956 Artikel in der Kategorie Reviews auf netzwertig.com.

Samstag App Fieber:
machtVZ, Cinery, MyRadioDay

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche einige Tools aus dem deutschen Sprachraum vor, die vor kurzem gestartet sind.

Dieses Mal mit: machtVZ – Beziehungsnetzwerke visualisieren; Cinery – Filme entdecken; und MyRadioDay – Radio personalsieren.

 

Das machtVZ ist eine kleine Plattform, die die gelegentlich vielleicht gegebenen Zusammenhänge zwischen Politikern, Verbänden, Parteien und Firmen dokumentieren und visualisieren möchte, etwa um die funktionalen Mechanismen wie Parteispenden oder Lobbyismus nachvollziehbarer zu machen. Gesucht werden kann nach Abgeordneten, Unternehmen oder Verbänden, das in der Folge gefundene Netzwerk an Beziehungen wird nicht nur akribisch aufgelistet, sondern auch mit mitunter durchaus komplexen Graphen visualisiert. Die Daten basieren dabei auf amtlichen Veröffentlichungen von Nebeneinkünften, Parteispenden und der Verbändeliste des Deutschen Bundestages.

 

 

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Krautreporter startet Crowdfunding-Kampagne:
Geplantes Onlinemagazin will Journalismus wieder relevant machen

Ab Herbst will das neue Onlinemagazin Krautreporter einen seine Bezeichnung verdienenden Qualitätsjournalismus ins Netz bringen. Mit einer 25-köpfigen Redaktion, ohne Werbung und ohne Paywall. Funktionieren soll dies über ein fakultatives Abo. Damit das klappt, wollen die Berliner innerhalb von vier Wochen 900.000 Euro per Crowdfunding einsammeln.

In den vergangenen Jahren wurden auf einschlägigen Medienblogs und bei Online-Fachmagazinen insgesamt sicher schon hunderte Thesen über die Zukunft des Journalismus zur Diskussion gestellt. Auf geschätzt ebenso vielen Podien befassten sich Experten mit der Frage, wie Journalismus im digitalen Zeitalter nachhaltig und mit hoher Qualität produziert und finanziert werden kann. Doch obwohl häufig Einigkeit darüber zu bestehen scheint, dass Innovation und neue Ansätze erforderlich sind, mangelt es bislang speziell im deutschen Medienmarkt an wirklich unkonventionellen und gleichzeitig ambitionierten, auf große Geschichten und Reichweite ausgelegten Projekten. Doch die Macher der Journalismus-Crowdfunding-Plattform Krautreporter, Sebastian Esser und Philipp Schwörbel, wollen dies ändern. » weiterlesen

Zeit zum Abschalten:
Offtime fördert bewussten Umgang mit permanenter Online-Erreichbarkeit

Im vergangenen Jahrzehnt der rasanten Technologie-Entwicklung hat sich unsere ständige Erreichbarkeit auf mobilen Geräten und die damit verbundene Informationsflut stark erhöht. Die Android-App Offtime des gleichnamigen Berliner Startups möchte hier Abhilfe schaffen.

OfftimeIm App-Dschungel gibt es bereits einige Anwendungen, die unser Selbstmanagement erleichtern sollen, so zum Beispiel Wunderlist und Eisenhower für unser alltägliches Aufgaben-Management. Offtime Preview möchte nun auch für den Zwang der ständigen Erreichbarkeit eine Lösung bieten: Die App ist seit Kurzem nach längerer Alpha- und Beta-Phase im Google Play Store für Android-Geräte verfügbar und hilft ihren Nutzern beim bewussten Abschalten des Smartphones, um sich auf wichtige Aufgaben im Geschäfts- oder Privatleben zu konzentrieren.

Bereits Mitte 2013 berichtete netzwertig.com über die sich damals in der Alpha-Phase befindende App des Berliner Startups um Michael Dettbarn, Dr. Marc Scherfenberg und Alexander Steinhart.  Mit der damaligen Crowdfunding-Kampagne auf startnext sammelte das Unternehmen 17.159 € für die Weiterentwicklung des Dienstes ein. Damit trieb das Team die App-Entwicklung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Psychologie der Humboldt-Universität Berlin voran. Knapp ein Jahr verging, bis die Macher auf der diesjährigen re:publica vergangene Woche in Berlin die neue Version Offtime Preview vorstellen konnte. » weiterlesen

Samstag App Fieber:
Lobbycloud, Fifteen, Lootchest

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche einige Tools aus dem deutschen Sprachraum vor, die vor kurzem gestartet sind.

