Google I/O:
Die Show der Evolutionen und der Fluch hoher Erwartungen

Google hat auf der Keynote der eigenen Entwicklerkonferenz I/O Verbesserungen in fast allen Geschäftsfeldern vorgestellt. Sie sind durch die Bank stark, bieten aber wenig Begeisterungspotenzial für solche Zuschauer, die völlig neue Produkte erwartet hatten.

Google I/OJa, wir haben mehr erwartet, oder eigentlich eher: etwas Anderes. Ein neues Nexus-Phone vielleicht, stärkere Offline-Funktionalität für Chrome OS, vielleicht sogar endlich das Zusammenwachsen von Android und Chrome OS oder gar Android für Notebooks zu Gunsten von Chrome OS. Google hatte die Chance, die Listendarstellung der Suche komplett mit dem Knowledge Graph zu ersetzen, Maps voll und ganz zu personalisieren. Das sagenumwobene neue X-Phone wäre natürlich auch ganz nett gewesen.

All das gab es in der dreistündigen Keynote nicht. Keine neue Android-Version, obwohl die für Googles jährliche Entwicklerkonferenz fast schon usus ist, kein neues Smartphone, wenig Neues zu Chrome OS, nichts Neues zu Google Glass außer einigen Schwenks der Kamera ins Publikum, wo einige Träger der Google-Brille übellaunig dreinblickten. Nein, ein echtes Hardware-Highlight hat heute gefehlt. Google selbst hat diese Erwartungen durch die Politik der ständigen Produktverbesserungen geschürt und nun ein wenig enttäuscht – wäre da nicht der beeindruckender Auftritt von Larry Page am Schluss der Show gewesen.

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Die MP3-Sammlung fällt in Ungnade:
Wieso Musikmiete die Zukunft gehört

Wenn ein ehemals leidenschaftlicher MP3-Sammler plötzlich gar nicht mehr weiß, was er mit einer lokalen Musikdatei anfangen soll, dann zeigt dies, wo die Zukunft des digitalen Musikkonsums liegt: in der Miete.

Mp3Befragt man Leute zu ihren Präferenzen beim digitalen Musikkonsum, lassen sich die Antworten zwei grundsätzlichen Lagern zuordnen: Das eine Lager verwendet in erster Linie Streamingdienste, entweder “On Demand” wie Spotify & Co oder in Form personalisierter Radios à la Pandora und Aupeo, das andere bevorzugt den “Besitz” der angehörten Musiktitel in Form von lokalen oder in die Clouds von Amazons Cloud Player, Google Play Music und Dropbox abgelegter, käuflich erworbener oder anderweitig heruntergeladener Dateien. Wenn es darum geht, welche Gruppe weniger Verständnis für die Gepflogenheiten der anderen hat, so sind es in der Regel die Verfechter des digitalen Musikbesitzes, die sich kritisch über das On-Demand-Konzept äußern, bei dem Lieblingsalben und -songs nur so lange gehört werden können, wie man die monatliche Abogebühr zahlt oder wie der Anbieter seine Dienste werbefinanziert bereitstellt. Der Gedanke, dass der Zugang zur kompletten, durch sorgfältiges Kuratieren und Selektieren angelegten Tonsammlung von heute auf morgen vom Streamingservice blockiert werden kann, behagt den Anhängern des Musikbesitzes gar nicht.

Doch mit zunehmender Gewöhnung an die “Miete” von Musik – nichts anderes ist On-Demand-Streaming eigentlich – entsteht auf Seiten des Streamingnutzers eine zunehmende Aversion gegen den Besitz lokaler MP3-Dateien, welcher in der Prä-Streaming-Ära auch für sie die typische Form des digitalen Musikhörens darstellte. Ich selbst konnte gestern erleben, was es heißt, so sehr die Musikmiete verinnerlicht zu haben, dass einem ein unerwartet auftauchendes MP3-File plötzlich Kopfschmerzen bereitet. » weiterlesen

Linkwertig:
Google I/O Tag eins

Google hat gestern im Rahmen der Entwicklerkonferenz Google I/O eine Reihe von Ankündigungen gemacht. Aus alter Tradition – auch wenn wohl die großen Würfe ausgeblieben sind – ein Überblick:

 

Google Maps
Google Maps wurden in einigen Bereichen auf durchaus schlüssige und beeindruckende Weise verbessert. Die UI wurde durchgehend vereinfacht und viele Features sind personalisiert.

