Deutschlands wirtschaftliche Zukunft im Digitalzeitalter:
Wieso vernichtende Kritik und große Anerkennung berechtigt sind

Was Internet-Infrastruktur und Netz- und Gründerpolitik angeht, liegt in Deutschland viel im Argen. Doch während wir über die Versäumnisse klagen, sieht der amerikanische Ökonom und Publizist Jeremy Rifkin ausgerechnet die Bundesrepublik als Vorbild, was Standortfaktoren für eine gelungene Wirtschaft der Zukunft angeht. Es ist nur ein scheinbarer Widerspruch.

3D-Druck gehört zu den Hoffnungsträgern der kommenden Wirtschaftsära

Wir Deutschen gehen bekanntlich hart mit uns und den Entwicklungen im Land ins Gericht. Gerade was den Fortschritt, die Rechtsprechung und die politischen Vorstöße in Bezug auf die Regulierung und Formung der digitalen Welt angeht, liegt auch zweifellos einiges im Argen.

Ich formulierte es im September diplomatisch, als ich konstatierte, dass sich der hiesige Mittelstand auf dem Erfolg von “Made in Germany” ausruht. André Vatter greift in einem aktuellen, emotionalen Text zum Status Quo zu deutlicheren Worten: Die deutsche Digitalpolitik sei nicht das Ergebnis von Dummheit, Ignoranz oder Verbohrtheit, sondern Vorsatz. Seine These: Die ausbleibenden Investionen sind nichts anderes als Subventionen für die “Wirtschaft 1.0”. Er nutzt seine lesenswerte Brandrede auch dafür, einen Überblick über viele der kleinen und großen Missstände zu geben, die derzeit die Zukunftschancen für die deutsche Wirtschaft verschlechtern.

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Linkwertig:
CC, QS, EU, Barbie

Creative Commons
Creative Commons hat einen Bericht zum Stand der Dinge veröffentlicht. Bis dato wurden etwa fast 900 Mio. Dokumente unter einer CC-Linzenz veröffentlicht.

» Creative Commons at 12 years

 

Quantified Self
Endlich wollen auch die Versicherungen auf die Daten unserer Fitnesstracker zugreifen.

Dabei soll eine neue Bindung zwischen Versichertem und Versicherten entstehen.

» Generali will Fitnessdaten von Versicherten sammeln

 

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Samstag App Fieber:
Descape, Vertragslotse, Nachrichtentisch

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche einige Tools aus dem deutschen Sprachraum vor, die vor kurzem gestartet sind.

Dieses Mal mit: Descape – Jobreisen; Vertragslotse – Verträge organisieren; und Nachrichtentisch – eine Art Aggregator.

 

‘Traumjobs unterm Tannenbaum’ verspricht Descape und offeriert in diesem Sinne kleine Escapes bei einer Palette an Jobs (Tischler oder Entwickler in Berlin, Winzer in Österreich, Surfboardbauer in Portugal, usw.), in die man immer schon einmal hineinschnuppern oder die man einmal hautnah erleben wollte. Die erwartbaren Eindrücke und jeweiligen Rahmenbedingungen werden kurz vorgestellt, hat man etwas Passendes gefunden, kann man sich gleich anmelden.

 

 

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Venmo, Snapcash und viele Startups:
Warten auf das WhatsApp der mobilen Geldtransfers

In den USA versenden mittlerweile Millionen Menschen untereinander kleinere Geldbeträge per Smartphone. Auch dank vergleichsweise niedriger Einstiegshürden wird der deutsche Markt bald nachziehen.

P2P-GeldtransferApple Pay und andere Dienste zum mobilen Bezahlen werden in Deutschland wohl aufgrund unvorteilhafter Rahmenbedingungen noch eine Weile auf ihren Durchbruch warten müssen. Doch das heißt nicht, dass alle das Smartphone involvierenden Finanzvorgänge hierzulande auf lange Zeit zum Nischendasein verdammt sind. Im Gegenteil. Es spricht einiges dafür, dass sogenannten Peer-to-Peer-Überweisungen zwischen zwei Personen innerhalb naher Zukunft eine Standardpraxis auch bei hiesigen Smartphone-Nutzern werden. Ich wage die Prognose, dass in einem Jahr ein Anbieter in Deutschland diesen Markt zumindest in der Zielgruppe der jungen Smartphone-Nutzer weitgehend dominiert und mindestens eine Million aktive User vorweisen kann.

