medienlese – der Wochenrückblick

Kritische Masse, digitale Elite, Markus Bleckebach.

Unter dem Motto “die kritische Masse” fand zum zweiten Mal in Berlin die Konferenz re:publica statt. Nicht nur der Ort war der Gleiche, sondern auch auf den Podien sassen oft die gleichen Leute wie im Jahr zuvor, die dann auch oft noch die gleichen Themen wie im Jahr zuvor behandelten. Für Benedikt Köhler beispielsweise war vieles selbstgefällig, ihm fehlte die Kontroverse und der Blick in die Zukunft: “Es ist schon etwas merkwürdig: Einerseits neigen die Blogger dazu, sich als Gegenveranstaltung darzustellen. Andererseits ist aber jeder zur PR in eigener Sache unterwegs.” Über die kritische Masse vermochte immerhin dieser per SMS verschickte und an der SMS-Wand hinter dem Podium im grossen Saal publizierte Beitrag aufzuklären.
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Facebook schiebt Applikations-Spam Riegel vor

facebook_logo.gifFragt man aktive Facebook-Mitglieder, was sie am meisten an der Plattform stört, so gehören Klagen über “Application-Spam” zu den am häufigsten genannten Kritikpunkten. Dass Facebook-Freunde einen mit Einladungen zu teilweise nutzlosen Applikationen bombardieren, kann sich je nach Anzahl und “Experimentierfreudigkeit” der Kontakte zu einer richtigen Plage entwickeln. Meist sind es nur einige wenige Personen aus der Kontaktliste, die für den nicht abreißenden Strom an Einladungen verantwortlich sind. Mit einer neuen Funktion lässt sich diesem Problem nun leicht ein Riegel vorschieben: Ab sofort findet sich unter jeder Applikations-Einladung eine Option, mit der man zukünftige Installationsaufforderungen von dieser Person blockieren kann. Wer sich die Mühe macht und bei seinen “Problemkontakten” dieses Feature benutzt, für den ist das leidige Thema Applikations-Spam vermutlich für immer passé. » weiterlesen

Das Joost-Drama

Warum das viel gepriesene Programm Zattoo nur Fernsehen von gestern ist und Joost allen Unkenrufen zum Trotz eine glorreiche Zukunft bevorsteht.

Candy Crib auf Joost
Candy Crib auf Joost: So sieht’s aus

Die Technik ist längst vorhanden. Flüssige Bilder in guter Auflösung über das Internet. Für Millionen von Zuschauern. Sendungen auf Abruf, “on demand”, mit Pausetaste. Sogar Live-Sendungen sind mittlerweile möglich. Seit einem Jahr existiert mit Joost eine hervorragende technische Plattform. Gratis, finanziert über Werbung (die sich, dem Internet sei Dank, sogar personalisieren ließe).

Allein bei den Programmbesitzern und Rechteverwaltern ist die freudige Kunde vom Fernsehen der Zukunft anscheinend immer noch nicht angekommen. Deswegen sieht das Joost-Programm auch noch reichlich pubertär aus: Sexy Clips, Cartoons, Musik. Statt auf die zuschauerfreundliche Peer-to-peer Lösung der Skype-Macher Niklas Zennström und Janus Friis setzen sie lieber auf eigene Entwicklungen, warten erstmal ab oder probieren höchstens Zattoo aus.

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Re:publica 08, Interview mit Benedikt Köhler:
Gegen die Page Impressions

Während der re:publica 08 wurde die “Arbeitsgemeinschaft Social Media Forschung” gegründet. Der Mitgründer Benedikt Köhler möchte Blogger und Wissenschaftler dazu bewegen, ein Messsystem jenseits der Page Impressions aufzubauen. Denn diese führen nur zu noch mehr Bildergalerien und zerhackten Artikeln.

Wir führen das Gespräch mit dem Soziologen Benedikt Köhler (blog.metaroll.de) am Rande der re:publica 08.

Wieso heisst Dein Blog viralmythen?

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Portalbetreiber und ihr Misserfolg mit Social Networks

Vor ungefähr einem Jahr, kurz nach dem Launch von WEB.DEs Social Network UNDDU.DE, äußerten sich Matthias Greve, Vorstand 1&1 Portale, und Matthias Ehrlich, Vorstand 1&1 und United Internet Media, zu den Zielen ihres ambitionierten Projektes: Mit der Neugründung wollten die beiden “das Web 2.0 und Social Networks in Deutschland massenfähig machen”, die Nummer eins im Land werden und innerhalb eines Jahres siebenstellige Nutzerzahlen erreichen. Heute, zwölf Monate später, lässt sich feststellen, dass dieser Plan gründlich misslungen ist. Mittlerweile sind Web-2.0-Dienste und soziale Netzwerke zwar fester Bestand des Internetalltags vieler, vorrangig junger Bundesbürger. UNDDU.DE hat dazu jedoch nichts beigetragen. Die entscheidenden Akteure heißen unter anderem studiVZ, schülerVZ, wer-kennt-wen.de, lokalisten und KWICK!. » weiterlesen

Medienfetzen

Caroline Beil, Kurt Beck, Geert Wilders (Bild Keystone)

Caroline Beil, Kurt Beck, Geert Wilders (Bild Keystone)


Die Frisuren der Woche: Beil, Beck, Wilders (Bilder Keystone)

Die Woche ist fast vorüber – und Kurt Beck ist immer noch SPD-Chef. In der Spiegel-Redaktion schleicht ein Gespenst herum: die Relevanzfrage. Die Mitarbeiterkantine serviert verlorene Eier, ein ehrgeiziger Journalist hat schon entnervt gekündigt: Er ginge zur Gala, weil zumindest er im Leben noch etwas bewegen wolle, sagte er …

Zum nächsten Karneval lasse ich mir jetzt einen langen Bart wachsen und binde mir ein schwarzbordiertes Selbstmordgürtelimitat als Korsett um den Bauch. Damit werde ich dann genau so berühmt wie dieser Geert Wilders mit seiner rattenscharfen Perücke.