Das Herzstück des neuen Google Maps ist eine Technologie, die bei jedem Klick oder jeder Suche eine einmalige Karte zeichnet.

» Meet the new Google Maps: A map for every person and place
» Das neue Google Maps: die Karte für euch ganz persönlich

 

Suche, Google Now
Im Bereich Suche forciert Google die Themen Personalisierung, Kontext, Knowledge Graph und Sprachsteuerung. Google Now optimiert das entsprechend für mobile Gerätschaften.

» A multi-screen and conversational search experience

 

Google+
Google+ bekommt ein neues, ‘tieferes’ Design, hübschere Hangouts und deutlich bessere Integration von Fotos. U.a. erkennt Google automagisch die besten Fotos und kann sie auch aufhübschen.

» Stream, Hangouts, and Photos

 

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Überstrapazierter Begriff:
Rettet den “Serial Entrepreneur”

Schon junge, unerfahrene Gründer bezeichnen sich heute als “Serial Entrepreneurs”. Damit verliert der Begriff seinen einstigen Glanz und seine positiven Assoziationen.

Serial EntrepreneurGestern besuchte ich die Seedcamp Week Berlin, eine Veranstaltung des in London ansässigen Startup-Accelerators Seedcamp. 20 junge Technologiefirmen aus einer Vielzahl europäischer Länder präsentierten in jeweils drei Minuten ihre Geschäftsideen. Die Pitches waren dabei zumeist sehr solide und deutlich besser als das, was man auf manchen rein deutschen Events geboten bekommt. Das hatte sicher auch damit zu tun, dass viele der präsenten Gründer nicht ganz unbeschriebene Bücher waren, was Erfahrungen in der Startup-Welt und im Bereich der Unternehmensgründungen angeht. Mindestens einer stellte sich auch gleich als “Serial Entrepreneur” vor. Ich erinnere mich nicht mehr, wer genau, aber das spielt auch keine Rolle. Entscheidend ist, dass ich in diesem Moment stutzig wurde. Denn das Label “Serienunternehmer” ist zumindest in meine Augen im heutigen Websektor isoliert betrachtet nicht mehr länger eine besondere Auszeichnung. Zu inflationär wird es verwendet, zu wenig sagt es über die tatsächliche Erfahrung einer Person und ihre Qualitäten als Gründer aus. » weiterlesen

Interaktive Videobotschaften:
Bei Zoobe drücken sich Nutzer über 3D-Avatare aus

Die iPhone-App des Berliner Startups Zoobe erlaubt es Nutzern, animierte Videobotschaften an Freunde zu versenden, bei denen 3D-Avatare ihre eingesprochenen Worte lippensynchron wiedergeben.

ZoobeWer heutzutage noch mit einer eigenen mobilen Kommunikations-App an den Start geht, wird es nicht gerade leicht haben, sich gegen die große Zahl der bereits etablierten Anbieter im Chat- und Messengerbereich durchzusetzen. Es wäre schon ein ganz individuelles, sich stark vom Wettbewerb abhebendes Konzept erforderlich, um sich ohne millionenschwere Werbekampagnen überhaupt ein Stück der Nutzeraufmerksamkeit sichern zu können. Das Berliner Startup Zoobe glaubt, diese Voraussetzung zu erfüllen. » weiterlesen

Linkwertig:
Google, Piraten, VG Wort, Disqus

Löschen
Der Bundesgerichtshof hat entschieden, daß Google Begriffe aus Autocomplete entfernen muß, wenn sich jemand beschwert.

Die Richter befanden, dass es niemand hinnehmen muss, wenn die Funktion namens Autocomplete bei der Suche nach einem Namen in der Suchzeile zusätzlich dazu unangenehme oder beleidigende Begriffe vorschlägt.

» Google muss beleidigende Suchworte sperren

 

Piraten
Klaus Kusanowsky sinniert über das systemische Dilemma der Piratenpartei.

