Am Anfang ist nur das Wort …

Das eitrig-düstere Zerrbild netzferner Journalisten und die Sehnsucht nach Kommunikation unter Gleichen.

anjejackert.de

Journalisten kommen mir manchmal vor, als hätten sie alle einen Knick in der Flinte, wenn sie kollektiv auf den Waldrand des Web 2.0 losballern und dabei Nachbars Dackel erlegen. Deshalb zum tausendstenmal, auch wenn ihr’s ewig nicht glauben wollt: Blogger sind (anfangs) nur selten Journalisten, sie wollen (anfangs) mit euren Medien gar nichts zu tun haben, eher im Gegenteil, und sie schreiben (anfangs) aus ganz anderen Motiven. Da ihnen (später) die Unvermeidlichkeit eures mediencircensischen Treibens bewusst wird, lassen sie sich – nolens volens – dann ein Stück weit darauf ein. Beispiel gefällig?

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Politikjournalismus à la Bling-Bling

Journalisten beklagen sich darüber, dass Politik nur noch eine Boulevardshow ist. Dabei sind sie selbst dafür verantwortlich.

20minuten Sarkozy
Screenshot 20min: Bling-Bling

Seifenoper im ARD-Weltspiegel: Ein Beitrag über den französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Man filmt ihn bei SMS-Schreiben bei einem Staatsbesuch (“während andere wichtige Verträge unterschreiben”). Man informiert, dass er Frühlingsurlaub, Sommerurlaub und Winterurlaub macht. Ihm wird unterstellt, die “Hauptsache” seien für ihn “Schlagzeilen, egal welche”. Grosse Gesten und einfache Botschaften werden festgestellt. Eine endlose “Sarko-Show” sei das.

Der Beitrag von vergangenem Sonntag, in dem es fast ausschliesslich um diese Äusserlichkeiten geht, wurde aber von der ARD produziert. Und die ist ja, von den Gebührengeldern mal abgesehen, unabhängig. Und hätte gut auch einen Beitrag machen können, in dem es um Inhalte geht.

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Öffentlich-Rechtliche in Deutschland:
Mehr Geld, aber nicht fürs Digitalradio

Die Rundfunkgebühren – wer hätte das gedacht? – steigen! Und zwar um 5,56%, von 17,03 auf 17,98 Euro im Monat für Fernsehen. Beim Radio wird von 5,52 auf 5,76 Euro im Monat erhöht. Dafür wird es aber weiter analog rauschen müssen.

Kein Digitalradio
Digitalradio-Vollversorgung ab 2009? Nein, das wurde gestrichen! (Bild: W.D.Roth)

Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hat den höheren Finanzbedarf errechnet. Die KEF ist die Behörde, die zwischen dem Geld, das die GEZ eintreibt, und den Rundfunkanstalten steht und so deren Gebührenhunger bändigen soll. Dass sich die Politik ebenfalls in die Diskussion einschaltet, wie in der letzten Gebührenrunde geschehen, ist dagegen eigentlich nicht vorgesehen. Die Wirksamkeit der KEF als Gebührenbremse wird zwar gerne angezweifelt, doch hat sie schon öfters tatsächlich überzogene Pläne der Rundfunkanstalten gestoppt.

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Startupwiki:
Warum gab’s das nicht schon früher?!

StartupwikiGelegentlich tauchen neue Seiten auf, deren gebotene Leistung man bis dato nicht unbedingt vermisst hat. Und doch fragt man sich anschließend, wie man ohne sie leben konnte. Das Startupwiki könnte so ein Fall sein. Ein Student und ein Absolvent der Universität Eichstätt-Ingolstadt hatten die Idee eines Wikis über Startups und haben diese in den vergangenen Monaten umgesetzt. Ab sofort können Internetunternehmen, Investoren und Interessierte das Startupwiki mit Daten zu Web-Startups füttern oder die Plattform zur Rechere nutzen. Zu den relevanten Informationen für einen Eintrag gehören neben einer kurzen Beschreibung des jeweiligen Dienstes Angaben zu den Funktionen, Kapitalgebern und zum Geschäftsmodell. » weiterlesen

So geht Geist

“Weiß am Zug: Sxf7!?”, titelt heute die Frankfurter Allgemeine Zeitung und setzt damit alle Konkurrenz am Kiosk matt. Schach auf der ersten Seite, wider aller Marktforschung, wider den allgegenwärtigen Trend zum Boulevard.

FAZ-Titelseite 24.1.2008
Titelseite der FAZ am 24. Janaur 2008 (Bild: FAZ.net)

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Spiegel-Verlag:
Verhängnisvolle Affären und machtvolle Mitarbeiter

Donnerstag wurde es bekannt: Das Nachrichtenmagazin Spiegel bekommt eine Doppelspitze. Grund genug für medienlese.com eine Zeitreise durch den Verlag anzutreten, der Deutschland mitprägte und selbst Geschichte schrieb.

