Minimalismus auf die Spitze getrieben:
Yo und das junge Phänomen der Ein-Funktionen-Apps

Die Zwei-Buchstaben-App Yo ist Wegbereiter für ein Phänomen, das man künftig häufiger sehen dürfte: Mit dem Netz verbundene Anwendungen, die nur eine einzige Funktion und mitunter nur eine “Schaltfläche” besitzen.

PizzaNoch immer herrscht in Kreisen der Netzwirtschaft Unklarheit darüber, ob aus der Zwei-Buchstaben-App Yo mehr werden könnte als ein kleiner Medienhype. Verschiedene Entwickler sind zumindest der Meinung, dass es sich lohnt, die Anwendung nachzubauen. Einige Israelis sollen unterdessen angeblich einen praktischen Nutzen in Yo gefunden haben: Sie setzen die App laut einem Medienbericht zur Warnung vor Raketen ein. » weiterlesen

Linkwertig:
Europa, Tipps, Werbung, Peak Drive

Überwachung
Heise glaubt, dass die USA ihre IT-Wirtschaft zerstört, weil die Behörden auch fröhlichen Zugriff auf in Europa lokalisierte Datenzentren fordern.

“Es geht darum, wer die Information kontrolliert, nicht wo sie liegt”

» Wie die USA ihre IT-Wirtschaft zerstören

 

Discussion Graph
Apropos Überwachung: Hoffentlich entwickeln die Geheimdienste für unsere Überwachung nicht alles auch noch selbst, sondern greifen zur Auswertung von Twitter und Co auf freie Tools wie etwa dem neuen Discussion Graph Tool von Microsoft zurück:

» Discussion Graph Tool

 

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Veraltetes Klischee:
Ein Smartphone ist kein Luxusgut mehr

Noch immer existiert das Klischee, dass man mindestens zur Mittelschicht gehören muss, um sich ein Smartphone leisten zu können. Die Realität sieht anders aus.

SmartphoneEs gibt valide Argumente dagegen, bestimmte für Bürger essentielle öffentliche oder kommerzielle Dienstleistungen nur noch auf digitalem Weg zugänglich zu machen. Und dann gibt es solche, die zwar in den Ohren ihrer Verwender gut klingen mögen, die aber in der Realität keine Gültigkeit haben. Ein Klassiker, den man immer mal wieder hört, ist der gut gemeinte Hinweis, dass sozialschwache Personen ausgegrenzt werden, sofern man einen Service nur per Smartphone anbietet (zuletzt hier nachzulesen). Doch die Annahme, dass Menschen in prekären Lebenslagen kein Smartphone besitzen können, ist nicht mehr zeitgemäß. » weiterlesen

Heißer Trend FinTech:
Die Finanzbranche steht heute da, wo sich die Musikindustrie im Jahr 2000 befand

Der Umgang mit und die Verwaltung von Geld stehen vor weitreichenden Veränderungen. Für die Musikindustrie kam das Erwachen mit Napster. Im Finanzsektor markiert Bitcoin die Zeitwende.

GeldWer sich meine Artikel der letzten Zeit anschaut, wird feststellen, dass ich vermehrt über Startups und Neuigkeiten aus dem Payment- und Finance-Bereich berichtet habe. Das hat einen ganz simplen Hintergrund: Die Zahl der spannenden Unterfangen und Entwicklungen im sogenannten FinTech-Segment (Finance-Tech) explodiert gerade regelrecht. Aktuell fasziniert mich kaum ein anderer Bereich der Technologiewelt derartig wie die Neudefinition des Geldes und der damit verbundenen Dienstleistungen im digitalen Zeitalter.

Um meine Exaltierheit verständlicher zu machen, möchte ich mich einer Analogie bedienen: Ich glaube, dass FinTech heute ungefähr da steht, wo die Musikindustrie sich zur Jahrtausendwende befand. Diese blickte 1999/2000 auf einen bevorstehenden massiven Wandel, ausgelöst durch neue Möglichkeiten des digitalen Musikvertriebs und -konsums, und mitverursacht durch nicht nach den alten Regeln spielende Player wie die Tauschbörsen Napster und Kazaa. Sie erlaubten es Nutzern erstmals im großen Stil, Musik miteinander zu tauschen, und das vorbei an den Kontroll- und Wertschöpfungsinstanzen der existierenden Anbietern. Filesharing-Börsen und illegale MP3-Downloadsites rüttelten die Musikindustrie wach und ebneten mittelfristig den Weg für legale Streaming- und Abodienste, die heute von Millionen Menschen genutzt werden. Und auch wenn die Transformation der Musikindustrie noch lange nicht abgeschlossen ist, funktioniert sie heute schon deutlich anders als zum Beginn der Internetära, wie dieser Chart belegt. » weiterlesen

Linkwertig:
Whistleblowing, Datenhoheit, Gmail, Sammelklage

Ethik
Thomas Stadler bringt mit Heribert Prantl zumindest die ethische Dimension vom Whistleblowing auf einen schönen Punkt:

warum es einem Rechtsstaat nicht erlaubt sein darf, die Aufdeckung von illegalem Staatshandeln mit Mitteln des Strafrechts zu verhindern bzw. zu sanktionieren.

» Warum Snowden auf der Seite des Rechts steht

 

Datenhoheit
t3n zeigt, dass es gar nicht sooo schwer ist, die Hoheit über die eigenen Daten zu bekommen. Außer Zeit, Nerven und einem wirklich guten Hosting-Provider braucht man nur noch die passende Expertise zum Installieren und Administrieren der verschiedenen Tools.

Zwar bin ich nicht komplett unabhängig – das wäre vermessen –, aber ein Stück freier als vorher.