Die Relevanz der Piratenpartei ergibt sich durch ihre erfolgreiche Selbstorganisation und ihren Niedergang erlebt sie in dem Augenblick, indem versucht wird, diese Selbstorganisation in formalisierte Entscheidungsfindungsverfahren zu überführen. Man könnte auch sagen: die Partei trollt sich selbst.

» Über den Niedergang der #Piratenpartei

 

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Anti-Werbeblocker-Kampagne der Mainstreampresse:
Schwache Kritik an einem legitimen Appell

Der Appell einiger deutscher Nachrichtenangebote an die Besucher, Werbeblocker zu deaktivieren, zieht viel Kritik auf sich. Die Argumente, die gegen das legitime Unterfangen hervorgebracht werden, taugen nichts.

WerbeblockerLange nicht mehr habe ich einen Aufruhr in der deutschsprachigen Blogosphäre so wenig verstanden wie den, der durch eine aktuelle Anti-Werbeblocker-Kampagne von Spiegel Online, sueddeutsche.de, faz.net, zeit.de, golem.de und RPOnline ausgelöst wurde. Die genannten Medienangebote bitten die Besucher ihrer Sites mit netten Worten, während des Lesens Software zum Ausblenden von Anzeigen zu deaktivieren. Bei Spiegel Online würden entsprechende Tools bei 25 Prozent der Seitenaufrufe verhindern, dass Werbung angezeigt werden kann. Rund zehn Millionen Mal wurde der bekannte AdBlocker Adblock Plus allein in Deutschland bisher heruntergeladen.

Mir fällt kaum ein legitimeres Anliegen ein. Für kostenfreie, werbefinanzierte Inhalte ist es in der Tat erforderlich, dass ein größtmögliche Zahl der Anwender auch tatsächlich mit den Anzeigen erreicht wird. Der Ton der Kampagne ist freundlich und sachlich. Golem (Disclaimer: gelegentlicher Syndizierungspartner von netzwertig.com) erläutert in einem längeren Beitrag, wie man Anwender belästigende Werbung zu verhindern versuche und warum man darauf angewiesen sei, die Leser mit Werbung zu erreichen. Die Teilnehmer der Aktion rechtfertigen sich regelrecht dafür, warum sie ihre Besucher bitten, die Anzeigen nicht auszublenden. » weiterlesen

Werbung Pay-per-Use – Schweizer Provider Artmotion mit neuem Bezahlmodell

artmotion-logoHosting Spezialist Artmotion setzt auf Zukunftstrend. Als erster Schweizer Provider bietet er mit Pay-per-Use eine Lösung, bei der Sie nur für das bezahlen, was sie auch tatsächlich nutzen.

Artmotion Geschäftsführer Mateo Meier hat mit seiner Ankündigung, künftig das Angebot über ein Pay-per-Use Modell abzuwickeln, für einen Paukenschlag gesorgt. „Angesichts veränderter Bedürfnisse müssen Anwender und Anbieter über neue Bezahlmöglichkeiten nachdenken“, erklärt Meier die Notwendigkeit einer Veränderung. Die Nachfrage nach solchen Angeboten ist in der Softwarebranche nicht neu. Durch die stärkere Verbreitung von Cloud-Computing und Software-as-a-Service ist der Ruf nach flexibleren Modellen aber deutlich stärker geworden. „Kunden sollten auch nur das zahlen, was Sie tatsächlich nutzen und von uns erhalten“, begründet Mateo Meier sein Vorhaben.

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IT nur bei Gebrauch zahlen
Unternehmen gehen mit dem Pay-per-Use Modell keine langfristigen Verpflichtungen mehr ein und können entsprechend flexibler planen. Die in der Branche üblichen Jahresverträge entfallen und der Vertrag ist durch die Kunden jederzeit kündbar. Durch die minimalen Investitionskosten wird das neue Modell auch für kleine und mittelständige Betriebe finanzierbar, die sich bisher eine professionelle Serverlösung nicht leisten konnten. „Aus der Industrie und von den Kunden kommt eine grosse Zustimmung für das neue Bezahlmodell“, so der Geschäftsführer von Artmotion weiter.

