Live:
Miss-Schweiz-Wahl 2007

Gastautor: Der unmündige Leser

Guten Abend

Es ist Wahl-Herbst in der Schweiz. An der Olma in St. Gallen werden heute die Kühe prämiert und in der MaagMusicHall in Zürich die Miss-Schweiz-Kandidatinnen.

Die Medienlese gewährt mir heute Abend freundlicherweise Gastrecht. Ich berichte live vom Sofa über die Miss Schweiz Wahl 2007. Ebenfalls anwesend sind einige Freunde und Freundinnen, ein Käsefondue und diverse Alkoholika.

20.21 Uhr: Es geht los. Die 16 Kandidatinnen werden mit einer Choreographie vorgestellt, die abgesehen von den sexy Kleidern eher der Parade einer Jugendmusik-Kapelle gleicht.

20.25 Uhr: Multitalent Sven Epiney begrüsst das Publikum eloquent in den vier Landesprachen und stellt die Jury vor. Auch das Publikum darf mitwählen. Derweil serviert bei uns der Gastgeber das Käsefondue Moitié-Moitié.
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Vorankündigung:
Pendlerblogger bloggt Miss-Schweiz-Wahl live

Während meines Wissens weder Miss Österreich noch Miss Deutschland eine grössere Bedeutung haben, haben die Medien der kleinen und promiarmen Schweiz die jährlichen Wahlen zu einer Miss und zu einem Mister Schweiz zu einem Event gemacht, der es nach mehreren Jahren intensiver Berichterstattung über das gesamte Jahr hinweg zu (zumindest gefühlter) Bedeutung gebracht hat.

Für uns bloggt heute ein Gastautor live von der Wahl, der vielen als einer der Schreiber des Ende 2006 verblichenen 20Minuten-Watchblogs Pendlerblog in Erinnerung ist: Der unmündige Leser.

Wir freuen uns auf den Gastbeitrag. Wegen der langen Pseudonymgeschichte unseres Gastautors werden wir ihn auch bei uns unter Pseudonym bloggen lassen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

orkut:
Googles unterschätztes Social Network

Nach dem gestrigen Beitrag zu Googles Quasi-Monopol gibt es heute noch einmal etwas zum Thema Google, genauer gesagt zu dessen Social Network orkut. futurezone.ORF.at hat in einem kompakten und informativen Artikel treffend die Entwicklung des hierzulande wenig bekannten sozialen Netzwerks aus dem Hause Google beschrieben. Die Kurzfassung: Einige Jahre führte orkut ein Schattendasein, hat sich seit 2006 aber in verschiedenen Regionen der Erde zur meist besuchten Community gemausert und könnte in Zukunft für MySpace und Facebook zu einer bedrohlichen Konkurrenz werden. » weiterlesen

Zurück zur Jugend

Aus Karriere wird wieder Junge Karriere – nach zwei Jahren unter verkürztem Namen heißt das Jobmagazin für Studenten und Berufseinsteiger aus dem Handelsblatt-Verlag wieder wie vorher. Erneuertes Layout und die wöchentliche Beilage Perspektiven im Handelsblatt gibt’s dazu.

karrierejung

Karriere wird jung: Cover vor und nach dem Redesign

Die deutsche Hochschullandschaft ist im Umbruch und knapp zwei Millionen Studenten suchen Orientierung: Allein Karriere hat nach IVW-Zahlen eine Auflage von fast 150.000 und konnte den Einzelverkauf um 40% steigern (diese 40% sind allerdings nur 10.024 Hefte). Dazu kommen Angebote wie das neue Zeit Campus und nicht zuletzt Neon – trotz kostenloser Campuspresse wie Unicum, aud!max oder Focus Campus.

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Demokratie-Alarm

Politik, wir machen ein Quiz. Raten sie das Land, um das in den folgenden Zitaten geht. Ein Tipp: So weit weg ist es nicht.

Artikel 1: spiegel.de

Demokratie am Rande des Nervenzusammenbruchs: Das Land ist außer Rand und Band, die Stimmung alarmiert bis konsterniert. Dem rechten Durchmarsch von xxx und seiner xxx scheint sich niemand in den Weg stellen zu können – weder Demokraten noch Antidemokraten.

Artikel 2: spiegel.de

Der aggressive Wahlkampf (…) hat das Land in ein Tollhaus verwandelt. Die Truppe um xxx hetzt so offen gegen Ausländer, dass die Uno den Rassismus anprangert.

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Google der Quasi-Monopolist

Andreas Göldi erläutert im Blog Medienkonvergenz, warum Google nicht als Monopolist bezeichnet werden kann. Er zieht dafür sowohl die ökonomische als auch die juristische Perspektive des Monopolbegriffs heran, nennt gängige Definitionen und Monopol-Indikatoren der Wirtschaftswissenschaft und des Kartellrechts und belegt eindeutig und nachvollziehbar, warum Google aus keiner der beiden Sichtweisen ein monopolistisches Handeln, also ein Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung, vorzuwerfen ist. Während ich seine Analyse als solche für völlig korrekt halte, so wird in meinen Augen diese sehr klassische, “quadratische” Sichtweise auf das Treiben des Internetkonzerns den Zusammenhängen des globalen Internets und dessen Wirtschaft nicht gerecht und erzählt damit nicht die ganze Wahrheit. » weiterlesen

“Die FIFA – Macht und Machenschaften im Weltfußball”

Eine ARD-Dokumentation will sich mit dem Weltfussballverband FIFA beschäftigen. Da sich aber alle Beteiligten in Schweigen hüllen, steht der Präsident im Zentrum, Sepp Blatter. Neues bietet die Recherche kaum.

