Geld-App Swish:
Wie Schwedens Banken gemeinsam das Smartphone erobern

Ein Beispiel aus Schweden zeigt, dass selbst das oft gescholtene Establishment im Onlinebereich erfolgreich sein kann: Dort haben die großen Banken mit Swish gemeinsam eine App zum schnellen mobilen Überweisen etabliert. Mit Plänen zur Erhebung von Gebühren könnten sie die geschaffenen Markteinstiegsbarrieren aber kaputt machen.

Als ich in der vergangenen Woche prognostizierte, dass mobile Peer-to-Peer-Überweisungen auch in Deutschland demnächst ihren Durchbruch erleben werden, führte ich als eine Option an, dass die in Deutschland aktiven Banken sich für einen entsprechenden Dienst zusammenschließen könnten. Auf diese Weise würden sie sicherstellen, den Markt nicht den großen US-Giganten zu überlassen. Ob es dazu kommt und inwieweit ein derartiges Unterfangen irgendwelche Chancen hätte, steht in den Sternen. Ein Blick nach Skandinavien zeigt aber, dass die Idee funktionieren kann. In Schweden nämlich hat eine gemeinsam von den führenden Finanzinstituten des Landes entwickelte P2P-App namens Swish innerhalb von zwei Jahren eine gewaltige Verbreitung erreicht und sich als Quasi-Standard für schnelle elektronische Geldtransfers per Smartphone etabliert.

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Werbefreier Genuss mit Google Contributor und Co:
Der verzweifelte Versuch, einen besseren AdBlocker zu lancieren

Bezahlschranken und Werbefinanzierung sind bei Lesern unbeliebt und für Online-Magazine selten lukrativ. Eine alte Idee, die Google mit Contributor gerade aufgreift, soll die Lösung sein. Doch Leser mit Werbung derart zu nerven, dass sie lieber freiwillig zahlen, kann nicht die Antwort auf das grassierende Finanzierungsproblem sein.

Google Contributor

Google Contributor

Schonst du meine Nerven, dann gebe ich dir Geld dafür: Das ist ein Kundenwunsch, mit dem Google in den USA mit dem neuen Dienst Contributor an den Start gegangen ist. Für ein bis drei Dollar im Monat blendet Google auf teilnehmenden Seiten wie Mashable.com, ScienceDaily und The Onion die Werbung aus und statt dessen eine Dankesmeldung ein. Auf mobilen Seiten soll die Werbung ganz verschwinden. Erste Beobachter sehen in Contributor eine Art Mischung aus einem freundlichen AdBlocker und dem freiwilligen Spendendienst Flattr. Inhalte-Anbieter wittern bereits Morgenluft: endliche eine vernünftige Einnahmeform abseits der unbeliebten Display-Werbung?

Die Idee ist nicht ganz neu, und auch wenn sie auf den ersten Blick einen fairen Eindruck hinterlässt, wird schnell klar, dass hier auch nur gerettet werden soll, was kaum noch zu retten ist. In der Vergangenheit haben ähnliche Versuche meist nur mit Zwang funktioniert und sich gegenüber Freemium-Modellen als die unbeliebtere Lösung herausgestellt. » weiterlesen

Werbung Der Sinn (und Unsinn?) des Pixelwettrüstens

Einst begannen die Auflösungen von Handy-Displays in einem Bereich, der das bloße Zählen der Pixel mit den Augen erlaubt hat – und mittlerweile stellen die Bildschirme von High-End-Smartphones jeden HD-Fernseher in den Schatten. Aber profitiert der Käufer davon überhaupt? Wir haben uns das Pixelwettrüsten einmal näher angesehen.

Was bringen höhere Auflösungen für den Anwender?

