Nochmal Blogger vs. Journalisten:
It’s not the form, stupid!

Auch wenn jedes Medium seine Vor- und Nachteile hat: Immer noch herrscht Streit zwischen Bloggern und Journalisten. Doch es wäre besser, wenn sich die Liebhaber von bemerkenswerten Inhalten gegenseitig fördern würden, statt sich zu bekriegen.

In einem Blogkommentar las ich diese Woche, medienlese.com pflege einen lächerlichen Hass gegenüber den “bösen Printmedien”. Was mich betrifft, möchte ich das dementieren. Ich liebe und hasse vieles, wenn der Tag lang ist, aber warum sollte ich etwas der Form wegen hassen? Jede Form hat ihre Vor- und Nachteile.

Ich liebe es zum Beispiel, in einem Sessel ein Print-Magazin durchzublättern, hasse es aber, wenn ich ein Zitat daraus abtippen muss, statt wie wie am Laptop Ctrl + C zu drücken und es woanders einzufügen.
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Das «Sünneli der SVP» und die dreckigen Stallfenster

Die Radiosendung «Echo der Zeit» hat eine sehr schöne Geschichte auf den Leserbriefseiten des Schweizer Bauer entdeckt. Es geht vordergründig um Stallfenster, Güllelöcher und Geranien, in Wirklichkeit aber um den Zustand der Schweizer Volkspartei (SVP).

(Für ausländische Leser kurz die Vorstellung der Charaktere: Toni Brunner ist Ostschweizer, Bauer, seit Jahren der Jungstar der SVP und seit einigen Wochen Präsident der Landespartei. Samuel Schmid ist Berner, Mitglied der Landesregierung als Verteidigungsminister, zwar auch SVP-Mitglied, aber schon seit Jahren in Ungnade gefallen, weil er deutlich abseits der Parteilinie steht, dies erst recht, seit er sich im letzten Dezember über die Abwahl seines Parteikollegen Christoph Blocher einigermassen unverhohlen gefreut hat. Vermutlich ist er die zweitmeistgehasste Person der Partei nach Neu-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf.)

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Olympische Fackel in San Francisco:
Das chinesische PR-Paradox

Die Stadtverwaltung in San Francisco hat den Olympischen Fackellauf “ohne Zwischenfälle” über die Bühne gebracht. Oder vielmehr an der Bühne vorbei: In einer Grotesken sondergleichen mied die Karawane, Haken schlagend, jegliches Publikum.

Mehr Cops als was anderes

Mehr Cops als was anderes

Irgendwas ist ganz gewaltig schiefgelaufen, wenn eine PR-Aktion vom pompösen Ausmass des olympischen Fackellaufs das stundenlang wartende, mehrtausendköpfige Publikum meidet wie der Teufel das Weihwasser. Genau das ist gestern in San Francisco passiert. Die längst zum politischen Spiessrutenlauf für die chinesische Regierung verkommene und von offiziöser Seite der Handelspartner nur noch mit zusammengebissenen Zähnen geförderte Werbeaktion strebte nach möglichst wenig “Relations” zu jenem Teil der Öffentlichkeit, der in den Strassen seine Meinung kundtut – statt nur brav vor dem Fernseher zu hocken.

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wer-kennt-wen.de gewinnt fast eine halbe Million Mitglieder pro Monat

WKWAls ich am 29. Februar Details zur Beteiligung von RTL am angesagten Social Network wer-kennt-wen.de (WKW) veröffentliche, war das nicht nur erfreulich, weil ich diese Informationen exklusiv hatte, sondern auch, weil der Beitrag innerhalb kürzester Zeit zu den am meisten gelesenen bei zweinull.cc avancierte. Tag für Tag landen viele Nutzer hier, die bei Google nach wer-kennt-wen.de suchen. Besonders groß ist der Andrang, wenn WKW wieder einmal überlastet und nicht erreichbar ist. Der beachtliche Traffic, den eine gute Platzierung in den Suchresultaten zu WKW nach sich zieht, ist ein weiterer Beweis für die enorme Popularität, über die sich das 2006 gegründete soziale Netzwerk seit einigen Monaten freuen kann. » weiterlesen

Nette Idee:
Gründerszene wird Quasi-Presseportal für das Web 2.0

GründerszeneGründerszene, das 2006 von Spreadshirt-Gründer Lukasz Gadowski gestartete Portal und Blog rund um die deutsche Startup-Szene, hat sich einem Relaunch unterzogen und dabei aus einem inflationär eingesetzten Konzept eine recht innovative Idee entwickelt: Das neue Gründerszene wird nicht mehr nur News und Berichte rund um deutsche Webstartups veröffentlichen, sondern fungiert ab sofort auch als Nachrichtenportal für von Lesern und Unternehmen eingetragene Meldungen, natürlich inklusive Votingfunktion. Was im ersten Moment vielleicht zum Gähnen anregt, ist in Wirklichkeit eine gute Idee: Bereits jetzt finden sich eine Reihe interessanter Pressemitteilungen aus dem Web-2.0-Sektor im frisch gestarteten Newsbereich der Gründerszene. » weiterlesen

Pulitzerpreis:
Bilder vom Sterben

Ein erschossener Journalist und eine an Krebs sterbende Mutter: Für diese Aufnahmen geht der Pulitzerpreis 2008 in den Foto-Kategorien an Adrees Latif und Preston Gannaway.


