Die Telekom und die Spotify-Trafficbefreiung:
Warum einfach, wenn es auch richtig kompliziert geht

Telekom-Nutzer mit einem entsprechenden Tarif glaubten, bei der Nutzung von Spotify ihr Inklusiv-Datenvolumen nicht anzutasten. Sie kannten die verschiedenen Ausnahmen nicht, die es seitens der Telekom gibt. Der Konzern scheint nicht anders zu können, als Produkte unnötig zu verkomplizieren.

Telekom Die Deutsche Telekom macht es Kritikern und Zynikern aber auch zu leicht: ifun und heise Online dokumentierten in den letzten Wochen eine kleine Geschichte aus der Welt der Bonner, die ziemlich gut illustriert, warum einem schwergewichtigen Großkonzern wie dem deutschen Netzbetreiber in Sachen zeitgemäßer Consumer Innovation einfach nicht viel zuzutrauen ist.

Alles begann mt der Schaffung einer speziellen Spotify-Option für T-Mobile-Kunden, bei der sämtlicher über die Musik-App verursachter Datenverkehr inbegriffen sein und nicht auf das monatliche Trafficlimit angerechnet werden sollte. Das verstößt zwar gegen die Prinzipien der Netzneutralität, aber von der ist man bei der Telekom ohnehin kein großer Fan. » weiterlesen

“Blue Button”:
Schweizer Werbe- und Startup-Allianz will TV-Spots aus der Steinzeit holen

Millionen Menschen schauen Fernsehprogramme mittlerweile über das Internet. Doch in den Werbeblöcken wird das sich daraus ergebende Potenzial bislang komplett vernachlässigt. In der Schweiz soll sich das jetzt ändern: Ein Technologie-Startup, der führende Werbevermarkter sowie drei Streaming-Services machen dazu gemeinsame Sache.

WerbungLineare TV-Sender über das Internet zu streamen, ist mittlerweile für Millionen Nutzer in Deutschland und der Schweiz eine regelmäßige Aktivität. Branchenprimus Zattoo – der einzige Dienst, der in beiden Ländern angeboten wird – gab erst zur Fußball-WM neue Meilensteine bekannt. Knapp 1,1 Millionen User in Deutschland streamten im Juni TV-Sender über das Angebot. 800.000 Anwender griffen dabei über mobile Geräte auf Zattoo zu.

Doch obwohl der IP-basierte Abruf von Live-Sendungen aus Sicht von Werbekunden ganz neue Möglichkeiten der zielgerichteten Interaktion mit der Zuschauerschaft ermöglicht, wurde dieses Potenzial bislang kaum genutzt. Die Spots, die in den Werbeblöcken der Sender ausgestrahlten wurden, landen unangetastet im Stream, ohne dass bei der Form der Übertragung dieser Anzeigenfilme differenziert wurde. Und ohne dass User sich tiefergehend mit angepriesenen Produkten befassen können, so sie dies wünschen. » weiterlesen

Linkwertig:
Facebook, Agenda, Dialog, Apple

Facebook
Facebook gibt mit Save Benutzern fortan die Möglichkeit, sich Inhalte für den späteren Konsum zu markieren.

» Introducing Save on Facebook

 

Digitale Agenda
Netzpolitik hat sich den Entwurf der Digitalen Agenda angeschaut.

Wir präsentieren hier den Zwischenstand als Leak und sind noch nicht begeistert.

» Wir präsentieren den Entwurf der Digitalen Agenda

 

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Amazons E-Book-Umsätze:
Selfpublishing fordert führende Buchverlage heraus, und das ist gut

Milliardenschwere Buchverlage beklagen sich über Amazons erpresserische Verhandlungstaktiken. Dem Konflikt zugrunde liegt ein erheblicher, maßgeblich von Amazon ausgelöster Bedeutungsverlust der alteingesessenen Branchenakteure im E-Book-Markt. Aus Sicht von Konsumenten und Autoren ist diese Entwicklung gar nicht schlecht.

