Blogsuchmaschine blogato:
wirklich gut gemacht!

blogatoVor knapp zwei Monaten ging die deutsche Blogsuchmaschine blogato ins Netz. Ich schrieb damals nicht darüber, da ich erst einmal abwarten wollte, wie sich der Service entwickelt. In letzter Zeit habe ich blogato recht häufig verwendet und nun ist es Zeit für ein erstes Fazit. blogato durchsucht ausgewählte deutschsprachige Blogs. Um in den Index aufgenommen zu werden, muss ein Blog bestimmte Qualitätskriterien erfüllen, die vom Team der Seite überprüft werden. Dazu gehören Relevanz, Aktualität und Fairness. Jeder gefundene Blogbeitrag kann außerdem von den Nutzern bewertet werden, was sich bei einer Suche auf die Trefferliste auswirken kann (diese Funktion wird derzeit noch so gut wie gar nicht genutzt). » weiterlesen

Das Zeitalter des Fast-Gratis-PCs

Drei interessante Ereignisse in der PC-Branche

sind in den letzten zwei Wochen zusammen aufgetreten:

1. Asus startete den Verkauf seines neuen Billigst-Laptops “EEE PC”. Für gerade mal knapp 400 Dollar bietet dieser Winzling kompakte PC-Funktionalität für unterwegs.

2. Die Einzelhandelskette Walmart brachte ihren 200-Dollar-Desktop-PCs “Everex TC2502 Green PC” in die Läden. In nur zwei Wochen war das Gerät schon ausverkauft.

3. Das Projekt “One Laptop per Child” (OLPC; auch bekannt als “100-Dollar-Laptop”) startete seine Kampagne “Give one, get one”, mit der sich Kunden in westlichen Ländern einen der innovativen Billig-Laptops sichern können, wenn sie dafür ein weiteres Gerät für ein Kind in der dritten Welt stiften. Preis für zwei Geräte: 400 Dollars.

Allen drei Projekten gemeinsam ist das Betriebssystem: Linux. Und zwar handelt es sich nicht um Standard-Linux-Distributionen, sondern um modifizierte Varianten, die besonders einfach zu bedienen sein sollen.

Ebenso wenden sich die drei Produkte nicht an “normale” PC-User, sondern explizit an Einsteiger. Der Asus EEE wird wohl am ehesten Freunde finden unter Leuten, die sich bisher keinen teuren Laptop leisten konnten oder wollten. Der Walmart-PC soll ebenfalls an sparsame Einsteiger gehen, und der OLPC soll an Kinder in der dritten Welt verteilt werden.

Zwei Entwicklungen machen das möglich: Einerseits die immer billiger werdende Hardware, deren Entwicklung immer noch Moore’s Law folgt. Andererseits Open Source Software, die sechzehn Jahre nach der ersten Linux-Version inzwischen eine Leistungsfähigkeit, Stabilität und Benutzerfreundlichkeit erreicht hat, die auch Durchschnittsuser überzeugen kann.

Die Leistung dieser Billigstgeräte ist beinahe vergleichbar mit einem Standard-PC im Jahr 2000 — zu weniger als einem Zehntel des Preises. Viel klarer kann man sich die rasante Entwicklung der PC-Technologie kaum vor Augen führen.

Während im High-End von Vista und Mac OS X eine gewisse Ratlosigkeit darüber herrscht, was man den Usern denn in Betriebssystem-Upgrades noch Neues bieten könnte, spriesst am unteren Ende der Skala die Kreativität. Und das könnte ein paar interessante Konsequenzen haben:

Erstens werden PCs dadurch endlich für sehr viel grössere Zielgruppen auf der ganzen Welt erschwinglich und benutzbar. Auch Videorekorder, DVD-Player und Mobiltelefone erreichten die breite Masse erst, als sie in diese Preisregionen absanken.

