Alibaba & Co:
China stellt die amerikanische Hegemonie im Internet in Frage

Der geplante Mega-Börsengang des chinesischen E-Commerce-Riesen Alibaba in New York markiert eine Zeitwende. Die bislang geltende strikte Trennung zwischen dem westlichen und dem chinesischen Internetmarkt erodiert.

ChinaIn meinen Gesprächen mit Akteuren der Hongkonger Startup-Branche gab es ein immer wiederkehrendes Thema: China. Die Internetbranche in der Volksrepublik boome und besonders in Peking steppe der Bär.

Bislang blieb uns im Westen diese Entwicklung weitgehend verborgen. Zu weit weg erschien das Land, zu fremd die Kultur und Sprache, und auch die fehlenden demokratischen Rahmenbedingungen erhöhten nicht gerade die Bereitschaft der meisten Menschen, sich intensiv mit China auseinanderzusetzen.

Doch jetzt bleibt Beobachtern der amerikanischen und europäischen Netzbranche nichts anders mehr übrig, als die neue Internetmacht China anzuerkennen. Denn mit dem bevorstehenden Rekord-Börsengang des E-Commerce-Giganten Alibaba an der New Yorker Technologiebörse NASDAQ verschwimmen die Grenzen, die bisher das 1,35 Milliarden Menschen zählende Land im Osten aus unserer Wahrnehmung fernhielten.  » weiterlesen

Aggressives Uber gegen behäbige Taxibranche:
Die ideale Lösung liegt in der Mitte

Die Taxibranche und Uber sind zwei Extreme, die aus unterschiedlichen Gründen nicht den Wunschzustand darstellen. Dennoch ist Uber essentiell, um die Rahmenbedingungen für Individualbeförderung neu zu gestalten.

angrytaxidriver_smallMeine ersten zwei Artikel, die ich zum umstrittenen Beförderungs-Dienst Uber verfasste, besaßen einen tendenziell kritischen Grundton. Ich fand es befremdlich, dass ausgerechnet der Anbieter einer Luxusdienstleistung zum Aushängeschild des Technologie-Sektors avancierte. Damals beschränkte sich Uber zwar noch auf das Limousinen-Segment. Doch selbst die später gestartete P2P-Kategorie UberPop, bei der Privatmenschen mit ihren eigenen Autos als Fahrer auftreten, ist nach meiner Definition ein Teil der Individualbeförderung und im Gegensatz zum öffentlichen Personennahverkehr nicht essentiell, ergo ein Luxusprodukt.

Doch aufgrund der hysterischen, aggressiven und kundenfeindlichen Reaktionen des Taxigewerbes veränderte sich meine Haltung zu Uber im Laufe der Zeit. Obwohl ich den Service selbst so gut wie nie verwende und meine Skepsis nicht abgelegt hatte, war es schwierig, Uber nicht moralisch gegenüber dem alle Register ziehenden Taxigewerbe zu verteidigen. » weiterlesen

Linkwertig:
Google, Twitpic, TV, WordPress

Google vs. Blogs
Nach dem durchaus erfolgreichen Kampf gegen RSS scheint sich nun Google die Blogs vorzunehmen: Die Blogsuche wurde kurzerhand abgeschafft.

» Google Blog Search Redirects to the Google Homepage

 

Twitpic
Twitpic – eines der ersten wichtigen Twitter-Mashups – wirft das Handtuch. Viele deutsche Blogs sehen darin den Anfang vom Ende von Twitter; amerikanische Blogs weisen supplementär darauf hin, dass Twitpic auch mit bestehendem Namen durchaus weitermachen könnte, wenn sie nicht stur auf Twitpic als Markenzeichen bestehen würden.

» Twitter macht den Laden dicht
» No, Twitter was not being a bully when it threatened to cut off Twitpic’s API access

 

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Samstag App Fieber:
Debattenmonitor, Ello, Spotgun

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche einige Tools aus dem deutschen Sprachraum vor, die vor kurzem gestartet sind.

Dieses Mal mit: Debattenmonitor für SZ; Ello – ein soziales Netzwerk; Spotgun – Werbung raten.

