Alles Kinderporno oder was? “Himmlische” Jagdszenen in Deutschland

Ist das Internet böse? Suchen alle Surfer von morgens bis abends nur nach Schweinkram? Das K-Wort ist jedenfalls immer dazu gut, die allgemeine Empörung auszunutzen, um Onlinedurchsuchung, Polizeirazzien und die Beschlagnahmung von Servern durchzusetzen. Und die Presse spielt mit.

Bis 1995 war ein Internetzugang für Nicht-Studenten viel zu teuer: Der Hobby-Onliner ging über Mailboxen und Mailboxnetze wie FIDO online. Die wurden wiederum von anderen Hobby-Onlinern finanziert und am Leben erhalten – die Nutzung war, von den Telefonkosten abgesehen, kostenlos, und das völlig ohne Werbung!

Doch was nichts kostet, da muss ja etwas faul dran sein. Dachte sich jedenfalls die Münchner Kriminalpolizei. Dort war eine neue Abteilung für Computerkriminalität gegründet worden, die nun endlich einmal Erfolge vorweisen musste. Also schlug man im Morgengrauen zu:

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Angeklickt und abgesurft:
Medienlese 2007

Wir blicken zurück und präsentieren Euch zum Jahresabschluss die bestgeklickten Texte und heißesten Diskussionen. Außerdem haben wir im Verlauf des Jahres einige Zeitschriften getestet und Bücher gelesen. Und “in Listen” machen wir auch…

Die bestgeklickten Medienlese-Texte 2007

  1. Klapper-Meitli Keira Knightley
    Die Schweizer Boulevardzeitung Blick bescherte uns mit dieser Bildunterschrift – die uns Anlass zu Kritik gab – Klickrekorde.
  2. Die 50 besten Zitate übers Internet
    Wir haben in den Archiven gekramt und dokumentiert, was Politiker, Journalisten und Unternehmer zum Internet sagen… Nichts für schwache Nerven!
  3. Kai-Diekmann-Fotoroman in der Titanic
    Penis. Penis. Penis.
  4. Beat Breu narrt Tele Züri mit PR-Aktion
    Breu macht Schleichwerbung für Wunder-Wässerchen – und später stellt sich auch noch heraus, dass es sich eher um Natronlauge als um einen Jungbrunnen handelt.
  5. “Das Schweigen der Quandts”
    Ohne Ankündigung lief eines Abends diese Dokumention im Ersten. Wir waren wenige Stunden zuvor auf der Premiere beim Hamburger Filmfest.

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Musikalische Zeitreise mit Yamelo – Wow!

YameloKaum zu glauben: Zwei Tage vor dem Jahreswechsel stoße ich auf eine Applikation, die es innerhalb weniger Minuten in meine imaginäre Hitliste der coolsten Web-2.0-Dienste des Jahres 2007 schafft: Yamelo ist ein neuer Musikservice, dessen Slogan “Brings back melodies” Programm ist. Bei Yamelo können Nutzer auf einer Zeitleiste ein Jahr und einen Monat wählen und sich anschließend Musikvideos anzeigen lassen, die zu diesem Zeitpunkt gerade angesagt waren. Derzeit ermöglicht Yamelo eine solche musikalische Zeitreise bis zum Januar 1965. Neben den zum ausgewählten Datum passenden Musikvideos wird eine umfangreiche Tagcloud mit im jeweiligen Jahr besonders beliebten Interpreten angezeigt. Ein Klick auf einen Namen liefert eine Liste verfügbarer Clips dieser Band. » weiterlesen

Gute Filme über Journalisten

Nicht schon wieder “Citizen Kane”: Fünf garantiert gute Filme über Journalisten und Journalismus und Hinweise auf vier Kandidaten, die es (noch) nicht auf die Liste geschafft haben.

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1. The Insider (1999)
Reporter Bergman überredet einen Insider der Zigaretten-Industrie in der CBS-Sendung “60 Minutes” auszupacken. Erst gibt es Ärger mit dem mächtigen Konzern, dann mit den Managern des Fernsehsenders: “Are you a businessman? Or are you a news man?” Ein ruhiger, bedrückender Film in Doku-Optik. Al Pacino und Russel Crowe spielen fantastisch, Michael Mann führte Regie. Dazu Musik von Lisa Gerrard, Pieter Bourke und Massive Attack. Hier ein Trailer.

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Van Rossums “Tagesshow”:
Hier sind die Links

Tagesshow

Über die Tagesschau-Kritik von Walter van Rossum berichtet heute die Frankfurter Rundschau (Hans-Hermann Kotte: “Diese Suppe soll die Welt sein?”):

“Tagesshow” lautet der Titel des neuen Buches, das auf einem Hörfunk-Feature des Deutschlandfunks beruht und das ähnlich lustig ist wie die “Christiansen”- Schelte.

Und obwohl Chefredakteur Uwe Vorkötter unlängst ankündigte, die Frankfurter Rundschau werde “auch im Netz in eine andere Dimension wachsen”, fehlt leider der Hinweis auf die Internet-Seite des Deutschlandfunks. Im Info-Kasten wird einzig das Buch erwähnt, leider nicht die Radiosendung. Beim Deutschlandfunk gibt es das Hörfunk-Feature als MP3 (41 Minuten) und als Manuskript. Denn was Hans-Hermann Kotte schreibt, klingt interessant:

Und so poltert van Rossum los, kritisiert die “Simulation demokratischer Öffentlichkeit” und “irre Sprachregelungen” im “Premiumbereich der Affirmation”.