Zweitens wird dieser Trend in der westlichen Welt wahrscheinlich das bisher immer noch vorherrschende Modell “Ein PC pro Haushalt” bei den Heim-PCs durchbrechen (Beispiel: In der Schweiz gibt es 3.11 Mio. Haushalte und nach neusten Schätzungen etwa 3.03 Mio Heim-PCs. 76% der Haushalte haben einen PC). Eine Maschine für 200 Dollar=137 Euro ist keine Anschaffung mehr, die man von langer Hand planen muss, sondern beinahe schon ein Impulskauf. Genau wie bei Fernsehern oder Mobiltelefonen wird der Trend dahin gehen, dass fast jedes Familienmitglied einen PC hat. Und viele Leute — nicht nur Geeks — werden natürlich gleich mehrere Geräte für sich selbst benutzen.

Drittens dürfte sich das seit eineinhalb Jahrzehnten dominierende Windows-Einerlei dadurch verstärkt aufbrechen. Webbasierte Dienste werden deutlich attraktiver, wenn man auf mehreren Maschinen arbeitet. Und dadurch wird es für viele Anwendungen immer unwichtiger, was für ein Betriebssystem man verwendet. Die PC-Branche dürfte sich dadurch nach der Konsolidierung der letzten Jahre wieder stärker ausdifferenzieren.

Insgesamt: Der PC wird immer mehr vom Investitionsgut zum alltäglichen Konsumgut. Und das dürfte die Spielregeln wieder einmal kräftig ändern.

Wie das Web 2.0 für Film-Empfehlungen nutzen?

Wie das Web 2.0 für Film-Empfehlungen nutzenGestern Abend wollte ich mir einen Film per Video-on-Demand anschauen. Das Angebot an verfügbaren Diensten und Filmen ist ja mittlerweile recht umfangreich. Tatsächlich ist es sogar so groß, dass einem die Auswahl nicht gerade leicht fällt. Am Ende entschied ich mich dummerweise für einen Film, der sich schon nach zehn Minuten als absoluter Flop herausstellte. Ausnahmsweise verzichtete ich darauf, mir vorher bei IMDb die Bewertung des Streifens anzuschauen, was sich sofort rächte. Das brachte mich zu der Frage: Welche Web-2.0-Dienste gibt es eigentlich, die einem dabei helfen, zum persönlichen Geschmack passende Filme zu finden? Social Music Communities, die basierend auf den Hörgewöhnheiten Musik empfehlen, findet man wie Sand am Meer. Doch wie sieht es mit Filmen aus? Während fünf Minuten für einen schlechte Song zu verkraften sind, tut das Opfern von zwei Stunden für einen langweiligen Film schon weh. » weiterlesen

“Wem gehört das Internet?”:
20 Jahre alternative Online-Geschichte

Wem gehört das Internet?“, so fragte ein Kongreß in München anläßlich des 20-jährigen Bestehens der ehemaligen Mailbox Link-M. Denen, die es einst groß gemacht haben, jedenfalls schon lange nicht mehr, doch das war auch nie ihr Ziel.

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Padeluun und Rena Tangens – heute bekannt für ihre Kritik an unkontrollierter Datenerfassung und -speicherung, mit Aktionen und Veröffentlichungen gegen RFID, Vorratsdatenspeicherung und die Organisation des Big Brother Awards Deutschland, doch schon im Mailbox-Zeitalter mit der Bionic-Mailbox online .(Bild: W.D.Roth)

Es klingt aus heutiger Sicht kurios: Alternative, “rot-grün-bunte” Datennetzenetze? Waren in Deutschland doch “Grüne” und auch “Rote” doch eher als Technikfeinde bekannt, nur “Braune” machten und machen bis heute immer wieder mit rechtsradikalen Online-Aktivitäten von sich reden und sind neben Online-Pornos ein willkommenes Argument, eine Netz-Zensur und ein vom Rest des WWW abgekoppeltes “Deutschnet” einzuführen.