 

Rivva hat für die Süddeutsche Zeitung einen Debattenmonitor für SZ gebaut. Rivva sammelt dabei wie gewohnt die Reaktionen auf Artikel aus der Blogosphäre und dem sozialen Web, unter dem jeweiligen Artikel der Süddeutschen wird ein Link zur entsprechenden Sammelseite von Rivva angezeigt. Aus eigenartigen rechtlichen Gründen funktioniert das allerdings nur in den ersten 48 Stunden nach Erscheinen eines Artikels. Dafür wurden von der Süddeutschen die Kommentare unter den Artikeln überhaupt abgeschafft, siehe Lassen Sie uns diskutieren. Die Leser sind aber eingeladen, täglich über drei Themen auf hoffentlich hohem Niveau zu debattieren.

 

 

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Digital-Journalismus:
Der Irrweg „Multimedia-Reportage“

So manches Nachrichtenangebot experimentiert mit multimedialen Darstellungsformen. Das ist zwar schön und gut, aber kein Allheilmittel. Oftmals ist es sogar kontraproduktiv.

Schön anzusehen, aber unbequem zu lesen: Multimedia-Spezial der Seite „The Verge“.

Schön anzusehen, aber unbequem zu lesen: Multimedia-Spezial der Seite „The Verge“.

 

Gerade las ich über das Startup „deepr“: Es will eine Mischung aus Crowdfunding und Bezahlschranke für besondere journalistische Inhalte sein. Autorinnen und Autoren können hier ihre Ideen der Öffentlichkeit anbieten und vorab eine Bezahlung dafür bekommen. Kommt die Finanzierung zustande, machen sie sich an die Arbeit und die Unterstützer können dann das Ergebnis abrufen. Auch danach bleiben die Inhalte kostenpflichtig.

Die Idee an sich gefällt mir, denn wie andernorts gelesen: Nicht der Journalismus steckt in Zeiten des Medienwandels in der Krise, sondern seine bisherigen Geschäftsmodelle.

Klassische Angebote wie beispielsweise gedruckte Magazine haben in vielen Bereichen sinkende Auflagen zu beklagen, Tageszeitungen sowieso. Sie verdienen zwar noch immer gutes Geld, aber zu schrumpfen ist eben ein schmerzhafter und äußerst schwieriger Prozess. Zumal noch nicht abzusehen ist, auf welchem Niveau sich z.B. der Markt für gedruckte Medien am Ende einpendeln wird.  » weiterlesen

Privatsender-Lizenzen kosten zu viel:
Magine begrenzt erwartungsgemäß das Gratis-Angebot

Seit dem Start im April 2014 bot der Internet-TV-Dienst Magine in Deutschland das gesamte Senderpaket kostenfrei an, inklusive der großen Privatsender. Erwartungsgemäß ist damit jetzt Schluss. Künftig muss bezahlen, wer mehr als die öffentlich-rechtlichen Kanäle schauen möchte.

Als der aus Schweden stammende Internet-TV-Dienst Magine im April nach einiger Verzögerung seinen Einstand in Deutschland gab, sorgte das Unternehmen für eine große Überraschung: Selbst die zwei größten Privatsenderketten, RTL und ProSiebenSat.1., waren Teil des Gratis-Angebots. Zuvor hatten die zwei Medienkonzerne lange Zeit das Live-Streaming über Over-the-top-Dienste ganz ausgeschlossen, und sich schließlich nur auf solche Konditionen eingelassen, die Magine-Konkurrent Zattoo dazu zwangen, die zu RTL und ProSiebenSat.1. gehörenden Kanäle hinter die Bezahlschranke zu verbannen.

Klar war aber: Ein solches Launchangebot wird sich Magine einiges kosten lassen. Daraus resultierte das Problem, dass irgendwann eine Anpassung der Preisstruktur notwendig sein würde – mit entsprechenden Konsequenzen auf die Stimmung der User, die sich bereits an den Luxus gewöhnt haben. » weiterlesen

Linkwertig:
CTO, Twitter, E-Mail, IFA

CTO
Die Vereinigten Staaten bekommen mit Googles Megan Smith einen neuen Chief Technology Officer. Der Stellvertreter Alexander Macgillivray kommt von Twitter.

