TV-Formate:
Kanal global

Kein Mut, kein Geld, keine Ideen: Deutsche Fernsehmacher punkten selten mit eigenen Formaten. Kaum eine Sendung hat nicht ein amerikanisches oder britisches Vorbild – doch langsam ist alles kopiert, was Erfolg versprechen könnte. Kommt jetzt die televisionäre Emanzipation?

Dittsche (Bild Keystone)
Dittsche: Innovation als Ausnahme (Bild Keystone)

Eingekauft oder kopiert: Fernsehdeutschland sitzt vor einer Endlosschleife globaler TV-Formate. Sie heißen ?Wer wird Millionär?, ?Deutschland sucht den Superstar?, ?Germany`s Next Topmodel?, ?Big Brother?, ?Let`s Dance? oder ?Deal oder No Deal?.

Sie alle wurden nicht in Deutschland entwickelt. Ein Großteil der Formate kommt aus Großbritannien und den USA, dort wird kreativ geschaffen, erfunden, ausprobiert. Anschließend werden die Formate im Ausland vermarktet. Der Fernsehmarkt wird zunehmend globaler. Vorteil für die Einkäufer: Sie kaufen ein bewährtes Produkt, sie müssen nicht selber Geld in die Entwicklung stecken.

Global heißt aber nicht multikulturell. Und das ist das Erfolgsgeheimnis: Es geht in den Formaten um Entblößung und um knallharten Wettbewerb, weniger um kulturelle Gepflogenheiten.

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Economist über Social Networks:
Tolle Sache, aber kein Geschäft

Schon öfters habe ich in diesem Blog die Meinung vertreten (hier, hier, hier oder hier), dass Social Networks wie Facebook und Myspace zwar eine tolle Sache sind, aber nicht das gigantische geschäftliche Potential haben, das ihnen immer noch zugeschrieben wird.

Da freut es einen doch, wenn eine renommierte Zeitschrift wie der Economist der gleichen Meinung ist. Der bringt es in seiner neusten Ausgabe auf den Punkt:

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Was kommt nach der Online-Werbung?

Kein Zweifel: Wir leben in der Dekade der Online-Werbung.

Seit dem Jahrtausendwechsel haben sich Werbebanner und Suchmaschinenwerbung vom Nischenphänomen zu einem essentiellen Teil jedes anständigen Mediaplans entwickelt. Die weltweiten Umsätze mit Online-Werbung sind in nur acht Jahren gewachsen von $5.4 Mia. (1999) auf $45 Mia. (2007; Quelle: eMarketer). Google als das wohl erfolgreichste Startup aller Zeiten hat seinen wirtschaftlichen Aufstieg der Online-Werbung zu verdanken. Und die meisten Web-2.0-Businesspläne basieren fast ausschliesslich auf Werbeeinnahmen.

Aber in letzter Zeit melden sich verschiedene Zweifler (z.B. Esther Dyson, John Hagel, Matthew Creamer), die nicht daran glauben, dass die Online-Werbung einfach so weiter explodieren wird.

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Worum dreht sich der Hype um die semantische Suche von Yahoo eigentlich genau?

Yahoo Die Ankündigung von Yahoo, in Kürze semantische Inhalte in den Ergebnissen ihrer Suche aufzubereiten, hat in den englischsprachigen A-Blogs wahrlich eine kleine Welle von Euphoriestürmen ausgelöst. TechCrunch etwa sprach davon, dass man nun davon ausgehen könne, dass sich das Web jetzt in Windeseile selbst organisieren werde. ReadWriteWeb krönte die Nerds und sah sich in seiner Prognose bestätigt, dass 2008 das Jahr des semantischen Webs werde. Aber rechtfertigt die Ankündigung von Yahoo wirklich eine derartige Welle der Begeisterung?

Tatsächlich könnte die Unterstützung von semantischen Formaten durch die großen Suchmaschinenanbieter der entscheidende Anstoß sein, der den Stein ins Rollen bringt und das Thema semantische Web endgültig massenkompatibel macht. Derzeit mangelt es einfach noch an einer wirklichen Killer-Applikation, welche die wahren Vorteile der neuen Technologie aufzeigt. Das ist auch der Grund, warum die Anwendung von semantischen Web-Standards wie RDF derzeit noch mehr als verhalten erfolgt, von einigen wenigen Idealisten und technologischen Vorreitern mal abgesehen. Das klassische Henne-Ei-Problem eben. » weiterlesen

Heute keine Zeitung

Es passiert nicht weniger, doch auf die gedruckte Zeitung muss heute verzichtet werden: Karfreitag. Feiertag, die Läden geschlossen, die Zeitung erst am Sonnabend wieder. Wie ist so ein Tag ohne Zeitung? Fehlt da nicht was?

DiskussionWas wäre, wenn es plötzlich keine Tageszeitung geben würde? Ist Print so tot, wie Steffen Büffel es behauptet? Stehen der gedruckten Qualitätspresse goldene Zeiten bevor, angesichts der ständig fließenden Online-Meldungen? Oder reicht die Informationsflut der Nachrichtenportale aus, bleibt nur Platz für Zeitschriften und wöchentlich erscheinende Zeitungen? Wer liest eigentlich noch eine Tageszeitung?

