Startup verhilft Stempel zu neuem Ruhm – Fabian Sauter von Gleeme im Interview

GleemeGleeme bietet Nutzern die Möglichkeit, kostenlos ein Profil anzulegen und zu ihren Accounts bei anderen Web-2.0-Diensten und Instant Messengern zu verlinken. Wer will, kann den Gleeme-Taschenstempel erstehen und damit seine Gleeme ID anderen Personen auf die Hand oder den Arm stempeln. Über die Eingabe der ID auf Gleemes Website gelangt diese Person dann zum Profil des Stempelbesitzers. Ausgedacht haben sich das Konzept die drei Studenten Fabian, Florian und Marco. Fabian Sauter, einer der drei Gründer, stellt sich im Interview meinen neugierigen Fragen. » weiterlesen

Hans Leyendecker zu Journalismus und Weblogs

Hans Leyendecker, die Lichtfigur des deutschen Recherchierjournalismus, hat sich in einem Audiointerview an der Frankfurter Buchmesse überraschend für Medien-Watchblogs ausgesprochen. Grundsätzlich steht er dem Internet aber kritisch gegenüber. Er nimmt Vorverachtung wahr und “Leute, die zum Teil antidemokratisch sind”.

Hans LeyendeckerÜber Hans Leyendecker schrieben wir zuletzt, als er, so erzählte es jedenfalls Roger Schawinski, eine Kritik über dessen neues Buch schrieb, ohne es überhaupt gelesen zu haben. Aber das ist ein Detail, an den Verdiensten von Leyendecker gibt es kaum was zu kritteln.

In einem Interview am Rande der Frankfurter Buchmesse redete er fast eine halbe Stunde (Audiodatei bei boersenblatt.net, 26:54 Minuten) mit einem ungenannten Herrn vom Literaturcafé.

Ich habe die mir interessant erscheinenden Teile abgetippt und was mir besonders lesenswert erschien, gefettet geboldet dick gemacht auf auffällige Art verändert:

» weiterlesen

Über 100 Social Networks aus Deutschland

Zuletzt aktualisiert: 11. Mai 2008

Mehr als jeder zweite Internetanwender aus Deutschland nutzt bisher keine Social Networks. Ein enormer Markt, auf dem sich gleichzeitig eine unüberschaubare und stetig wachsende Zahl an Anbietern tummelt. Ich habe ein wenig recherchiert und eine Liste mit 100+ Social Networks aus Deutschland erstellt. Diese ist keineswegs komplett, was schon aufgrund der schwierigen Abgrenzung zu Foren, Chats und anderen sozialen Web-2.0-Dienste mit Community-Komponenten nahezu unmöglich ist. Die Liste enthält aber die meisten bekannten und nutzerstarken Social Networks. » weiterlesen

Medienkritik mit Haaren

Beim sonnabendlichen Bummel über den örtlichen Flohmarkt stolperte ich über einen gut gefüllten Karton mit alten Ausgaben der Zeitschrift Konkret – und über das “endgültige Titelbild”.

konkret1980

Konkret am 28. August 1980: Farbbericht vom Fahrrad-Boom

» weiterlesen

myONID:
Der logische Schritt zur Personensuchmaschine

Yasni ist nicht mehr die einzige deutsche Personensuchmaschine. myONID verkündete heute, dass die Seite noch in diesem Jahr zur “ersten deutschen Personensuchmaschine” ausgebaut werden soll. Bisher bot myONID lediglich ein Tool zum “Reputationsmanagement”, bei dem Nutzer Suchergebnisse aus dem Netz einem eigenen Profil zuordnen konnten. In meinem yasni-Review vor einigen Wochen stellte ich den Sinn eines solchen Konzeptes in Frage, da für an kritischen Personeninformationen interessierte Nutzer kein Anreiz besteht, diese bei myONID zu suchen, wo sich jeder von seiner Schokoladenseite zeigt und negative Suchergebnisse ausblendet. Yasni kombiniert das Prinzip von myONID mit einer ungefilterten Personensuchmaschine. » weiterlesen

medienlese – der Wochenrückblick

Eva Herman, Leonid Breschnew, Liebesbriefe.

Eva Herman dominierte die Woche, weil sie kurz vor Ablauf einer Talksendung verabschiedet und sozusagen herausgeschickt wurde – der Moderator wollte sich mit seinen drei Gästen unterhalten. Reaktionen gab es zuhauf – unter anderem erinnerte man sich an Jehova (1/2). Spreeblick.com analysierte Hermans Aussagen genauenstens in linguistischer Hinsicht. Und über 2500 Kommentare gingen allein auf den welt.de-Artikel “Die öffentliche Hinrichtung der Eva Herman” ein. Mehrere Blogger hielten Eva Herman schlicht für dumm: Ninja Thoughts und Stefan Niggemeier zum Beispiel. Don Dahlmann meinte, sie sei von einer ziemlich umfassenden Schlichtheit beseelt (was aber so auch nicht stimmt). Eine Bloggerin vom Focus fand ihre Thesen “so dumm, dass man an Ihre Bücher sofort mit dem Feuerzeug dran möchte. So ein bisschen anbrennen will”.

