medienlese – der Wochenrückblick

Süddeutsche verkauft, Kiewel gefeuert, erste Pin-Töchter insolvent und Zeit-Archiv geöffnet

Verkauft: Die Südwestdeutsche Medien Holding (SWMH) übernimmt weitere Anteile am Süddeutschen Verlag und damit der Süddeutschen Zeitung. Ende Februar 2008 soll die SWMH 81,25 Prozent am Verlag und damit am “Marktführer unter den überregionalen Zeitungen” (Tagesspiegel) besitzen. Zur SWMH gehören diverse Regionalzeitungen. “Nur der ungleich bekanntere Axel-Springer-Verlag bedient Tag für Tag mehr Leser in Deutschland”, schreibt Georg Merck in der FAS. Dort gibt es auch eine vereinfachte Darstellung der Beteiligungsverhältnisse, mehr über die SWMH beim Manager Magazin.

Gefeuert: ZDF und MDR trennen sich von Moderatorin Andrea Kiewel, nachdem ein PR-Vertrag mit der Firma Weight Watchers bekannt wurde. Bereits seit 2001, so der Spiegel, sei Kiewel im Dienst der Gewichtsabnehmer unterwegs. Die Zusammenarbeit habe sie aber später ihrem Arbeitgeber verschwiegen, so auch einen Vertrag vom November 2006. Ihre Botschaft von Diät-Erfolgen brachte sie unter anderem in den Sendungen “Kerner” und “Riverboat” unter. Im Januar warb sie auch in der Sendung “Lafer! Lichter! Lecker!”, das ZDF sendete versehentlich am Donnerstag eine Wiederholung. Als wäre das nicht schon peinlich genug, muss Kiewel nun ertragen, wie die Bild-Zeitung über sie und ihr Privatleben herzieht (kein Link, deswegen).

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Mucelli:
stylische Applikation für spontanen Musikgenuss

MucelliDas Jahr 2007 war geprägt vom Entstehen zahlreicher Webangebote zum Speichern, Hören und Teilen von Musik (siehe unsere Reviews zu Deezer, Ezmo, MediaMaster, MuViBee, SeeqPod, simfy, Songza und Spotify). Nun, zum Jahresende, trauen sich auch die ersten deutschen Anbieter auf dieses rechtlich noch immer etwas glatte Parkett. Vor einer Woche startete simfy seine öffentliche Beta-Phase, und am Freitag erreichte mich eine Mail von Mucelli, einer neuen Charts- und Musiksuchmaschine aus Berlin. » weiterlesen

Holtzbrinck liebt Schüler und startet Tutoria

TutoriaDie Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck hat offenbar großen Gefallen an der Zielgruppe der Schüler und Studierenden gefunden. Nach der Komplettübernahme von studiVZ, der Gründung von schülerVZ und dem Investment in Bookya, einem Büchermarktplatz für Studenten, wurde mit Tutoria gerade eine neue, auf Schüler ausgerichtete Plattform gestartet. Tutoria ist ein Dienst, der Fach-Experten mit jungen Leuten zusammenbringt, die Nachhilfe benötigen. Lernende, die über die Seite einen passenden Tutor gefunden habe, laden ihr Guthaben auf und können anschließend damit Nachhilfestunden buchen. Einen Teil der Vergütung zwackt sich Tutoria als Provision ab, der Rest geht an den Tutor. Detaillierte Angaben zu Preisen oder Provisionen für Tutoria sind auf der Seite im Augenblick noch nicht zu finden. » weiterlesen

Was passiert, wenn Startup-Gründungen zu wenig kosten

Aktualisiert

Startup-GründungenDie Politiker, eine Community, bei der Nutzer Politikerzitate bewerten konnten, scheint ihr Dasein im Netz bereits nach zwei Monaten beendet zu haben. Beim Aufrufen der Domain bekommen Besucher im Moment (21. Dezember 15:10 Uhr) lediglich eine Willkommensmeldung der Serversoftware zu Gesicht. Die im Google Cache gespeicherte Version vom Montag zeigt eine Statusmeldung, die verspricht, die Seite würde nach dem Wochenende wieder online gehen. Dies hat ganz offensichtlich nicht geklappt. Die Politiker startete Mitte Oktober und machte auf mich den Eindruck eines sinnvollen und unterhaltsamen Web-2.0-Angebotes. » weiterlesen

Magazine im Dezember

Global mit Monocle, verliebt in Dummy, überrascht von Vnity Fr und auf Zeitreise mit Mare: Jetzt um Weihnachten könnte man, um Familie und Freunde zu besuchen, womöglich eine längere Zugreise vor sich haben. “Jetzt ‘ne Zeitschrift” – aber welche? Vier Vorschläge.

