Muss man Joost noch immer mögen?

joost.gifDie Zukunft des vor einem Jahr mit viel Aufmerksamkeit gestarteten Internet-TV-Dienstes Joost ist ungewiss. Bis auf einige Negativmeldungen ließ sich in letzter Zeit nicht viel von dem einst so hoffnungsvoll und ambitioniert lancierten Projekt vernehmen. Bei Medienkonvergenz und Silicon Alley Insider gibt es gute Zusammenfassungen der eher bescheidenen Entwicklung von Joost. Auch NewTeeVee macht sich Sorgen um das Projekt der Skype-Gründer Niklas Zennström und Janus Friis und schlägt fünf Maßnahmen vor, die Joost retten könnten. Wie viele andere war ich zu Beginn der geschlossenen Beta-Phase im Frühjahr 2007 begeistert von der Art, wie Joost Inhalte über eine fernseherähnliche Desktop-Applikation inklusive Programmguide zu mir auf den Bildschirm brachte. Im April veröffentlichte ich zehn Thesen, unter deren Voraussetzung man Joost einfach mögen muss. Die Zeit ist reif, diesen Artikel noch einmal aus der Schublade zu holen und zu schauen, in welchem Licht diese Thesen heute dastehen. » weiterlesen

State of the art:
Akzeptanz im Leser- und Anzeigenmarkt

“Akzeptanz im Leser- und Anzeigenmarkt” ist das Schlagwort, mit dem die Verlage ihren Lesern die als Journalismus verkauften Werbebeilagen andrehen wollen.

Marc Walder im Interview, Screenshot Werbewoche
Unten links der Inhalt (Interview zum SonntagsBlick), oben rechts die Werbung (für den SonntagsBlick)

Jeweils vor Weihnachten ist es wieder soweit. Die Luxusbeilagen der Printprodukte (unsere Beiträge vom 17.11.2006 und vom 24.11.2006) erscheinen und richten sich in einem Glanz, wie Journalismus nur selten verpackt wird, an die Leser. Da sie keine eigenständigen Produkte sind, sondern nur anderen Produkten beiliegen, kann das Leserinteresse an dieser Art von Journalismus kaum nachgewiesen werden. In den Verlagen gibt man sich aber davon überzeugt. Marc Walder vom Schweizer Ringier-Verlag (unter anderem Chefredaktor des SonntagsBlick) spricht in einem kurzen Interview mit der Werbewoche gleich zwei Mal davon:
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Euro-Startup in Gefahr:
Was wird aus Joost?

Joost, das Online-Video-Startup der Skype-Gründer Niklas Zennström and Janus Friis, geriet nach viel positivem Hype diese Woche plötzlich in negative Schlagzeilen. Der Grund: CTO Dirk-Willem van Gulik wurde gefeuert. Und plötzlich brach in der Blogosphäre ein Sturm negativer Meinungen los.

Nun wäre das nicht schlimm, wenn diese betreffenden Blogger nicht ziemlich prominent und sachkundig wären. Mathew Ingram beispielsweise fragte als erster: “Is Joost headed for the deadpool?“. TechCrunch meint, dass Joost dieses Jahr wohl nicht überleben wird. Und Videoblog-Pionier Andrew Baron beschrieb, wie Joost zuerst die Aufnahme seines sehr populären Videopodcasts “Rocketboom” ablehnte, die beliebte Show dann aber plötzlich ohne Nachfrage doch noch integrierte. Das deutet doch auf das eine oder andere Managementproblem bei Joost hin.

