202 Artikel in der Kategorie Specials auf netzwertig.com.

Anwender und die Gewohnheit:
Wie Startups sich mit smarten Kniffen ihre Nutzer angeln

Wenn die Verwendung einer App bei Nutzern zur Gewohnheit wird, haben Startups das große Los gezogen. Ein neues Buch beschreibt, wie Gründer und Entwickler dieses Ziel erreichen – und es illustriert gleichzeitig das Problem der heutigen Webwirtschaft.

Entwickler und Gründer von Startups im an Endkonsumenten gerichteten Web- und Mobile-Segment sehen sich bei der Etablierung ihrer Angebote mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert: Es gibt extrem viele von ihnen, während Zeit und Aufmerksamkeit der Anwender begrenzt sind. Häufig wird der Produktnutzen aus Usersicht nicht sofort klar, was die Akquisition von Anwendern erschwert. Auch Abnutzungseffekte sowie sich schnell verändernde Trends innerhalb gewisser demografischer oder regionaler Gruppen gehören zu den Aspekten, die den Aufbau eines nachhaltig wirtschaftlichen Onlineprodukts erschweren. Doch es gibt ein Rezept, mit dem sich die Macher von Apps und Internetservices bis zu einem gewissen Grad von derartigen Unwägbarkeiten unabhängig machen beziehungsweise trotz dieser Erfolge feiern können: Indem sie die regelmäßige Verwendung der Dienste bei den Nutzern zu einer fest in ihrem Alltag verankerten Gewohnheit machen.

Im englischsprachigen Fachjargon wird dieser Zustand, bei dem User selbstverständlich in regelmäßigen Abständen und trotz aller Ablenkungen und Alternativen immer wieder eine bestimmte App aufsuchen, gerne mit dem Begriff “hooked” beschrieben – vom Haken (“hook”), mit dem User geangelt und anschließend nicht mehr losgelassen werden. Wenn Smartphone-Besitzer im Laufe des Tages wie besessen immer und immer wieder Facebook, Twitter, Pinterest oder WhatsApp öffnen – aus konkretem Anlass oder lediglich, um nachzuschauen, ob es dort etwas Neues gibt – dann sind sie “hooked”; der stetige Blick auf die App hat sich für sie zu einer Gewohnheit entwickelt, ähnlich wie das Einnehmen von Speisen oder das morgendliche Zähneputzen. Auch wenn sie täglich nach der Mittagspause und dem Abendessen Duolingo oder Busuu öffnen, um eine kurze Sprachlern-Aufgabe zu absolvieren, vor dem Beginn der Joggingrunde ohne großes Nachdenken Runkeeper oder Runtastic einschalten und beim Beobachten einer beeindruckenden Landschaftsszenerie immer ihr Mobiltelefon zücken, um einen Schnappschuss für Instagram oder Vine anzufertigen, handelt es sich um zur Gewohnheit gewordene Nutzungsmuster. Aus Anwendersicht ist dann kein bewusster Handlungsentschluss (“Ich muss heute noch Facebook checken”) mehr erforderlich – der Vorgang hat sich automatisiert. Für die betroffenen Dienste ist dies der Jackpot, der ihr Fortbestehen sichert. » weiterlesen

Unser E-Book zum Jahresabschluss:
“netzwertig.com – Band II” – jetzt kaufen

Wir haben 50 der besten, charakteristischsten und wichtigsten Beiträge des Jahres in einem E-Book zusammengefasst.

netzwertig.com Band IIIm vergangenen Jahr war es noch ein Experiment, jetzt machen wir es zu einer Tradition: Unser Dezember-E-Book mit einer Auswahl der besten, charakteristischsten und wichtigsten Beiträge der vergangenen zwölf Monate. Heute präsentieren wir euch “netzwertig.com Band II – 50 weitere Betrachtungen zum digitalen Wandel”. Das Werk steht in den Formaten ePub, mobi und PDF für 3,75 Euro zum Download bereit.

