205 Artikel in der Kategorie Specials auf netzwertig.com.

Digitaler Reisebericht:
Zurück aus einer Diktatur

Wenn man in ein Land fährt, das gerne als “Europas letzte Diktatur” bezeichnet wird, sind die Erwartungen an den technischen Fortschritt und die Infrastruktur eher gering. So kann man sich irren. Ein Reisebericht.

U-Bahn-Station in Minsk

Die besten, erkenntnisreichsten Reisen sind die, bei denen die eigenen Vorurteile widerlegt werden. Ich bin gerade von einem mehrtägigen Trip aus der weißrussischen Hauptstadt Minsk zurückgekehrt. Dort habe ich einen beruflich in der lokalen Internetbranche tätigen Freund besucht. Meine Erwartungen wurden nicht erfüllt – im positiven Sinne.

Ich hatte mich im Vorfeld hinsichtlich der Infrastruktur und technologischen Entwicklung auf eine abgemilderte, europäische Variante Nordkoreas eingestellt – natürlich nicht so verarmt wie das isolierte Land in Fernost, aber doch mit besonders deutlichen Defiziten. Das war vielleicht ignorant, aber was soll man auch erwarten, wenn man sich in “Europas letzte Diktatur” begibt. Wie sich herausstellte, lassen die Unzulänglichkeiten des Landes in Sachen politischer Partizipation, Meinungsfreiheit sowie Wahrung von Menschenrechten wenig Rückschluss auf die digitale Reife Weißrusslands und seiner Hauptstadt Minsk zu. In einigen Punkten wirkte die Stadt moderner als so manche westlich orientierte Metropole. » weiterlesen

Neue Foursquare-App:
Swarm weckt nostalgische Gefühle

Foursquare hat seine neue App namens Swarm veröffentlicht und für diese im Vorfeld erfolgreich Spannung aufgebaut. Die dabei beim Autor ausgelösten Gefühle sind selten geworden im heutigen Webgeschäft. Sie stimmen nostalgisch.

SwarmNach der Ankündigung Anfang Mai hat Foursquare gestern seine die Social-Networking-Funktionen separierende neue App Swarm für iPhone und Android veröffentlicht. Einige Beiträge im Foursquare-Blog sowie Tweets von CEO Dennis Crowley wiesen in den vergangenen Tagen schon darauf hin, dass der Launch der Anwendung unmittelbar bevorstehe – und bei mir regelrechte Vorfreude ausgelöst. Als ich dann bei Twitter erste Hinweise auf die erfolgte Veröffentlichung von Swarm sah, zückte ich sofort mein Smartphone und installierte mir die App.

Für ein Urteil ist es noch zu früh. Ich möchte Swarm, das neben dem herkömmlichen Check-In auf Wunsch auch passives Location-Tracking beinhaltet und damit Facebooks jüngst eingeführtem “Freunde in der Nähe”-Feature ähnlich ist, erst einmal einige Tage in “freier Wildbahn” testen. Während ich aber gestern, auf mein iPhone starrend, den Downloadprozess der Anwendung beobachtete, traf es mich wie ein Blitz: Diese verspürte, fast schon kindliche Vorfreude auf einen neuen Onlinedienst, ist bei mir in den letzten zwei bis drei Jahren zu einer Seltenheit geworden. » weiterlesen

Sehens- und hörenswert von der #rp14:
Sascha Lobos Rede zur Lage der (Internet-)Nation und Überwachung

71 wirklich sehr gut investierte Minuten!

via Nerdcore

myTaxi-Chef Sven Külper:
“‘Etabliert’ sind wir noch lange nicht”

myTaxi sieht sich gut gerüstet für den Wettbewerb mit neuen Beförderungs-Startups. Laut Gründer Sven Külper wollen sich die Norddeutschen weiterhin nicht vor innovativen Schritten und Risiken scheuen.

myTaxiEnde der vergangenen Woche reagierte der aus Hamburg stammende Taxivermittler myTaxi auf die durch Uber ausgelöste Diskussion zu ohne Taxilizenz agierenden Individualbeförderungs-Diensten. In der Stellungnahme äußerte das 2009 gegründete Unternehmen zwar Verständnis für neuartige, den Wettbewerb fördernde Startup-Konzepte, betonte aber auch die Notwendigkeit, sich an geltendes Recht zu halten – insbesondere, weil dies in erster Linie der Sicherheit der Fahrgäste diene. Einige Tage vor der Veröffentlichung hatten wir die Frage gestellt, wie myTaxi auf die neue Situation reagieren und wie die Firma mit der ungewohnten Rolle als Verteidiger und Vertreter des Establishments zurecht kommen würde.

