Verwalter ohne Visionen:
Warum ich politikverdrossen bin

Gesellschaften und Volkswirtschaften stehen im Computer- und Internetzeitalter vor Herausforderungen und Chancen von enormer Tragweite. Leider mangelt es der Politik an Visionären, um die entscheidenden Weichen zu stellen. Das macht politikverdrossen.

politiker150Vor 22 Jahren wurde “Politikverdrossenheit” zum Wort des Jahres gewählt. Seitdem ist das in breiten Teilen der Gesellschaft vorhandene Desinteresse an und fehlende Vertrauen in Politik und ihre Akteure ein Dauerthema. Besonders der Jugend wird mangelnde Begeisterungsfähigkeit für traditionelle Parteipolitik nachgesagt. Das gilt für Deutschland ebenso wie für die Schweiz oder die USA.

Auch ich würde mich heute als politikverdrossen bezeichnen. Je länger ich mich mit den auf uns zukommenden, durch die globale Computerisierung ausgelösten Veränderungen beschäftige, desto deutlicher wird für mich, dass die Politik in weiten Teilen unfähig ist, auf diese Revolution – ich finde den Begriff hier durchaus angemessen – zu reagieren.  » weiterlesen

Linkwertig:
Nexus 9, Spiegel, Dropbox, Band

Nexus 9
iFixit hat endlich auch das Nexus 9 zerlegt.

» Nexus 9 Teardown

 

Spiegel
Peter Glaser sinniert anlässlich des 20. Geburtstags des Spiegels im Web über den Onlinejournalismus als Ganzes.

Mit dem Internet hat heute jeder von uns eine Nachrichtenlage, wie sie noch vor ein paar Jahren nur Regierungen, Wirtschaftsführern und Redaktionen mit teuren Agenturtickern zur Verfügung stand

» Konfetti für den Weilchenbeschleuniger

 

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Irreführende Presseberichte:
Was die Nutzerzahlen von SoundCloud wirklich bedeuten

Die Presse berichtet über die Einigung zwischen SoundCloud und Warner Music. Bei der Angabe der aktuellen Nutzerzahlen des Berliner Musikdienstes verzichten selbst namhafte Angebote wie das Wall Street Journal auf die gebotene Sorgfalt.

SoundCloud

Nachdem jüngste Meldungen rund um die Berliner Audioplattform SoundCloud wenig optimistisch klangen – neben weiteren Verlusten war gar die Rede von einem Abbruch der Verhandlungen zwischen dem Startup und den Musiklabels – scheint man in den Büros des Unternehmens aufatmen zu können: Laut einem Bericht des Wall Street Journal hat sich die sieben Jahre alte Firma aus der deutschen Hauptstadt mit Warner Music und damit mit einem der drei Major Labels einigen können. Entsprechende Verträge wurden notwendig, da der Dienst sich endlich ans Geldverdienen machen möchte, was ihn zum Verlassen des bisherigen rechtlichen Graubereichs zwingt.

Auffällig ist, dass im Zuge der Berichterstattung des Wall Street Journal sowie diverser anderer namhafter Tech-Publikationen, die die Nachricht aufgreifen, sehr ungenau mit Angaben zu SoundCloud-Nutzerzahlen umgegangen wird, was sachlich falsche Vergleiche mit Konkurrenzangeboten nach sich zieht.

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anythinx:
Ludwigsburger Jungfirma startet Nachrichten-Aggregator für Dinge

Ein junges Unternehmen aus Süddeutschland hat mit anythinx einen Aggregator gestartet, bei dem Nutzer sich einen individuellen Stream aus Nachrichten rund um spezifische Gadgets und Technologie-Produkte zusammenstellen können.