Wir möchten von unseren medienlese.com-Lesern wissen: Fehlt heute nicht etwas? Und natürlich sind auch alle Zeitungsredakteure eingeladen, sich an der Diskussion zu beteiligen und eine Lanze für ihr Produkt zu brechen. Wenn sie mögen.

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Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Billige Blogger gesucht

“This is a real opportunity to make good money”: Für Blogger gibt es im englischsprachigen Raum jede Menge Angebote, mit dem Schreiben ins Internet Geld zu verdienen. Einige davon sogar seriös. Eine neue Seite sammelt jetzt Bloggerjobs auf Deutsch.

Auf der Seite bloggerjobs.biz ist ordentlich was los: Diverse Netzwerke suchen nach billigen Contentlieferanten, mit Investorengeld gefütterte Startups suchen echte Online-Journalisten, journalistische Angebote brauchen Verstärkung und Hobbyblogger verkaufen ihre Seele und dienen sich der PR-Bande an.

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Mit Dropbox Dateien im Web ablegen, synchronisieren und teilen

DropboxDas Hosting von Dateien ist ein trockenes Thema. Zwar kommt fast jeder Internetnutzer früher oder später in eine Situation, in der er Dateien von verschiedenen Computern aus erreichen will oder anderen Personen zugänglich machen möchte, aber letztlich ist der Prozess nur Mittel zum Zweck und wenig aufregend. Zudem funktioniert der von der Schar der Anbieter versprochene, komfortable Transfer kleiner und großer Dateien meist nicht so reibungslos, wie man sich das erhofft. Irgendein Haken findet sich immer, seien es störende Begrenzungen von Speicherplatz, Dateigröße oder Datentransfer, langsame Up- bzw. Downloads oder belästigende Werbung bzw. eine unübersichtliche Oberfläche. Nicht selten zieht man am Ende doch den wenig effizienten Transfer per E-Mail, Instant Messenger oder USB-Stick vor – zumindest dann, wenn Personen ohne fortgeschrittene Weberfahrung und mit begrenzter Geduld involviert sind. » weiterlesen

Inhalt war gestern:
Die Contentlieferanten

Dieses Wort hat es in sich. Wer den Begriff Contentlieferanten verwendet, degradiert Autoren nicht selten zu bloßen Erfüllungsgehilfen seiner Anzeigenabteilung.

Content (Bild Keystone)
Content? (Bild Keystone)

Irgendwann in den 90er-Jahren ging es los: Statt von ‘Medieninhalten‘ sprachen Menschen, die sich als besonders hip und nerdig verstanden, plötzlich vom ‘Content’ eines Mediums, womit sie die Text-, Sprach- und Bildinhalte meinten. Und aus Blogs und Wikis wurden ‘Content Management Systeme‘.

Gut – könnte man sagen – das kennen wir ja: Das ist die überdrehte Sprache einer technischen Avantgarde, die sich kein Butterbrot mehr in den Rachen stopfen kann, ohne lauthals von ‘Fingerfood’ zu schwätzen. Dann aber kam das Marketing dahergeschlendert, jene geldnasigen Schnüffels mit den flinken Augen also, die hier, in der Neusprachlichkeit, lukrative Geschäftsmodelle witterten. Denn jedes Wort, das wissen sie schließlich am besten, verändert die Welt. Daher ihr unaufhörliches, marketing-typisches Neu-Babbelonisch, ‘damit nicht gleich ersichtlich sei, wo irgendein Profit dabei‘.

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Magazin-Kunst:
Alles auf einer Seite

Wenn sich Joseph Ernst ein Magazin vornimmt, bleibt nicht viel übrig. Ganze Zeitschriften reduziert der Künstler auf die Werbeanzeigen oder Überschriften einer Ausgabe, die er auf einer einzigen Seite montiert.

One Page Magazine (Bild Joseph Ernst)
One Page Magazine: Nur das Wesentliche (Bilder © Joseph Ernst)

Sieben Magazine hat Joseph Ernst gestaltet – seine Ausgabe der Time zeigt alle Überschriften eines Hefts auf einer Seite versammelt, an der gleichen Position wie im kompletten Heft. Bei National Geographic und Wired sind es alle Werbeanzeigen auf einer Seite, bei Hello! die Namen der Stars und Sternchen.

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NEON.de – gegen den Community-Einheitsbrei

Obwohl die (rein gefühlte) Frequenz in letzter Zeit etwas abgenommen hat, so erreichen uns doch nahezu täglich Meldungen über neu gegründete Communitys. Wirft man dann jedoch einen Blick auf die Seiten, kann man 90 Prozent schnell und ohne weiteres in die Kategorie Facebook-Klon Nr. 1045 einordnen und für immer vergessen. Diese Emsigkeit und Einfalt im Kopieren von neuen Diensten hat im letzten Jahr sogar kurzzeitig dazu geführt, dass Deutschland den Ruf als Kopierer-Nation weg hatte.

Dennoch gibt es hierzulande Communitys, die – vom Radar der Blogosphäre nahezu unbeobachtet – friedlich vor sich hin existieren und trotzdem über durchwegs interessante Funktionen und Konzepte verfügen, die es sich lohnt, genauer unter die Lupe zu nehmen. Eine solche Community ist NEON.de, die ich deshalb hier mal als Beispiel herauspicken und vorstellen möchte.

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