Massenphänomen Smartphone-Messaging:
In der Kontaktliste fehlen Unternehmen – aber nicht mehr lange

Chat-Apps wie Path Talk und Kik sowie asiatische Anbieter haben erkannt, dass sich das “WhatsApp”-Prinzip auch für den Dialog zwischen Konsumenten und Unternehmen beziehungsweise Händlern einsetzen lässt. Die Vorteile für Nutzer sind groß, das Potenzial für Marketing und besseren Kundenservice ist riesig.

Ende September veröffentlichte das Unternehmen hinter dem weitgehend gescheiterten mobilen sozialen Netzwerk Path eine neue App. Es war eine Überraschung. Nicht nur, weil das Startup aus San Francisco in seiner schieren Unsterblichkeit damit den angeblich über sieben Leben verfügenden Katzen Konkurrenz macht, sondern auch, weil das neue Produkt – eine Messaging-App namens Path Talk – auf einer ziemlich bestechenden Idee basiert:

Mit ihr kann man Geschäfte und Restaurants per Chatnachricht kontaktieren und zum Beispiel nach Preisen oder Öffnungszeiten fragen oder einen Tisch reservieren. Path nennt dies “Place Messaging” und verspricht eine Antwort in etwa fünf Minuten. Das Benutzererlebnis ähnelt dabei dem, das User von klassischen Chatservices wie WhatsApp oder Facebook Messenger her kennen. Nur dass sie nicht Freunde oder Bekannte kontaktieren, sondern Gewerbetreibende.  » weiterlesen

Newsfeed:
Facebook, bitte beerdige deinen Algorithmus

Zum wiederholten Male versucht Facebook dieser Tage, den Newsfeed und damit das enorm wichtige Eingangstor seiner Seite zu verbessern. Dabei setzt es weiterhin auf einen Algorithmus, anstatt es den Nutzern zu überlassen, was sie auf ihrer Startseite sehen. Es wird Zeit, das Scheitern dieser Idee einzugestehen.

Mark Zuckerberg im Oktober 2008 in Berlin. (Bild: Jan Tißler)

Mark Zuckerberg im Oktober 2008 in Berlin. (Bild: Jan Tißler)

„Wir haben es verpatzt. Als wir den Newsfeed und den Mini-Feed gestartet haben, wollten wir dich mit einem Informationsstrom über deine soziale Welt versorgen. Stattdessen haben wir diese neuen Funktionen schlecht erklärt und haben dir vor allem zu wenige Kontrollmöglichkeiten gegeben. Ich möchte nun versuchen, diese Fehler zu korrigieren.“

Schon der Start des Newsfeed war holprig. Das Zitat oben stammt aus einem offenen Brief von Mark Zuckerberg, mit dem er sich bei seinen Nutzern entschuldigte. Datum: 8. September 2006. Einige Tage zuvor hatte Facebook die neue Startseite eingeführt: Mit einem Mal konnten die Nutzer sehen, was ihre Freunde so auf Facebook trieben – fein säuberlich aufgelistet auf der Homepage. Vor acht Jahren war dieses Feature so überraschend wie umstritten. Heute kann man sich die Facebook-Startseite ohne irgendeine Form eines Newsfeeds gar nicht mehr vorstellen.

Seitdem versucht Facebook laufend, den Newsfeed zu verbessern oder gar neu zu erfinden. „Frictionless Sharing“ war beispielsweise eine Weile angesagt: Das erweiterte den Newsfeed um allerlei automatisch gepostete Aktivitäten außerhalb von Facebook und führte vor allem zu jeder Menge Rauschen im Stream. Inzwischen hat Facebook es wieder zurückgedreht. Groß angekündigt und von viel Pressewirbel begleitet war auch das komplette Redesign der Startseite, das letztlich aber bei den Nutzern durchfiel. Die Liste ließe sich lange fortsetzen. Neuestes Beispiel: Wie Wired berichtet, soll es neue Optionen und überarbeitete Einstellungen für die Nutzer geben. Konnte man beispielsweise bisher schon Posts einer bestimmten Person oder Seite komplett ausblenden, kann man künftig ebenfalls auswählen, dass man lediglich „weniger“ davon auf seiner Startseite haben will. » weiterlesen

Linkwertig:
Netzneutralität, Firefox, Facebook, Fitbit

Net Neutrality
Barack Obama stellt Pläne zur Netzneutralität vor.

» President Obama’s Plan for a Free and Open Internet

 

Firefox Developer Edition
Mozilla hat 10 Jahre nach dem offiziellen Start vom Firefox nun auch eine Version für Entwickler lanciert.

» Mozilla launches Firefox Developer Edition with built-in tools for debugging apps and mobile browsers

 

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D21-Digital-Index:
Pikante Details und erhellende Einsichten aus Internet-Deutschland

33.000 Menschen in Deutschland wurden für den D21-Digital-Index zu ihrem Internetverhalten befragt. Der Ergebnisbericht liefert abgesehen von einigen erwartungsgemäßen Resultaten auch überraschende Erkenntnisse und – für manche – unangenehme Wahrheiten.