Im Tagesschau-Blog poltert Kai Gniffke zurück. “Sollte ich jetzt noch was Inhaltliches zu dem Feature schreiben? Ach was – lesen Sie selbst. Es tut richtig weh.” Dem können wir uns nur anschließen. Van Rossums Polemik hilft, eine Haltung zur “Tagesschau” und ihrer Rolle anzunehmen. Ob man dabei der Kritik ganz oder auch nur in Teilen folgt, ist dabei erstmal egal.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Facebooks Internationalisierung:
User sollen übersetzen

facebook_logo.gifDer ursprünglich noch für dieses Jahr geplante Start diverser Sprachversionen von Facebook wird unter anderem wegen komplexer Datenschutzfragen erst 2008 stattfinden. Offensichtlich möchte man das Vorhaben jetzt aber ernsthaft angehen: Ein spanischer Blogger ist auf eine neue Facebook-Applikation namens “Translations” aufmerksam geworden, mit der User bei der Internationalisierung von Facebook mithelfen können. Mitglieder, die die Applikation installiert haben, übermitteln vorgegebene Texte in ihrer jeweiligen Landessprache. Sämtliche auf diesem Weg gesammelten Übersetzungen werden anschließend von anderen bewertet. So entscheidet sich, welche Texte am Ende tatsächlich von Facebook verwendet werden. » weiterlesen

Niklaus Meienberg (Teil 2):
“Von unserem Pariser Korrespondenten”

Korrespondenten liefern oft kaum mehr, als man selbst vor dem Fernsehgerät erfahren könnte. Niklaus Meienberg beschreibt das Leben eines Pariser Mitarbeiters.

Niklaus Meienberg
Niklaus Meienberg:Am Rande der Redaktionen (Bild: Keystone)

Niklaus Meienberg lebte einige Zeit in Paris und bekam dort unter anderem die Studentenunruhen im Jahr 1968 mit. Dazu gleich ein erstes Zitat aus dem Text (Reportagen I, Seite 22 bis 28). Meienberg fragt sich, wer denn überhaupt noch rausgeht, um zum Beispiel “einen Artikel über Willkür und Allmacht der französischen Polizei” zu liefern und antwortet gleich selbst. Es seien “nicht jene gepflegten Herren, welche noch nie erlebten, wie man nach einer friedlichen Demonstration zusammengedroschen” werde “und wie man auf den Kommissariaten behandelt wird”.

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onsari & Megavideo:
Zeit, Bilanz zu ziehen

BilanzViele Startups haben sich im abgelaufenen Jahr kühne Ziele gesteckt. An zwei erinnere ich mich noch besonders gut: Im September startete Patrick Landrock seine «revolutionäre Web-2.0-Plattform” onsari und verkündete, bis zum Jahreswechsel zwei Millionen Mitglieder erreichen zu wollen. Dass dieses Vorhaben reine Utopie war, darin bestand schon damals kein Zweifel. Angesichts der auf der Seite aktuell angegebenen Nutzerzahl von 6.613 gibt es nun, wenige Tage vor dem Jahreswechsel, die Bestätigung für alle Skeptiker des Projektes onsari. » weiterlesen

onsari & Megavideo:
Zeit, Bilanz zu ziehen

BilanzViele Startups haben sich im abgelaufenen Jahr kühne Ziele gesteckt. An zwei erinnere ich mich noch besonders gut: Im September startete Patrick Landrock seine «revolutionäre Web-2.0-Plattform” onsari und verkündete, bis zum Jahreswechsel zwei Millionen Mitglieder erreichen zu wollen. Dass dieses Vorhaben reine Utopie war, darin bestand schon damals kein Zweifel. Angesichts der auf der Seite aktuell angegebenen Nutzerzahl von 6.613 gibt es nun, wenige Tage vor dem Jahreswechsel, die Bestätigung für alle Skeptiker des Projektes onsari. » weiterlesen

Österreichs neuer TV-Sender braucht Hilfe

Gut abgehangen oder billig produziert: Auf Österreichs neuem Privatsender Austria 9 laufen vor allem Uralt-Serien und Anruf-Shows. Dabei könnte der Fernsehmarkt mehr Wettbewerb gut vertragen – und Formate mit Qualität.

Austria 9?Helft mir doch!?, fleht die junge Blondine in die Kamera und schnalzt nervös mit der Zunge. Trommelwirbel seit drei Minuten. Nach zehn Minuten ruft noch immer niemand an, um das triviale Rätsel aufzulösen und die Chance auf 3000 Euro zu ergreifen. Kameramann und Moderatorin müssen lachen ob der Situation, doch dann kriegt sie noch die Kurve und wiederholt ihr Mantra: Acht Leitungen führen direkt ins Studio, 20 Geldpakete warten, die Chance auf einen fetten Gewinn und alles nur für eine billige Lösung.

Willkommen beim Anruf-Quiz von Austria 9, dem zweiten bundesweiten Privatfernsehsender Österreichs. Gestartet hat der über Satellit und Kabel zu empfangende Kanal am 12.12.2007 um 12 Uhr 12 – und zwar besonders originell und aufregend: nämlich mit einer Call-in-Sendung. Allerdings fast unter der Wahrnehmungsgrenze. Denn hätten nicht einige Zeitungen über den Sendestart berichtet, hätte man nicht einmal über Google die Homepage des Senders gefunden.

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