Dieses Mal mit: Lobbycloud – Transparenz für Lobbyismus; Fifteen – Schuhe für 15 Euro; Lootchest – Schwag für Geeks.

 

Lobbycloud ist ein neues Projekt, das systematische Einflüsse auf die Politik und Gesetzgebung dokumentieren und in der Folge zur besseren Interpretierbarkeit aufbereiten will. Mittelfristig soll etwa möglich werden, Formulierungen und Argumente zu vergleichen und zu erkennen, wie sich Lobbyismus in Gesetzen wiederfindet. Auch der Prozess des Lobbying selbst soll transparenter und damit debattierbarer gemacht werden.

 

 

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Gäste-WLAN ohne Kopfschmerzen:
sorglosinternet hebelt Störerhaftung aus

Das Berliner Startup sorglosinternet bietet Betreibern von Gäste-WLANs eine simple Lösung, um sich von den Risiken der Störerhaftung zu befreien.

sorglosinternetWer häufig für einige Tage oder Wochen in Ferien- oder Privatwohnungen Unterschlupf sucht, dem wird vielleicht schon einmal Folgendes passiert sein: Während der Vertragsunterzeichnung oder Schlüsselübergabe präsentiert der Vermieter einen zu unterschreibenden Zettel, auf dem der Mieter zustimmt, über das bereitgestellte WLAN keine illegalen Aktivitäten wie beispielsweise Filesharing urheberrechtlich geschützter Inhalte durchzuführen. Mit einer solchen Lösung versucht sich der Anschlussinhaber von den rechtlichen Folgen der berühmt-berüchtigten Störerhaftung zu befreien. Diese könnte zwar irgendwann abgeschafft werden. Noch aber sorgt sie dafür, dass das Bereitstellen eines für Dritte vorgesehenen Internetzugangs auch ein Risiko für denjenigen darstellt, der als Inhaber des Zugangs registriert ist. Dass das eben beschriebene Verfahren daran in den Augen der Gerichte viel ändert, ist zu bezweifeln. Das Berliner Startup sorglosinternet hat sich ein effektiveres System einfallen lassen. » weiterlesen

Samstag App Fieber:
Glättli, PlaceGuide, Bauduu

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche einige Tools aus dem deutschen Sprachraum vor, die vor kurzem gestartet sind.

Dieses Mal mit: Glättli – Lifestreaming mit Vorratsdaten; PlaceGuide – Plätze entdecken; und Bauduu – eine Flatrate für Lego.

 

Glättli ist ein kleines Projekt, das den Wert von Vorratsdaten dokumentiert. Nationalrat Balthasar Glättli hat seine Verbindungsdaten bei seinem Mobilfunkanbieter angefordert und diese dann von der Agentur OpenDataCity in einen kompakten Lifestream transformieren lassen, der sein Leben über den Zeitraum von 6 Monaten fast lückenlos dokumentiert. Narrativ abgerundet wurden die erfassten Metadaten mit öffentlichen Posts auf Facebook und Twitter. Hübsch gemacht und allen zur Ansicht empfohlen, die den Beteuerungen glauben, dass es sich beim Überwachen oder Vorratsdatenspeichern ja nur um Metadaten handelt.

 

 

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Live-Audiostreams für die Masse:
Startup Voice Republic überträgt die re:publica

Das schweizerisch-deutsche Startup Voice Republic hat einen Dienst geschaffen, über den jeder Live-Audiostreams durchführen und archivieren kann. Zur Zielgruppe gehören Veranstalter und Podcaster. In der nächsten Woche wird der Service die re:publica live übertragen.

Voice RepublicWer heute unter alleinigem Einsatz des Browsers und mit auch sonst minimalen Mitteln einen Live-Stream von Interviews, Diskussionen oder Gesprächsrunden produzieren möchte, der nutzt dafür meist Googles Dienst “Hangouts On Air“. Doch Voraussetzung ist natürlich, dass man sich nicht vor dem Einsatz der Kamera beziehungsweise Webcam scheut. Je nach Art des zu übertragenden Inhalts könnte manchmal auch ein reiner Audiostream genügen. Genau eine solche Möglichkeit will das Startup Voice Republic (VR) anbieten. Die Macher des in Zürich ansässigen Startups, der Schweizer Patrick Frank und der Deutsche Ole Kretschmann, haben kürzlich ihre Audio-Diskussionsplattform ins Rennen geschickt, deren grundsätzliche Funktionalität allen Nutzern von Hangouts On Air vertraut sein dürfte. Nur können Anwender von VR auch in Unterwäsche auf Sendung gehen, denn auf Video verzichtet das junge Unternehmen. » weiterlesen

Simon Specka von ZenMate:
“Wir wollen das Norton Antivirus für den Online-Schutz werden”

Derzeit bietet der aus Berlin stammende Dienst ZenMate nur ein Chrome-Plugin zum anonymen und verschlüsselten Surfen. Doch das Startup hat eine große Vision: Es will mindestens 100 Millionen Nutzer erreichen und sich als eine der bekanntesten Marken im Segment von Online-Privacy und -Security etablieren.