BuchSeit einigen Wochen eskaliert ein Konflikt zwischen führenden Buchverlagen und Amazon. Einige schwergewichtige Vertreter bezichtigen Amazon der Erpressung. Der Onlinehändler verzögere gezielt die Auslieferung gedruckter Bücher, um sich bessere Konditionen und Rabatte zu erzwingen. In den USA sind derartige Vorwürfe unter anderem vom Verlag Hachette zu hören. In Europa fühlt sich das schwedische Medienhaus Bonnier von Amazon unrechtmäßig unter Druck gesetzt. Zuletzt reichte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels wegen des in seinen Augen zweifelhaften Geschäftsgebarens beim Bundeskartellamt Beschwerde gegen Amazon ein. » weiterlesen

Payfriendz:
Ein Finance-Startup, das zum Debüt viel richtig macht

Wer im dicht gedrängten Markt mobiler Payment- und Banking-Dienste auf sich aufmerksam machen will, muss schon herausragende Features oder Konditionen bieten. Dem deutsch-britischen Startup Payfriendz gelingt dies – auch wenn es ins Geld gehen dürfte.

PayfriendzWenn man viele Jahre lang neue Onlinedienste und Anwendungen ausprobiert, dann stumpft man ziemlich ab. Wenig kann einen noch wirklich begeistern. Wenn es dann doch geschieht, kommt es unerwartet. Wie bei Payfriendz, einem neuen App-Startup unter deutscher Regie mit Sitz in London, das am gestrigen Montag sein Debüt für iPhone und Android feierte.

Im ersten Moment wirkt Payfriendz einfach wie ein weiterer Anbieter des sich bei Startups gerade großer Beliebtheit erfreuenden Segments der Peer-to-Peer-Geldtransfers. Diverse Dienste aus Deutschland wie Steep oder Cringle (unser Review) bieten Nutzern die Möglichkeit an, ihre Bankkonten zu “verlinken”, um anschließend bequem und nur über die Handynummer beziehungsweise das Facebook-Konto Geld an Freunde oder Bekannte zu senden. » weiterlesen

Linkwertig:
iOS, Bauer, Flash, Wink

iOS
iOS 7 ist laut einer neuen Analyse zwar recht sicher, hat aber Möglichkeiten für Hintertürchen eingebaut.

» Forensic scientist identifies suspicious ‘back doors’ running on every iOS device

 

Bauer
Die Verlagsgruppe Bauer – bekannte etwa für Bravo oder Coupé – legt laut deutsche-startups einen 100-Millionen-Fonds auf.

Bereits vor vierzehn Jahren investierte Bauer schon einmal im großen Stil in die digitale Welt.

» Verlagsgruppe Bauer legt 100-Millionen-Fonds auf

 

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Der Unterschied zwischen dem Silicon Valley und der Welt:
“Alle raten einem immer, eine Firma zu gründen”

Viele Regionen und Technologie-Cluster versuchen, dem Silicon Valley nachzueifern. Doch solange nicht Unternehmertum als ultimative Lösung in allen Lebenslagen gesehen wird, kann daraus nichts werden.

ValleySeit mindestens einem Jahrzehnt debattieren Protagonisten der deutschen Internetwirtschaft über die Frage, wie man hierzulande die Dynamik und Erfolge des Silicon Valley nachahmen kann. Mit dem, was dazu gesagt und geschrieben wurde, lassen sich dicke Bücher füllen. An etablierten oder angestrebten Gründer-Hotspots in anderen Ländern beschäftigt man sich mit der gleichen Frage.

Gründe, warum das Silicon Valley zusammen mit der angrenzenden Metropole San Francisco so einmalig und in dieser Form nicht kopierbar ist, gibt es freilich viele. Doch anstatt dazu Aufsätze zu schreiben, reicht es im Prinzip, auf diesen am Wochenende erschienenen TechCrunch-Artikel zu verweisen. Es geht um ein Phänomen, welches für Europäper so fremd und unvorstellbar ist wie der Gedanke, das ganze Jahr in kurzer Hose und Flipflops durch die Gegend zu laufen: Wer im Valley in eine Lebenskrise rutscht, ein Beziehungsende miterlebt, gelangweilt ist oder gerade einen Job verloren hat, hört stets die Empfehlung, ein Unternehmen zu gründen. » weiterlesen

Zusammenprall:
Das Netz trifft auf eine Welt voller Quatsch und Illusionen

Viele alltägliche Grundannahmen, Geschäftspraktiken und Bräuche entpuppen sich bei genauerem Hinschauen als Quatsch, historische Unfälle oder pure Illusion. Im Netzzeitalter werden mehr Menschen mit dieser Realität konfrontiert.