Doch die Geschichte der Online-Bewegung verlief anders. In den frühen Jahren, in denen technisch interessierte “Spinner” die ersten Datennetze aufbauten und dafür oft genug mit dem Gesetz in Konflikt gerieten, weil sie die noch verbotenen amerikanischen Modems mit Wählfähigkeit statt langsamer 300-Baud-Akustikkoppler verwendeten, war ein gewisses politisches Engagement und eine Abneigung gegen die Behörden zwar nicht Voraussetzung, aber spätestens nach der ersten Hausdurchsuchung eine fast zwangsläufige Folge der digitalen Aktivitäten.

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medienlese – der Wochenrückblick

Häschenwitze, Web2.0 Gral, Unschuld, Ho-Ho-Ho!

EILMELDUNG: Stefan Aust verläßt TITANIC” – titelte das Nachrichtenmagazin Titanic über den Abgang ihres Chefredakteurs. Als Nachfolger im Gespräch seien “Helmut Markwort (‘Die hundert besten Häschenwitze’) und Helmut Lotti (‘Es fährt ein Schiff nach nirgendwo’)”. Das ist natürlich Blödsinn, denn es waren die Gesellschafter des SPIEGEL-Verlags, die einvernehmlich auf Initiative der Mitarbeiter KG beschlossen, den Vertrag von Stefan Aust nicht zu verlängern. Über seine Zukunft werden derweil bereits Wetten abgeschlossen.

Nicht verwetten, aber ersteigern kann man eine Flasche Apollinaris-Wasser, an der Web-2.0-Mensch Tim O’Reilly an der Web-2.0-Expo in Berlin seine Lippen netzte. Aktuelles Gebot: 25,50 Euro.

NZZ-Chefredakor Markus Spillmann machte sich Gedanken, ob er in deutscher Sprache weiterhin Leser erreichen kann. In seiner eigenen Zeitung wurde er so zitiert, indirekt: “Man müsse sich ernsthaft Gedanken machen, wie man eine an sich qualitätsaffine Kundschaft, die nicht in Deutsch kommuniziere, erreichen könne.”

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Facebook-Werbung:
Rätsel über Rätsel

Je länger ich mich mit Facebook-Werbung beschäftige, um so rätselhafter wird das ganze. Angeblich hat Facebook ja jetzt gaaaanz tolle Werbetechnologie eingeführt, die Werbung nur noch ganz, ganz zielgerichtet ausliefert. Anders kann man die utopische Bewertung von $15 Mia. wohl auch kaum rechtfertigen.

Aber wie sieht das in der Praxis aus? Da logge ich mich heute ein und bekomme folgende Werbung angezeigt:

Facebook Ads

Gut, Orangensaft ist immer prima. Aber ob ich Chemotherapie für Brustkrebs brauche, weiss ich hingegen nicht genau. Für ein “Nursing Home” (Altersheim) bin ich hingegen wohl noch deutlich zu jung, und dass ich einen Familienurlaub bei Disney buchen wollen könnte, glaube ich mangels Kindern auch nicht so recht. » weiterlesen

Fernsehen aus der Zeitschrift

Um sich von der Billigkonkurrenz abzugrenzen setzt TV Movie auf frische Optik und angepasste Heftstruktur. Soweit keine Nachricht, wären da nicht die ?Promotionen?, Anzeigen im redaktionellen Layout.

Mehr als neun Millionen verkaufte Hefte jeden Monat: Noch stellen Fernsehzeitschriften das größte Segment im Zeitschriftenmarkt. Gleichzeitig sinken die Auflagen und Umsätze vieler einzelner Titel, denn immer neue Hefte drängen auf den übersättigten Markt. Zuletzt eine ganze Ramschkiste billiger Heftchen im Taschenbuch-Format. Den Verdrängungswettbewerb der Klonkrieger spürt man auch bei der TV Movie. Im ersten Quartal wurde ein Umsatzrückgang um 2 Millionen Euro verzeichnet, im November landete das Blatt bei kress unter den Top-5-Verlierern.
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Wird kaioo das soziale und offene Social Network, auf das alle warten?