Hier geht es zum Download des E-Books

Wie im vergangenen Jahr veröffentlichen wir die Texte aus dem Buch abermals unter einer Creative Commons Lizenz vom Typ Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Schweiz (CC-BY-SA 3.0). Das bedeutet, dass die Artikel aus dem Buch auch in einem kommerziellen Umfeld publiziert und genutzt werden dürfen, solange der jeweilige Autor genannt ist, zur Quelle (dem Originalartikel) verlinkt wird und die Veröffentlichung unter gleichen Bedingungen erfolgt.

Das E-Book selbst stellen wir unter eine Creative Commons Lizenz vom Typ Namensnennung – Nicht Kommerziell – Keine Bearbeitung- 3.0 Schweiz (CC-BY-NC-ND 3.0). Ihr dürft das Werk also euren Bekannten zugänglich machen, selbst nach Ablauf der 24-stündigen Gratisphase – solange dies nicht in einem kommerziellen Rahmen geschieht.

Bei der Produktion und Vermarktung des E-Books erhielten wir tatkräftige Unterstützung von buch & netz aus Zürich, gegründet vom ehemaligen Blogwerk-Geschäftsführer Andreas Von Gunten. buch & netz hilft Lesern, Bücher zu entdecken und betreibt als Buch- und Onlineverlag eine Plattform zur Vernetzung, Publikation, Promotion und Monetarisierung von Büchern und Buchinhalten aus eigenen Produktionen, sowie für ausgewählte Werke von anderen Verlagen und selbstständigen Autoren. Weitere Informationen zu den Diensten von buch & netz findet ihr auf buchundnetz.com.

Nun wünschen wir euch viel Spaß bei der Lektüre und freuen uns natürlich, wenn ihr das E-Book weiterempfehlt!

LeWeb 2013:
Treffen der Etablierten

Vergangene Woche fand in Paris eine der größten und ältesten Tech-Konferenzen Europas statt: Die LeWeb feierte in der französischen Hauptstadt ihren zehnten Geburtstag. Es war vor allem ein Treffen der Etablierten.

LeWeb Paris 2013Unter dem Leitmotto „The next 10 years in tech“ hatte sich die die LeWeb-Konferenz in Paris einiges vorgenommen. Neben Größen der Tech- und Internetbranche wie Guy Kawasaki, Tony Faddell von Nest Labs, Brian Solis von Altimeter, David Marcus von Paypal und Gary Vaynerchuk kamen auch Arnaud Montebourg, der französische Minister für industriellen Aufschwung, und Fleur Pellerin, Ministerin für kleine und mittelständische Unternehmen, Innovation und Digitale Wirtschaft.

Inhaltlich versprach die LeWeb vieles, konnte es aber nur in Teilen halten. Anstatt sich mit den möglichen Trends der nächsten zehn Jahre auseinander zu setzen, ließ man die Vergangenheit Revue passieren lassen und bereits bekannte Themen wie Internet of Things, Health Care, 3D-Druck und Bitcoin diskutieren. Das allerseits bekannte Mantra, dass Unternehmen nur mit einer mobilen Strategie erfolgreich sein werden, durfte natürlich auch nicht fehlen.  » weiterlesen

Deutsche Startups auf USA-Kurs:
“Vergesst, was euch in der Heimat erfolgreich gemacht hat”

Der Großraum San Francisco, samt Silicon Valley, ist das internationale Sprungbrett für Startups aus dem Web- und Technologiebereich. Oliver Hanisch vom German Silicon Valley Accelerator berichtet, wie seine Organisation deutschen Jungfirmen beim US-Markteinstieg hilft. Und woran sie denken sollten.

Die Gründer eines jeden deutschen Startups profitieren davon, einige Zeit in der Gegend rund um das Silicon Valley und die benachbarte Metropole San Francisco zu verbringen. Davon ist Oliver Hanisch, einer der drei Initiatoren des German Silicon Valley Accelerator (GSVA), überzeugt. Seit Anfang 2012 hilft die Organisation aufstrebenden Web- und Technologiefirmen aus Deutschland, im amerikanischen Markt Fuß zu fassen, dortige Koopertionspartner zu finden und die Kultur zu verinnerlichen, die seit dem Aufkommen der Informationstechnologie regelmäßig Giganten mit weltweiter Bedeutung hervorbringt. » weiterlesen

Buzzword-Bingo:
Aktuelle Netzbegriffe und wie oft 2013 nach ihnen gesucht wurde

Die Analyse von Google-Suchen wurde schon erfolgreich dazu genutzt, um die Gewinner des Eurovision Song Contest vorherzusagen. Wir zeigen, wie populär aktuelle und ehemalige Buzzwords der Technologie- und Netzwelt im Jahr 2013 als Suchbegriffe sind.