Gestern erhielten wir die Möglichkeit, uns mit myTaxi-Mitbegründer und -Geschäftsführer Sven Külper über die aktuelle Lage zu unterhalten. Der 34-Jährige sagte, er habe sich über die Charakterisierung von myTaxi als “etabliert” gewundert – zumindest wenn dieses Attribut mit negativen Assoziationen wie einem Mangel an Innovation konnotiert sei. Denn dieser ließe sich bei myTaxi ganz und gar nicht feststellen. “Wir sind nach wie vor hochinnovativ und scheuen uns nicht vor Risiken, wie wir in jüngster Zeit mit der mobilen Bezahllösung, der Einführung des Auktionsmodells sowie unserem neuen Lieferservice bewiesen haben”, konstatiert Külper. » weiterlesen

Simon Specka von ZenMate:
“Wir wollen das Norton Antivirus für den Online-Schutz werden”

Derzeit bietet der aus Berlin stammende Dienst ZenMate nur ein Chrome-Plugin zum anonymen und verschlüsselten Surfen. Doch das Startup hat eine große Vision: Es will mindestens 100 Millionen Nutzer erreichen und sich als eine der bekanntesten Marken im Segment von Online-Privacy und -Security etablieren.

ZenMateDass sich Simon Specka, einer der zwei Gründer des aus Berlin stammenden Startups ZenGuard, im Segment der Online-Privatsphäre niederließ, überrascht, hört man ihn über seinen bisherigen Werdegang sprechen: Angesichts von BWL-Studium, einem Praktikum bei Rocket Internet und diversen anderen Projekten mit starker betriebswirtschaftlicher Prägung, einige in Südostasien, wäre es nicht verwunderlich, hätte Specka seine Idee und Laufbahn als Entrepreneur an den Werten angelehnt, die man bei einschlägigen Inkubatoren und Klonfabriken findet. Doch wie er erkärt, sagt ihm das in diesen Kreisen typische Streben nach extremer Risikominimierung ganz und gar nicht zu. “Die größten Fortschritte im Technologiesektor wurden mit Vorhaben erreicht, die auch das größte Risiko mit sich führten”, so Specka. Deshalb hielt ihn nichts davon ab, sein Unternehmen in einem Umfeld anzusiedeln, in dem sich die Rahmenbedingungen stetig und schnell ändern können, und in dem Best-Practice-Beispiele nicht auf dem Silbertablett serviert werden. » weiterlesen

Readmill-Gründer Henrik Berggren nach der Dropbox-Übernahme:
“Der E-Book-Markt ist äußerst schwierig”

Der Entschluss, das eigene E-Book-Startup aufzugeben und unter das Dach von Dropbox zu ziehen, war laut Readmill-Macher Henrik Berggren ein sehr pragmatischer. Anders als zur Gründung vor drei Jahren gehofft, sei die digitale Buchbranche noch immer ein extrem schwieriger Markt.

Vor knapp einem Monat gab das Berliner E-Reading-Startup Readmill die Übernahme durch Dropbox und das bevorstehende Ende des Dienstes bekannt. Abgesehen von einem Abschiedstext auf der Website sowie einer kurzen Hommage an den Internetstandort Berlin wollten sich die Gründer Henrik Berggren und David Kjelkerud damals nicht ausführlicher zu den Hintergründen äußern. Auch deshalb, weil die neue Arbeitgeberin aus Kalifornien für kurz darauf die Präsentation diverser Produktneuheiten geplant hatte, zu denen im Vorfeld Stillschweigen vereinbart worden war. Nun, einige Wochen später und nach etwas Zeit für Reflexion, gibt CEO und Co-Founder Berggren im Gespräch mit netzwertig.com Einblicke in die Entwicklung, die zu der Akquisition führte. » weiterlesen

Rettung per mobiler App und Geoblocking:
Was mich eine verlorene Kreditkarte über Innovation in der Bankwirtschaft lehrte

Eine EC- oder Kreditkarte zu verlieren, ist oft mit erheblichem Ärger verbunden. Doch schon minimale Innovation eines Finanzinstituts kann es Bankkunden in einer solchen Situation deutlich einfacher machen.

Kreditkarte verlorenVor einigen Wochen stand ich an der Bar eines Clubs in San Francisco und wollte gerade Getränke bestellen. Doch beim Griff in mein Portemonnaie stellte ich bestürzt fest: Meine Kreditkarte war weg! Wer schon einmal Wertgegenstände verloren hat, kann sich wahrscheinlich gut in meine damalige Gefühlslage hineinversetzen. Auf den ersten Schock folgte ein ruckartiges, mehrfach wiederholtes Abtasten aller Taschen und ein doppeltes und dreifaches Durchsuchen des Portemonnaies. Fehlanzeige. Mir wurde klar, dass ich die Karte entweder bei der vorherigen Bestellung an der Bar vergessen oder danach beim Herumlaufen verloren haben muss. Ein Nachfragen beim Personal sowie ein Absuchen des Bodens blieben ohne Erfolg. Je näher die Erkenntnis rückte, dass die Karte tatsächlich verloren war, desto schlechter wurde meine Laune. Doch dann, plötzlich, erhellte sich meine Stimmung wieder. » weiterlesen

SoundCloud-Mitbegründer:
Eric Wahlforss über die Krise, den Unterschied zu Spotify und die Zukunft von Musik

In einem Interview spricht SoundCloud-Mitgründer Eric Wahlforss über die brenzlige Lage in den Monaten nach dem Ausbruch der Finanzkrise, den Unterschied zu Spotify und das Potenzial des Berliner Startups, die internationale Musikwelt zu verändern.