» White House names Google’s Megan Smith the next Chief Technology Officer of the United States

 

Twitter
Apropos Twitter: Das Management hat jetzt die seit ein paar Wochen kursierenden Gerüchte bzgl. Tests und Überlegungen zu manipulierten Timelines und anderen Verschlimmbesserungen bestätigt. Allerdings wollen sie schleichend vorgehen, um die Benutzer nicht abzuschrecken.

» Twitter’s Product Checklist

 

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Kein Scherz sondern ein Millionengeschäft:
PicoCandy bietet “Stickers as a Service”

Kaum ein Smartphone-Messenger kommt noch ohne Sticker aus. Ein Startup aus Singapur erkannte den Bedarf an einer zentralen Distributions-Plattform für die bunten Grafiken – und erwirtschaftet nach Angaben der Gründerin bereits ein Jahr nach dem Debüt 200.000 Dollar Umsatz pro Monat.

PicoCandyViele bekannte Chat-Messenger erlauben es Nutzern, einander Sticker zu senden. Die bunten und teilweise animierten Bildchen sind vor allem bei den Apps ein Kernelement, die sich an traditionell eine hohe Affinität für visuelle Spielereien mitbringende asiatische Anwender richten, sprich Line, WeChat und KakaoTalk. Aber auch bei uns verbreitete Services wie Facebook Messenger oder Viber springen auf diesen Zug auf, und selbst WhatsApp experimentiert mit Stickern.

Die Apps bedienen nicht nur eine offenkundige Nachfrage, sondern erschließen auch lukrative Erlösströme. Stickers – auch Emoji genannt – sind ein Millionengeschäft. Denn nicht gerade wenige Anwender sind bereit, für niedliche und exklusive Sticker Geld auf den Tisch zu legen. Doch wo kommen die Sticker eigentlich her? Bislang habe ich mir diese Frage nie gestellt. Doch das war ignorant. Denn es stellt sich heraus, dass die Bereitstellung und zentrale Distribution der Bildchen seinerseits ein attraktives Geschäftsmodell für ein Startup sein kann. » weiterlesen

Sumtu:
Wenn man Tinder, Bang with Friends und aka-aki kombiniert…

Das neue Startup Sumtu kombiniert bekannte Elemente von Tinder, Down (“Bang with Friends”) und dem nicht mehr existierenden Location-Dienst aka-aki. Die App soll es Nutzern leicht machen, Personen in ihrer Umgebung näher kennenzulernen.

sumtuDen Ärger, eine sympathisch wirkende, nett aussehende Person in der Bahn, Uni oder im Café nicht angesprochen zu haben, kennt jeder. Manchen Menschen fällt das Ansprechen zwar leicht, oder sie schaffen es zumindest, sich gelegentlich zu überwinden. Andere kriegen aber schon bei der Vorstellung schweißige Hände. Und so entgehen vielen von uns Tag für Tag Chancen auf das Kennenlernen von Personen, die dem eigenen Leben vielleicht eine unerwartete Wendung hätten geben können.

Dass eine Smartphone-basierte Lösung hier Abhilfe schaffen könnte, liegt auf der Hand. Schon 2008 probierte sich das Berliner Startup aka-aki an einer App, die es Usern erlaubte, mit unterwegs begegneten Personen per mobiler Nachricht Kontakt aufzunehmen. Doch der Dienst war seiner Zeit voraus und schloss vor etwas mehr als zwei Jahren seine Pforten. Mittlerweile aber besitzt nahezu jeder Mensch im aktiven Flirt-Alter ein Smartphone, und allgemein ist die Hemmschwelle gesunken, Apps zum Kennenlernen einzusetzen.  » weiterlesen

Linkwertig:
GofoWo, Bezahlschranken, IFA, Kapitalismus

Google for Work
Google versucht Google Enterprise als Google for Work neu zu interpretieren.

» Introducing Google for Work

 

Bezahlschranken
Vielleicht als Schnappschuss ganz interessant: Die Rhein-Zeitung berichtet ihre Zahlen nach einem Monat verschärfter Bezahlschranke.

Wir verkauften im August 432 Tagespässe (Vormonat: 110, ein Plus von 293 Prozent), 72 Monatspässe (Vormonat: 32, ein Plus von 55 Prozent) und stattliche 168 Web-Abos (Vormonat 135, ein Plus von 24 Prozent).

» So entwickelt sich Rhein-Zeitung seit Einführung der verschärften Bezahlschranke

 

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