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Gemeinsam vertikale Suchmaschinen bauen – mit Topicle

TopicleIch schreibe selten bis gar nicht über alternative Suchmaschinen, die den Kampf mit Google aufnehmen wollen. Die Zahl derer ist groß, ihre Erfolgschancen das Gegenteil. Während Googles Übermacht im Suchbereich und die Abhängigkeit vieler Webangebote von einer guten Google-Positionierung durchaus kritikwürdig sind, gibt es an der eigentlichen Suchefunktion nichts auszusetzen. Im Gegenteil, die Qualität der Ergebnislisten ist meist ausgezeichnet und (fast) immer besser als bei beliebigen Konkurrenten. Ich bemühe Google mindestens 20 Mal am Tag und benötige selten mehr als wenige Sekunden, um eine zu meiner Anfrage passende Seite zu finden. Während die unvorstellbare Menge an indizierten Quellen sich meist als Vorteil erweist und dadurch selbst bei exotischen Suchbegriffen zahlreiche relevante Resultate zu Tage gefördert werden, kommt es gelegentlich vor, dass ich nur innerhalb einer Auswahl mir bekannter Seiten recherchieren möchte. Wem es ähnlich geht und wer wie ich keine Lust hat, dafür Googles kryptische Such-Syntax zu verwenden, sollte einen Blick auf Topicle werfen. » weiterlesen

Sechsmal um den Blog:
Interessant, skurril, bekloppt

medienlese.com unterwegs in der Blogosphäre. Weg vom Boulevard der Massen, hin zu den Mikromedien.

Ich weiß, ich weiß – es heißt ‘das Blog’. Dann aber käme das mit meiner Headline nicht mehr hin. Sei’s also drum!

Angeregt wurde ich zu diesem Text durch Don Dahlmanns Bemerkungen über die Sperrigkeit und Unzugänglichkeit der Blogosphäre. Weshalb wiederum viele Besucher die immer gleichen Blogs besuchen würden, woraufhin ihr Horizont regelmäßig bei Rivva in der stupidesten Selbstreferentialität ende, weil sie einfach nicht wüssten, wie sie die Mauer zum bunten Rummelplatz der wirklichen Mikromedien durchbrechen sollen.

Ich habe mir daher gedacht, ich stelle einfach mal einige interessante, skurrile oder besonders bekloppte Blogs hier im Turnus vor, um die Perspektive zu weiten und um die Aufmerksamkeit hinwiederum auf deren Blogroll zwecks Selbsterfahrung zu lenken. Los geht’s:

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Re:publica LIVE! Geld verdienen mit Blogs – reloaded

Geld verdienen mit Blogs – neben der Abgrenzung vom Journalismus ist das das andere grosse Thema, das Blogger immer wieder beschäftigt. Und wie beim gestrigen Panel zum Thema “Journalismus vs Blogs” ist auch hier noch nicht so ganz klar, worauf es hinauslaufen soll.

Die Grundsatzdebatte wolle man nicht führen, schrieb Johnny Häusler im re:publica-Blog, aber nur Erfahrungsberichte sollen es auch nicht sein, meinte Markus Beckedahl an derselben Stelle.

Anwesend auf dem Podium diesmal:

- Als Moderator Thomas Knüwer (tk) – Journalist und Blogger beim Handelsblatt (“Am Bahnhofskiosk gibt es auch viel Schund”)
- Sascha Lobo (sl) – Werber, Autor und Twitter-Follower-Partyveranstalter
- Remo Uherek (ru) – CEO von Trigami (“innovatives Marketing im Internet, indem Blogs als Marketing- und Marktforschungskanal genutzt werden”)
- Robert Basic (rb) – selbständiger Blogger und No.1 der deutschen Blogcharts.
- Don Dahlmann (dd) – Freier Journalist und Blogger

11:55 Uhr: sl, dessen Iro nach der gestrigen “Followerparty” heute wohl etwas mehr Zeit braucht, ist nun auch eingetroffen. Vorstellungsrunde: dd vertritt auf dem Podium das “indirekte” Geldverdienen mit Blogs. Sein eigenes Blog ist zwar Teil des Adical-Netzwerks, wichtiger waren aber offenbar Aufträge, die er wegen des Bloggens bekommen hat.

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Twingly will Technorati in Europa angreifen

twingly.gifNicht nur der mobile Streamingdienst Bambuser, über den ich am Dienstag berichtete, kommt aus Schweden und erfreut sich momentan zunehmender Beliebtheit. Auch die neue europäische Blogsuchmaschine Twingly hat ihren Sitz im hohen Norden und erhielt zum gestrigen Start der geschlossenen Beta-Phase gleich prominente Presseaufmerksamkeit. Twingly betritt einen schwierigen und umkämpften Markt, der noch immer vom Original der Blogsuchmaschinen, Technorati, dominiert wird. Dort hat man allerdings seit vielen Monaten Probleme damit, das Portal der sich verändernden und international wachsenden Blogosphäre anzupassen und mit der steigenden Zahl von Spamblogs fertig zu werden. Genau hier will Twingly ansetzen: Während über die herkömmliche Suche der gesamte Fundus europäischer Blogs durchsucht wird, berücksichtigt die “Spam-free search” nur solche, die sich bei Twingly eingetragen und mit hauseigenen, angeblich besonders tauglichen Algorithmen geprüft wurden. » weiterlesen

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