Ein weiteres ereignisreiches Internet- und Technologie-Jahr neigt sich dem Ende zu. Zahlreiche Trendthemen und “Buzzwords” begleiteten uns durch die vergangenen gut elf Monate. Doch welche Bedeutung haben sie eigentlich, blickt man auf sie ausgehend von einem längeren Zeitraum? Oder anders ausgedrückt: An welchem Punkt im Hype-Zyklus befinden sie sich?  Wir werfen mit Google Trends einen Blick auf verschiedene, die Tech-Szene prägende (englischsprachige) Begriffe. » weiterlesen

Foursquare:
Das Startup, das einst bekannt dafür war, kein Geschäftsmodell zu haben

Bei Foursquare, dem Startup, das lange keine Erlösquellen vorweisen konnte, brummt mittlerweile das Werbegeschäft. Der aus Deutschland stammende Business-Development-Chef Holger Luedorf gibt Einblicke.

Wie wollt ihr Geld verdienen? Wann kommt ihr im Mainstream an? Seit Jahren hören die Vertreter des New Yorker Locationdienstes Foursquare diese zwei immer gleichen Fragen. Lange Zeit durchaus berechtigt, immerhin gelang es dem Anfang 2009 gegründeten Startup trotz einer äußerst loyalen und aktiven Kernnutzerschaft bislang nicht, sich als fester Bestandteil des mobilen Alltags bei Durchschnittsanwendern zu etablieren. Und bis vor kurzem hatte das Unternehmen zudem keine nennenswerten Umsätze vorzuweisen.

Doch heute, Ende 2013, seien beide Fragen nicht mehr wirklich aktuell. So sieht es zumindest Holger Luedorf, bei dem 170 Mitarbeiter zählenden Unternehmen für das Business Development verantwortlich. Im Gespräch in Foursquares San Francisco-Niederlassung erklärt der Deutsche, dass die seit dem Sommer auf breiter Front forcierte Werbevermarktung bereits ordentlich Umsätze in die Kassen spüle. Genaue Angaben möchte Luedorf zwar nicht machen, betont aber, dass das einstige Image des Unternehmens als vor allem bei Early Adoptern und technologie-affinen Usern beliebten Dienstes ohne Monetarisierung überholt sei. » weiterlesen

Instapaper und Pocket:
Ein Liebesbrief an Später-Lesen-Dienste

Sie bieten eigentlich nur spärliche Funktionen, können aber doch den Online-Alltag unheimlich verbessern – zumindest für Menschen, die gerne digitale Inhalte lesen: Später-Lesen-Dienste. Ein Liebesbrief an Instapaper und Pocket.

PocketFacebook testet eine Funktion, um Links in Newsfeed-Beiträgen für späteres Lesen zu speichern. Mir gibt das die Gelegenheit für einen Liebesbrief an die zwei bekanntesten Später-Lesen-Dienste. Denn dass derartige Apps eine wichtige Rolle in meinem Onlinealltag spielen, wäre noch eine Untertreibung. Ich bin regelrecht besessen davon und speichere dort 99 Prozent aller Texte, auf die ich im Web außerhalb meines RSS-Readers aufmerksam werden. Mindestens ein bis zwei Stunden verbringe ich täglich mit Lektüre, die ich zuvor beim Später-Lesen-Service meiner Wahl abgelegt habe. In meinem Fall ist dies Instapaper, Konkurrent Pocket bietet aber im Prinzip den gleichen Funktionsumfang und das im Gegensatz zu Instapaper auch für Android. Beide Services gibt es in Fassungen für iOS und Android. Insofern treffen diese Zeilen auf beide Anwendungen gleichermaßen zu. » weiterlesen

Um jeden Preis zur Konversion:
4 verzweifelt wirkende E-Mails, die Internetdienste verschicken

Wenn sich die Nutzerzahlen von Onlinediensten nicht wie erhofft entwickeln, versuchen viele Anbieter, Karteileichen und passive User durch penetrante, mit Vorwänden gespickten Mails zu reaktivieren.

