kiosk um Leser buhlen, die sich für das Thema “Tinte unter die Haut einbringen” interessieren, das hätte man noch vor einigen Jahren nur schwer vorstellen können. Früher waren Hautmarkierungen beim Nutzvieh verbreitet (Brandzeichen). Tätowierungen brachte man in vorwiegend negative Zusammenhänge. So steht in der Wikipedia zu Tätowierung:
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