Dieses Reuters-Bild von Adrees Latif ist der Gewinner des Pulitzerpreis in der Kategorie Breaking News. Es zeigt den getöteten Videojournalisten Kenji Nagai während der Proteste in Myanmar am 27. September 2007. (Bild Keystone)

Über die Agenturen laufen Bilder des Jubels: Die Columbia University gab die Gewinner des Pulitzerpreises 2008 bekannt. In den Redaktionen fielen sich die Gewinner des renommiertesten Journalistenpreises der USA in die Arme. Vor allem die Mitarbeiter der Washington Post hatten zu feiern, sechs Preise erhielten Reporter und Redakteure der Zeitung. Der Pulitzerpreis wird seit 1917 in derzeit 21 Kategorien verliehen.

Neben den jubelnden Journalisten fallen die drei Gewinner-Fotos besonders auf. Denn die Sieger in den Foto-Kategorien “Breaking News Photography” und “Feature Photography” zeigen bedrückende Aufnahmen vom Tod.

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New York Times:
Rezeption Glückssache

Was für ein Zitat: “If the news is that important, it will find me.” Aber Journalisten, Blogger und Netzberater hätten den zugehörigen Artikel in der New York Times ruhig lesen können. Stattdessen macht nur das Zitat die Runde und jeder liest, was er herauslesen möchte.

New York Times

New York Times


Web 2.0: Auch die New York Times wandelt sich (Bild Keystone)

Niemand weiß, was aus einem Artikel wird, erblickt er erst einmal das Licht der Öffentlichkeit. So erging es auch jenem Artikel aus der New York Times vom 27. März, in dem sich jener Satz fand; der bei vielen Medienjournalisten für Furore sorgte: “If the news is that important, it will find me“, hieß es dort aus dem Mund eines pubertierenden Netzbewohners. Dieser Satz sollte das typische Rezeptionsverhalten der jungen Generation illustrieren, einer – so schien es – ‘Abhänger-Generation’, die im Grunde ihre Information zukünftig ans Bett serviert bekommen möchte. Überall folgten daraufhin die genreüblichen Abgesänge auf den alten Pull-Journalismus (oder aber die empörten Proteste dagegen). Blogpolitisch zum Beispiel so:

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Amazons Autovermietung gegen Googles Paketdienst

Aufregung in der Web-Entwickler-Szene: Google stellte gestern seinen neuen Dienst Google App Engine vor. Dank dieser neuen Plattform können Entwickler ihre Web-Applikationen auf Googles legendär skalierbarer Infrastruktur laufen lassen.

Auf den ersten Blick sieht das nach direkter Konkurrenz zu Amazons schon länger bestehenden Web Services aus, die ähnliche Funktionalität bieten.

Ist es aber nicht. Oder zumindest noch nicht.

Ich verwende in meinem eigenen aktuellen Startup-Projekt Amazons Dienste jeden Tag intensiv und habe mir heute natürlich gleich Googles neuste Plattform sehr genau angeschaut. Beide Firmen bieten beeindruckende Leistungen, die die IT-Welt revolutionieren werden, verfolgen aber einen grundlegend anderen Ansatz.

Um eine Metapher aus der Logistikwelt zu bemühen: Amazons Web Services sind sozusagen das Äquivalent zu einer Autovermietung.

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Vorhang auf für Web 2.0 – Der Film

Der von drei Studenten der Hochschule der Medien in Stuttgart angekündigte Film über das Web 2.0 ist fertig und nun online. Im Folgenden habe ich das 35 Minuten lange Video eingebettet. Zur Website der Macher geht es hier.

via Rivva / denQuer

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Das Problem mit der Gratiskultur im Web

itsfree.gifIn den letzten Tagen hat die Diskussion um die Nachteile des Kostenlostrends im Netz an Schärfe zugenommen. Das Thema ist zwar fast so alt wie das Internet selbst, mittlerweile jedoch aktueller als jemals zuvor. Hank Williams, New Yorker Unternehmer und Betreiber des unmissverständlich benannten Blogs Why does everything suck, machte kürzlich in zwei Gastbeiträgen bei Silicon Alley Insider auf die Ursachen, Auswirkungen und Gefahren der bei Web-Startups verbreiteten Überzeugung aufmerksam, man müsse seine Services möglichst kostenlos anbieten. Die Hauptschuld tragen laut Williams Kapitalgeber, die besonders in den USA Abermillionen Dollar in Neugründungen stecken und auf diese Weise einen Mentalität fördern, bei der Anbieter aufgrund eines anfänglich bequemen Finanzpolsters lediglich auf Nutzerwachstum aus sind, nicht auf Kundenwachstum (= zahlende Nutzer). » weiterlesen

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