Hallelujah:
Schirrmacher macht uns ein Föjetong

Behaupten, Beglaubigen und Sinngeben: In unserer losen Serie über Deutschlands Alphajournalisten widmen wir uns heute FAZ-Herausgeber und Feuilleton-Chef Frank Schirrmacher.

Frank Schirrmacher (Bild [M] Keystone)
Frank Schirrmacher: Methusalem-Komplex? (Bild [M] Keystone)

Schon die Einleitung Frank Schirrmachers zur FAZ-Serie über Kognitionsforschung hat es faustdick hinter den Ohren. Mit Recht hat Malte Dahlgrün im Dummy-Blog, einem immer höchst lesenswerten Patenprojekt von Oliver Gehrs’ Zeitschrift, sofort Laut gegeben . Der Impuls war richtig, nur hat er dabei in meinen Augen noch nicht voll auf die Zwölf getroffen.

Natürlich lässt sich das ebenso nervtötende wie unvermeidliche Geraune und Bedeutungshubern des FAZ-Mannes kritisieren, im Kern aber geht es um etwas anderes: Um die Frage, ob Wissenschaftsjournalismus mit journalistischen Mitteln vom Fortschritt der Wissenschaft berichten soll, oder ob die Wissenschaft die steilen Thesen des journalistischen Feuilletons mit ihrer Autorität bunt drapieren soll. Für letzteres steht Frank Schirrmacher.

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Spreewald.de und Blockspot.com

Auf einem “Kompetenzportal für Buch-PR” wird der angebliche Gewinner des Grimme Online Award Spezial 2006, Spreewald.de, besprochen. Manche Texte kann man sich einfach sparen.

Der Preisträger des »Grimme Online Award Spezial« im Jahr 2006 war die vielleicht dem einen oder anderen bekannte Website spreeblick.com, zurzeit auf Rang 3 der Deutschen Blogcharts. Das weiss auch Christina Bacher, die sich für die Website buch-pr.de, einem “Kompetenzportal für Buch-PR”, an einem Text über Weblogs versucht. Doch irgendwann im Text schweift ihr Blick ab, in den Wald.

Spreeblick / Spreewald
Bild: Screenshot buch-pr.de, rote Rechtecke: medienlese.com

Von dann an hält Frau Bacher aber gut durch und verlinkt am Ende des Texts tatsächlich auch noch die Website spreewald.de, gegen die nun wirklich gar nichts einzuwenden ist, hätte sie denn auch nur entfernt etwas mit Weblogs zu tun. Es handelt sich dabei um die Homepage des Tourismusverband Spreewald e. V. in Vetschau.
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Warum man keinen Chef haben sollte

Startup-Guru Paul Graham ist immer wieder mal für einen provokativen Artikel gut. Auch sein neuster gehört in diese Kategorie: “You weren’t meant to have a boss“.

Einen Chef zu haben und in einer grossen Organisation zu arbeiten, so Graham, ist schlicht unnatürlich. Der Mensch ist von der Evolution dafür eingerichtet, in relativ kleinen Gruppen von vielleicht 8-20 Leuten zu operieren, nicht in gigantischen Grosskonzernen. Und weil grosse Organisationen so unnatürlich sind, sind ihre Mitarbeiter auch reichlich unfrei, verschwenden viel Zeit mit Koordination statt mit Kreation und sind darum ziemlich unglücklich und letztlich unproduktiv.

Vermutlich ist die Realität nicht ganz so extrem, wie Graham sie beschreibt, aber wer schon mal die verschiedenen Wachstumsstufen eines Startups durchgemacht hat, weiss aus eigener Erfahrung, dass es ein fundamentaler Unterschied ist, ob eine Firma 10 oder 100 oder 1000 Angestellte hat. Man kann kaum bestreiten, dass die durchschnittliche Mitarbeiterproduktivität vermutlich bei der 10-Mann-Firma am grössten ist. Und wahrscheinlich ist der Spassfaktor ebenfalls bei der kleinen Firma am grössten, auch wenn man dafür andere Nachteile in Kauf nehmen muss.

Eins darf man auch nicht vergessen:

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TV-Formate:
Kanal global

Kein Mut, kein Geld, keine Ideen: Deutsche Fernsehmacher punkten selten mit eigenen Formaten. Kaum eine Sendung hat nicht ein amerikanisches oder britisches Vorbild – doch langsam ist alles kopiert, was Erfolg versprechen könnte. Kommt jetzt die televisionäre Emanzipation?

Dittsche (Bild Keystone)
Dittsche: Innovation als Ausnahme (Bild Keystone)

Eingekauft oder kopiert: Fernsehdeutschland sitzt vor einer Endlosschleife globaler TV-Formate. Sie heißen ?Wer wird Millionär?, ?Deutschland sucht den Superstar?, ?Germany`s Next Topmodel?, ?Big Brother?, ?Let`s Dance? oder ?Deal oder No Deal?.

Sie alle wurden nicht in Deutschland entwickelt. Ein Großteil der Formate kommt aus Großbritannien und den USA, dort wird kreativ geschaffen, erfunden, ausprobiert. Anschließend werden die Formate im Ausland vermarktet. Der Fernsehmarkt wird zunehmend globaler. Vorteil für die Einkäufer: Sie kaufen ein bewährtes Produkt, sie müssen nicht selber Geld in die Entwicklung stecken.

Global heißt aber nicht multikulturell. Und das ist das Erfolgsgeheimnis: Es geht in den Formaten um Entblößung und um knallharten Wettbewerb, weniger um kulturelle Gepflogenheiten.

