Süddeutsche Zeitung:
Bunt bedruckter Baum aus München

Die Süddeutsche macht Schlagzeilen. Dummerweise des Öfteren in anderen Zeitungen statt der eigenen. Und sie gilt seit der Einführung des nächtlichen Ladenschlusses im Online-Forum als rückständig. Zu Unrecht, meint medienlese.com nach einer Woche Offline-Reading.

SZ
Im Gegensatz zur Boulevardpresse keine Titten als Aufmacher

“Du liest die Süddeutsche? Bist Du etwa so ein Linker?” Das bekam man in Bayern jahrelang zu hören – was nicht CSU-nah war und keine Hofberichterstattung machte, mußte links sein und war eines echten Bayern unwürdig.

Das hielt mich jedoch vom Lesen nicht ab. Stattdessen war der Zeitaufwand ein Problem: Wer nicht von Beruf Sohn oder Rentner oder als Pendler täglich über eine Stunde in leeren Zügen unterwegs ist und da nicht schon dienstlich lesen muß, schafft es schlichweg nicht, diese Masse an täglichen Informationen abzuarbeiten.

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Personensuchmaschinen:
yasni gegen 123 people

yasni gegen 123 peopleDrei Monate ist Deutschlands erste Personensuchmaschine yasni nun offiziell online. Nicht zuletzt dank zahlreicher Medienberichte und einer Vorstellung in der ZDF-Sendung Frontal21 kann der Start der Seite als sehr gelungen bezeichnet werden. Nach eigenen Angaben erreichte man bereits die für ein deutschsprachiges Startup beeindruckende Zahl von einer Million verschiedenen Nutzern pro Monat. Bei vielen der Besucher handelt es sich wahrscheinlich “nur” um Neugierige, die von yasni gelesen oder gehört haben und sich nun selbst ein Bild machen wollen. Dennoch, bei dem ein oder anderen User wird der Service sicherlich in den Favoriten landen. » weiterlesen

Ex-Bundesrat Blocher dementiert Beteiligung an der Weltwoche

Christoph Blocher, abgewählter Minister, spricht in seiner wöchentlichen Rede an die Nation über Medien (Video, 18:28 Minuten, Dialekt). Er gibt zu, nicht alleine ein Fernsehgerät einschalten zu können und streitet eine vermutete Beteiligung an der Weltwoche ab. Er liest sie aber jede Woche, und das gründlich.

Ich habe einige interessante Passagen von schweizerdeutsch in deutsch übersetzt, und das ziemlich frei und unvollständig (wer ganz genau wissen will, was er denn jetzt gesagt hat, muss das Video gucken und sich selber eine Meinung bilden).

Das Gespräch mit dem “Alt-Bundesrat” führt, wie jede Woche, Dr. Matthias Ackeret, Journalist und Autor des Buchs “Blocher-Prinzip”:

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Das ZDF macht sich lustig über Videos von Politikern im Internet

Unfreiwillig komisch” heisst der Beitrag des ZDF-Magazins “Frontal 21″ über Politiker, die das Internet entdecken. Die armen Newcomer werden ausgelacht von alten Hasen mit jahrzehntelanger Erfahrung, die dank Gebührengeldern produktionstechnisch stets auf dem neuesten Stand sind.

Angela Merkel Videopodcast
Vorreiter der neuen Berliner Videoschule? (Screenshot ZDF)

Das Werk von Werner Doyé und Andreas Wiemers (youtube.com, Video, 5:45 Minuten) widmet sich den “Medienprofis” (gemeint sind Politiker). Gleich in der Einleitung werden sie “kamerageschulte Medienmeister” und “perfekte Volksfischer” genannt, die aber das volle Mitleid des Moderators geniessen, weil sie “auch im Internet total cool rüber kommen” sollen.

Natürlich ist es legitim, über die SPD zu lachen, die eine Reihe mit Fragen an Kurt Beck veranstaltet und dann gar keine Fragen beantwortet. Und den Videocast von Angela Merkel in Frage zu stellen, der bereits “mehrere 100.000 Euro” (!!!) gekostet haben soll. Und vielleicht ist auch etwas Wahrheit dran, wenn “die geneigte Web-Gemeinde sich” dabei “an skandinavische Filme in Dogma-Manier erinnert”.

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Hörspiele zum Download:
“Lagerfeuer und Schmieröl”

Arbeitslosen-Armee und Flakhelfer-Fantasien: Bernadette La Hengst und Rocko Schamoni haben Hörspiele für den WDR gemacht.

Bernadette LaHengst und Rocko Schamoni
La Hengst und Schamoni (Bilder: Christiane Stephan, Dorle Bahlburg)

Mit den Öffentlich-rechtlichen ist es so eine Sache. Einerseits hat die preisgekrönten Comedy-Serie “Dittsche” gerade ihren angestammten Sendeplatz am Sonntagabend verloren. Andererseits liefen im gebührenfinanzierten Programm jüngst Hörspiele von Bernadette La Hengst und Rocko Schamoni – und die gibt es sogar zum Download. Bevor es Montag also mit dem üblichen Ernst weiter geht, empfehlen wir zur sonntäglichen Entspannung:

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“Facebook-Start lässt deutsche Internetnutzer kalt” – von wegen!

trnd.comSeit einigen Tagen taucht in meinem Google-News-Feed vermehrt die folgende Schlagzeile auf: “Facebook-Start lässt deutsche Internetnutzer kalt”. derStandard.at, TecChannel.de, computerwoche.de, ZDNet.de, wallstreet:online – alle publizierten sie munter und ohne jegliche Korrektur oder redaktionelle Beareitung eine am Freitag von pressetext.austria veröffentlichte Meldung. Die Presseagentur beruft sich auf eine Umfrage der Münchner Mundpropaganda-Spezialisten von trnd.com. Das Unternehmen hatte 978 “trnd-Partner” (im trnd-Netzwerk registrierte Mitglieder, die freiwillig an der Umfrage teilgenommen haben) gefragt, wie sie es finden, dass es von Facebook bald eine deutsche Version gibt. Gut die Hälfte der Befragten bewertet den Deutschland-Start des Social Networks als sehr gut oder gut, 46 Prozent ist es egal, und drei Prozent gefällt dies nicht oder gar nicht (siehe Grafik). » weiterlesen

medienlese – der Wochenrückblick

Klagen, Plagiate, Recherchen bei Wikipedia.