Spiegel-Gebäude in Hamburg
Spiegel-Gebäude in Hamburg (Bild cc:bstrasser)

Laut Berichten des Hamburger Abendblatt und der Süddeutschen Zeitung hat die Suche nach einem Nachfolger von Stefan Aust ein Ende gefunden. Georg Mascolo, derzeit Leiter des Berliner Spiegel-Büros, und Onlinechef Mathias Müller von Blumencron übernehmen die Chefredaktion beim Spiegel.

Der Medienrummel um Austs Nachfolge zeigt, dass die Geschichte des Verlags untrennbar mit dem Magazin selbst verbunden ist. Der Spiegel ist mit einer Auflage von knapp über einer Million die größte Wochenzeitung Deutschlands. Wenn man sich die Vita des 60 Jahre alten Printriesen anschaut, wird man den Eindruck nicht los, dass jeder dieser Leser hart erkämpft wurde.

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Folgen der WRC-07 für den Rundfunk:
Was bleibt von der “digitalen Dividende”?

Die World Radiocommunication Conference (WRC) findet alle zwei bis vier Jahre statt. Auf der WRC-07 vom 22. Oktober bis 16. November 2007 sollte unter anderem die “Digitale Dividende”, durch die Digitalisierung des terrestrischen Fernsehens freigewordene Frequenzkapazität, an die Mobilfunkunternehmen verhökert werden. Wie ist dies ausgegangen?

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Veranstaltung im Institut für Rundfunktechnik (IRT) in München-Freimann, rechts: Jan Outters (Bild: W.D.Roth)

Auf einer WRC wird von den Fernmeldeverwaltungen der verschiedenen Staaten weltweit die Verteilung aller Funkfrequenzen beginnend im noch kaum strahlenden KHz-Bereich (Audio) bis hinauf zu 3000 GHz, 3 THz, den Terahertz-Strahlen, dem fernen Infrarot, diskutiert und gegebenenfalls neu verteilt. Große Sorge machten sich die Rundfunkanstalten dabei um eine Neuvergabe des UHF-TV-Spektrums an Mobilfunkinteressenten. Sind sie noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen?

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Stasido MC – kaioos größter Fan?

kaiooStellt euch vor, ihr hättet ein neues Social Network für die breite Masse gegründet und sucht nun nach einer Möglichkeit, im Dschungel der Communities auf euch aufmerksam zu machen. Was würdet ihr tun? Klar, ihr könntet einen 30-sekündigen Spot vor der Tagesschau senden oder Trikotsponsor des FC Bayern werden. Das würde allerdings einiges kosten. Viel besser wäre es, auf virales Marketing zu setzen, z.B. mit einem YouTube-Video, das in irgendeiner kreativen Form auf euer Startup aufmerksam macht. Diesen Weg gehen jedoch viele, von daher entscheidet ihr euch, so richtig zu polarisieren und auch negative Reaktionen in Kauf zu nehmen. Irgendeine Idee? Wie wäre es, direkt den Marktführer anzugreifen, indem ihr ihn und seine Schwächen in künstlerischer, visueller Form bloßstellt? Immerhin gibt es dort am meisten (User) zu holen. » weiterlesen

Warner Music wetzt die Messer und verklagt SeeqPod

SeeqPod
Länger als ein halbes Jahr konnte sich SeeqPod, eine beeindruckende Musiksuchmaschine, die das Netz (sehr erfolgreich) nach MP3-Dateien durchsucht und diese direkt abspielt, ungehindert ausbreiten. Die Frage, ob das Treiben des Dienstes juristisch einwandfrei ist, stand bisher unbeantwortet im Raum. Warner Music Group scheint – wen wundert’s – Einwände gegen die Vorgehensweise der Suchmaschine zu haben und hat SeeqPod verklagt, wie Silicon Alley Insider berichtet. » weiterlesen

Der bitterböse Bohlen

Nathalie ist einfach der Hammer und Bohlens neuer Sidekick Andreas “Bär” Läsker gibt Vollgas. Heute startet “Deutschland sucht den Superstar” in die fünfte Runde – und wir haben zehn fiese Bohlen-Sprüche zum anhören.

Bohlen-Spruch 5/10: “Kelly Family”

Bohlen-Spruch 1/10: “Nachgelassen”

Dieter Bohlen (Bild RTL / Stefan Menne)
Dieter Bohlen: Können diese Augen lügen? (Bild RTL / Stefan Menne)

“Du hast schwach angefangen … und mit der Zeit noch stärker nachgelassen”, so watscht DSDS-Juror Bohlen entrückte Castingnovizen ab. Tjaja. Aber immerhin hört sich Fernsehdeutschland derlei persönliche Seitenhiebe gerne an. Heute startet die fünfte Staffel der Castingshow “Deutschland sucht den Superstar”. Der Richtige scheint also noch immer nicht gefunden zu sein.

Und wenn der Pop-Titan nicht so harsch mit Übergewichtigen und Unhübschen umgehen würde, müssten wir uns ja auch nicht einmischen.

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