Fünf Jahre wurde recherchiert für “Das Schweigen der Quandts“, zwei Jahre für “Die FIFA – Macht und Machenschaften im Weltfußball“. Wir schauten zu und bloggten mit.

22:50: Die Sendung sollte beginnen, doch es laufen die Tagesthemen. Nicht mal die festen Sendeplätze sind feste Sendeplätze.

23:00: Das Wetter. Hochnebel.

23:04: Die Sendung beginnt mit Bildern der Weltmeisterschaft und Sepp Blatter, der meint, dass der Fussball eine bessere Welt schaffen sollte.

23:06: Gemäss Aussage eines Funktionärs hat Sepp Blatter die Weltmeisterschaften erfunden hat. War er denn 1930 schon auf der Welt? (Nein.)

23:07: Ein Gegensatz: Die FIFA wird als prunkvoller Verein präsentiert, Blatter aber präsentiere sich als der “Anwalt der Unterprivilegierten”.

23:08: Jedes Land, egal wie klein, erhält jährlich 250.000 Dollar von der Fifa. Ganz schön viel.

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Sind Makromedien lernfähig?

Ein Blog – das Mikromedium schlechthin – lebt und stirbt mit seinem Schreiber (oder seiner Schreiberin). Dessen Weltsicht und dessen Stil sind es, mit denen er – oder sie – Leser gewinnt. Könnte unter diesen Umständen die Anwendung auf den real existierenden Journalismus irgendwelchen Sinn machen?

Eindeutig sind diese Weblogs Medien, die freiwillig gelesen werden. Und zwar keineswegs wegen ihres Aktualitätsgehalts oder ihrer Recherchetiefe. Nur selten treffen wir auf einen Blogger aus Birma, der uns mit Vor-Ort-Bildern versorgt. In den meisten Fällen geben Blogger bloß ihren Senf zur existierenden Agenda hinzu. Dann sind es der individuelle Stil, der Witz und der Charakter des bloggenden Alter Egos, die für den Zuspruch sorgen.

Betrachten wir die Blogs versuchsweise als Vorbild, dann hieße die zwingende Folgerung für den Journalismus, dass er ebenfalls stärker ‘personenzentriert’ oder auch ‘schriftstellerisch’ verfahren muss, statt ein obsolet gewordenes Objektivitätsideal noch länger so zu polieren, wie der Rentner seinen Opel Kadett. Die ‘Marke’ einer Zeitung, das wären unter heutigen Umständen gewissermaßen ‘die Namen, die sie im Schilde führt’.

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Google über $200 Mia. wert

Apropos Google: Vor wenigen Minuten hat Googles Aktienkurs die Grenze von $640.90 überstiegen, und damit ist die Suchmaschine jetzt die Kleinigkeit von $200 Milliarden wert.

Goog200

Mit gewisser Beruhigung stelle ich allerdings fest, dass das Bruttoinlandprodukt der Schweiz immer noch fast doppelt so gross ist, nämlich $377 Mia. Eine unfreundliche Übernahme ist also nicht so bald zu erwarten, obwohl Google in Zürich verdächtig viele Leute anstellt.

Ein paar weitere Vergleichswerte: $200 Mia., das ist…

- mehr als das BIP von Portugal
- mehr als Oracle und SAP zusammen wert sind
- beinahe so viel, wie Apple und Dell zusammen wert sind
- fast zehnmal so viel wie der Börsenwert von Swisscom und etwa 2.3 mal so viel wie der der Deutschen Telekom
- etwa das, was der Irakkrieg in 20 Monaten kostet
- etwas weniger als 10% der totalen Staatsverschuldung der Bundesrepublik Deutschland

… und das alles für eine kleine Suchbox und ein seit acht Jahren nicht mehr geändertes Seitenlayout. Erstaunlich.

Seht her, junge Leser

fpf

Titelseiten am Dienstag (9.10.2007)

Ein Nachtrag zu den kleinen Änderungen bei der FAZ: Die Ausgabe vom Dienstag scheint die Foto-kritischen Leser beruhigen zu wollen. Alte Menschen geistern durch den Raum (Foto von Matthias Horn). Ein ordentliches Bild, das den Zustand der Greisen in der Gesellschaft treffend illustrieren mag – aber auf der Titelseite blass und beliebig bleibt. Traurige alte Menschen auf konservativer Zeitung: Junge Leser ködert das nicht.

Die erste Tugend eines Bildes ist es, ein Fest für das Auge zu sein.

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