kaiooEines der im Zusammenhang mit dem Web 2.0 am häufigsten auftretenden Adjektive ist “sozial”. Das Web 2.0 ist sozial, weil es Leute miteinander kommunizieren und interagieren lässt. Mit Fürsorglichkeit und dem Wohl der Anderen allerdings hat das nicht viel zu tun. Soziale Netzwerke sind genauso gewinnorientiert wie der Fleischer um die Ecke, wie Einzelhandelsketten, Banken und Industriebetriebe. Mit kaioo steht nun ein Social Network in den Startlöchern, das den “sozial”-Begriff wortwörtlich nimmt und als gemeinnützige Plattform auftritt, deren Gewinne komplett für gute Zwecke gespendet werden. Angesichts der Masse existierender Communities und des sehr visionären Vorhabens war ich zuerst skeptisch, als ich heute bei internet.com von kaioo las. Doch mittlerweile scheint es mir so, als handelt es sich um ein durchdachtes, ernsthaftes Projekt mit echtem Potential. » weiterlesen

Gerücht der Woche:
Konkurrenz für MySpace, Facebook und Co. aus unerwarteter Richtung?

Social Networking ist weiterhin ein ganz, ganz heisses Thema. Die Jubel-Meldungen häufen sich weiter: Teenager benutzen keine e-Mail mehr, sondern socialnetworken nur noch! LinkedIn wächst noch schneller als Facebook! XING macht bald Werbung! Und so weiter.

Die neuste Meldung dürfte für Unruhe in der Branche sorgen: Kein Geringerer als Wikipedia-Gründer Jimmy Wales hat heute bei einem obskuren Treffen in Südafrika einen Screenshot seines neusten Projektes gezeigt. Bisher ging man davon aus, dass es sich bei dem Projekt um eine Art Suchmaschine handelt.

Was Wales jetzt aber zeigte, sieht nach was anderem aus:

Wales
Verdächtig ähnlich wie eine Facebook-Profilseite, irgendwie. Könnte es etwa sein, dass Wales ein offenes Social Network plant? In der Luft liegt so was derzeit ja durchaus.

In dem Zusammenhang ist auch interessant, dass die Wikimedia-Foundation demnächst nach San Francisco umziehen wird, wo die VCs derzeit mit Geldbündeln nach allem werfen, was nach Social Network aussieht. Kein Zweifel: Ein Social Network aus dem Hause Wikipedia hätte Sprengkraft. Schliesslich gehört Wikipedia in den meisten Ländern zu den Top-10-Websites, während die Social-Network-Szene weiterhin sehr fragmentiert ist.

Jimmy Wales versucht bereits, die Gerüchte zu entkräften und äusserte sich in einem Interview folgendermassen:

[Interviewer]: Is this really supposed to be a Facebook/Google-killer?
JW: I have no idea, honestly. We’re just having fun right now. The main thing is we’re looking to see if we can create free open software that allows people to do better quality searches.

Na, dann ist ja gut. Das wird die Facebook-Konzernzentrale sicher sehr beruhigen.

Mister Wong versteigert den heiligen Web-2.0-Gral

Vielleicht habt ihr das Foto schon gesehen: Tim O’Reilly, Erfinder des Web-2.0-Begriffs, beim Durstlöschen in der Lounge von Mister Wong auf der Web 2.0 Expo vergangene Woche in Berlin:

Das Mister-Wong-Team hat die Wasserflasche, die dabei geleert wurde, kurzerhand zum heiligen Web-2.0-Gral erhoben und versteigert sie nun auf eBay. Die Einnahmen gehen komplett an UNICEFs safe water campaign, die Publicity an Mister Wong. Wer weiß, unter welchem Weihnachtsbaum diese Flasche am 24. Dezember liegen wird…?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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