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Economist über Social Networks:
Tolle Sache, aber kein Geschäft

Schon öfters habe ich in diesem Blog die Meinung vertreten (hier, hier, hier oder hier), dass Social Networks wie Facebook und Myspace zwar eine tolle Sache sind, aber nicht das gigantische geschäftliche Potential haben, das ihnen immer noch zugeschrieben wird.

Da freut es einen doch, wenn eine renommierte Zeitschrift wie der Economist der gleichen Meinung ist. Der bringt es in seiner neusten Ausgabe auf den Punkt:

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Was kommt nach der Online-Werbung?

Kein Zweifel: Wir leben in der Dekade der Online-Werbung.

Seit dem Jahrtausendwechsel haben sich Werbebanner und Suchmaschinenwerbung vom Nischenphänomen zu einem essentiellen Teil jedes anständigen Mediaplans entwickelt. Die weltweiten Umsätze mit Online-Werbung sind in nur acht Jahren gewachsen von $5.4 Mia. (1999) auf $45 Mia. (2007; Quelle: eMarketer). Google als das wohl erfolgreichste Startup aller Zeiten hat seinen wirtschaftlichen Aufstieg der Online-Werbung zu verdanken. Und die meisten Web-2.0-Businesspläne basieren fast ausschliesslich auf Werbeeinnahmen.

Aber in letzter Zeit melden sich verschiedene Zweifler (z.B. Esther Dyson, John Hagel, Matthew Creamer), die nicht daran glauben, dass die Online-Werbung einfach so weiter explodieren wird.

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Worum dreht sich der Hype um die semantische Suche von Yahoo eigentlich genau?

Yahoo Die Ankündigung von Yahoo, in Kürze semantische Inhalte in den Ergebnissen ihrer Suche aufzubereiten, hat in den englischsprachigen A-Blogs wahrlich eine kleine Welle von Euphoriestürmen ausgelöst. TechCrunch etwa sprach davon, dass man nun davon ausgehen könne, dass sich das Web jetzt in Windeseile selbst organisieren werde. ReadWriteWeb krönte die Nerds und sah sich in seiner Prognose bestätigt, dass 2008 das Jahr des semantischen Webs werde. Aber rechtfertigt die Ankündigung von Yahoo wirklich eine derartige Welle der Begeisterung?

Tatsächlich könnte die Unterstützung von semantischen Formaten durch die großen Suchmaschinenanbieter der entscheidende Anstoß sein, der den Stein ins Rollen bringt und das Thema semantische Web endgültig massenkompatibel macht. Derzeit mangelt es einfach noch an einer wirklichen Killer-Applikation, welche die wahren Vorteile der neuen Technologie aufzeigt. Das ist auch der Grund, warum die Anwendung von semantischen Web-Standards wie RDF derzeit noch mehr als verhalten erfolgt, von einigen wenigen Idealisten und technologischen Vorreitern mal abgesehen. Das klassische Henne-Ei-Problem eben. » weiterlesen

Heute keine Zeitung

Es passiert nicht weniger, doch auf die gedruckte Zeitung muss heute verzichtet werden: Karfreitag. Feiertag, die Läden geschlossen, die Zeitung erst am Sonnabend wieder. Wie ist so ein Tag ohne Zeitung? Fehlt da nicht was?

DiskussionWas wäre, wenn es plötzlich keine Tageszeitung geben würde? Ist Print so tot, wie Steffen Büffel es behauptet? Stehen der gedruckten Qualitätspresse goldene Zeiten bevor, angesichts der ständig fließenden Online-Meldungen? Oder reicht die Informationsflut der Nachrichtenportale aus, bleibt nur Platz für Zeitschriften und wöchentlich erscheinende Zeitungen? Wer liest eigentlich noch eine Tageszeitung?

Wir möchten von unseren medienlese.com-Lesern wissen: Fehlt heute nicht etwas? Und natürlich sind auch alle Zeitungsredakteure eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen und eine Lanze für ihr Produkt zu brechen. Wenn sie mögen.

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Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Billige Blogger gesucht

“This is a real opportunity to make good money”: Für Blogger gibt es im englischsprachigen Raum jede Menge Angebote, mit dem Schreiben ins Internet Geld zu verdienen. Einige davon sogar seriös. Eine neue Seite sammelt jetzt Bloggerjobs auf Deutsch.

Auf der Seite bloggerjobs.biz ist ordentlich was los: Diverse Netzwerke suchen nach billigen Contentlieferanten, mit Investorengeld gefütterte Startups suchen echte Online-Journalisten, journalistische Angebote brauchen Verstärkung und Hobbyblogger verkaufen ihre Seele und dienen sich der PR-Bande an.

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Mit Dropbox Dateien im Web ablegen, synchronisieren und teilen

DropboxDas Hosting von Dateien ist ein trockenes Thema. Zwar kommt fast jeder Internetnutzer früher oder später in eine Situation, in der er Dateien von verschiedenen Computern aus erreichen will oder anderen Personen zugänglich machen möchte, aber letztlich ist der Prozess nur Mittel zum Zweck und wenig aufregend. Zudem funktioniert der von der Schar der Anbieter versprochene, komfortable Transfer kleiner und großer Dateien meist nicht so reibungslos, wie man sich das erhofft. Irgendein Haken findet sich immer, seien es störende Begrenzungen von Speicherplatz, Dateigröße oder Datentransfer, langsame Up- bzw. Downloads oder belästigende Werbung bzw. eine unübersichtliche Oberfläche. Nicht selten zieht man am Ende doch den wenig effizienten Transfer per E-Mail, Instant Messenger oder USB-Stick vor – zumindest dann, wenn Personen ohne fortgeschrittene Weberfahrung und mit begrenzter Geduld involviert sind. » weiterlesen

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