Anythinx

Die Konsummuster der jungen Generationen mögen sich verändern, wie es manche Studien feststellen – dennoch (oder gerade deshalb) fühlen sich Millionen Verbraucher aller Altersgruppen eng zu einigen ausgewählten Gadgets hingezogen. Das trifft ganz besonders auf das Smartphone zu – der ständige Begleiter fast aller im Netz aktiver Menschen -, aber auch auf Computer, Kamera und das Automobil. Spätestens die manchmal unerträglichen, gleichzeitig aber Kultstatus geniessenden Debatten Mac vs Windows, iOS vs Android oder auch Xbox vs Playstation führen vor Augen, mit wieviel Herzblut und Leidenschaft sich manche Technik-Freunde vor ihre Lieblings-Hardware stellen.

Am ungezügelten Gadget-Wahn lässt sich zwar durchaus einiges kritisieren, und der damit zusammenhängende Gerüchte-Journalismus kann mitunter auf den Magen schlagen. Die manchmal gar religiöse Verehrung einzelner Produkte oder Marken bringt aber in jedem Fall ein besonderes Interesse an kontinuierlichen Informationen rund um einzelne Anbieter und Geräte mit sich – worauf die Medien- und Pressewelt mit einem massiven quantitativen Ausbau der Technologie-Berichterstattung reagiert hat. Das Ludwigsburger Startup anythinx bietet nun Personen mit einem ausgeprägten produktspezifischen Informationsbedürfnis eine besondere Anlaufstelle, um sich die tägliche Dosis Gadget-Gossip (oder nützliche Produktmeldungen) abzuholen. » weiterlesen

Beim Geld hört der Spaß auf:
Netzaktivismus, den Bürger verstehen

Die Öffentlichkeit Ungarns hat mit Protest-Aktionen erfolgreich die umstrittene Internet-Steuer gekippt. Wie schon 2013, als die Deutsche Telekom die Netzneutralität mit einer selektiven Breitband-Drosselung aushebeln wollte und damit einen Sturm der Entrüstung auslöste, zeigt sich erneut: Mobilisierung ist dann am einfachsten, wenn es direkt oder indirekt ums Geld der Bürger geht. Netzaktivisten sollten dies besser nutzen.

purse

In der vergangenen Woche geschah in Ungarn etwas Beachtliches: Der absurde Plan von Minsterpräsident Viktor Orban und seiner Partei Fidesz, Internet-Traffic mit einer auf Gigabyte-Basis berechneten Steuer zu belegen, sorgte für weitreichende Proteste sowohl im europäischen Ausland wie auch bei den Bürgern des osteuropäischen Landes. Nachdem es zu spontanen Protestdemonstrationen mit Zehntausenden Teilnehmern kam und eine Facebook-Gruppe schnell Hunderttausende Kritiker des Vorhabens zusammenbrachte, sah sich Orban gezwungen, das unpopulare Projekt erst einmal auf Eis zu legen.

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Linkwertig:
ISO 27018, Pioneers, BBC, Arcade

ISO 27018
Endlich gibt es eine Norm für Cloud-Dienste.

Die ISO 27018 ist im Gegensatz zu anderen Normen mehr als nur ein technischer Standard im Sinne von Compliance-Anforderungen, die von Unternehmen zu beachten sind.

» Die neue ISO/IEC 27018 im Überblick

 

Pioneers Festival
Kleiner Eindruck vom Pioneers Festival, das in diesem Jahr gleich 3.000 Startupper und Investoren in Wien versammelt hat.

Das Pioneers Festival ist keine Startup-Party mehr, sondern eine ernstzunehmende Konferenz, bei der immer mehr große Unternehmen und Investoren im Publikum sitzen.

» Von fliegenden Autos und filmenden Drohnen

 

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Uber und Slack:
Zwei Namen, die 2014 prägen

2014 war eindeutig das Jahr von Uber. Doch in letzter Minute scheint es, als muss sich der Beförderungs-Dienst die Ehre, prägend für das Internet-Jahr zu sein, mit einem anderen Anbieter teilen: Slack, der Chatdienst für Teams, erobert seit Monaten in hohem Tempo die Herzen von Startups, Unternehmen, Projektgruppen – und natürlich von Investoren.