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Linkwertig:
Satire, 510 Systems, Swartz, 1995

Qualitätssatire
Eine neue Studie zeigt, dass Satiresendungen wie Last Week Tonight oder die Daily Show in den USA deutlich mehr Bewußtsein über Themen erzeugen können, als die klassischen Nachrichtenmedien.

» Satire Programs Do a Better Job Informing Viewers Than Actual News Outlets

 

Googleless Driverless Car
In den selbstfahrenden Autos von Google steckt vielleicht weniger Google als man denkt. Laut IEEE Spectrum wurde das meiste mit der Übernahme von 510 Systems zugekauft, nur hat Google das bis dato vergessen zu erwähnen.

Die Mitarbeiter wurden zu Stillschweigen über den Kauf verpflichtet. Google erwähnt die Beiträge von 510 Systems zu den Roboterautos mit keinem Wort.

» Street-View- und Roboterauto-Technik von Google zugekauft

 

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Tweets teilen per Direktnachricht:
Twitters neue kleine Funktion mit großer Bedeutung

Mehr als eine Milliarde Menschen nutzen Chat-Apps, um im kleinen Kreis zu kommunizieren. Mit einem neuen Feature, um Tweets selektiv mit einzelnen Personen zu teilen, signalisiert Twitter Ambitionen, diesese Potenzial erschließen zu wollen.

TwitterBei Twitter kriselt es seit einiger Zeit. Um nicht ganz das Vertrauen der Anleger zu verlieren, kündigte das Unternehmen vor anderthalb Wochen auf einem speziellen Event eine Reihe von auf die Erhöhung des Nutzerwachstums und der Aktivität bestehender User abzielende Produktinitiativen an. Wenige Tage später lässt die Firma Taten folgen: Seit dieser Woche enthält Twitters Suchefunktion sämtliche seit dem Debüt des Dienstes im Jahr 2006 publizierten Tweets. In der Nacht zu Freitag folgte die nächste Neuerung: Anwender der iOS- und Android-App können nun einzelne Tweets direkt aus dem Kontextmenü per Direktnachricht an ausgewählte Personen schicken. TechCrunch kommentiert die Einführung der Funktion mit der Feststellung, dass es sich nicht um einen besonders häufig geäußerten Feature-Wunsch handele. Mag sein. Einer hat sich dieses Feature aber ganz bestimmt gewünscht: meine Wenigkeit. Ich nahm mir im März auch die Freiheit, meinen Wunsch zu begründen und die möglichen Vorzüge aufzuzeigen.

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Jimdos Erfolg in Japan:
“Wegen eines Website-Baukastens Autogramme zu geben, ist irgendwie verrückt”

Vor fünf Jahren ließen sich die Macher des deutschen Website-Baukastens Jimdo auf ein Experiment ein: Sie schufen mit lokaler Unterstützung einen Ableger in Japan. Dieser entwickelte sich zu einem echten Hit, mit verrückten Nebeneffekten.

Jimdo-Mitgründer Fridtjof Detzner vor Hunderten japanischen Jimdo-Nutzern

Vor einigen Wochen präsentierte mir mein Facebook-Newsfeed ein seltsames Foto: Es zeigte Fridtjof Detzner, einer der drei Gründer des Hamburger Websitebaukasten-Anbieters Jimdo, enthusiastisch vor einigen Hundert in einem großen Saal sitzenden Japanern, die mit strahlenden Gesichtern die Hände in die Höhe streckten. Was war da los?