MailsImmer wenn ich von einem Onlinedienst, bei dem ich mich irgendwann einmal registriert habe, urplötzlich regelmäßig (!) E-Mails erhalte, so ist mein erster Gedanke, dass der Service sich nicht so prächtig entwickelt wie von den Initiatoren erhofft. Denn wenn bei einem Angebot der Bär steppt und die User in Scharen herbeiströmen, dann würden die Macher keine Zeit haben, Karteileichen auf die Nerven zu gehen. Folgende Mailformen sind nach meiner Erfahrung besonders deutliche Anzeichen dafür, dass die antizipierte Wachstumskurve eines Services nicht mit dem tatsächlichen Trend übereinstimmt. » weiterlesen

Smarte Geräte:
13 deutsche Tech-Startups, die sich vor Hardware nicht scheuen

Die Zeiten, in denen deutsche Startups einen Bogen um Hardware machten, sind vorbei: Immer mehr hiesige Jungfirmen tüfteln an smarten Geräten.

HardwareEs scheint, als wird unsere Hoffnung Wirklichkeit: Die Zahl deutscher Startups, die sich an der Schnittstelle von Internet und Hardware postieren, wächst deutlich. Noch vor zwei Jahren werkelte nahezu jedes hiesige Jungunternehmen mit Onlineaffinität an reinen Softwarelösungen. Doch dank neuer Finanzierungsformen (Stichwort Crowdfunding), gesunkener Fertigungskosten und einer gestiegenen Experimentierfreudigkeit von Konsumenten wandelt sich dies. Während die hiesige Netzwirtschaft seit fünfzehn Jahren vergeblich versucht, auf internationaler Bühne eine ernstzunehmende Rolle einzunehmen, sind die Claims im Segment von “Smart Devices”, also internetfähiger Geräte aller Art, bisher weitaus weniger klar abgesteckt. Gleichzeitig ergeben sich hier aus der deutschen Rechtslage im weltweiten Vergleich weniger Hürden für Jungfirmen, als dies bei vielen auf die Vernetzung von Anwendern ausgelegten Onlineplattformen der Fall ist.

Mittlerweile zählen wir mindestens 13 deutsche Anbieter von smarten Geräten, viele davon noch mitten in der Launchphase. Und das ist mit Sicherheit nur die Spitze des Eisbergs. Hier sind die Akteure, die Deutschlands bevorstehende Hardware-Revolution tatkräfitig vorantreiben: » weiterlesen

Das eigene Startup gekonnt vorstellen:
Präsentationstipps für schüchterne Gründer

Eine gute Startup-Idee und -Umsetzung allein reicht meist nicht, um erfolgreich zu sein. Gründer müssen ihr Produkt auch verkaufen können, etwa bei Präsentationen vor Journalisten und potenziellen Geldgebern. Selbst wer schüchtern ist, kann dies lernen.

So lieber nicht

Robert Brandl testet und bewertet regelmäßig Web-Applikationen für das ToolTester Network.  Mehr über ihn am Ende des Artikels.

Vor Publikum präsentieren war immer eine Sache, die ich als extrem unangenehm empfand. Zu groß war die Angst, vor lauter Nervosität den Faden zu verlieren, oder vor dem Augenblick, in dem keiner über meine Witze lacht.

Trotzdem wollte ich es lernen. Ein Gründer, der nicht präsentieren kann, ist gewissermaßen wie ein Jäger ohne Jagdgewehr. Glücklicherweise bin ich der Meinung, dass man mit genug Übung alles lernen kann, und suchte mir deshalb einen Public Speaking Coach, mit dem ich mich insgesamt achtmal traf.

Die Präsentation, auf die ich mich vorbereitete, war für eine Veranstaltung des europäischen Flughafenverbandes Airport Council International in Dublin. Ich durfte über smarte Webtools referieren und darüber, wie die Marketingabteilungen von Flughäfen diese bestmöglich einsetzen können.

Hier sind die wichtigsten Punkte, die ich während des Coachings gelernt und dann in der Praxis umgesetzt habe: » weiterlesen