Bis vor kurzem sah es so aus, als würde sich der kontroverse Beförderungsdienst Uber mit Leichtigkeit den Status des Technologie-Anbieters sichern, der das Jahr 2014 am nachdrücklichsten geprägt hat. Der von einer kontinuierlichen regionalen Erweiterung angetriebene Aufstieg des Dienstes zeigt sich nicht nur in der Tatsache, dass er anders als zuvor nun Dauer-Stammgast in der globalen Presse ist und in vielen Städten heftig mit lokalen Behörden und der Taxibranche aneinander gerät. Er spiegelt sich auch in einer bis dato in der Branche nicht gekannten Blitz-Vervielfachung der Unternehmensbewertung wider: » weiterlesen

Smartwatchjournalismus:
Die große Chance auf ein erfrischend zurückhaltendes Nachrichtenmedium

Smartwatches sind das neue Gadget, das wir nach dem Willen der Industrie bald immer mit uns führen. Da versteht es sich fast von selbst, dass progressive Medienhäuser hierin ihre große Chance sehen. Bei frühen Angeboten konkurrieren zwei Ansätze; einer davon könnte die Online-Nachrichtenflut endlich erträglicher machen.

Besser einmal genau drüber nachdenken. Bild: Microsoft

Besser einmal genau drüber nachdenken. Bild: Microsoft

Die größten IT-Konzerne der Welt haben sich festgelegt: Das nächste Gadget, das unser aller Leben bereichern soll, findet an unserem Handgelenk Platz. Es sind nicht nur die Jawbones, Nikes, Pebbles und Fitbits, die uns mit Armbändern oder Uhren beglücken wollen. Auch die Samsungs, Lenovos, Apples, Googles und Microsofts dieser Welt loben das Handgelenk als das am längsten vernachlässigte Körperteil aus und haben entsprechende Gadgets vorgestellt.

Da noch nicht abzusehen ist, wie erfolgreich diese junge Produktkategorie wird, herrscht bei den Content-Anbietern derzeit eine Stimmung zwischen Skepsis und Goldgräberstimmung. Passend dazu konkurrieren bei ersten Angeboten zwei altbekannte Ansätze: “Viel hilft viel” und “Weniger ist mehr”. » weiterlesen

Linkwertig:
Ungarn, Bookmarks, Twitter, Copyright

Internetsteuer
In Deutschland kaum denkbar: Ungarn hat die geplante Internetsteuer nach massiven Protesten doch wieder auf Eis gelegt. (Zur Ehrenrettung der deutschen Politiker sei dazugesagt, dass diese wohl tatsächlich noch blöder als das Leistungschutzrecht war.)

» Hungary internet tax cancelled after mass protests

 

Google.icio.us
Nur neun Jahre nach ihrem ersten Versuch mit Bookmarks hat Google jetzt eine Chrome-Extension lanciert, die Bookmarks zumindest in Google Chrome etwas schicker zugänglich machen will.

» Google’s New Bookmarking Service, Previously Called Stars, Has Gone Live

 

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Samstag App Fieber:
Ecocrowd, iCrowd, Shitstorm Fighter

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche einige Tools aus dem deutschen Sprachraum vor, die vor kurzem gestartet sind.

Dieses Mal mit: Ecocrowd – nachhaltig Crowdfunden; iCrowd – Produktentwicklung von der Crowd; und Shitstorm Fighter – Shitstorms bekämpfen.

 

Crowdfunding-Plattformen schiessen derzeit wie Pilze aus dem Boden. Mit Ecocrowd gibt es endlich eine, die sich primär nachhaltigen Projekten und Produkten widmet. Das Prinzip entspricht dem von Kickstarter und ist mittlerweile sicher schon bekannt, die vorgestellten Projekte müssen aber zusätzlich gewissen Leitlinien bzgl. ihrer Nachhaltigkeit entsprechen. Des Weiteren werden zu jedem Zeitpunkt maximal 20 Projekte vorgestellt.

 

 

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