In der vergangenen Woche veröffentlichte die Initiative D21, ein Zusammenschluss von laut eigenen Angaben annähernd 200 Mitgliedsunternehmen und -organisationen aller Branchen sowie politischen Partnern von Bund und Ländern, die Studie “Digital-Index 2014″. Rund 33.000 Menschen in Deutschland wurden dafür zu ihrem Internetnutzungsverhalten befragt. Neben den Einzelergebnissen steht bei dem Bericht ein Indexwert im Vordergrund, der den Digitalisierungsgrad einzelner Gruppen wiedergibt und sich aus den vier Kriterien Offenheit (Gewichtung 20 Prozent), Kompetenz (40 Prozent), Zugang (30 Prozent) und Nutzungsvielfalt (10 Prozent) zusammensetzt.

Ein Blick auf derartige Studien ist ein wenig wie der Gang zu einem opulenten Frühstücksbuffet: Nimmt man sich nicht etwas Zeit und ist sehr hungrig, dann schafft man es kaum, einen vollständigen Überblick zu erhalten und die wirklichen Höhepunkte zu identifizieren. Aus diesem Grund habe ich mir am Wochenende die Ergebnisse des Digital-Index 2014 mit dem richtigen Appetit und ohne Hektik genauer angesehen. Und siehe da: Abgesehen von den offensichtlichen und leider erwartungsgemäßen Resultaten (“Deutschland ist Land des digitalen Stillstands“, FAZ), die sich den Presseberichten entnehmen ließen, fanden sich in der Auswertung auch einige erleuchtende und unerwartete Einsichten. Im Folgenden hebe ich die meines Erachtens nach besonders interessanten Punkte hervor. Den vollständigen Bericht als PDF gibt es hier.

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Einkaufsparadies in Watte gepackt:
Die Psychologie hinter Amazons schrecklich-schönem Fire TV

Während viele TV-Streaming-Lösungen in erster Linie mit sich selbst beschäftigt sind, hat Amazon beim Fire TV den Fokus auf eine besonders angenehme Bedienung gelegt. Das Einkaufen dort soll uns Spaß machen – was Amazon gleichermaßen zu Gute kommt. Ein Erfahrungsbericht nach drei Wochen mit dem Gerät.

Amazon Fire TV

Amazon Fire TV

Für drei Wochen hatte ich kürzlich das Amazon Fire TV im Test – und war am Ende der Testdauer so traurig wie ein Kleinkind, dem man sein Schaukelpferd weggenommen hat. Was war denn da nur los? Sonstige Lösungen, um Content aus dem Netz auf den Fernseher zu holen, hatten mich bisher eher weniger begeistert.

Inzwischen weiß ich: Amazon Fire TV ist das Schaukelpferd für Erwachsene. Der Online-Retailer hat für seine TV-Box ein Shopping-Paradies geschaffen, in dem man unter bunten Regenbogen zu den Einhörnern geführt wird. Dass man gutes Geld dafür bezahlt, fällt dabei kaum auf. Ich wollte herausfinden, welche Tricks Amazon dabei angewendet hat und welche Shopping-Tricks wahrscheinlich bald die Runde machen.
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Linkwertig:
Kartell, Summit, Öffnung, Fall

Das Kartell
Thomas Stadler vermutet eine Wendung im Kartellrechtsverfahren gegen Google: Neues Ziel könnten die Verlage selbst sein.

Vor diesem Hintergrund könnte es missbräuchlich sein, ausschließlich von kleinen Anbietern Zahlungen zu fordern, während man Google (vorerst) verschont. Zumal ein solches Vorgehen dazu führt, dass die Position von Google gestärkt und die der kleineren Anbieter geschwächt wird.

» Das Leistungsschutzrecht scheitert vorerst und verzerrt dennoch den Wettbewerb

 

Das Summit
Laut t3n hat das Web Summit in Dublin die Tech-Branche verzaubert.

Dabei hat die Größe des Summit unbestritten auch immense Vorteile für eine Branche, in der die Rolle der Medien kaum größer sein könnte.

» Wie der Web Summit in Dublin die Tech-Branche verzaubert

 

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Samstag App Fieber:
Pixabay, Blink, BienenBox

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche einige Tools aus dem deutschen Sprachraum vor, die vor kurzem gestartet sind.

Dieses Mal mit: Pixabay – lizenzfreie Fotos finden; Der Blink – ein Privatmodus für Kameras; und BienenBox – Bienen ein Zuhause geben.

 

Pixabay ist eine kleine Plattform, auf der man Bilder suchen und hoffentlich auch finden kann, die üblicherweise unter der CC0 Public Domain Dedication Lizenz stehen und also kostenlos und für beliebige Projekte verwendet werden können. Die Bilder können auch bearbeitet und weitergegeben werden, ohne irgendwelche Rechteverwalter um Erlaubnis bitten zu müssen. Neben Fotos gibt es auch Vektorgrafiken und Zeichnungen. Derzeit gibt es etwa 270.000 Bilder in 20 Kategorien.