Die Effekte der Auflösungen von 1080p und mehr sind unbestreitbar. Unter anderem sind folgende Effekte sofort sichtbar:

  • Durch die höhere Auflösung auf einer gleichbleibenden Fläche wird die Pixeldichte erhöht. Dieser Wert, der auch in ppi ausgedrückt wird, sagt somit etwas über die Bildschärfe aus: Je höher er ausfällt, desto feiner ist die Darstellung
  • Bei bestimmten Betriebssystem sorgen steigende Auflösungen und Bildschirmdiagonalen auch für einen Gewinn an Fläche. Aktuell beispielsweise erlaubt Windows Phone die Nutzung einer zusätzlichen Reihe an Kacheln auf dem Startbildschirm.
  • Gerade die erwähnte 1080p-Auflösung sorgt bei Medien in dieser Auflösung dafür, dass diese Inhalte nativ wiedergegeben werden können. Skalierung oder Interpolation sind nicht notwendig.
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Linkwertig:
Lacy, Schrems, Phishing, Google

Uber
Nicht nur thematisch sondern auch als journalistische Fallstudie interessant: Sarah Lacy schenkt Uber aber auch der gesamten Gruppe an schweigenden Journalisten und aussitzenden Investoren bei Bloomberg richtig ein.

» The guy who accused Sarah Lacy of playing victim over Uber

 

Facebook
Facebook hat sich erstmals zur Sammelklage von Max Schrems geäussert und stellt in einem interessanten Zug die Geschäftsfähigkeit der eigenen Benutzer infrage.

Demnach sei es bemerkenswert, dass die Nutzer einerseits zwar den Facebook-Geschäftsbedingungen zustimmen können, danach aber offenbar ihre Geschäftsfähigkeit wieder verlieren.

» Facebook hält Nutzer für geisteskrank

 

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“Offline war alles besser”:
Wider die Glorifizierung des Abschaltens

Der Always-on-Trend sorgt für die Formierung einer losen Gegebenwegung von Menschen, die das Abschalten propagieren. Dabei schießen sie leicht über das Ziel hinaus. Aus guten Ratschlägen wird die Glorifizierung von Trivialem.

OfflineDass die Nutzung der immer vielseitiger einsetzbaren digitalen Gerätschaften, die sich in Form des Smartphones meist 24 Stunden in unserer Reichweite befinden, bei manchen Menschen über die Stränge schlägt und gar krankhafte Züge annehmen kann, ist unbestritten. Als Konsequenz hat sich in letzter Zeit eine lose, heterogene Gegenbewegung gebildet, die das Abschalten propagiert. Die Motive und das Engagement für die Sache variieren stets, die Philosophie aber ist meist die gleiche: Zu viel und zu intensive Präsenz im Netz gehe auf Kosten der Wahrnehmung der Gegenwart und des psychischen Wohlbefindens. Außerdem drohe der “Smartphone-Nacken”.

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Deutschlands wirtschaftliche Zukunft im Digitalzeitalter:
Wieso vernichtende Kritik und große Anerkennung berechtigt sind

Was Internet-Infrastruktur und Netz- und Gründerpolitik angeht, liegt in Deutschland viel im Argen. Doch während wir über die Versäumnisse klagen, sieht der amerikanische Ökonom und Publizist Jeremy Rifkin ausgerechnet die Bundesrepublik als Vorbild, was Standortfaktoren für eine gelungene Wirtschaft der Zukunft angeht. Es ist nur ein scheinbarer Widerspruch.

3D-Druck gehört zu den Hoffnungsträgern der kommenden Wirtschaftsära

Wir Deutschen gehen bekanntlich hart mit uns und den Entwicklungen im Land ins Gericht. Gerade was den Fortschritt, die Rechtsprechung und die politischen Vorstöße in Bezug auf die Regulierung und Formung der digitalen Welt angeht, liegt auch zweifellos einiges im Argen.

Ich formulierte es im September diplomatisch, als ich konstatierte, dass sich der hiesige Mittelstand auf dem Erfolg von “Made in Germany” ausruht. André Vatter greift in einem aktuellen, emotionalen Text zum Status Quo zu deutlicheren Worten: Die deutsche Digitalpolitik sei nicht das Ergebnis von Dummheit, Ignoranz oder Verbohrtheit, sondern Vorsatz. Seine These: Die ausbleibenden Investionen sind nichts anderes als Subventionen für die “Wirtschaft 1.0”. Er nutzt seine lesenswerte Brandrede auch dafür, einen Überblick über viele der kleinen und großen Missstände zu geben, die derzeit die Zukunftschancen für die deutsche Wirtschaft verschlechtern.