Der Chefredakteur der Süddeutschen Zeitung, der 63jährige Hans-Werner Kilz, verlängerte für ein paar Jahre und sagte: “Wir müssen nach Wegen suchen, die Inhalte im Internet kostenpflichtig zu machen.” Jens Petersen schrieb, er kämpfe “mit dem Vorwurf, seine Redaktion genauso zu führen, wie einst Leonid Breschnew in der Endphase seiner Regierungszeit”.

» weiterlesen

Benutzer ist nicht gleich Benutzer:
Warum Facebook nicht das nächste Google ist

Hysterie um Social-Networking-Sites im allgemeinen und Facebook im besonderen hat inzwischen wohl ihren Höhepunkt erreicht.

An einer Konferenz diese Woche im Silicon Valley liessen sich einige “Fachleute” zu ziemlich absurden Aussagen hinreissen: Facebook ist nicht $10 Mia. wert, sondern $100 Mia.! Facebook ist das neue Google! Facebooks API ist die wichtigste IT-Innovation seit der graphischen Benutzeroberfläche!

Dass das alles natürlich Blödsinn ist, versteht sich beinahe von selbst. Und doch: Als diese Woche bekannt wurde, dass Facebooks Zugriffszahlen (wie auch diejenigen von MySpace und anderen) im September deutlich gefallen sind, fanden die sonst so zynischen IT-Journalisten schnell Entschuldigungen dafür, warum das ja gar nicht sein kann. Sollte etwa das Undenkbare passiert und Social Networking, die treibende Kraft der aktuellen Bubble, an eine Wachstumsgrenze gestossen sein? Natürlich nicht. Bald einigte man sich darauf, dass es sich nur um eine saisonale Schwankung handeln kann, weil die ganzen Studis jetzt zu Semesterbeginn gerade mit anderem beschäftigt sind. Oder so. Herbstloch statt Sommerloch, lautet die Theorie.

Das ist nur ein Beispiel dafür, wie extrem unkritisch insbesondere die Fachpresse dem Social-Networking-Phänomen gegenübersteht. Sicher, MySpace, Facebook, StudiVZ und wie sie alle heissen haben beeindruckende Benutzerzahlen und immer noch ein solides Wachstum vorzuweisen. Aber was leider selten gefragt wird: Lassen sich diese Benutzerzahlen auch wirklich kommerziell umsetzen? Oder werden die Social Networks wie Skype enden, als beliebtes Massenphänomen, das aber leider kein Geld abwirft?

Schauen wir uns mal ein paar Zahlen an: Weder Facebook noch MySpace geben offizielle Umsatzzahlen bekannt, aber die derzeit glaubwürdigsten Schätzungen sind $150 Mio. Jahresumsatz für Facebook und $800 Mio. für MySpace für das Jahr 2007. Nehmen wir des weiteren die Zahl der Unique Visitors in den USA, und zwar mit dem August als angenommenen Jahresdurchschnitt (MySpace 68.4 Mio., Facebook 33.7 Mio.). Dann koennen wir wunderbar den Umsatz pro Visitor ausrechnen — eine nicht wasserdichte, aber doch sehr aussagekräftige Kennzahl. Und machen wir das doch auch mal fuer ein paar andere Internet-Schwergewichte. Die Ergebnisse sind interessant:

Umsatz (letzte 4 Quartale) pro Unique Visitor (nur USA, August 2007, gem. ComScore):
- Facebook: $4.45
- MySpace: $11.70
- CNET: $12.33
- Yahoo: $49.17
- eBay: $84.94
- Google: $104.48
- Amazon: $226.14

Nun, mir ist klar, dass ich da Äpfel mit Orangen und Bananen vergleiche, weil diese Firmen unterschiedliche Geschäftsmodelle haben, auf einem ganz anderen Punkt in ihrer Entwicklung stehen usw. Aber: Dass Facebook gerade mal 4% des Umsatzes pro Visitor von Google und gar nur 2% dessen von Amazon macht, ist schon ziemlich bemerkenswert. Und das sollte die Begeisterung um die grossartigen Benutzerzahlen doch erheblich dämpfen.

Und hier die Theorie dazu: Diese Sites leben alle von Werbung und/oder Transaktionen. Wie viel Geld man aus einem Visitor herausholen kann, entscheidet sich sehr wesentlich danach, wie nahe an einer geldwerten Transaktion der Visitor steht, wenn er die Site besucht, eine Werbeeinblendung sieht oder eine Aktion auf der Site durchführt.

Konkreter: Wer die Homepage von Amazon oder eBay aufruft, tut das vermutlich nicht zur reinen Unterhaltung, sondern in der Absicht, sich was zu kaufen. Wer auf Google nach “Digitalkamera” sucht, will vermutlich bald eine solche erwerben. Das ist also alles sehr transaktionsnahe. Hingegen: Wer auf Facebook oder MySpace eine Bannwerbung sieht, ignoriert die fast sicher und spielt lieber weiter mit seinen Online-Freunden.