Diamant

Das Internet verändert die Welt und das Leben ihrer Bewohner auf vielfältige Weise. Ein ganz besonders bemerkenswerter Effekt ist, wie die digitale Vernetzung Normen, Konventionen und Traditionen in Frage stellt. Die Art, wie Wirtschaftssysteme, Wertschöpfungsketten und Gesellschaften in der analogen Ära funktionierten, erscheint plötzlich nicht mehr alternativlos. Vorgänge und Annahmen, die bislang als das “Normale” galten, zeigen Anzeichen historischer Unfälle.

Was mindestens seit dem Beginn des Industriezeitalters eine Selbstverständlichkeit war, wirkt heute dank des wissenschaftlichen, technischen und intellektuellen Fortschritts überholt und ineffektiv. Doch regelmäßig wird deutlich: Der Mensch tut sich extrem schwer damit, die existierenden Strukturen und die das Zusammenleben und Wirtschaften regelnden Übereinkünfte an die neue Realität anzupassen. Anders ausgedrückt: Die Technologie prescht voran und die Gesellschaft hinkt mit halbem Tempo hinterher, zerrissen zwischen dem Wunsch nach Optimierung sowie Behebung von Missständen und dem nach Erhalt des zwar nicht perfekten, aber wenigstens vertrauten und für alte Gatekeeper lukrativen Status Quo.

Aaron Swartz, Programmierer-Talent, Mitgründer von Reddit und politischer Aktivist, gehörte zu den Menschen, die frühzeitig erkannten, wie das Internet die bestehende Ordnung in Frage stellt. Sein Leben, das mit einem tragischen Suizid im Alter von 26 Jahren endete, wurde gerade in einer sehenswerten Dokumentation verfilmt (YouTube-Link). » weiterlesen

Linkwertig:
Netzpolitik, Kunst, DRM, Dropbox

Netzpolitik
Das Handelsblatt versucht sich an einer Bilanz der Netzpolitik der Regierung.

Ihre „Digitale Agenda“ füllt viele Seiten des Koalitionsvertrags und listet etliche Vorhaben zur Netzpolitik der kommenden vier Jahre auf. Doch davon ist kaum etwas umgesetzt.

» Die Regierung taumelt orientierungslos durchs Neuland

 

Kunst
Golem fragt sich mit Googles DevArt, ob Code auch Kunst sein kann.

Aber was soll DevArt konkret sein? Und sind die Künstler Informatiker auf neuen Wegen oder fachfremde Menschen, die ein bisschen coden gelernt haben?

» Ist das Kunst?

 

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Samstag App Fieber:
DBook, Smallpdf, Walls.io

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche einige Tools aus dem deutschen Sprachraum vor, die vor kurzem gestartet sind.

Dieses Mal mit: DBook – ein Editor für komplexere Texte; Smallpdf – PDFs konvertieren und modifizieren; und Walls.io – eine Twitterwall.

 

DBook ist ein webbasierter Editor, der vor allem das Erstellen von strukturierten, längeren und ggf. kollaborativ erstellten Texten vereinfachen und verbessern will. Die primäre Idee dabei ist, dass lange Texte in kleinere Stücke zerteilt werden, die dadurch leichter zu schreiben und zu verwalten sind (wer z.B. Scrivener kennt weiß, wie nützlich das sein kann). Sämtliche Textblöcke können in der Folge nicht nur gemeinsam geschrieben, sondern etwa auch gegengelesen oder freigegeben werden, auch eine Versionskontrolle der Texte ist möglich. Das Einführungsvideo zeigt sehr schön, was man zu erwarten hat.

 

 

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