Relevanz-Firlefanz:
2482 Zeichen über Twitter

Twitter ist schon ein Jahr alt – ein Erdenjahr, kein Internet-Hunde-Dreifachjahrzehnt. Sogar die Zeit hat damals schon über Twitter geschrieben. Auf Zellstoff! Vor einem Jahr! Trotzdem glauben viele immer noch an eine bahnbrechende Netz-Revolution.

Der Newsfluss quillt über vor Twitter-Postings – man könnte glauben, dass hier etwas noch unbegreiflich wichtiges passiert. Dabei ist Twitter nicht das neue heiße Ding. Vor einem Jahr, am 19. April 2007, stand es schon in der gedruckten Zeit:

Der Erfolg basiert auf der schlichten Frage: »Was machst Du gerade?« Die kurzen Antworten, die aus aller Welt hereinströmen, verbreitet Twitter über das Internet und auf Wunsch auch per SMS.

Überhaupt die Zeit: Lange, bevor aus dem Springer-Hochhaus getwittert wurde, und lange, bevor die betriebsratsnahen Mopo-Sympathisanten-Insider damit wieder aufhören mussten, wurde der neue Chef von Zeit Online via Twitter bekannt. Hui! Aus der Redaktion der Welt Kompakt hingegen hieß es gestern Nacht zu später Stunde nur: “round midnight. time to go. see you tommorow. same time, same place, same channel. sleep well. stay safe.” Zielgruppengerechte Ansprache, denkt man.

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Wie unabhängig ist die Tagesschau?

Der Medienwissenschaftler und -journalist Robin Meyer-Lucht dokumentiert in einem Video den Weg einer vom Berlin Institute eingelegten Rechtsaufsichtsbeschwerde gegen die Tagesschau der ARD vom 24. April 2007.

Robin Meyer-Lucht ist kein unbekannter Medienkritiker, wie es viele Blogger sind. Nein, er schreibt für Spiegel Online, für den Perlentaucher, für die Frankfurter Rundschau, für Cicero, für brand eins. Und er ist nicht nur Medienjournalist, sondern auch Medienwissenschaftler. Das Forschungs- und Beratungsinstitut Berlin Institute, dem er vorsteht, hat nun eine audiovisuelle Rechtsaufsichtsbeschwerde gegen die Sendung Tagesschau der ARD eingelegt. Hier das Video (12:40 Minuten, auch auf YouTube, Teil 1, Teil 2):

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Roger Schawinski vs. RBB:
“Nur für Erwachsene”?

Was wie ein verspäteter Aprilscherz klingt, ist eingetroffen: Der Rundfunk Berlin-Brandenburg verklagt Roger Schawinski wegen des Namens seines neuesten Senders!

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Roger Schawinski ist ein Energiebündel und eckte immer schon an. Er hatte im Schweizer Fernsehen die Konsumentensendung “Kassensturz” (vergleichbar dem ARD Ratgeber) aus der Taufe gehoben und für den Migros-Konzern die Tageszeitung TAT.

Beide Projekte waren den Chefs von Schawinski zu kritisch und er musste gehen. Doch statt mit 33 Jahren brav Arbeitslosengeld zu beziehen, startete er einen “Piratensender” – Radio 24 aus Italien. Einem Schweizer muß man nicht mehr erzählen, der Rest kann die wilde Piratenzeit von Roger nachlesen.

Später war Roger Schawinski Programmchef von Sat.1. Jetzt macht er wieder Radio. Und wird prompt wieder als Pirat beschimpft, und zwar als die schlimmste Art von allen – als Markenpirat:

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Sind Micropayments der Segen für das Web 2.0?

micropaymentsMein Beitrag zum Problem mit der Gratiskultur im Web hat eine interessante Diskussion nach sich gezogen. Eine Schlussfolgerung, bei der sich die Kommentatoren weitgehend einig waren: Die Existenz einer tauglichen und wirtschaftlich tragfähigen Micropayment-Lösung könnte dem Internetgeschäft dabei helfen, sich von der Festklammerung an der mit Risiken behafteten Werbefinanzierung zu verabschieden. Diesen Aspekt möchte ich noch ein wenig näher beleuchten. Als Micropayment bezeichnet man die Bezahlung von Kleinstbeträgen. Bis heute besteht das Problem, dass sich für Onlineanbieter die einzelne Abrechnung einer Summe im Centbereich wirtschaftlich nicht lohnt. Egal ob man Nutzer über die Kreditkarte, Handyrechnung oder über alternative Zahlungsanbieter wie PayPal bezahlen lässt: In der Regel übersteigen die vom jeweiligen Dienstleister geforderten Gebühren für die Transaktion die vom User zu zahlende Summe. » weiterlesen

medienlese – der Wochenrückblick

Ugugu, Unreife, unveränderte Gewohnheiten.