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OpenID dank Yahoo und Google im Aufwind

OpenIDOpenSocial, DataPortability, OpenID – Initiativen und Aktionen mit dem Ziel eines offeneren bzw. leichter zugänglichen Webs sind mehr als angesagt. Während OpenSocial bisher noch nicht richtig in Gang gekommen ist und DataPortability im Moment nur ein theoretisches Konstrukt darstellt, ist das Konzept von OpenID (ein Login für viele Seiten) bereits Realität und erfreut sich wachsender Beliebtheit. Zwei aktuelle Ankündigungen könnten für OpenID den endgültigen Durchbruch bedeuten: Ab dem 30. Januar können die 250 Millionen Yahoo-Mitglieder ihre Benutzerkonten in OpenID-Konten umwandeln und sich damit bei anderen Seiten einloggen, die OpenID unterstützen. Gestern dann die nächste erfreuliche Meldung für OpenID-Befürworter: Googles Blogdienst Blogger fungiert ab sofort als OpenID-Provider. Blogger-User können die Adresse ihres Blogs nach einer Aktivierung auf draft.blogger.com als OpenID-Login verwenden. » weiterlesen

Blogosphäre:
Hackordnung 2.0

Sind Blogger oder Journalisten die besseren Hackbrettmalträtierer? Und was ist mit den unsäglichen Verrätern, die gleich beides sind? Fragen, die die Welt bewegen. Oder zumindest die Zeit. Nein? Na dann zumindest die Blogger.

Hackordnung in der deutschen Blogosphäre
Link zu peterkroener.de

Wer allerdings nicht die Zeit, den Willen oder die Fähigkeit hat, sich durch lange Traktate zu lesen, jetzt irritiert nach einem Blatt namens Willen oder Fähigkeit sucht und ohnehin eher Bild-Zeitungen bevorzugt, dem kann die Frage “Stehe ich oben oder unten?” nun mit einem Bild statt tausend Worten beantwortet werden:

Christian Hayungs hat zusammen mit Peter Kröner eine Grafik der eigentlich doch gar nicht existenten (und deshalb auch rächtshraiptekknisch nicht so wirklich faßbaren) Blogoshpäre erstellt, mit der sogar Journalisten Blogger Linkhuren verstehen, wo sie in der Werteordnung 2.0 angesiedelt sind.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Archive offen:
Wissen ist mächtig

Die Archive von Focus und Zeit stehen kostenlos im Netz, der Spiegel folgt im Frühjahr. Neben mehr Werbeplätzen schaffen sich die Verlage so auch ein höheres Ansehen: Ihre Inhalte werden durchsucht, verlinkt und zitiert.

Focus Bürger-King
Wissen, was wichtig war: Helmut Kohl, der Bürger-King (Focus 34/1994)

Die Texte aus 15 Jahren Focus sind im Archiv kostenlos abrufbar. Bilder und vor allem Infografiken, für deren inflationären Einsatz das Nachrichtenmagazin sich einen Ruf erworben hat, haben es nicht mit in die digitale Verfügbarkeit geschafft. Währenddessen kosten die Artikel in Datenbanken immer noch zwischen 1,37 und 2,60 Euro (siehe Tabelle).

Bei der New York Times stellte man fest, dass Besucher immer mehr über Suchmaschinen und Blogs direkt Zugriff auf einzelne Artikel suchten. Bis zum September 2007 führte das nur selten zum gewünschten Text, das Angebot der Zeitung versteckte sich hinter einem “pay wall”. Wer auf die Angebote zugreifen wollten, musste bezahlen.

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TechCrunch vertraut deutscher Einladungsplattform amiando

amiandoMöglicherweise hat die folgende Meldung nur einen geringen Informationswert, aber als kleines Häppchen am Freitagnachmittag halte ich sie dennoch für veröffentlichungswürdig: TechCrunch, das weltweit tonangebende Web-2.0- und Tech-Blog mit Sitz in Kalifornien, nutzt für den Verkauf der letzten Tickets für die Preisverleihung seiner Internet- und Technologieawards The Crunchies heute Abend in San Francisco die Münchner Einladungsplattform amiando. Bei vorherigen TechCrunch-Events lief der Ticketverkauf meist über den US-Dienst Eventbrite. An der amiando AG ist mit Michael Brehm (studiVZ), Ehssan Dariani (studiVZ), Lukasz Gadowski (Spreadshirt), Stefan Glänzer (Last.fm) und Kolja Hebenstreit (Spreadshirt) das Who is Who der deutschen Startup-Investorenszene beteiligt. Nach dem Facebook-Coup der Samwers wird damit erneut deutlich, dass deutsche Web-Unternehmer im Silicon Valley offensichtlich verstärkt einen Fuß in der Tür haben.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Blogger und Journalisten:
Alles nur Zickenterror?