Oder graphisch dargestellt:

Werbetypen 14Oct07.001

Nicht alle Werbung ist gleich. Manche Formen (wie eben Google Adwords oder ein Angebot auf einer eCommerce-Site) sind extrem transaktionsnah und darum wertvoll. Bei anderen (z.B. Werbung auf themenspezifischen Blogs oder die kontextsensitiven Google Adsense-Einblendungen auf Contentsites) steht eine Transaktion nicht im Vordergrund, könnte aber angeregt werden. Aber bei einigen (wie z.B. Bannern auf Social-Networking-Sites) hat der User eine so klar andere Absicht im Zeitpunkt der Benutzung, dass jede Werbeeinblendung mit grösster Wahrscheinlichkeit ins Leere läuft. Hinzu kommt, dass auch der Zielgruppenfokus aus Sicht der Werbetreibenen gerade bei Social-Networking-Sites ziemlich unscharf ist. Klar, man findet dort fast nur Leute, die zur berühmten “werberelevanten Zielgruppe” (14-49 Jahre) gehören, aber das ist auch schon alles.

Um fair zu sein: Die Social-Networking-Sites tun derzeit viel, um diese Situation zu verbessern. Sie experimentieren mit Werbetargeting aufgrund von Verhaltensmustern, bieten alternative Werbeformen (wie Sponsoring) an oder gehen lukrative Partnerschaften ein. Es kann gut sein, dass diese Anstrengungen zu einer erfolgreicheren “Monetarisierung” der User-Massen führen wird. Und immerhin hätten diese Sites auch eine relativ gute Ausgangslage, um ihren vielen Usern andere Leistungen zu verkaufen, die vielleicht besser kommerzialisierbar sind.

Das täuscht aber kaum darüber hinweg, dass die Social-Networking-Sites einfach durch ihre essentiellen Eigenschaften und die typischen Benutzungsmuster ihrer User an Grenzen stossen werden. Darum: Auch mit noch so vielen Usern werden Facebook oder MySpace niemals so lukrativ wie Google oder eBay werden.

Politikerzitate bewerten – eine Paradedisziplin des Web 2.0

Sich über Politiker zu beklagen, ist für viele Menschen fast ein Grundbedürfnis wie das nach Essen und Schlaf. Solange es keine funktionierende Gesellschaftsform gibt, die ohne Regierung und Politik auskommt, wird sich dies auch nicht ändern. Webseiten, die Internetnutzern die Möglichkeit geben, ihre Meinung zu Politikern kund zu tun, sind damit eine ziemlich sichere Bank. Das haben Marc Fuehnen und Max Schulze aus Berlin erkannt und mit Die Politiker eine nette Web-2.0-Plattform auf die Beine gestellt, bei der User Zitate von Politikern eintragen und bewerten. » weiterlesen

Live:
Miss-Schweiz-Wahl 2007

Gastautor: Der unmündige Leser

Guten Abend

Es ist Wahl-Herbst in der Schweiz. An der Olma in St. Gallen werden heute die Kühe prämiert und in der MaagMusicHall in Zürich die Miss-Schweiz-Kandidatinnen.

Die Medienlese gewährt mir heute Abend freundlicherweise Gastrecht. Ich berichte live vom Sofa über die Miss Schweiz Wahl 2007. Ebenfalls anwesend sind einige Freunde und Freundinnen, ein Käsefondue und diverse Alkoholika.

20.21 Uhr: Es geht los. Die 16 Kandidatinnen werden mit einer Choreographie vorgestellt, die abgesehen von den sexy Kleidern eher der Parade einer Jugendmusik-Kapelle gleicht.

20.25 Uhr: Multitalent Sven Epiney begrüsst das Publikum eloquent in den vier Landesprachen und stellt die Jury vor. Auch das Publikum darf mitwählen. Derweil serviert bei uns der Gastgeber das Käsefondue Moitié-Moitié.
» weiterlesen

Vorankündigung:
Pendlerblogger bloggt Miss-Schweiz-Wahl live

Während meines Wissens weder Miss Österreich noch Miss Deutschland eine grössere Bedeutung haben, haben die Medien der kleinen und promiarmen Schweiz die jährlichen Wahlen zu einer Miss und zu einem Mister Schweiz zu einem Event gemacht, der es nach mehreren Jahren intensiver Berichterstattung über das gesamte Jahr hinweg zu (zumindest gefühlter) Bedeutung gebracht hat.

Für uns bloggt heute ein Gastautor live von der Wahl, der vielen als einer der Schreiber des Ende 2006 verblichenen 20Minuten-Watchblogs Pendlerblog in Erinnerung ist: Der unmündige Leser.

Wir freuen uns auf den Gastbeitrag. Wegen der langen Pseudonymgeschichte unseres Gastautors werden wir ihn auch bei uns unter Pseudonym bloggen lassen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

  • Sponsoren