Endlich mal erschien ein deutschsprachiger Zeitungsartikel über Weblogs, der nicht in Grund und Boden verdammt werden musste (sogar Thomas Knüwer war davon angetan). Thomas Thiel beschritt in der Frankfurter Allgemeinen eine Reise durch die Blogosphäre, die ihn zu obskuren Orten wie Ingolstadt oder Usingen führte. Wissen würde ich aber gerne, wer dieser Blogger ist, der seine Meinungsbekundungen (vorgetragen “im Dünkel argumentativer Überlegenheit und im Bewusstsein der durch die Anonymität geminderten Rechenschaftspflicht”) standardisiert mit “Ugugu” beginnt.
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fonie.de startet browserbasierte No-Frills-Videotelefonie

fonie.deVom zweinull.cc-Leser Sascha erhielt ich heute den Link zu einem neuen Dienst, der Internet-(Video)telefonie in eine völlig neue Dimension der Einfachheit vorstoßen lässt. fonie.de nennt sich der Spaß, und den wenigen Informationen auf der Website nach zu urteilen handelt es sich dabei eher um ein Privatprojekt als um ein echtes Startup. fonie.de ging vor vier Tagen online und erlaubt browserbasierte Videotelefonate zwischen zwei Personen. Dafür ist weder der Download einer Software noch eine Anmeldung notwendig. Lediglich ein Flash-Plugin wird benötigt. » weiterlesen

Hörbuch-Umsätze im Sinkflug

Hörbücher werden weiterhin gerne gekauft. Die zweistelligen Zuwachsraten der vergangenen Jahre scheinen jedoch Geschichte. Dafür boomen Downloads aus dem Internet: ohne Kopierschutz und in hoher Qualität. Sind Hörbuchverlage ein gutes Vorbild für die Musikindustrie?


Hörbücher: Literatur für überall (Bild cc:BrainsonicAustria)

Auf der Frankfurter Buchmesse wurde das Jahr 2007 noch euphorisch als ?Jahr des Hörbuchs? bezeichnet. Noch nie zuvor hatten so viele Verlage eine so große Anzahl an Neuerscheinungen auf den deutschsprachigen Markt gebracht. Als die Umsatz- und Verkaufszahlen des “Hörbuchjahres 2007″ vorlagen, war nur mehr wenig Begeisterung zu spüren.

Obwohl der Hörbuchmarkt im Vorjahr auf Erfolgskurs lag, blieb der Umsatz mit einem Plus von 2,6% weit unter den Erwartungen – und entwickelte sich schlechter als der gesamte Buchmarkt. Dabei hatte die Hörbuch-Branche im ersten Halbjahr noch jeden Grund zur Freude: der Umsatz steigerte sich um etwa 8% auf 72,3 Millionen Euro. Claudia Paul, Sprecherin des Börsenvereins, zeigte sich schon damals resigniert:

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Dr. Who auf Pro Sieben:
Zurück aus der Zukunft

Die Neuauflage der britischen Fernsehserie Dr. Who wurde von Pro Sieben nach nur drei Ausstrahlungen mit je einer Doppelfolge sowie dem Piloten schnöde abgesetzt. Die Fans der skurrilen Kult-Serie waren empört, die Sendezeit suboptimal. Nun gibt Pro Sieben dem Doktor mit dem Telefonzellen-Raumschiff eine zweite Chance.

Dr. Who ist zurück auf Pro 7

Dr. Who ist zurück auf Pro 7


Dr. Who ist ist zurück auf Pro Sieben: Nun sonntags statt samstags, Beginn: Heute! (Bild: Pro Sieben)

Pro Sieben macht sich zur Zeit bei den Science-Fiction-Fans nicht gerade beliebt: Die HD-Sender sind abgeschaltet, die “Geektown”-Serie “Eureka” wird nur in SD ausgestrahlt, aber immerhin mit allen 12 angesetzten Folgen. Der anderen Kult-SF-Serie “Dr. Who” hatte dieses Glück im Februar nicht: Nach nur drei Sendeterminen am 26. Januar und 2. Februar sowie dem Pilotflm eine Woche davor erhielt der charmante Doktor mit seinem Raumschiff mit Optik-Fehler bei Pro Sieben vorzeitiges Landeverbot!

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Die Zukunft der Musik:
Music 2.0

Ich habe schon oft Musikdienste vorgestellt, die Elemente des Web 2.0 mit der Distribution von Musik verbinden. Gerd Leonhard, “Media Futurist“, Autor und Unternehmer aus Basel, nennt diese Verschmelzung des sozialen Netzes mit der Musikindustrie “Music 2.0″ (wie sonst!). In seinem gleichnamigen Buch geht er auf 228 Seiten ausführlich auf die Thematik ein. Das Werk ist ganz im Radiohead-Stil als käufliche Printversion oder als kostenloser PDF-Download erhältlich. Über ReadWriteWeb bin ich auf ein Video gestoßen, in dem Leonhard die Funktionsweise und das Modell von Music 2.0 in rund 16 Minuten erklärt und zusammenfasst. Einige seiner Kernthesen: » weiterlesen

Im Test:
hörbücher

Hörbücher sind weiterhin populär und beliebt, ein Hoffnungsmarkt mit zweistelligem Wachstum für die Verlage. Orientierung will das Magazin hörbücher liefern – und seit der Einführung vor einem knappen Jahr macht es das fast perfekt.

hörbücher

hörbücher

Im Test: Ausgabe 3/2008 vom April

Allgemeiner Eindruck

hörbücher überzeugt auf allen Ebenen: ein breites Themenspektrum, gut aufbereitete Geschichten und Interviews, kompetente Orientierungs- und Kaufhilfe. Eine fast perfekte Zeitschrift, für die auch nach längerem Überlegen wenig Notwendigkeit zur Verbesserung besteht. Hörbuch-Fans können nichts Besseres finden. Nur bei der Website gibt es noch viel zu tun.

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