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Nicht nur Zeitungen verkaufen ihre Titelseite, auch Magazine können dem Lockruf des Geldes nicht widerstehen: Die aktuelle Ausgabe der Vnity Fr, ähm, Vanity Fair ist mit einem doppelten Cover versehen. Die erste Seite mit ihren fehlenden Vokalen ist Teil einer Werbekampagne von BMW, die so einen neuen Flitzer bewerben. Das Wort “Anzeige” sucht man vergeblich. Das Heft, es trägt die “Nr. 1 / 20. Dezember 2007″, kostet dafür nur einen Anstands-Euro. Kurz nach Neujahr erscheint dann wohl “Nr. 2 / 3. Januar 2008″, die Nummerierung verstehe, wer will. Genug der Nickeligkeiten, denn der Jahresrückblick hat, wie versprochen, wirklich gute und schöne Bilder. Manchmal sind Überschriften etwas arg gewollt (“Bock auf Block!” zum Cruise-Film “Valkyrie”, “Titanische Gefühle” zur “MS Explorer”-Havarie, “Hart, aber Blair”), dafür gibt es die wichtigen visuellen Momente der Zeitschrift in einer Ausgabe gesammelt und die anderen können auf den Speicher oder zu Ebay gestellt werden.

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“Die Net Economy birgt Potenziale für Copycats UND innovative Wegbereiter”

Tobias Kollmann, Inhaber des Lehrstuhls für E-Business und E-Entrepreneurship an der Universität Duisburg-Essen, gibt in einer ausgezeichneten Gründerkolumne bei manager-magazin.de seine Sicht auf den aktuellen Stand und die Zukunft des Web 2.0 wieder. Dazu stellt er neun Thesen auf, die er jeweils fundiert und mit überzeugenden Argumenten erläutert. Die Thesen in Kurzform: » weiterlesen

Schluss mit der Lektürefolter

Im Online-Journalismus gelten andere Regeln: Leser müssen angefixt und begeistert werden – und das muss nicht der Niedergang des Qualitätsjournalismus sein. Nur müssen Journalisten sich wieder als Autoren begreifen und nicht bloß als Content-Lieferanten. Klaus Jarchow gibt Hilfe zur Schriftstellung.

Das Zeitungsmachen roch früher nach Guttapercha und Fixogum. Überall standen die braunen Flaschen mit dem dicken verklebten Pinsel herum, aus dem Fotosatz trafen die Artikel in meterlanger Spaghettiform ein, die an den Layouttischen zu Spalten zusammengeschnitten und aufgeklebt wurden – und dann kam natürlich in der letzten Minute immer diese dicke Anzeige von Javaanse Jongens herein. Die sollte ausgerechnet auf die Doppelseite, die gerade für Repro und Druck zusammengefriemelt worden war. Schon musste wieder ein Artikel dran glauben: Er wurde erbarmungslos zusammengeschnibbelt. Und wehe, der Schreiber quakte!

In solchen antiken Arbeitszusammenhängen haben viele journalistische Schreibregeln ihren Ursprung, die heute noch gelehrt werden wie die zehn Gebote, obwohl sie Online keinen Sinn mehr machen. “Ein Text muss von hinten her zu kürzen sein“, lautet eine dieser Weisheiten. Deshalb habe sein Inhalt vom Wichtigen zum eher Unwichtigen fortzuschreiten. Ja, wieso und warum denn? Diese Regel bedeutet letztlich doch nur, dass ein Text immer langweiliger wird, je länger der Leser ihn liest.