Bei genauerem Hinschauen erfuhr ich: Das Foto stammte von den Feierlichkeiten des fünfjährigen Bestehens von Jimdo Japan. 2009 gründeten die Norddeutschen in Kooperation mt dem japanischen Telekommunikationsanbieter KDDI einen Ableger im Land der aufgehenden Sonne (unser damaliger Bericht). Das auf dem Foto festgehaltene Ausmaß des jüngsten Jubiläums-Events in Tokio verdeutlicht mehr als Worte, wie erfolgreich sich das Projekt entwickelt hat. » weiterlesen

Ein Plädoyer an Inbox-Verschönerer:
Gebt jetzt nicht auf, ihr seid auf dem richtigen Weg!

Nach dem vereitelten Masterplan zur Abschaffung der E-Mail gab es zuletzt gleich mehrere Versuche, das alte aber notwendige Medium zu verschönern. Trotz kaum restlos überzeugender Ansätze zeigt es sich hier, dass die Entwickler im Prinzip auf dem richtigen Weg sind.

Neuer E-Mail-Ansatz IBM Verse auf einem iPad. Bild: IBM.

Neuer E-Mail-Ansatz IBM Verse auf einem iPad. Bild: IBM.

Thierry Breton, Chef des französischen IT-Systemhauses Atos Origin, sorgte Anfang 2011 für Aufsehen mit dem Wunsch, die E-Mail aus seinem Unternehmen zu verbannen. Möglichst binnen drei Jahren. Ein Jahr später die Bestätigung der Bekräftigung: “Ja, wir schaffen das!”. Mittlerweile sind fast vier Jahre seit Bretons Schlachtruf vergangen und die E-Mail erfreut sich weiterhin hoher (Un)Beliebtheit. Vom deutschen Atos-Sprecher Stefan Pieper las man im September diesen Jahres noch einmal die Parole: “Schafft die E-Mail ab!”. Geschafft habe man das auch unternehmensintern bisher nicht, gibt Pieper in seinem Plädoyer zu, aber man habe die Kommunikation an sich reduziert oder von der E-Mail auf andere Kanäle verlegt.

Während Atos also weiterhin daran festhält, die Kommunikation auf Teufelkommraus von der E-Mail anderswohin zu verlagern, scheint anderenorts ein Umdenken eingesetzt zu haben: An Stelle der Abschaffung der E-Mail steht nun das weitaus moderatere Ziel, die Kommunikation mit der E-Mail zu verbessern. Jüngste Ansätze sind die attraktive E-Mail-App Mailbox, Googles GMail-Ableger Inbox, Microsofts Postfachstaubsauger Clutter und IBMs Mischung aus Mailpostfach und Social Network, Verse. Sie alle haben eins gemeinsam: Sie schlagen die richtige Richtung ein, doch die endgültige Lösung sind sie nicht. » weiterlesen

Linkwertig:
Twitter, Zukunft, Firefox, Uber

Twitter
Praktisch für kleine Zeitreisen: Nur 8 Jahre nach dem Start hat es Twitter geschafft, in der Suche alle, also auch allen frühen, Tweets zu erfassen.

» Building a complete Tweet index

 

Frauen
Edition F hat 25 Frauen gekürt, die unsere digitale Zukunft prägen könnten.

Diese Frauen bewegen unsere Gesellschaft. Mit ihren Ideen, ihrem Handeln und ihrem Engagement.

» Die 25 Frauen für die digitale Zukunft

 

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Apple Pay:
In Deutschland keine Chance

Die Voraussetzungen für einen Erfolg von Apples neuem Bezahldienst in Deutschland sind sehr schlecht. Wahrscheinlich werden sich die wenigen Interessierten noch einige Jahre gedulden müssen.

Weiterhin sehr wichtig im deutschen Einzelhandel: die Bargeldkasse.

Angesichts der im internationalen Vergleich der Industrieländer ungewöhnlich hohen Bargeldaffinität der Deutschen war von Beginn an klar, dass der hiesige Markt für Apple Pay eine Herausforderung werden würde. Diverse Studien der letzten Zeit legen den Schluss nahe, dass der Bezahldienst es hierzulande tatsächlich extrem schwer haben dürfte.

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