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Linkwertig:
CC, QS, EU, Barbie

Creative Commons
Creative Commons hat einen Bericht zum Stand der Dinge veröffentlicht. Bis dato wurden etwa fast 900 Mio. Dokumente unter einer CC-Linzenz veröffentlicht.

» Creative Commons at 12 years

 

Quantified Self
Endlich wollen auch die Versicherungen auf die Daten unserer Fitnesstracker zugreifen.

Dabei soll eine neue Bindung zwischen Versichertem und Versicherten entstehen.

» Generali will Fitnessdaten von Versicherten sammeln

 

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Samstag App Fieber:
Descape, Vertragslotse, Nachrichtentisch

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche einige Tools aus dem deutschen Sprachraum vor, die vor kurzem gestartet sind.

Dieses Mal mit: Descape – Jobreisen; Vertragslotse – Verträge organisieren; und Nachrichtentisch – eine Art Aggregator.

 

‘Traumjobs unterm Tannenbaum’ verspricht Descape und offeriert in diesem Sinne kleine Escapes bei einer Palette an Jobs (Tischler oder Entwickler in Berlin, Winzer in Österreich, Surfboardbauer in Portugal, usw.), in die man immer schon einmal hineinschnuppern oder die man einmal hautnah erleben wollte. Die erwartbaren Eindrücke und jeweiligen Rahmenbedingungen werden kurz vorgestellt, hat man etwas Passendes gefunden, kann man sich gleich anmelden.

 

 

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Venmo, Snapcash und viele Startups:
Warten auf das WhatsApp der mobilen Geldtransfers

In den USA versenden mittlerweile Millionen Menschen untereinander kleinere Geldbeträge per Smartphone. Auch dank vergleichsweise niedriger Einstiegshürden wird der deutsche Markt bald nachziehen.

P2P-GeldtransferApple Pay und andere Dienste zum mobilen Bezahlen werden in Deutschland wohl aufgrund unvorteilhafter Rahmenbedingungen noch eine Weile auf ihren Durchbruch warten müssen. Doch das heißt nicht, dass alle das Smartphone involvierenden Finanzvorgänge hierzulande auf lange Zeit zum Nischendasein verdammt sind. Im Gegenteil. Es spricht einiges dafür, dass sogenannten Peer-to-Peer-Überweisungen zwischen zwei Personen innerhalb naher Zukunft eine Standardpraxis auch bei hiesigen Smartphone-Nutzern werden. Ich wage die Prognose, dass in einem Jahr ein Anbieter in Deutschland diesen Markt zumindest in der Zielgruppe der jungen Smartphone-Nutzer weitgehend dominiert und mindestens eine Million aktive User vorweisen kann.

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Linkwertig:
Satire, 510 Systems, Swartz, 1995

Qualitätssatire
Eine neue Studie zeigt, dass Satiresendungen wie Last Week Tonight oder die Daily Show in den USA deutlich mehr Bewußtsein über Themen erzeugen können, als die klassischen Nachrichtenmedien.

» Satire Programs Do a Better Job Informing Viewers Than Actual News Outlets

 

Googleless Driverless Car
In den selbstfahrenden Autos von Google steckt vielleicht weniger Google als man denkt. Laut IEEE Spectrum wurde das meiste mit der Übernahme von 510 Systems zugekauft, nur hat Google das bis dato vergessen zu erwähnen.

Die Mitarbeiter wurden zu Stillschweigen über den Kauf verpflichtet. Google erwähnt die Beiträge von 510 Systems zu den Roboterautos mit keinem Wort.

» Street-View- und Roboterauto-Technik von Google zugekauft

 

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