Es wurde geklagt diese Woche. Der Verleger der Gratiszeitung .ch, Sacha Wigdorovits, klagte gegen den SonntagsBlick des Ringier-Verlags. Er warf der Zeitung “zahlreiche Unwahrheiten” vor, “die den Werbemarkt verunsichert haben” sollen und nannte einen Artikel “besonders heimtückisch”.

Der ehemalige Chef der Swissfirst Bank, Thomas Matter, reichte eine Zivilklage über 10 Millionen Franken gegen den NZZ Verlag ein. Die NZZ am Sonntag habe “mehrfach Unwahrheiten” verbreitet. Während sich der Ringier-Verlag demütig zeigte und sich zweifach auf der Titelseite bei Thomas Matter entschuldigte, zeigte der NZZ Verlag kein Entgegenkommen und stellte nun den Antrag, das Verfahren aufzuteilen. Persoenlich.com schreibt: “Die Klage gegen den Verlag soll separat von der Klage gegen die Journalisten behandelt werden.” Die beiden Journalisten, Charlotte Jacquemart und Daniel Hug, gewannen für ihre Berichterstattung zum Fall den Zürcher Journalistenpreis 2007 und damit 7000 Franken. Das neuste Gerücht lautet nun, dass Thomas Matter als Grossaktionär bei der NZZ eingestiegen sei.

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Wir lesen den Spiegel

Sehnsucht nach einem neuen Amerika unter Barack Obama, John McCain fordert mehr deutsche Soldaten für Afghanistan und Jonathan Littell über seinen Holocaust-Roman “Die Wohlgesinnten”

Von Frank Fischer

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Gibt es eigentlich außer Oliver Gehrs niemanden, der einen auf den aktuellen Spiegel vorbereitet? Wir haben vorgelesen und stellen Bemerkenswertes aus der aktuellen Ausgabe (Heft 7/08) vor. Eine ausführlichere Zusammenfassung präsentiert der “Umblätterer”.

Titelgeschichte

Schwarzenegger-Spezialist Marc Hujer und Klaus Brinkbäumer schreiben über “Barack Obama und die Sehnsucht nach einem neuen Amerika” (Seite 88-98). Sie fragen, ob Obama (“ein politischer Poet, ein Menschenfänger”) es ernst meint mit der angekündigten “Politik von unten”, ob seine mögliche Präsidentschaft tatsächlich eine historische Wende à la Roosevelt und dessen New Deal einleiten könne.

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claimID:
Sieht so das Social Network der Zukunft aus?

Die heutigen Social Networks (Facebook, Myspace, StudiVZ etc.) haben eine ganze Reihe von Problemen

: Sie sind zum Beispiel weitgehend geschlossen, d.h. mein Profil ist meistens nur für Mitglieder einsehbar. Ausserdem machen es einem die Networks schwer, seine Daten wieder abzuziehen. Und: Die Integration anderer Quellen für Fotos, Videos etc. ist meistens kompliziert oder gar nicht möglich.

Mit anderen Worten: Die heutigen Social Networks sind “Walled Gardens”, vergleichbar mit AOL, Compuserve oder MSN in der ersten Web-Welle. Und wir wissen alle, was aus diesen Playern geworden ist: Compuserve ist verschwunden, AOL ist nur noch ein Schatten seiner selbst, und Microsoft muss für viel Geld Yahoo kaufen, um sein kümmerliches Internetgeschäft zu stützen. Gewonnen haben die Player, die konsequent auf Offenheit gesetzt haben, allen voran Google. » weiterlesen

Umfrageergebnisse:
So nutzen 2650 User aus Deutschland Social Networks

Wie berichtet, haben Mitglieder der «Forschungsgruppe Kooperationssysteme» der Universität der Bundeswehr München in den vergangenen zwei Monaten eine Online-Umfrage zur privaten Nutzung von Social Networks in Deutschland durchgeführt. Das Projektteam befindet sich seit einer Woche in der Auswertungsphase und hat gestern ausgewählte Ergebnisse per Mail verschickt. 2650 vollständig ausgefüllte Online-Fragebögen wurden gesammelt, was ein beachtliches Resultat ist. Damit existiert erstmalig eine nicht kommerzielle, unabhängige und umfassende Studie zur Social-Networking-Nutzung in Deutschland. Diese ist zwar nicht repräsentativ, aber ihre Teilnehmerzahl groß genug, um die gewonnen Erkenntnisse als eindeutige Tendenzen gelten lassen zu können.

Ab Freitag, 15. Februar 2008, werden die ausführlichen Resultate der Untersuchung auf der Website der Forschungsgruppe Kooperationssysteme München in mehreren Phasen veröffentlicht. Aus der vorab in Umlauf gebrachten Zusammenfassung habe ich mir die interessantesten Punkte herausgepickt, die ich im Folgenden vorstelle. » weiterlesen

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