Schon seit Jahren ist SoundCloud das auf globaler Bühne renommierteste und bekannteste Internet-Startup aus Deutschland. Die schwedische Wirtschaftszeitung Dagens Industri hat in der jüngsten Folgen ihres schwedischsprachigen Technologiepodcasts Digitalpodden ein 25-minütiges Interview mit Soundcloud-Mitbegründer Eric Wahlforss geführt. Das Gespräch beleuchtet die Entstehungsgeschichte sowie aktuelle Herausforderungen des Unternehmens. Wir fassen die prägnantesten Aussagen von Wahlforss in kompakter Form zusammen. » weiterlesen

Erfahrungsbericht:
Wie und warum ich 0,1 Bitcoin erwarb

Hat man sich nicht intensiv mit Bitcoin auseinandergesetzt, so erscheint der Prozess der Anschaffung kompliziert. Letztlich ist es aber doch recht simpel, Bitcoin zu kaufen, wie dieser Erfahrungsbericht erklärt.

BitcoinSeit vielen Monaten verfolge ich die Entwicklung um Bitcoin nun mit einigem Interesse. Ich habe sicherlich hunderte Artikel gelesen und auch hier bei uns einige Aspekte rund um die Kryptowährung beleuchtet. Doch bislang beschränkte sich meine Auseinandersetzung mit Bitcoin auf theoretische Aspekte. Das hatte unter anderem mit dem kompliziert erscheinenden Anschaffungsprozess zu tun, mit dem volatilen Kurs der virtuellen Währung sowie mit der Tatsache, dass ich meine eigene unabhängige Berichterstattung bedroht sähe, würde ich aktiv mit Bitcoin spekulieren.

Doch jetzt habe ich eine gute Lösung gefunden: Für 50 Euro habe ich mir rund einen Zehntel-Bitcoin zugelegt. Gering genug, um im Falle von dramatischen Kursstürzen oder bei einem eventuellen Diebstahl nicht in Existenznot zu geraten. Auch als Spekulationsobjekt eignet sich dieser Betrag nicht, es sei denn, der Wert von Bitcoins würde sich auf lange Sicht verhundertfachen, was sehr unwahrscheinlich ist. 50 Euro sind aber ausreichend, um sich mit dem Prozess der Anschaffung vertraut zu machen, und um zu einem späteren Zeitpunkt eventuell einmal eine Ware oder Dienstleistung mit Bitcoin zu bezahlen. Onlineshops, die Bitcoin akzeptieren, gibt es mittlerweile dank die Abwicklung für Händler übernehmenden Dienstleistern wie Coinbase und Bitpay einige, und persönlich sehe ich großen Bedarf an einem virtuellen Zahlungsmittel, das den E-Commerce um Milliarden Euro Kartengebühren entlastet. Rudimentäre Erfahrung in der praktischen Handhabung einer virtuellen Währung zu haben, kann da meines Erachtens nach nicht schaden. » weiterlesen

Magine-Mitgründer Mattias Hjelmstedt:
“Wir haben in Deutschland drei Jahre verhandelt”

Drei Jahre lang hat der aus Schweden stammende TV-Streamingdienst Magine mit den Medienkonzernen und Rechteinhabern in Deutschland verhandelt. Das zahlt sich aus: Wenn Magine in Kürze offiziell startet, wird es Usern mehr bieten können, als sie bislang aus diesem Segment gewohnt sind. Wir sprachen mit CEO Mattias Hjelmstedt.

Der kurz vor seinem offiziellen Deutschlanddebüt stehende TV-Streamingdienst Magine serviert zwar in Pressemitteilungen regelmäßig kleine Informationshäppchen zum Stand der Dinge – so zuletzt hinsichtlich der Vereinbarung mit ProSiebenSat.1 – hielt sich aber bislang mit Details zu seiner finalen Produkt- und Preisgestaltung zurück. Doch im Gespräch mit CEO und Mitgründer Mattias Hjelmstedt gelang es uns, ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

Das Wichtigste zuerst: Magine wird nach dem offiziellen Startschuss, der auf die aktuell nur mit einer Einladung zugängliche Beta-Phase folgt, auf ein Freemium-Modell setzen. Welche Sender und Funktionen in der kostenfreien Basisversion enthalten sein werden, will Hjelmstedt noch nicht verraten. Er betont aber, dass es mehr sein werden als im Heimatland Schweden, wo das Gratis-Angebot nur eine sehr begrenzte Zahl an Fernsehsendern enthält. Der Preis der kostenpflichtigen Variante wird sich im marktüblichen Bereich bewegen, also im Dreh von zehn Euro. » weiterlesen