 

 

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Umstrittene Lesebestätigung bei WhatsApp:
Ein blauer Haken ärgert das Ego

WhatsApp-Nutzer erfahren dank einer neuen Funktion sofort, wenn ihre Nachrichten gelesen wurden. Das Vorgehen sorgt für Kritik, bietet aber eigentlich eine gute Gelegenheit, sich mit der eigenen Persönlichkeit auseinanderzusetzen. Denn im Raum steht die Furcht, durch Nicht-Beachtung verletzt zu werden.

WhatsApp“Nobody is perfect” dürfte eines der zutreffendsten Sprichwörter aller Zeiten sein. Wir Menschen besitzen allerlei Persönlichkeitszüge und Charaktereigenschaften, die nicht ganz zu unserem Wunsch-Selbstbild von konsistenten, rationalen, immer bewusst in unserem besten Interesse handelnden Wesen passen. Moderne Technologie hält uns verstärkt den Spiegel vor und zwingt uns dazu, sich mit diesen Schwächen – die oft als Teil der Kultur von Generation zu Generation weitergegeben werden – auseinanderzusetzen.

Ein Paradebeispiel hierfür liefert ein kleiner blauer Haken, der unter WhatsApp-Usern gerade für Aufruhr sorgt. Wie im Prinzip jedes deutschsprachige Nachrichtenangebot am Donnerstag berichtete, zeigt WhatsApp Nutzern ab sofort mit besagtem Häkchen an, wenn ihre Mitteilung vom Empfänger gelesen wurde. Der Dienst folgt damit dem Gros der Chat-Apps, die entsprechende Funktionalität schon länger mitbringen. Laut einschlägiger Medienberichte reagieren viele WhatsApp-Nutzer in sozialen Medien mit Kritik und Protest – gar vom “Beziehungskiller WhatsApp” ist die Rede. Derartige Momentaufnahmen, bei denen ein paar sorgsam ausgesuchte Tweets ein allgemeines Meinungsbild illustrieren sollen, sind freilich nicht repräsentativ. Dennoch darf man angesichts der Intensität der Berichterstattung und der Vielzahl der herausgepickten negativen Einzelkommentare davon ausgehen, dass tatsächlich viele Nutzer Probleme mit der neuen Funktion haben.

Bei genauerer Betrachtung allerdings erscheinen die Situation und der Aufruhr über die Lesebestätigungen sehr bizarr.

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Der Apple-Pay-Effekt:
Jetzt wollen alle das Smartphone zur Geldbörse machen

Apple Pay ist erst seit wenigen Wochen in Betrieb, doch die Effekte sind bereits weitreichend. Eine gesamte Branche profitiert von der Sogwirkung des Vorstoßes, zahlreiche Giganten wollen mitmischen. Selbst ein konservativer Akteur wie Payback wittert seine Chance.

Mobiles BezahlenDer Herbst 2014 dürfte in die Geschichte der Digitalwirtschaft eingehen: als Moment, in dem aus dem Smartphone eine mobile Brieftasche wurde. Freilich steht diese Transformation schon seit Jahren im Raum. Doch erst jetzt, mit dem USA-Debüt von Apple Pay, entsteht die notwendige Sogwirkung und ernsthafte Partizipation von Konsumenten, Konzernen und Händlern, um aus der Idee Wirklichkeit machen zu können.

Seit der Vorstellung von Apple Pay Mitte September ist viel passiert. So erhielt erstmals das Konsortium MCX große Aufmerksamkeit, ein Zusammenschluss verschiedener amerikanischer Handelsketten und Unternehmen, die unter dem Namen CurrentC schon seit längerem einen eigenen mobilen Bezahldienst entwickeln. Dummerweise ist das Angebot, das die hohen Transaktionsgebühren von Kreditkartenzahlungen eliminieren möchte, aber noch nicht fertig. Einige Ketten mit Verpflichtungen gegenüber MCX, wie CVS und RiteAid, haben sich deshalb dazu entschlossen, das Bezahlen mit Apple Pay über ihre NFC-Terminals vorläufig zu blockieren.

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Linkwertig:
Echo, Xing, Uber, Office

Echo
Mit Echo möchte sich Amazon in zylindrischer Form in unsere Wohnzimmer bringen.

Auf das Kommando “Alexa” hin beantwortet Echo Fragen, spielt Musik ab und kann Einkaufslisten erstellen.

» Amazon hört und spricht ins Wohnzimmer

 

Xing
Xing freut sich über vglw. satte Gewinne.

Der Gewinn legte um fast 71 Prozent auf 4,65 Millionen Euro zu.

» Xing macht einen satten Gewinnsprung

 

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