Jeder Artikel von Journalisten über “Web 2.0″ wird inzwischen als Kriegserklärung an dasselbe verstanden. Doch die Blogger sind meist gar nicht gemeint. Leider wissen beide Seiten zuwenig voneinander und pflegen eifrigst Klischees und Vorurteile.

Gestandene Journalisten toben und schimpfen, im Internet stünde nur Müll, und in Blogs sowieso. Gestandene Blogger toben und schimpfen, auf totem Baum stünde nur Müll, und in Online-Portalen sowieso. Schließlich wagt es auch noch ein FAZler, JEHOVA zu rufen, indem er das Wort “Blogjournalismus ” kreiert. Ja Iiiih! “Also mit DENEN wollen WIR doch nichts zu tun haben”. Da sind sich beide schimpfenden Seiten plötzlich einig.

Dabei bloggen Journalisten privat und beruflich. Und Blogger recherchieren. Und eine Blogsoftware wie WordPress ist auch nichts anderes als ein einfaches CMS (Content Management System), also sind auch technisch die Blogs und die Online-Portale verwandt.

Der Vorsitzende des Deutschen Journalisten-Verbands Michael Konken setzte sich schon vor einigen Wochen in einer ansonsten durchaus vernünftigen Rede auch bei seinen Mitgliedern nachhaltig in die Nesseln, als er verkündete:

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Im Test:
Bravo

Die Bravo geht mit Tokio Hotel in den Urlaub und hat weniger Haare, sonst ist aber alles noch mehr oder weniger gleich. Die Jugendzeitschrift mit 51-jähriger Tradition im Test.

Bravo-Cover

Im Test: Ausgabe 3/2008, 09.01.2008.

Allgemeiner Eindruck

Die Bravo (italienisch: “tüchtig”) muss man wohl kaum erklären. Fast jede, fast jeder im deutschsprachigen Raum ist irgendwann mal in seiner Jugend mit dieser “Jugendzeitschrift” in Berührung gekommen, sei es als regelmässige Käuferin, sei es als heimlicher Leser. Alles in allem macht sie keinen veränderten Eindruck, doch natürlich haben sich die Stars geändert. Kein Limahl mehr, keine Gabriele Susanne Kerner, kein 90210. Die Alternativen heute heissen Wilson Gonzalez Ochsenknecht, Lisa Bund und Room2012. Sieht ganz so aus wie ein Boulevard-Heft für Kinder.

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Tumblr:
Mini- statt Microblogging

TumblrDie zwei gängigsten Erscheinungsformen von regelmäßig veröffentlichtem User Generated Content sind Blogging und Microblogging. Beide haben nicht nur Vorteile. Selbst wenn Blogs technisch weit weniger komplex sind als professionelle Content-Management-Systeme, setzen sie dennoch gewisse Grundkenntnisse in der Web-Gestaltung voraus und brauchen ihre Zeit, bis sie optisch und strukturell den eigenen Wünschen entsprechen. Microbloggingdienste wie Twitter und Jaiku dagegen leiden unter dem Makel der Banalität und dienen meist als Plattform für kurze, über den Tag verteilte Statusberichten ihrer Nutzer – bei 140 maximal zugelassenen Zeichen pro Eintrag ist auch nicht viel mehr möglich. Was aber machen Menschen mit Mitteilungsbedürfnis, denen das Bloggen zu zeitintensiv oder kompliziert ist und Twitter zu oberflächlich? Sie könnten Tumblr nutzen. » weiterlesen

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