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Bezahlmodell der Zukunft?
Mit den Pay-per-Use Modell reagiert die Industrie und besonders Artmotion auf die veränderten Bedürfnisse bei den Konsumenten. Starre Verträge mit langen Laufzeiten wirken eher wie ein Relikt aus den frühen Jahren der IT-Branche. Es wird daher auch niemanden überraschen, wenn zukünftig noch mehr Firmen aus der Hosting-Branche auf das neue Bezahlmodell setzen. Artmotion hat es vorgemacht und es werden weitere folgen.

Über Artmotion
Die Artmotion GmbH ist ein spezialisierter Pay-per-Use Provider mit Sitz in Zürich und Zug (Schweiz). Das Unternehmen wurde 2000 vom heutigen CEO Mateo Meier mitbegründet und ist seither kontinuierlich gewachsen. Mit einem jährlichen Umsatzwachstum von rund 50 Prozent und zwei verfügbaren Datacentern mit einer Gesamtfläche von rund 1’500 m² gehört Artmotion zu den Top-Providern in der Schweiz. Wir verstehen es, unseren Kunden einen individuellen Service zu garantieren und bestechen durch Qualität und Leistung. Mit unserem innovativen Pay-per-Use Modell zahlen Sie nur das, was Sie auch tatsächlich benötigen.

“Deutsches Google Voice”:
Regulatorischer “Eiertanz” und Kosten zwingen sipgate one in die Knie

Bei sipgate one konnten Nutzer kostenfrei eine deutsche Mobilfunknummer erhalten, diese auf bestehende Anschlüsse weiterleiten und sich Nachrichten automatisch transkribieren lassen. Doch das schwierige regulatorische Umfeld sowie hohe Kosten machen den Düsseldorfern einen Strich durch die Rechnung.

sipgate oneBevor Google mit selbstfahrenden Autos, Glass und Now die Fantasie von Technologiefreunden anregte, gehörte der webbasierte Telefonmanager Google Voice zu den innerhalb von Early-Adopter-Kreisen besonders hochgelobten Diensten des Internetunternehmens. Mit den neuen Schwerpunkten wurde es ruhiger um den bisher lediglich in den USA und Kanada verfügbaren Service, der angetreten war, um unter dem Motto “Eine Nummer für alle deine Telefone, für immer” die Telefonie zu revolutionieren. Nutzer von Google Voice erhalten eine einzige Telefonnummer, die sie mit Hilfe von Regeln je nach Anrufer an das private, dienstliche oder mobile Telefon weiterleiten und über eine Google Mail ähnliche Weboberfläche verwalten können.

Nach Deutschland gelangte Google Voice nie – abgesehen von einer in Gmail integrierten Telefonie-Funktion. Doch Anfang 2011 lancierte der 2004 gegründete Düsseldorfer VoIP-Dienstleister sipgate ein nicht unähnliches Angebot. Bei dem sipgate one genannten Dienst erhalten Anwender aus Deutschland eine 0157-Mobilfunknummer, welche auf eine beliebige Festnetz- und Handynummer sowie auf einen Skype-Benutzernamen weitergeleitet werden kann. Für die Verwaltung steht Usern eine Weboberfläche zur Verfügung, über die auch automatisch transkribierte Nachrichten vom Anrufbeantworter abgerufen werden können. Die Kernfunktionen von sipgate one sind kostenlos. Wer SMS versenden oder Anrufe in Fest- oder Handynetze initiieren möchte, zahlt dafür. » weiterlesen

Linkwertig:
Google I/O, Handeln, Denken, Werben

Google I/O
Die Futurezone gibt einen kleinen Ausblick auf die morgen startende Google I/O.

Es wäre wohl verwunderlich, wenn Google Glass in diesem Jahr keine Rolle auf der I/O spielen würde.

» Was zur Google I/O zu erwarten ist

 

iTunes
Asymco mit einigen interessantes Zahlen zu iTunes. U.a. beträgt der Umsatz pro Benutzer und Jahr 40 Dollar.

» iTunes users spending at the rate of $40/yr

 

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