» 7 Tools und Dienste, mit denen ich meine Datenhoheit zurückbekommen habe

 

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Digitaler Lesezirkel:
tabcircle sagt abgegriffenen Zeitschriften den Kampf an

Das fränkische Startup tabcircle möchte Unternehmen verschiedener Branchen dazu bringen, Kunden und Gästen anstelle von abgegriffenen Magazinen lieber digitale Lektüre für ihre Smartphones und Tablets bereitzustellen.

tabcircleIn gastronomischen Einrichtungen, bei Dienstleistungsunternehmen sowie Ärzten liegen oft Zeitungen und Magazine aus, mit denen sich Gäste, Kunden beziehungsweise Patienten Wartezeiten vertreiben können. Fehlende Aktualität, begrenzte Auswahl sowie ein – nett ausgedrückt – nicht mehr ganz druckfrischer Zustand der vorhandenen Print-Titel kommt dem theoretischen Lesespaß allerdings leicht in die Quere. tabcircle, ein Startup aus dem frankischen Ebensfeld, sieht erheblichen Verbesserungsbedarf und will das altehrwürdige Lesezirkel-Prinzip in das Zeitalter des digitalen Lesekonsums hieven. » weiterlesen

Einführung des Follower-Prinzips:
Wieso LinkedIn zum neuen Twitter werden könnte

Bei Twitter ist unklar, wie lange der unter Wachstums- und Wandlungsdruck stehende Dienst noch erste Wahl für mitteilungsfreudige “Professionals” sein wird. LinkedIn könnte davon profitieren. Mit der Einführung des Follower-Prinzips legt das Geschäftsnetzwerk die Grundlagen.

LinkedInTwitter könnte in naher Zukunft sein seit acht Jahren unangetastet gelassenes Prinzip des chronologischen Echtzeit-Feeds in Frage stellen. Das zumindest deutete Twitter CEO Dick Costolo im Rahmen der Bekanntgabe der jüngsten Quartalszahlen an. Diese fielen zwar besser aus als von manchen Beobachtern erwartet. Dennoch ist das börsennotierte Unternehmen aus San Francisco weit von den Reichweiten- und Aktivitätszahlen entfernt, die Konkurrent Facebook vorweisen kann. Dass Costolo und sein Team prüfen, inwieweit der von Journalisten und Nachrichtenfreaks geschätzte Live-Charakter für den Dienst bei der Eroberung der Sympathien der breiten Masse hinderlich ist, verwundert nicht. Für eingefleischte Stammnutzer jedoch würde eine eventuelle Abkehr vom zentralen Echtzeit-Feed ein traumatisches Erlebnis darstellen. » weiterlesen

Linkwertig:
Google+, Facebook, LSR, Europa

Google+
Nachdem sich Google drei Jahre lang unter die Geiselhaft von Google+ gestellt hat, überlegen sie nun anscheinend, ob sich Features wie Google+ Photos nicht doch in Freiheit besser entfalten könnten:

» Google Said to Plan Separating Photo Service From Google+

 

Facebook
Max Schrems legt in seinem Kampf für mehr Datenschutz bei Facebook nach und hat nun eine Sammelklage gegen Facebook initiiert.

Es handelt sich um ein Zivilverfahren, geklagt wird auf Unterlassung sowie Schadenersatz von 500 Euro pro Nutzer.

» Datenschützer bringt Sammelklage gegen Facebook ein

 

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Samstag App Fieber:
li-x, get in IT, TTdJ

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche einige Tools aus dem deutschen Sprachraum vor, die vor kurzem gestartet sind.

Dieses Mal mit: li-x – Börse für Software-Lizenzen; get in IT – Einstiegsprogramme finden; und Twitter-Themen deutscher Journalisten.

 

li-x ist eine Art Plattform, auf der man Software-Lizenzen handeln kann. Angebot und Nachfrage nach Lizenzen ergeben einen tagesaktuell berechneten Kurs, wobei die Verkäufer einen Minimalpreis und die Käufer einen Maximalpreis festlegen können. Für die Vermittlung bekommt li-x eine Provision in Höhe von 12 Prozent, dafür stellen sie aber auch sicher, dass die rechtlichen Rahmenbedingungen erfüllt und etwa das Clearing der verkauften Software stattgefunden hat. Das Dashboard kann alternativ auch als Überblick über den Wert und das Refinanzierungspotential der eigenen Lizenzen benutzt werden.

 

 

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Ein Jahrhundert später:
Die 40-Stunden-Woche wackelt

Computer und Maschinen haben Firmen enormen Produktivitätszuwachs beschert. Doch am Ideal der 40-Stunden-Woche hat sich seit fast 100 Jahren nichts geändert. Nun aber mehren sich die Zeichen dafür, dass Gesellschaft und Wirtschaft für eine erneute Reduzierung bereit sind.

ArbeitszeitSeit dem Aufkommen der Industrialisierung hat sich die Produktivität von Unternehmen und der arbeitenden Bevölkerung massiv erhöht. Doch das Ideal der wöchentlichen Arbeitszeit, nämlich acht Stunden am Tag und 40 Stunden pro Woche, ist trotz des immensen technischen Fortschritts und der enormen Fähigkeit zur Automatisierung noch immer so wie vor 90 Jahren. Damals führte der Autohersteller Ford als eines der ersten großen Unternehmen offiziell die 40-Stunden-Woche ein. Zuvor konnte ein Arbeitstag schon mal aus 10 bis 16 Stunden bestehen.

Heute, fast ein Jahrhundert später, mehren sich die Zeichen, dass abermals eine Reduktion der Wochenarbeitsstunden bevorsteht.

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Foto: Flickr/daxkoCC BY 2.0

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