ZenMateDass sich Simon Specka, einer der zwei Gründer des aus Berlin stammenden Startups ZenGuard, im Segment der Online-Privatsphäre niederließ, überrascht, hört man ihn über seinen bisherigen Werdegang sprechen: Angesichts von BWL-Studium, einem Praktikum bei Rocket Internet und diversen anderen Projekten mit starker betriebswirtschaftlicher Prägung, einige in Südostasien, wäre es nicht verwunderlich, hätte Specka seine Idee und Laufbahn als Entrepreneur an den Werten angelehnt, die man bei einschlägigen Inkubatoren und Klonfabriken findet. Doch wie er erkärt, sagt ihm das in diesen Kreisen typische Streben nach extremer Risikominimierung ganz und gar nicht zu. “Die größten Fortschritte im Technologiesektor wurden mit Vorhaben erreicht, die auch das größte Risiko mit sich führten”, so Specka. Deshalb hielt ihn nichts davon ab, sein Unternehmen in einem Umfeld anzusiedeln, in dem sich die Rahmenbedingungen stetig und schnell ändern können, und in dem Best-Practice-Beispiele nicht auf dem Silbertablett serviert werden. » weiterlesen

Samstag App Fieber:
Mykiosk, Fitogram, 99Roots

In dieser Rubrik stellen wir jede Woche einige Tools aus dem deutschen Sprachraum vor, die vor kurzem gestartet sind.

Dieses Mal mit: Mykiosk – Zeitschriften finden; Fitogram – Fitness-Angebote finden; und 99Roots – eine Plattform für Gartenfreunde.

 

Mykiosk ist eine kleine Suchmaschine, mit der man herausfinden kann, wo man in der eigenen Umgebung eine bestimmte Zeitung oder Zeitschrift kaufen kann. Nachdem man den Ort und den Titel eingegeben hat, läuft Mykiosk los und zeigt die gefundenen Händler oder Verkaufsstellen in der Nähe und einige Infos zur Zeitschrift an, wer will, kann via Google Maps auch gleich den Gehweg oder die Route planen. Das braucht man wohl nicht jeden Tag, aber für den Fall der Fälle ist es vielleicht nützlich zu kennen – ich z.B. hätte mir damit vor Kurzem das erfolglose Abklopfen einiger Kioske erspart. Mykiosk erfasst 5.000 Titel und 110.000 Verkaufsstellen.

 

 

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Blendle:
So komfortabel und fair kann Paid Content sein

Der aus den Niederlanden stammende Dienst Blendle bietet Usern zentralen Zugriff auf die Inhalte führender Printtitel. Ein näherer Blick auf den Prozess zum Kauf von Texten zeigt, wie komfortabel und fair Paid Content im Netz sein kann.

Lange waren Bezahlschranken für journalistische Medien verpönt, mittlerweile haben sie sich aber zumindest bei den großen Verlagsmedien auf recht breiter Front durchgesetzt. Und immerhin ein Viertel der Internetnutzer in Deutschland zahlt gelegentlich für redaktionelle Onlineinhalte.

Doch abgesehen von den verbreiteten Abomodellen, bei denen ein monatlicher Pauschalbetrag fällig wird, leidet das Bezahlschranken-Konzept noch immer unter dem hohen Aufwand, der mit dem Einzelerwerb von Artikeln verbunden ist. Neben dem notwendigen Zeitinvestment stehen einem solchen Verfahren auch die erheblichen mentalen Kosten für Leser im Weg, die laufend abwägen müssen, ob sie für den jeweiligen Text wirklich zahlen wollen. Auch ein von Google vor einigen Jahren lanciertes System, das das Bezahlen von Inhalten auf Artikelbasis vereinfachen sollte, scheiterte an der Komplexität und den Herausforderungen dieses Vorhabens. Doch das holländische Startup Blendle hat nun einen Einsatz entwickelt, der tatsächlich in der Praxis funktionieren kann. » weiterlesen