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Millionen-Investment aus Europa:
Bei Kyte braut sich was zusammen

KyteInteressantes Investoren-Stelldichein beim interaktiven Videodienst Kyte: Das vom Schweizer Daniel Graf gegründete Startup mit Sitz in San Francisco erhält 15 Millionen US-Dollar an Investmentkapital. Die Liste der Unternehmen, die Geld in Kyte pumpen, verdient einen genaueren Blick: Unter anderem sind Telefonica, Nokia, Swisscom und Holtzbrinck Ventures mit dabei. Die beiden Letztgenannten investierten neben diversen Business Angels bereits im Mai in das kalifornische Internetunternehmen. Bei Kyte können Nutzer eigene Videoshows produzieren und ausstrahlen, mit den Zuschauern chatten und die Videos in externe Seiten und Profile bei Social Networks einbinden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der mobilen Nutzung des Dienstes. Ein mobiler Client ermöglicht die Interaktion mit den Zuschauern vom Handy aus. Mit dem Mobiltelefon aufgenommene Bilder und Clips können per Mail an den eigenen Kyte-Channel geschickt werden. » weiterlesen

Die zehn meistgelesenen Artikel im Jahr 2007

Update:

Versehentlich habe ich bei der Auswertung mit Google Analytics einen falschen Zeitraum angewendet, nämlich lediglich die vergangenen zwei Monate. Nach einer Aktualisierung sieht das Gesamtergebnis nun folgendermaßen aus:

Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Zwischen Weihnachten und Neujahr wird sich die Nachrichtenlage rund um das Web 2.0 erwartungsgemäß abschwächen und erst Anfang 2008 wieder richtig an Fahrt aufnehmen. Zeit, einen Blick auf die zehn meistgelesenen zweinull.cc-Artikel im Jahr 2007 zu werfen und damit auch ein wenig Interna preiszugeben. ;)

01. Über 100 Social Networks aus Deutschland (8.233 Seitenzugriffe, VÖ 16. Oktober)
02. 50 Alternativen zu YouTube (7.216 Seitenzugriffe, VÖ 22. Juni)
03. Machtkampf: Facebook auf Deutsch vs studiVZ (3.780 Seitenzugriffe, VÖ 21. Juli)
04. Neue Videoportale aus Deutschland (3.452 Seitenzugriffe, VÖ 15. Mai)
05. Zattoo-Start in Deutschland: noch ein wenig Geduld (2.409 Seitenzugriffe, VÖ 7. Juni)
06. 12 Facebook-Kopien aus aller Welt (2.288 Seitenzugrife, VÖ 11. Juli)
07. Deezer streamt kostenlos 250.000+ Songs on Demand (2.061 Seitenzugriffe, VÖ 22. August)
08. Exklusiv: 50 Einladungen zur Beta-Version von Zattoo (1.799 Seitenzugriffe, VÖ 5. September)
09. Exklusiv: Demographie der deutschen Facebook-Nutzer (1.794 Seitenzugriffe, VÖ 20. Oktober)
10. MediaMaster: Musik-Sammlung kostenlos online speichern & streamen – wirklich! (1.649 Seitenzugriffe, VÖ 4. Juni)

Auswertung mit Google Analytics seit Juli 2007

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Im Test:
Das katholische YouTube

kathtube.pngWeb-2.0-Projekte können nicht nur 13-jährige BWL-Studenten und New-Economy-Nostalgiker anschieben, oh nein: Auch katholische Institutionen mischen mit. Das heißt dann nicht Ratzingr oder kathol.icio.us, aber doch immerhin kathTube.com. Wir haben uns das mal angesehen.

Seit dem 12. Dezember ist es online, das “katholische Medienportal” kathTube.com mit dem Petersdom im Logo. Dieser 12. Dezember war übrigens der “Tag der Muttergottes von Guadalupe!”, wie das insgesamt nicht ausrufezeichenschwache Portal betont.

Bisher sind 250 Bilder, 119 Audiodateien, 71 Videos und zwei Handvoll Dokumente online. Und vor allem unter den Videos finden sich zahlreiche Perlen, wie man sie im Dschungel des Originals gar nicht mehr entdecken würde:

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